-
MosambikJahrbuch der Zeugen Jehovas 1996
-
-
Die beklemmenden Zustände, die auf Grund der Überfüllung in den Gefängnissen herrschten, wurden durch den Schmutz und den Mangel an Nahrungsmitteln noch verschlimmert und führten in den Gefängnissen von Maputo (ehemals Lourenço Marques) dazu, daß innerhalb von vier Monaten 60 Kinder starben. Die Brüder, die noch frei waren, taten ihr Bestes und versuchten, ihre Brüder im Gefängnis zu versorgen. Während der letzten Monate des Jahres 1975 verkauften Zeugen ihre Habe, um ihre eingesperrten Brüder weiterhin mit Nahrung versorgen zu können. Dadurch, daß sie sich mit den Gefängnisinsassen solidarisch erklärten, gefährdeten sie allerdings ihre eigene Freiheit, und viele von ihnen wurden verhaftet, als sie sich der Bedürfnisse ihrer Brüder annahmen. Jesus hatte von seinen wahren Nachfolgern gesagt, daß sie genau diese Art Liebe zueinander haben würden (Joh. 13:34, 35; 15:12, 13).
-
-
MosambikJahrbuch der Zeugen Jehovas 1996
-
-
Eine der beeindruckendsten Karawanen verließ am 13. November 1975 Maputo, eine Karawane von 14 Bussen oder machibombos, wie man sie hier nennt. Die anscheinend unerklärliche Freude der Brüder veranlaßte die verantwortlichen Soldaten zu fragen: „Wie könnt ihr bloß so glücklich sein, wo ihr doch noch nicht einmal wißt, wohin ihr kommt? Dort, wohin man euch bringt, erwartet euch nichts Gutes.“ Doch die Freude der Brüder wurde dadurch nicht getrübt. Während die ungläubigen Verwandten weinten, weil sie sich um die Zukunft ihrer geliebten Angehörigen sorgten, sangen die Zeugen Königreichslieder, wie zum Beispiel das Lied „Mutig voran!“
Die Fahrer riefen von jeder Stadt, durch die sie kamen, ihre Vorgesetzten an, um den Zielort zu erfahren, aber ihnen wurde immer nur gesagt, wo die nächste Haltestelle sei, die sie anfahren sollten. Einige verfuhren sich auch. Schließlich erreichten sie aber doch Milange, die Bezirksstadt in der Provinz Zambézia, 1 800 Kilometer von Maputo entfernt.
-