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Wahrer Frieden — Woher zu erwarten?Der Wachtturm 1997 | 15. April
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Wahrer Frieden — Woher zu erwarten?
„Kriege läßt er [Jehova] aufhören bis an das äußerste Ende der Erde“ (PSALM 46:9).
1. Welche wunderbare Verheißung auf Frieden finden wir in der Prophezeiung Jesajas?
„DAS Werk der wahren Gerechtigkeit soll Frieden werden und der Dienst der wahren Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit bis auf unabsehbare Zeit. Und mein Volk soll an einem friedlichen Aufenthaltsort wohnen und an Wohnsitzen völliger Zuversicht und an ungestörten Ruheorten“ (Jesaja 32:17, 18). Welch eine schöne Verheißung! Es ist eine Verheißung auf wahren Frieden, den Gott herbeiführt.
2, 3. Beschreibe, was wahrer Frieden bedeutet.
2 Doch was ist wahrer Frieden? Ist es lediglich die Abwesenheit von Krieg? Oder handelt es sich nur um einen Zeitabschnitt, in dem die Nationen Vorbereitungen für den nächsten Krieg treffen? Ist wahrer Frieden nur ein Traum? Auf diese Fragen benötigen wir verläßliche Antworten. Vorausschickend sei gesagt, daß wahrer Frieden keineswegs nur ein Traum ist. Der von Gott verheißene Frieden geht weit über das hinaus, was man sich in der heutigen Welt vorstellen kann (Jesaja 64:4). Es ist kein Frieden für wenige Jahre oder einige Jahrzehnte. Er wird ewig dauern! Und es ist kein Frieden für ein paar Privilegierte — er umfaßt Himmel und Erde, Engel und Menschen. Er erstreckt sich auf Menschen aller Nationen, ethnischen Gruppen, Sprachen und Hautfarben. Für diesen Frieden gibt es weder Grenzen noch Hindernisse, und er wird niemals versagen (Psalm 72:7, 8; Jesaja 48:18).
3 Wahrer Frieden bedeutet, jeden Tag in Frieden zu leben. Er bedeutet, allmorgendlich aufzuwachen ohne einen Gedanken an Krieg, ohne sich Sorgen um die eigene Zukunft, die Zukunft seiner Kinder oder die Zukunft seiner Enkel machen zu müssen. Er bedeutet, vollkommenen Herzensfrieden zu haben (Kolosser 3:15). Er bedeutet, daß es keine Verbrechen, keine Gewalttätigkeit, keine auseinandergerissenen Familien mehr gibt, keine Obdachlosen mehr, niemanden, der hungern oder frieren muß, und nie mehr Verzweiflung oder Enttäuschung. Und es kommt noch besser: Gottes Frieden bedeutet eine Welt frei von Krankheiten, Schmerzen, Tod und Trauer (Offenbarung 21:4). Welch eine großartige Hoffnung: für immer in wahrem Frieden leben! Ist das nicht die Art des Friedens und des Glücks, wonach wir uns alle sehnen? Ist das nicht der Frieden, um den wir beten und für den wir uns einsetzen sollten?
Das vergebliche Bemühen der Menschen
4. Welche Friedensbemühungen haben die Menschen unternommen, und wie sehen die Ergebnisse aus?
4 Jahrhundertelang haben Einzelpersonen und ganze Nationen über Frieden gesprochen, haben darüber Debatten geführt, haben Hunderte von Friedensverträgen unterzeichnet. Und wie sehen die Ergebnisse aus? In den vergangenen 80 Jahren hat es eigentlich keinen Zeitabschnitt gegeben, wo sich nicht irgendeine Nation oder Gruppe im Kriegszustand befunden hat. Der Frieden ist eindeutig von der Menschheit gewichen. Die Frage ist daher: Warum sind sämtliche Bemühungen der Menschen, weltweit Frieden herbeizuführen, gescheitert, und warum ist der Mensch unfähig, wahren, dauerhaften Frieden zu schaffen?
5. Wie kommt es, daß die Friedensbemühungen der Menschen immer wieder scheitern?
5 Die einfache Antwort lautet, daß sich die Menschheit nicht demjenigen zuwendet, der wahren Frieden stiften kann. Die Menschen haben unter dem Einfluß Satans, des Teufels, Organisationen geschaffen, die Opfer ihrer eigenen Schwächen und Laster geworden sind: ihrer Habgier und ihres Ehrgeizes, ihres Verlangens nach Macht und Prominenz. Sie haben sich Hochschulen, etablierte Stiftungen und sogenannte Denkfabriken zunutze gemacht, doch in diesen wurden nur noch mehr Mittel zur Unterdrückung und Zerstörung erdacht. An wen haben sich die Menschen deshalb gewandt? Wo haben sie gesucht?
6, 7. (a) Was hat der Völkerbund erreicht? (b) Was haben die Vereinten Nationen erreicht?
6 Im Jahr 1919 setzten die Nationen ihr Vertrauen darauf, daß der Völkerbund dauerhaften Frieden schaffen würde. Diese Hoffnung zerschlug sich, als Mussolini 1935 Äthiopien besetzte und als 1936 in Spanien der Bürgerkrieg begann. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1939 geriet der Völkerbund in Vergessenheit. Der sogenannte Frieden hatte nicht einmal 20 Jahre gedauert.
