-
NorwegenJahrbuch der Zeugen Jehovas 2012
-
-
Eine von ihnen war Svanhild Neraal. Sie machte sich 1946 auf den Weg in die Finnmark im Norden Norwegens. 1941 war sie mit Solveig Løvås zusammen in dieser Ecke des Landes als Pionierin gewesen und hatte miterlebt, wie Kirkenes und Vardø ausgebombt wurden. Ihr gingen die Interessierten dort nicht aus dem Sinn, deshalb kehrte sie jetzt in das mittlerweile vom Krieg zerstörte Kirkenes zurück. Die Leute fassten sich an den Kopf und fragten sie, wie sie bloß auf die Idee gekommen sei, zu ihnen zu ziehen, wo sie doch gar nicht wüsste, wo sie unterkommen könnte.
Doch Svanhild vertraute auf Jehova. Im ersten Winter schlief sie in einem kleinen Haus, in dem fünf Personen wohnten, auf dem Küchenboden. Die Nachkriegszeit war eine schlimme Zeit und sie musste viele Härten ertragen. Wie oft stand sie eine Ewigkeit im Schnee und Eisregen, weil das Boot, auf das sie wartete, später als geplant kam — wenn es überhaupt kam!
Aber sie erlebte viel Interessantes im Dienst. Zum Beispiel bei dem Volksstamm der Samen. Diese Menschen lebten sehr abgelegen. Fuhr kein Bus zu ihnen, dann nahm sie ein Flussschiff oder das Fahrrad. Die gastfreundlichen Samen luden sie meist in ihre Zelte aus Rentierhaut ein und hörten sich aufmerksam an, was sie ihnen durch einen Dolmetscher zu sagen hatte. Oft wurde sie auch zum Mittagessen eingeladen. Da gab es dann Rentierfleisch. Einige, denen Svanhild von der guten Botschaft erzählte, nahmen später die Wahrheit an.
Kjell Husby, der in dieser Zeit im Bethel arbeitete, erzählte, dass sie immer genau wussten, wo Svanhild gerade unterwegs war. Sie sahen das nämlich an den Abonnement-Adressen. In den drei Jahren in der Finnmark nahm Svanhild doch tatsächlich 2 000 Wachtturm-Abonnements auf und gab 2 500 Bücher ab!
-
-
NorwegenJahrbuch der Zeugen Jehovas 2012
-
-
[Bild auf Seite 130]
Svanhild Neraal (1961)
-