-
Seite 2Erwachet! 1989 | 22. Mai
-
-
Seite 2
Wäge die folgenden Fragen sorgfältig ab
✔ HAST DU ES NÖTIG ABZUNEHMEN?
✔ MÖCHTEST DU ABNEHMEN?
✔ WIRST DU WERTLOSE NAHRUNG MEIDEN?
✔ WIRST DU KALORIEN ZÄHLEN?
✔ WIRST DU REGELMÄSSIG SPORT TREIBEN?
✔ WIRD DEIN STOFFWECHSEL MITHELFEN?
✔ SIND DEINE DRÜSEN AN DEINEM ÜBERGEWICHT SCHULD?
✔ SIND DEINE FETTZELLEN ZU GROSS?
✔ SIND SIE ZU ZAHLREICH?
✔ LIEGT ES AN DEN GENEN?
✔ IST DEIN ZIEL REALISTISCH?
✔ WIRST DU DEIN GEWICHT HALTEN?
KURZUM: WIE STARK IST DEINE WILLENSKRAFT UND DEINE AUSDAUER?
-
-
Ist der Kampf gegen die Pfunde vergebens?Erwachet! 1989 | 22. Mai
-
-
Ist der Kampf gegen die Pfunde vergebens?
DIESEN KAMPF ZU GEWINNEN IST NICHT SO LEICHT, WIE SCHLANKE MEINEN
DER Kampf wird an vielen Fronten ausgetragen. Durch Fasten wird man die Pfunde rasch los. Bei einer Nulldiät schwinden sie nur so dahin. Jogger verlieren sie beim Laufen. Bei Wanderern geht es langsamer. Andere zählen die Kalorien, die sie zu sich nehmen. Manche entscheiden sich für radikale Maßnahmen. Einige haben sich den Mund mit Draht verschließen lassen, um ihrer Willensschwäche beim Anblick von Speisen Herr zu werden. Durch Operationen hat man bestimmte Teile des Verdauungstrakts ausgeschaltet, die Aufnahmefähigkeit des Magens verringert und Fettpolster abgesaugt. Bei so vielen Möglichkeiten muß der Sieg doch sicher sein.
Aber so schnell geht es nicht! Fettzellen, die einmal besiegt wurden, greifen von neuem an. Die verlorenen Pfunde kehren oft mit Verstärkung zurück. Der Kampf geht hin und her, da zeitweilige Erfolge von entmutigenden Niederlagen abgelöst werden. Während sich der Kampf dahinschleppt, stellt sich Mutlosigkeit ein, und die müden Fastenden sind bereit zu kapitulieren. Das sollten sie aber nicht tun. Der Weg ist lang und beschwerlich, doch wer zäh durchhält, dem winkt der Sieg. Nimm also deinen Mut zusammen, und vergiß nicht: Je schwerer der Kampf, um so schöner der Sieg. Zu Beginn deines Kampfes gegen die überflüssigen Pfunde solltest du dich auch gegen einen Verlust deiner Selbstachtung und deines Selbstwertgefühls wappnen. Womöglich mußt du die Kränkungen und Vorurteile einer Gesellschaft erdulden, die vom Schlankheitswahn besessen ist.
Du darfst gedankenlosen Gastgebern nicht nachgeben, die dich drängen, etwas zu essen, was von deinem Speiseplan gestrichen ist. Du mußt dir die Vorurteile grausamer Krittler anhören, die dich als Schlemmer hinstellen.a Erstere wollen dich mit Freundlichkeit entwaffnen; letztere verurteilen dich aufgrund deiner äußeren Erscheinung.
Leichthin gefällte Urteile Unwissender, wie zum Beispiel: „Wenn du nicht soviel essen würdest, hättest du kein Übergewicht!“, mußt du ignorieren. So einfach ist die Sache nicht; im Gegenteil, das Problem ist äußerst kompliziert. Es stimmt zwar, daß man, wenn man nicht mehr Kalorien zu sich nimmt, als man verbrennt, nicht zunimmt. In zahlreichen Fällen werden allerdings nicht alle aufgenommenen Kalorien verbrannt. Aus verschiedenen Gründen werden viele davon als Fett in Fettzellen gelagert. Der Übergewichtige würde auf verlorenem Posten stehen, wenn er keine Unterstützer hätte, die sich seiner Schwierigkeiten bewußt sind. Und diese Schwierigkeiten können in der Tat gewaltig sein.