7 Wie sieht es mit den Vereinten Nationen aus? Können sie eine echte Hoffnung auf dauerhaften weltweiten Frieden bieten? Wohl kaum. Seit der Gründung der Organisation im Jahr 1945 gab es über 150 Kriege und bewaffnete Konflikte. Kein Wunder, daß der kanadische Wissenschaftler Gwynne Dyer, der sich mit dem Krieg und seinen Ursachen beschäftigt, die UNO als eine „Gemeinschaft von Wilderern, die zu Wildhütern gemacht wurden, keine Versammlung von Heiligen“, und als einen „weitgehend machtlosen Diskutierklub“ bezeichnete. (Vergleiche Jeremia 6:14; 8:15.)
8. Was tun die Nationen trotz ihrer Friedensgespräche? (Jesaja 59:8).
8 Trotz ihrer Friedensgespräche fahren die Nationen fort, Waffen zu entwickeln und herzustellen. Die Länder, die Friedenskonferenzen unterstützen, sind nicht selten auch die führenden Waffenproduzenten. Starke Wirtschaftsinteressen in diesen Ländern fördern die Produktion von todbringendem Kriegsgerät, einschließlich teuflischer Landminen, durch die Jahr für Jahr etwa 26 000 Zivilisten — Erwachsene und Kinder — umkommen oder zu Krüppeln gemacht werden. Habgier und Korruption sind die treibenden Kräfte. Bestechungsgeschenke und Schmiergelder sind ein wesentlicher Bestandteil des internationalen Waffenhandels. Selbst manche Politiker bereichern sich auf diese Weise.
9, 10. Was haben weltliche Experten in bezug auf Kriege und menschliches Bemühen festgestellt?
9 Im Dezember 1995 rief der polnischstämmige Physiker und Nobelpreisträger Joseph Rotblat die Nationen auf, das Wettrüsten zu beenden. Er sagte: „Es [ein neues Wettrüsten] kann nur durch die völlige Beseitigung des Krieges verhindert werden.“ Halten wir das für wahrscheinlich? Von 1928 an traten nach und nach 62 Staaten dem Briand-Kellogg-Pakt bei, wodurch sie den Krieg als Mittel für die Lösung von Streitfällen verwarfen. Der Zweite Weltkrieg zeigte deutlich, daß der Vertrag das Papier nicht wert war, auf das man ihn geschrieben hatte.
10 Kriege sind unleugbar immer wiederkehrende Stolpersteine im Verlauf der Menschheitsgeschichte. Gwynne Dyer schrieb: „Der Krieg ist ein zentrales Faktum in der menschlichen Zivilisation, und seine Geschichte ist so alt wie die Zivilisation.“ Ja, praktisch jede Zivilisation und jedes Reich konnte hochgeehrte Kriegshelden, ein stehendes Heer, berühmte Schlachten, unantastbare Militärakademien und eigene Waffenarsenale vorweisen. Unser Jahrhundert ist allerdings noch mehr als jedes andere durch zerstörerische und verlustreiche Kriege gekennzeichnet.
11. Welchen grundlegenden Faktor haben die Führer der Welt bei ihrer Suche nach Frieden außer acht gelassen?
11 Die Führer der Welt haben offenkundig die grundlegende Weisheit der Worte aus Jeremia 10:23 außer acht gelassen: „Ich weiß wohl, o Jehova, daß nicht beim Erdenmenschen sein Weg steht. Es steht nicht bei dem Mann, der da wandelt, auch nur seinen Schritt zu richten.“ Ohne Gott kann es keinen wahren Frieden geben. Bedeutet das, daß in einer zivilisierten Gesellschaft Krieg unvermeidlich ist? Ist Frieden — wahrer Frieden — demnach ein unerfüllbarer Traum?
Die eigentliche Ursache erkennen
12, 13. (a) Was offenbart die Bibel in bezug auf die eigentlichen, verborgenen Kriegsursachen? (b) Wie hält Satan die Menschen davon ab, ihre Aufmerksamkeit auf die wahre Lösung für die Probleme der Welt zu richten?
12 Die Beantwortung dieser Fragen erfordert ein Verständnis der Kriegsursachen. In der Bibel wird deutlich gezeigt, daß der rebellische Engel Satan der erste „Totschläger“ und „Lügner“ war und daß „die ganze Welt ... in der Macht dessen [liegt], der böse ist“ (Johannes 8:44; 1. Johannes 5:19). Was hat er getan, um seine Pläne zu fördern? Wir lesen in 2. Korinther 4:3, 4: „Wenn nun die gute Botschaft, die wir verkündigen, tatsächlich verhüllt ist, so ist sie unter denen verhüllt, die zugrunde gehen, unter denen der Gott dieses Systems der Dinge [Satan] den Sinn der Ungläubigen verblendet hat, damit das erleuchtende Licht der herrlichen guten Botschaft über den Christus, der das Bild Gottes ist, nicht hindurchstrahle.“ Satan tut alles ihm Mögliche, um die Menschen davon abzuhalten, ihre Aufmerksamkeit auf Gottes Königreich als Lösung für die Probleme der Welt zu richten. Er verblendet die Menschen und lenkt sie ab durch trennend wirkende soziale, politische und religiöse Streitfragen, die für sie wichtiger zu sein scheinen als Gottes Herrschaft. Ein Beispiel aus jüngster Zeit ist die weltweit zu beobachtende Welle des Nationalismus.
