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PolenJahrbuch der Zeugen Jehovas 1994
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Kongresse — offiziell und inoffiziell
Die ersten beiden Nachkriegskongresse in Polen waren unvergeßlich. Einer fand im Juni 1946 in dem Dorf Borówek bei Lublin statt. Es kamen ungefähr 1 500 Besucher. Dieser zweitägige Kongreß, der von den Brüdern gemäß ihrem Erkenntnisstand organisiert wurde, war inoffizieller Art. Wie es schon in vergangenen Jahren der Fall sein mußte, hielten bestimmte Brüder Ansprachen über Themen, die sie sich selbst ausgesucht hatten. Andere erzählten Erfahrungen. Unter den Anwesenden herrschte große Freude, als 260 Personen durch die Wassertaufe ihren Entschluß symbolisierten, Jehovas Willen zu tun.
Im September desselben Jahres wurde in Katowice (Kattowitz) ein von der Gesellschaft arrangierter Landeskongreß abgehalten. Es waren 5 300 Personen zugegen. Das Programm war speziell darauf ausgerichtet, die Brüder anzuspornen, eifrig und einmütig tätig zu sein und ihren Dienst auf eine für Jehova annehmbare Art und Weise zu verrichten.
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PolenJahrbuch der Zeugen Jehovas 1994
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Der Bezirksdienst wurde eingeführt, so daß in jedem Kreis regelmäßig Kongresse stattfinden konnten. In den folgenden Jahren wurden im ganzen Land Dutzende von Kreiskongressen abgehalten. Manchmal standen Vortragssäle zur Verfügung, und wenn nicht, wurden die Kongresse auf Grundstücken der Zeugen veranstaltet.
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Im Jahr darauf fand in Krakau ein Landeskongreß statt, bei dem 7 000 Delegierte bemerkenswerterweise Kongreßabzeichen mit einem lila Winkel trugen, ähnlich dem, der Jehovas Zeugen in den Konzentrationslagern kennzeichnete. Sie hatten nicht vergessen, wie grausam sie unter dem NS-Regime verfolgt wurden, und wollten, daß es auch andere nicht vergaßen.
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[Bild auf Seite 215]
5 300 begeisterte polnische Zeugen versammelten sich 1946 zu einem Nachkriegskongreß in Kattowitz
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