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„Tut weiterhin alles ohne Murren“Der Wachtturm 2006 | 15. Juli
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„Tut weiterhin alles ohne Murren“
„Tut weiterhin alles ohne Murren“ (PHILIPPER 2:14).
1, 2. Welchen Rat gab der Apostel Paulus den Christen in Philippi und in Korinth, und warum?
ALS der Apostel Paulus im ersten Jahrhundert unter göttlicher Inspiration an die Christenversammlung in Philippi schrieb, sprach er ein großes Lob aus. Er würdigte die Großzügigkeit und den Eifer seiner Glaubensbrüder in dieser Stadt und freute sich, dass sie so viel Gutes taten. Doch gleichzeitig forderte er sie auf, „weiterhin alles ohne Murren“ zu tun (Philipper 2:14). Was bewog ihn dazu?
2 Paulus wusste, wozu Murren führen kann. Ein paar Jahre zuvor hatte er die Versammlung in Korinth auf diese Gefahr hingewiesen. Er erinnerte sie daran, dass die Israeliten in der Wildnis wiederholt den Zorn Jehovas erregten. Wodurch? Sie begehrten schädliche Dinge, trieben Götzendienst und Hurerei, stellten Jehova auf die Probe — und murrten. Paulus wollte, dass sich die Korinther das zu Herzen nahmen. Er schrieb: „Murrt auch nicht, wie einige von ihnen murrten, sodass sie durch den Vernichter umkamen“ (1. Korinther 10:6-11).
3. Warum ist das Thema Murren für uns von Interesse?
3 Jehovas Diener von heute haben mit der Versammlung in Philippi viel gemeinsam. Wir setzen alles daran, Gutes zu tun, und haben Liebe untereinander (Johannes 13:34, 35). Doch wenn wir daran denken, wie verheerend es sich auswirkte, dass Gottes Volk in alter Zeit immer wieder murrte, haben wir allen Grund, den Rat ernst zu nehmen: „Tut weiterhin alles ohne Murren.“ Sehen wir uns zunächst einige biblische Beispiele zu diesem Thema an. Und untersuchen wir im Anschluss daran, wie sich verhindern lässt, dass durch Murren Schaden angerichtet wird.
Eine böse Gemeinde murrt gegen Jehova
4. Worüber beklagten sich die Israeliten in der Wildnis?
4 Das hebräische Wort für „murren“, „brummen“, „sich beklagen“ oder „knurren“ kommt in der Bibel im Zusammenhang mit der 40-jährigen Wanderung durch die Wildnis vor. Die Israeliten murrten, weil sie mit ihrem Los unzufrieden waren. Schon wenige Wochen nach der Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei begann „die ganze Gemeinde der Söhne Israels . . . gegen Moses und Aaron zu murren“. Die Israeliten beklagten sich über die Nahrungsmittelversorgung und sagten: „Wären wir doch nur durch Jehovas Hand im Land Ägypten gestorben, als wir bei den Fleischtöpfen saßen, als wir Brot bis zur Sättigung aßen, denn ihr habt uns in diese Wildnis hinausgebracht, um diese ganze Versammlung durch Hunger zu Tode zu bringen“ (2. Mose 16:1-3).
5. Gegen wen richteten sich die Klagen der Israeliten in Wirklichkeit?
5 Eigentlich hatten die Israeliten in der Wildnis alles, was sie brauchten. Jehova versorgte sie liebevoll mit Nahrung und Wasser. Es bestand nie die Gefahr, dass sie verhungerten. Doch in ihrer Unzufriedenheit dramatisierten sie ihre Lage und fingen an zu murren. Zwar klagten sie Moses und Aaron an, doch im Grunde richtete sich ihre Unzufriedenheit gegen Gott. Moses sagte zu ihnen: „Jehova [hat] euer Murren gehört . . ., womit ihr gegen ihn gemurrt habt. Und was sind wir? Euer Murren ist nicht gegen uns, sondern gegen Jehova“ (2. Mose 16:4-8).
6, 7. Was für ein Sinneswandel hatte bei den Israeliten stattgefunden, wie 4. Mose 14:1-3 erkennen lässt?
