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  • Größere Segnungen durch den neuen Bund
    Der Wachtturm 1998 | 1. Februar
    • Größere Segnungen durch den neuen Bund

      „Jesus ... [ist] auch der Mittler eines entsprechend besseren Bundes“ (HEBRÄER 8:6).

      1. Wer erwies sich als der in Eden verheißene ‘Same der Frau’, und wie wurde ihm ‘die Ferse zermalmt’?

      NACHDEM Adam und Eva gesündigt hatten, sprach Jehova über Satan, der Eva irregeführt hatte, das Urteil, indem er sagte: „Ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zermalmen, und du wirst ihm die Ferse zermalmen“ (1. Mose 3:15). Der in Eden verheißene Same erschien schließlich, als Jesus im Jahre 29 u. Z. im Jordan getauft wurde. Bei seinem Tod an einem Marterpfahl im Jahre 33 u. Z. erfüllte sich ein Teil jener alten Prophezeiung. Satan hatte dem Samen ‘die Ferse zermalmt’.

      2. Inwiefern ist gemäß Jesu eigenen Worten sein Tod der Menschheit von Nutzen?

      2 Glücklicherweise war jene Wunde, auch wenn sie unerträgliche Schmerzen verursachte, nicht von bleibender Natur. Jesus wurde als unsterbliche Geistperson von den Toten auferweckt und fuhr zu seinem Vater in den Himmel auf, um den Wert seines vergossenen Blutes „als ein Lösegeld im Austausch gegen viele zu geben“. Auf diese Weise bewahrheiteten sich seine eigenen Worte: „Der Menschensohn [muß] erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe. Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe“ (Matthäus 20:28; Johannes 3:14-16; Hebräer 9:12-14). Bei der Erfüllung der Prophezeiung Jesu spielt der neue Bund eine Schlüsselrolle.

      Der neue Bund

      3. Wann konnte man zum ersten Mal sehen, daß der neue Bund in Kraft war?

      3 Kurz vor seinem Tod sagte Jesus zu seinen Nachfolgern, sein vergossenes Blut sei das „Blut des [neuen] Bundes“ (Matthäus 26:28; Lukas 22:20). Zehn Tage nach seiner Auffahrt in den Himmel war zu sehen, daß der neue Bund in Kraft war, als der heilige Geist auf ungefähr 120 Jünger ausgegossen wurde, die in einem Obersaal in Jerusalem versammelt waren (Apostelgeschichte 1:15; 2:1-4). Die Tatsache, daß diese 120 Jünger in den neuen Bund aufgenommen worden waren, zeigte, daß der ‘frühere’ Bund, der Gesetzesbund, jetzt veraltet war (Hebräer 8:13).

      4. Hatte der alte Bund versagt? Erkläre es.

      4 Hatte der alte Bund versagt? Keinesfalls. Das fleischliche Israel war jetzt, wo dieser ersetzt worden war, allerdings nicht mehr Gottes besonderes Volk (Matthäus 23:38). Doch das lag daran, daß Israel ungehorsam gewesen war und den Gesalbten Jehovas verworfen hatte (2. Mose 19:5; Apostelgeschichte 2:22, 23). Bevor das Gesetz abgelöst wurde, hatte es jedoch viel bewirkt. Über Jahrhunderte hinweg ermöglichte es den Zutritt zu Gott und schützte vor falscher Religion. Es enthielt einige Merkmale, die auf den neuen Bund hindeuteten, und zeigte an Hand der sich wiederholenden Opfer, daß der Mensch dringend die Erlösung von Sünde und Tod brauchte. Ja, das Gesetz war ein ‘Erzieher, der zu Christus führte’ (Galater 3:19, 24; Römer 3:20; 4:15; 5:12; Hebräer 10:1, 2). Doch erst durch den neuen Bund sollte sich der Segen, der dem Abraham verheißen war, völlig verwirklichen.

      Nationen durch den Samen Abrahams gesegnet

      5, 6. Wer ist der Same Abrahams in der grundlegenden, geistigen Erfüllung des abrahamischen Bundes, und welche Nation sollte den Segen durch den Bund zuerst empfangen?

      5 Jehova verhieß Abraham: „Durch deinen Samen werden sich bestimmt alle Nationen der Erde ... segnen“ (1. Mose 22:18). Unter dem alten Bund wurden viele sanftmütige Ausländer durch die Gemeinschaft mit Israel, der Nation des Samens Abrahams, gesegnet. In der grundlegenden, geistigen Erfüllung war der Same Abrahams jedoch ein vollkommener Mensch. Paulus erklärte dies, als er sagte: „Die Verheißungen [wurden] Abraham und seinem Samen zugesagt. Es heißt nicht: ‚Und den Samen‘ wie im Fall vieler solcher, sondern wie im Fall eines einzigen: ‚Und deinem Samen‘, welcher Christus ist“ (Galater 3:16).

      6 Ja, Jesus ist der Same Abrahams, und durch ihn erhalten die Nationen einen Segen, der bei weitem das übertrifft, was durch das fleischliche Israel möglich gewesen wäre. Israel war sogar selbst die erste Nation, die diesen Segen empfangen sollte. Nicht lange nach Pfingsten 33 u. Z. sagte der Apostel Petrus zu einer Gruppe von Juden: „Ihr seid die Söhne der Propheten und des Bundes, den Gott mit euren Vorvätern geschlossen hat, indem er zu Abraham sagte: ‚Und in deinem Samen werden alle Familien der Erde gesegnet werden.‘ Gott sandte seinen Knecht, nachdem er ihn erweckt hatte, zuerst zu euch, um euch zu segnen, indem er einen jeden von euch von euren bösen Taten abwendet“ (Apostelgeschichte 3:25, 26).