Ehe man sich jedoch auf den Kampf einläßt, sollte man sich überlegen: Habe ich es überhaupt nötig abzunehmen? In manchen Ländern wird die Schlankheit zum Fetisch erhoben. Einige magern bis an den Rand der Unterernährung ab oder fallen in das Extrem der Magersucht (Anorexie) oder der Freß-Brech-Sucht (Bulimie). Wissenschaftler urteilen nicht nur nach dem Gewicht, sondern betrachten den prozentualen Anteil von Körperfett als besseren Gradmesser. Sie definieren Übergewicht als Fettsucht, wenn bei Männern 20 bis 25 Prozent des Körpergewichts aus Fett bestehen und bei Frauen 25 bis 30 Prozent.
Tabellen, die, gestützt auf die Körpergröße, lediglich ein bestimmtes Sollgewicht angeben, sind mit Sicherheit unzureichend. Ein Forscher sagte: „Die Tabellen lassen nicht erkennen, daß bei zwei Menschen mit demselben Gewicht und derselben Körpergröße der Fettanteil und der Körperbau sehr unterschiedlich sein können. Mageres Gewebe und Muskeln haben ein höheres spezifisches Gewicht als Fett, weshalb das Gewicht allein kein genauer Gradmesser für Gesundheit oder Fitneß ist.“ Eine zuverlässigere Richtschnur sind Tabellen ähnlich wie die auf Seite 7, bei denen Alter, Geschlecht und Körperbau berücksichtigt werden und eine Gewichtsspanne angegeben wird — obwohl auch solche Tabellen nicht ganz zureichend sind.
Viele halten Fettzellen für äußerst träge und meinen, sie würden im Körper nur unnötig Platz beanspruchen — und zwar viel zuviel Platz. Fettgewebe ist mehr als ein Depot für die Speicherung von Triglyceriden (Fetten). Etwa 95 Prozent des Fettgewebes sind Depotfett, doch die übrigen 5 Prozent verteilen sich auf Bindegewebe, Blut und Blutgefäße sowie Zellen, die am Stoffwechsel beteiligt sind. Diese Zellen können sehr gierig sein, wenn es darum geht, die Nährstoffe aus dem Blut der Kapillargefäße, die das Fettgewebe durchlaufen, in Fett umzuwandeln. Bestimmte Hormone fördern entweder den Fettaufbau oder die Freisetzung von Fett als Fettsäuren in das Blut für den Energiebedarf des Körpers. Statt träge zu sein, sind bei manchen Leuten — sehr zu ihrer Verzweiflung — die Fettzellen überaktiv.
In der Vergangenheit dachte man, daß Fettzellen, die der Körper einmal aufgebaut habe, nicht an Zahl, sondern nur an Größe zunehmen würden. Nach neueren Erkenntnissen stimmt dies nicht. In einer wissenschaftlichen Veröffentlichung heißt es: „Das Speichervermögen des Fettgewebes wird erstens dadurch erhöht, daß der Fettgehalt im Depotfett (Triglycerid) steigt, und zweitens dadurch, daß neue Fettzellen gebildet werden, wenn die vorhandenen Fettzellen bis zur vollen Kapazität gefüllt sind.“ Fettzellen, die fast leer sind, sind sehr klein, doch wenn immer mehr Fett hinzukommt, kann ihr Durchmesser um das Zehnfache anwachsen, was eine etwa tausendfache Zunahme des Volumens bedeutet.
Im Körper gibt es bestimmte Depots, wo sich Fett eher ansammelt. Bei Männern gehört die Taille dazu. Bei Frauen sind es die Hüften und die Oberschenkel. Beim Abnehmen verschwindet an diesen Stellen das Fett zuallerletzt. Forscher haben entdeckt, daß sich auf der Oberfläche der Fettzellen kleine Moleküle befinden, sogenannte Alpha- und Betarezeptoren. Die Alpharezeptoren regen die Fettbildung an; die Betarezeptoren fördern den Fettabbau. Die Rezeptoren, die die Fettbildung begünstigen, herrschen bei Frauen an den Fettzellen der Hüften und Oberschenkel vor und bei Männern an denen der Taille. Eine Frau verlor 15 Prozent ihres Körperfetts, aber ihre Hüften und ihre Oberschenkel blieben unverändert. Ein Mann speckte radikal ab, behielt aber seinen Bauch.
