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  • Geduld — Warum sie so selten ist
    Der Wachtturm 1995 | 15. Juni
    • Warum Geduld so wertvoll ist

      „Auch solche dienen, die dastehen und abwarten.“ Diese Worte äußerte der englische Dichter John Milton vor über dreihundert Jahren in seinem Sonett „On His Blindness“ (Über seine Blindheit). Zuvor in diesem Gedicht hatte er seine Enttäuschung und Besorgnis darüber ausgedrückt, daß er seiner Meinung nach Gott nicht völlig dienen konnte, da er in seinen Vierzigern erblindete. Aber wie durch die zuvor zitierte letzte Zeile des Gedichtes zum Ausdruck kommt, erkannte er, daß man Gott auch dadurch dienen kann, daß man in Drangsal geduldig ausharrt und gelassen nach sich bietenden Dienstgelegenheiten Ausschau hält. Milton erkannte, wie wertvoll es ist, sich geduldig auf Gott zu verlassen.

  • Geduld — Warum sie so selten ist
    Der Wachtturm 1995 | 15. Juni
    • Die Belohnung für Geduld

      Geduldig zu sein kann uns in vieler Hinsicht nützen. Es stärkt unseren Charakter und bewahrt uns vor voreiligen, törichten Handlungen. Wer von uns hat noch nie schmerzliche Fehler gemacht, weil er in einer schwierigen Situation unter Druck zu schnell reagierte? Möglicherweise haben wir ein unfreundliches Wort geäußert oder uns grob verhalten. Wir könnten zugelassen haben, daß ein banales Ereignis zu einer großen Machtprobe mit einem lieben Freund eskalierte. Nach viel Ärger, Enttäuschung und Schmerz haben wir vielleicht reumütig gedacht: „Wenn ich nur etwas länger gewartet hätte.“ Geduld zu üben kann uns vor allem möglichen Kummer bewahren. Allein dadurch wird unser Leben viel friedlicher, stabiler und befriedigender (Philipper 4:5-7).

      Geduldig zu sein verleiht uns innere Ruhe und Gelassenheit. Dadurch können wir uns einer besseren physischen, psychischen und geistigen Gesundheit erfreuen (Sprüche 14:30). Ungezügelter, rasender Zorn kann schwere körperliche und emotionelle Krankheiten und sogar den Tod zur Folge haben. Wenn wir dagegen geduldig sind, können wir zu anderen eine positive Einstellung entwickeln, besonders zu unseren Glaubensbrüdern und zu unseren Familienangehörigen. Wir sind dann eher bereit, rücksichtsvoll und hilfsbereit zu sein statt gereizt und kritisch. Andere wiederum finden den Umgang mit uns leichter und angenehmer.

      Besonders Älteste in der Christenversammlung müssen Geduld üben. Mitunter treten Mitchristen mit ernsten Problemen an sie heran. Diese ehrlichen Brüder sind vielleicht bestürzt, verwirrt oder deprimiert, während die Ältesten selbst müde sind oder wegen persönlicher oder familiärer Probleme Sorgen haben. Doch unter solch schwierigen Umständen ist es unerläßlich, daß Älteste Geduld üben. Auf diese Weise können sie „mit Milde“ unterweisen und ‘die Herde schonen’ (2. Timotheus 2:24, 25; Apostelgeschichte 20:28, 29). Menschenleben stehen auf dem Spiel! Welch ein Segen für die Versammlung sind gütige, liebevolle und geduldige Älteste!

      Familienhäupter sollten im Umgang mit ihren Angehörigen geduldig, verständnisvoll und gütig sein. Diese Eigenschaften sollten sie auch von allen ihren Familienangehörigen erwarten und sie ermuntern, diese Eigenschaften zu pflegen (Matthäus 7:12). Das wird sehr zur Liebe und zum Frieden im Haus beitragen.

      Geduld im Predigtdienst zu üben hilft christlichen Dienern Gottes, noch mehr Freude am Dienst zu finden. Sie sind dann in der Lage, Gleichgültigkeit und Gegnerschaft, auf die sie stoßen, leichter zu ertragen. Statt mit erbosten Wohnungsinhabern zu diskutieren, gelingt es geduldigen Dienern Jehovas, eine milde Antwort zu geben oder sich in aller Ruhe zu verabschieden, wodurch sie den Frieden und die Freude bewahren (Matthäus 10:12, 13). Außerdem wirkt die Königreichsbotschaft auf schafähnliche Menschen anziehend, wenn Christen jeden mit Geduld und Güte behandeln. Jehova segnet die geduldigen Anstrengungen weltweit, denn jedes Jahr strömen sanftmütige Menschen, die nach der Wahrheit suchen, zu Hunderttausenden in Jehovas liebevolle Versammlung.

      Ja, Geduld zu üben trägt einen großartigen Lohn ein. Wir vermeiden viele Unfälle und Probleme, die durch übereiltes Handeln oder eine zu schnelle Zunge entstehen. Wir sind glücklicher, ruhiger und wahrscheinlich auch gesünder. Wir haben im Predigtdienst, in der Versammlung und in der Familie mehr Freude und Frieden. Am wichtigsten ist, daß wir uns dadurch eines engeren Verhältnisses zu Gott erfreuen. Warte also auf Jehova. Übe Geduld!

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