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„Ehrfurcht einflößende Macht“Komm Jehova doch näher
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ABSCHNITT 1
„Ehrfurcht einflössende Macht“
Dieser Abschnitt befasst sich mit biblischen Berichten, die von Jehovas schöpferischer, vernichtender, schützender und wiederherstellender Macht zeugen. Wir werden tief beeindruckt sein, wenn wir sehen, wie Jehova Gott, der „Ehrfurcht einflößende Macht“ hat, diese „dynamische Kraft“ einsetzt (Jesaja 40:26).
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„Jehova … hat große Macht“Komm Jehova doch näher
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KAPITEL 4
„Jehova … hat große Macht“
1, 2. Welche erstaunlichen Erlebnisse hatte Elia schon gehabt, doch was für Phänomene sah er am Horeb von einer Höhle aus?
ELIA hatte schon allerhand Erstaunliches gesehen. Er hatte erlebt, wie Raben ihn zweimal täglich mit Nahrung versorgten, als er sich versteckt hielt. Er hatte beobachtet, dass zwei Gefäße mit Mehl und Öl während einer langen Hungersnot nie leer wurden. Als Antwort auf ein Gebet hatte er sogar Feuer vom Himmel fallen sehen (1. Könige, Kapitel 17 und 18). Aber das, was jetzt geschah, hatte er noch nie erlebt.
2 Am Horeb wurde er von einer Höhle aus Zeuge einer Reihe außergewöhnlicher Phänomene. Als Erstes kam ein Wind auf. Es muss ein heulender, ohrenbetäubender Sturm gewesen sein, denn er war so gewaltig, dass er Berge spaltete und Felsen sprengte. Darauf folgte ein Erdbeben, das enorme Kräfte entfesselte. Dann loderte ein Feuer. Während es um sich griff, spürte Elia wahrscheinlich eine sengende Hitze (1. Könige 19:8-12).
3. Welche göttliche Eigenschaft beobachtete Elia, und wo können wir Beweise für diese Eigenschaft sehen?
3 Die verschiedenen Phänomene, die Elia beobachtete, hatten eins gemeinsam: Es waren Beweise der großen Macht Jehovas. Natürlich brauchen wir kein Wunder, um uns bewusst zu machen, dass Gott diese Eigenschaft besitzt. Sie ist leicht zu erkennen. In der Bibel heißt es, dass in der Schöpfung die „ewige Macht und Göttlichkeit“ Jehovas deutlich wird (Römer 1:20). Man braucht nur an die grellen Blitze und krachenden Donnerschläge bei einem Gewitter zu denken, an die Gischt eines in die Tiefe stürzenden Wasserfalls, an die unendliche Weite des Sternenhimmels. Sehen wir in solchen Naturschauspielen nicht die Macht Gottes? In der heutigen Welt nehmen allerdings nur wenige Gottes Macht wahr. Und noch wenigere haben die richtige Ansicht darüber. Das Verständnis dieser göttlichen Eigenschaft liefert uns jedoch reichlich Gründe, uns zu Jehova hingezogen zu fühlen. In diesem Abschnitt werden wir Jehovas unvergleichliche Macht eingehend untersuchen.
„Da ging Jehova vorbei“
Ein Wesensmerkmal Jehovas
4, 5. (a) Wie wird Jehovas Name bezeichnet? (b) Warum ist es passend, dass Jehova den Stier als Symbol für seine Macht gewählt hat?
4 Jehovas Macht ist einzigartig. In Jeremia 10:6 heißt es: „Keiner ist wie du, o Jehova. Du bist groß, dein Name ist groß und mächtig.“ Jehovas Name wird also als groß und mächtig bezeichnet. Er bedeutet ja offensichtlich „Er lässt werden“. Wie ist es Jehova möglich, zu erschaffen, was immer er möchte, und zu werden, was immer er möchte? Unter anderem durch seine Macht. Der Fähigkeit Jehovas, so zu handeln, dass sein Wille verwirklicht wird, sind keine Grenzen gesetzt. Diese Macht ist eines seiner Wesensmerkmale.
5 Da wir das volle Ausmaß seiner Macht niemals begreifen könnten, kommt uns Jehova durch Vergleiche entgegen. Wie wir gesehen haben, nimmt er den Stier als Symbol für seine Macht (Hesekiel 1:4-10). Dieser Vergleich ist treffend, denn selbst der domestizierte Stier ist stattlich und kräftig. In biblischer Zeit begegneten die Bewohner Palästinas selten, wenn überhaupt jemals, einem stärkeren Tier. Aber sie kannten eine Art Stier, die noch furchterregender war – der inzwischen ausgestorbene Wildstier oder Auerochse (Hiob 39:9-12). Nach den Worten des römischen Herrschers Julius Cäsar waren diese Stiere nicht viel kleiner als Elefanten. „Sie besitzen gewaltige Kräfte“, schrieb er, und „sind sehr schnell“. Stellen wir uns vor, wie klein und schwach wir uns neben einem solchen Koloss vorkommen würden!
6. Warum wird nur Jehova der „Allmächtige“ genannt?
6 Im Vergleich zu Jehova, dem Gott der Macht, ist der Mensch erst recht jämmerlich klein. Für Gott sind sogar mächtige Nationen wie eine Staubschicht auf einer Waage (Jesaja 40:15). Im Gegensatz zu allen Geschöpfen hat Jehova grenzenlose Macht und nur er wird der „Allmächtige“a genannt (Offenbarung 15:3). Jehova besitzt „unermessliche dynamische Kraft“ und „Ehrfurcht einflößende Macht“ (Jesaja 40:26). Er ist eine übersprudelnde, unerschöpfliche Kraftquelle. Selbst ist er auf keine Energiequelle angewiesen, denn „Macht gehört Gott“ (Psalm 62:12, Das Alte Testament Deutsch [62:11, NWT]). Aber durch welches Mittel übt Jehova seine Macht aus?
Wodurch Jehova seine Macht ausübt
7. Was ist Jehovas heiliger Geist, und worauf deuten die Bezeichnungen aus den Ursprachen hin?
7 Der heilige Geist strömt endlos aus Jehova hervor. Er ist Gottes Macht in Aktion. In 1. Mose 1:2 spricht die Bibel von Gottes „aktiver Kraft“. Die ursprünglichen hebräischen und griechischen Wörter für „Geist“ können in anderem Zusammenhang mit „Wind“, „Atem“ oder „Windstoß“ übersetzt werden. Nach Aussage von Lexikografen deuten die Wörter der Ursprachen auf eine unsichtbare Kraft in Aktion hin. Wie der Wind, so ist auch Gottes Geist für unsere Augen unsichtbar, doch seine Wirkung ist real und wahrnehmbar.
