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  • Durch die Hingabe und die Taufe Frieden mit Gott erlangen
    Der Wachtturm 1987 | 15. April
    • Durch die Hingabe und die Taufe Frieden mit Gott erlangen

      „Jehova sprach weiter zu ihm: ‚... irgendeinem Menschen, an dem das Kennzeichen ist, naht euch nicht‘“ (HESEKIEL 9:4, 6).

      1, 2. (a) Warum haben die Menschen im allgemeinen keinen Frieden mit Gott? (b) Warum ist es für alle unerläßlich, diesen Frieden zu erlangen?

      FRIEDEN mit Gott erlangen? Warum? Kaum einer betrachtet sich als ein Feind Gottes. Ist es jedoch möglich, daß jemand tatsächlich ein Feind Gottes ist, ohne sich dessen bewußt zu sein? Der Apostel Paulus erklärte Christen im ersten Jahrhundert: „Wir [führten] alle einst unseren Wandel gemäß den Begierden unseres Fleisches, indem wir die Dinge taten, die das Fleisch und die Gedanken tun wollten, und wir waren von Natur Kinder des Zorns wie auch die übrigen“ (Epheser 2:3).

      2 Heute ist es genauso; obwohl du daran interessiert sein magst, Gott zu gefallen, beeinträchtigt die von Adam ererbte Sünde deine Vision und kann dich veranlassen, Dingen nachzustreben, die ‘das Fleisch tun will’. Selbst wenn du mit Hilfe von Jehovas Zeugen die Bibel studierst oder ein ungetaufter Jugendlicher bist, dessen Eltern Zeugen sind, könnte die ichbezogene Einstellung „Ich tue, was mir gefällt“ einen Großteil deines Lebens charakterisieren und dich weiterhin von Gott entfremden. Wer einen solchen Lauf beibehält, ‘häuft sich selbst Zorn auf’ (Römer 2:5; Kolosser 1:21; 3:5-8). Gott wird seinem Zorn völlige Geltung verschaffen an dem schnell herannahenden „Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes“ (Römer 1:28 bis 2:6). Wie kannst du Frieden mit Gott erlangen und diesen „Tag des Zorns“ überleben?

      Die Grundlage des Friedens

      3. Wie legte Gott die Grundlage für Versöhnung?

      3 Jehova ergriff die Initiative und half uns, indem „er uns geliebt hat und seinen Sohn als ein Sühnopfer für unsere Sünden gesandt hat“ (1. Johannes 4:10). Jesu Opfertod sühnt, das heißt, er tut der Gerechtigkeit Jehovas Genüge. Das bildet eine gesetzliche Grundlage für die Vergebung von Sünden und letztendlich für die völlige Beseitigung der Feindschaft zwischen Gott und dem Menschen. Ja, es ist möglich, „mit Gott durch den Tod seines Sohnes versöhnt“ zu werden, wie der Apostel Paulus schrieb (Römer 5:8-10).

      4. Welche bedeutungsvolle Vision erhielt Hesekiel, und warum ist sie für uns wichtig?

      4 Um aus Christi Opfer persönlich Nutzen ziehen zu können, müssen wir gewisse Schritte unternehmen. Sie werden in einer dramatischen Vision angedeutet, die der Prophet Hesekiel erhielt, einer Vision, die sich während unserer Zeit erfüllt, das heißt vor dem herannahenden „Tag des Zorns“. Gottes Hinrichtungsstreitkräfte werden in der Vision von sechs bewaffneten Männern dargestellt. Bevor sie Gottes Zorn zum Ausdruck bringen, wird einem siebenten Mann, der das Tintenfaß eines Sekretärs trägt, gesagt: „‚Geh mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem, und du sollst ein Kennzeichen an die Stirn der Männer anbringen, die seufzen und stöhnen über all die Abscheulichkeiten, die in seiner Mitte getan werden.‘ Und zu diesen anderen [den sechs bewaffneten Männern] sprach er vor meinen Ohren: ‚Zieht durch die Stadt ihm nach, und schlagt. ... Aber irgendeinem Menschen, an dem das Kennzeichen ist, naht euch nicht‘“ (Hesekiel 9:1-6).

      5. Was führt zur Reue?

      5 Diese zum Schutz Gekennzeichneten konnten es nicht ertragen, daß Menschen, die vorgaben, den wahren Gott anzubeten, ‘das Land mit Gewalttat gefüllt’ hatten und sexueller Unmoral, dem Götzendienst und allen möglichen anderen Missetaten frönten (Hesekiel 8:5-18; Jeremia 7:9). Ebenso müssen heute diejenigen, die ‘gekennzeichnet’ werden sollen, zuerst durch ein Studium der Bibel die Maßstäbe Gottes schätzenlernen, und sie müssen von Herzen betrübt sein, ja „seufzen und stöhnen“ über die Lehren und Praktiken, die ihn entehren. Vielleicht waren manche von ihnen aus Unwissenheit an Missetaten beteiligt oder billigten sie, indem sie sie unterstützten. Doch jetzt fangen sie an, solche Betätigungen so zu sehen, wie Gott sie sieht — als etwas Abscheuliches (Römer 1:24-32; Jesaja 2:4; Offenbarung 18:4; Johannes 15:19). Dieses erweiterte Verständnis führt zu einem der ersten Schritte auf dem Weg zum Frieden mit Gott: Reue. Der Apostel Petrus ließ die Aufforderung ergehen: „Bereut daher und kehrt um, damit eure Sünden ausgelöscht werden, so daß Zeiten der Erquickung [und nicht des Zorns] von der Person Jehovas kommen mögen“ (Apostelgeschichte 3:19). Wie erfrischend doch eine solche Vergebung ist!