6 Es dauerte nicht lange und die Israeliten beklagten sich von neuem. Moses hatte zwölf Männer beauftragt, das Land der Verheißung auszukundschaften. Zehn von ihnen kehrten mit einem schlechten Bericht zurück. Was war die Folge? „Alle Söhne Israels begannen gegen Moses und Aaron zu murren, und die ganze Gemeinde begann gegen sie zu sagen: ‚Wären wir nur im Land Ägypten gestorben, oder wären wir nur in dieser Wildnis gestorben! Und warum bringt uns Jehova in dieses Land [Kanaan], dass wir durch das Schwert fallen? Unsere Frauen und unsere Kleinen werden Plündergut werden. Ist es nicht besser für uns, nach Ägypten zurückzukehren?‘ “ (4. Mose 14:1-3).
7 Was für ein Sinneswandel! Zuerst sangen die Israeliten aus Dankbarkeit für die Befreiung aus Ägypten und am Roten Meer Loblieder für Jehova (2. Mose 15:1-21). Und jetzt waren sie wegen der Beschwernisse in der Wildnis und aus Angst vor den Kanaanitern nur noch unzufrieden. Statt Gott für ihre Freiheit zu danken, machten sie ihm ihre angeblichen Entbehrungen zum Vorwurf. Durch ihre Klagen brachten sie zum Ausdruck, dass sie nicht damit zufrieden waren, wie Jehova für sie sorgte. Kein Wunder, dass er sagte: „Wie lange wird diese übel gesinnte Gemeinde weiterhin so gegen mich murren?“ (4. Mose 14:27; 21:5).
Murren im ersten Jahrhundert
8, 9. Nenne Beispiele für Murren aus den Christlichen Griechischen Schriften.
8 Bei den erwähnten Beispielen ging es um Personengruppen, die offenbar laut und deutlich ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck brachten. Als Jesus dagegen im Jahr 32 u. Z. beim Laubhüttenfest in Jerusalem war, gab es „unter den Volksmengen viel Gemurmel über ihn“ (Johannes 7:12, 13, 32). Die einen tuschelten, er sei ein guter Mensch, während die anderen das Gegenteil behaupteten.
9 Ein andermal waren Jesus und seine Jünger bei dem Steuereinnehmer Levi oder Matthäus zu Gast. Da begannen „die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten gegen seine Jünger zu murren und zu sagen: ‚Wie kommt es, dass ihr mit Steuereinnehmern und Sündern esst und trinkt?‘ “ (Lukas 5:27-30). Einige Zeit später in Galiläa „begannen die Juden über ihn zu murren, weil er sagte: ‚Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.‘ “ Selbst eine Anzahl Jünger nahm an Jesu Worten Anstoß und fing an zu murren (Johannes 6:41, 60, 61).
10, 11. Warum murrten die Griechisch sprechenden Juden, und was können Älteste daraus entnehmen, wie mit der Beschwerde umgegangen wurde?
10 Kurz nach Pfingsten 33 u. Z. gab es jedoch einen Fall von Murren, der einen positiven Ausgang nahm. Viele Neubekehrte von außerhalb Israels wurden von ihren Glaubensbrüdern in Judäa gastfreundlich versorgt. Beim Austeilen des Essens ergab sich allerdings ein Problem. Aus dem Bibelbericht erfahren wir: Es „entstand ein Murren der Griechisch sprechenden Juden gegen die Hebräisch sprechenden Juden, weil ihre Witwen bei der täglichen Austeilung übersehen wurden“ (Apostelgeschichte 6:1).
11 Hier lag der Fall anders als bei den Israeliten in der Wildnis. Die Griechisch sprechenden Juden hatten keine selbstsüchtigen Motive; sie beklagten sich nicht über ihre eigene Lage. Es ging ihnen darum, dass die Bedürfnisse einiger Witwen übersehen wurden. Außerdem traten sie weder als Unruhestifter auf, noch erhoben sie Vorwürfe gegen Jehova. Sie richteten ihre Beschwerde an die Apostel, die auch prompt etwas unternahmen. Es handelte sich nämlich um eine berechtigte Klage. Älteste von heute haben in den Aposteln ein hervorragendes Beispiel. Als geistige Hirten sind sie darauf bedacht, ihr Ohr „vor dem Klageschrei des Geringen“ nicht zu verstopfen (Sprüche 21:13; Apostelgeschichte 6:2-6).
Uns vor dem zersetzenden Einfluss in Acht nehmen
12, 13. (a) Veranschauliche die Wirkung des Murrens. (b) Was kann der Auslöser sein?