8. Womit wird Gottes Geist in der Bibel versinnbildlicht, und wieso sind diese Vergleiche treffend?
8 Gottes heiliger Geist ist unendlich vielseitig. Jehova kann ihn einsetzen, um alles nur Erdenkliche auszuführen, was er sich vorgenommen hat. Passenderweise wird deshalb in der Bibel Gottes Geist mit seinem „Finger“, seiner „starken Hand“ oder seinem „ausgestreckten Arm“ versinnbildlicht (Lukas 11:20; 5. Mose 5:15; Psalm 8:3). Genauso wie ein Mensch seine Hände für unterschiedlich schwere oder knifflige Arbeiten benutzt, kann Gott seinen Geist gebrauchen, um jedes beliebige Vorhaben umzusetzen – das winzige Atom zu erschaffen, das Rote Meer zu teilen oder die Christen des 1. Jahrhunderts in fremden Sprachen sprechen zu lassen.
9. Wie weitreichend ist Jehovas Herrschermacht?
9 Jehova übt auch durch seine Autorität als Souverän des Universums Macht aus. Können wir uns vorstellen, Millionen und Abermillionen intelligente, fähige Untergebene zu haben, die unsere Befehle bereitwillig ausführen? Jehova verfügt über eine solche Herrschermacht. Da sind einmal seine menschlichen Diener, die in der Bibel oft mit einem Heer verglichen werden (Psalm 68:11; 110:3). Doch im Vergleich zu einem Engel ist ein Mensch nur ein schwaches Geschöpf. Als die assyrischen Streitkräfte Gottes Volk angriffen, tötete ein einziger Engel 185 000 ihrer Soldaten in einer Nacht (2. Könige 19:35). Gottes Engel sind „stark und mächtig“ (Psalm 103:19, 20).
10. (a) Weshalb wird der Allmächtige „Jehova, der Herr der Heere“ genannt? (b) Wer ist das mächtigste Geschöpf Jehovas?
10 Wie viele Engel gibt es denn? Der Prophet Daniel hatte eine Vision vom Himmel, in der er weit über 100 Millionen Geistgeschöpfe vor dem Thron Jehovas sah. Aber nirgends wird gesagt, dass er die gesamte Engelschar gesehen hätte (Daniel 7:10). Es könnte also Hunderte Millionen von Engeln geben. Deshalb wird Gott auch „Jehova, der Herr der Heere“ genannt. Dieser Titel beschreibt seine machtvolle Stellung als Befehlshaber einer enormen organisierten Schar mächtiger Engel. An die Spitze all dieser Geistgeschöpfe hat er seinen eigenen geliebten Sohn gestellt, den „Erstgeborenen der gesamten Schöpfung“ (Kolosser 1:15). Als Erzengel – Oberster über alle Engel, Seraphim und Cherubim – ist Jesus das mächtigste Geschöpf Jehovas.
11, 12. (a) Wie übt Gottes Wort Macht aus? (b) Wie bestätigte Jesus das Ausmaß der Macht Gottes?
11 Doch Jehova verfügt noch über ein anderes Mittel, Macht auszuüben. In Hebräer 4:12 heißt es: „Das Wort Gottes ist lebendig und übt Macht aus.“ Haben wir selbst schon beobachtet, was für eine phänomenale Macht das Wort Gottes ausübt? Die inspirierten Aussagen der Bibel können uns Kraft geben, sie können unseren Glauben stärken und uns helfen, tiefgreifende Änderungen an uns vorzunehmen. Der Apostel Paulus warnte seine Glaubensbrüder vor Menschen, die ein äußerst unmoralisches Leben führten, und sagte im selben Atemzug: „Doch waren das einige von euch“ (1. Korinther 6:9-11). „Das Wort Gottes“ hatte Macht auf sie ausgeübt und ihnen geholfen sich zu ändern.
12 Jehovas Macht ist so gewaltig und seine Mittel, Macht auszuüben, sind so wirkungsvoll, dass sich ihm nichts in den Weg stellen kann. Jesus sagte: „Für Gott ist alles möglich“ (Matthäus 19:26). Wozu gebraucht Jehova seine Macht?
Zielgerichtete Macht
13, 14. (a) Warum kann man sagen, dass Jehova keine unpersönliche Kraftquelle ist? (b) Wozu gebraucht Jehova seine Macht?
13 Jehovas Geist ist jeder physikalischen Kraft weit überlegen. Jehova ist aber keine unpersönliche Macht, keine bloße Kraftquelle. Er ist ein persönlicher Gott, der seine Macht voll unter Kontrolle hat. Doch was veranlasst ihn, sie zu gebrauchen?
14 Wie wir noch sehen werden, gebraucht Gott seine Macht, um zu erschaffen, zu vernichten, zu beschützen und wiederherzustellen – kurz: für alles, was seinen vollkommenen Vorsätzen entspricht (Jesaja 46:10). Hin und wieder setzt Jehova seine Macht ein, um wichtige Aspekte seiner Persönlichkeit oder seiner Prinzipien zu offenbaren. Vor allem aber gebraucht er sie, um seinen Willen auszuführen, der darin besteht, durch das messianische Königreich seinen Namen zu heiligen und zu zeigen, dass seine Art zu regieren die beste ist. Nichts kann diesen Vorsatz jemals vereiteln.
