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Selbstmord — Die schleichende EpidemieErwachet! 2000 | 22. Februar
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Selbstmord — Die schleichende Epidemie
JOHN UND MARYa sind Ende Fünfzig und leben in den Vereinigten Staaten in einem kleinen Haus auf dem Land. John leidet an einem Emphysem sowie an Herzinsuffizienz und siecht langsam dahin. Mary kann sich ein Leben ohne John einfach nicht vorstellen, und sie kann es nicht mit ansehen, daß er immer hinfälliger wird und bei jedem Atemzug nach Luft ringt. Mary ist selbst auch nicht gesund und leidet schon seit Jahren unter Depressionen. John ist hellhörig geworden, weil Mary in letzter Zeit öfter von Selbstmord spricht. Sie wird durch die Depressionen und all die Medikamente, die sie einnimmt, immer verwirrter. Wie sie sagt, könne sie den Gedanken, einmal allein zu sein, nicht ertragen.
Im Haus stehen jede Menge Arzneimittel herum: Herztabletten, Antidepressiva, Beruhigungsmittel. Eines Tages geht Mary frühmorgens in die Küche und fängt an, Tabletten zu nehmen. Sie nimmt eine nach der anderen, bis John sie entdeckt und ihr die Tabletten wegnimmt. Während er den Rettungswagen ruft, fällt sie ins Koma. Er hofft sehnlichst, daß es für sie noch nicht zu spät ist.
Was die Statistik verrät
In den letzten Jahren ist viel darüber geschrieben worden, daß sich immer mehr junge Menschen das Leben nehmen — und solche Berichte sind auch angebracht, denn nichts ist tragischer als der sinnlose Tod eines verheißungsvollen jungen Menschen, der das Leben noch vor sich hat. Allerdings bleibt in den Schlagzeilen oft unerwähnt, daß die Selbstmordrate in den meisten Ländern mit zunehmendem Alter kontinuierlich steigt. Das ist, wie der Kasten auf dieser Seite zeigt, unabhängig davon, ob die Gesamtselbstmordrate in dem betreffenden Land hoch oder niedrig ist. Ein Blick auf die Statistik läßt auch erkennen, daß diese schleichende Epidemie globaler Natur ist.
Im Jahr 1996 meldeten die US-Zentren für Gesundheitsüberwachung, seit 1980 sei die Zahl der Selbstmorde unter Amerikanern ab 65 Jahren um 36 Prozent sprunghaft angestiegen. Zum Teil ist die Zunahme auf die größere Anzahl älterer Menschen zurückzuführen — aber eben nur zum Teil. Denn die eigentliche Selbstmordrate unter Personen ab 65 stieg allein 1996 um 9 Prozent an (zum ersten Mal in 40 Jahren). Nur Stürze und Verkehrsunfälle haben, was verletzungsbedingte Todesfälle angeht, mehr Menschenleben unter der älteren Bevölkerung in Amerika gefordert. In Wirklichkeit sollen diese beunruhigenden Zahlen sogar noch höher sein. „Man vermutet, daß die Suizidzahlen in den Statistiken, die auf Angaben auf den Totenscheinen beruhen, viel zu niedrig veranschlagt sind“, hieß es in dem Werk A Handbook for the Study of Suicide. Wie das Buch weiter ausführt, würden manche die eigentlichen Zahlen doppelt so hoch ansetzen wie in der Statistik.
Das Fazit? Die Vereinigten Staaten leiden wie viele andere Länder unter einer weitreichenden Selbstmordepidemie unter älteren Bürgern. Dr. Herbert Hendin, Experte auf diesem Gebiet, erklärt folgendes: „Obwohl die Selbstmordrate in den Vereinigten Staaten mit zunehmendem Alter kontinuierlich und deutlich ansteigt, hat man sich mit dem Selbstmord unter älteren Menschen wenig beschäftigt.“ Was ist der Grund dafür? Seiner Meinung nach liegt das zum Teil daran, daß die Suizidrate unter älteren Menschen schon immer hoch gewesen ist und deswegen „nicht die unvermittelte Besorgnis auslöst, die mit dem drastischen Anstieg der Suizidrate unter Jugendlichen einhergeht“.
