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SchwedenJahrbuch der Zeugen Jehovas 1991
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„Aaron 2“ — das Grammophon
Ein weiterer „Aaron“ war das tragbare Grammophon mit Aufnahmen 5minütiger biblischer Predigten. Von diesem neuen Werkzeug wurde mehrere Jahre guter Gebrauch gemacht.
Im Jahre 1937 nahm Bruder Eneroth Grammophonvorträge von Richter Rutherford in Schwedisch auf. Sobald die Schallplatten zur Verfügung standen, schwärmten die Verkündiger wie Heuschrecken begeistert in die Gebiete aus. In den ersten zehn Monaten spielte man 107 077 Predigten vor 153 786 Zuhörern ab. Bruder Eneroth selbst war einer der ersten, die die Schallplatten benutzten. Lachend erzählte er: „Nachdem ich in Stockholm einem Ehepaar eine dieser Schallplatten abgespielt hatte, sagte die Frau: ,Ihre Stimme hat sehr große Ähnlichkeit mit der Stimme, die wir eben hörten. Sie müssen sie schon oft gehört haben.‘ “
Die ersten tragbaren Grammophone waren ziemlich unhandlich und schwer. Bald gab es jedoch kleine zusammenklappbare Apparate, die man in einer Aktentasche transportieren konnte. Sie waren so ausgeklügelt gebaut, daß die Schallplatte wesentlich größer war als das Grammophon. Wenn der Verkündiger einen Wohnungsinhaber fragte, ob er ihm eine biblische Predigt auf Schallplatte abspielen dürfe, kam oft die Erwiderung: „Ich habe kein Grammophon.“ Schnell zog der Verkündiger sein kleines Grammophon heraus. Nun packte den Wohnungsinhaber die Neugier, und er bat den Verkündiger herein. Manche wollten das Grammophon sogar kaufen. Auf diese Weise hörten zahlreiche Personen zu, die der Botschaft sonst keine Aufmerksamkeit geschenkt hätten.
Das Grammophon half den Brüdern des öfteren, im Dienst freimütiger zu sein. Ein Bruder erzählt: „Ich kam zu einem Bauernhof, wo gerade ein großes Fest anläßlich einer Kindtaufe im Gange war. Ich fragte den Gastgeber, ob ich einen biblischen Vortrag auf Schallplatte abspielen dürfte. Da der Gastgeber meinte, dies würde der Feier eine etwas religiösere Atmosphäre verleihen, zumal der Pfarrer auch anwesend war, wurden sämtliche Gäste versammelt. Sie hörten aufmerksam zu, einschließlich des Pfarrers, der zum Erstaunen aller gleich danach eilig aufbrach. Ich beantwortete viele Fragen. Mehrere Gäste nahmen auch Literatur entgegen.“
„Aaron 3“ — die Lautsprecherausrüstung
Die Brüder im Zweigbüro stellten besondere Lautsprecherausrüstungen her, indem sie ein Grammophon mit einem Lautsprechersystem verbanden, das man auf einem Fahrradanhänger befestigte. Auf diese Weise konnte eine Predigt auf Schallplatte in einer großen Wohnsiedlung gehört werden. Die einleitende Musik sollte das Interesse der Menschen wecken und sie veranlassen, ihre Türen und Fenster zu öffnen und zuzuhören. Nach dem Vortrag sprachen die Brüder in den Wohnungen vor, beantworteten Fragen und boten Literatur an.
Ein eifriger Bruder wollte, daß seine Nachbarn, die bei der Kartoffelernte waren, einer Predigt zuhörten. Hoch oben in einer Kiefer brachte er einen Lautsprecher an und drehte das Grammophon auf. Als die kräftige, deutliche Stimme die Luft erfüllte, hörten die Leute auf zu arbeiten, schauten mit offenem Mund zum Himmel empor und lauschten andächtig, weil sie dachten, die Botschaft käme von dort.
Ende der 40er Jahre stellte man die Verwendung von Grammophonen ein. Von 1938 bis 1943 waren rund 1 200 Grammophone in Gebrauch gewesen, und eineinhalb Millionen Menschen hatten Schallplattenpredigten gehört.
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SchwedenJahrbuch der Zeugen Jehovas 1991
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[Bild auf Seite 155]
Man benutzte tragbare Grammophone, um die gute Botschaft zu verbreiten. Warum wurden sie „Aaron 2“ genannt?
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