15. Wozu gebraucht Jehova seine Macht bei seinen Dienern, und wie zeigte sich das am Beispiel Elias?
15 Jehova setzt seine Macht auch ein, um uns als Einzelnen zu helfen. So heißt es in 2. Chronika 16:9: „Jehovas Augen suchen die ganze Erde ab, um denen beizustehen, die ihm völlig ergeben sind.“ Elias Erlebnisse, die am Anfang dieses Kapitels erwähnt werden, sind ein typisches Beispiel dafür. Warum hat ihm Jehova seine Macht so eindrucksvoll demonstriert? Vorweg muss man wissen, dass die böse Königin Isebel geschworen hatte, Elia hinrichten zu lassen. Der Prophet war auf der Flucht, floh um sein Leben. Er war allein, verängstigt und mutlos. Für nichts und wieder nichts hatte er sich abgemüht, so kam es ihm vor. Um dem aufgewühlten Elia Mut zu machen, führte ihm Jehova seine Macht plastisch vor Augen. Der Wind, das Erdbeben und das Feuer bezeugten, dass das mächtigste Wesen im Universum mit ihm war. Was hatte er schon von Isebel zu befürchten, wenn ihm doch der allmächtige Gott zur Seite stand? (1. Könige 19:1-12).b
16. Warum ist es für uns beruhigend, über Jehovas große Macht nachzudenken?
16 Obwohl heute nicht die Zeit ist, Wunder zu wirken, hat sich Jehova seit den Tagen Elias nicht geändert (1. Korinther 13:8). Für alle, die ihn lieben, setzt er seine Macht heute genauso gern ein wie damals. Er wohnt zwar hoch oben in einem geistigen Bereich, aber dennoch ist er uns nicht fern. Seine Macht ist grenzenlos, sodass die Entfernung kein Hindernis ist. „Allen, die ihn anrufen, ist Jehova nah“ (Psalm 145:18). Als der Prophet Daniel Jehova einmal um Hilfe bat, erschien ihm, noch bevor er sein Gebet beendet hatte, ein Engel (Daniel 9:20-23). Nichts kann Jehova davon abhalten, denen, die er liebt, zu helfen und ihnen Kraft zu geben (Psalm 118:6).
Ist Gott wegen seiner Macht unnahbar?
17. In welchem Sinne weckt Jehovas Macht bei uns Furcht, aber welche Art Furcht ruft sie nicht hervor?
17 Sollte uns Gottes Macht veranlassen, ihn zu fürchten? Ja und nein. Ja – weil diese Eigenschaft Grund genug ist, Gottesfurcht zu haben, und zwar die tiefe Ehrfurcht und Achtung, die im vorigen Kapitel angeschnitten wurde. Diese Ehrfurcht ist laut der Bibel die Voraussetzung für Weisheit (Psalm 111:10). Und nein – weil Gottes Macht kein Grund ist, krankhafte Angst vor ihm zu haben oder sich ihm aus Scheu nicht zu nähern.
18. (a) Warum misstrauen viele den Mächtigen? (b) Woher wissen wir, dass Jehova durch seine Macht nicht verdorben wird?
18 „Macht verdirbt, und absolute Macht verdirbt absolut“, schrieb der britische Historiker Lord Acton im Jahr 1887. Seine Aussage ist etliche Male zitiert worden, vielleicht weil viele sie für unbestreitbar wahr halten. Unvollkommene Menschen missbrauchen ihre Macht häufig, wie die Geschichte immer wieder belegt (Prediger 4:1; 8:9). Deshalb misstraut man den Mächtigen oft und geht ihnen aus dem Weg. Jehova besitzt nun aber absolute Macht. Hat sie ihn irgendwie verdorben? Mit Sicherheit nicht! Wie wir gesehen haben, ist er heilig, ganz und gar integer. Jehova ist mit den unvollkommenen Männern und Frauen, die in der heutigen korrupten Welt Macht innehaben, nicht zu vergleichen. Er hat seine Macht nie missbraucht und wird das auch in Zukunft niemals tun.
19, 20. (a) Von welchen Eigenschaften ist Jehovas Machtausübung immer begleitet, und warum ist das beruhigend? (b) Wie könnte man Jehovas Selbstbeherrschung veranschaulichen, und wieso spricht dich das an?
19 Vergessen wir jedoch nicht, dass Macht nicht die einzige Eigenschaft Jehovas ist. Mit seiner Gerechtigkeit, Weisheit und Liebe werden wir uns erst noch befassen. Wir dürfen indessen nicht denken, Gottes Eigenschaften würden in einer starren, mechanischen Art und Weise, also immer nur einzeln, in Erscheinung treten. Im Gegenteil, in den nächsten Kapiteln wird erläutert, dass Jehova seine Macht immer zusammen mit seiner Gerechtigkeit, Weisheit und Liebe ausübt. Zunächst wollen wir uns aber einer Eigenschaft Gottes zuwenden, die bei den Mächtigen der Welt rar ist: Selbstbeherrschung.
20 Stell dir vor, du begegnest jemandem, der so groß und mächtig wirkt, dass du dich regelrecht eingeschüchtert fühlst. Mit der Zeit merkst du allerdings, dass er eigentlich ganz freundlich ist. Er ist immer hilfsbereit, wenn es darum geht, seine Macht zum Schutz anderer einzusetzen – vor allem zugunsten der Wehrlosen und Verletzlichen. Er missbraucht seine Stärke nie. Du beobachtest, wie er grundlos verleumdet wird. Doch seine Haltung ist fest und zugleich ruhig, würdevoll und sogar liebenswürdig. Du fragst dich unwillkürlich, ob du in der Lage wärst, genauso freundlich und beherrscht zu reagieren – besonders wenn du so stark wärst wie er. Würdest du dich, nachdem du so einen Menschen näher kennengelernt hättest, nicht zu ihm hingezogen fühlen? Wir haben weit mehr Gründe, die Nähe Jehovas, des Allmächtigen, zu suchen. Sehen wir uns den Satz, auf den sich der Titel dieses Kapitels stützt, einmal im Ganzen an: „Jehova wird nicht schnell zornig und hat große Macht“ (Nahum 1:3). Jehova ist nicht schnell dabei, seine Macht gegen Menschen einzusetzen, nicht einmal gegen die Bösen. Er ist mild gesinnt und gütig. Er hat angesichts vieler Provokationen bewiesen, dass er „nicht schnell zornig“ wird (Psalm 78:37-41).
21. Warum zwingt Jehova die Menschen nicht, seinen Willen zu tun, und was lehrt uns das über ihn?
21 Betrachten wir Jehovas Selbstbeherrschung noch aus einem anderen Blickwinkel. Wären wir, wenn wir unbegrenzte Macht hätten, nicht ab und zu versucht, Menschen zu manipulieren? Bei all seiner Macht zwingt Jehova die Menschen nicht, ihm zu dienen. Gott zu dienen ist zwar der einzige Weg zu ewigem Leben, aber Jehova nötigt niemand dazu. In seiner Güte gesteht er allen Menschen Entscheidungsfreiheit zu. Er warnt vor den Folgen einer schlechten Wahl und teilt uns die Belohnung einer guten Wahl mit. Doch die Wahl an sich bleibt uns überlassen (5. Mose 30:19, 20). Jehova liegt nichts an einem Dienst aus Zwang oder aus krankhafter Angst vor seiner überwältigenden Macht. Er sucht Menschen, die ihm bereitwillig, aus Liebe dienen (2. Korinther 9:7).
