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NorwegenJahrbuch der Zeugen Jehovas 2012
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MIT DEM BOOT AUF „FISCHFANG“
Als man in Norwegen anfing zu predigen, war die große Frage, wie man wohl die verstreut lebenden Einwohner auf den zahllosen Inseln und in den abgelegenen Küstengebieten erreichen konnte. 1928 kaufte man daher ein Motorboot, das für die zerklüftete Küste Norwegens robust genug war und zwei bis drei Pionieren Platz bot. Aber wer sollte so ein Boot navigieren? Gut, dass es Karl Gunberg gab! Er war nicht nur ein erfahrener Pionier, sondern brachte als ehemaliger Marineoffizier und Navigationsausbilder auch genau die richtigen Kenntnisse mit. Mit dem ersten Boot — der Elihu — stachen die Brüder von Oslo aus in Richtung Süden in See und machten unterwegs in den Häfen halt. Allerdings zerschellte das Boot 1929 in einer stürmischen Winternacht bei Stavanger. Die Brüder konnten sich jedoch glücklicherweise an Land retten.
1931 kaufte man ein neues Boot, die Ester, mit der man die nächsten sieben Jahre die Westküste und Nordnorwegen bearbeitete. Zur Besatzung gehörten anfangs wieder unser Steuermann Karl und zwei weitere Brüder. 1932 hatte er jedoch das Gefühl, für solche Abenteuer langsam zu alt zu werden, und beschloss, das Seemannsdasein aufzugeben. Er übergab das Ruder Johannes Kårstad und ging als Pionier in den Osten Norwegens. Ab 1938 gab es schließlich ein neues Pionierboot, die Ruth. Sie konnte aber nur bis 1940 eingesetzt werden, denn dann durchkreuzte der Zweite Weltkrieg die Reisepläne unserer seefahrenden Pioniere. Bis dahin hatten sie jedoch schon viele Gebiete erreicht und überall viel Literatur zurückgelassen. Allein 1939 gaben Andreas Hope und Magnus Randal über 16 000 Bücher, Broschüren und Zeitschriften ab und ließen 1 072 Mal das Grammofon laufen, sodass insgesamt 2 531 Personen einen Vortrag hören konnten.
Die Brüder erlebten aber nicht nur viel Schönes im Predigtdienst, sondern genossen auch traumhafte Natureindrücke. Andreas Hope erzählt zum Beispiel über eine Reise in Richtung Norden: „Tag für Tag fuhren wir von einem Fjord zum anderen, vorbei an hohen Steilhängen, durch eine unberührte, majestätische Landschaft. Es war atemberaubend schön.“ Im Winter konnten sie oberhalb des nördlichen Polarkreises den „unglaublich faszinierenden Tanz der Nordlichter“ (Aurora borealis) bestaunen und im Sommer fesselte sie das „helle Leuchten der Mitternachtssonne“.
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NorwegenJahrbuch der Zeugen Jehovas 2012
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[Kasten/Bild auf Seite 113]
Er hielt sich an sein Versprechen
JOHANNES KÅRSTAD
GEBURTSJAHR: 1903
TAUFE: 1931
KURZPORTRÄT: War acht Jahre mit dem Pionierboot unterwegs
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Von 1931 bis 1938 war er mit dem Pionierboot Ester unterwegs, und danach ein Jahr auf der Ruth. Er schipperte die gesamte Küste entlang, bis hoch ins nördliche Tromsø.
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[Bilder auf Seite 114]
Karl Gunberg war Steuermann auf der „Elihu“
[Bilder auf Seite 115]
Johannes Kårstad kümmerte sich um die „Ester“
[Bilder auf Seite 116]
Andreas Hope und Magnus Randal waren mit der „Ruth“ unterwegs
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