Kalorien zu zählen ist keine so einfache Lösung für Gewichtsprobleme, wie manch einer denkt. Kalorien sind nicht gleich Kalorien. Nimmt man 100 Kalorien in Form von Kohlenhydraten zu sich, so können 77 davon als Körperfett gespeichert werden — 23 werden bei der Verdauung der Kohlenhydrate verbrannt. Wenn man hingegen 100 Kalorien in Form von Butter aufnimmt, werden 97 als Fett gelagert — nur 3 werden beim Verdauen verbraucht. Der Grund: Speisefett ist mit Körperfett bereits chemisch verwandt und wird daher wesentlich leichter gespeichert. Nur Kalorien zu zählen reicht also nicht. Es spielt auch eine Rolle, woher die Kalorien kommen. Fett macht dicker — Kalorie für Kalorie — und ist weniger nahrhaft als Kohlenhydrate. Bei einer Studie nahmen Männer, die sieben Monate lang mit kohlenhydratreicher Nahrung gemästet wurden, 15 Kilo zu, wohingegen Männer, die mit fettreicher Nahrung gemästet wurden, in nur drei Monaten 15 Kilo zunahmen.
Bei Nulldiäten schmelzen die Pfunde rasch dahin, was aber häufig zu Komplikationen führt. In den 70er Jahren warb man für Nulldiäten mit Eiweißzufuhr, und Ende 1977 wurden fast 60 Todesfälle auf solche Radikalkuren zurückgeführt. Herzrhythmusstörungen gelten als unmittelbare Ursache vieler dieser Todesfälle. Die heutigen Fastenkuren sind insofern verbessert worden, als man nicht nur Eiweiß, sondern auch Kohlenhydrate, Fette, Vitamine und Mineralien zugibt. Dennoch haben solche kalorienarmen Diäten mit ihrem schnellen Gewichtsverlust ihre Schattenseiten.
Die drastische Kalorienherabsetzung bei radikalen Abmagerungskuren verlangsamt den Stoffwechsel — und zwar bereits nach 24 Stunden; nach zwei Wochen kann diese Verlangsamung 20 Prozent betragen. Ein Arzt, der über kalorienarme Fastenkuren befragt wurde, sagte: „Der Stoffwechsel stellt sich bei so wenig Kalorien auf Schneckentempo um, und man wird reizbar und müde. Außerdem betrifft der langfristige Gewichtsverlust bis zu 70 Prozent Muskelgewebe und nicht Fettgewebe.“ Fastende wollen aber Fett, nicht Muskeln verlieren. Muskelgewebe verbrennt die Kalorien am besten. Geht es verloren, dann verlangsamt sich der Grundumsatz — die Energiemenge, die der Körper für die Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen benötigt, wie zum Beispiel Atmung und Zellerneuerung. Dies sind etwa 60 bis 75 Prozent der Energie, die der Körper verbraucht.
Der verlangsamte Stoffwechsel ist der Grund, warum Fastende oft nach einigen Wochen strenger Diät nicht mehr abnehmen. Eine Frau, die mit 16 angefangen hatte, ihr Gewicht durch Abmagerungskuren niedrig zu halten, nahm nach der Geburt ihres ersten Kindes 10 Kilo zu, die sie aber bald wieder verlor. Nach der Geburt des zweiten Kindes wog sie 20 Kilo mehr und kam nicht mehr auf ihr früheres Gewicht zurück. Sie erzählt: „Einmal ging ich in eine Klinik, in der ich auf 500 Kalorien gesetzt wurde. Im ersten Monat verlor ich fünf Kilo, im zweiten eins und in den nächsten beiden Monaten gar nichts, obwohl ich mich genau an den Plan hielt. Als meine Kalorienzufuhr auf täglich 800 erhöht wurde, legte ich jede Woche ein Kilo zu, bis ich die sechs Kilo wieder zugenommen hatte, die ich so schwer losgeworden war. Es war zum Verzweifeln!“
Zu dem verlangsamten Stoffwechsel kann noch hinzukommen, daß ein Enzym — Lipoproteinlipase —, das die Fettspeicherung reguliert, nach einer Radikaldiät zu vermehrter Fettablagerung aktiviert wird. Aus diesen beiden Gründen haben einige, wenn sie wieder normal essen, bald wieder ihr ursprüngliches Gewicht. Tatsächlich ist das bei den meisten der Fall — bei 95 Prozent der Fettsüchtigen und 66 Prozent der Übergewichtigen allgemein. Aber das wiedererlangte Gewicht ist zum größten Teil Fett, nicht verlorenes Muskelgewebe. Dies bewirkt einen herabgesetzten Stoffwechsel, der wiederum die Fettspeicherung begünstigt.