12 Die meisten biblischen Beispiele, die wir uns angesehen haben, machen deutlich, dass durch Murren großer Schaden unter Gottes Volk angerichtet wurde. Wir haben allen Grund, uns ernsthaft darüber Gedanken zu machen, denn dieser zersetzende Einfluss kann sich auch heute breit machen. Hierzu ein Vergleich: Viele Metalle sind korrosionsanfällig. Ignoriert man die ersten Anzeichen, kann das Material dermaßen durchrosten, dass es nicht mehr zu gebrauchen ist. Zahllose Autos werden nicht wegen mechanischer Defekte verschrottet, sondern weil sie vor lauter Rost nicht mehr verkehrssicher sind. Wie lässt sich dieser Vergleich auf das Murren übertragen?
13 Genauso wie bestimmte Metalle korrosionsanfällig sind, ist der unvollkommene Mensch anfällig für Unzufriedenheit. Anzeichen dafür sollten nicht ignoriert werden. Und ähnlich wie Feuchtigkeit oder salzhaltige Luft die Korrosion beschleunigen, begünstigen schwierige Umstände die Unzufriedenheit. Unter Stress kann sich leichte Verstimmung zu heftigem Ärger steigern. Außerdem muss man bei den immer kritischeren Zuständen in den letzten Tagen des heutigen Systems damit rechnen, dass auch die Ursachen für Unzufriedenheit zunehmen (2. Timotheus 3:1-5). Da kann es natürlich auch schnell passieren, dass Glaubensbrüder aneinander herumkritisieren. Oft steckt keine große Sache dahinter. Vielleicht sind einem die Schwächen, Fähigkeiten oder Dienstaufgaben anderer ein Dorn im Auge.
14, 15. Warum sollte man der Tendenz, sich zu beklagen, entgegenwirken?
14 Was auch immer der Grund ist: Wenn man der Tendenz, sich zu beklagen, nicht entgegenwirkt, kann sich daraus chronische Unzufriedenheit entwickeln und das Kritisieren wird zu einer Angewohnheit. Ständiges Kritteln kann so zersetzend wirken, dass man daran geistig zugrunde geht. Als sich die Israeliten über das Leben in der Wildnis beklagten, gingen sie so weit, Jehova anzuklagen (2. Mose 16:8). Lassen wir es nie dazu kommen!
15 Die Korrosionsanfälligkeit von Metall kann man durch einen Schutzanstrich vermindern und indem man Roststellen sofort bekämpft. Auch gegen die Tendenz, sich zu beklagen, kann man etwas tun, sobald man sie bei sich entdeckt. Dazu muss man das Problem unter Gebet angehen. Wie?
Die Dinge aus Jehovas Blickwinkel sehen
16. Wie kann man die Tendenz, sich zu beklagen, überwinden?
16 Ständiges Klagen führt dazu, dass man nur noch auf sich selbst und seine Probleme fixiert ist. All das Schöne, worüber man sich als Zeuge Jehovas freuen könnte, tritt in den Hintergrund. Wer die Tendenz, sich zu beklagen, überwinden will, müsste diese Segnungen also in den Vordergrund rücken: Was es allein schon für ein Vorrecht ist, den Namen Jehovas zu tragen! (Jesaja 43:10). Wir können ein inniges Verhältnis zum „Hörer des Gebets“ aufbauen und jederzeit mit ihm reden (Psalm 65:2; Jakobus 4:8). Unser Leben hat einen Sinn, weil wir die Streitfrage der universellen Souveränität verstehen und wissen, wie entscheidend es ist, Gott die Treue zu halten (Sprüche 27:11). Wir können uns regelmäßig daran beteiligen, die gute Botschaft vom Königreich zu predigen (Matthäus 24:14). Der Glaube an das Loskaufsopfer Jesu Christi schenkt uns ein reines Gewissen (Johannes 3:16). Diese Segnungen kann uns niemand wegnehmen, egal was wir durchmachen.
