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  • Der Mensch und seine Liebe zu Gärten
    Erwachet! 1997 | 8. April
    • Der Mensch und seine Liebe zu Gärten

      FREUEN wir uns, wenn wir dem Lärm und der Hektik entfliehen und statt dessen die Ruhe und Friedlichkeit eines schönen Gartens genießen können? Wählen wir für ein Picknick mit der Familie oder für einen Spaziergang mit einem Freund einen ruhigen Park, in dem es Blumen, schattenspendende Bäume, Rasenflächen und Teiche gibt? Man kann wirklich sagen, daß Gärten und Parks eine wohltuende, erquickende, beruhigende und sogar gesundheitsfördernde Wirkung haben.

      Obwohl sich manch einer vielleicht vor der Arbeit scheut, die mit einem Garten verbunden ist — wahrscheinlich aus Zeitgründen —, hat doch jeder Freude an den Farben, Düften, Klängen und Früchten eines Gartens. Der frühere US-Präsident Thomas Jefferson, der auch Architekt, Wissenschaftler, Rechtsanwalt und Erfinder war, hegte eine große Liebe zu Gärten. Er schrieb: „Keine andere Beschäftigung ist so herrlich wie die Kultivierung des Bodens. ... Ich widme mich immer noch dem Garten. Obwohl ein alter Mann, bin ich im Herzen ein junger Gärtner geblieben.“

      Viele Personen sind der gleichen Ansicht wie Jefferson. Jedes Jahr strömen Millionen von Besuchern in berühmte Gärten wie die Kew Gardens (Königlicher Botanischer Garten, England), die Gärten in Kioto (Japan), die Schloßgärten in Versailles (Frankreich) und die Longwood Gardens in Pennsylvanien (USA). In vielen Ländern gibt es außerdem in den Städten Bezirke, wo Wohnhäuser an Alleen stehen und von Sträuchern, Bäumen und farbenprächtigen Blumen umgeben sind, was wie ein Miniaturparadies anmutet.

      Gärten können die Gesundheit fördern

      Es wurde beobachtet, daß es gesundheitsfördernd sein kann, eine Beziehung zur Natur zu haben, selbst wenn es nur ein Blick aus dem Fenster auf Blumen, Bäume, Sträucher und Vögel ist. Das brachte ein New Yorker Krankenhaus auf die Idee, auf dem Dach einen Garten anzulegen. Dieser sei begeistert aufgenommen worden, erklärte jemand vom Krankenhauspersonal. „Der Garten hebt sowohl bei den Patienten als auch beim Personal die Stimmung. ... Wir stellen fest, daß er viele therapeutische Möglichkeiten eröffnet.“ Tatsächlich haben Studien ergeben, daß es Körper, Geist und Gemüt guttut, wenn sich die Sinne an den Wechselspielen der Natur erfreuen.

      Zudem mag sich ein religiöser Mensch Gott näher fühlen, wenn er von dessen Schöpfungswerken umgeben ist. Dieser Aspekt des Gartens läßt sich bis in den allerersten Garten auf der Erde zurückverfolgen, den Garten Eden, wo Gott mit den Menschen sprach (1. Mose 2:15-17; 3:8).

      Die Liebe zu Gärten findet man überall. Und wie wir noch sehen werden, ist das bedeutsam. Bevor dieser Aspekt jedoch behandelt wird, wollen wir zunächst einen „Spaziergang“ durch einige historische Gärten machen, der uns zeigen wird, wie tief verwurzelt die Sehnsucht nach einem Paradies im Herzen von Menschen jeder Volkszugehörigkeit ist.

  • Ein Blick in berühmte Gärten
    Erwachet! 1997 | 8. April
    • Ein Blick in berühmte Gärten

      ES WAR in einem Garten, der in einer als Eden bezeichneten Landschaft lag, wahrscheinlich in der Nähe des Vansees in der heutigen Türkei, wo sich der Mensch zum ersten Mal eine Vorstellung vom Paradies machen konnte. Ein Strom, der sich in vier Flüsse teilte, bewässerte den Garten, den Adam und Eva ‘bebauen und pflegen’ sollten. Welche Freude es doch wäre, einen Garten zu versorgen, in dem „allerlei Bäume hervorwachsen, begehrenswert für den Anblick und gut zur Speise“! (1. Mose 2:8-15).