22, 23. (a) Woran ist zu erkennen, dass Jehova andere gern stark macht? (b) Womit befasst sich das nächste Kapitel?
22 Sehen wir uns noch einen letzten Grund an, warum wir nicht in Angst vor dem allmächtigen Gott zu leben brauchen. Mächtige Menschen schrecken oft davor zurück, ihre Macht mit anderen zu teilen. Jehova dagegen freut sich, wenn er seine loyalen Anbeter stark machen kann. Er betraut andere mit beträchtlicher Autorität, so zum Beispiel seinen Sohn (Matthäus 28:18). Doch Jehova macht seine Diener noch auf andere Weise stark. Die Bibel erklärt: „Dir, o Jehova, gehören die Größe und die Macht und die Schönheit und die Pracht und die Majestät, denn dir gehört alles im Himmel und auf der Erde. … In deiner Hand sind Stärke und Macht, und deine Hand ist imstande, Größe zu verleihen und allen Kraft zu geben“ (1. Chronika 29:11, 12).
23 Ja, Jehova gibt dir gern Stärke. Er schenkt denen, die ihm dienen möchten, sogar „Kraft, die über das Normale hinausgeht“ (2. Korinther 4:7). Fühlst du dich zu diesem dynamischen Gott, der seine Macht so gütig ausübt und sich dabei immer von Prinzipien leiten lässt, nicht hingezogen? Im nächsten Kapitel wird beleuchtet, wie Jehova seine Macht als Schöpfer einsetzt.
a Das mit „Allmächtiger“ wiedergegebene griechische Wort bedeutet wörtlich „Allherrscher“ oder „Allgewaltiger“.
b Die Bibel sagt: „Jehova war nicht in dem Sturm … dem Erdbeben … dem Feuer.“ Im Unterschied zu Anbetern mythischer Naturgottheiten suchen Jehovas Diener Gott nicht in den Naturgewalten. Er ist viel zu groß, als dass irgendeines seiner Schöpfungswerke ihn fassen könnte (1. Könige 8:27).
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Schöpferische Macht – Jehova hat „Himmel und Erde gemacht“Komm Jehova doch näher
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KAPITEL 5
Schöpferische Macht – Jehova hat „Himmel und Erde gemacht“
1, 2. Wie zeugt die Sonne von Jehovas Schöpfermacht?
HAST du schon einmal in einer kalten Nacht an einem Lagerfeuer gestanden? Vielleicht hast du die Hände genau im richtigen Abstand zu den Flammen gehalten, sodass du die wohlige Wärme genießen konntest. Wärst du dem Feuer zu nahe gekommen, wäre die Hitze unerträglich geworden. Wärst du zu weit weggegangen, hättest du die kalte Nachtluft gespürt und angefangen zu frieren.
2 Es gibt ein „Feuer“, das uns tagsüber wärmt. Es brennt in rund 150 Millionen Kilometer Entfernung.a Was für eine Kraft muss die Sonne haben, dass wir ihre Wärme über so eine Distanz wahrnehmen können! Die Erde umkreist diesen gewaltigen thermonuklearen Ofen genau in der richtigen Entfernung. Wäre sie der Sonne zu nah, würde das Wasser der Erde verdampfen; wäre sie zu weit weg, würde alles Wasser gefrieren. Beide Extreme würden das Leben auf unserem Planeten komplett auslöschen. Das Sonnenlicht ist nicht nur lebenswichtig, sondern außerdem eine saubere, leistungsstarke Energiequelle und obendrein noch wohltuend (Prediger 11:7).
3. Welche wichtige Tatsache bezeugt die Sonne?
3 Doch für die meisten Menschen ist die Sonne, obschon lebenswichtig, etwas ganz Selbstverständliches. Dabei übersehen sie, dass uns die Sonne einiges zu sagen hat. In der Bibel heißt es über Jehova: „Du machtest das Licht und die Sonne“ (Psalm 74:16). Die Sonne ehrt Jehova – den, „der Himmel und Erde gemacht hat“ (Psalm 19:1; 146:6). Sie ist nur einer der zahllosen Himmelskörper, durch die wir etwas über Jehovas enorme Schöpfermacht erfahren. Einige davon möchten wir uns nun näher ansehen, bevor wir uns der Erde und dem Leben darauf zuwenden.
Jehova machte das Licht und die Sonne
„Schaut zum Himmel hoch und seht“
4, 5. Wie machtvoll und groß ist die Sonne, doch was zeigt ein Vergleich mit anderen Sternen?
4 Die Sonne ist bekanntlich ein Stern. Sie wirkt größer als die Sterne am Nachthimmel, weil sie uns relativ nah ist. Was für eine Macht steckt in ihr? In ihrem Kern herrscht eine Temperatur von zirka 15 Millionen Grad Celsius. Würde man dem Kern der Sonne ein stecknadelkopfgroßes Stück entnehmen und es auf die Erde bringen, könnte man sich nicht einmal in 140 Kilometer Entfernung von dieser winzigen Wärmequelle gefahrlos aufhalten. Jede Sekunde gibt die Sonne eine Energiemenge ab, die der Explosion vieler Hunderte Millionen von Atombomben entspricht.
5 Die Sonne ist so groß, dass unsere Erde 1 300 000-mal in sie hineinpassen würde. Ist die Sonne ein außergewöhnlich großer Stern? Nein, Astronomen bezeichnen sie als Gelben Zwerg. Der Apostel Paulus schrieb: „Ein Stern unterscheidet sich vom anderen an Pracht“ (1. Korinther 15:41). Er konnte gar nicht wissen, wie wahr diese inspirierten Worte sind. Es gibt einen Stern, der so groß ist, dass er, wenn er sich an der Stelle der Sonne befände, die Erde schlucken würde. Ein anderer Riesenstern würde, wenn er den Platz der Sonne einnähme, bis zum Saturn reichen, obwohl dieser Planet so weit von der Erde entfernt ist, dass eine Raumsonde vier Jahre für diese Strecke gebraucht hat – und das mit der 40-fachen Geschwindigkeit einer Revolverkugel!