      Das „Kennzeichen“ erlangen

      6. Aus welchen Gründen wurden im Altertum gewisse Menschen gekennzeichnet?

      6 Damit diejenigen, die ‘seufzten und stöhnten’, von Gottes Zorn verschont bleiben konnten, mußten sie an ihrer Stirn gekennzeichnet werden (Hesekiel 9:4). In alter Zeit wurden Sklaven häufig der besseren Erkennbarkeit wegen an der Stirn gekennzeichnet. Gewisse Zeichen an der Stirn und anderswo ließen auch erkennen, daß jemand Anbeter einer bestimmten Gottheit war.a (Vergleiche Jesaja 44:5.) Was ist in unserer Zeit das lebensrettende Unterscheidungsmerkmal, das seine Träger als wahre Anbeter und Sklaven Jehovas kennzeichnet?

      7. Was ist das symbolische Kennzeichen?

      7 Das symbolische Kennzeichen, das du sozusagen an der Stirn trägst, ist der Beweis dafür, daß du 1. ein Gott hingegebener, getaufter Jünger Jesu Christi bist und 2. die christusähnliche neue Persönlichkeit angezogen hast (Epheser 4:20-24). Da diejenigen, die auf diese Weise ‘gekennzeichnet’ sind, sich zuerst Gott hingeben müssen, sollten wir wissen, was das einschließt. Jesus erklärte: „Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme seinen Marterpfahl auf und folge mir beständig“ (Markus 8:34).

      8, 9. (a) Was bedeutet es, sich selbst zu verleugnen? (b) Wie kann das, was die Hingabe erfordert, veranschaulicht werden?

      8 Das mit „verleugnen“ wiedergegebene griechische Wort bedeutet „völlig entsagen“ oder „abschwören“. Dich zu verleugnen bedeutet also mehr, als dir hin und wieder ein gewisses Vergnügen oder einen Genuß zu versagen. Es bedeutet vielmehr, bereit zu sein, zu dir selbst nein zu sagen, wenn es darum geht, daß dein Leben von deinen persönlichen Begierden und Zielen beherrscht wird. Wir können die Tragweite der Worte Jesu besser erfassen, wenn wir betrachten, wie der oben erwähnte Begriff in verschiedenen Sprachen wiedergegeben wird: „aufhören, das zu tun, was das eigene Herz will“ (Tzeltal, Mexiko), „nicht mehr sich selbst gehören“ (Chañabal, Guatemala) und „sich selbst den Rücken kehren“ (Javanisch, Indonesien). Ja, gemeint ist eine ausschließliche Hingabe, nicht lediglich eine Verpflichtung, die man in den unterschiedlichsten Angelegenheiten eingehen könnte.

      9 Eine Christin namens Susanne, die früher einen starken Hang zur Unabhängigkeit hatte, erklärt, was Hingabe für sie bedeutete: „Ich habe mein ganzes Ich jemand anders übergeben. Jetzt bestimmt Jehova mein Leben, sagt mir, was ich zu tun habe und was das Wichtigste im Leben ist.“ Bist auch du zu dieser ausschließlichen Hingabe bereit — entschlossen, Jehovas Willen zu tun? Bedenke, daß das symbolische Kennzeichen dich als jemanden kenntlich macht, der Gott ‘gehört’ wie ein glücklicher Sklave seinem Herrn. (Vergleiche 2. Mose 21:5, 6; Römer 14:8.)

      10. Was sollte man in Betracht ziehen, bevor man sich Gott hingibt?

      10 „Wer von euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuerst nieder und berechnet die Kosten, um zu sehen, ob er genug habe, ihn zu vollenden?“ fragte Jesus (Lukas 14:28). Bist du also bereit, die christlichen Zusammenkünfte regelmäßig zu besuchen (Hebräer 10:25); die hohen Sittenmaßstäbe zu wahren, die Gott für seine Diener festgelegt hat (1. Thessalonicher 4:3, 4, 7); einen so großen Anteil am Königreichspredigtwerk zu haben, wie es dir möglich ist; Gottes Willen an die erste Stelle zu setzen, wenn es um die Wahl einer Laufbahn oder die Zielsetzung im Leben geht (Matthäus 6:33; Prediger 12:1); und dich um deine familiären Verpflichtungen zu kümmern? (Epheser 5:22 bis 6:4; 1. Timotheus 5:8). Sobald du dich in einem persönlichen Gebet Jehova hingegeben hast, kannst du das durch einen weiteren Schritt andere offiziell wissen lassen.

      Die Taufe — Für wen?

      11. Was symbolisiert die Taufe, und was wird durch sie erreicht?

      11 Jesus gebot, daß seine Nachfolger getauft werden sollten (Matthäus 28:19, 20). Sie sollten völlig im Wasser untergetaucht und wieder daraus emporgehoben werden. Vergleichbar mit einem Begräbnis und einer Auferstehung, veranschaulicht das sehr gut, daß eine Person in bezug auf einen ichbezogenen Lebensweg stirbt und wieder zum Leben gebracht wird, um Gottes Willen zu tun. Durch die Taufe gibst du dich als ein Zeuge Jehovas zu erkennen, der mit Gottes weltweiter Versammlung verbunden ist.b Die Taufe macht eine feierliche Übereinkunft mit Gott rechtskräftig. (Vergleiche 2. Mose 19:3-8.) Dein Leben muß in Einklang sein mit seinen Gesetzen (Psalm 15; 1. Korinther 6:9-11). Die Taufe, die dich zu einem Diener Gottes ordiniert, spiegelt auch eine „an Gott gestellte Bitte um ein gutes Gewissen“ wider, da du weißt, daß du Frieden mit Gott hast (1. Petrus 3:21).

