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Kann Musik uns wirklich schaden?Erwachet! 1993 | 8. Juni
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Kann Musik uns wirklich schaden?
STELLEN wir uns folgendes vor: Ein Arbeitskollege lädt uns zum Abendessen zu sich nach Hause ein, und wir nehmen die Einladung an. Im Laufe des Abends lernen wir einige schockierende Seiten unseres Gastgebers kennen. Er ist sadistisch, befürwortet Selbstmord, führt eine obszöne Sprache und wirbt für die Teufelsanbetung. Hätten wir danach noch Lust auf einen weiteren Abend mit ihm? „Bloß das nicht!“
Was nun, wenn er an jenem Abend seine verdrehten Ansichten aufgenommen und uns das Band gegeben hätte? Würden wir uns seinen Ansichten aussetzen und uns das Band wieder und wieder anhören? Wohl kaum.
Doch Tatsache ist, daß sich heutzutage Millionen Menschen etwas Ähnlichem aussetzen. Und viele, die sich Musik anhören, die in diese Richtung geht, übernehmen das darin propagierte Denken und Verhalten.
Von welcher Art Musik ist hier die Rede? Entwürdigende Einflüsse sind praktisch in jeder Musikrichtung zu finden. Ob man nun Klassik, Jazz oder sonst eine Musikrichtung vorzieht, man muß immer vorsichtig und wählerisch sein.
Es gibt jedoch gewisse Formen der Musik, in der die schlimmsten Themen, die man sich vorstellen kann, im Detail aufgegriffen werden. Das stellt eine besondere Herausforderung dar. Das Nachrichtenmagazin U.S.News & World Report beschreibt die hauptsächliche Thematik der Heavy-metal-Musik als „Teenager-Nihilismus, gemischt mit freizügigen Dosen an Gewalt-Sex und gelegentlichen Selbstmordgedanken“. Dr. David Elkind spricht über einige Rockgruppen, die „in ihrer obszönen Sprache und ihrem Verhalten so jenseits aller Grenzen liegen, daß sie die ganze Rockmusik in Verruf bringen“. In einigen Gegenden werden gewisse Alben sogar mit einer Warnung vor dem freizügigen Inhalt versehen.
Ist das nur die Überreaktion einiger Leute, denen die Musik nicht gefällt, oder besteht wirklich Anlaß zur Sorge? Wir wollen einmal die Rockmusik, die durch Alben, Videoclips und Live-Konzerte große Teile der Öffentlichkeit erreicht, etwas genauer in Augenschein nehmen. Wie werden die Zuhörer beeinflußt? Urteilen wir selbst, ob diese Form der Unterhaltung nur ein harmloses Vergnügen ist oder geistiges Gift. Ist sie etwas, wozu wir oder unsere Angehörigen engen Kontakt haben sollten oder was wir uns zumindest anhören könnten?
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Harmlose Unterhaltung oder geistiges Gift?Erwachet! 1993 | 8. Juni
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Harmlose Unterhaltung oder geistiges Gift?
Bei einem Rockkonzert ließ eines der Bandmitglieder eine Frau in einen Kasten steigen und hieb dann immer wieder mit einer Axt auf den Kasten ein. In seinen Mund spritzte eine wie Blut aussehende Flüssigkeit, die er dann in die Zuhörerschaft spuckte.
Im Jahr 1984 erschoß sich ein 19jähriger. Seine Eltern gaben dem Text eines Rocksongs die Schuld, dessen Titel im Deutschen soviel wie „Selbstmordlösung“ heißt.
Eine Jugendzeitschrift berichtete über den perversen Sex, den eine Band in ihrem Umkleideraum und im Studio während der Aufnahmen praktizierte. Ein Rockalbum enthielt ein obszönes Poster, auf dem männliche und weibliche Geschlechtsteile abgebildet waren.