Mit erschreckender Sorgfalt
Diese schockierenden Statistiken sind jedoch nur nackte Zahlen. Sie sagen nichts über die Einsamkeit eines Menschen aus, der ohne seinen geliebten Partner weiterleben muß, nichts über die Enttäuschung ob der verlorenen Selbständigkeit, über die Verzweiflung wegen einer langwierigen Krankheit, über die Leere zufolge einer chronischen Depression, über die Hoffnungslosigkeit wegen einer tödlichen Krankheit. Während ein Suizidversuch bei jungen Leuten oft eine Kurzschlußhandlung und eine Reaktion auf vorübergehende Probleme ist, haben ältere Menschen gewöhnlich das Gefühl, dauerhaften und unlösbaren Schwierigkeiten gegenüberzustehen. Sie gehen einen Selbstmord deshalb oft entschlossener an als junge Leute und verüben ihn mit erschreckender Sorgfalt — dies ist traurig, aber wahr.
„Unter älteren Menschen ist Selbstmord nicht nur weiter verbreitet, sondern auch der Selbsttötungsakt an sich unterscheidet sich zwischen Alt und Jung“, erklärt Dr. Hendin in seinem Buch Suicide in America. „Ziemlich deutlich verändert sich bei älteren Menschen insbesondere das Verhältnis von versuchtem Selbstmord zu tatsächlichem Selbstmord. Bei der Bevölkerung als Ganzes gesehen liegt das Verhältnis von Selbstmordversuch zu tatsächlichem Selbstmord schätzungsweise bei 10 zu 1, bei jungen Menschen (15—24 Jahre) schätzungsweise bei 100 zu 1 und bei Menschen über 55 Jahre schätzungsweise bei 1 zu 1.“
Was für ernüchternde Statistiken! Alt zu werden, zu erleben, wie die Kräfte schwinden, von Schmerzen geplagt zu sein und an Krankheiten zu leiden ist wirklich deprimierend. Kein Wunder, daß so viele Selbstmord begehen! Es gibt jedoch einen gewichtigen Grund, warum einem das Leben viel bedeuten sollte — selbst unter extrem schwierigen Bedingungen. Lesen wir einmal, wie es mit Mary, über die zu Anfang berichtet wurde, weiterging.
[Fußnote]
a Die Namen wurden geändert.
[Übersicht auf Seite 3]
Selbstmordrate pro 100 000 Einwohner (nach Alter und Geschlecht)
Männer/Frauen zwischen 15 und 24 Jahren
8,0/2,5 Argentinien
4,0/0,8 Griechenland
10,1/4,4 Japan
7,6/2,0 Mexiko
53,7/9,8 Rußland
19,2/3,8 Ungarn
23,4/3,7 Vereinigte Staaten
Männer/Frauen ab 75 Jahren
55,4/8,3 Argentinien
17,4/1,6 Griechenland
51,8/37,0 Japan
18,8/1,0 Mexiko
93,9/34,8 Rußland
168,9/60,0 Ungarn
50,7/5,6 Vereinigte Staaten
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Ein neuer LebenswilleErwachet! 2000 | 22. Februar
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Ein neuer Lebenswille
MARY litt nicht nur unter Depressionen, sie hatte auch etliche andere gesundheitliche Probleme. Doch sie war in ihre Familie eingebettet und war weder Alkoholikerin, noch nahm sie Drogen. Marys Fall zeigt sehr gut, daß nicht alle Risikofaktoren vorhanden sein müssen, bevor jemand ernsthaft versucht, sich selbst zu töten.
Zunächst sah es so aus, als ließe sich an Marys Beispiel einmal mehr dokumentieren, wie entschlossen ältere Menschen ihrem Leben ein Ende setzen. Sie lag ein paar Tage im Koma, zeigte keinerlei Reaktionen und wurde auf der Intensivstation des örtlichen Krankenhauses betreut; ihre Vitalfunktionen waren nicht stabil. Ihr verstörter Mann John wich ihr kaum von der Seite. Die Ärzte bereiteten John und die Angehörigen darauf vor, daß Mary es möglicherweise nicht überstehen würde oder aber mit einem dauerhaften Gehirnschaden zu rechnen sei.
