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17. Bibelbuch — Esther„Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“
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8. (a) Was führt dazu, daß Esther Königin wird? (b) Was für einen Anschlag deckt Mordechai auf, und wie wird dies schriftlich festgehalten?
8 Esther wird Königin (2:1-23). Später bestimmt der König Beauftragte dazu, in allen 127 Provinzen des Reiches die schönsten Jungfrauen auszusuchen und sie nach Susa zu bringen, wo sie durch eine Schönheitsbehandlung auf die Vorstellung beim König vorbereitet werden sollen. Unter den ausgewählten jungen Frauen befindet sich Esther. Sie ist eine jüdische Waise, „schön von Gestalt und schön von Aussehen“, die bei ihrem Vetter Mordechai, einem Beamten in Susa, aufgewachsen ist (2:7). Esthers jüdischer Name Hadassa bedeutet „Myrte“. Hegai, der Hüter der Frauen, findet an Esther Gefallen und läßt ihr eine besondere Behandlung zukommen. Niemand weiß, daß sie Jüdin ist, denn Mordechai hat sie angewiesen, das geheimzuhalten. Die jungen Frauen werden der Reihe nach zum König gebracht. Er wählt Esther als seine neue Königin aus, und zur Feier ihrer Krönung wird ein Festmahl veranstaltet. Kurz danach hört Mordechai von einer Verschwörung, bei der es darum geht, den König zu ermorden, und läßt Esther es diesem „im Namen Mordechais“ mitteilen (2:22). Der Anschlag wird aufgedeckt, die Verschwörer werden gehängt, und in den königlichen Annalen wird eine Aufzeichnung gemacht.
9. Wie erzürnt Mordechai Haman, und welchen königlichen Erlaß gegen die Juden erwirkt Haman?
9 Hamans Verschwörung (3:1—5:14). Etwa vier Jahre vergehen. Haman, anscheinend ein Nachkomme des amalekitischen Königs Agag, den Samuel erschlug, wird erster Minister (1. Sam. 15:33). Der König erhöht ihn und befiehlt allen seinen Dienern im Tor des Königs, sich vor Haman zu verbeugen. Mordechai gehört zu ihnen. Er lehnt es jedoch ab, sich niederzuwerfen, und teilt den Dienern des Königs mit, daß er ein Jude ist. (Vergleiche 2. Mose 17:14, 16.) Haman ist wütend, und als er erfährt, daß Mordechai ein Jude ist, erkennt er die großartige Gelegenheit, Mordechai und alle anderen Juden ein für allemal loszuwerden. Das Los (Pur) wird geworfen, um einen günstigen Tag für die Vernichtung der Juden zu bestimmen. Haman nutzt seine Gunst beim König dazu, den Juden Gesetzlosigkeit vorzuwerfen und darum zu bitten, daß ihre Vernichtung schriftlich angeordnet wird. Er bietet einen Betrag von 10 000 Silbertalenten (entspricht etwa 66 060 000 $) zur Finanzierung des Gemetzels an. Der König willigt ein, und schriftliche, mit dem Siegelring des Königs versiegelte Befehle, nach denen der 13. Adar als Tag für die Ausrottung der Juden festgesetzt ist, werden ins ganze Reich versandt.
10. Wie gehen Mordechai und Esther im Glauben an Jehovas Macht vor?
10 Als Mordechai und alle anderen Juden von dem Gesetz hören, trauern sie in Sacktuch und Asche. Es herrscht „Fasten und Weinen und Klagen“ (Esth. 4:3). Als Esther durch Mordechai von der Notlage der Juden erfährt, zögert sie zunächst, Fürsprache einzulegen. Auf das ungeladene Erscheinen vor dem König steht die Todesstrafe. Mordechai zeigt jedoch seinen Glauben an Jehovas Macht, indem er erklärt, daß Esther, wenn sie die Juden im Stich lasse, sowieso sterben werde und „den Juden von einem anderen Ort her ... Befreiung erstehen“ werde. Kann es nicht auch sein, daß Esther „für eine Zeit wie diese“ Königin geworden ist? (4:14). Sie versteht, worum es geht, und willigt ein, ihr Leben aufs Spiel zu setzen, und alle Juden in Susa fasten drei Tage lang mit ihr.