GEWALT, Selbstmord und sadistischer Sex — das sind nur einige der zersetzenden Themen von Rockalben, Videos und Live-Konzerten. Wenn eine Kontroverse um solch erniedrigende Darbietungen aufkommt oder sogar die Gerichte eingeschaltet werden, versuchen die Künstler und Plattenfirmen oft, die anstößigen Inhalte wegzudiskutieren. Zum Beispiel wird ein obszönes Bild so dargestellt, als unterstütze es die Aussage über den „geistigen Verfall der amerikanischen Gesellschaft und wie dieser uns schließlich zerstört“. In ähnlicher Weise wird von Wörtern, die eindeutig Metaphern für das männliche Geschlechtsorgan sind (wie Gewehr und Messer), behauptet, sie seien buchstäblich zu verstehen.
Künstler und Plattenfirmen entgehen so vielleicht einer gerichtlich angeordneten Strafe, aber können sie die Menschen wirklich hinters Licht führen? Können sie uns täuschen? Können wir abstreiten, daß Gewalt, Sex und das Okkulte wichtige Bestandteile des heutzutage verkauften Hard Rock sind?
Heavy metal und Rap
Über die Jahre hinweg haben sich beim Rock viele Stilrichtungen ausgebildet. Zwei Arten davon, Heavy metal und Rap, sind seit einiger Zeit wegen ihrer schockierenden Anstößigkeit massiver Kritik ausgesetzt.
Heavy metal ist im allgemeinen energiegeladene, extrem verstärkte elektronische Musik mit einem hämmernden Beat. Gemäß der Zeitschrift Time spielen die „Metal-Musiker zu den entarteten Phantasien ihres überwiegend weißen, jungen und männlichen Publikums, wobei sie sich als desillusionierte Außenstehende geben, die der korrupten Zivilisation den Rücken gekehrt haben“. Sehr oft ist es die Absicht von Heavy metal zu schockieren. Einige der Texte sind zu anstößig, um sie auch nur zu zitieren. Laut einer Ärztezeitschrift in Texas würden viele Aussagen des Heavy metal „eine unkonventionelle Einstellung zum Sex, zur Gewalt, zum Haß und zum Okkulten“ glorifizieren.
Ein weiterer besorgniserregender Faktor in Verbindung mit Heavy metal ist die Gewalt. Als zum Beispiel einmal ein Auftritt abgebrochen werden mußte, weil der Sänger erkrankte, randalierte das Publikum und setzte sogar die Konzertstätte in Brand. Bei einem anderen Konzert wurden drei Jugendliche zu Tode gequetscht, als Tausende von Fans zur Bühne drängten, dabei die vorderen Konzertbesucher niederrempelten und über sie hinwegtrampelten.
Bei der Rapmusik, auch als Hip-Hop bekannt, rezitiert ein Sänger (oder mehrere Sänger) den Text vor einem Rhythmushintergrund, der oftmals mittels einer als „Sampling“ bekannten Computertechnik erzeugt wird. Ein Großteil der Rapmusik stammt von schwarzen Musikern, richtet sich aber sowohl an Schwarze wie auch an Weiße. Einige Botschaften des Rap sind positiv, sie wenden sich zum Beispiel gegen Kindesmißhandlung und Drogenmißbrauch. Der größte Teil des Rap dreht sich allerdings um die Rebellion gegen Autorität, um Gewalt, Frauenhaß und Rassismus. Viele Stücke enthalten Flüche und unanständige Beschreibungen sexueller Praktiken.
Gewalttätigkeiten sind bei einigen Rapkonzerten zum Problem geworden. Bei einem Konzert griffen 300 Bandenmitglieder das Publikum an, das sich mit Metallstühlen zur Wehr setzte, bis die Polizei kam und das Konzert abbrach. 45 Personen wurden verletzt.
Vergangenes Jahr rief die Sheriff-Vereinigung des Staates New York zum Boykott aller Firmen auf, die zu Time Warner, Inc. gehören, bis das Unternehmen den Rapsong „Cop Killer“ (Polizistenmörder) aus den Regalen nehmen würde. Der Vorsitzende der Sheriff-Vereinigung, Peter Kehoe, erklärte: „Die Aufnahme speit Haß und ermuntert glorifizierend zum Töten von Polizeibeamten. Als direkte Folge dieses Songs werden Polizisten ihr Leben verlieren.“ Schließlich wurde das Stück aus dem Markt genommen.
Gibt es Auswirkungen?