13 Satan, der Teufel, fördert Nationalismus und Tribalismus, den Glauben an die Überlegenheit einer Nation, einer Rasse oder eines Stammes gegenüber anderen. Tiefverwurzelte Haßgefühle, die man jahrhundertelang unterdrückt hat, werden als Zündstoff für weitere Kriege und Konflikte wiederbelebt. Federico Mayor, Generaldirektor der UNESCO, machte mit warnenden Worten auf diese Tendenz aufmerksam: „Selbst dort, wo einst Toleranz geübt wurde, gibt es heute eine sich immer stärker abzeichnende Tendenz zur Fremdenfeindlichkeit. Chauvinistische oder rassistische Äußerungen, von denen man dachte, daß sie inzwischen der Vergangenheit angehören, nehmen wieder zu.“ Was ist die Folge? Die grausamen Massaker im ehemaligen Jugoslawien und der blutige Stammeskrieg in Ruanda sind nur zwei Konflikte von vielen, die weltweit Schlagzeilen gemacht haben.
14. Was wird in Offenbarung 6:4 über den Krieg und seine Folgen in unserer Zeit gesagt?
14 In der Bibel wurde deutlich vorausgesagt, daß in der Zeit des Endes des gegenwärtigen Systems ein feuerfarbenes Pferd, ein Symbol für Krieg, über die ganze Erde galoppieren würde. Wir lesen in Offenbarung 6:4: „Ein anderes, ein feuerfarbenes Pferd kam hervor; und dem, der darauf saß, wurde gewährt, den Frieden von der Erde wegzunehmen, so daß sie einander hinschlachten würden, und ein großes Schwert wurde ihm gegeben.“ Seit 1914 kann man sehen, wie dieser symbolische Reiter ‘den Frieden wegnimmt’ und wie die Nationen kämpfen und Krieg führen.
15, 16. (a) Welche Rolle hat die Religion in den Kriegen und bei dem Morden gespielt? (b) Wie betrachtet Jehova das, was die Religionen getan haben?
15 Es darf auch nicht übersehen werden, welche Rolle die Religion in diesen Kriegen und bei all dem Morden gespielt hat. Die mit Blut getränkte Geschichte der Menschheit kann in großem Umfang dem irreleitenden Einfluß der falschen Religion zugeschrieben werden. Der katholische Theologe Hans Küng schrieb: „Daß sie [die Religionen] im Negativen, im Zerstörerischen, unendlich viel geleistet haben und sich immer noch leisten, ist unbestritten. Soviel Streit, blutige Konflikte, ja ‚Religionskriege‘ gehen auf ihre Konten; ... dies gilt auch für die beiden Weltkriege“.
16 Wie sieht Jehova Gott die Rolle der falschen Religion bei dem Morden und in den Kriegen? Wie Gott die falsche Religion beurteilt, wird in Offenbarung 18:5 gezeigt: „Ihre Sünden haben sich aufgehäuft bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Taten der Ungerechtigkeit gedacht.“ Die Komplizenschaft der falschen Religion mit den politischen Herrschern der Welt hat zu einer ungeheuren Blutschuld geführt, zu einer gewaltigen Anhäufung von Sünden — etwas, was Gott unmöglich außer acht lassen kann. Binnen kurzem wird er dieses Hindernis auf dem Weg zu wahrem Frieden vollständig beseitigen (Offenbarung 18:21).
Der Weg zum Frieden
17, 18. (a) Warum ist jemand, der an die Möglichkeit ewigen Friedens glaubt, kein unrealistischer Träumer? (b) Was hat Jehova bereits getan, um zu gewährleisten, daß wahrer Frieden herbeigeführt wird?
17 Wenn der Mensch durch Einrichtungen wie die Vereinten Nationen keinen wahren und dauerhaften Frieden herbeiführen kann, durch wen und wie wird dann wahrer Frieden kommen? Ist jemand, der an die Möglichkeit ewigen Friedens glaubt, nur ein unrealistischer Träumer? Nicht wenn er sich an den richtigen Friedensstifter wendet. Und wer ist das? Die Antwort gibt uns Psalm 46:9, wo es von Jehova heißt: „Kriege läßt er aufhören bis an das äußerste Ende der Erde. Den Bogen zerbricht er, und den Speer zersplittert er; die Wagen verbrennt er im Feuer.“ Jehova hat den Prozeß, Kriegen ein Ende zu machen und wahren Frieden herbeizuführen, bereits eingeleitet. Wie? Dadurch, daß er Christus Jesus 1914 auf seinen rechtmäßigen Königsthron setzte, sowie durch die Förderung des größten Friedenserziehungswerks in der Menschheitsgeschichte. Die prophetischen Worte aus Jesaja 54:13 sichern uns folgendes zu: „Alle deine Söhne werden von Jehova Belehrte sein, und der Frieden deiner Söhne wird überströmend sein.“
18 Die Prophezeiung veranschaulicht das Gesetz von Ursache und Wirkung, das besagt: keine Wirkung ohne Ursache. In diesem Fall macht Jehovas Belehrung — die Ursache — aus aggressiven Menschen friedliebende Menschen, die Frieden mit Gott haben. Die Wirkung besteht in einem Sinneswandel, der aus den Betreffenden friedliebende Menschen macht. Die Belehrung, die Herz und Sinn der Menschen umgestaltet, wird heute weltweit vermittelt, und zwar von Millionen, die das Beispiel des ‘Fürsten des Friedens’, Jesus Christus, nachahmen (Jesaja 9:6).
