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PolenJahrbuch der Zeugen Jehovas 1994
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Im Jahre 1946 gingen im Zweigbüro die ersten Berichte darüber ein, daß Zeugen Jehovas in verschiedenen Teilen des Landes grausam mißhandelt wurden. Besonders brutal gingen die Widerstandsgruppen der Narodowe Siły Zbrojne (Nationale Streitkräfte) vor. Sie kämpften nicht nur gegen die kommunistische Regierung, sondern unter dem Einfluß der katholischen Geistlichkeit auch gegen Jehovas Zeugen. Ihre Forderungen hatten bemerkenswerte Ähnlichkeit mit dem, was Satan von Jesus Christus verlangte, als er ihn aufforderte, ihm nur einen einzigen Akt der Anbetung zu erweisen (Mat. 4:9, 10). Diese katholischen Widerstandsgruppen verlangten von den Zeugen nur einen einzigen Akt der Anbetung als Beweis dafür, daß sie katholisch seien.
Am 1. März begleitete die 15jährige Henryka Żur, die aus der Umgebung von Chełm (Cholm) stammte, einen Bruder aus ihrer Versammlung, um interessierte Personen in einem Nachbardorf zu besuchen. Es sollten ihre letzten Rückbesuche sein. Die beiden Verkündiger fielen Mitgliedern der Narodowe Siły Zbrojne in die Hände, die in dem Dorf übernachteten. Der Bruder wurde heftig geschlagen, kam aber mit dem Leben davon. Die Schwester wurde stundenlang schrecklich gequält. „Im Innern kannst du ja glauben, was du willst, mach einfach das katholische Kreuzzeichen“, drang einer ihrer Peiniger in sie, „sonst legen wir dich um!“ Schließlich wurde die junge Schwester, die unerschütterlich an ihrer Lauterkeit festhielt, in den nahe gelegenen Wald geschleppt und erschossen.
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PolenJahrbuch der Zeugen Jehovas 1994
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Die Narodowe Siły Zbrojne hatten 800 Angriffe auf Zeugen Jehovas in ihren Wohnungen verübt.
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