      7. Welche Nationen wurden durch Jesus, den Samen Abrahams, gesegnet?

      7 Schon bald danach wurde der Segen auf die Samariter und dann auf die übrigen Nichtisraeliten ausgedehnt (Apostelgeschichte 8:14-17; 10:34-48). Irgendwann zwischen 50 und 52 u. Z. schrieb Paulus an die Christen in Galatien (Kleinasien): „Die Schrift [hat], in Voraussicht, daß Gott Leute von den Nationen zufolge des Glaubens gerechtsprechen würde, die gute Botschaft im voraus dem Abraham verkündet, nämlich: ‚Durch dich werden alle Nationen gesegnet werden.‘ Somit werden die, die am Glauben festhalten, zusammen mit dem glaubenstreuen Abraham gesegnet“ (Galater 3:8, 9; 1. Mose 12:3). Obwohl in Galatien viele Christen „Leute von den Nationen“ waren, wurden sie durch Jesus wegen ihres Glaubens gesegnet. Auf welche Weise?

      8. Was schloß es für Christen der Tage des Paulus ein, durch den Samen Abrahams gesegnet zu werden, und wie viele empfangen schließlich einen solchen Segen?

      8 Paulus sagte zu den Christen in Galatien ungeachtet ihrer Herkunft: „Wenn ihr Christus angehört, seid ihr wirklich Abrahams Same, Erben hinsichtlich einer Verheißung“ (Galater 3:29). Für jene Galater gehörte es zu dem Segen, der durch den Samen Abrahams kam, daß sie Beteiligte an dem neuen Bund und auch Miterben mit Jesus waren, Mitgenossen Jesu in dem Samen Abrahams. Wir wissen nicht, wie zahlreich in alter Zeit die Bevölkerung Israels war. Uns ist nur bekannt, daß es schließlich „so viele [waren] wie die Sandkörner, die am Meer sind, an Menge“ (1. Könige 4:20). Wir kennen jedoch die endgültige Zahl derjenigen, die mit Jesus zum geistigen Samen gehören — 144 000 (Offenbarung 7:4; 14:1). Jene 144 000 kommen aus „jedem Stamm und jeder Zunge und jedem Volk und jeder Nation“ und haben einen Anteil daran, anderen die Segnungen des abrahamischen Bundes zukommen zu lassen (Offenbarung 5:9).

      Eine Prophezeiung erfüllt sich

      9. Inwiefern haben diejenigen, die sich in dem neuen Bund befinden, Jehovas Gesetz in ihrem Innern?

      9 Als Jeremia den neuen Bund voraussagte, schrieb er: „ ‚Das ist der Bund, den ich mit dem Hause Israel nach jenen Tagen schließen werde‘ ist der Ausspruch Jehovas. ‚Ich will mein Gesetz in ihr Inneres legen, und in ihr Herz werde ich es schreiben‘ “ (Jeremia 31:33). Für diejenigen, die in den neuen Bund aufgenommen worden sind, ist es kennzeichnend, daß sie Jehova aus Liebe dienen (Johannes 13:35; Hebräer 1:9). Jehovas Gesetz steht in ihrem Herzen geschrieben, und sie haben den innigen Wunsch, seinen Willen zu tun. Im alten Israel war es tatsächlich so, daß einige treue Einzelpersonen Jehovas Gesetz überaus liebten (Psalm 119:97). Aber bei vielen war es anders. Dennoch blieben sie ein Teil der Nation. In dem neuen Bund kann niemand bleiben, wenn Gottes Gesetz nicht in sein Herz geschrieben ist.

      10, 11. Auf welche Weise wird Jehova für diejenigen, die in den neuen Bund aufgenommen worden sind, „ihr Gott werden“, und wie werden sie alle ihn erkennen?

      10 Jehova sagte in bezug auf diejenigen, die sich in dem neuen Bund befinden, weiter: „Ich will ihr Gott werden, und sie selbst werden mein Volk werden“ (Jeremia 31:33). Im alten Israel beteten viele die Götter der Nationen an und blieben dennoch Israeliten. Auf der Grundlage des neuen Bundes schuf Jehova eine geistige Nation, „das Israel Gottes“, um das fleischliche Israel zu ersetzen (Galater 6:16; Matthäus 21:43; Römer 9:6-8). Niemand bleibt dagegen ein Teil der neuen geistigen Nation, wenn er aufhört, Jehova anzubeten, oder wenn er nicht mehr ihn allein anbetet.

      11 Jehova sagte auch: „Sie alle werden mich erkennen, von ihrem Geringsten selbst bis zu ihrem Größten“ (Jeremia 31:34). In Israel ließen viele Jehova einfach außer acht und sagten dadurch eigentlich: „Jehova wird nicht Gutes tun, und er wird nicht Böses tun“ (Zephanja 1:12). Niemand bleibt ein Teil des Israels Gottes, wenn er Jehova außer acht läßt oder die wahre Anbetung verunreinigt (Matthäus 6:24; Kolosser 3:5). Die geistigen Israeliten sind „das Volk derer ..., die ihren Gott kennen“ (Daniel 11:32). Sie haben Gefallen daran, ‘Erkenntnis in sich aufzunehmen über den allein wahren Gott und über Jesus Christus’ (Johannes 17:3). Jesus kennenzulernen vertieft ihre Gotteserkenntnis, weil Jesus auf einzigartige Weise über Gott ‘Aufschluß gegeben hat’ (Johannes 1:18; 14:9-11).