Welche Auswirkungen hat es auf die Zuhörer und Zuschauer, wenn Musiker das Böse besingen oder es auf der Bühne vorführen? Betrachten wir einmal die folgenden Beobachtungen und Ereignisse.
Dr. Carl Taylor, Lehrbeauftragter für Strafrecht an der Universität des Staates Michigan, erklärte, daß die Rockstars „einen Lebensstil fördern. ... Die Bandmitglieder beeinflussen wirklich die Kinder, und zwar sehr stark.“
Ein Junge, der einen Selbstmordversuch überlebte, sagte, die Musik habe ihn und seinen Freund (dessen Selbstmordversuch „erfolgreich“ war) zu dem Glauben verführt, daß „die Antwort auf das Leben der Tod“ sei.
Drei Jugendliche brachten 1988 einen Freund nur so aus Spaß um. Einer von ihnen berichtete, die Todesfaszination habe mit Heavy-metal-Musik begonnen.
Im Anschluß an ein Rapkonzert zogen Jugendliche los, um Schaufenster zu zertrümmern. Der Kommissar für öffentliche Sicherheit in Pittsburgh (Pennsylvanien) erklärte: „Es besteht für mich nicht die geringste Spur eines Zweifels, daß Rapmusik zur Gewalt anstachelt.“
Wie eine Studie über Jugend und Satanskult ergab, sind viele, die in die Teufelsanbetung verstrickt sind, starke Drogenkonsumenten und hören Heavy metal, in dem Drogen verherrlicht werden und zur Unsittlichkeit aufgerufen wird. Als Folge davon werden anfällige junge Menschen zu satanischen Kulten verleitet.
Wenn es Jugendliche zu Drogenmißbrauch, Kriminalität oder Selbstmord zieht, steckt natürlich meistens mehr dahinter als nur die Musik. Zweifellos spielt dabei der Zerfall der Familie und der menschlichen Gesellschaft im ganzen eine wichtige Rolle. Doch die Musik kann ein Katalysator sein, etwas, wodurch anfällige junge Menschen zu Handlungen verleitet werden, an die sie sonst nicht einmal denken würden. Brauchen Menschen, die ohnehin schon wegen der Sorgen des Lebens verzweifeln, noch Musik, die sie dazu anstachelt, sich destruktiven Neigungen hinzugeben?
Der Punkt ist, daß schlechte Musik auf die Zuhörer wie geistiges Gift wirken kann. Vergessen wir auch nicht: Solche Musik ist schon deshalb so machtvoll, weil sie von Stars gespielt wird — von Helden, die von ihren Fans praktisch angebetet werden.
Wie steht es mit uns?
Was für Musik hören wir uns an? Viele sind bei der Wahl ihrer Musik bereits vorsichtig, und das ist sehr zu loben. Andererseits gilt allen, die sich fragwürdige oder sogar eindeutig verdorbene Musik anhören, die Frage, ob sie davon schon negativ beeinflußt worden sind. Selbst wenn sich ihr Verhalten nicht verändert hat, bleibt doch die Frage, ob sie ehrlich sagen können, daß sich ihre Einstellung nicht zum Schlechten verändert hat. Schließlich kann einen der wiederholte Kontakt mit verdorbenen Themen desensibilisieren, so daß man mit der Zeit der Ansicht ist, die Inhalte seien gar nicht so schlecht.
So versuchte zum Beispiel ein junger Mann, sein Leben als Christ mit dem ständigen Konsum von Heavy metal und Rap in Einklang zu bringen. Er wurde zwar nicht zu Handlungen wie Mord, Selbstmord oder Teufelsanbetung getrieben, doch beachten wir, wie seine Einstellung beeinflußt wurde. Er erklärte: „Diese Musik ist unheimlich animalisch. Sie gab mir die Möglichkeit, ruhig und gefaßt zu handeln, während ich den abartigsten und gewalttätigsten Neigungen nachhing. ... Ich lebte in einer Traumwelt des Hasses. Kein Tag, an dem ich nicht ernsthaft über Selbstmord nachgedacht hätte!“ Er entschloß sich, seine Hörgewohnheiten radikal umzustellen. Als Folge davon besserte sich seine Einstellung drastisch.
