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MosambikJahrbuch der Zeugen Jehovas 1996
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Um dieser andersdenkenden Gruppe zu beweisen, daß sie nicht aus Furcht gehandelt und keine Kompromisse gemacht hatten, bildeten die Ältesten ein Komitee unter der Leitung von Ernesto Chilaule. Dieses Komitee wandte sich an die PIDE, um herauszufinden, womit das Verbot begründet wurde. „Was ist daran verkehrt, ein Zeuge Jehovas zu sein?“ fragten die Brüder. Man sagte ihnen: „Sie stellen für uns kein Problem dar, aber diese Religion ist nun mal in Mosambik verboten. Auch wenn Sie nichts Verkehrtes tun, läßt die Regierung Jehovas Zeugen nicht als Religionsgemeinschaft zu.“ Die Beamten bemerkten, daß jemand, der diese Religion ausüben möchte, in ein anderes Land gehen müßte.
Bruder Chilaule und seine Begleiter erwiderten darauf entschieden: „Wenn die Regierung der Meinung ist, daß es verkehrt ist, anderen beizubringen, nicht zu stehlen, nicht zu töten und nichts Böses zu tun, dann verhaften Sie uns. Wir werden weiterhin die Wahrheit lehren, und genau das werden wir auch tun, sobald wir von hier weggehen.“ Diese Äußerung erinnert einen wiederum an Jesu Apostel vor dem Sanhedrin (Apg. 4:19, 20).
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MosambikJahrbuch der Zeugen Jehovas 1996
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Die PIDE schlägt unerbittlich zu
Nicht einmal ein Jahr nach dieser Rebellion verhaftete die PIDE 16 Brüder, die Verantwortung trugen. Zu ihnen gehörten Ernesto Chilaule, Francisco Zunguza und Calvino Machiana. Bei dieser Gelegenheit war es, daß Beamte der PIDE an Bruder Chilaule die zu Beginn des Berichts erwähnten Worte richteten.
Weitere Verhaftungen folgten. Wie hatte die PIDE die Namen und die Adressen der ernannten Diener bekommen? Bei einer Durchsuchung von Bruder Chilaules Haus hatten sie auf einem Tisch den Ordner gefunden, der die Briefe der Gesellschaft mit den Namen aller Diener enthielt sowie die Broschüre In Einheit miteinander predigen. Da sie in den Besitz dieser Informationen gelangt waren, suchten sie ganz gezielt nach dem Versammlungsdiener, dem Hilfsversammlungsdiener, dem Wachtturm-Studienleiter, dem Versammlungsbuchstudienleiter und auch nach anderen. Ohne Gerichtsverfahren wurden sie in das Gefängnis in Machava geworfen — verurteilt zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren.
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MosambikJahrbuch der Zeugen Jehovas 1996
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[Bild auf Seite 131]
Zu Ernesto Chilaule wurde gesagt: „In diesem Land werdet ihr niemals anerkannt werden. ... Das könnt ihr schlichtweg vergessen!“
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