      12, 13. (a) Auf welcher Grundlage vergibt Jehova die Sünden derjenigen, die sich in dem neuen Bund befinden? (b) Inwiefern ist der neue Bund dem alten Bund überlegen, was die Vergebung von Sünden betrifft?

      12 Schließlich verhieß Jehova: „Ich werde ihre Vergehung vergeben, und ihrer Sünde werde ich nicht mehr gedenken“ (Jeremia 31:34b). Zum Gesetz des Moses gehörten Hunderte von schriftlich niedergelegten Bestimmungen, an die sich die Israeliten halten sollten (5. Mose 28:1, 2, 15). Jeder, der das Gesetz brach, brachte Opfer dar, damit seine Sünden zugedeckt wurden (3. Mose 4:1-7; 16:1-31). Viele Juden glaubten mit der Zeit, daß sie durch eigene Werke, die dem Gesetz entsprachen, Gerechtigkeit erlangen würden. Christen erkennen jedoch, daß sie sich Gerechtigkeit niemals durch eigene Werke verdienen können. Sie können es nicht verhindern, daß sie sündigen (Römer 5:12). Unter dem neuen Bund ist ein gerechter Stand vor Gott nur auf der Grundlage des Opfers Jesu möglich. Ein solcher Stand ist indes eine Gabe, eine unverdiente Güte Gottes (Römer 3:20, 23, 24). Jehova verlangt von seinen Dienern nach wie vor Gehorsam. Paulus sagte, daß diejenigen, die sich in dem neuen Bund befinden, „unter Gesetz gegenüber Christus“ sind (1. Korinther 9:21).

      13 Somit gibt es für Christen ebenfalls ein Schlachtopfer für Sünde, aber ein weit wertvolleres als die Schlachtopfer unter dem Gesetzesbund. Paulus schrieb: „Auch nimmt jeder Priester [unter dem Gesetzesbund] Tag für Tag seinen Standort ein, um öffentlichen Dienst zu verrichten und die gleichen Schlachtopfer oftmals darzubringen, da diese niemals Sünden vollständig wegnehmen können. ... [Jesus] aber hat für immer ein einziges Schlachtopfer für Sünden dargebracht und sich zur Rechten Gottes gesetzt“ (Hebräer 10:11, 12). Da Christen, die sich in dem neuen Bund befinden, Glauben an Jesu Opfer ausüben, spricht Jehova sie gerecht, rechnet ihnen Sünde nicht an und hält sie somit dafür geeignet, als seine geistigen Söhne gesalbt zu werden (Römer 5:1; 8:33, 34; Hebräer 10:14-18). Wenn sie dann auf Grund ihrer menschlichen Unvollkommenheit sündigen, können sie Jehova um Vergebung bitten, und er vergibt ihnen auf der Grundlage des Opfers Jesu (1. Johannes 2:1, 2). Wenn sie jedoch vorsätzlich einen Lauf der Sünde einschlagen, dann verlieren sie ihren gerechten Stand und ihr Vorrecht, Beteiligte an dem neuen Bund zu sein (Hebräer 2:2, 3; 6:4-8; 10:26-31).

      Der alte Bund und der neue Bund

      14. Welche Beschneidung war unter dem Gesetzesbund erforderlich, und welche ist unter dem neuen Bund erforderlich?

      14 Im alten Bund wurden männliche Personen zum Zeichen, daß sie unter dem Gesetz standen, beschnitten (3. Mose 12:2, 3; Galater 5:3). Nach der Gründung der Christenversammlung meinten einige, daß nichtjüdische Christen ebenfalls beschnitten werden müßten. Doch die Apostel und die anderen Ältesten in Jerusalem erkannten durch Anleitung aus dem Wort Gottes und durch den heiligen Geist, daß dies nicht nötig war (Apostelgeschichte 15:1, 5, 28, 29). Einige Jahre später sagte Paulus: „Nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist, noch besteht die Beschneidung in dem, was äußerlich am Fleisch vollzogen worden ist; sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist, und seine Beschneidung ist die des Herzens durch Geist und nicht durch ein geschriebenes Recht“ (Römer 2:28, 29). Die buchstäbliche Beschneidung hatte in Jehovas Augen keinen geistigen Wert mehr, nicht einmal für fleischliche Juden. Bei denjenigen, die sich in dem neuen Bund befinden, muß das Herz beschnitten werden, nicht das Fleisch. Aus ihrem Denken, ihren Wünschen und ihren Beweggründen muß alles „herausgeschnitten“ werden, was Jehova mißfällt oder in seinen Augen unrein ist.a Viele legen heute durch ihr Leben Zeugnis dafür ab, daß die Kraft des heiligen Geistes die verschiedensten Denkmuster auf diese Weise umgestalten kann (1. Korinther 6:9-11; Galater 5:22-24; Epheser 4:22-24).