      12. Wie lange sind Kinder durch das „Kennzeichen“ ihrer Eltern geschützt?

      12 Sollten auch Jugendliche die Taufe in Betracht ziehen? Nun, denke an das, was Jehova den sechs bewaffneten Männern in der Vision sagte: „Greis, Jüngling und Jungfrau und Kleinkind und Frauen solltet ihr töten — zum Verderben. Aber irgendeinem Menschen, an dem das Kennzeichen ist, naht euch nicht“ (Hesekiel 9:6). Natürlich werden Kinder, die für die Hingabe zu jung sind, durch das „Kennzeichen“ des Vaters oder der Mutter geschützt, sofern er oder sie sich bemüht, die Kinder so zu erziehen, daß sie Jehova lieben, und sofern die Kinder gehorsam darauf eingehen (1. Korinther 7:14). Wenn ein Kind aber genügend Verständnis hat, um eine persönliche Entscheidung zu treffen, und den Punkt erreicht hat, wo es ‘weiß, wie es das tun soll, was recht ist’, darf man nicht annehmen, daß es weiterhin den Schutz des „Kennzeichens“ seines Vaters oder seiner Mutter genießt (Jakobus 4:17).

      13. Welche Überlegungen können eine Hilfe sein, festzustellen, ob sich ein Jugendlicher für die Taufe eignet?

      13 Bevor ein Jugendlicher sich Gott hingibt, sollte er genügend Erkenntnis haben, um die Tragweite zu erfassen, und sollte ein persönliches Verhältnis zu Gott suchen. Er sollte die biblischen Grundsätze verstehen und sich daran halten in dem Bewußtsein, daß er für jede Übertretung zur Rechenschaft gezogen wird. Er sollte auch genügend Erfahrung darin haben, mit anderen über seinen Glauben zu sprechen, und sollte wissen, daß das ein wesentlicher Teil der wahren Anbetung ist; er sollte wirklich Gott dienen wollen. Man erwartet von ihm naturgemäß nicht die Reife eines Erwachsenen, aber sein geistiger Fortschritt sollte einigermaßen beständig sein.

      14. Warum betrachtete ein Jugendlicher seine Taufe als Schutz?

      14 Wenn jemand ‘die Kosten berechnet hat’, ist es für ihn kein Nachteil, sich bereits als Jugendlicher Gott hinzugeben. Bei fast allen neuen Christen vertieft sich die Wertschätzung nach der Taufe. „Daß ich mich als Jugendlicher taufen ließ, war ein Schutz für mich“, erklärte David. „Mit zunehmendem Alter bemerkte ich, daß sich einige ungetaufte Teenager in der Versammlung von der Autorität der Ältesten frei fühlten und demzufolge in einen schlechten Lebenswandel abglitten. Aber ich dachte immer wieder daran, daß ich mich Gott hingegeben hatte. Mein Leben gehörte bereits ihm, und daher konnte ich diese Teenager nicht nachahmen.“

      15. (a) Woher wissen wir, daß es Jugendlichen möglich ist, die wahre Anbetung auf Dauer als eine ernste Sache zu betrachten? (b) Wie können die Eltern am besten beistehen?

      15 „Was aber, wenn sich unser Sohn oder unsere Tochter in jungen Jahren taufen läßt und später andere Wege geht?“ mögen sich Eltern fragen. Gewiß sollte sich ein Jugendlicher nicht taufen lassen, nur um den Eltern zu gefallen oder weil einige Freunde es auch getan haben. Dennoch ist es eine Tatsache, daß Joseph, Samuel, König Josia und Jesus schon im Jünglingsalter die Anbetung Gottes als eine ernste Sache betrachteten und dabei blieben (1. Mose 37:2; 39:1-3; 1. Samuel 1:24-28; 2:18-21; 2. Chronika 34:3; Lukas 2:42-49). Eine Christin namens Jean wurde getauft, als sie erst 10 Jahre alt war. Jean erwiderte Jahre später auf die Frage, ob sie den Schritt wirklich verstanden habe: „Ich wußte, daß ich Jehova liebte, ich schätzte das, was Jesus für uns getan hat, und ich wollte Jehova dienen.“ Seit ihrer Taufe verrichtet sie nun schon etwa 40 Jahre lang treuen Dienst. Jeder Jugendliche ist ein Mensch für sich; niemand kann eine allgemeine Altersgrenze festlegen. Eltern sollten bestrebt sein, das Herz ihres Kindes zu erreichen und ihm zu helfen, Gottergebenheit zu entwickeln.c Sie sollten ihren Kindern nicht nur das Vorrecht der Hingabe und Taufe vor Augen halten, sondern sollten sie auch stärken, damit sie standhafte Anbeter Jehovas sein können.