19. Was lehrte Jesus in bezug auf wahren Frieden?
19 Und was lehrte Jesus in bezug auf wahren Frieden? Er sprach nicht nur von Frieden zwischen Nationen, sondern auch von Frieden in den zwischenmenschlichen Beziehungen und von dem inneren Frieden des einzelnen Menschen, den ein gutes Gewissen mit sich bringt. Wir lesen in Johannes 14:27 folgende Worte, die Jesus an seine Nachfolger richtete: „Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Ich gebe ihn euch nicht so, wie die Welt ihn gibt. Euer Herz werde nicht beunruhigt noch vor Furcht verzagt.“ Inwiefern unterschied sich Jesu Frieden von dem der Welt?
20. Was wird Jesus gebrauchen, um wahren Frieden herbeizuführen?
20 Jesu Frieden stand zum Beispiel mit seiner Königreichsbotschaft in enger Verbindung. Jesus wußte, daß die gerechte himmlische Regierung, die aus ihm und 144 000 Mitregenten besteht, dem Krieg und den Kriegstreibern ein Ende machen wird (Offenbarung 14:1, 3). Er wußte, daß diese Regierung die friedlichen, paradiesischen Verhältnisse herbeiführen wird, die er dem Übeltäter, der neben ihm starb, in Aussicht stellte. Jesus bot ihm nicht einen Platz im himmlischen Königreich an, sondern sagte: „Wahrlich, ich sage dir heute: Du wirst mit mir im Paradies sein“ (Lukas 23:43).
21, 22. (a) Welche wunderbare, stärkende Hoffnung ist mit wahrem Frieden verknüpft? (b) Was müssen wir tun, damit wir Zeugen dieses Segens werden können?
21 Jesus wußte auch, daß sein Königreich allen Trauernden, die Glauben an ihn ausüben, Trost bringen wird. Jesu Frieden ist mit der wunderbaren, stärkenden Auferstehungshoffnung verknüpft. Denke an seine ermunternden Worte aus Johannes 5:28, 29: „Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören und herauskommen werden, die, welche Gutes getan haben, zu einer Auferstehung des Lebens, die, welche Schlechtes getrieben haben, zu einer Auferstehung des Gerichts.“
22 Blickst du dieser Zeit entgegen? Hast du einen geliebten Menschen durch den Tod verloren? Sehnst du dich danach, ihn wiederzusehen? Dann nimm den Frieden an, den Jesus anbietet. Habe Glauben wie Martha, die Schwester des Lazarus, die zu Jesus sagte: „Ich weiß, daß er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tag.“ Beachte allerdings auch die freudig stimmende Erklärung, die Jesus Martha gab: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer Glauben an mich ausübt, wird zum Leben kommen, auch wenn er stirbt; und jeder, der lebt und Glauben an mich ausübt, wird überhaupt nie sterben. Glaubst du das?“ (Johannes 11:24-26).
23. Warum ist eine genaue Erkenntnis des Wortes Gottes unerläßlich, um wahren Frieden erlangen zu können?
23 Wir können ebenfalls dieser Verheißung glauben und daraus Nutzen ziehen. Wie? Dadurch, daß wir eine genaue Erkenntnis des Wortes Gottes erlangen. Machen wir uns bewußt, wie nachdrücklich Paulus auf die Bedeutung von genauer Erkenntnis hinwies: „[Wir haben] nicht aufgehört ..., für euch zu beten und darum zu bitten, daß ihr in aller Weisheit und in geistigem Verständnis mit der genauen Erkenntnis seines Willens erfüllt werdet, damit ihr Jehovas würdig wandelt, um ihm völlig zu gefallen, während ihr fortfahrt, in jedem guten Werk Frucht zu tragen und an der genauen Erkenntnis Gottes zuzunehmen“ (Kolosser 1:9, 10). Durch diese genaue Erkenntnis werden wir zu der Überzeugung gelangen, daß Jehova Gott der wahre Friedensstifter ist. Dadurch wird uns auch gezeigt, was wir heute schon tun müssen, damit wir wie der Psalmist sagen können: „In Frieden will ich mich niederlegen und auch schlafen, denn du, ja du allein, o Jehova, läßt mich in Sicherheit wohnen“ (Psalm 4:8).