      15. Was zeigt ein Vergleich des fleischlichen Israel mit dem Israel Gottes in bezug auf Königsherrschaft?

      15 In der Gesetzesbundvorkehrung war Jehova der König von Israel, und nach einiger Zeit übte er seine Souveränität durch Menschen, die als Könige regierten, in Jerusalem aus (Jesaja 33:22). Jehova ist auch der König des Israels Gottes, des geistigen Israel, und seit 33 u. Z. regiert er durch Jesus Christus, dem „alle Gewalt im Himmel und auf der Erde“ gegeben worden ist (Matthäus 28:18; Epheser 1:19-23; Kolosser 1:13, 14). Heute erkennt das Israel Gottes Jesus als König des himmlischen Königreiches Gottes an, das 1914 aufgerichtet worden ist. Jesus ist ein weit besserer König als Hiskia, Josia und die anderen treuen Könige Israels in alter Zeit (Hebräer 1:8, 9; Offenbarung 11:15).

      16. Was für eine Art Priesterschaft ist das Israel Gottes?

      16 Israel war nicht lediglich ein Königreich, sondern es hatte auch eine gesalbte Priesterschaft. Im Jahre 33 u. Z. trat das Israel Gottes an die Stelle des fleischlichen Israel und wurde Jehovas „Knecht“ — sie wurden seine „Zeugen“ (Jesaja 43:10). Die in Jesaja 43:21 und 2. Mose 19:5, 6 aufgezeichneten Worte Jehovas galten von nun an für das geistige Israel Gottes. Gottes neue geistige Nation war jetzt „ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, eine heilige Nation, ein Volk zum besonderen Besitz“ und hatte die Aufgabe, die ‘Vorzüglichkeiten Jehovas weit und breit zu verkünden’ (1. Petrus 2:9). Alle, die zum Israel Gottes gehören — Männer und Frauen —, bilden eine kollektive Priesterschaft (Galater 3:28, 29). Als untergeordneter Bestandteil des Samens Abrahams sagen sie heute: „Seid fröhlich, ihr Nationen, mit seinem Volk“ (5. Mose 32:43). Diejenigen, die zum geistigen Israel gehören und noch auf der Erde sind, bilden den „treuen und verständigen Sklaven“ (Matthäus 24:45-47). Nur in Verbindung mit ihnen kann Gott annehmbarer heiliger Dienst dargebracht werden.

      Gottes Königreich — die endgültige Erfüllung

      17. Was für eine Geburt erfahren diejenigen, die in den neuen Bund aufgenommen werden?

      17 Die Israeliten, die nach 1513 v. u. Z. geboren wurden, kamen bei ihrer Geburt unter den Gesetzesbund. Diejenigen, die Jehova in den neuen Bund aufnimmt, erfahren ebenfalls eine Geburt — bei ihnen ist es eine geistige Geburt. Jesus erwähnte dies gegenüber dem Pharisäer Nikodemus, als er sagte: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht wiedergeboren wird, kann er das Königreich Gottes nicht sehen“ (Johannes 3:3). Die 120 Jünger, die zu Pfingsten 33 u. Z. versammelt waren, erlebten als die ersten unvollkommenen Menschen diese neue Geburt. Gerechtgesprochen unter dem neuen Bund, erhielten sie heiligen Geist als „ein im voraus gegebenes Unterpfand“ ihres königlichen Erbes (Epheser 1:14). Sie wurden „aus dem Geist geboren“, um Adoptivsöhne Gottes und somit Brüder Jesu und „Miterben mit Christus“ zu werden (Johannes 3:6; Römer 8:16, 17). Die Tatsache, daß sie „wiedergeboren“ waren, eröffnete ihnen wunderbare Aussichten.

      18. Welche wunderbaren Aussichten werden für diejenigen, die sich in dem neuen Bund befinden, dadurch erschlossen, daß sie wiedergeboren sind?

      18 Als Jesus den neuen Bund vermittelte, schloß er einen zusätzlichen Bund mit seinen Nachfolgern, indem er sagte: „Ich mache einen Bund mit euch, so wie mein Vater einen Bund mit mir gemacht hat, für ein Königreich“ (Lukas 22:29). Dieser Königreichsbund ebnete den Weg für die Erfüllung einer bemerkenswerten Vision, die in Daniel 7:13, 14, 22, 27 aufgezeichnet ist. Daniel sah ‘einen wie ein Menschensohn’, der von Jehova Gott, „dem Alten an Tagen“, Königsmacht erhielt. Dann sah Daniel, daß „die Heiligen das Königreich selbst in Besitz nahmen“. Jesus ist ‘der eine wie ein Menschensohn’, der 1914 von Jehova Gott das himmlische Königreich empfing. Seine geistgesalbten Jünger sind „die Heiligen“, die mit ihm einen Anteil am Königreich haben (1. Thessalonicher 2:12). Wie?

      19, 20. (a) Welche abschließende herrliche Erfüllung wird Jehovas Verheißung gegenüber Abraham für diejenigen haben, die sich in dem neuen Bund befinden? (b) Welche weitere Frage muß noch betrachtet werden?

      19 Nach ihrem Tod werden die Gesalbten wie Jesus als unsterbliche Geistgeschöpfe auferweckt, um mit ihm als Könige und Priester im Himmel zu dienen (1. Korinther 15:50-53; Offenbarung 20:4, 6). Was für eine herrliche Hoffnung! „Sie sollen als Könige über die Erde regieren“, nicht nur über das Land Kanaan (Offenbarung 5:10). Werden sie ‘das Tor ihrer Feinde in Besitz nehmen’? (1. Mose 22:17). Ja, und das endgültig, wenn sie Zeuge der Vernichtung der feindlichgesinnten religiösen Hure, Babylons der Großen, werden und wenn diese auferweckten Gesalbten gemeinsam mit Jesus die Nationen „mit eisernem Stab“ hüten und Satan den Kopf zermalmen. Somit werden sie einen Anteil an der Erfüllung des letzten Teils der Prophezeiung in 1. Mose 3:15 haben (Offenbarung 2:26, 27; 17:14; 18:20, 21; Römer 16:20).