Verteidiger erniedrigender Musik werden versuchen, die dunkle Seite der Rockmusik zu rechtfertigen. Doch wie werden wir uns entscheiden? Können wir unsere Augen und Ohren vor der Abartigkeit der Themen verschließen? Könnten wir zu Konzerten wie den zuvor erwähnten gehen, ohne um unsere Sicherheit fürchten zu müssen? Und wie steht es mit der Verbindung zwischen dieser Musik und der schamlosen Handlungsweise der Interpreten und der Zuhörer?
Wer um seine Gesundheit besorgt ist, wird wahrscheinlich Nahrungsmittel meiden, die ihm schaden, selbst wenn sie ihm schmecken würden. Verderbliche Musik, ob nun Rock oder eine andere Stilrichtung, ist eine Bedrohung für unsere geistige Gesundheit. Wollen wir uns einer Unterhaltung aussetzen, die unseren Sinn vergiftet? Bestimmt nicht. Wie können wir also zu einer ausgeglichenen Ansicht auf diesem Gebiet gelangen? Wir laden alle ein, die Punkte im nächsten Artikel zu untersuchen.
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Was ist Teufelsanbetung?
Die Teufelsanbetung, zu der in den Texten mancher Heavy-metal-Stücke aufgerufen wird, ist kein harmloser Spaß. Gemäß der Zeitschrift Texas Medicine/The Journal reichen die Praktiken bei dieser Anbetung von „harmlosen Ritualen bis zum Trinken von Blut in Verbindung mit Selbstverstümmelungen und Tieropfern“. Satanische Kultgemeinschaften proklamieren „ihre Ergebenheit gegenüber dem Teufel. Spezielle Rituale dienen dazu, die Macht Satans auf seine Nachfolger zu übertragen. ... Das Dogma der Entscheidungsfreiheit und des freien Willens bedeutet für sie, zu tun, was immer sie wollen, ohne Gott, ohne Schuld und ohne Gewissen.“ Als Folge davon begehen einige ohne Bedenken Straftaten.
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Man würde seinen Magen nicht mit Abfall füllen. Warum dann den Sinn?
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Fühlst du dich bei einer solchen Veranstaltung wohl?
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Moderne Musik — Die Fallen meidenErwachet! 1993 | 8. Juni
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Moderne Musik — Die Fallen meiden
EINIGE diskutieren das Pro und Kontra einer Zensur der Rockmusik. Andere debattieren deren verderblichen Einfluß auf die Jugend. Doch für Christen sind diese Erwägungen zweitrangig im Vergleich zu der zentralen Frage: Wie kann Musik mein Verhältnis zu Gott beeinflussen?
Der Christ läßt sich in seinem Leben von Gottes Wort, der Bibel, leiten. Sie enthält Richtlinien für jeden Bereich des Lebens, einschließlich der Unterhaltung. Die Anweisungen der Bibel schützen diejenigen, die ihr gehorchen, vor verderbten und schädlichen Dingen. Außerdem hängt Gottes Gunst vom Gehorsam gegenüber seinem Wort ab. Daher läßt sich ein Christ bei der Auswahl der Musik von den Grundsätzen in Gottes Wort leiten (Psalm 43:3; 119:105; 2. Timotheus 3:16, 17). Welche biblischen Richtlinien helfen uns bei der Auswahl unserer Musik?
Ausgeglichenheit notwendig
In Prediger 7:16 werden wir ermahnt: „Werde nicht allzu gerecht, noch zeige dich übermäßig weise. Warum solltest du Verwüstung über dich bringen?“ Bevor man Musikstücke als schlecht abstempelt, sollte man sich fragen, ob es vielleicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks ist. Wir sollten im Sinn behalten, daß ein Musikstück, das wir nicht mögen, deshalb noch nicht notwendigerweise schlechte Musik ist.