17. Warum sollten wir auch bei berechtigten Klagen versuchen, die Dinge aus dem Blickwinkel Jehovas zu sehen?
17 Versuchen wir doch, die Dinge aus dem Blickwinkel Jehovas zu sehen. „Deine eigenen Wege, o Jehova, lass mich erkennen; deine eigenen Pfade lehre mich“, sang David in einem Psalm (Psalm 25:4). Falls wir berechtigten Grund zur Klage haben, können wir sicher sein, dass Jehova darüber nicht in Unkenntnis ist. Er könnte sofort etwas unternehmen. Warum lässt er bedrückende Umstände aber manchmal fortbestehen? Vielleicht will er uns dadurch helfen, gute Eigenschaften wie Geduld, Ausharren, Glauben und Langmut zu entwickeln (Jakobus 1:2-4).
18, 19. Erkläre, wie es sich auswirken kann, wenn man Unannehmlichkeiten hinnimmt, ohne sich zu beklagen.
18 Unannehmlichkeiten hinzunehmen, ohne sich zu beklagen, kommt nicht nur der eigenen Persönlichkeit zugute, sondern beeindruckt auch Beobachter. 2003 reiste eine Gruppe von Zeugen Jehovas aus Deutschland mit dem Bus zu einem Kongress in Ungarn. Der Busfahrer hatte ziemliche Vorbehalte dagegen, zehn Tage mit Zeugen Jehovas zusammen zu sein. Doch am Ende der Reise war er wie ausgewechselt. Woran lag das?
19 Obwohl auf der Fahrt einiges schief ging, beschwerte sich keiner. Der Busfahrer sagte, das sei die beste Reisegruppe gewesen, die er jemals gefahren habe. Er versprach, die nächsten Zeugen Jehovas, die bei ihm klingeln würden, hereinzubitten und anzuhören. Was für ein guter Eindruck doch zurückbleiben kann, wenn man „alles ohne Murren“ tut!
Verzeihen fördert die Einheit
20. Warum sollten wir uns gegenseitig verzeihen?
20 Was aber, wenn uns ein Glaubensbruder Grund zur Klage gibt? Handelt es sich um eine schwerwiegende Sache, sollten wir uns nach den Grundsätzen richten, die Jesus in Matthäus 18:15-17 äußerte. Doch in der Regel wird das nicht nötig sein, denn die meisten Unstimmigkeiten sind nicht wirklich tragisch. Warum die Situation nicht als Chance sehen, sich im Vergeben zu üben? Paulus schrieb: „Fahrt fort, einander zu ertragen und einander bereitwillig zu vergeben, wenn jemand Ursache zu einer Klage gegen einen anderen hat. So, wie Jehova euch bereitwillig vergeben hat, so tut auch ihr. Außer allen diesen Dingen aber kleidet euch mit Liebe, denn sie ist ein vollkommenes Band der Einheit“ (Kolosser 3:13, 14). Können wir unserem Herzen einen Stoß geben und verzeihen? Geben wir Jehova nicht auch oft genug Grund zur Klage? Dennoch ist er immer wieder mitfühlend und vergibt.
21. Wie könnte es jemandem gehen, der sich ständiges Kritteln anhören muss?
21 Was es auch ist, das uns zu schaffen macht, Herumkritteln ist nicht die Lösung. Das hebräische Wort für „murren“ bedeutet auch „knurren“. Bei jemandem, der an allem etwas auszusetzen hat, fühlt man sich meistens unwohl und geht lieber auf Distanz. Genauso könnte es anderen mit uns gehen, wenn wir uns ständig beschweren oder sie „anknurren“ würden. Es könnte so weit kommen, dass sie das Weite suchen. Durch Murren und Knurren gewinnt man vielleicht Aufmerksamkeit, aber bestimmt keine Herzen.
22. Was schrieb eine 17-Jährige über Jehovas Zeugen?
22 Verzeihen fördert die Einheit — und die bedeutet dem Volk Jehovas sehr viel (Psalm 133:1-3). In einem europäischen Land schrieb eine 17-jährige Katholikin bewundernd ans Zweigbüro der Zeugen Jehovas: „Sie bilden die einzige Organisation, die mir bekannt ist, unter deren Anhängern es keine zersetzenden Dinge wie Hass, Habgier, Intoleranz, Selbstsucht oder Uneinigkeit gibt.“
23. Worauf geht der nächste Artikel ein?
23 Wenn wir uns der vielen geistigen Segnungen bewusst sind, die wir als Anbeter des wahren Gottes Jehova haben, werden wir immer auf Einheit hinarbeiten und nicht aus persönlichen Gründen an anderen herumkritisieren. Der nächste Artikel geht darauf ein, wie uns gottgefällige Eigenschaften vor einer noch größeren Gefahr schützen — der Tendenz, den irdischen Teil der Organisation Jehovas anzugreifen.