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Suche wahren Frieden, und jage ihm nach!Der Wachtturm 1997 | 15. April
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Suche wahren Frieden, und jage ihm nach!
„Wer das Leben lieben und gute Tage sehen möchte, ... er wende sich ... ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach“ (1. PETRUS 3:10, 11).
1. Welche bekannten Worte Jesajas werden sich unfehlbar bewahrheiten?
„SIE werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden müssen und ihre Speere zu Winzermessern. Nation wird nicht gegen Nation das Schwert erheben, auch werden sie den Krieg nicht mehr lernen“ (Jesaja 2:4). Diese bekannten Worte stehen zwar auf einem Monument in der Nähe des Sitzes der Vereinten Nationen in New York, aber die Weltorganisation hat sie nicht einmal im Ansatz verwirklichen können. Doch da diese Erklärung aus dem absolut zuverlässigen Wort Jehovas stammt, wird sie nicht ergebnislos bleiben (Jesaja 55:10, 11).
2. Was muß gemäß Jesaja 2:2, 3 „im Schlußteil der Tage [geschehen]“?
2 Die Worte aus Jesaja 2:4 sind tatsächlich Teil einer wunderbaren Prophezeiung, einer Prophezeiung über wahren Frieden, die sich in der heutigen Zeit erfüllt. Der Prophezeiung über die wunderbare Aussicht, daß es keine Kriege und keine Kriegswaffen mehr geben wird, gehen die Worte voraus: „Es soll geschehen im Schlußteil der Tage, daß der Berg des Hauses Jehovas fest gegründet werden wird über dem Gipfel der Berge, und er wird gewiß erhaben sein über die Hügel; und zu ihm sollen alle Nationen strömen. Und viele Völker werden bestimmt hingehen und sagen: ‚Kommt, und laßt uns zum Berg Jehovas hinaufziehen, zum Haus des Gottes Jakobs; und er wird uns über seine Wege unterweisen, und wir wollen auf seinen Pfaden wandeln.‘ Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen und das Wort Jehovas von Jerusalem“ (Jesaja 2:2, 3).
Menschen können friedlich werden
3. Wie kann aus einem aggressiven Menschen ein friedlicher Mensch werden?
3 Es gilt zu beachten, daß die Menschen in den Wegen Jehovas unterwiesen werden müssen, damit sie ein friedliches Leben führen können. Wer auf die Lehren Jehovas gehorsam reagiert, verändert seine Denk- und Handlungsweise, so daß jemand, der einst aggressiv war, friedlich wird. Wie wird das erreicht? In Römer 12:2 heißt es: „Formt euch nicht mehr nach diesem System der Dinge, sondern werdet durch die Neugestaltung eures Sinnes umgewandelt, damit ihr durch Prüfung feststellen könnt, was der gute und annehmbare und vollkommene Wille Gottes ist.“ Dadurch, daß wir unseren Sinn mit den Grundsätzen und Gesetzen aus Gottes Wort füllen, gestalten wir ihn neu oder veranlassen ihn, einen Richtungswechsel im Denken vorzunehmen. Das regelmäßige Bibelstudium hilft uns, diese Änderungen vorzunehmen, und wir können auf Grund dessen durch Prüfung selbst feststellen, was der Wille Gottes für uns ist, so daß wir deutlich erkennen können, welchen Weg wir gehen müssen (Psalm 119:105).
4. Wie kann man die friedliche neue Persönlichkeit anziehen?
4 Die biblische Wahrheit bewirkt nicht nur eine Umwandlung unseres Denkmusters, sondern auch unseres Handelns und unserer Persönlichkeit. Sie hilft uns, das zu tun, wozu der Apostel Paulus auffordert, wenn er sagt, daß wir ‘die alte Persönlichkeit ablegen sollen, die unserem früheren Wandel entspricht und die gemäß ihren trügerischen Begierden verdorben wird; daß wir aber erneuert werden sollen in der Kraft, die unseren Sinn antreibt, und die neue Persönlichkeit anziehen sollen, die nach Gottes Willen in wahrer Gerechtigkeit und Loyalität geschaffen worden ist’ (Epheser 4:22-24). Die Kraft, die den Sinn antreibt, kommt von innen. Sie wird umgewandelt und wird stark, während unsere Liebe zu Jehova und seinen Gesetzen zunimmt, und sie macht aus uns geistiggesinnte, friedliche Menschen.
5. Inwiefern trägt das von Jesus gegebene ‘neue Gebot’ zu dem Frieden bei, der unter seinen Jüngern herrscht?
5 Wie notwendig eine solche Umwandlung ist, läßt die Anweisung erkennen, die Jesus seinen Jüngern wenige Stunden vor seinem Tod gab: „Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe, daß auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt“ (Johannes 13:34, 35). Diese christusähnliche, selbstlose Liebe verbindet die Jünger, die dadurch in vollkommener Einheit sind (Kolosser 3:14). Nur wer bereit ist, das ‘neue Gebot’ zu akzeptieren und entsprechend zu leben, wird den Frieden verspüren, den Gott verheißt. Gibt es heute Menschen, die das tun?