6. Wie lässt die Bibel erkennen, dass die Zahl der Sterne vom menschlichen Standpunkt aus gigantisch ist?
6 Noch beeindruckender als die Größe der Sterne ist ihre Zahl. In der Bibel wird erwähnt, dass die Sterne praktisch unzählbar sind, ähnlich wie der „Sand des Meeres“ (Jeremia 33:22). Demnach müsste es weit mehr Sterne geben, als man mit bloßem Auge sehen kann. Hätte ein Bibelschreiber wie Jeremia zum Nachthimmel geblickt und versucht, die Sterne zu zählen, wäre er nämlich nur auf rund 3000 gekommen. So viele Sterne kann man in einer klaren Nacht ohne Teleskop erkennen. Diese Zahl ließe sich allenfalls mit der Anzahl von Körnern in einer Handvoll Sand vergleichen. In Wirklichkeit ist die Zahl der Sterne aber überwältigend – vergleichbar mit dem „Sand des Meeres“.b Wer könnte so eine Menge zählen?
Er ruft die Sterne alle mit Namen
7. Was kann man über die Zahl der Sterne in unserer Galaxie und die Zahl der Galaxien im Universum sagen?
7 Jesaja 40:26 antwortet: „Schaut zum Himmel hoch und seht. Wer hat das alles erschaffen? Er ist es, der das Heer der Sterne abgezählt hervortreten lässt und sie alle mit Namen ruft.“ Und in Psalm 147:4 heißt es: „Er zählt die Sterne.“ Wie viele Sterne gibt es? Das ist keine leichte Frage. Astronomen schätzen, dass es allein in unserer Milchstraße über 100 Milliarden Sterne gibt.c Manche gehen von noch viel mehr aus. Dabei ist die Milchstraße nur eine von vielen Galaxien, und etliche davon besitzen noch mehr Sterne. Wie viele Galaxien gibt es? Die Schätzungen von Astronomen gehen von Hunderten von Milliarden bis in die Billionen. Bisher kann der Mensch also nicht einmal die genaue Zahl der Galaxien feststellen, ganz zu schweigen von der exakten Gesamtzahl all der Milliarden Sterne, aus denen sie bestehen. Doch Jehova kennt die Zahl. Und darüber hinaus nennt er jeden Stern mit Namen.
8. (a) Wie könnte man die Größe der Milchstraße erklären? (b) Wodurch bestimmt Jehova die Bewegungsabläufe der Himmelskörper?
8 Unsere Ehrfurcht kann nur zunehmen, wenn wir uns die Größe der Galaxien vergegenwärtigen. Der Durchmesser der Milchstraße wird mit 100 000 Lichtjahren angegeben. Stellen wir uns einen Lichtstrahl vor, der sich mit rasanten 300 000 Kilometern in der Sekunde fortbewegt. Er würde 100 000 Jahre brauchen, um unsere Galaxis zu durchqueren. Und manche Galaxien sind um ein Vielfaches größer als unsere. Die Bibel sagt über Jehova: „Den Himmel spannst du aus wie ein Zelttuch“ (Psalm 104:2). Jehova bestimmt auch die Bewegungsabläufe. Vom kleinsten interstellaren Staubteilchen bis zur riesigsten Galaxie bewegt sich alles nach physikalischen Gesetzen, die Gott aufgestellt und in Kraft gesetzt hat (Hiob 38:31-33). Wissenschaftler haben die präzisen Bewegungsabläufe der Himmelskörper mit der ausgefeilten Choreografie eines Balletts verglichen. Denken wir jetzt einmal an den, der das alles erschaffen hat. Muss man vor dem Gott, der eine so ungeheure schöpferische Macht besitzt, nicht Ehrfurcht haben?
„Der die Erde durch seine Macht geschaffen hat“
9, 10. Wieso zeugt die Lage unseres Sonnensystems, des Jupiters, der Erde und des Mondes von Jehovas Macht?
9 Unsere Heimat, die Erde, zeugt von Jehovas Schöpfermacht. Gott hat die Erde in dem gigantischen Universum wohlüberlegt platziert. Nach Ansicht mancher Wissenschaftler würden viele Galaxien gar nicht die Bedingungen für einen Planeten bieten, auf dem Leben existiert. Auch ein Großteil unserer Milchstraße ist offensichtlich lebensfeindlich. Im galaktischen Zentrum ist eine hohe Sterndichte zu beobachten. Die Strahlung ist intensiv, und Beinahezusammenstöße von Sternen sind keine Seltenheit. An den Rändern der Galaxis fehlen dagegen viele lebenswichtige Elemente. Unser Sonnensystem hat die ideale Lage, weil es keines dieser Extreme aufweist.
10 Die Erde hat einen fernen, aber gigantischen Beschützer – den Planeten Jupiter. Da er über 1000-mal so groß ist wie die Erde, übt er eine ungeheure Anziehungskraft aus. Was bewirkt das? Er fängt Objekte, die durch das All rasen, ein oder lenkt sie ab. Man schätzt, dass ohne den Jupiter 10 000-mal so viele massive Geschosse auf die Erde hageln würden, wie es gegenwärtig der Fall ist. In der näheren Umgebung leistet der Erde ein ungewöhnlicher Satellit nützliche Dienste – der Mond. Er ist nicht nur schön anzusehen und ein „Nachtlicht“, sondern er hält die Erde außerdem in einer konstanten Schräglage. Dieser Neigungswinkel beschert der Erde ihre festen, vorhersagbaren Jahreszeiten – ein weiteres Plus für das Leben.
11. Wie fungiert die Erdatmosphäre als Schutzschild?
11 Der Aufbau der Erde zeugt bis ins Detail von Jehovas schöpferischer Macht. Die Atmosphäre beispielsweise fungiert als Schutzschild. Die Sonne sendet sowohl gesunde als auch gefährliche Strahlen aus. Sobald die tödlichen Strahlen auf die obere Atmosphäre der Erde treffen, verwandeln sie gewöhnlichen Sauerstoff in Ozon. Die dadurch entstehende Ozonschicht absorbiert dann die meisten dieser Strahlen. Unser Planet hat praktisch einen eingebauten Sonnenschirm.
