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  • Réunion
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2007
    • Im selben Jahr wurde Cléo, der zur Reserveeinheit der Armee gehörte, einberufen. „Mit dem bisschen, was ich aus der Bibel wusste“, so erzählt Cléo, „erklärte ich den Behörden schriftlich meine jetzige neutrale Haltung. Ich bekam keine Antwort und ging deshalb zum Armeestützpunkt in Saint-Denis, auf der anderen Seite der Insel, um die Sache zu klären. Ein Offizier sagte mir, ich könne erst mal nach Hause gehen, solle aber schon einmal die Koffer fürs Gefängnis packen. Zu Hause betete ich viel und studierte, sooft ich konnte. Nach kurzer Zeit wurde ich zum Stützpunkt zurückbeordert. Ein Bruder begleitete mich dorthin, und ich bat ihn, eine Stunde auf mich zu warten. ‚Wenn ich bis dahin nicht zurück bin‘, meinte ich, ‚komme ich wahrscheinlich nicht mehr. Dann verkauf doch bitte mein Auto und gib meiner Frau das Geld.‘

      Als ich hineinging, diskutierten die Offiziere darüber, was sie mit mir machen sollten. Nach einer Dreiviertelstunde trat ein Unteroffizier auf mich zu.

      ‚Ich will Sie hier nicht mehr sehen!‘, sagte er. ‚Machen Sie, dass Sie nach Hause kommen!‘

      Kaum war ich ein paar Schritte gegangen, da rief er mich zurück. Sein Ton war jetzt ganz anders und er sagte: ‚Ich bewundere euch. Ich habe von Jehovas Zeugen schon in Frankreich gehört, aber Sie sind der Erste, dem ich persönlich begegnet bin.‘

  • Réunion
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2007
    • 1967 wurde ich zum Militär einberufen. Ich erklärte, dass ich Christ bin und deswegen nicht zu den Waffen greife. Da ich jedoch der Erste auf Réunion war, der so reagierte, wusste man mit meiner Erklärung nichts anzufangen und wollte sie auch nicht akzeptieren. Ein Offizier schlug sogar auf mich ein — vor den Augen von ungefähr 400 Rekruten. Danach musste ich mit ihm ins Büro gehen. Ich hinkte regelrecht. Er legte eine Uniform auf den Schreibtisch und befahl mir, sie anzuziehen, sonst gäbe es erneut Hiebe. Mit seinen 1,80 Meter baute sich dieser kräftig gebaute Mann bedrohlich vor mir auf. Doch ich nahm all meinen Mut zusammen und sagte: „Wenn Sie mich noch einmal schlagen, werde ich offiziell Beschwerde einlegen, denn Frankreich garantiert Religionsfreiheit.“ Vor Wut schäumend trat er noch einen Schritt auf mich zu, riss sich dann aber zusammen. Er brachte mich zum Kommandanten, der mir erklärte, dass das Ganze für mich drei Jahre Zwangsarbeit in Frankreich bedeuten würde.

      Ich wurde tatsächlich zu drei Jahren verurteilt, aber nicht in Frankreich, sondern auf Réunion. Und es war auch keine Zwangsarbeit. Nach dem Urteil rief mich der Richter zu sich ins Amtszimmer. Er lächelte mich an, reichte mir die Hand, drückte sein Mitgefühl aus und erklärte, dass er als Richter nun mal das Gesetz vertreten müsse. Auch der stellvertretende Gefängnisdirektor war freundlich zu mir und sorgte dafür, dass ich im Gerichtssaal arbeiten konnte. Er ging sogar mit mir in den Besucherraum, damit ich dort meine Eltern und jemanden aus der Versammlung treffen konnte.

      Anfangs war ich mit 20 bis 30 Leuten zusammen in einer Zelle, doch dann kam ich in eine Zweierzelle. Das gab mir mehr Freiraum. Erstaunlicherweise wurde mir sogar die Bitte um elektrisches Licht gewährt. Normalerweise ist nämlich kein Stromanschluss erlaubt, weil die Insassen versuchen könnten, sich durch Stromschlag zu töten. Nun hatte ich eine Lampe und konnte die Bibel studieren und auch noch einen Fernkurs in Buchführung absolvieren. Als ich 1970 freikam, setzte sich ein Richter freundlicherweise dafür ein, dass ich Arbeit erhielt.

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