-
Kenia und benachbarte LänderJahrbuch der Zeugen Jehovas 1992
-
-
In Südafrika bereiteten sich inzwischen die Pioniere Robert Nisbet und David Norman darauf vor, das waghalsige Unternehmen fortzusetzen. Robert Nisbet erinnert sich noch daran, daß man ihm gleich, nachdem er, von Schottland kommend, in Kapstadt eingetroffen war, 200 Kartons mit Literatur zeigte, die zum Versand nach Ostafrika bereitstanden. Das waren fünfmal so viele, wie die Brüder Smith dorthin mitgenommen hatten!
Robert und David schützten sich vor Malaria, indem sie unter Moskitonetzen schliefen und täglich eine große Dosis Chinin einnahmen. So begannen sie am 31. August 1931 in Daressalam, der Hauptstadt Tanganjikas, ihren Predigtfeldzug. Das war keine leichte Aufgabe. Bruder Nisbet erzählt: „Das grelle Sonnenlicht auf dem Straßenpflaster blendete uns, es herrschte eine unerträgliche Schwüle, und auf dem Weg zu unseren Besuchen waren wir mit Literatur schwer beladen. Das waren nur einige der Schwierigkeiten, mit denen wir fertig werden mußten. Doch wir waren jung und kräftig und taten es gern.“
Die beiden Pioniere sprachen in Geschäften, Büros und Wohnungen vor und gaben in zwei Wochen fast 1 000 Bücher und Broschüren ab. Darunter befanden sich auch viele sogenannte „Regenbogensätze“, die aus 9 verschiedenfarbigen Büchern und 11 bibelerklärenden Broschüren bestanden. Es dauerte nicht lange, und die katholische Kirche machte bekannt, daß es allen Katholiken verboten sei, derartige Literatur im Haus zu haben.
Von Daressalam ging es weiter nach Sansibar, einer Insel, die etwa 40 km von der Küste entfernt liegt und einst ein wichtiges Zentrum des Sklavenhandels war. Die gleichnamige Hauptstadt der Insel mit ihren verwinkelten Gassen war ständig mit dem Aroma von Gewürznelken erfüllt, denn Sansibar war der Hauptexporteur dieses Gewürzes. Auf der Insel wohnte damals eine viertel Million Menschen, und den größten Anteil stellten die suahelisprachigen Muslime. Da die Pioniere nur englische Literatur bei sich hatten, ließen sie sie meistens bei englischsprechenden Indern und Arabern zurück.
Nach ihrem zehntägigen Aufenthalt in Sansibar bestiegen sie ein Schiff nach Mombasa, um von dort weiter ins Hochland von Kenia zu reisen. Von Mombasa aus fuhren sie mit dem Zug und bearbeiteten so das Gebiet entlang der Eisenbahnlinie bis zum südlich des Äquators liegenden Victoriasee.
Dann setzten sie ihre Reise mit dem Schiff fort und kamen nach Kampala, der Hauptstadt Ugandas. Dort verbreiteten sie viele Bücher und nahmen Abonnements für Das Goldene Zeitalter (heute Erwachet!) auf. Ein Mann sah, wie sein Freund begeistert in dem Buch Regierung las. Er reiste 80 km weit, um die Brüder zu finden, und kaufte alle Bücher, die er bekommen konnte; außerdem abonnierte er Das Goldene Zeitalter.
Dann ging es über Jinja und Kisumu am Victoriasee zurück nach Mombasa. Dort verbreiteten die beiden Pioniere wiederum viel Literatur, und sie hielten zwei biblische Vorträge, die von vielen Menschen aus Goa besucht wurden. Von dort fuhren Bruder Nisbet und Bruder Norman mit dem Schiff die 5 000 km nach Kapstadt zurück. Sie hatten insgesamt über 5 000 Bücher und Broschüren verbreitet und zahlreiche Abonnements aufgenommen.
-
-
Kenia und benachbarte LänderJahrbuch der Zeugen Jehovas 1992
-
-
[Bild auf Seite 76]
David Norman und Robert Nisbet 1931 in Durban (Südafrika) kurz vor Antritt ihrer Schiffsreise nach Daressalam
-