      Der Garten Eden war eine vollkommene Heimat. Adam und Eva und ihre Nachkommen sollten den Garten vergrößern, wobei ihnen sicherlich Gottes bezaubernde Gartengestaltung als Vorbild gedient hätte. Mit der Zeit wäre aus der ganzen Erde ein Paradies geworden, das für alle genug Platz geboten hätte. Doch der willentliche Ungehorsam unserer Ureltern führte dazu, daß sie von dem heiligen Ort vertrieben wurden. Alle ihre Nachkommen wurden traurigerweise außerhalb von Eden geboren.

      Dennoch hatte Gott den Menschen für das Leben in einem Paradies erschaffen. Daher war es logisch, daß künftige Generationen versuchen würden, sich eine paradiesähnliche Umgebung zu schaffen.

      Frühe Gärten

      Die Hängenden Gärten von Babylon sind als eines der Wunder der Antike gepriesen worden. König Nebukadnezar ließ vor über 2 500 Jahren für seine medische Gemahlin, die sich nach den Wäldern und Hügeln ihres Heimatlandes sehnte, hängende Gärten errichten. Der 22 Meter hohe, terrassenförmig angelegte Bau reichlich bepflanzter Gewölbe bot so viel Mutterboden, daß dort auch große Bäume gedeihen konnten. Für die von Heimweh geplagte Königin war es bestimmt ein Trost, in dem edenähnlichen Terrassengarten spazierenzugehen.

      Das fruchtbare ägyptische Niltal zeichnete sich durch Landschaftsgärten aus. „Aus Ägypten stammen die ältesten Bilder von Gärten, und es hat eine außergewöhnlich lange ... Tradition der Gartenkunst“, heißt es in dem Buch The Oxford Companion to Gardens. Ein Plan eines Landschaftsgartens aus dem Jahr 1400 vor unserer Zeitrechnung, der einem ägyptischen Beamten in Theben gehörte, läßt Teiche, baumgesäumte Wege und Pavillons erkennen. Die Gärten der Tempel kamen gleich nach den Palastgärten, was die üppige Gestaltung betrifft; von Teichen und Seen, in denen sich Wasservögel und Fische tummelten und auf denen zahlreiche Seerosen schwammen, gingen Kanäle ab zur Bewässerung von Hainen, Blumen und Kräutern. (Vergleiche 2. Mose 7:19.)

      Auch die Perser leisteten einen frühen Beitrag zur Gartenkunst. Die Gärten in Persien und in Ägypten waren so eindrucksvoll, daß die Truppen des Eroberers Alexander des Großen im 4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung von dort zahllose Samen, Pflanzen und Ideen mit zurück nach Griechenland brachten. In Athen sammelten Aristoteles und sein Schüler Theophrast die steigende Zahl der Vertreter der Pflanzenwelt und schufen einen botanischen Garten zum Studium und zur Klassifizierung der Pflanzen. Viele wohlhabende Griechen besaßen wie die Ägypter und die Perser vor ihnen üppige Gärten.

      Römer, die in Städten wohnten und denen nur wenig Raum zur Verfügung stand, integrierten Gärten in ihre Häuser. Die reichen Römer schufen rund um ihre Landhäuser eindrucksvolle Lustgärten. Selbst der Tyrann Nero wollte sein privates Eden, und daher ließ er Hunderte von Familien unbarmherzig vertreiben, ihre Häuser abreißen und um seinen Palast herum einen über 50 Hektar großen Privatpark anlegen. Etwa um 138 unserer Zeitrechnung erreichte die römische Gartenkunst mit den Gärten der Villa von Kaiser Hadrian im antiken Tibur (heute Tivoli) ihren Höhepunkt. Die Villa war von ungefähr 240 Hektar Land umgeben, auf denen sich Parkanlagen mit Weihern, Seen und Springbrunnen befanden.

      Auch im alten Israel gab es Gärten und Parks. Der jüdische Historiker Josephus berichtet von einem etwa 13 bis 16 Kilometer von Jerusalem entfernten Ort, Etham genannt, wo es herrliche Parks mit zahlreichen Bächen zu sehen gab. Die Parks in Etham gehörten möglicherweise zu den ‘Gärten, Parkanlagen, Wasserteichen und Wäldern’, die sich Salomo gemäß der Bibel anlegte (Prediger 2:5, 6). Der etwas außerhalb von Jerusalem auf dem Ölberg gelegene Garten Gethsemane wurde durch Jesus Christus berühmt. Dorthin zog er sich zurück, um seine Jünger ungestört zu belehren (Matthäus 26:36; Johannes 18:1, 2).