      Hindernisse überwinden

      16. Warum ist mehr als Kopfwissen erforderlich?

      16 Obwohl biblische Erkenntnis unerläßlich ist, schließt das „Kennzeichen“ mehr ein als Kopfwissen. Die in der Vision Hesekiels erwähnten Ältesten, die hingerichtet wurden, weil sie falschen Göttern Räucherwerk darbrachten, hatten wahrscheinlich eine umfangreiche Kenntnis von Jehovas geschriebenem Wort. Doch ihr Verhalten hinter verschlossenen Türen bewies, daß sie keine wahren Anbeter waren (Hesekiel 8:7-12; 9:6). Um also zum Überleben ‘gekennzeichnet’ zu werden, muß man „die neue Persönlichkeit anziehen ..., die nach Gottes Willen in wahrer Gerechtigkeit und Loyalität geschaffen worden ist“ (Epheser 4:22-24).

      17. (a) Welches Hindernis hält manche von der Taufe ab? (b) Wie kann der Rat aus Jakobus 4:8 befolgt werden?

      17 Ein beträchtliches Hindernis ist der Einfluß des sündigen Fleisches (Römer 8:7, 8). Manche lassen sich sogar von der Taufe abhalten, weil sie eine schwerwiegende fleischliche Schwäche nicht unter Kontrolle bringen oder weil sie unerlaubten weltlichen Vergnügungen frönen wollen (Jakobus 4:1, 4). Ihnen entgeht ein kostbares Verhältnis. Gottes Wort gibt uns den Rat: „Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen. Reinigt eure Hände, ihr Sünder, und läutert euer Herz, ihr Unentschlossenen“ (Jakobus 4:8). Entschlossenes Handeln ist unerläßlich. Zum Beispiel hatte ein Mann, der anfing, die Bibel zu studieren, sechzehn Jahre lang Alkohol- und Drogenmißbrauch getrieben und war aufgrund dessen todkrank. Mit Entschlossenheit überwand er diese schlechten Gewohnheiten. „Doch gerade als ich Schritte in Richtung Hingabe machte, drang eine Frau in mich, mit ihr Beziehungen zu haben. Das war eine echte Versuchung“, gestand er. „Obwohl die Frau dachte, ich sei verrückt, sagte ich ihr: ‚Ich studiere mit Jehovas Zeugen die Bibel und kann das nicht tun.‘“ Was bewog ihn zu dieser Erwiderung? „Ich hatte gesehen, was Jehova für mich getan hatte, indem er mir half, vom Alkohol loszukommen. Er hatte mir auch noch auf andere Weise geholfen. Dadurch war ich ihm nähergekommen. Ich konnte ihn nicht enttäuschen.“ Dieser Mann hatte sich Gott genaht.

      18. Was ist ein Schlüssel zur Überwindung von Hindernissen?

      18 Es kommt nicht darauf an, wieviel du weißt, sondern darauf, wie sehr du das liebst, was du weißt. In Psalm 119:165 heißt es: „Überströmender Frieden gehört denen, die dein Gesetz lieben [nicht lediglich kennen], und für sie gibt es keine Ursache des Strauchelns.“ Der Schlüssel liegt darin, daß du Gottes Gesetz liebst, das heißt, daß du von Herzen schätzt, welchen Wert es für dein Leben hat (Jesaja 48:17, 18).

      19, 20. (a) Welche Hindernisse müssen überwunden werden, und welche Zusicherung haben wir? (b) Zu welchem Ergebnis führt die erfolgreiche Überwindung aller Hindernisse?

      19 Natürlich können noch andere Hindernisse oder Ursachen des Strauchelns auftreten. „Das schlimmste für mich“, sagte der obenerwähnte Bruder, „war die Menschenfurcht. Ich hatte einige weltliche ‚Freunde‘, mit denen ich gewöhnlich trank. Es fiel mir sehr schwer, ihnen zu sagen, daß ich die Verbindung lösen wollte, um mich Gott hingeben zu können“ (Sprüche 29:25). Andere mußten den Spott von Angehörigen ertragen. Eine neugetaufte Zeugin, die die Gegnerschaft ihres Mannes überwand, bemerkte: „Ich mußte nicht eine große Hürde, sondern vielmehr eine Menge kleiner Hürden überwinden, und zwar eine nach der anderen.“ Mit jedem Hindernis, das du glaubensvoll überwindest, wenn du damit konfrontiert wirst, wird dein Herz stärker. Sei versichert, daß es für die, die Gottes Gesetz lieben, kein unüberwindbares Hindernis gibt (Lukas 16:10).

      20 Wenn du über jede Ursache des Strauchelns siegst, wirst du „überströmenden Frieden“ erlangen (Psalm 119:165). Ja, dann „wirst du auf deinem Weg in Sicherheit wandeln, ... dein Schlaf soll angenehm sein. Du wirst dich nicht zu fürchten brauchen vor irgendeinem plötzlichen Schrecknis noch vor dem Sturm über die Bösen, weil er kommt. Denn Jehova selbst wird sich in Wirklichkeit als deine Zuversicht erweisen“ (Sprüche 3:23-26).

      [Fußnoten]

      a Etwa 150 Jahre nach der Vision Hesekiels beschrieb der griechische Historiker Herodot, welchen Schutz die Verehrer des Gottes Herkules aufgrund ihrer Kennzeichen genossen: „Wenn irgend jemandes Sklave Zuflucht [im Tempel des Herkules] sucht und die heiligen Zeichen auf ihm eingeprägt sind, durch die er sich als ein dem Gott Ergebener zu erkennen gibt, ist es nach dem Gesetz nicht gestattet, Hand an ihn zu legen.“

      b Vor kurzem wurden die beiden Fragen, die Taufbewerbern gestellt werden, vereinfacht, damit diese völlig verstehen, was es bedeutet, ein enges Verhältnis zu Gott und zu seiner irdischen Organisation zu erlangen, und damit sie dementsprechend antworten können.

      c Siehe den Artikel „Schule dein Kind so, daß es Gottergebenheit entwickelt“ in unserer Ausgabe vom 15. August 1985.