Ein Forscher stellte fest, daß Personen, die bereits durch Diäthalten abgespeckt, dann aber wieder zugenommen hatten, bei späteren Abmagerungskuren schwerer abnahmen. „Kann durch Abmagerungskuren eine spätere Gewichtsabnahme behindert werden?“ fragte er sich. Man machte Tests mit fetten Ratten. Bei ihrer ersten Diätkur dauerte es 21 Tage, bis sie ihr Übergewicht verloren hatten, und 45 Tage, bis sie sich ihr vorheriges Gewicht wieder angefressen hatten. Beim zweiten Mal brauchten sie 46 Tage zum Abnehmen und nur 14 Tage zum Zunehmen — sie nahmen doppelt so langsam ab und dreimal so schnell wieder zu.
Verhält es sich bei Menschen ebenso? Bei geringer Kalorienzufuhr nahmen 111 Patienten durchschnittlich 1,4 Kilo in der Woche ab, doch verloren sie bei einem zweiten Versuch mit der gleichen Diät nur 1 Kilo in der Woche. Weitere Tests mit zwei anderen Gruppen bestätigten die Ergebnisse.
Viele Experten bezeichnen Fettleibigkeit als Krankheit, als genetisch bedingt oder erblich, und sie sagen, der Körper sei für ein bestimmtes Gewicht vorprogrammiert. Allerdings stimmen nicht alle Wissenschaftler dieser Theorie zu. In der Publikation Annals of the New York Academy of Sciences hieß es, daß das Übergewicht an sich, ungeachtet seiner Ursache, Veränderungen im Organismus bewirken kann: „Wenn der Zustand der Korpulenz erreicht ist, kann er durch sekundäre Stoffwechselveränderungen, die die Fettleibigkeit selbst verursacht, stabilisiert werden.“
Auch wird darin die Theorie von dem vorprogrammierten Gewicht in Frage gezogen: „Dieses Annal stützt keine der beiden Hypothesen.“ Als Ursache für Übergewicht werden Drüsenstörungen angegeben, besonders Funktionsstörungen der Schilddrüse, die beim Stoffwechsel eine wichtige Rolle spielt. Einige mutmaßen allerdings, eine solche Fehlfunktion könne durch zuviel Essen ausgelöst werden. Dr. Riggle aus Texas erklärt: „Die Schilddrüse und die Hypophyse regeln den Stoffwechsel. Doch darf man nicht übersehen, daß bei Menschen, die sich mangelhaft ernähren, diese Drüsen nicht die notwendigen Nährstoffe erhalten, um ihre Sekrete herzustellen. Somit können Drüsenstörungen durch eine unvernünftige Ernährung in Gang gesetzt werden.“
Zuviel essen ist der simple Grund, den viele, auch Forscher, für Fettleibigkeit anführen: „Bei den meisten Fettleibigen läuft jedoch die Gewichtszunahme und die Anhäufung von Fettgewebe in einem langwierigen und oft schleichenden Prozeß ab: übermäßige Kalorienzufuhr während einer ausreichenden Zeitspanne — weit mehr, als für die Muskel- und Stoffwechseltätigkeit gebraucht wird“ (Annals of the New York Academy of Sciences, 1987, Seite 343). Die gesundheitlichen Gefahren, denen sie sich aussetzen, sind ernüchternd:
„Fettsucht geht mit einer Reihe von Gesundheitsrisiken einher. Sie kann die Herz- und Lungentätigkeit beeinträchtigen, die endokrinen Funktionen verändern und emotionelle Probleme verursachen. Bluthochdruck, beeinträchtigte Glukosetoleranz und erhöhter Cholesterinspiegel sind bei Übergewichtigen häufiger als bei Normalgewichtigen. Es überrascht daher nicht, daß Fettleibigkeit bei Bluthochdruck, Schlaganfall, Typ-II-Diabetes, d. h. nichtinsulinabhängiger Diabetes mellitus, einigen Arten von Krebs und bei Gallenleiden zur Morbidität und Mortalität beiträgt. Auf lange Sicht gesehen, gilt Fettsucht auch als für sich stehender Risikofaktor bei arteriosklerotischen Herzkrankheiten“ (Journal of the American Medical Association, 4. November 1988, Seite 2547).