6. Warum haben Jehovas Zeugen im Gegensatz zu den Menschen der Welt Frieden?
6 Jehovas Zeugen bemühen sich in ihrer weltweiten Bruderschaft, Liebe zu offenbaren. Obwohl sie aus allen Nationen der Welt stammen, mischen sie sich nicht in die Auseinandersetzungen der Welt ein, selbst dann nicht, wenn sie von politischer oder religiöser Seite massiv unter Druck gesetzt werden. Sie bilden ein vereintes Volk, das von Jehova belehrt wird, und sie haben Frieden (Jesaja 54:13). Sie bleiben in politischen Auseinandersetzungen neutral und beteiligen sich nicht am Krieg. Einige, die früher gewalttätig waren, haben ihre Lebensweise völlig geändert. Aus ihnen sind friedliebende Christen geworden, die das Beispiel Christi Jesu nachahmen. Sie befolgen von ganzem Herzen den Rat des Petrus: „Wer das Leben lieben und gute Tage sehen möchte, der halte seine Zunge vom Bösen zurück und seine Lippen, daß sie nicht Trug reden, er wende sich aber ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach“ (1. Petrus 3:10, 11; Epheser 4:3).
Personen, die dem Frieden nachjagen
7, 8. Nenne Beispiele, wie Menschen dem Krieg entsagt und wahren Frieden gesucht haben. (Führe andere Berichte an, die dir bekannt sind.)
7 Nehmen wir beispielsweise Rami Oved, einen ehemaligen Offizier in einer Spezialeinheit für die Terrorismusbekämpfung. Rami war dazu ausgebildet worden, seine Feinde zu töten. Er war ein leidenschaftlicher israelischer Nationalist bis zu dem Tag, an dem er feststellen mußte, daß die Rabbis ihm nicht erlaubten, die Frau zu heiraten, die er liebte, nur weil sie eine Asiatin, eine Nichtjüdin, war. Er begann, in der Bibel nach der Wahrheit zu suchen. Dann kam er mit Jehovas Zeugen in Verbindung. Durch sein Bibelstudium, das er mit Hilfe der Zeugen durchführte, gelangte er zu der Überzeugung, daß er kein fanatischer Nationalist bleiben konnte. Christliche Liebe bedeutet, sich von Krieg und Waffen abzuwenden und es zu lernen, Menschen jeder Rasse zu lieben. Er war sehr überrascht, als er einen Brief erhielt, der mit den Worten begann: „Mein Bruder Rami!“ Was war daran so ungewöhnlich? Die Schreiberin war eine palästinensische Zeugin Jehovas. „Das schien mir unglaublich“, sagte Rami, „denn Palästinenser waren meine Feinde, aber jetzt nannte mich jemand von ihnen ‚mein Bruder‘.“ Rami und seine Frau jagen heute auf Gottes Weise dem wahren Frieden nach.
8 Ein anderes Beispiel ist das von Georg Reuter, der in der deutschen Wehrmacht diente, die während des Zweiten Weltkriegs in Rußland einmarschierte. Bald erkannte er, daß Hitlers große Pläne für die Weltherrschaft nur eine Illusion waren. Als er aus dem Krieg heimkehrte, begann er mit Zeugen Jehovas die Bibel zu studieren. Er schrieb: „Endlich wurden mir die Dinge klarer. Ich erkannte, daß Gott nicht die Schuld trug für all das Blutvergießen ... Ich lernte seinen Vorsatz kennen, ein weltweites Paradies zu errichten, verbunden mit ewigen Segnungen für gehorsame Menschen. ... Hitler hatte mit seinem tausendjährigen Reich geprahlt, hatte jedoch nur 12 Jahre regiert — und mit welch entsetzlichen Folgen! Nicht Hitler ..., sondern Christus kann eine tausendjährige Herrschaft über die Erde aufrichten, und er wird es auch tun.“ Seit etwa 50 Jahren dient Georg im Vollzeitdienst als Bote des wahren Friedens.
9. Wie zeigt das, was Jehovas Zeugen in Deutschland während der NS-Zeit durchgemacht haben, daß sie mutig und doch friedliebend sind?
9 Die Lauterkeit und die Neutralität der Zeugen Jehovas in Deutschland während des NS-Regimes haben ihnen einen Ruf eingetragen, der selbst heute, mehr als 50 Jahre später, noch Zeugnis von ihrer Liebe zu Gott und zum Frieden ablegt. In einer Broschüre, die vom United States Holocaust Memorial Museum in Washington (D. C.) herausgegeben wurde, heißt es: „Jehovas Zeugen erduldeten unter dem NS-Regime heftige Verfolgung. ... Der Mut, den die große Mehrheit dadurch bekundete, daß sie sich trotz Folter und Mißhandlung in den Konzentrationslagern und teilweise sogar trotz der Gefahr, hingerichtet zu werden, weigerte ... [ihrem Glauben abzuschwören], trug ihnen die Achtung vieler Zeitgenossen ein.“ In der Broschüre heißt es außerdem: „Während der Befreiung der Lager setzten Jehovas Zeugen ihr Werk fort, indem sie sich unter die Überlebenden begaben und andere bekehrten.“
Eine noch größere Veränderung
10. (a) Welche große Veränderung ist erforderlich, damit wahrer Frieden herrschen kann? (b) Wie wurde das im Bibelbuch Daniel veranschaulicht?