      Vom arabischen zum englischen Garten

      Als im 7. Jahrhundert unserer Zeitrechnung die arabischen Heere nach Osten und Westen vorrückten, stießen sie ebenso wie Alexander der Große auf die Gärten in Persien. (Vergleiche Esther 1:5.) „Die Araber“, schreibt Howard Loxton, „müssen die persischen Gärten als Paradies auf Erden empfunden haben. Im Koran wird den Gläubigen nämlich ein Zustand der Glückseligkeit verheißen.“ Vom maurischen Spanien bis nach Kaschmir wurde der typische arabische Garten nach persischem Vorbild geschaffen: Zur Erinnerung an die vier Flüsse in Eden wurde er durch vier Bäche in vier Teile gegliedert, wobei die Bäche in der Mitte bei einem Teich oder Springbrunnen zusammentrafen.

      In Nordindien, im wunderschönen Kaschmirtal, wo sich der See Dal befindet, ließen im 17. Jahrhundert Moguln über 700 paradiesische Gärten anlegen. Sie bildeten eine Art leuchtende Farbenpalette, unterbrochen von Hunderten von Springbrunnen, Terrassen und Wasserfällen. Der Pavillon aus schwarzem Marmor, den Schah Dschahan (Erbauer des Tadsch Mahal) am Ufer des Dal errichten ließ, trägt noch heute die Inschrift: „Wenn es ein Paradies auf Erden gibt, ist es hier, ist es hier, ist es hier“.

      Einige Jahrhunderte zuvor, im 14. Jahrhundert, war in Europa das Mittelalter zu Ende gegangen, und die Renaissance hatte begonnen. Die traditionelle römische Gartenkunst, die im 5. Jahrhundert, zu Beginn des Mittelalters, „zertreten“ worden war, erblühte ein zweites Mal — diesmal unter der Herrschaft der Kirche. Für die Christenheit war der Garten ein provisorisches Paradies. Auf dem Plan eines Klosters aus dem 9. Jahrhundert sind zwei Gärten mit Namen „Paradies“ eingezeichnet. Die kirchlichen Gärten wurden bald immer größer und prächtiger, doch statt religiöse Ideale widerzuspiegeln, wurden viele ein Symbol für Macht und Reichtum.

      Als der französische König Karl VIII. im Jahr 1495 Neapel besetzte, schrieb er in einem Brief nach Hause: „Ihr könnt Euch nicht vorstellen, was für herrliche Gärten es in dieser Stadt gibt ... Es scheint, als würden nur noch Adam und Eva fehlen, dann wäre das Paradies auf der Erde vollkommen.“ Hätte er noch im 17. Jahrhundert gelebt, dann hätte er auf französischem Boden die riesigen Gärten von König Ludwig XIV. gesehen. In dem Werk Das große Buch der Gartenkultur heißt es über den Schloßgarten von Versailles: „Der Garten kann noch immer für sich in Anspruch nehmen, der flächenmäßig größte und imposanteste der Welt zu sein.“

      Die Renaissance brachte hingegen auch eine neue Definition des Paradieses: Die Natur hat sich dem aufgeklärten Menschen unterzuordnen, der dem Garten eine Ordnung aufzwingt, indem er jegliche Urwüchsigkeit entfernt. Bäume und Blumen wurden exakt geometrisch angeordnet. Daher erlebte die Kunst der Römer, Bäume und Sträucher ornamental zu beschneiden und zu ziehen, eine zweite Blütezeit.

      Im 18. und 19. Jahrhundert wurde die westliche Welt durch Entdeckungsreisen der Seefahrer sowie durch den Seehandel mit neuen Gartenbauideen und Pflanzen bekannt gemacht. England stieg in die Gartenkunst ein. „Im England des 18. Jahrhunderts wurde der Mensch zunehmend der Natur gewahr, von der er ein Teil ist. Statt ihr die von ihm ersonnene geometrische Ordnung aufzuzwingen, zog er nun in Betracht, sein Leben der Natur anzupassen“, heißt es in der New Encyclopædia Britannica. Männer wie William Kent und Lancelot Brown waren herausragende Gartenarchitekten. Brown übernahm die Landschaftsgestaltung von über 200 Ländereien in England. Thomas Jefferson und John Adams, die später beide Präsident der Vereinigten Staaten wurden, machten 1786 eine Englandreise, um englische Gärten zu studieren.