Mary bekam täglich Besuch von ihrer Nachbarin Sally, einer Zeugin Jehovas. „Ich habe die Familie eindringlich gebeten, die Hoffnung nicht aufzugeben“, erzählt Sally. „Meine Mutter ist zuckerkrank und lag vor etlichen Jahren wochenlang im Koma. Die Ärzte sagten uns, sie würde keinesfalls überleben. Aber sie überlebte doch. Ich nahm immer Marys Hand und redete mit ihr, so wie ich es mit meiner Mutter getan hatte, und mir war, als ob ich eine schwache Reaktion spürte.“ Am dritten Tag reagierte Mary stärker und schien andere sogar zu erkennen, wenngleich sie nicht sprechen konnte.
„Hätte ich es verhindern können?“
„John fühlte sich so entsetzlich schuldig“, sagt Sally. „Er war davon überzeugt, daß alles seine Schuld war.“ Das ist eine häufige Reaktion auf den Selbstmord oder den Selbstmordversuch eines geliebten Menschen. „Ich erinnerte ihn daran, daß sich Mary wegen Depressionen in Behandlung befunden hatte. Sie war krank und konnte nichts dafür, daß sie unter Depressionen litt, genausowenig, wie er etwas dafür konnte, daß er körperlich krank war.“
Angehörige von Menschen, die Selbstmord begangen haben, quält oft die Frage: „Wie hätte ich es verhindern können?“ Wer auf Alarmzeichen oder Risikofaktoren achtet, kann unter Umständen einen Selbstmordversuch verhindern. Aber falls nicht, darf er nicht vergessen, daß er nicht für die selbstzerstörerische Handlung eines anderen verantwortlich ist (Galater 6:5). Sich das vor Augen zu führen ist besonders wichtig, wenn der Betreffende durch sein suizidales Verhalten bei anderen Schuldgefühle hervorrufen möchte. Dr. Hendin, der bereits zuvor zitiert wurde, erklärt: „Man darf nicht vergessen, daß tödlich ausgehende Selbstmordversuche oft von Menschen ausgeführt werden, die hoffen, dadurch die Gefühle anderer beeinflussen oder manipulieren zu können, und das, obwohl sie selbst nicht erleben werden, ob sie damit Erfolg haben oder nicht.“
Außerdem weist Dr. Hendin auf folgenden Punkt hin: „Bei älteren Selbstmordpatienten sind oft erwachsene Kinder da oder ein Bruder oder eine Schwester oder ein Ehepartner, den der Patient beeinflussen, kontrollieren oder auch stärker in die Beschützerrolle drängen möchte. Die Forderungen des Patienten sind oft unerfüllbar, der Patient ist häufig nicht zu Zugeständnissen bereit, und auf weniger ernsthafte Selbstmordversuche folgt vielfach ein ernsthafter.“
Familienmitglieder, die sich in einer solchen Lage befinden, haben wahrscheinlich das Gefühl, unter einer extremen Belastung zu stehen, die ihre Kraft übersteigt. Sie sollten jedoch nie vergessen, daß Jehova Gott die Toten wieder auferwecken wird und daß unter ihnen durchaus geliebte Angehörige sein können, die sich auf Grund von Depressionen, Gemütskrankheiten oder aus Verzweiflung das Leben genommen haben. (Siehe „Was sagt die Bibel? Selbstmord — Ist eine Auferstehung möglich?“ im Erwachet! vom 8. September 1990, Seite 22, 23.)
Selbstmord ist zwar nicht zu rechtfertigen, aber es ist tröstlich, zu wissen, daß die Zukunft geliebter Menschen in der Hand eines Gottes liegt, der völlig versteht, daß Schwächen und Gebrechen jemand zu einer derartigen Verzweiflungstat treiben können. Die Bibel sagt über Jehova: „Wie die Himmel höher sind als die Erde, so ist seine liebende Güte übermächtig gegenüber denen, die ihn fürchten. So fern der Sonnenaufgang ist vom Sonnenuntergang, so weit hat er unsere Übertretungen von uns entfernt. Wie ein Vater seinen Söhnen Barmherzigkeit erweist, hat Jehova denen Barmherzigkeit erwiesen, die ihn fürchten. Denn er selbst kennt ja unser Gebilde, ist eingedenk dessen, daß wir Staub sind“ (Psalm 103:11-14).