Das klingt bedrohlich, und zwar nicht nur wegen der großen Worte. Offensichtlich ist der Kampf gegen die Pfunde ein Kampf, den es zu gewinnen gilt. Gibt es Möglichkeiten, die einem helfen, den Sieg zu erringen?
[Fußnote]
a Eine biblische Abhandlung über Schlemmerei ist im Wachtturm vom 1. Mai 1986, Seite 31 zu finden.
[Herausgestellter Text auf Seite 4]
DIE FETTZELLEN BEI ÜBERGEWICHTIGEN SIND NICHT TRÄGE, SONDERN ÜBERAKTIV
[Herausgestellter Text auf Seite 5]
KANN DURCH ABMAGERUNGSKUREN EINE SPÄTERE GEWICHTSABNAHME BEHINDERT WERDEN?
[Herausgestellter Text auf Seite 6]
DIE GESUNDHEITLICHEN GEFAHREN SIND ERNÜCHTERND
[Übersicht auf Seite 7]
GEWICHTSTABELLE
Körpergröße Gewicht
cm leichter mittlerer schwerer
Körperbau Körperbau Körperbau
MÄNNER
157 58—61 59—64 63—68
160 59—62 60—65 64—69
163 60—63 61—66 64—71
165 61—64 62—67 65—73
168 62—65 63—69 66—74
170 63—66 64—70 68—76
173 64—67 66—71 69—78
175 64—69 67—73 70—80
178 65—70 69—74 72—82
180 66—71 70—75 73—84
183 68—73 71—77 74—85
185 69—74 73—79 76—87
188 70—76 74—81 78—89
191 72—78 76—83 80—92
193 74—80 78—85 82—94
FRAUEN
147 46—50 49—55 54—59
150 47—51 50—56 54—61
152 47—52 51—57 55—62
155 48—54 52—59 57—64
157 49—55 54—60 58—65
160 50—56 55—61 59—67
163 52—58 56—63 61—69
165 53—59 58—64 62—70
168 54—60 59—65 64—72
170 56—62 60—67 65—74
173 57—63 62—68 66—76
175 59—64 63—69 68—77
178 60—66 64—71 69—79
180 61—67 66—72 70—80
183 63—69 67—74 72—81
[Bildnachweis]
Nachdruck mit Genehmigung der Society of Actuaries und der Association of Life Insurance Medical Directors of America
-
-
Vier Wege zum SiegErwachet! 1989 | 22. Mai
-
-
Vier Wege zum Sieg
Als internationale Zeitschrift behandelt Erwachet! Probleme, die in verschiedenen Teilen der Welt vorherrschen. In gesundheitlichen und medizinischen Angelegenheiten empfehlen wir keine bestimmte Therapie.
DIE RICHTIGE NAHRUNG, ZUR RICHTIGEN ZEIT, IN DER RICHTIGEN MENGE, MIT DEM RICHTIGEN TRAINING
ÄRGERE dich nicht über deine Fettzellen. Sie leisten Erstaunliches. Sie haben eine wichtige Aufgabe. Aus Zucker und Fettsäuren stellen sie Fett her. Wenn sie mehr Speicherraum brauchen, dehnen sie sich aus. Falls dieser nicht ausreicht, werden neue Zellen gebildet und mit Fett ausgefüllt. Sie sind Wunderwerke, was die Speicherung von Energie in Form von Fett betrifft. Das ist ihre spezielle Aufgabe. In einem Pfund können sie fast 4 000 Kalorien speichern, während die Leber in einem Pfund ihres Energieträgers, des Glykogens, nur 300 Kalorien lagern kann.
Fettzellen empfangen und befolgen Signale. Sie polstern lebenswichtige Organe. Bei Bedarf geben sie ihre Energie als Brennstoff für die aktiven Zellen des Körpers frei. Zuweilen empfangen sie Alarmsignale und werden tätig. Wenn sie lebensbedrohliche Botschaften erhalten, ergreifen sie lebensrettende Maßnahmen. Sie beginnen ihr Fett zu horten, um es für die bevorstehende Krise in Reserve zu halten.
