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NorwegenJahrbuch der Zeugen Jehovas 2012
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DIE GUTE BOTSCHAFT STÖSST AUF HÖRENDE OHREN BEI DEN SAMEN
Zwei, drei Jahrzehnte lang versuchten Pioniere und andere Verkündiger, den Menschen, die zum Volksstamm der Samen gehörten, die gute Botschaft näherzubringen — sogar den Rentierhirten auf der Hochebene Finnmarksvidda. Neben ihrer Muttersprache Sami sprachen die meisten Samen zwar auch Norwegisch, aber mitunter war doch ein Dolmetscher nötig. Einer der ersten Zeugen, die wirklich viel in Sami predigten, war Aksel Falsnes. Er hatte samisches Blut in sich und konnte Sami, Norwegisch und Finnisch. Wie hatte er die Wahrheit kennengelernt? Durch seine Schwester. Sie lebte im Süden Norwegens, war Zeugin Jehovas geworden und hatte ihm eine unserer Publikationen zugeschickt. Fasziniert las er sie durch. Allerdings gab es damals in dem Teil der Provinz Troms, wo er lebte, keinen einzigen Zeugen! Doch 1968 bekam er Besuch von einigen Pionieren und einem Kreisaufseher und machte dank ihrer Hilfe richtig schön Fortschritte.
Er wurde ein engagierter Prediger. Wie oft packte er schon in aller Frühe sein Fahrrad aufs Ruderboot, paddelte durch den Fjord und radelte dann von einer Siedlung zur anderen! Seine Samikenntnisse waren Gold wert: Bis in die hintersten Winkel der Finnmark konnte er den Samen vieles von der Bibel erzählen.
Aksel war zäh: Um auch in den entferntesten Gegenden predigen zu können, legte er Hunderte Kilometer zurück — und zwar auf Skiern! Einmal fuhr er im tiefsten Winter von Karasjok über eine Hochebene nach Kautokeino und dann weiter nach Alta. Alles, was er dabeihatte, war ein einfacher Rucksack mit ein paar persönlichen Sachen und etwas Literatur — mehr ging nicht. Nach einigen Wochen und rund 400 Kilometern auf Skiern (!) kam er bei Freunden in Alta an.
Anfang der 70er-Jahre nahmen etliche Samen die Wahrheit an: In Hammerfest zum Beispiel studierten eine samische Frau und ihr Mann die Bibel. Auch einige ihrer Verwandten in Alta wurden neugierig. Daher fingen Arne und Marie Ann Milde, die dort im Sonderdienst waren, mit ihnen ein Bibelstudium an. Oft machten 10 bis 12 Personen mit. Ungefähr die Hälfte von ihnen wurden Zeugen.
„Es ist gar nicht so ohne, den Samen zu predigen“, meint Hartvig Mienna über seine Landsleute. Da viele von ihnen sehr abgeschieden leben, fährt dieser Pionier aus Alta oft mit dem Schneemobil zu ihnen. „Wir haben sehr weite Strecken zurückzulegen. Außerdem hängen viele sehr an ihren Traditionen. Andererseits sind sie sehr gastfreundlich und wir konnten schon mehrere Bibelstudien anfangen.“
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NorwegenJahrbuch der Zeugen Jehovas 2012
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[Bild auf Seite 142]
Mit dem Schneemobil zum Predigen bei den Samen: Hartvig Mienna mit einigen anderen
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