10 Wollen Jehovas Zeugen damit etwa sagen, sie könnten durch eine Massenbekehrung zu einem Glauben, der die christliche Neutralität hochhält, Frieden für die Welt herbeiführen? Nein. Damit auf der Erde wieder Frieden herrschen kann, ist eine weit größere Veränderung erforderlich. Welche? Die bedrückende und von Gewalt geprägte Menschenherrschaft, die nichts als Spaltungen verursacht, muß der Herrschaft durch Gottes Königreich weichen, um das Jesus seine Jünger beten lehrte (Matthäus 6:9, 10). Doch wie wird das geschehen? Der Prophet Daniel sah in einem von Gott inspirierten Traum, daß Gottes Königreich in den letzten Tagen wie ein riesiger Stein, ‘der nicht mit Menschenhänden herausgehauen wurde’, ein gewaltiges Standbild zerschmettern würde, das die politische Herrschaft der Menschen über die Erde darstellt. Dann verkündete er: „In den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das nie zugrunde gerichtet werden wird. Und das Königreich selbst wird an kein anderes Volk übergehen. Es wird alle diese Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende bereiten, und selbst wird es für unabsehbare Zeiten bestehen“ (Daniel 2:31-44).
11. Auf welche Weise wird Jehova die für den Frieden erforderliche Veränderung bewirken?
11 Warum wird es einen solch radikalen Wechsel auf der Weltbühne geben? Weil Jehova verheißen hat, daß er die Erde von all denen reinigen wird, die sie verschmutzen und verderben (Offenbarung 11:18). Diese Veränderung wird durch Jehovas gerechten Krieg gegen Satan und seine böse Welt herbeigeführt werden. Wir lesen in Offenbarung 16:14, 16: „Sie [das heißt unreine inspirierte Äußerungen] sind tatsächlich von Dämonen inspirierte Äußerungen und vollbringen Zeichen, und sie ziehen aus zu den Königen [den Herrschern] der ganzen bewohnten Erde, um sie zu versammeln zum Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen. Und sie versammelten sie an den Ort, der auf hebräisch Har-Magedon genannt wird.“
12. Was wird Harmagedon sein?
12 Was wird Harmagedon sein? Es wird sich dabei nicht um eine nukleare Apokalypse oder eine andere Katastrophe handeln, die auf Menschen zurückzuführen ist. Nein, es ist Gottes Krieg, der allen Kriegen der Menschen ein Ende macht und all diejenigen beseitigt, die diese Kriege schüren. Es ist Gottes Krieg, durch den er für diejenigen wahren Frieden herbeiführt, die den Frieden lieben. Ja, Harmagedon kommt so, wie Jehova es vorgesehen hat. Es wird sich nicht verzögern. Jehovas Prophet Habakuk wurde inspiriert, folgendes zu schreiben: „Die Vision ist noch für die bestimmte Zeit, und sie geht keuchend dem Ende zu, und sie wird keine Lüge mitteilen. Selbst wenn sie säumen sollte, so harre ihrer; denn sie wird sich ganz bestimmt bewahrheiten. Sie wird sich nicht verspäten“ (Habakuk 2:3). Gemäß unserem menschlichen Empfinden mag sie sich scheinbar verspäten, aber Jehova hält seinen Zeitplan ein. Harmagedon wird zu der Stunde kommen, die er festgesetzt hat.
13. Wie wird Gott mit dem Hauptschuldigen, Satan, dem Teufel, verfahren?
13 Durch dieses entschiedene Vorgehen wird der Weg für wahren Frieden bereitet. Doch damit der wahre Frieden fest gegründet ist, muß noch etwas anderes geschehen — derjenige, der Spaltungen, Haß und Streit verursacht, muß beseitigt werden. Und genau das wird gemäß den biblischen Prophezeiungen als nächstes geschehen: die Gefangensetzung Satans, des Kriegshetzers und Vaters der Lüge, im Abgrund. Der Apostel Johannes wurde in einer prophetischen Vision Zeuge dieses Ereignisses, und wir finden seine Aufzeichnungen darüber in Offenbarung 20:1-3: „Ich sah einen Engel aus dem Himmel herabkommen mit dem Schlüssel des Abgrunds und einer großen Kette in seiner Hand. Und er ergriff den Drachen, die Urschlange, welche der Teufel und der Satan ist, und band ihn für tausend Jahre. Und er schleuderte ihn in den Abgrund und verschloß diesen und versiegelte ihn über ihm, damit er die Nationen nicht mehr irreführe, bis die tausend Jahre zu Ende wären.“
14. Was kann über das triumphale Vorgehen Jehovas gegen Satan gesagt werden?
14 Das ist kein Traum. Gott hat es versprochen. Und in der Bibel heißt es: ‘Es ist unmöglich, daß Gott lügt’ (Hebräer 6:18). Jehova konnte durch seinen Propheten Jeremia sagen: „ ‚Ich [bin] Jehova ..., der liebende Güte, Recht und Gerechtigkeit auf der Erde übt; denn an diesen Dingen habe ich Gefallen‘ ist der Ausspruch Jehovas“ (Jeremia 9:24). Jehova handelt in vollem Recht und mit Gerechtigkeit, und er hat Gefallen an dem Frieden, den er für die Erde herbeiführen wird.