Man weiß heute, daß Fett eine wichtige, wenn auch noch nicht völlig erkannte Rolle im Immunsystem des Körpers spielt. Fettzellen können eine Falschmeldung empfangen und sie als Krise deuten; bei einer radikalen Abmagerungskur können die Fettzellen die gleiche Botschaft erhalten wie bei einer Hungersnot. Das Fett wird nicht abgebaut, sondern aufbewahrt, und die Kalorienfreigabe wird auf ein Mindestmaß beschränkt. Doch die Fettzellen können den Unterschied nicht feststellen. Sie reagieren so, wie sie programmiert sind. Sie horten ihre Energie, da sie mit einer bevorstehenden schweren Notlage rechnen. In der Zeitschrift Parents vom März 1987 wird eine mögliche Erklärung dafür gegeben: „Je öfter man Diät hält — je öfter sich der Körper auf eine Hungersnot einstellt —, um so zögernder geben die Fettzellen ihr kostbares Gut frei.“
Der Körper reagiert auf die Krise, indem er Muskeln in Glukose umwandelt — das Gehirn braucht die Glukose, sonst bricht der gesamte Organismus zusammen. Doch man möchte ja keine Muskeln verlieren, sondern Fett. Radikalkuren verhelfen nicht zum Sieg. Aber was hilft dann? Es gehört mehreres dazu: die richtige Nahrung zur richtigen Zeit in der richtigen Menge mit dem richtigen Training und die richtige Einstellung. Wer abnehmen will, muß das Steuer selbst in der Hand haben. Ob du das Ziel erreichst oder nicht, hängt von dir ab.
Die richtige Nahrung
Kalorienreiche und nährstoffarme Nahrungsmittel eignen sich nicht zum Abnehmen. Fette und einfache Zucker sind leere Kalorien. Die richtigen Nahrungsmittel zum Abspecken und für eine gesunde Ernährung sind komplexere Kohlenhydrate, Obst und Gemüse sowie Fisch und Geflügel.
„Eine weitere Methode zum Abnehmen“, schreibt die Encyclopedia of Common Diseases, „besteht darin, alles wegzulassen, was kein vollwertiges, nahrhaftes und naturbelassenes Nahrungsmittel ist. Außer Energie ... braucht der Körper ständig Eiweiß, Fett, Mineralien und Vitamine in optimalen Mengen für die Körperfunktionen und das Reparieren und Erneuern von Körperzellen. Wenn man vollwertige Nahrungsmittel ißt, kann man sicher sein, daß man die notwendigen Nährstoffe und keine ‚leeren‘ Kalorien zu sich nimmt.“
Die richtige Zeit
Die richtige Zeit ist nicht der Fernsehabend. Das unaufhörliche Knabbern hält stundenlang an. Man stopft fettige Kartoffelchips oder Erdnüsse, Kekse oder stark gezuckerte Süßigkeiten in sich hinein und damit Hunderte von leeren Kalorien. Es ist schwer, damit aufzuhören, da die Fette und Salz den Geschmack verstärken und da viele ein Verlangen nach Süßem haben.
Einige Ernährungswissenschaftler sind „zu der Überzeugung gelangt, daß der Körper weniger zur Fettspeicherung neigt, wenn man öfters kleinere Mengen zu sich nimmt — ohne die tägliche Nahrungszufuhr herabzusetzen. Sie haben auch festgestellt, daß die Mahlzeit, die am wichtigsten ist und daher die meisten Kalorien enthalten sollte, das Frühstück ist.“
Die richtige Menge
Nimm abwechslungsreiche Kost zu dir, und iß genügend. Wir haben erfahren, was passiert, wenn die Fettzellen durch Hungern in Panik geraten. Bei einem Experiment erhielten Ratten nur eine Mahlzeit am Tag. Während der Studie nahmen die Enzyme, die für die Fettspeicherung zuständig sind, um das Zehnfache zu. In dem Bericht hieß es: „Es war so, als ob ihr Organismus sagte: ‚Sobald ich mehr Nahrung erhalte, werde ich für den Fall, daß ich erneut unter diese Belastung gerate, mehr Fett lagern.‘“
„Wenn man abnehmen muß, darf man nicht den Fehler machen, zu fasten oder nur eine Mahlzeit am Tag zu essen (was im Grunde ein 23-Stunden-Fasten ist).“ Sei damit zufrieden, langsam abzunehmen — ein Pfund oder auch nur ein halbes Pfund in der Woche. Es hat lange gedauert, bis du das Fett angesetzt hast; deshalb braucht der Körper Zeit, es abzubauen. Iß also genug, damit die Fettzellen nicht alarmiert werden, sondern ihren Teil tun. Aber sei kein Schlemmer. Genug ist genug!