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Das Gute der Organisation Jehovas wahrnehmenDer Wachtturm 2006 | 15. Juli
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Das Gute der Organisation Jehovas wahrnehmen
„Wir werden bestimmt gesättigt werden mit dem Guten deines Hauses“ (PSALM 65:4).
1, 2. (a) Wie würde sich der Tempel und alles, was damit zusammenhing, auf Gottes Volk auswirken? (b) Wie unterstützte David den Tempelbau?
DAVID ist eine der herausragendsten Persönlichkeiten in den Hebräischen Schriften. Dieser israelitische Hirte, Musiker, Prophet und König setzte unbedingtes Vertrauen in Jehova Gott. Durch seine tiefe Bindung zu Jehova regte sich in David der Wunsch, ihm einen Tempel zu bauen. Dieses Haus Gottes sollte das Zentrum der wahren Anbetung in Israel werden. David wusste, dass alles, was mit dem Tempel zusammenhing, für Gottes Volk Freude und Segen bedeuten würde. Daher sang er in einem Psalm: „Glücklich ist der, den du [Jehova] erwählst und herzunahen lässt, damit er in deinen Vorhöfen weilt. Wir werden bestimmt gesättigt werden mit dem Guten deines Hauses, der heiligen Stätte deines Tempels“ (Psalm 65:4).
2 David durfte sich nicht selbst um den Bau des Hauses Jehovas kümmern. Dieses Vorrecht, das sich David sehnlichst wünschte, kam seinem Sohn Salomo zu. Doch David beschwerte sich nicht. Das Wichtigste war für ihn, dass der Tempel überhaupt gebaut wurde. Er unterstützte das Projekt von ganzem Herzen und gab die Baupläne, die er von Jehova erhalten hatte, an Salomo weiter. Außerdem teilte er Tausende von Leviten für ihren Dienst in Abteilungen ein und spendete große Mengen Gold und Silber für den Tempelbau (1. Chronika 17:1, 4, 11, 12; 23:3-6; 28:11, 12; 29:1-5).
3. Wie sind wir zur wahren Anbetung eingestellt?
3 Treue Israeliten unterstützten die wahre Anbetung im Haus Gottes. Auch wir als Diener Jehovas unterstützen alles, was innerhalb des irdischen Teils der Organisation Jehovas für die Anbetung getan wird. Dadurch beweisen wir, dass wir genauso eingestellt sind wie David. Wir konzentrieren uns auf das Gute der Organisation Jehovas und hüten uns vor einer unzufriedenen Grundhaltung. Gibt es nicht viele positive Punkte, für die wir von Herzen dankbar sein können? Einige davon wollen wir uns nun ansehen.
Dankbar für eine gute Führung
4, 5. (a) Wie erfüllt der „treue und verständige Sklave“ seinen Auftrag? (b) Wie haben sich einige über die geistige Speise geäußert?
4 Wir haben allen Grund, für den „treuen und verständigen Sklaven“ dankbar zu sein, dem Jesus Christus seine irdische Habe anvertraut hat. Die Sklavenklasse setzt sich aus geistgesalbten Christen zusammen, die beim Predigen der guten Botschaft führend vorangehen, Zusammenkünfte für die Anbetung Gottes organisieren und biblische Veröffentlichungen in über 400 Sprachen herausgeben. Weltweit nehmen Millionen von Menschen diese geistige „Speise zur rechten Zeit“ dankbar entgegen (Matthäus 24:45-47). Wir können uns wirklich nicht beschweren.
5 Eine ältere Zeugin Jehovas mit Namen Elfi nimmt sich die biblischen Hinweise in den Veröffentlichungen der Sklavenklasse schon seit vielen Jahren zu Herzen und findet dadurch Trost und Beistand. Zutiefst dankbar schrieb sie: „Was wollte ich machen, wenn ich die Organisation Jehovas nicht hätte?“ Auch Peter und Irmgard dienen Gott schon seit Jahrzehnten. Irmgard äußerte sich dankbar darüber, dass Jehova „so liebevoll durch seine Organisation für uns sorgt“. Dabei dachte sie auch daran, wie auf die speziellen Bedürfnisse der Seh- und Hörbehinderten eingegangen wird.