Die Herrschaft des Fürsten des Friedens
15, 16. (a) Wen hat Jehova als König ausgewählt? (b) Wie wird diese Herrschaft beschrieben, und wer wird daran beteiligt sein?
15 Damit sichergestellt ist, daß allen, die unter Jehovas Königreichsvorkehrung leben, wahrer Frieden zuteil wird, hat er die Herrschaft Jesus Christus, dem wahren Fürsten des Friedens, übergeben, wie in Jesaja 9:6, 7 vorausgesagt wurde: „Ein Kind ist uns geboren worden, ein Sohn ist uns gegeben worden; und die fürstliche Herrschaft wird auf seiner Schulter sein. Und sein Name wird genannt werden: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Ewigvater, Fürst des Friedens. Für die Fülle der fürstlichen Herrschaft und den Frieden wird es kein Ende geben ... Ja der Eifer Jehovas der Heerscharen wird dieses tun.“ Auch der Psalmist beschrieb prophetisch die Friedensherrschaft des Messias: „In seinen Tagen wird der Gerechte sprossen und Fülle von Frieden, bis der Mond nicht mehr ist“ (Psalm 72:7).
16 Außerdem werden 144 000 geistgesalbte Brüder Christi mit ihm im Himmel regieren. Bei ihnen handelt es sich um die Miterben Christi, über die Paulus schrieb: „Der Gott, der Frieden gibt, wird seinerseits den Satan in kurzem unter euren Füßen zermalmen. Die unverdiente Güte unseres Herrn Jesus sei mit euch“ (Römer 16:20). Ja, sie werden vom Himmel aus einen Anteil haben an Christi Sieg über den Kriegstreiber, Satan, den Teufel.
17. Was müssen wir tun, um wahren Frieden zu erben?
17 Nun lautet die Frage: Was müssen wir tun, um wahren Frieden zu erben? Wahrer Frieden kann nur auf Gottes Weise herbeigeführt werden, und wer ihn erlangen möchte, muß Schritte in die richtige Richtung unternehmen. Wir müssen den Fürsten des Friedens anerkennen und unseren Glauben in ihn setzen. Das bedeutet, daß wir Christus in seiner Rolle als Loskäufer und Erlöser der sündigen Menschheit anerkennen müssen. Jesus selbst äußerte die bekannten Worte: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe“ (Johannes 3:16). Sind wir bereit, Glauben an Christus Jesus als Gottes Mittel für wahren Frieden und Rettung auszuüben? Es gibt keinen anderen Namen unter dem Himmel, der Frieden herbeiführen und ihn garantieren kann (Philipper 2:8-11). Warum? Weil Jesus der Auserwählte Gottes ist. Er ist der größte Friedensbote, der jemals auf der Erde lebte. Werden wir auf Jesus hören und sein Beispiel nachahmen?
18. Was sollten wir entsprechend den Worten Jesu aus Johannes 17:3 tun?
18 „Dies bedeutet ewiges Leben“, sagte Jesus, „daß sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus“ (Johannes 17:3). Jetzt ist die Zeit, durch den regelmäßigen Besuch der Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas im Königreichssaal genaue Erkenntnis in sich aufzunehmen. Die lehrreichen Zusammenkünfte werden uns veranlassen, mit anderen über unsere Erkenntnis und unsere Hoffnung zu sprechen. Jeder von uns kann auf diese Weise ein Bote des göttlichen Friedens werden. Wir können schon jetzt Frieden haben, wenn wir auf Jehova Gott vertrauen, wie es in Jesaja 26:3 gemäß der Lutherbibel gesagt wird: „Wer festen Herzens ist, dem bewahrst du Frieden; denn er verläßt sich auf dich.“ Auf wen sollten wir vertrauen? „Vertraut auf Jehova für alle Zeiten, denn in Jah, Jehova, ist der FELS unabsehbarer Zeiten“ (Jesaja 26:4).
19, 20. Was erwartet diejenigen, die heute Frieden suchen und ihm nachjagen?
19 Treten wir heute für das ewige Leben in Gottes friedlicher neuer Welt ein. Gottes Wort enthält in Offenbarung 21:3, 4 die Zusicherung: „Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen.“ Ist das nicht die friedliche Zukunft, nach der wir uns sehnen?
20 Und denken wir an das, was Gott verheißen hat: „Die Sanftmütigen ... werden die Erde besitzen, und sie werden wirklich ihre Wonne haben an der Fülle des Friedens. Achte auf den Untadeligen, und behalte den Rechtschaffenen im Auge, denn die Zukunft dieses Mannes wird friedevoll sein“ (Psalm 37:11, 37). Mögen wir, wenn dieser freudige Tag gekommen ist, voller Dankbarkeit sagen können: „Endlich wahrer Frieden! Dank sei Jehova Gott, dem Stifter wahren Friedens!“
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