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  • Nicaragua
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2003
    • Auch der 18-jährige Giovanni Gaitán musste eine derartige Behandlung ertragen. Kurz vor dem Bezirkskongress im Dezember 1984, auf dem sich Giovanni taufen lassen wollte, hatte man versucht, ihn zum Militärdienst zu zwingen. Man schickte ihn für 45 Tage in ein militärisches Trainingslager, wo er lernen sollte, wie man mit einem Gewehr umgeht und wie im Dschungel gekämpft wird. Doch sein biblisch geschultes Gewissen erlaubte ihm nicht, den ‘Krieg zu lernen’ (Jes. 2:4). Er zog keine Militäruniform an und nahm auch keine Waffe in die Hand. Trotzdem wurde er gezwungen, in den nachfolgenden 27 Monaten mit den Soldaten zu marschieren.

      Giovanni berichtet: „Ich konnte stark bleiben, weil ich unablässig gebetet habe. Außerdem habe ich über das in der Vergangenheit Gelernte nachgedacht und jedem Soldaten, der Interesse zeigte, Zeugnis gegeben. Immer wieder kamen mir die Worte des Psalmisten in den Sinn: ‚Ich werde meine Augen zu den Bergen erheben. Woher wird meine Hilfe kommen? Meine Hilfe kommt von Jehova, der Himmel und Erde gemacht hat. Er kann unmöglich zulassen, dass dein Fuß wankt. Der dich behütet, kann unmöglich schläfrig sein‘ “ (Ps. 121:1-3; 1. Thes. 5:17).

      Obwohl Giovanni etwa 40-mal gezwungen wurde, sich mitten in die Kampfzone zu begeben, überlebte er unversehrt. Nach seiner Freilassung ließ er sich am 27. März 1987 taufen und nahm bald darauf den Pionierdienst auf.

  • Nicaragua
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2003
    • [Kasten/Bild auf Seite 105, 106]

      Zwangsweise in Kampfzonen geschickt

      Giovanni Gaitán

      Taufe: 1987

      Kurzporträt: Er wurde nur wenige Wochen vor seiner Taufe verhaftet und gezwungen, sich 28 Monate den BLIs anzuschließen. Er hat über 8 Jahre als Pionier gedient.

      Einige junge Brüder wurden gezwungen, sich den irregulären Kampftruppen (spanisch: BLI) anzuschließen, die in der unwegsamen Bergregion kämpften.

      Einer dieser jungen Männer war Giovanni Gaitán. Während er noch ein ungetaufter Verkündiger war, verbrachte Giovanni 28 Monate bei den BLIs. Nur wenige Wochen bevor er sich taufen lassen wollte, wurde er festgenommen. Giovanni berichtet: „Meine Prüfungen begannen nach dem ersten Kampfeinsatz. Ein Offizier befahl mir, die blutbefleckte Uniform eines toten Soldaten zu waschen. Ich weigerte mich, weil ich fürchtete, es könne der erste von mehreren Schritten sein, die mich schließlich meine christliche Neutralität kosten könnten. Der wutentbrannte Offizier versetzte mir eine kräftige Ohrfeige. Er zog seine Pistole, presste sie an meinen Kopf und drückte ab. Aber der Schuss ging nicht los. Daher schlug er mir mit der Pistole ins Gesicht und drohte, mich umzubringen, falls ich mich erneut widersetzen würde.

      In den nächsten 18 Monaten machte mir dieser Mann das Leben sehr schwer. Mehrere Male band er meine Hände einen ganzen Tag lang zusammen, sodass ich nicht essen konnte. In diesem Zustand wurde ich häufig gezwungen, in der unwegsamen Bergregion vor der Truppe herzumarschieren, Gewehr und Granaten auf den Rücken geschnallt — als leichte Zielscheibe für den Feind. Er schlug mich und drohte, mich umzubringen, besonders wenn die Kämpfe tobten, Soldaten um mich herum starben und ich mich weigerte, ihre Gewehre aufzuheben. Trotzdem empfand ich keinen Hass. Ich hatte auch keine Angst, denn Jehova gab mir Mut.

      Eines Morgens im März 1985 wurde ich mit einigen Glaubensbrüdern aus den Bergen in eine Gegend gebracht, wo wir unsere Familien treffen sollten. Es war unweit von Mulukukú — etwa 300 Kilometer nordöstlich von Managua. Während wir aßen und uns unterhielten, sah ich den besagten Offizier allein dasitzen. Ich brachte ihm einen Teller mit Essen. Als er damit fertig war, rief er mich zu sich. Ich war auf das Schlimmste gefasst; aber wie überrascht war ich, als er sich für die Art und Weise, wie er mich behandelt hatte, entschuldigte. Er fragte mich sogar nach meinen Glaubensansichten. Es war das letzte Mal, dass ich ihn sah. Kurz darauf starb er bei einem Unfall mit einem Militärlastwagen.“

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