6, 7. (a) Wie wird die Tätigkeit der Versammlungen auf der ganzen Erde koordiniert? (b) Wie haben sich einige über den irdischen Teil der Organisation Jehovas geäußert?
6 Der „treue Sklave“ wird von der leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas vertreten. Dabei handelt es sich um eine kleine Gruppe geistgesalbter Männer, die im Hauptsitz der Zeugen Jehovas in Brooklyn (New York) tätig sind. Die leitende Körperschaft setzt erfahrene Diener Jehovas in Zweigbüros ein, von wo aus die Tätigkeit der weltweit über 98 000 Versammlungen koordiniert wird. In diesen Versammlungen werden Männer, die den biblischen Erfordernissen entsprechen, zu Ältesten und Dienstamtgehilfen ernannt (1. Timotheus 3:1-9, 12, 13). Die Ältesten übernehmen die Führung und kümmern sich liebevoll um die ihnen anvertraute Herde Gottes. Wie gut wir doch in dieser Herde aufgehoben sind, wo wir die Liebe und Einheit spüren, die in der „ganzen Bruderschaft“ herrscht! (1. Petrus 2:17; 5:2, 3).
7 Statt Beschwerden hört man oft Dank für den liebevollen geistigen Beistand der Ältesten. Da wäre zum Beispiel Birgit, eine verheiratete Frau in den Dreißigern. Als Jugendliche geriet sie an die falschen Freunde und wäre fast abgerutscht. Doch durch die klaren biblischen Hinweise der Ältesten und die Hilfe der Versammlung kam sie aus der gefährlichen Situation wieder heraus. Wie empfindet Birgit heute? Sie sagt: „Ich bin sehr, sehr froh, dass ich immer noch zu Jehovas wunderbarer Organisation gehören darf.“ Andreas (17 Jahre) fühlt sich „in der Überzeugung bestärkt, dass dies die beste Organisation auf der Erde, ja wirklich die Organisation Jehovas ist“. Können wir für all das Gute, das den irdischen Teil der Organisation Jehovas auszeichnet, nicht dankbar sein?
Verantwortung trotz Unvollkommenheit
8, 9. Wie verhielten sich einige Zeitgenossen Davids, und wie reagierte er darauf?
8 Natürlich sind die ernannten Männer, die in der wahren Anbetung die Führung übernehmen, wie alle Menschen unvollkommen. Sie machen Fehler und manche von ihnen haben hartnäckige Schwächen, gegen die sie konsequent ankämpfen müssen. Ist das aber ein Grund, sich aufzuregen? Nein. Im alten Israel begingen sogar Männer, die große Verantwortung trugen, schwere Fehler. Da war zum Beispiel der reizbare König Saul. Um ihn zu beruhigen, holte man den jungen David als Musiker an den Hof. Doch dann versuchte Saul ihn umzubringen und David musste fliehen (1. Samuel 16:14-23; 18:10-12; 19:18; 20:32, 33; 22:1-5).
9 Mehrere Israeliten in Davids Umfeld handelten treulos. Sein Befehlshaber Joab ermordete zum Beispiel Abner, einen Verwandten Sauls. Davids eigener Sohn Absalom verschwor sich gegen ihn, um ihm das Königtum zu entreißen. Und von seinem geachteten Berater Ahithophel wurde David ebenfalls verraten (2. Samuel 3:22-30; 15:1-17, 31; 16:15, 21). Trotzdem wurde aus ihm kein verbitterter Mann, der sich ständig beklagte. Auch sagte er sich nicht von der wahren Anbetung los. Ganz im Gegenteil: Die bitteren Erlebnisse bewirkten, dass er sich fest an Jehova klammerte. Er bewahrte sich die gute Einstellung, die er auf der Flucht vor Saul in einem Lied zum Ausdruck brachte: „Erweise mir Gunst, o Gott, erweise mir Gunst, denn zu dir hat meine Seele Zuflucht genommen; und im Schatten deiner Flügel nehme ich Zuflucht, bis die Widerwärtigkeiten vorüber sind“ (Psalm 57:1).
10, 11. Wie erging es einer Zeugin Jehovas als junger Frau, und was sagte sie über die Fehler ihrer Glaubensbrüder?