Die andere Seite finden wir in Prediger 7:17, 18 erwähnt: „Sei nicht allzu böse, noch werde töricht. Warum solltest du sterben, wenn deine Zeit nicht da ist? Es ist besser, daß du das eine erfaßt, aber auch vom anderen ziehe deine Hand nicht zurück; denn wer Gott fürchtet, wird bei alledem frei ausgehen.“
Was ist nun, wenn sich ein Christ Musik anhört, die zu Gewalt, Rassismus, Unmoral, Teufelsanbetung und Selbstmord aufruft? In Epheser 5:3, 4 heißt es: „Hurerei und jede Art Unreinheit oder Habgier sollen unter euch nicht einmal erwähnt werden, so wie es sich für Heilige geziemt, auch kein schändliches Benehmen noch törichtes Reden, noch unzüchtige Späße, Dinge, die sich nicht schicken, sondern vielmehr Danksagung.“ Ja, wer ein Freund Gottes sein möchte, darf sich keiner verderbten Unterhaltung aussetzen. Er wird nicht argumentieren, es sei in Ordnung sich davon unterhalten zu lassen, solange man diese schlechten Dinge nicht selbst tue.
Es ist nicht nur der Textinhalt eines Songs, der ihn vom biblischen Standpunkt aus gut oder schlecht macht. Welchen Geist fördert er? Lesen wir einmal in unserer Bibel Galater 5:19 bis 23. Welche Auflistung beschreibt am besten den Geist der Musik, die wir uns anhören? Ähnelt die Musik den „Werken des Fleisches“, dann ist Gottes Ansicht darüber unmißverständlich.
Wenn ein Christ versucht, sein Leben des heiligen Dienstes für Gott mit dem Anhören erniedrigender Musik zu verbinden, wird er feststellen müssen, daß dies einfach nicht zusammenpaßt. Es ist so, als würde man ein Gemisch von Fruchtsaft und Gift trinken. Der Fruchtsaft würde einen nicht davor bewahren, an dem Gift zu sterben. Die Worte aus 2. Korinther 6:14-17 machen das deutlich: „Laßt euch nicht in ein ungleiches Joch mit Ungläubigen spannen. Denn welche Gemeinschaft besteht zwischen Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Teilhaberschaft hat Licht mit Finsternis? Welche Harmonie besteht ferner zwischen Christus und Belial? Oder welchen Anteil hat ein Gläubiger mit einem Ungläubigen? ... ,Darum geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab‘, spricht Jehova, ‚und hört auf, das Unreine anzurühren.‘“
Das sind biblische Fragen, vor denen alle stehen, die sich ein enges Verhältnis zu Gott wünschen. Wer biblische Grundsätze hoch einschätzt, sollte die Musik, die er sich anhört, genau und ehrlich überprüfen. Er sollte seine Alben- und Videosammlung durchforsten und sich von allem trennen, was biblische Grundsätze verletzt. Im Zweifelsfall — weg damit. Gleiches gilt für Konzerte und Lesestoff: Alles, was keine berechtigte Gemeinschaft mit Gerechtigkeit hat, ist im Leben eines Christen fehl am Platz.
Die Neigung, Ausflüchte zu suchen
Wenn man sich von Musik angezogen fühlt, die an der Grenze oder außerhalb der biblischen Grundsätze liegt, mag es einem schwerfallen, objektiv an die Sache heranzugehen. Einige versuchen sich mit Ausflüchten zu verteidigen und ihre zwiespältige Position zu rechtfertigen. Wer das bei sich selbst feststellt, sollte einmal innehalten. Sind die Argumente vernünftig, oder spiegeln sie einfach eine gefühlsmäßige Bindung an die Musik wider? Betrachten wir die folgenden Argumente, die von manchen vorgebracht werden und die sich bei näherer Betrachtung doch nur als Ausflüchte erweisen.
Es ist ungefährlich für mich, dieser Gruppe zuzuhören, denn ihre Mitglieder sind gegen Drogenmißbrauch. Aber ist diese Gruppe auch gegen andere schlechte Handlungsweisen wie Hurerei, Gewalttaten und Respektlosigkeit gegenüber Autorität? „Ein wenig Sauerteig durchsäuert die ganze Masse“, heißt es in Galater 5:9. (Vergleiche Jakobus 2:10.)
Die Welt ist heutzutage so ungerecht. Kann man wirklich diese Gruppen dafür verurteilen, daß sie ihre Wut über die Zustände in der Welt zum Ausdruck bringen? Die Bibel ist für eine gerechte Empörung über all das Schlechte des gegenwärtigen Systems, weist aber auf das messianische Königreich als Lösung hin (Daniel 2:44; Matthäus 6:9, 10).