Ein glücklicher Ausgang
Zwei Tage lang schwebte Mary zwischen Leben und Tod — doch sie überlebte. Nach und nach kam sie zu sich, und John konnte sie mit nach Hause nehmen, wo jetzt alle Medikamente sicher weggeschlossen sind. Mary begibt sich nun regelmäßig zur Kontrolle in therapeutische Behandlung; sie kann sich selbst nicht erklären und sich nicht einmal daran erinnern, welcher dunkle Impuls sie dazu trieb, etwas zu tun, was sie beinahe das Leben gekostet hätte.
Heute studiert Sally, die Nachbarin von John und Mary, jede Woche mit den beiden die Bibel. Sie haben aus der Bibel gelernt, daß alle Probleme, auch die, die insbesondere älteren Menschen so unlösbar erscheinen, von Gott sehr bald gelöst werden. „Natürlich ist ein Bibelstudium an und für sich kein Allheilmittel“, erklärt Sally. „Man muß sich selbst an Hand der Bibel davon überzeugen, daß diese Verheißungen wahr sind, und dann das, was man lernt, umsetzen. Aber ich denke, John und Mary haben jetzt eine echte Zukunftshoffnung.“
Wenn man nur schwarzsieht und eine echte Hoffnung haben möchte, könnte man sich mit Jehovas Zeugen in Verbindung setzen und sich wie John und Mary von ihnen beweisen lassen, daß es kein Problem gibt, das Gott in naher Zukunft nicht lösen kann oder nicht lösen wird. Egal, wie ausweglos die Situation jetzt aussieht, es gibt eine Lösung. Beschäftigen wir uns kurz mit der zuverlässigen Zukunftshoffnung, die vielen Menschen neuen Lebenswillen geschenkt hat.
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Eine zuverlässige HoffnungErwachet! 2000 | 22. Februar
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Eine zuverlässige Hoffnung
VOR nahezu 2 000 Jahren wurde Jesus, der oft als der größte Mensch, der je lebte, bezeichnet wird, zu Unrecht zum Tode verurteilt. Während er am Marterpfahl hing, sagte ein Übeltäter, der neben ihm hing, spottend: „Bist du nicht der Christus? Rette dich selbst und uns.“
Ein anderer Übeltäter, der ebenfalls hingerichtet wurde, rügte den Mann daraufhin und sagte: „Fürchtest du Gott denn gar nicht, jetzt, da du im gleichen Gericht bist? Und wir allerdings gerechterweise, denn wir empfangen völlig das, was wir für unsere Taten verdienen; dieser aber hat nichts Ungehöriges getan.“ Dann wandte er sich an Jesus und bat ihn: „Jesus, gedenke meiner, wenn du in dein Königreich kommst.“
Jesus gab zur Antwort: „Wahrlich, ich sage dir heute: Du wirst mit mir im Paradies sein“ (Lukas 23:39-43).
Jesus hatte eine wunderbare Hoffnung. Der Apostel Paulus schrieb über die Wirkung dieser Hoffnung auf Jesus: „Für die vor ihm liegende Freude erduldete er einen Marterpfahl, der Schande nicht achtend“ (Hebräer 12:2).
Zu der „Freude“, die vor Jesus lag, gehörte, wieder bei seinem Vater im Himmel leben zu können und schließlich der Herrscher des Königreiches Gottes zu sein. Außerdem würde er die Freude haben, etliche seiner Nachfolger, die sich bewähren und sich als vertrauenswürdig erweisen würden, im Himmel willkommen zu heißen, wo sie mit ihm als Könige über die Erde regieren werden (Johannes 14:2, 3; Philipper 2:7-11; Offenbarung 20:5, 6). Was meinte Jesus wohl, als er dem reuevollen Übeltäter versprach, er werde im Paradies sein?
Welche Hoffnung gibt es für den Übeltäter?
Dieser Mann kam nicht dafür in Frage, mit Jesus im Himmel zu regieren. Er gehörte nicht zu den Personen, zu denen Jesus sagte: „Ihr ... seid es, die in meinen Prüfungen mit mir durchgehalten haben; und ich mache einen Bund mit euch, so wie mein Vater einen Bund mit mir gemacht hat, für ein Königreich“ (Lukas 22:28, 29). Dennoch versprach Jesus dem Übeltäter, er werde mit ihm im Paradies sein. Wie wird sich diese Verheißung erfüllen?