10 Über Verrat innerhalb der Organisation Gottes haben wir uns heutzutage nicht zu beklagen. Weder Jehova noch seine Engel noch die geistigen Hirten dulden in der Christenversammlung verräterische, boshafte Personen. Doch Unvollkommenheit — unsere eigene und die anderer Diener Gottes — begegnet uns überall.
11 Gertrud, einer langjährigen Zeugin Jehovas, wurde als junger Frau einmal unterstellt, sie täusche nur vor, eine Vollzeitverkündigerin des Königreichs zu sein. Wie reagierte sie darauf? Beklagte sie sich darüber, wie man sie behandelte? Nein. Bevor sie 2003 im Alter von 91 Jahren starb, hielt sie Rückschau auf ihr Leben und erklärte: „Aus all diesen und noch späteren Erfahrungen lernte ich, dass Jehova trotz der Fehler einzelner Menschen sein großes Werk voranbringt und uns unvollkommene Menschen dafür gebraucht.“ Wenn Gertrud unter den Fehlern und Schwächen anderer Diener Gottes zu leiden hatte, betete sie inbrünstig zu Jehova.
12. (a) Was für ein Beispiel gaben einige Christen im ersten Jahrhundert? (b) Was sollten wir uns bewusst machen?
12 Jeder Christ ist unvollkommen und wenn er noch so treu ist. Macht ein ernannter Diener also einen Fehler, sollten wir trotzdem „weiterhin alles ohne Murren“ tun (Philipper 2:14). Wie schade wäre es, wenn wir dem schlechten Beispiel einiger falscher Lehrer aus der Christenversammlung des ersten Jahrhunderts folgen würden! Der Jünger Judas sagte von ihnen: Sie „missachten die Herrschaft und reden lästerlich über Herrliche“. Er beschrieb sie als „Murrende, . . . die ihr Los im Leben beklagen“ (Judas 8, 16). Verfallen wir niemals in Murren und Klagen, sondern halten wir uns vor Augen, wie gut der „treue Sklave“ für uns sorgt. Wenn wir das Gute der Organisation Jehovas sehen, werden wir auch „weiterhin alles ohne Murren“ tun.
„Diese Rede ist anstößig“
13. Wie reagierten etliche Jünger auf bestimmte Lehren Jesu Christi?
13 Im ersten Jahrhundert kritisierten also einige an ernannten Dienern herum. Andere störten sich sogar an Jesu Lehren. In Johannes 6:48-69 finden wir Jesu Aussage: „Wer sich von meinem Fleisch nährt und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben.“ Darauf sagten viele von seinen Jüngern: „Diese Rede ist anstößig; wer kann sie anhören?“ Jesus merkte, „dass seine Jünger darüber murrten“. Nicht nur das: Es „wandten sich viele seiner Jünger ab, den hinter ihnen liegenden Dingen zu“. Aber nicht alle Jünger reagierten so. Achten wir einmal auf die Reaktion, als Jesus die zwölf Apostel fragte: „Ihr wollt doch nicht etwa auch weggehen?“ Der Apostel Petrus antwortete: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Heilige Gottes bist.“
14, 15. (a) Warum nehmen einige an bestimmten Punkten der christlichen Lehre Anstoß? (b) Was wird am Beispiel Emanuels deutlich?
14 In unserer Zeit haben einige wenige unter Gottes Volk an bestimmten Punkten der christlichen Lehre Anstoß genommen und den irdischen Teil der Organisation Jehovas kritisiert. Weshalb? Oft liegt es daran, dass sie Gottes Vorgehensweise nicht richtig verstehen. Der Schöpfer offenbart seinem Volk die Wahrheit schrittweise. Deshalb kann man davon ausgehen, dass sich das biblische Verständnis nach und nach vervollständigt. Die große Mehrheit unter Jehovas Volk freut sich über solche Verbesserungen. Doch eine kleine Anzahl reagiert „allzu gerecht“ und ärgert sich über Veränderungen (Prediger 7:16). Dabei kann Stolz eine Rolle spielen oder dass man in die Falle unabhängigen Denkens getappt ist. Wo auch immer die Ursache liegt, solches Herumkritisieren ist gefährlich, weil man dadurch in weltliches Denken und Handeln zurückfallen kann.
