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PhilippinenJahrbuch der Zeugen Jehovas 2003
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Immer mehr Bezirkskongresse
Werfen wir nun kurz einen Blick auf die Kongresse. Wenn sich Jehovas Diener versammeln, um im Glauben gestärkt zu werden, ist das immer ein freudiger Anlass. Große Kongresse fanden auf den Philippinen erst nach dem Zweiten Weltkrieg statt, weil es vor dem Krieg relativ wenige Zeugen im Land gab. Allerdings wurde schon während des Krieges versucht, die Brüder durch einen Kongress anzuspornen, denn im Jahrbuch 1941 wird von einem Bezirkskongress berichtet, der im März 1940 in Manila abgehalten wurde.
Vielleicht erinnern wir uns noch, dass Joseph dos Santos bei den Japanern inhaftiert war. 1945 wurde er endlich von den Amerikanern befreit. Ihm lag das geistige Wohl seiner Glaubensbrüder, von denen viele neu in der Organisation waren, sehr am Herzen. So wurde dafür gesorgt, sie darin zu schulen, wie sie andere durch Heimbibelstudien wirkungsvoll an biblische Wahrheiten heranführen konnten. Ein Schritt in diese Richtung war der Landeskongress in Lingayen (Pangasinan) Ende 1945. Dass ungefähr 4 000 Menschen anwesend waren, lässt erkennen, wie viel Interesse damals herrschte und was für ein freudiger Anlass dieser erste Nachkriegskongress war.
Mit der Verkündigerzahl stieg von da an auch kontinuierlich die Zahl der Kongressbesucher. Statt 4 000 Kongressbesuchern an einem einzigen Ort wurden 17 Jahre später 39 652 Besucher an 7 Orten gezählt. Nach 15 weiteren Jahren (1977) war die Zahl auf über 100 000 angestiegen. Mittlerweile wurden die Kongresse im ganzen Land an 20 verschiedenen Orten abgehalten. Nochmals 8 Jahre später besuchten mehr als 200 000 die Bezirkskongresse und 1997 waren es mehr als 300 000. Für das Jahr 2002 konnten 63 Bezirkskongresse geplant werden — so viele wie nie zuvor! Das Reisen innerhalb des Insellandes ist zum Teil schwierig und kostspielig. Dadurch, dass die Bezirkskongresse an verschiedenen Orten stattfinden, müssen die Brüder nicht so weit reisen und haben es leichter. Es können also mehr Menschen von diesen glaubensstärkenden „Festmählern“ profitieren.
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PhilippinenJahrbuch der Zeugen Jehovas 2003
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Eine Gruppe aus der Versammlung Caburan in der südlichen Provinz Davao del Sur wanderte 1983 drei Tage lang bergauf und bergab bis zu einer Anlegestelle und fuhr dann mit einem Motorboot einen weiteren Tag bis zur Kongressstadt. Die freudige Gemeinschaft auf dem Bezirkskongress „Königreichseinheit“ war diesen Brüdern jede Mühe und alle Kosten wert.
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PhilippinenJahrbuch der Zeugen Jehovas 2003
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Herausragende Bezirkskongresse
Jehovas Volk denkt an Bezirkskongresse immer wieder gern zurück. Den Brüdern auf den Philippinen ergeht es da nicht anders. Natürlich wird das Programm aller Kongresse geschätzt, aber manche Kongresse hinterlassen einen besonders tiefen Eindruck, beispielsweise internationale Kongresse oder Kongresse, auf denen Missionare, die zu Besuch in ihrem Heimatland sind, von ihren Erlebnissen erzählen.
Wie schon erwähnt sind auch eine ganze Reihe philippinischer Brüder und Schwestern als Missionare in anderen asiatischen Ländern und Inselgebieten tätig. Wiederholt haben Zeugen aus aller Welt dafür gespendet, dass Missionare in ihre Heimatländer zurückkehren und die Kongresse dort besuchen konnten. Auch philippinischen Missionaren ist diese liebevolle Einrichtung zugute gekommen. 1983, 1988, 1993 und 1998 konnten Dutzende die Bezirkskongresse auf den Philippinen wieder im Kreis ihrer Verwandten und Freunde genießen — 1988 kamen beispielsweise 54 Missionare, die in 12 Ländern eingesetzt waren und im Durchschnitt seit 24 Jahren im Vollzeitdienst standen. Ihre Kommentare und Erfahrungen haben allen sehr gut getan.