12. Wie wird Jehovas schöpferische Macht am Wasserkreislauf deutlich?
12 Das ist nur ein Vorteil unserer Atmosphäre, einer komplexen Gasmischung, die für die Lebewesen auf der Erdoberfläche ideale Bedingungen schafft. Zu den Wundern der Atmosphäre gehört auch der Wasserkreislauf. Jedes Jahr lässt die Sonne über 400 000 Kubikkilometer Wasser aus den Ozeanen der Erde verdunsten. Das Wasser formiert sich zu Wolken, die von den atmosphärischen Winden hierhin und dorthin getrieben werden. Gefiltert und gereinigt geht dieses Wasser dann als Regen, Schnee oder Eis nieder und füllt die Wasserreserven auf. Es ist so, wie in Prediger 1:7 beschrieben: „Alle Bäche fließen ins Meer und doch ist das Meer nicht voll. An den Ort, aus dem die Bäche kommen, kehren sie zurück, um von Neuem zu fließen.“ Nur Jehova konnte einen solchen Kreislauf in Gang setzen.
13. Welche Beweise für die Macht des Schöpfers sind in der Pflanzenwelt und im Erdboden zu entdecken?
13 Wo immer wir Leben sehen, sehen wir auch Beweise für die Macht des Schöpfers. Von den gewaltigen Mammutbäumen, die höher aufragen als ein 30-stöckiges Gebäude, bis zu den mikroskopisch kleinen Pflanzen, mit denen die Meere angereichert sind und die uns einen Großteil des Sauerstoffs liefern – überall ist Jehovas schöpferische Macht deutlich wahrnehmbar. Der Erdboden wimmelt von lebenden Organismen – Würmer, Pilze und Mikroben –, die durch ihre komplizierte Wechselwirkung das Pflanzenwachstum fördern. Schon die Bibel spricht davon, dass der Boden Kraft hat (1. Mose 4:12, Fußnote).
14. Welche Kraft steckt in einem winzigen Atom?
14 Kein Zweifel, Jehova hat „die Erde durch seine Macht geschaffen“ (Jeremia 10:12). Gottes Macht ist selbst in den winzigsten Gebilden zu erkennen. So wären eine Million Atome nebeneinandergelegt noch nicht einmal so dick wie ein menschliches Haar. Und würde man ein Atom als 14-stöckiges Gebäude darstellen, wäre der Atomkern gerade mal so groß wie ein Salzkorn, das auf der siebten Etage liegt. Doch dieser winzige Kern ist der Sitz der ungeheuren Kraft, die bei einer Atomexplosion entfesselt wird!
„Alles, was atmet“
15. Welche Lektion erteilte Jehova Hiob, als er mit ihm über verschiedene wilde Tiere sprach?
15 Ein weiterer lebendiger Beweis für die schöpferische Macht Jehovas ist der Tierreichtum der Erde. In Psalm 148 ist vieles aufgelistet, wodurch Jehova gepriesen wird – in Vers 10 werden zum Beispiel die wilden Tiere und die Haustiere erwähnt. Um zu verdeutlichen, warum der Mensch Ehrfurcht vor dem Schöpfer haben sollte, sprach Jehova mit Hiob über Tiere wie den Löwen, das Zebra, den Wildstier, den Behemoth (das Flusspferd) und den Leviathan (offenbar das Krokodil). Was wollte er damit sagen? Wenn der Mensch schon vor diesen starken, furchterregenden und unzähmbaren Geschöpfen Respekt hat, wie sollte er dann erst über ihren Schöpfer denken? (Hiob, Kapitel 38 bis 41).
16. Was beeindruckt dich an einigen Vögeln, die Jehova erschaffen hat?
16 In Psalm 148:10 kommen auch die Vögel vor. Halten wir uns die Vielfalt in der Vogelwelt einmal vor Augen. Jehova machte Hiob auf die Straußenhenne aufmerksam: Sie „lacht … das Pferd und seinen Reiter aus“. Der zweieinhalb Meter hohe Strauß kann zwar nicht fliegen, dafür aber mit einer Geschwindigkeit von 65 Kilometern in der Stunde laufen und dabei viereinhalb Meter lange Schritte machen (Hiob 39:13, 18). Der Albatros hingegen bringt den größten Teil seines Lebens über dem Meer zu. Dieser Meister des Segelflugs hat eine Flügelspannweite von zirka 3 Metern. Er kann stundenlang gleiten, ohne auch nur einmal mit den Flügeln zu schlagen. Einen starken Kontrast dazu bildet die Bienenelfe – mit gut 5 Zentimeter Länge der kleinste Vogel der Welt. Sie bringt es auf 80 Flügelschläge in der Sekunde! Die glitzernden Edelsteine der Lüfte, die Kolibris, zu denen die Bienenelfe gehört, können wie Hubschrauber in der Luft „stillstehen“ und sogar rückwärts fliegen.
17. Wie groß ist der Blauwal, und zu welchem Schluss kommen wir, wenn wir uns mit der von Jehova erschaffenen Tierwelt befassen?
17 In Psalm 148:7 heißt es, dass sogar die „großen Meerestiere“ Jehova preisen. Nehmen wir den Blauwal, der von vielen als das größte Tier aller Zeiten angesehen wird. Dieser Riese in den „Wassertiefen“ kann eine Länge von 30 Metern und mehr erreichen. Er wiegt so viel wie 30 ausgewachsene Elefanten. Allein die Zunge des Blauwals ist schon so schwer wie ein Elefant. Sein Herz hat die Größe eines Kleinwagens. Dieses riesige Organ schlägt nur 9-mal in der Minute – das Herz des Kolibris dagegen um die 1200-mal. Mindestens eins der Blutgefäße des Blauwals ist so groß, dass ein Kind darin krabbeln könnte. Bestimmt fühlen wir uns gedrängt, in den abschließenden Aufruf der Psalmen einzustimmen: „Alles, was atmet – es preise Jah“ (Psalm 150:6).
Was uns Jehovas schöpferische Macht lehrt
18, 19. Wie vielfältig sind die Lebewesen, die Jehova auf der Erde geschaffen hat, und was lehrt uns die Schöpfung über seine Souveränität?
18 Was lehrt uns Jehovas schöpferische Macht? Die Vielfalt in der Schöpfung ist einfach überwältigend. Ein Psalmenschreiber rief: „Wie zahlreich sind deine Werke, o Jehova! … Die Erde ist voll von dem, was du geschaffen hast“ (Psalm 104:24). Wie wahr! Biologen haben bereits über eine Million Tierarten bestimmt. Es könnte jedoch noch viele Millionen mehr geben. Bei menschlichen Künstlern kann es vorkommen, dass ihnen die Ideen ausgehen. Im Unterschied dazu ist Jehovas Kreativität – seine Macht, immer wieder etwas Neues und anderes zu erfinden und zu schaffen – offenbar unerschöpflich.
