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    Der Wachtturm 1990 | 15. Februar
    • Eine „bestimmte Zeit“

      19. Warum ist es logisch, das Passah und das Abendmahl des Herrn miteinander in Verbindung zu bringen?

      19 Jesus hatte erklärt: „Ich habe sehnlich begehrt, dieses Passah mit euch zu essen, bevor ich leide“ (Lukas 22:15). Danach umriß er das Abendmahl des Herrn, das seine Nachfolger zum Gedenken an seinen Tod feiern sollten (Lukas 22:19, 20). Das Passah fand einmal im Jahr statt. Somit ist es vernünftig, auch das Abendmahl des Herrn jährlich zu feiern. Wann? Logischerweise im Frühjahr zur Passahzeit, aber nicht jeweils an einem Freitag — weil Jesus an diesem Wochentag starb —, sondern an dem Tag, auf den der 14. Nisan (des jüdischen Kalenders) fällt.

      20. Warum sind Jehovas Zeugen am 14. Nisan interessiert?

      20 Paulus hatte also den 14. Nisan im Sinn, als er schrieb: „Sooft ihr dieses Brot eßt und diesen Becher trinkt, verkündigt ihr immer wieder den Tod des Herrn, bis er gekommen ist“ (1. Korinther 11:26). Während der folgenden zweihundert Jahre hielten viele Christen am 14. Nisan fest. Sie wurden als Quartodezimaner (von dem lateinischen Wort für „vierzehnter“) bekannt. M’Clintock und Strong schreiben: „Die Kirchen Kleinasiens feierten den Tod des Herrn an dem Tag, der dem 14. Tag des Monats Nisan entsprach, an welchem Tag nach Auffassung der gesamten Kirche des Altertums die Kreuzigung stattfand.“ Heute feiern Jehovas Zeugen das Abendmahl des Herrn jährlich an dem Tag, der dem 14. Nisan entspricht. Einigen ist jedoch aufgefallen, daß es sich dabei um ein anderes Datum handeln kann als das, an dem die Juden das Passah feiern. Wieso?

      21. Wann sollte das Passahlamm geopfert werden, aber was tun die Juden heute?

      21 Für die Hebräer begann der Tag bei Sonnenuntergang (etwa 18 Uhr) und endete am nächsten Tag bei Sonnenuntergang. Gott gebot, das Passahlamm am 14. Nisan „zwischen den zwei Abenden“ zu schlachten (2. Mose 12:6). Wann war das? Heutige Juden halten an der rabbinischen Ansicht fest, das Lamm sei gegen Ende des 14. Nisan zu schlachten gewesen, zwischen dem Zeitpunkt, an dem sich die Sonne zu neigen beginnt (etwa 15 Uhr), und dem eigentlichen Sonnenuntergang. So kommt es, daß sie ihren Seder nach Sonnenuntergang feiern, wenn bereits der 15. Nisan begonnen hat (Markus 1:32).

      22. Aus welchem Grund kann das Datum des Gedächtnismahls von dem der jüdischen Passahfeier abweichen? (Markus 14:17; Johannes 13:30).

      22 Aus gutem Grund verstehen wir jedoch die Zeitangabe anders. Gemäß 5. Mose 16:6 wurde das Volk Israel eindeutig angewiesen: „Du [sollst] schlachten das Peßach [Passah] am Abend bei Sonnenuntergang“ (Zunz). Das läßt darauf schließen, daß sich der Ausdruck „zwischen den zwei Abenden“ auf die Zeit zwischen Sonnenuntergang (mit dem der 14. Nisan beginnt) und dem Eintritt der Dunkelheit bezieht. So verstanden ihn die Karäerb, und so verstehen ihn auch die Samaritanerc bis auf den heutigen Tag. Ein Grund, weshalb sich das Datum für unser Gedächtnismahl manchmal vom Datum des jüdischen Passahs unterscheidet, besteht darin, daß wir akzeptieren, daß das Passahlamm „zu seiner bestimmten Zeit“ am 14. Nisan geschlachtet und gegessen werden sollte, nicht am 15. Nisan (4. Mose 9:2-5).