  • Mehre deinen Frieden durch genaue Erkenntnis
    Der Wachtturm 1987 | 15. April
    • Mehre deinen Frieden durch genaue Erkenntnis

      „Unverdiente Güte und Frieden sei euch gemehrt durch eine genaue Erkenntnis Gottes und Jesu, unseres Herrn“ (2. PETRUS 1:2).

      1, 2. (a) Warum kann ein friedliches Verhältnis zu Gott mit einer Ehe verglichen werden? (b) Wie können wir unseren Frieden mit Gott festigen?

      MIT dem friedlichen Verhältnis zu Jehova Gott, das bei deiner Taufe entsteht, verhält es sich in mancher Hinsicht ähnlich wie mit einer Ehe. Der Hochzeitstag ist zwar etwas Großartiges, aber er ist nur der Beginn eines kostbaren Verhältnisses. Durch Anstrengungen, Zeit und Erfahrung wird ein Eheverhältnis zu etwas noch Kostbarerem, zu einem Hafen in Zeiten der Not. Ebenso kannst du durch eifrige Bemühungen und mit Jehovas Hilfe deinen Frieden mit ihm mehren.

      2 Der Apostel Petrus erklärte, wie diejenigen, die ‘Glauben erlangt haben’, ihren Frieden mit Gott festigen können. Er schrieb: „Unverdiente Güte und Frieden sei euch gemehrt durch eine genaue Erkenntnis Gottes und Jesu, unseres Herrn“ (2. Petrus 1:1, 2).

      „Eine genaue Erkenntnis Gottes“

      3. Was bedeutet es, eine genaue Erkenntnis über Jehova und Jesus zu haben?

      3 Das griechische Wort für „genaue Erkenntnis“ (epígnosis), das in diesem Zusammenhang gebraucht wird, bezeichnet eine tiefere, eingehendere Erkenntnis. Das Verb kann sich auf eine Erkenntnis beziehen, die durch persönliche Erfahrung gewonnen wird, und wird in Lukas 1:4 mit ‘völlig erkennen’ wiedergegeben. Wie der Gräzist Culverwel erklärt, besagt ihm dieses Wort, „mit einer Sache, die man vorher schon kannte, vertrauter zu werden; einen Gegenstand, den man vorher von weitem gesehen hat, genauer zu betrachten“. Eine solche „genaue Erkenntnis“ zu erlangen bedeutet, Jehova und Jesus als Personen näher kennenzulernen, mit ihren Eigenschaften besser vertraut zu werden.

      4. Wie können wir unsere Erkenntnis über Gott mehren, und warum wird dadurch unser Frieden mit ihm gemehrt?

      4 Zwei Möglichkeiten, diese Erkenntnis zu erwerben, sind gute persönliche Studiengewohnheiten und der regelmäßige Besuch der Zusammenkünfte des Volkes Gottes. Durch diese beiden Möglichkeiten kannst du deutlicher erfahren, wie Gott sich verhält und was er denkt. Du wirst dir ein genaueres Bild von seiner Persönlichkeit machen. Doch Gott gut zu kennen bedeutet, dieses Bild nachzuahmen und widerzuspiegeln. Zum Beispiel beschrieb Jehova einmal einen Menschen, der gottgemäße Selbstlosigkeit widerspiegelte, und sagte dann: „War nicht das ein Fall, mich zu kennen?“ (Jeremia 22:15, 16; Epheser 5:1). Wenn du Gott genauer nachahmst, wird der Frieden, den du mit ihm hast, gemehrt, weil du Fortschritte im Anziehen der neuen Persönlichkeit machst, die „durch genaue Erkenntnis erneuert wird nach dem Bild dessen, der sie geschaffen hat“. Dadurch gefällst du Gott besser (Kolosser 3:10).

      5. (a) Wie wurde einer Christin durch genaue Erkenntnis geholfen? (b) Auf welchen Gebieten können wir Jehova noch genauer nachahmen?

      5 Eine Christin namens Lynn empfand es als schwierig zu vergeben, weil zwischen ihr und einer anderen Christin ein Mißverständnis bestand. Aber ihr gründliches persönliches Studium veranlaßte sie, ihre Einstellung zu überprüfen. „Ich rief mir in den Sinn, was für ein Gott Jehova ist, daß er keinen Groll hegt“, gestand sie. „Ich dachte an all das, was wir Jehova jeden Tag antun, und dennoch rechnet er es uns nicht an. Im Vergleich dazu war die Sache mit meiner christlichen Schwester geringfügig. Daher sagte ich mir, sooft ich sie sah: ‚Jehova liebt sie genauso wie mich.‘ Das half mir, das Problem zu überwinden.“ Erkennst auch du Bereiche, in denen du Jehova noch genauer nachahmen mußt? (Psalm 18:35; 103:8, 9; Lukas 6:36; Apostelgeschichte 10:34, 35; 1. Petrus 1:15, 16).