15 Emanuel stieß sich an verschiedenen Gedanken in den Veröffentlichungen des „treuen und verständigen Sklaven“ (Matthäus 24:45). Er hörte auf, diese Literatur zu lesen, und eines Tages teilte er den Ältesten seiner Versammlung mit, dass er kein Zeuge Jehovas mehr sein wollte. Es dauerte allerdings nicht lange und ihm wurde klar, dass die Lehren der Organisation Jehovas doch korrekt sind. Er nahm Kontakt zu Jehovas Zeugen auf, gab zu, einen Fehler gemacht zu haben, wurde wieder in die Gemeinschaft aufgenommen und gewann seine Lebensfreude zurück.
16. Wie können wir Zweifel an bestimmten christlichen Lehren leichter überwinden?
16 Was ist zu tun, wenn uns Zweifel an bestimmten Lehren kommen, die Jehovas Volk vertritt, und wir versucht sind, uns darüber zu beklagen? Seien wir nicht ungeduldig. Vielleicht veröffentlicht der „treue Sklave“ irgendwann Erklärungen, die unsere Fragen beantworten und unsere Zweifel zerstreuen. Es wäre auch gut, die Ältesten um Hilfe zu bitten (Judas 22, 23). Gebet, persönliches Bibelstudium und Umgang mit reifen Christen kann uns ebenfalls die Zweifel nehmen. Auch vertieft sich dadurch unsere Dankbarkeit für die glaubensstärkenden biblischen Wahrheiten, die wir über den von Jehova geschaffenen Verbindungsweg kennen gelernt haben.
Eine positive Grundhaltung bewahren
17, 18. Was für eine Grundhaltung sollten wir haben, und warum?
17 Unsere Sündhaftigkeit als unvollkommene Menschen bewirkt, dass manche von uns stark dazu tendieren, sich ohne triftige Gründe zu beschweren (1. Mose 8:21; Römer 5:12). Wenn das allerdings zur Gewohnheit wird, setzt man sein Verhältnis zu Jehova Gott aufs Spiel. Umso wichtiger ist es, schon die ersten Ansätze zu bekämpfen.
18 Bewahren wir uns eine positive Grundhaltung, statt über Vorkommnisse in der Versammlung zu klagen, und pflegen wir Gewohnheiten, durch die wir beschäftigt, freudig, ehrerbietig, ausgeglichen und im Glauben gesund bleiben (1. Korinther 15:58; Titus 2:1-5). Jehova hat in seiner Organisation alles im Griff, und Jesus beobachtet, was in jeder Versammlung vor sich geht — wie er es schon im ersten Jahrhundert tat (Offenbarung 1:10, 11). Warten wir also geduldig auf Gott und auf Christus, das Haupt der Versammlung. Sie können dafür sorgen, dass eventuelle Missstände durch verantwortliche Hirten behoben werden (Psalm 43:5; Kolosser 1:18; Titus 1:5).
19. Worauf sollten wir uns konzentrieren, bis das Königreich die Dinge in die Hand nimmt?
19 Bald geht das heutige böse System zu Ende und das messianische Königreich wird die Dinge in die Hand nehmen. Bewahren wir uns bis dahin unbedingt eine positive Grundhaltung. Das wird uns helfen, bei unseren Glaubensbrüdern die Stärken zu sehen — und nicht ihre Fehler. Uns auf ihre guten Seiten zu konzentrieren macht uns glücklich, gibt uns Auftrieb und stärkt uns geistig. Ständiges Klagen dagegen würde uns nur emotionell auslaugen.
20. Welche Segnungen bleiben uns durch eine positive Grundhaltung im Bewusstsein?
20 Durch eine positive Grundhaltung bleiben uns auch die vielen Segnungen im Bewusstsein, die wir erfahren, weil wir mit dem irdischen Teil der Organisation Jehovas verbunden sind. Es ist die einzige Organisation auf der Welt, die loyal zum Souverän des Universums hält. Wie berührt uns diese Tatsache und dass wir dem allein wahren Gott Jehova dienen dürfen? Empfinden wir so wie David? Er sang: „O Hörer des Gebets, ja zu dir werden Menschen von allem Fleisch kommen. Glücklich ist der, den du erwählst und herzunahen lässt, damit er in deinen Vorhöfen weilt. Wir werden bestimmt gesättigt werden mit dem Guten deines Hauses“ (Psalm 65:2, 4).
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