Anderen sind bestimmte Bezirkskongresse im Sinn geblieben, weil die Begleitumstände außergewöhnlich waren und weil die Brüder entschlossen waren, den Kongress trotz Unannehmlichkeiten abzuhalten. Zum Beispiel fegte kurz vor dem Bezirkskongress „Göttlicher Frieden“ (1986) über Surigao auf Mindanao ein Taifun mit Geschwindigkeiten von mehr als 150 Kilometern pro Stunde hinweg. Das Stadiondach wurde schwer beschädigt. Die gesamte Stromversorgung der Stadt brach zusammen und es gab erst nach dem Kongress wieder Strom. Wasser war nur in 6 Kilometer Entfernung zu holen. Die Zeugen ließen sich von alledem aber nicht ihre Pläne durchkreuzen. Die Brüder sammelten alles, was von der Bühne übrig geblieben war, zusammen und bauten sie in einer Sporthalle neben dem Stadion wieder auf. Sie mieteten einen Generator, mit dem mehrere Lampen, die Lautsprecheranlage und ein Kühlschrank für die Cafeteria betrieben wurden. Man hatte mit 5 000 Besuchern gerechnet, doch die Höchstzahl auf diesem Kongress war 9 932! Das waren wirklich keine Schönwetterchristen!
Unvergesslich blieben insbesondere internationale Kongresse. Die leitende Körperschaft organisierte derartige Kongresse in Manila 1991 und 1993. Die Delegierten hinterließen in der Stadt einen enormen Eindruck. Für die philippinischen Brüder und Schwestern, von denen es sich die wenigsten leisten können, in andere Länder zu reisen, war das Ganze ein wundervoller „Austausch von Ermunterung“ (Röm. 1:12). Die Delegierten aus dem Ausland waren sehr eingenommen von der herzlichen und liebevollen Gastfreundschaft ihrer philippinischen Brüder. Ein Ehepaar aus den Vereinigten Staaten schrieb: „Ganz besonders möchten wir uns für die herzliche Aufnahme bedanken. Ihr habt uns alle so lieb mit offenen Armen empfangen.“
Im Jahr 1993 wurden in Manila drei verschiedene Stadien genutzt, und wenn ein Bruder von der leitenden Körperschaft einen Vortrag hielt, wurden die drei Kongressorte per Standleitung miteinander verbunden. Man kann sich die große Begeisterung der Kongressbesucher vorstellen, als die Neue-Welt-Übersetzung der Christlichen Griechischen Schriften in Tagalog freigegeben wurde. Eine junge Schwester sagt: „Ich war überglücklich. Ich hatte gehofft, dass wir irgendwann einmal die Neue-Welt-Übersetzung in Tagalog bekommen würden. Das war eine Riesenüberraschung!“
Zur Abwechslung wurden 1998 Delegierte von den Philippinen in andere Länder eingeladen, was letztmals 1958 der Fall gewesen war. So besuchten 107 Delegierte einen Kongress an der Westküste der Vereinigten Staaten. Im September durften 35 weitere Delegierte von den Philippinen einen internationalen Kongress in Korea besuchen. Kongresse wie diese haben maßgeblich dazu beigetragen, Jehovas Diener zu unterweisen und sie zu einigen, und haben jedem geholfen, Jehova zu seiner Feste zu machen.
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PhilippinenJahrbuch der Zeugen Jehovas 2003
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[Übersicht auf Seite 199]
(Siehe gedruckte Ausgabe)
Besucherzahlen bei den Kongressen (1948—1999)
350 000
300 000
250 000
200 000
150 000
100 000
50 000
0
1948 1954 1960 1966 1972 1978 1984 1990 1996 1999
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[Bild auf Seite 199]
Internationaler Kongress „Göttliche Belehrung“ (1993)
[Bild auf Seite 199]
Taufe auf dem Bezirkskongress „Freudige Lobpreiser“ (1995)
[Bild auf Seite 200]
Philippinische Missionare zu Besuch in der Heimat während der Kongresszeit
[Bild auf Seite 202]
Freigabe der „Neuen-Welt-Übersetzung der Christlichen Griechischen Schriften“ in Tagalog auf den Bezirkskongressen 1993
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