Und im Laufe der Jahre muß man sogar mit weniger auskommen. Mit zunehmendem Alter gehen Muskelzellen zurück und werden durch Fettzellen ersetzt. Da die magere Körpermasse am meisten Energie braucht, nimmt, wenn sie schwindet, der Energiebedarf ab, und der Stoffwechsel verlangsamt sich. Sofern nicht gleichzeitig die Nahrungszufuhr zurückgeht, wird Fett gespeichert. Und da sich ältere Menschen gewöhnlich weniger körperlich betätigen, wird noch mehr Nahrung in Körperfett umgewandelt. Doch ein Forscher sagte: „Man kann das intramuskuläre Fett wegtrainieren.“ Auch darf man nicht vergessen, daß die größten Anstrengungen nichtig sein können, wenn man von Zeit zu Zeit eine üppige Mahlzeit in sich hineinstopft.
Das richtige Training
Der Wissenschaftler Covert Bailey schreibt in seinem Buch Fit or Fat?: „Die letzte Abhilfe bei Fettleibigkeit ist Training. ... Es steht fest, daß Menschen, die regelmäßig Fitneßtraining betreiben, nicht dick werden. Wenn ich eine Pille gegen das Dickwerden anzubieten hätte, würden die Leute Schlange stehen, um sie zu kaufen. Ich biete eine solche Pille an; es sind nur 12 Minuten am Tag erforderlich, um sie zu schlucken!“ Nach den meisten Angaben sind jedoch mindestens 20 Minuten erforderlich, bis sich ein Erfolg einstellt.
Mit Fitneßtraining sind Ausdauerübungen gemeint, bei denen das Herz schnell schlägt, so daß der Körper reichlich mit Sauerstoff zur Fettverbrennung versorgt wird. In diesen Bereich fallen zum Beispiel Jogging, Seilspringen, Fahrradfahren und schnelles Gehen. Bevor man mit einem solchen Fitneßprogramm beginnt, sollte man allerdings einen Arzt zu Rate ziehen. Körperliche Betätigung wird von den meisten Ernährungsforschern angeraten, wie die folgenden Äußerungen zeigen.
Die Verlangsamung des Stoffwechsels, „die bei kalorienarmer Kost normalerweise auftritt, kann verhindert oder abgeschwächt werden, wenn körperliche Betätigung in das Programm aufgenommen wird“ (The Journal of the American Medical Association).
„Spezialisten sind sich einig, daß regelmäßige Übungen ein Schlüssel zum Abnehmen sind und zum Beibehalten des Gewichts. Bei einem guten kardiovaskulären Training hält die Steigerung des Stoffwechsels in Ruhelage noch 15 Stunden an, so daß selbst nach dem Training mehr Kalorien verbraucht werden“ (Parents).
„Bei jedem wirkungsvollen Gewichtskontrollprogramm ist körperliche Betätigung unerläßlich. Regelmäßiges Training ist wichtiger als intensives Training“ (Conn’s Current Therapy).
„Training verändert den Menschen. Es fördert den Stoffwechsel, vermehrt die Muskelmasse und die kalorienverbrauchenden Enzyme in den Muskeln und steigert die Verbrennung von Fett. ... Es ist auch erwiesen, daß trainierte Menschen einen leicht erhöhten Stoffwechsel haben. Selbst in Ruhelage verbrauchen sie mehr Kalorien als Fettleibige“ (Fit or Fat?).
Auf die Warnung, daß Übergewicht wegen des Risikos der Herzkrankheiten und des Bluthochdrucks die Lebenserwartung verkürzt, folgt die erfreuliche Meldung: „Ein Trost: Die schädlichen Auswirkungen des Übergewichts sind umkehrbar, wenn man abspeckt“ (The Encyclopedia of Common Diseases).
