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NorwegenJahrbuch der Zeugen Jehovas 2012
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BESCHLAGNAHMUNGEN, VERHAFTUNGEN, VERBOT
Trotz allem brauten sich dunkle Wolken zusammen. Immer wieder kam die deutsche Polizei ins Büro, fragte nach der Literatur und verhörte Bruder Öman. Ende 1940 zog sie das Buch Feinde ein, weil sich darin so manche Aussagen über den Faschismus und Nationalsozialismus fanden.
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NorwegenJahrbuch der Zeugen Jehovas 2012
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Schließlich beschlagnahmte man den gesamten Bestand der Broschüren Faschismus oder Freiheit und Herrschaft und Friede.
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NorwegenJahrbuch der Zeugen Jehovas 2012
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Im Juli 1941 holte die Gestapo dann überraschend zu einem Rundumschlag aus, um das Predigtwerk in Norwegen zu unterbinden. Fünf deutsche Polizisten kamen ins Bethel, stellten sicher, was an Literatur noch da war, und nahmen alle zum Verhör auf die Polizeihauptwache mit. Von da an hatte sich Bruder Öman 12 Wochen lang jeden Tag bei der Polizei zu melden.
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NorwegenJahrbuch der Zeugen Jehovas 2012
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Auch Olaf Skau in Oslo blieb nicht verschont. Die Polizei durchwühlte sein Haus, stellte sämtliche Bibeln, Publikationen und Grammofone sicher und versiegelte seinen Bücherschrank. Die Verkündigerkarten wurden allerdings nicht entdeckt, sie waren nämlich im Ofen versteckt. Einige Zeit später kam die Polizei mit einem Lkw wieder, um alles abzuholen — angeführt von dem gefürchteten SS-Untersturmführer Klaus Grossmann. Als Olaf ihn fragte, was sie mit den ganzen Büchern machen würden, meinte er nur: „Die stampfen wir ein.“
„Haben Sie denn gar keine Angst, sich mit Jehova anzulegen?“, fragte Bruder Skau.
„Der soll mir nur kommen!“, gab der SS-Mann arrogant zurück. Als die Deutschen vier Jahre später kapitulierten, beging Grossmann Selbstmord.
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Zu guter Letzt wurde das Haus, in dem das Büro für Norwegen untergebracht war, beschlagnahmt. Ehepaar Öman durfte dort wohnen bleiben, die anderen Betheliten dagegen mussten ausziehen.
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So konnten sie sich 1942 an zwei verschiedenen Orten in Oslo zur Gedächtnismahlfeier treffen! Die Freude der Brüder war übergroß, als sie insgesamt 280 Personen zählten, 90 nahmen von den Symbolen.
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