      Eine genaue Erkenntnis Christi

      6. Wie zeigte Jesus Christus, daß das Predigtwerk für ihn von höchster Wichtigkeit war?

      6 Eine genaue Erkenntnis über Jesus zu haben erfordert, daß man „Christi Sinn“ hat und ihn nachahmt (1. Korinther 2:16). Jesus war ein begeisterter Verkündiger der Wahrheit (Johannes 18:37). Er ließ durch die Vorurteile der Bevölkerung seinen starken Evangelisierungseifer nicht dämpfen. Obwohl andere Juden die Samariter haßten, gab er an einem Brunnen einer Samariterin Zeugnis. Möglicherweise wurde es sogar mißbilligt, wenn sich jemand mit einer Frau lange in der Öffentlichkeit unterhielt.a Aber Jesus ließ sich durch die öffentliche Meinung nicht davon abhalten, Zeugnis zu geben. Gottes Werk wirkte erfrischend. Er sagte: „Meine Speise ist, daß ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollende.“ Die Freude, den Widerhall der Menschen zu sehen, wie im Fall der Samariterin und vieler ihrer Mitbürger, erfrischte Jesus wie Speise (Johannes 4:4-42; 8:48).

      7. (a) Wozu sollte uns die Erkenntnis Jesu anspornen? (b) Erwartet Gott von seinen Dienern, daß sie alle gleich viel predigen? Erkläre es.

      7 Empfindest du so wie Jesus? Zugegeben, vielen fällt es schwer, mit einem Fremden ein Gespräch über die Bibel zu beginnen, und oft wird das von Mitbürgern mißbilligt. Wollen wir aber dieselbe Einstellung haben wie Jesus, können wir folgende Tatsache nicht leugnen: Wir müssen Zeugnis geben. Natürlich können nicht alle gleich viel predigen. Das ist ganz unterschiedlich aufgrund unserer Fähigkeiten und Lebensumstände. Denke daher nicht, Gott sei mit deinem heiligen Dienst nie zufrieden. Unsere Erkenntnis über Jesus sollte uns jedoch anspornen, unser Bestes zu geben. Jesus empfahl ganzherzigen Dienst (Matthäus 13:18-23; 22:37).

      Die Notwendigkeit, das Böse zu hassen

      8, 9. Welche Dinge haßt Gott, und wie können wir diesen Haß widerspiegeln?

      8 Genaue Erkenntnis hilft uns auch, uns darüber im klaren zu sein, welche Dinge Jesus und Jehova hassen (Hebräer 1:9; Jesaja 61:8). „Sechs Dinge gibt es, die Jehova wirklich haßt; ja sieben sind Dinge, verabscheuungswürdig für seine Seele: hohe Augen, eine falsche Zunge und Hände, die unschuldiges Blut vergießen, ein Herz, das schädliche Pläne schmiedet, Füße, die eilends zum Schlechten hinlaufen, ein falscher Zeuge, der Lügen vorbringt, und jeder, der Streitigkeiten unter Brüdern entfesselt“ (Sprüche 6:16-19). Diese Beweggründe und Verhaltensweisen sind „verabscheuungswürdig für seine Seele“. Das hier mit „verabscheuungswürdig“ wiedergegebene hebräische Wort stammt von einem Wort, das „nicht ausstehen können, sich ekeln“ bedeutet, ferner „eine Abneigung haben gegen das, was alle Empfindungen verletzt; etwas mit Empörung hassen“. Um Frieden mit Gott haben zu können, müssen wir eine ähnliche Abneigung entwickeln.

      9 Zum Beispiel solltest du dich vor „hohen Augen“ und vor jeglichem Stolz hüten. Manche sehen keine Notwendigkeit, sich nach der Taufe noch regelmäßig von denjenigen helfen zu lassen, die sie belehrt haben. Aber neue Christen sollten demütig Hilfe annehmen, damit sie in der Wahrheit fest gegründet werden (Galater 6:6). Meide auch Geschwätz, denn es kann leicht „Streitigkeiten unter Brüdern“ entfesseln. Durch liebloses Gerede, ungerechtfertigte Kritik oder durch Lügen „vergießen“ wir nicht unbedingt Blut, können aber dadurch Rufmord betreiben. Wir können nicht Frieden mit Gott haben, wenn wir nicht Frieden mit unseren Brüdern haben (Sprüche 17:9; Matthäus 5:23, 24). Gott sagt in seinem Wort auch, daß er ‘Ehescheidung haßt’ (Maleachi 2:14, 16). Arbeitest du, falls du verheiratet bist, daran, deine Ehe stark zu erhalten? Ist es für dich etwas Verabscheuungswürdiges, mit dem Ehepartner eines anderen zu flirten und dir unangebrachte Freiheiten herauszunehmen? Hast du wie Jehova Abscheu vor Unsittlichkeit? (5. Mose 23:17, 18). Solche Praktiken zu hassen ist nicht leicht, da sie auf unser sündiges Fleisch ansprechend wirken können und man in der Welt nur darüber schmunzelt.