      20 Wir mögen uns aber immer noch fragen: „Geht der abrahamische Bund und der neue Bund nur die 144 000 treuen Seelen an?“ Nein, denn wie aus dem folgenden Artikel zu ersehen ist, werden andere, die nicht unmittelbar in diese Bündnisse aufgenommen worden sind, durch sie gesegnet.

  • Die anderen Schafe und der neue Bund
    Der Wachtturm 1998 | 1. Februar
    • Die anderen Schafe und der neue Bund

      „Die Ausländer, ... alle, die den Sabbat beobachten, um ihn nicht zu entweihen, und die an meinem Bund festhalten, sie will ich dann zu meinem heiligen Berg bringen“ (JESAJA 56:6, 7).

      1. (a) Was wird gemäß der Vision des Johannes vollendet, während die Winde des Gerichts Jehovas zurückgehalten werden? (b) Welche bemerkenswerte Volksmenge sah Johannes?

      IN DER vierten Vision des Bibelbuches Offenbarung sah der Apostel Johannes, daß die vernichtenden Winde des Gerichts Jehovas zurückgehalten wurden, während das Versiegeln aller Glieder des ‘Israels Gottes’ dem Ende entgegenging. Diese sind die ersten, die durch Jesus, den Hauptteil des Samens Abrahams, gesegnet werden (Galater 6:16; 1. Mose 22:18; Offenbarung 7:1-4). In derselben Vision sah Johannes „eine große Volksmenge, die kein Mensch zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Zungen ... Und sie rufen fortwährend mit lauter Stimme, indem sie sagen: ‚Die Rettung verdanken wir unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm‘ “ (Offenbarung 7:9, 10). Wenn die große Volksmenge sagt: „Die Rettung verdanken wir ... dem Lamm“, dann zeigt sie dadurch, daß auch sie durch den Samen Abrahams gesegnet wird.

      2. Wann trat die große Volksmenge in Erscheinung, und woran ist sie zu erkennen?

      2 Diese große Volksmenge wurde im Jahre 1935 erkannt, und heute zählt sie über 5 Millionen. Ihre Glieder sind gekennzeichnet, die große Drangsal zu überleben, und werden zum ewigen Leben abgesondert werden, wenn Jesus „die Schafe“ von „den Böcken“ trennt. Christen, die Glieder der großen Volksmenge sind, gehören zu den „anderen Schafen“ aus dem Gleichnis Jesu von den Schafhürden. Sie hoffen, auf einer paradiesischen Erde ewig zu leben (Matthäus 25:31-46; Johannes 10:16; Offenbarung 21:3, 4).

      3. Worin unterscheiden sich die gesalbten Christen und die anderen Schafe voneinander, was den neuen Bund betrifft?

      3 Den 144 000 wird der Segen des abrahamischen Bundes durch den neuen Bund zuteil. Als Beteiligte an diesem Bund stehen sie „unter unverdienter Güte“ und „unter Gesetz gegenüber Christus“ (Römer 6:15; 1. Korinther 9:21). Folglich haben nur die 144 000 Glieder des Israels Gottes bei der Feier zum Gedenken an den Tod Jesu passenderweise von den Symbolen genommen, und nur mit ihnen hat Jesus seinen Bund für ein Königreich geschlossen (Lukas 22:19, 20, 29). Die Glieder der großen Volksmenge sind keine Beteiligten an dem neuen Bund. Allerdings gesellen sie sich zu dem Israel Gottes und wohnen mit ihm in seinem „Land“ (Jesaja 66:8). Daher ist es vernünftig, zu sagen, daß auch sie unter Jehovas unverdienter Güte stehen und unter dem Gesetz gegenüber Christus. Sie sind zwar keine Beteiligten an dem neuen Bund, aber sie sind dessen Nutznießer.

      „Ausländer“ und das „Israel Gottes“

      4, 5. (a) Welche Gruppe würde gemäß Jesaja Jehova dienen? (b) Wie erfüllt sich Jesaja 56:6, 7 an der großen Volksmenge?

      4 Der Prophet Jesaja schrieb: „Die Ausländer, die sich Jehova angeschlossen haben, um ihm zu dienen und den Namen Jehovas zu lieben, um ihm zu Knechten zu werden, alle, die den Sabbat beobachten, um ihn nicht zu entweihen, und die an meinem Bund festhalten, sie will ich dann zu meinem heiligen Berg bringen und sie erfreuen in meinem Haus des Gebets. Ihre Ganzbrandopfer und ihre Schlachtopfer werden zur Annahme auf meinem Altar sein“ (Jesaja 56:6, 7). In Israel bedeutete dies, daß „Ausländer“, Nichtisraeliten, Jehova anbeteten — indem sie seinen Namen liebten, die Bedingungen des Gesetzesbundes beachteten, den Sabbat hielten und am Tempel, Gottes „Haus des Gebets“, Opfer darbrachten (Matthäus 21:13).