      Landschaftsgärten des Ostens

      Die traditionelle chinesische Gartenkunst ist für die östliche Zivilisation das, was die traditionelle Gartenkunst Ägyptens, Griechenlands und Roms für die westliche Zivilisation ist. Ursprünglich waren die Chinesen Anhänger des Animismus, gemäß dem Flüsse, Steine und Berge für materialisierte Geister gehalten wurden und daher geachtet werden mußten. Später gingen der Taoismus, der Konfuzianismus und der Buddhismus durch das Land, die eigene Formen der Gartengestaltung hervorbrachten.

      Auf der anderen Seite des Japanischen Meeres war mit den japanischen Gärten ein eigener Gartentypus entstanden. Die Formen rangieren vor den Farben, und jedes Element hat seinen genau festgelegten Platz. In dem Bemühen, die Vielfalt und die Ästhetik der Natur auf begrenztem Raum wiederzugeben, überlegt sich der Gärtner sorgsam, wohin er die Gartensteine legt, und beim Anlegen und bei der Pflege seines Gartens geht er peinlich genau vor. Das wird am Bonsai („Bonsai“ bedeutet „Topfpflanze“) deutlich, der Kunst des Ziehens von Zwergbäumen oder eines Zwergbaumwäldchens in die gewünschte Form und Größe.

      Der Typus des östlichen Gartens unterscheidet sich zwar von seinem westlichen Gegenstück, aber auch er läßt die Sehnsucht nach dem Paradies erkennen. Wie der Historiker Wybe Kuitert, ein Kenner des japanischen Gartens, schreibt, bemühten sich die Gärtner der Heianzeit (794—1185 u. Z.), in den Gärten die Atmosphäre eines „Paradieses auf der Erde“ zu schaffen.

      Eine Liebe, die überall anzutreffen ist

      Die Liebe zu Gärten war schon immer überall anzutreffen, selbst bei den Stämmen von Jägern und Sammlern, die in „natürlichen“ Gärten lebten — Dschungeln, Wäldern und Grassteppen. Über die Azteken in Mexiko und die Inkas in Peru heißt es in der Britannica: „Die Konquistadoren berichteten von üppigen Gärten mit terrassenförmigen Hügeln, Hainen, Springbrunnen und Teichen in Ornamentform ..., die Ähnlichkeit mit den zeitgenössischen Gärten in der westlichen Welt hatten.“

      Was lassen uns die Haine zu beiden Seiten des Nils, die Landschaftsgärten im Osten, heutige Stadtparks und botanische Gärten erkennen? Daß der Mensch sich nach dem Paradies sehnt. Der Autor Terry Comito schrieb über diese fortdauernde Sehnsucht: „Gärten sind Orte, wo sich Menschen zu Hause fühlen.“ Und wer würde nicht gern sagen: „Mein Zuhause ist wie der Garten Eden.“? Ist ein globales Eden — und das nicht nur für die Reichen — jedoch nur ein Traum? Oder wird es bald Wirklichkeit?

  • Der Weg zurück zum Paradies
    Erwachet! 1997 | 8. April
    • Der Weg zurück zum Paradies

      IN Anbetracht der Sehnsucht des Menschen nach dem Paradies und seiner großen und kleinen Versuche, es wiederzuerschaffen, müßte die Erde heute eigentlich ein wahres Paradies sein. Das ist sie aber nicht.

      Statt dessen hat die Menschheit der Habgier freien Lauf gelassen, was häufig auf Kosten der Umwelt und ihrer Lebensvielfalt geht. Viele sind der Meinung, der Wohlstand werde das Rennen machen, und haben deswegen alle Hoffnung aufgegeben, daß aus der Erde jemals ein edenähnliches Paradies wird. Ihre einzige Aussicht auf ein Paradies dreht sich um ein Leben im Himmel. Dieser Standpunkt beinhaltet zwei Dinge: erstens, daß unsere Sehnsucht nach einem Eden niemals gestillt werden wird, und zweitens, daß Gott den Planeten Erde der Torheit und der Habgier des Menschen ausgeliefert hat. Ist dem so? Was bringt die Zukunft wirklich? Und wo wird sie sein?