      10. Wie können wir Haß gegen das Böse entwickeln?

      10 Es ist für dich leichter, Haß gegen das Böse zu entwickeln, wenn du es vermeidest, dir Filme oder Fernsehsendungen anzusehen, die Spiritismus, Unsittlichkeit oder Gewalttätigkeit verherrlichen, oder entsprechende Literatur zu lesen (5. Mose 18:10-12; Psalm 11:5). Dadurch, daß die Missetaten humorvoll verpackt werden und „gar nicht so schlecht“ zu sein scheinen, untergräbt eine solche Unterhaltung die Bemühungen, gottgefälligen Haß dagegen zu entwickeln. Eine Hilfe jedoch ist ernsthaftes Gebet, denn Jesus sagte: „Betet unablässig, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Der Geist ist zwar voller Eifer, aber das Fleisch ist schwach“ (Matthäus 26:41). Ein Christ sagte, was er tut, wenn er von einer starken fleischlichen Begierde gepackt wird: „Ich zwinge mich zu beten. Manchmal fühle ich mich unwürdig, mich Jehova zu nahen, aber dadurch, daß ich mich dazu zwinge und ihn anrufe, bekomme ich die Kraft, die ich brauche.“ Du wirst besser verstehen, warum Jehova Missetaten verabscheut, wenn du dir ihre schmerzlichen Folgen in den Sinn rufst (2. Petrus 2:12, 13).

      11. Von welchen Schwierigkeiten werden wir zeitweise geplagt?

      11 Selbst wenn du Frieden mit Gott hast, wirst du zeitweise von den Belastungen und Versuchungen des Alltags und sogar von deinen eigenen Schwächen geplagt. Vergiß nicht, daß du dich zu einer besonderen Zielscheibe Satans gemacht hast. Er bekämpft diejenigen, die Gottes Gebote halten und Jehovas Zeugen sind (Offenbarung 12:17). Wie kannst du dann deinen inneren Frieden bewahren?

      Mit friedenstörenden Unglücksschlägen fertig werden

      12. (a) Was ist der Hintergrund von Psalm 34? (b) Wie werden Davids Gefühle während dieses Erlebnisses beschrieben?

      12 „Viele sind der Unglücksschläge des Gerechten“, schrieb David (Psalm 34:19). Gemäß der Überschrift dieses Psalms verfaßte David ihn nach einer lebensgefährlichen Situation. Als David vor König Saul floh, suchte er Zuflucht bei Achisch, dem Philisterkönig von Gath. Die Diener dieses Königs erkannten David, und weil sie sich an seine früheren militärischen Heldentaten zugunsten Israels erinnerten, beschwerten sie sich bei Achisch. Da David das Gespräch zu Ohren kam, begann er „sich diese Worte zu Herzen zu nehmen, und er geriet in große Furcht vor Achisch, dem König von Gath“ (1. Samuel 21:10-12). Obendrein war dies noch die Heimatstadt Goliaths, und David hatte ja ihren Helden getötet; jetzt trug er sogar noch das Schwert des Riesen. Würde man nun dieses riesige Schwert nehmen und damit ihm den Kopf abschlagen? Was konnte David tun? (1. Samuel 17:4; 21:9).

      13. Was tat David in dieser Notlage, und wie können wir seinem Beispiel folgen?

      13 David flehte Gott schreiend um Hilfe an. „Dieser Niedergedrückte rief, und Jehova selbst hörte. Und aus all seinen Bedrängnissen rettete ER ihn“, schrieb David. Er schrieb auch: „Aus all meinen Schrecknissen befreite er mich“ (Psalm 34:4, 6, 15, 17). Hast auch du gelernt, zu Jehova zu flehen, ihm in Zeiten der Besorgnis dein Herz auszuschütten? (Epheser 6:18; Psalm 62:8). Selbst wenn deine Bedrängnis nicht so dramatisch ist wie die Davids, wirst du dennoch feststellen, daß Gott dir zur rechten Zeit Hilfe bietet (Hebräer 4:16). David tat jedoch mehr als beten.

      14. Wie gebrauchte David „Denkvermögen“, und was hat uns Gott gegeben, damit wir dasselbe tun können?

      14 David „verstellte ... unter ihren Augen seinen gesunden Verstand und begann sich in ihrer Hand irrsinnig zu gebärden ... Schließlich sprach Achisch zu seinen Dienern: ‚Hier seht ihr einen Mann, der sich wie verrückt gebärdet. Warum solltet ihr ihn zu mir bringen?‘“ (1. Samuel 21:13-15). David dachte sich eine Strategie aus, durch die er entkommen konnte. Jehova segnete seine Bemühungen. Ebenso erwartet Jehova von uns, daß wir unsere Denkfähigkeit gebrauchen, wenn wir mit schwierigen Problemen konfrontiert werden, und nicht einfach von ihm verlangen, sie für uns zu lösen. Er hat uns sein inspiriertes Wort übermittelt, „um den Unerfahrenen Klugheit zu geben, ... Erkenntnis und Denkvermögen“ (Sprüche 1:4; 2. Timotheus 3:16, 17). Gott hat auch für Versammlungsälteste gesorgt, die uns helfen können, zu lernen, wie man Gottes Maßstäbe einhält (1. Thessalonicher 4:1, 2). Häufig können dir diese Männer beim Nachforschen in den Publikationen der Wachtturm-Gesellschaft behilflich sein, damit du eine richtige Entscheidung treffen oder mit einem Problem fertig werden kannst.

      15. Warum ist Psalm 34:18 so tröstlich?

      15 Selbst wenn es uns weh ums Herz ist wegen unserer Schwächen und Fehlschläge, können wir, sofern wir die richtige Einstellung haben, unseren Frieden mit Gott bewahren. David schrieb gemäß Psalm 34:18: „Jehova ist nahe denen, die gebrochenen Herzens sind; und die zerschlagenen Geistes sind, rettet er.“ Wenn wir um Vergebung bitten und irgendwelche notwendigen Schritte unternehmen, um eine Angelegenheit (vor allem in Fällen schwerwiegender Übertretung) in Ordnung zu bringen, wird Jehova uns nahe bleiben und uns emotionalen Beistand leisten (Sprüche 28:13; Jesaja 55:7; 2. Korinther 7:9-11).