      5 „Die Ausländer, die sich Jehova angeschlossen haben“, sind in unserer Zeit die Glieder der großen Volksmenge. Sie dienen Jehova in Gemeinschaft mit dem Israel Gottes (Sacharja 8:23). Sie bringen die gleichen annehmbaren Opfer dar wie das Israel Gottes (Hebräer 13:15, 16). Sie beten in Gottes geistigem Tempel an, in seinem „Haus des Gebets“. (Vergleiche Offenbarung 7:15.) Halten sie den wöchentlichen Sabbat? Weder den Gesalbten noch den anderen Schafen ist das geboten worden (Kolosser 2:16, 17). Paulus sagte jedoch zu gesalbten hebräischen Christen: „Also verbleibt dem Volk Gottes noch eine Sabbatruhe. Denn wer in Gottes Ruhe eingegangen ist, hat auch selbst von seinen eigenen Werken geruht, so wie Gott von seinen eigenen“ (Hebräer 4:9, 10). Jene Hebräer gingen in diese „Sabbatruhe“ ein, als sie sich der „Gerechtigkeit Gottes“ unterwarfen und davon ruhten, sich durch Gesetzeswerke rechtfertigen zu wollen (Römer 10:3, 4). Gesalbte Christen aus den Nationen erfreuen sich der gleichen Ruhe, indem sie sich der Gerechtigkeit Jehovas unterwerfen. Die große Volksmenge schließt sich ihnen in jener Ruhe an.

      6. Wie halten sich die anderen Schafe heute an den neuen Bund?

      6 Des weiteren halten sich die anderen Schafe genauso an den neuen Bund, wie sich die Ausländer in alter Zeit an den Gesetzesbund hielten. Auf welche Weise? Nicht indem sie Beteiligte an ihm werden, sondern indem sie sich den Gesetzen unterwerfen, die damit verbunden sind, und aus dessen Vorkehrungen Nutzen ziehen. (Vergleiche Jeremia 31:33, 34.) Wie bei ihren gesalbten Gefährten ist auch bei den anderen Schafen das Gesetz Jehovas ‘in ihr Herz geschrieben’ worden. Sie lieben Jehovas Gebote und Grundsätze sehr und richten sich danach aus (Psalm 37:31; 119:97). Wie die gesalbten Christen kennen sie Jehova (Johannes 17:3). Wie verhält es sich mit der Beschneidung? Etwa 1 500 Jahre bevor der neue Bund geschlossen wurde, forderte Moses die Israeliten mit den Worten auf: „Ihr sollt die Vorhaut eures Herzens beschneiden“ (5. Mose 10:16; Jeremia 4:4). Die vorgeschriebene fleischliche Beschneidung wurde zwar zusammen mit dem Gesetz abgeschafft, aber sowohl die Gesalbten als auch die anderen Schafe müssen ihr Herz „beschneiden“ (Kolosser 2:11). Schließlich vergibt Jehova den anderen Schafen ihre Vergehen auf der Grundlage des ‘Blutes des Bundes’, das Jesus vergossen hat (Matthäus 26:28; 1. Johannes 1:9; 2:2). Gott adoptiert sie nicht als geistige Söhne, so wie er die 144 000 an Sohnes Statt annimmt. Aber er spricht die anderen Schafe in dem gleichen Sinn gerecht, wie Abraham als Freund Gottes gerechtgesprochen wurde (Matthäus 25:46; Römer 4:2, 3; Jakobus 2:23).

      7. Welche Aussicht eröffnet sich heute für die anderen Schafe, die wie Abraham gerechtgesprochen worden sind?

      7 Gerechtgesprochen zu sein bedeutet für die 144 000, daß sie die Hoffnung haben können, mit Jesus im himmlischen Königreich zu regieren (Römer 8:16, 17; Galater 2:16). Als Gottes Freunde gerechtgesprochen zu sein bedeutet für die anderen Schafe, daß sie die Hoffnung hegen dürfen, ewig auf einer paradiesischen Erde zu leben — entweder indem sie als Teil der großen Volksmenge Harmagedon überleben oder durch die ‘Auferstehung der Gerechten’ (Apostelgeschichte 24:15). Welch ein Vorrecht es doch ist, eine solche Hoffnung zu haben und ein Freund des Souveräns des Universums zu sein, ‘ein Gast in seinem Zelt’ zu sein! (Psalm 15:1, 2). Ja, sowohl die Gesalbten als auch die anderen Schafe werden auf wunderbare Weise durch Jesus, den Samen Abrahams, gesegnet.

      Ein größerer Sühnetag

      8. Was wurde durch die Opfer dargestellt, die gemäß dem Gesetz am Sühnetag dargebracht wurden?

      8 Als Paulus den neuen Bund behandelte, erinnerte er seine Leser an den jährlichen Sühnetag unter dem Gesetzesbund. An diesem Tag wurden separate Opfer dargebracht — eines für den priesterlichen Stamm Levi und ein anderes für die 12 nichtpriesterlichen Stämme. Es ist schon ausführlich erklärt worden, daß dadurch Jesu großes Opfer dargestellt wurde, das sowohl den 144 000, die die himmlische Hoffnung haben, als auch den Millionen, die die irdische Hoffnung haben, von Nutzen ist.a Paulus zeigte, daß in der Erfüllung der Nutzen des Opfers Jesu anderen durch einen größeren Sühnetag unter dem neuen Bund zufließen würde. Als Hoherpriester dieses größeren Tages gab Jesus sein vollkommenes Leben als Sühnopfer, um für Menschen „eine ewige Befreiung“ zu erlangen (Hebräer 9:11-24).