11. Wie nutzt Esther ihre Gunst beim König, aber was plant Haman gegen Mordechai?
11 Darauf erscheint Esther in ihrer besten königlichen Kleidung vor dem König. Sie erlangt Gunst in seinen Augen, und er hält ihr sein goldenes Zepter entgegen, wodurch er ihr Leben verschont. Sie lädt nun den König und Haman zu einem Festmahl ein. Während des Mahls drängt der König sie, ihre Bitte kundzutun, und versichert ihr, daß ihr „bis zur Hälfte des Königtums“ alles gewährt wird, was sie möchte, worauf sie die beiden zu einem weiteren Festmahl am folgenden Tag einlädt (5:6). Haman geht freudig hinaus. Aber dort im Tor des Königs ist Mordechai! Wieder ehrt er Haman nicht und erbebt nicht vor ihm. Hamans Freude wandelt sich in Zorn um. Seine Frau und seine Freunde schlagen ihm vor, einen Pfahl von 50 Ellen (22,30 m) Höhe zu errichten und vom König den Befehl zu erbitten, Mordechai daran aufzuhängen. Haman läßt den Pfahl sofort aufstellen.
12. Welche Wende führt dazu, daß Ahasverus Mordechai ehrt und damit Haman erniedrigt?
12 Das Blatt wendet sich (6:1—7:10). In der Nacht kann der König nicht schlafen. Er läßt sich das Protokollbuch bringen und daraus vorlesen und stellt fest, daß er Mordechai dafür, daß dieser ihm das Leben rettete, nicht belohnt hat. Später fragt der König, wer im Hof sei. Es ist Haman, der gekommen ist, um vom König die Vollmacht für Mordechais Hinrichtung zu verlangen. Der König fragt Haman, wie jemand, an dem der König Gefallen gefunden habe, geehrt werden solle. Haman denkt, der König habe ihn im Sinn, und umreißt ein großartiges Programm der Ehrung. Aber der König gebietet ihm: „Tu so mit Mordechai, dem Juden“ (6:10). Haman hat keine andere Wahl, als Mordechai in königliche Pracht zu kleiden, ihn auf das Pferd des Königs zu setzen, ihn auf dem öffentlichen Platz der Stadt umherzuführen und vor ihm auszurufen. Erniedrigt und trauernd eilt Haman nach Hause. Seine Frau und seine Freunde haben ihm keinen Trost zu bieten. Haman ist verloren!
13. Was enthüllt Esther bei dem Festmahl, bei dem Haman gedemütigt wird, und was geschieht mit Haman?
13 Nun ist es Zeit für Haman, dem Festmahl mit dem König und Esther beizuwohnen. Die Königin erklärt, sie und ihr Volk seien verkauft worden, um vernichtet zu werden. Wer hat gewagt, diese Bosheit zu begehen? Esther sagt: „Der Mann, der Widersacher und Feind, ist dieser schlechte Haman“ (7:6). Wütend erhebt sich der König und geht in den Garten hinaus. Mit der Königin allein, bittet Haman um sein Leben, und der zurückkehrende König wird noch wütender, als er Haman auf dem Ruhelager der Königin sieht. Sogleich befiehlt er, Haman an den Pfahl zu hängen, den dieser für Mordechai hat aufstellen lassen (Ps. 7:16).