      23. Warum werden dem jüdischen Kalender Monate hinzugefügt, und wie gehen die heutigen Juden dabei vor?

      23 Ein weiterer Grund, weshalb unser Datum von dem der Juden abweichen mag, besteht darin, daß sie sich nach einem im voraus aufgestellten Kalender richten — ein Kalender, der nicht vor dem vierten Jahrhundert u. Z. eingeführt wurde. Nach diesem Kalender können sie Jahrzehnte oder Jahrhunderte im voraus Daten wie den 1. Nisan oder bestimmte Festzeiten festsetzen. Zudem mußte dem alten Mondkalender gelegentlich ein 13. Monat hinzugefügt werden, damit er mit den Jahreszeiten übereinstimmte. Diese Hinzufügung erfolgt bei dem gegenwärtigen jüdischen Kalender zu festgesetzten Zeiten, und zwar während einer 19-Jahr-Periode im 3., 6., 8., 11., 14., 17. und 19. Jahr.

      24, 25. (a) Wie hat man zur Zeit Jesu Monate festgesetzt und notwendige zusätzliche Monate bestimmt? (b) Wie wird das Datum für das Abendmahl des Herrn von Jehovas Zeugen festgesetzt?

      24 Wie jedoch Emil Schürer schreibt, „haben sie [die Juden] im Zeitalter Jesu Christi überhaupt noch keinen fixirten Kalender besessen, sondern aufgrund ganz empirischer Beobachtung jedesmal mit dem Erscheinen des Neumondes einen neuen Monat angefangen, und ebenfalls auf Grund jedesmaliger Beobachtung“ je nach Bedarf einen Monat eingeschoben. „Wenn man ... gegen Schluss des Jahres merkte, dass das Passa vor die Frühjahrs-Tag- und Nachtgleiche [um den 21. März] fallen würde, so wurde die Einschaltung eines Monates vor dem Nisan verfügt“ (Geschichte des jüdischen Volkes im Zeitalter Jesu Christi, 1901, 1. Band). Der zusätzliche Monat ergab sich somit ganz natürlich und wurde nicht willkürlich hinzugefügt.

      25 In Übereinstimmung mit dieser alten Methode setzt die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas das Datum für das Abendmahl des Herrn fest. Als 1. Nisan wird der Tag bestimmt, an dem der Neumond, der der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche am nächsten kommt, bei Sonnenuntergang in Jerusalem wahrscheinlich gesehen werden kann. Zählt man 14 Tage weiter, so kommt man zum 14. Nisan, der dem Tag des Vollmonds entspricht. (Siehe Wachtturm vom 15. September 1977, Seite 575.) Gestützt auf diese biblische Methode, sind Jehovas Zeugen auf der ganzen Erde davon unterrichtet worden, daß die Feier des Gedächtnismahls in diesem Jahr am 10. April nach Sonnenuntergang stattfinden wird.

      26. Welche weiteren Aspekte des Abendmahls des Herrn verdienen unsere Aufmerksamkeit?

      26 Das Datum entspricht dem 14. Nisan, an dem Jesus das letzte gültige Passah feierte.

  • Vom Seder zur Rettung
    Der Wachtturm 1990 | 15. Februar
    • b M’Clintock und Strong bezeichnen sie als „eine der ältesten und bemerkenswertesten Sekten der jüdischen Synagoge; sie zeichneten sich durch die Lehre des strikten Festhaltens am Buchstaben des geschriebenen Gesetzes aus“.

      c „Sie schlachten das Tier am Abend ... Um Mitternacht ißt jede Familie das Fleisch ... und verbrennt dann das übriggebliebene Fleisch und die Knochen vor dem Morgen ... Einige Gelehrte äußerten die Vermutung, daß die Religion der Samaritaner der biblischen Religion sehr ähnlich gewesen sein mag, bevor diese vom rabbinischen Judaismus umgestaltet wurde“ (Baruch M. Bokser, The Origins of the Seder).

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