Die leuchtende Hoffnung des Christen steht in krassem Gegensatz zu dem düsteren Pessimismus vieler Musiker, die den Nihilismus als Ausweg aus den Sorgen der Menschheit propagieren. Ja, die Wut der Welt ist destruktiv und animalisch und spiegelt die Weisheit dieses Systems der Dinge wider (Römer 12:9; Jakobus 3:15-18).
Es sind hervorragende Musiker, sie haben sogar eine klassische Ausbildung. Aber das Können eines Musikers ist doch absolut zweitrangig im Verhältnis zu der Frage, ob die Inhalte der Musik biblische Grundsätze verletzen, oder etwa nicht? König Salomo war auf vielen Gebieten ein Könner, auch auf dem Gebiet der Musik. Als er jedoch von der wahren Anbetung abfiel, geriet Jehova, so der Bibelbericht, „in Zorn über Salomo, weil sein Herz sich von Jehova ... weggeneigt hatte“. Ebenso war Nimrod ein fähiger Bauherr und Jäger; und dennoch standen er und seine Mitgenossen nicht in der Gunst Jehovas. Warum nicht? Weil Nimrod „ein gewaltiger Jäger im Widerstand gegen Jehova“ war (1. Könige 11:9; 1. Mose 10:8, 9).
Ein paar Songs der Band sind harmlos, wie zum Beispiel einige sanfte Balladen. Die Gefahr hierbei ist, daß eine harmlose Melodie einen dazu verleiten kann, sich das Album zu kaufen und sich dann alle Stücke anzuhören, von denen möglicherweise die meisten eindeutig schädlich sind. So, wie ein Glas Wasser keinen Schmutzhaufen wegwaschen kann, so ändern auch vereinzelte harmlose Songs nicht den generellen Charakter eines verderbten Albums oder einer verdorbenen Gruppe.
In Wirklichkeit beten die Stars Satan nicht an, noch leben sie unmoralisch. Sie schauspielern nur auf der Bühne. Tatsache bleibt, daß die Musik, mit der sie die Zuhörer unterhalten, mit Schlechtigkeit versetzt, wenn nicht gar völlig durchsetzt ist. In Kolosser 3:8 werden Christen aufgefordert, sich nicht von Wut, Lästerworten und Ähnlichem unterhalten zu lassen, sondern sie wirklich alle abzulegen. Paulus ermahnte die Epheser: „Habt nicht mehr mit ihnen [den Söhnen des Ungehorsams] teil an den unfruchtbaren Werken, die zur Finsternis gehören, sondern rügt sie vielmehr.“ Ist jemand, der sich von den Werken der Finsternis unterhalten läßt, in der Lage, die zu rügen, die sie verüben? (Epheser 5:6, 11).
Ich höre nicht auf den Text. Ich höre nur die Melodie. Doch der Text kann in unserem Unterbewußtsein gespeichert werden und dann später zu Problemen führen. Wir denken vielleicht, die Gedanken hätten unseren Sinn verlassen, aber möglicherweise sind sie alles andere als vergessen. Wie gefährlich ist es daher doch, sich freiwillig Botschaften auszusetzen, die im direkten Widerspruch zu dem Rat in Philipper 4:8 stehen, nämlich daß wir unseren Sinn auf das gerichtet halten sollten, was keusch, liebenswert und lobenswert ist!
Wir sollten auch daran denken: „Wer immer daher ein Freund der Welt sein will, stellt sich als ein Feind Gottes dar.“ Das ist so, weil die von Gott entfremdete Menschenwelt und der Geist der Welt die Produkte von Gottes Hauptwidersacher, Satan, dem Teufel, sind. Überlegen wir einmal: Würde ein Mann es begrüßen, wenn seine Frau ein Foto von ihrem früheren Freund aufhängen würde, allerdings mit der Erklärung, sie würde nichts mehr für diesen Mann empfinden und das Foto sei nur zur Dekoration gedacht? Nein, ihr Mann würde das Foto nicht nur aus seinem Haus haben wollen, sondern auch aus ihrem Sinn. Wie sieht es daher aus, wenn wir Musik in unsere vier Wände und in unser Herz holen, die den Zwecken des Feindes Jehovas dient? Macht es für Jehova wirklich einen Unterschied, wenn wir erklären: „Mich interessiert nur die Melodie; ich höre gar nicht auf den Text.“ (Jakobus 4:4; 1. Korinther 10:21, 22)?