      9. Was konnten hebräische gesalbte Christen empfangen, da sie in den neuen Bund aufgenommen worden waren?

      9 Viele hebräische Christen des ersten Jahrhunderts waren immer noch „Eiferer für das [mosaische] GESETZ“ (Apostelgeschichte 21:20). Passenderweise erinnerte Paulus sie daher daran: „[Jesus ist] Mittler eines neuen Bundes, damit die Berufenen die Verheißung des ewigen Erbes empfangen könnten, weil zu ihrer Befreiung durch Lösegeld von den Übertretungen unter dem früheren Bund ein Tod eingetreten ist“ (Hebräer 9:15). Der neue Bund befreite die hebräischen Christen von dem alten Bund, der ihre Sündhaftigkeit aufdeckte. Dank des neuen Bundes konnten sie „die Verheißung des ewigen [himmlischen] Erbes“ empfangen.

      10. Wofür danken Gesalbte und andere Schafe Gott?

      10 „Jeder“, der „Glauben an den Sohn ausübt“, wird aus dem Loskaufsopfer Nutzen ziehen (Johannes 3:16, 36). Paulus sagte: „Der Christus [wurde] ein für allemal als Opfer dargebracht, um die Sünden vieler zu tragen; und das zweite Mal, da er erscheint, wird es getrennt von Sünde sein und für die, die ihn zu ihrer Rettung ernstlich erwarten“ (Hebräer 9:28). Zu denjenigen, die heute Jesus ernstlich erwarten, gehören die gesalbten Christen des Israels Gottes, die noch am Leben sind, und die Millionen, die die große Volksmenge bilden und ebenfalls ein ewiges Erbe haben. Beide Klassen danken Gott für den neuen Bund und für die lebengebenden Segnungen, die dieser mit sich bringt, darunter der größere Sühnetag und der Dienst des Hohenpriesters, Jesus, im himmlischen Allerheiligsten.

      Eifrig beschäftigt im heiligen Dienst

      11. Was tun heute sowohl die Gesalbten als auch die anderen Schafe mit Freude, da sie durch Jesu Opfer ein reines Gewissen erlangt haben?

      11 In seinem Brief an die Hebräer betonte Paulus den höheren Wert des Opfers Jesu in der Vorkehrung des neuen Bundes im Vergleich zu dem Wert der Sündopfer unter dem alten Bund (Hebräer 9:13-15). Jesu besseres Opfer kann „unser Gewissen von toten Werken reinigen, damit wir dem lebendigen Gott heiligen Dienst darbringen können“. Für hebräische Christen zählten die „Übertretungen unter dem früheren Bund“ zu den „toten Werken“. Für Christen heute zählen dazu Sünden, die in der Vergangenheit begangen, wirklich bereut und von Gott vergeben wurden (1. Korinther 6:9-11). Mit reinem Gewissen bringen gesalbte Christen „dem lebendigen Gott heiligen Dienst“ dar. Und das trifft auch auf die große Volksmenge zu. Mit einem Gewissen, das durch das „Blut des Lammes“ gereinigt worden ist, befinden sie sich in Gottes großem geistigen Tempel, wo sie ‘ihm Tag und Nacht heiligen Dienst darbringen’ (Offenbarung 7:14, 15).

      12. Wie zeigen wir, daß wir die ‘volle Gewißheit des Glaubens’ haben?

      12 Paulus sagte außerdem: „Laßt uns mit wahrhaftigem Herzen in voller Gewißheit des Glaubens hinzutreten, da unser Herz durch Besprengung vom bösen Gewissen gereinigt und unser Leib mit reinem Wasser gewaschen worden ist“ (Hebräer 10:22). Wie können wir zeigen, daß wir die ‘volle Gewißheit des Glaubens’ haben? Paulus sagte den hebräischen Christen nachdrücklich: „Laßt uns an der öffentlichen Erklärung unserer [himmlischen] Hoffnung ohne Wanken festhalten, denn treu ist er, der die Verheißung gegeben hat. Und laßt uns aufeinander achten zur Anreizung zur Liebe und zu vortrefflichen Werken, indem wir unser Zusammenkommen nicht aufgeben, wie es bei einigen Brauch ist, sondern einander ermuntern, und das um so mehr, als ihr den Tag herannahen seht“ (Hebräer 10:23-25). Wenn unser Glaube lebendig ist, werden auch wir „unser Zusammenkommen nicht aufgeben“. Es wird uns eine Freude sein, unsere Brüder zur Liebe und zu vortrefflichen Werken anzureizen und von ihnen dazu angereizt zu werden sowie für das wichtige Werk der öffentlichen Verkündigung unserer Hoffnung gestärkt zu werden, sei diese irdisch oder himmlisch (Johannes 13:35).

      Der „ewige Bund“

      13, 14. In welcher Hinsicht ist der neue Bund ewig?

