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NicaraguaJahrbuch der Zeugen Jehovas 2003
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Doris Niehoff kam 1957 nach Nicaragua. Sie schildert ihre ersten Eindrücke wie folgt: „Es war Ende März, Trockenzeit und die Landschaft sah braun aus. Autos gab es damals kaum. Stattdessen ritt jeder auf einem Pferd und trug ein Gewehr bei sich. Ich kam mir vor wie in einem Western. In jenen Tagen waren die Menschen entweder ganz reich oder ganz arm — die meisten waren jedoch arm. Was alles noch verschlimmerte, war der Umstand, dass Nicaragua wegen eines Gebietsanspruchs mit Honduras Krieg führte. Sechs Monate vor meiner Ankunft war Präsident Somoza García ermordet worden und im Land herrschte Kriegsrecht.
Ich war in die Universitätsstadt León geschickt worden. Da ich kaum Spanisch verstand, hatten die Studenten ihren Spaß daran, mir Streiche zu spielen. Wenn ich zum Beispiel versprach wiederzukommen, um mit einigen über die Bibel zu sprechen, waren sie zwar einverstanden, lachten aber, wenn sie mir ihren Namen nannten. Einer gab den Namen des Präsidentenmörders an, ein anderer den eines bekannten Guerillakämpfers. Es war ein wahres Wunder, dass ich nicht im Gefängnis landete, als ich mich nach den Studenten mit diesen Namen erkundigte.“
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NicaraguaJahrbuch der Zeugen Jehovas 2003
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[Bild auf Seite 76]
Doris Niehoff
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