19 Jehovas Schöpfermacht verdeutlicht uns auch seine Souveränität. Allein das Wort „Schöpfer“ grenzt Jehova von allem anderen im Universum ab. Alles ist „Schöpfung“. Selbst Jehovas einziggezeugter Sohn, der bei der Schöpfung als „Werkmeister“ fungierte, wird nirgends in der Bibel als Schöpfer oder Mitschöpfer bezeichnet (Sprüche 8:30; Matthäus 19:4). Er ist der „Erstgeborene der gesamten Schöpfung“ (Kolosser 1:15). Die Stellung als Schöpfer gibt Jehova automatisch das Recht, als einziger Souverän Macht über das ganze Universum auszuüben (Römer 1:20; Offenbarung 4:11).
20. In welchem Sinne ruht Jehova seit dem Ende seiner irdischen Schöpfung?
20 Hat Jehova aufgehört seine Schöpfermacht zu gebrauchen? Die Bibel sagt: „Am siebten Tag hatte Gott sein Werk vollendet, und am siebten Tag fing er an, von seinem ganzen Werk zu ruhen“ (1. Mose 2:2). Der Apostel Paulus deutete an, dass dieser siebte „Tag“ Tausende von Jahren dauert, denn er war zu seinen Lebzeiten noch nicht zu Ende (Hebräer 4:3-6). Ist mit „ruhen“ aber gemeint, dass Jehova seine Tätigkeit ganz eingestellt hat? Nein, er wird nie untätig (Psalm 92:4; Johannes 5:17). Sein Ruhen kann somit nur bedeuten, dass er mit der materiellen Schöpfung auf der Erde aufgehört hat. Er hat indessen ununterbrochen darauf hingewirkt, seine Vorsätze zu verwirklichen. Dazu gehörte die Inspiration der Heiligen Schrift. Seine Tätigkeit umfasste auch das Hervorbringen einer „neuen Schöpfung“, worauf in Kapitel 19 eingegangen wird (2. Korinther 5:17).
21. Wie wird Jehovas Schöpfermacht treue Menschen bis in alle Ewigkeit berühren?
21 Wenn der Ruhetag zu Ende ist, wird Jehova sein gesamtes Werk auf der Erde für „sehr gut“ erklären können, ähnlich wie am Ende der sechs Schöpfungstage (1. Mose 1:31). Was er mit seiner grenzenlosen Schöpfermacht danach bewirken wird, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall können wir sicher sein, dass uns Jehovas schöpferische Macht stets aufs Neue faszinieren wird. Bis in alle Ewigkeit werden wir durch die Schöpfung immer mehr über Jehova lernen können (Prediger 3:11). Und je mehr wir über ihn erfahren, desto tiefer wird unsere Ehrfurcht vor unserem großartigen Schöpfer – und umso näher werden wir ihm kommen.
a Um sich eine Vorstellung von dieser gigantischen Zahl machen zu können: Würde man mit dem Auto rund um die Uhr mit Tempo 160 fahren, brauchte man über 100 Jahre, um diese Entfernung zurückzulegen.
b Manche sind der Auffassung, es habe schon in biblischen Zeiten eine Art primitives Fernrohr existiert. Wie sonst, argumentieren sie, hätte man damals wissen können, dass es so unsagbar viele Sterne gibt, ja dass sie für Menschen unzählbar sind? Bei solchen haltlosen Spekulationen wird Jehova, der Autor der Bibel, völlig übergangen (2. Timotheus 3:16).
c Stellen wir uns einmal vor, wie lange wir brauchen würden, um 100 Milliarden Sterne nur allein zu zählen. Wenn wir rund um die Uhr zählten, würden wir bei einem Tempo von einem Stern pro Sekunde 3171 Jahre benötigen!
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Vernichtende Macht – „Jehova ist ein mächtiger Krieger“Komm Jehova doch näher
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KAPITEL 6
Vernichtende Macht – „Jehova ist ein mächtiger Krieger“
1-3. (a) Wie wurden die Israeliten von den Ägyptern bedroht? (b) Wie kämpfte Jehova für sein Volk?
DIE Israeliten saßen in der Falle – eingekesselt zwischen drohenden Felsen und dem unpassierbaren Meer. Das schlagkräftige und grausame ägyptische Heer hetzte ihnen in wilder Jagd hinterher, entschlossen sie zu vernichten.a Trotzdem bat Moses das Volk Gottes eindringlich, die Hoffnung nicht aufzugeben. „Jehova selbst wird für euch kämpfen“, versicherte er ihnen (2. Mose 14:14).
2 Gleichzeitig rief Moses offenbar Jehova an, worauf Gott erwiderte: „Warum schreist du ständig zu mir um Hilfe? … Halte du deinen Stab hoch und streck deine Hand über das Meer aus. Teile es“ (2. Mose 14:15, 16). Stellen wir uns die Abfolge der Handlung einmal vor: Jehova gibt augenblicklich seinem Engel einen Befehl, und die Wolkensäule wandert hinter die Israeliten, sodass sie sich möglicherweise wie eine Wand vor die Ägypter schiebt und ihren Angriff abblockt (2. Mose 14:19, 20; Psalm 105:39). Moses streckt die Hand aus. Durch einen starken Wind spaltet sich das Meer. Das Wasser erstarrt, baut sich zu beiden Seiten wie eine Mauer auf und gibt einen Durchgang frei – breit genug für das ganze Volk (2. Mose 14:21; 15:8).
3 Dieses Schauspiel der Macht hätte den Pharao eigentlich veranlassen sollen, sein Heer nach Hause zu schicken. Stattdessen ruft der stolze Herrscher zum Angriff auf (2. Mose 14:23). Die Ägypter stürmen in das Meeresbecken. Doch ihr Angriff verwandelt sich in ein Chaos, als sich von ihren Streitwagen die Räder lösen. Sobald die Israeliten sicher am anderen Ufer angekommen sind, befiehlt Jehova Moses: „Streck deine Hand über das Meer aus, damit das Wasser zurückkehrt und die Ägypter, ihre Kriegswagen und Reiter unter sich begräbt.“ Die Wasserwände stürzen ein und begraben den Pharao und sein Heer unter sich (2. Mose 14:24-28; Psalm 136:15).
4. (a) Als was erwies sich Jehova am Roten Meer? (b) Wie wirkt diese Beschreibung Jehovas auf einige?