      Das Paradies — Im Himmel oder auf der Erde?

      Vor fast 2 000 Jahren sagte Jesus Christus zu einem reuevollen Dieb, der am Pfahl neben ihm hing: „Du wirst mit mir im Paradies sein“ (Lukas 23:43). Wollte Jesus damit sagen, daß der Dieb mit ihm in den Himmel kommen würde? Nein.

      Dem Übeltäter wäre dies nicht einmal in den Sinn gekommen. Wieso? Weil er wahrscheinlich Textstellen aus den damals bereits vorhandenen Hebräischen Schriften kannte, zum Beispiel Psalm 37:29, wo es im ersten Teil heißt: „Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen.“ Jesus lehrte dasselbe, denn er erklärte: „Glücklich sind die Mildgesinnten, da sie die Erde erben werden“ (Matthäus 5:5). Dieser Bibeltext stimmt mit dem sogenannten Vaterunser überein, das unter anderem lautet: „Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde“ (Matthäus 6:9, 10).

      Wie die Bibel lehrt, erschuf Gott die Erde — nicht den Himmel — als Heimat für die Menschheitsfamilie. In seinem Wort heißt es, daß er die Erde „nicht einfach umsonst erschuf“, sondern daß er „sie bildete, damit sie auch bewohnt werde“ (Jesaja 45:18). Für wie lange sollte sie bewohnt werden? „Er hat die Erde auf ihre festen Stätten gegründet; sie wird auf unabsehbare Zeit oder für immer nicht zum Wanken gebracht werden“ (Psalm 104:5). Ja, „die Erde besteht sogar auf unabsehbare Zeit“ (Prediger 1:4).

      Gott hat vorgesehen, daß die Mehrheit derer, die ihm dienen, die Erde für alle Zeiten zu ihrer Heimat machen. Achten wir einmal darauf, was Gottes Wort, die Bibel, darüber sagt. In Psalm 37:11 wird vorausgesagt: „Die Sanftmütigen ... werden die Erde besitzen, und sie werden wirklich ihre Wonne haben an der Fülle des Friedens.“ Für wie lange? Gemäß Psalm 37:29 lautet die Antwort: „Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen, und sie werden immerdar darauf wohnen.“ Dann wird sich folgende Schriftstelle erfüllen: „Du [Gott] öffnest deine Hand und sättigst das Begehren alles Lebenden“, das heißt das Begehren, das mit Gottes Willen in Einklang ist (Psalm 145:16).

      Was geschieht mit denen, deren Begehren nicht darin besteht, Gottes Willen zu tun? In Sprüche 2:21, 22 wird erklärt: „Die Rechtschaffenen sind es, die auf der Erde weilen werden, und die Untadeligen sind es, die darauf übrigbleiben werden. Was die Bösen betrifft, von der Erde werden sie weggetilgt; und die Treulosen, sie werden davon weggerissen.“

      Das Paradies wird wiederhergestellt

      Bald wird Gott sein Strafgericht an der heutigen bösen Welt vollstrecken (Matthäus 24:3-14; 2. Timotheus 3:1-5, 13). Doch wird er „eine große Volksmenge“ während der kommenden Vernichtung bewahren und danach in seine neue Welt führen (Offenbarung 7:9-17).

      Dann wird Gott seine menschlichen Untertanen bei ihrer erfreulichen Aufgabe, die ganze Erde zu einer paradiesischen Heimat zu machen, anleiten. Die Bibel verheißt: „Die Wildnis und die wasserlose Gegend werden frohlocken, und die Wüstenebene wird voller Freude sein und blühen wie der Safran. ... Denn in der Wildnis werden Wasser hervorgebrochen sein und Wildbäche in der Wüstenebene“ (Jesaja 35:1, 6).

      In dem sich ausbreitenden Paradies wird es weder Hunger noch Armut geben, noch Slums, noch Obdachlose, noch von Kriminalität heimgesuchte Gegenden. „Es wird Fülle an Getreide auf der Erde geben“ (Psalm 72:16). „Der Baum des Feldes soll seinen Fruchtertrag geben, und das Land selbst wird seinen Ertrag geben“ (Hesekiel 34:27). „Sie werden gewiß Häuser bauen und sie bewohnen; und sie werden bestimmt Weingärten pflanzen und deren Fruchtertrag essen. Sie werden nicht bauen und ein anderer es bewohnen; sie werden nicht pflanzen und ein anderer essen“ (Jesaja 65:21, 22). „Sie werden tatsächlich sitzen, jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, und da wird niemand sein, der sie aufschreckt“ (Micha 4:4).