14. Wie belohnt der König Esther und Mordechai, und mit welchem schriftlichen Erlaß begünstigt er die Juden?
14 Mordechai befördert, die Juden befreit (8:1 bis 10:3). Der König gibt Esther alle Besitztümer Hamans. Esther teilt Ahasverus ihre Verwandtschaft mit Mordechai mit, den der König dann in Hamans vorherige Stellung befördert und dem er den königlichen Siegelring gibt. Wieder riskiert Esther ihr Leben, als sie vor den König tritt und darum bittet, den schriftlichen Erlaß zur Vernichtung der Juden rückgängig zu machen. Jedoch können die ‘Gesetze von Persien und Medien’ nicht aufgehoben werden (1:19). Deshalb gibt der König Esther und Mordechai die Vollmacht, ein neues Gesetz zu schreiben und es mit dem Ring des Königs zu versiegeln. Dieser schriftliche Befehl, der auf dieselbe Weise ins ganze Reich gesandt wird wie der vorherige, gewährt den Juden das Recht, „sich zu versammeln und für ihre Seele einzutreten, die ganze Streitmacht des Volkes und des Gerichtsbezirks, die sie befeindete, Kleine und Frauen, zu vertilgen und zu töten und zu vernichten und ihre Beute zu plündern“, und zwar am selben Tag, an dem Hamans Gesetz in Kraft tritt (8:11).
15. (a) Wie geht der Kampf aus, und welches Festmahl führt Mordechai ein? (b) In welche Stellung wird Mordechai erhoben, und wozu gebraucht er seine Macht?
15 An dem festgesetzten Tag, dem 13. Adar, hält kein Mann vor den Juden stand. Aufgrund der Bitte Esthers an den König wird der Kampf am 14. Tag in Susa fortgesetzt. Insgesamt werden im ganzen Reich 75 000 Feinde der Juden getötet. Weitere 810 werden in Susa, der Burg, zu Tode gebracht. Zu ihnen gehören Hamans zehn Söhne, die am ersten Tag getötet und am zweiten Tag an Pfähle gehängt werden. Es wird keine Beute genommen. Am 15. Adar herrscht Ruhe, und die Juden halten Festmahl und freuen sich. Mordechai gibt den Juden jetzt schriftliche Anweisungen, dieses Festmahl des „Pur, das ist das Los“, jedes Jahr am 14. und 15. Adar zu feiern, und das tun sie bis zum heutigen Tag (9:24). Mordechai wird im Königreich erhöht und gebraucht seine Stellung als Zweiter nach König Ahasverus, ‘indem er zum Guten seines Volkes wirkt und Frieden redet zu all dessen Nachkommen’ (10:3).
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17. Bibelbuch — Esther„Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“
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Mordechai, der erste Minister, und Königin Esther gaben ein gutes Beispiel für Ergebenheit und Gehorsam in ihren weltlichen Pflichten (Esth. 2:21-23; 6:2, 3, 10; 8:1, 2; 10:2). Mordechai lehnte es jedoch furchtlos ab, dem königlichen Gebot zu gehorchen, sich vor dem verachtenswerten Agagiter Haman niederzubeugen. Außerdem sorgte er dafür, daß Berufung eingelegt wurde, als Haman plante, die Juden zu vernichten (3:1-4; 5:9; 4:6-8).
18. (a) Was beweist, daß das Buch Esther „von Gott inspiriert und nützlich“ ist? (b) Wie ermutigt es uns zur Verteidigung der Interessen des Königreiches Gottes?
18 Alles spricht dafür, daß das Buch Esther ein Teil der Heiligen Schrift ist, die „von Gott inspiriert und nützlich“ ist. Auch ohne die direkte Erwähnung Gottes oder seines Namens liefert es uns echte Beispiele des Glaubens. Mordechai und Esther sind nicht das Phantasieprodukt eines Geschichtenerzählers, sondern sie waren wirkliche Diener Jehovas, die uneingeschränktes Vertrauen in Jehovas Macht zu retten setzten. Obwohl sie unter den „obrigkeitlichen Gewalten“ in einem fremden Land lebten, nutzten sie jedes gesetzliche Mittel, um die Interessen des Volkes Gottes und seiner Anbetung zu verteidigen. Wir können heute ihrem Beispiel folgen „in der Verteidigung und gesetzlichen Befestigung der guten Botschaft“ von Gottes Königreich, das Befreiung bringt (Phil. 1:7).
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