      Persönliche Erfahrung vermittelt Frieden

      16. (a) Durch welche andere Möglichkeit können wir genaue Erkenntnis über Gott erwerben? (b) Erkläre Davids Äußerung: „Schmeckt und seht, daß Jehova gut ist.“

      16 Eine andere Möglichkeit, genaue Erkenntnis über Gott zu erwerben, besteht außer im Aufnehmen geistiger Informationen darin, daß man persönlich seine liebevolle Hilfe erfährt (Psalm 41:10, 11). Befreiung aus Bedrängnis bedeutet nicht immer das sofortige oder völlige Ende eines Problems; vielleicht mußt du es weiterhin ertragen (1. Korinther 10:13). Obwohl das Leben Davids in Gath verschont blieb, war er mehrere Jahre immer noch ein Flüchtling und wurde mit einer Gefahr nach der anderen konfrontiert. Durch all das verspürte David Jehovas Fürsorge und Unterstützung. Er hatte den Frieden mit Gott angestrebt und gefunden, und er erfuhr, daß diejenigen, die das tun, „keinen Mangel haben“. Da er durch persönliche Erfahrung wußte, wie Jehova ihn in der Not unterstützte, konnte er sagen: „Schmeckt und seht, daß Jehova gut ist; glücklich ist der kräftige Mann, der zu ihm Zuflucht nimmt“ (Psalm 34:8-10, 14, 15).

      17. Wie wirkte es sich auf eine Familie aus, daß sie in einer Notlage Zuflucht zu Jehova nahm?

      17 In Schwierigkeiten zu Jehova Zuflucht zu nehmen wird dich in die Lage versetzen, zu ‘schmecken und zu sehen, daß Jehova gut ist’. Im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten verlor ein Christ durch einen Unfall die gutbezahlte Arbeit, die er 14 Jahre lang gehabt hatte. Er flehte mit seiner Familie zu Gott, denn sie hatten kein Einkommen. Gleichzeitig schränkten sie ihre Ausgaben ein, hielten auf nahe gelegenen Feldern Nachlese und gingen fischen. Mit der Hilfe von seiten einiger aus der Versammlung und durch Teilzeitbeschäftigung, sooft sie verfügbar war, konnte sich diese vierköpfige Familie über Wasser halten. Ein Jahr nach dem Unfall sagte die Mutter: „Man kann sich vormachen, daß man sich auf Jehova verläßt, obwohl man sich in Wirklichkeit auf seine eigenen Fähigkeiten, seinen Ehepartner oder seinen Arbeitsplatz verläßt. Wir haben jedoch wirklich gelernt, uns nur auf ihn zu stützen. Das andere kann einem genommen werden, doch Jehova hat uns nie verlassen — keinen einzigen Augenblick. Wir haben zwar nur das Lebensnotwendige, aber die ganze Familie hat ein viel engeres Verhältnis zu Jehova.“

      18. Was wird dir helfen, selbst bei anhaltenden Problemen auszuharren?

      18 Ja, eine finanzielle Härte kann von Dauer sein. Oder jemanden plagt eine chronische körperliche Krankheit, ein Persönlichkeitskonflikt mit einem anderen, eine emotionale Störung wie Depressionen oder eines von vielen anderen Problemen. Doch wenn du Gott wirklich kennst, wirst du auf seinen Beistand vertrauen (Jesaja 43:10). Dieses unerschütterliche Vertrauen wird dir helfen, auszuharren und den „Frieden Gottes“ zu haben, „der alles Denken übertrifft“ (Philipper 4:7).

      19. Woher wissen wir, daß Jehova unsere Leiden nicht leichtnimmt?

      19 Wenn du etwas Schlimmes durchmachst, dann vergiß nie, daß Jehova weiß, was du leidest. In einem anderen Psalm, den David über seine Erfahrung in Gath verfaßte, bat er Jehova: „Tu meine Tränen doch in deinen Schlauch. Sind sie nicht in deinem Buch?“ (Psalm 56:8). Gewiß hörte Gott auf Davids Bitte. Wie tröstlich, zu wissen, daß Gott Tränen, die durch Niedergeschlagenheit und Unruhe hervorgerufen werden, sozusagen auflesen und in einem Schlauch aufheben würde, so als gieße jemand in einen solchen Behälter kostbaren Wein oder Trinkwasser. Dieser Tränen würde immer gedacht werden, ja sie würden in Gottes Buch aufgeschrieben werden. Wie liebevoll doch Jehova für uns sorgt!

      20. Wie können wir unseren Frieden mit Gott mehren?

      20 Deine Taufe ist also nur der Beginn eines friedlichen Verhältnisses zu Gott. Du kannst deinen Frieden mit Gott mehren, indem du dich mit den persönlichen Eigenschaften Gottes und Jesu besser vertraut machst und in Prüfungen persönlich Jehovas Unterstützung erfährst. Dann wirst du ein Verhältnis zu Jehova haben, das zu einem Hafen der Sicherheit wird, und wirst außerdem die kostbare Hoffnung haben, ewig im Paradies zu leben, wo du ‘Wonne haben wirst an der Fülle des Friedens’ (Psalm 37:11, 29).

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