Entschlossen handeln
Was ist bei vielen der eigentliche Grund dafür, sich Musik anzuhören, in der verkehrte Handlungsweisen großgeschrieben werden? Sie stimmen nicht mit den schlechten Gedanken überein, aber die Musik wirkt so anziehend auf sie — der Beat so süchtig machend, so mitreißend —, daß sie der Musik einfach nicht widerstehen können und sie nicht aufgeben wollen.
Doch das Richtige zu tun ist nicht immer leicht. Wir werden besonders dann geprüft, wenn Gottes Maßstäbe uns anleiten, etwas aufzugeben, woran wir eine gefühlsmäßige Bindung haben. Werden wir argumentieren, unser Fall sei eine Ausnahme, und werden wir weiterhin „auf zwei verschiedenen Meinungen hinken“, oder werden wir entschlossen gegen das Stellung beziehen, was Jehova haßt? (1. Könige 18:21).
Ungeachtet des persönlichen Opfers ist man am glücklichsten, wenn man Entscheidungen trifft, die Jehova wohlgefällig sind. Das würde für uns bedeuten, aufzuhören, das Unreine anzurühren. Wenn wir das tun, wird Jehova uns aufnehmen, wie er es versprochen hat. Ja er wird uns zu seinem begünstigten Volk zählen (2. Korinther 6:17).
Jehova liegt unser Wohlergehen am Herzen. Er gab uns seine Gebote, um unsere Lebensqualität zu verbessern. Reagieren wir daher positiv auf den eindringlichen Appell, den wir in Jesaja 48:17, 18 finden, wo es heißt: „Ich, Jehova, bin dein Gott, der dir zum Nutzen dich lehrt, der dich auf den Weg treten läßt, auf dem du wandeln solltest. O wenn du doch nur meinen Geboten Aufmerksamkeit schenktest! Dann würde dein Frieden so werden wie ein Strom und deine Gerechtigkeit wie die Meereswellen.“
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Die Verantwortung der Eltern
Eltern haben die biblische Verantwortung, ihren Kindern beizubringen, wie man gute von schlechter Musik unterscheidet. Das bedeutet für Eltern, daß sie mit dem vertraut sein müssen, was sich ihre Kinder anhören. Es bedeutet auch, fest zu bleiben, wenn es darum geht, welche Musik zu Hause erlaubt ist und welche nicht.
Eltern müssen vernünftig mit ihren Kindern reden und Argumente vermeiden, die ihre eigene Glaubwürdigkeit untergraben. Äußerungen wie: „Ich begreif’ einfach nicht, wie du dir dieses Zeug anhören kannst“ werden die Jugendlichen wahrscheinlich eher dazu treiben, sich noch fester an ihre persönliche Wahl zu klammern. Auch auf den schlechten Lebenswandel der Musiker hinzuweisen mag nicht allzuviel bewirken, insbesondere wenn er sich nicht in der Musik widerspiegelt. Ein junger Mann erklärte: „Jemand, der sagt, alle Rapmusik sei schlecht, ist für mich einfach ein Ignorant!“
Es ist wichtig, sich zu informieren und festzustellen, was Gottes Ansicht in dieser Sache ist. Jehovas Zeugen sind gern bereit, zu helfen und Publikationen zu besorgen, die sich auf die Bibel stützen und weiter in die Einzelheiten gehen. Eltern müssen die Tatsachen kennen. Den Kindern sollte deutlich gemacht werden, daß es um biblische Maßstäbe geht und nicht darum, daß die Eltern ihnen ihren Geschmack aufzwingen wollen (Epheser 6:4).
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Könnte ein Christ, der sich entwürdigende Musik anhört, guten Gewissens anderen davon abraten?
[Bild auf Seite 11]
Man wird glücklicher sein, wenn man das wegwirft, was Jehova haßt
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