      13 Was geschieht, wenn bei den letzten der 144 000 die himmlische Hoffnung Wirklichkeit wird? Wird der neue Bund dann keine Anwendung mehr finden? Zu jener Zeit wird auf der Erde kein Glied des Israels Gottes mehr übriggeblieben sein. Alle am neuen Bund Beteiligten werden bei Jesus ‘im Königreich seines Vaters’ sein (Matthäus 26:29). Wir erinnern uns jedoch an die Worte des Paulus in seinem Brief an die Hebräer: „Der Gott des Friedens ... [hat] den großen Hirten der Schafe mit dem Blut eines ewigen Bundes ... von den Toten heraufgebracht“ (Hebräer 13:20; Jesaja 55:3). In welchem Sinn ist der neue Bund ewig?

      14 Erstens wird er im Unterschied zum Gesetzesbund nicht ersetzt werden. Zweitens ist das, was durch ihn bewirkt wird, dauerhaft wie das Königtum Jesu. (Vergleiche Lukas 1:33 mit 1. Korinther 15:27, 28.) Das himmlische Königreich hat einen ewigen Platz in Jehovas Vorsätzen (Offenbarung 22:5). Und drittens werden die anderen Schafe nach wie vor aus der Vorkehrung des neuen Bundes Nutzen ziehen. Während der Tausendjahrherrschaft Christi werden treue Menschen weiterhin ‘Jehova Tag und Nacht in seinem Tempel heiligen Dienst darbringen’, wie sie es heute tun. Jehova wird ihnen nicht ihre früheren Sünden vorhalten, die ja auf der Grundlage von Jesu „Blut des Bundes“ vergeben worden sind. Sie werden weiterhin einen gerechten Stand als Freunde Jehovas genießen, und sein Gesetz wird nach wie vor in ihr Herz geschrieben sein.

      15. Beschreibe das Verhältnis, das Jehova in der neuen Welt zu seinen irdischen Anbetern haben wird.

      15 Wird Jehova dann von seinen menschlichen Dienern sagen können, daß er ihr Gott ist und daß sie sein Volk sind? Ja. „Er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein“ (Offenbarung 21:3). Sie werden „das Lager der Heiligen“ sein, irdische Vertreter der ‘geliebten Stadt’, der himmlischen Braut Jesu Christi (Offenbarung 14:1; 20:9; 21:2). All das wird möglich sein wegen ihres Glaubens an das „Blut des Bundes“, das Jesus vergossen hat, und wegen ihrer Unterwerfung unter die himmlischen Könige und Priester, die auf der Erde das Israel Gottes waren (Offenbarung 5:10).

      16. (a) Welche Aussichten haben diejenigen, die zum Leben auf der Erde auferweckt werden? (b) Welche Segnungen werden am Ende der tausend Jahre kommen?

      16 Wie verhält es sich mit den Toten, die zum Leben auf der Erde auferweckt werden? (Johannes 5:28, 29). Auch sie werden eingeladen werden, sich durch Jesus, den Samen Abrahams, zu segnen (1. Mose 22:18). Auch für sie wird es nötig sein, den Namen Jehovas zu lieben, ihm zu dienen, ihm annehmbare Opfer darzubringen sowie heiligen Dienst in seinem Haus des Gebets. Diejenigen, die das tun, werden in die Ruhe Gottes eingehen (Jesaja 56:6, 7). Am Ende der tausend Jahre werden alle Treuen durch die Dienste Jesu Christi und seiner 144 000 Mitpriester zu menschlicher Vollkommenheit gebracht worden sein. Sie werden gerecht sein, nicht nur als Freunde Gottes gerechtgesprochen sein. Sie werden ‘zum Leben kommen’, da sie dann völlig frei von der von Adam ererbten Sünde und dem von ihm ererbten Tod sind (Offenbarung 20:5; 22:2). Welch ein Segen das sein wird! Aus heutiger Sicht scheint es, daß das priesterliche Werk Jesu und der 144 000 dann zum Abschluß gekommen sein wird. Die Segnungen des größeren Sühnetages werden ihre volle Anwendung gefunden haben. Als nächstes wird Jesus ‘seinem Gott und Vater das Königreich übergeben’ (1. Korinther 15:24). Für die Menschheit wird es eine Schlußprüfung geben, und dann werden Satan und seine Dämonen für immer vernichtet werden (Offenbarung 20:7, 10).

      17. Wozu sollte jeder von uns angesichts der uns bevorstehenden Freude entschlossen sein?

      17 Welche Rolle, wenn überhaupt, wird der „ewige Bund“ in der begeisternden Zeit spielen, die dann anbricht? Es ist nicht an uns, darüber etwas zu sagen. Was Jehova bisher geoffenbart hat, reicht soweit aus. Es erfüllt uns mit Ehrfurcht. Man denke nur: ewiges Leben als Teil ‘neuer Himmel und einer neuen Erde’! (2. Petrus 3:13). Möge unser Wunsch, jene Verheißung zu erben, durch nichts geschwächt werden. Standhaft zu bleiben ist vielleicht nicht einfach. Paulus sagte: „Ihr bedürft des Ausharrens, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Erfüllung der Verheißung empfangen mögt“ (Hebräer 10:36). Denken wir aber daran, daß jedes Problem und jeder Widerstand, der zu überwinden ist, im Vergleich zu der Freude, die uns bevorsteht, zur Bedeutungslosigkeit verblaßt (2. Korinther 4:17). Seien wir daher nicht „von denen, die zur Vernichtung zurückweichen“. Erweisen wir uns vielmehr als solche, „die Glauben haben zum Lebendigerhalten der Seele“ (Hebräer 10:39). Mögen wir alle volles Vertrauen in Jehova haben, den Gott der Bündnisse, einem jeden von uns zum ewigen Segen.

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