Jehova Gott setzte die ersten Menschen, Adam und Eva, in ein Paradies, einen Garten der Wonne, den man Eden nannte (1. Mose 2:8, 15). Der Garten Eden befand sich auf der Erde, und Gottes Vorsatz bestand darin, daß die ganze Erde ein Paradies werden würde. Adam und Eva gehorchten Gott allerdings nicht und wurden aus ihrer wunderschönen Heimat vertrieben (1. Mose 3:23, 24). Jesus gab jedoch zu verstehen, daß das Paradies wiederhergestellt und über die ganze Erde ausgedehnt werden wird.
Als der Apostel Petrus Jesus fragte, welchen Lohn er und die anderen Apostel dafür erhalten würden, daß sie ihm nachfolgten, versprach Jesus ihm: „In der Wiedererschaffung, wenn sich der Menschensohn auf seinen Thron der Herrlichkeit setzt, werdet auch ihr selbst, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen“ (Matthäus 19:27, 28). Bedeutsamerweise wird im Bericht des Lukas, wo diese Unterhaltung ebenfalls geschildert wird, Jesus nicht mit der Formulierung „in der Wiedererschaffung“ zitiert, sondern mit den Worten „in dem kommenden System der Dinge“ (Lukas 18:28-30).
Wenn sich Jesus Christus daher zusammen mit denen, die mit ihm herrschen werden, im Himmel auf seinen herrlichen Thron setzt, wird er ein gerechtes neues System der Dinge errichten (2. Timotheus 2:11, 12; Offenbarung 5:10; 14:1, 3). Durch Christi himmlische Regierung wird der ursprüngliche Vorsatz Gottes, das Paradies auf die ganze Erde auszudehnen, verwirklicht werden.
Im Verlauf dieser Königreichsherrschaft wird Jesus das Versprechen gegenüber dem Verbrecher, der neben ihm starb, einlösen. Er wird ihn auferwecken; jener Mann wird ein irdischer Untertan Jesu werden. Dann wird er die Gelegenheit erhalten, Gottes Anforderungen zu erfüllen und für immer unter der Herrschaft des Königreichs zu leben. Über diese biblisch fundierte Aussicht, für immer im Paradies auf der Erde zu leben, kann man sich ohne Frage sehr freuen.
Das Leben kann einen Sinn haben
Stellen wir uns vor, was für einen Sinn diese großartige Hoffnung unserem Leben verleihen kann! Sie kann unser Denken vor den verheerenden Auswirkungen negativer Gedanken schützen. Der Apostel Paulus verglich diese Hoffnung mit einem wichtigen Bestandteil der geistigen Waffenrüstung. Wie er sagte, müssen wir die „Hoffnung auf Rettung“ wie einen „Helm“ aufsetzen (1. Thessalonicher 5:8; Psalm 37:29; Offenbarung 21:3, 4).
Diese Hoffnung ist lebenserhaltend. Statt im zukünftigen Paradies einsam zu sein, werden uns Freudentränen über die Wangen rollen, weil geliebte Menschen von „Gott, der die Toten auferweckt“, wieder zum Leben zurückgebracht werden (2. Korinther 1:9). Frustrationen wegen körperlicher Gebrechen, Schmerzen und Unbeweglichkeit werden vergessen sein, denn „der Lahme [wird] klettern wie ein Hirsch“. Das ‘Fleisch wird frischer werden als in der Jugend; man wird zu den Tagen seiner Jugendkraft zurückkehren’ (Jesaja 35:6; Hiob 33:25).
In dieser Zeit, in der „kein Bewohner ... sagen [wird]: ‚Ich bin krank‘ “, wird die Erinnerung an die Verzweiflung wegen einer langwierigen Krankheit verblassen (Jesaja 33:24). Die innere Leere auf Grund chronischer Depressionen wird sich in „auf unabsehbare Zeit“ dauernde „Freude“ verwandeln (Jesaja 35:10). Die Hoffnungslosigkeit wegen einer tödlichen Krankheit wird genauso der Vergangenheit angehören wie der Tod an sich, der alte Feind der Menschheit (1. Korinther 15:26).
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