„Das Traurige bei den Fettsüchtigen“, sagt Bailey, „die oft behaupten, sie würden alles tun, absolut alles, um abzunehmen, ist, daß sie genau das ablehnen, was ihnen helfen würde. Sie lehnen richtige körperliche Betätigung ab.“
Kein Wunder, daß es so viele Gewichtsprobleme gibt, wenn man bedenkt, daß sowohl aus Eiweiß als auch aus Kohlenhydraten und aus Nahrungsfetten Körperfett hergestellt werden kann. „Fast alles, was man ißt“, erklärt Bailey, „kann, sofern es verdaulich ist, in Fett umgewandelt werden.“ Radikale Schlankheitskuren verändern die chemischen Körperfunktionen, so daß „man die chemischen Funktionen eines Fettleibigen übernimmt. Die Neigung zum Dickwerden ist dann größer als zuvor.“
Für die Verbrennung von Fett sind bestimmte Enzyme notwendig. Hat man diese Enzyme nicht, „wird man dick. Die Enzyme vermehren sich nur, wenn die DNS durch Training angeregt wird und man genug ißt, so daß Aminosäuren für die Biosynthese zur Verfügung stehen“, schreibt Bailey.
Mitunter brauchen die Muskeln plötzliche Energiestöße, wobei der Bedarf im Bruchteil einer Sekunde auf das Fünfzigfache ansteigt. Dafür sind Enzyme nötig, die die Energiereserven umwandeln können. Solche Enzyme kommen nur in Muskelzellen vor — es handelt sich um spezielle Enzyme, die sehr schnell Kalorien verbrauchen. 90 Prozent der Kalorien, die im Körper verbrannt werden, werden in den Muskeln verbrannt. Diese Enzyme befinden sich in den Mitochondrien der Muskelzellen, und bei körperlicher Beanspruchung kurbeln sie zur Energieversorgung die Verbrennung von Fetten im Muskelgewebe an.
Über diese Enzyme heißt es in Fit or Fat?: „Es wurde wiederholt nachgewiesen, daß durch regelmäßige Fitneßübungen tatsächlich Zahl und Größe der Mitochondrien in den Muskelzellen zunehmen. Weitere biochemische Studien haben bestätigt, daß durch Training die Stoffwechselenzyme in den Mitochondrien zunehmen.“ Ja, ohne Fitneßtraining verschwinden die Fettpolster nicht.
In den Boardroom Reports vom 15. Dezember 1988 wurden die Vorteile körperlicher Betätigung hervorgehoben: „Körperliche Untätigkeit verdoppelt das Risiko eines Herzinfarkts, und die Forscher reihen Leute mit sitzender Beschäftigung in dieselbe Risikogruppe für Herzinfarkt ein wie Raucher und Menschen mit Bluthochdruck oder erhöhtem Cholesterinspiegel.“ Weiter hieß es, daß das „Mitführen von Gewichten beim Joggen oder Gehen den gesundheitlichen Nutzen der körperlichen Betätigung entscheidend steigert“. Es wird empfohlen, mit Gewichten von einem halben Pfund anzufangen und ausladende Armbewegungen zu machen.
Achte auf Auslöser, die dich zum Naschen verleiten. Sei dir der Ausreden bewußt, die dich von deinen guten Vorsätzen abbringen. Sage sofort nein! Weise jede Versuchung entschieden zurück!
Du mußt siegen wollen. Sei dir bewußt, was du tun mußt, und halte dich daran. Nimm die richtige Nahrung in der richtigen Menge zu dir, und vertraue darauf, daß dein Körper sie richtig nutzt. Der Körper ist sehr anpassungsfähig. Er paßt sich dünner Gebirgsluft an, indem er mehr sauerstoffbefördernde rote Blutkörperchen herstellt — aber das braucht Zeit. Er paßt sich starker Sonnenbestrahlung an, indem er mehr Melanin produziert, um die Haut vor den ultravioletten Strahlen zu schützen — aber das braucht Zeit. Und er paßt sich einem Ausdauertraining an, indem er die Enzyme herstellt, die nötig sind, um mehr Fett zur Energieversorgung zu verbrennen — aber auch das braucht Zeit.
Sei geduldig. Das Zunehmen hat seine Zeit gedauert; überstürze es also nicht mit dem Abnehmen. Gehe dem Ziel Schritt für Schritt entgegen. Kleine tägliche Erfolge beim Essen und Trainieren machen die anfängliche Last zu einer Gewohnheit, und bald wird die Macht der Gewohnheit bewirken, daß du allmählich deiner Vorstellung von deinem neuen Ich näher kommst. Gewinne den Kampf gegen die Pfunde, und freue dich des Sieges.
[Bilder auf Seite 9]
Fitneßtraining drinnen:
Seilspringen
Radfahren auf der Stelle
[Bilder auf Seite 10]
Fitneßtraining im Freien:
Jogging
Zügiges Gehen
-