      Warum einige in den Himmel kommen

      Die meisten Menschen werden wahrscheinlich bestätigen, daß sie sich nach einem Paradies hier auf der Erde sehnen. Das ist nur natürlich, denn Gott hat ihnen nie den sehnlichen Wunsch, im Himmel zu leben, eingepflanzt; sie können sich nicht einmal vorstellen, wie das ist. Pat zum Beispiel, die sich mit einem Geistlichen der Kirche von England unterhielt, sagte, obwohl sie ein treues Kirchenmitglied war: „Ich habe noch nie daran gedacht, in den Himmel zu kommen. Ich möchte gar nicht in den Himmel. Und außerdem: Was sollte ich dort tun?“ (Vergleiche Psalm 115:16.)

      Es stimmt, die Bibel lehrt, daß eine begrenzte Zahl von Menschen, nämlich 144 000, in den Himmel kommen (Offenbarung 14:1, 4). Sie erklärt auch, warum. „Du hast sie zu einem Königtum und zu Priestern für unseren Gott gemacht, und sie sollen als Könige über die Erde regieren“ (Offenbarung 5:9, 10). Zusammen mit ihrem König, Jesus Christus, werden sie das Königreich bilden, um das Christen beten — die neue himmlische Regierung, die über die Erde herrschen wird. Unter der Aufsicht dieser Regierung wird sowohl die Erde als auch die Menschheit völlig wiederhergestellt werden (Daniel 2:44; 2. Petrus 3:13).

      Da der Mensch jedoch nicht von Natur aus den Wunsch hat, im Himmel zu leben, wird der heilige Geist bei den 144 000 auf einzigartige Weise wirksam, so daß sie die besondere „Berufung ... nach oben“ verspüren (Römer 8:16, 17; Philipper 3:14). Offensichtlich ist diese Wirkungsweise des heiligen Geistes im allgemeinen nicht notwendig, weil die dauernde Heimat der meisten Menschen die paradiesische Erde sein soll.

      Ein geistiges Paradies als Vorbereitung

      Was muß man tun, um ewig im Paradies hier auf der Erde zu leben? „Dies bedeutet ewiges Leben“, sagte Jesus, „daß sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus“ (Johannes 17:3). In Jesaja 11:9 werden friedliche zwischenmenschliche Beziehungen mit der Erkenntnis Gottes in Verbindung gebracht. Es heißt: „Sie werden keinen Schaden stiften noch irgendwie Verderben anrichten auf meinem ganzen heiligen Berg; denn die Erde wird bestimmt erfüllt sein mit der Erkenntnis Jehovas, wie die Wasser das ganze Meer bedecken.“ (Vergleiche Jesaja 48:18.)

      Diese Erkenntnis beschränkt sich natürlich nicht auf reines Kopfwissen. Sie beeinflußt die Persönlichkeit eines Menschen und fördert gottgefällige Eigenschaften wie „Liebe, Freude, Frieden, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Glauben, Milde, Selbstbeherrschung“ (Galater 5:22, 23). Jehovas Zeugen bemühen sich, diese Eigenschaften zu entwickeln, und daher sind sie heute schon mit einem geistigen Paradies gesegnet (Jesaja 65:13, 14).

      Welch ein Gegensatz ihr geistiger Zustand doch zu dem der übrigen Menschenwelt ist, die immer verdorbener und gottloser wird! Gott wird jedoch bald die böse Welt vernichten. In der Zwischenzeit laden Jehovas Zeugen andere ein, sich von dem geistigen Paradies, dessen sie sich erfreuen, selbst ein genaues Bild zu machen. Überzeugen auch Sie sich davon, daß Jesus, der unsichtbare himmlische König, gerade dabei ist, zukünftige Bürger der neuen Welt auf friedliche Weise auf dem schmalen Weg in das irdische Paradies und zu ewigem Leben zu führen (Matthäus 7:13, 14; Offenbarung 7:17; 21:3, 4).

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