4 Die Befreiung des Volkes Israel am Roten Meer war ein bedeutsames Ereignis in der Geschichte der Taten Gottes für die Menschen. Jehova erwies sich dort als „mächtiger Krieger“ (2. Mose 15:3). Wie berührt dich diese Beschreibung Jehovas? Kriege haben der Menschheit unleugbar viel Schmerz und Elend beschert. Kann es sein, dass Gottes vernichtende Macht auf dich eher abschreckend als anziehend wirkt?
Am Roten Meer trat Jehova als „mächtiger Krieger“ auf
Göttlicher Krieg und menschliche Konflikte
5, 6. (a) Weshalb ist der Titel „Herr der Heere“ für Jehova passend? (b) Worin unterscheiden sich göttliche Kriege von menschlichen?
5 Jehova trägt den Titel „Herr der Heere“. Dieser Titel kommt in den Hebräischen Schriften über 250 Mal vor und in den Christlichen Griechischen Schriften 2 Mal (1. Samuel 1:11). Als souveräner Herrscher befehligt Jehova ein gewaltiges Engelheer (Josua 5:13-15; 1. Könige 22:19). Die Schlagkraft dieses Heeres ist überwältigend (Jesaja 37:36). Natürlich ist die Vernichtung von Menschen kein schöner Anblick. Man muss aber bedenken, dass Gottes Kriege mit den nichtigen menschlichen Konflikten nichts gemeinsam haben. Generäle und Politiker versuchen zwar oft, ihren Aggressionen einen edlen Anstrich zu geben. Doch bei den Kriegen der Menschen ist ausnahmslos Habgier und Egoismus im Spiel.
6 Jehova dagegen wird nicht von blinden Gefühlen getrieben. In 5. Mose 32:4 heißt es: „Der Fels, was er tut, ist vollkommen, denn alle seine Wege sind gerecht. Ein treuer Gott, der nie ungerecht ist, gerecht und aufrichtig ist er.“ Gottes Wort verurteilt ungezügelte Wut, Grausamkeit und Gewalt (1. Mose 49:7; Psalm 11:5). Jehova handelt also nie ohne Grund. Er setzt seine vernichtende Macht sparsam und nur als letztes Mittel ein. Es ist so, wie er durch seinen Propheten Hesekiel erklären ließ: „‚Habe ich auch nur die geringste Freude am Tod eines schlechten Menschen?‘, erklärt der Souveräne Herr Jehova. ‚Ist es mir nicht lieber, dass er sich von seinen Wegen abwendet und am Leben bleibt?‘“ (Hesekiel 18:23).
7, 8. (a) Welche irrige Ansicht hatte Hiob über sein Leid? (b) Wie korrigierte Elihu Hiobs Denken? (c) Was lernen wir aus Hiobs Erfahrung?
7 Warum gebraucht dann Jehova seine Macht überhaupt zum Vernichten? Denken wir zunächst einmal an den gerechten Hiob zurück. Satan stellte infrage, ob Hiob – und im Grunde jeder Mensch – unter Prüfungen seine Treue bewahren würde. Jehova begegnete dieser Herausforderung, indem er zuließ, dass Satan Hiobs Treue auf die Probe stellte. Daraufhin wurde Hiob krank und verlor seinen Reichtum und seine Kinder (Hiob 1:1 bis 2:8). Da Hiob die zugrunde liegenden Streitfragen nicht kannte, dachte er irrtümlich, sein Leid sei eine ungerechte Strafe von Gott. Er fragte Gott, warum er ihn zur „Zielscheibe“, zum „Feind“ gemacht habe (Hiob 7:20; 13:24).
8 Ein junger Mann namens Elihu deckte den Denkfehler Hiobs mit der Frage auf: „Bist du so davon überzeugt, im Recht zu sein, dass du behauptest: ‚Ich bin gerechter als Gott‘?“ (Hiob 35:2). Es wäre unklug, zu denken, wir wüssten es besser als Gott, oder ihm zu unterstellen, er hätte ungerecht gehandelt. „Für den wahren Gott ist es undenkbar, schlecht zu handeln. Für den Allmächtigen ist es unvorstellbar, etwas Verkehrtes zu tun!“, erklärte Elihu. Später sagte er noch: „Den Allmächtigen zu verstehen ist für uns unerreichbar. Er ist erhaben an Macht und verstößt nie gegen sein Recht und seine überströmende Gerechtigkeit“ (Hiob 34:10; 36:22, 23; 37:23). Wir können sicher sein, dass Gott, wenn er kämpft, allen Grund dazu hat. Das wollen wir im Sinn behalten, während wir untersuchen, warum der Gott des Friedens bisweilen in die Rolle eines Kriegers schlüpft (1. Korinther 14:33).
Warum der Gott des Friedens gezwungen ist, zu kämpfen
9. Warum kämpft der Gott des Friedens?
9 Moses sagte, nachdem er Gott als „mächtigen Krieger“ gepriesen hatte: „Wer von den Göttern ist wie du, o Jehova? Wer ist dir gleich, der du dich mächtig erweist in Heiligkeit?“ (2. Mose 15:11). Der Prophet Habakuk schrieb etwas Ähnliches: „Deine Augen sind zu rein, um Böses anzusehen, Schlechtigkeit kannst du nicht dulden“ (Habakuk 1:13). Jehova ist zwar ein Gott der Liebe, aber er ist auch ein Gott der Heiligkeit und der Gerechtigkeit. Manchmal zwingen ihn diese Eigenschaften, seine vernichtende Macht einzusetzen (Jesaja 59:15-19; Lukas 18:7). Seine Heiligkeit wird dadurch, dass er kämpft, nicht geschmälert. Er kämpft, weil er heilig ist! (2. Mose 39:30).
10. Wie nur wäre die in 1. Mose 3:15 vorhergesagte Feindschaft zu beseitigen, und was könnten sich gerechte Menschen davon erhoffen?
10 Denken wir an die Situation, die dadurch entstand, dass sich die ersten Menschen, Adam und Eva, gegen Gott auflehnten (1. Mose 3:1-6). Das Unrecht zu dulden hätte für Jehova bedeutet, seine eigene Stellung als höchster Souverän zu untergraben. Als gerechter Gott war er gezwungen, sie zum Tode zu verurteilen (Römer 6:23). In der ersten Prophezeiung der Bibel sagte er voraus, dass zwischen seinen eigenen Dienern und den Anhängern der „Schlange“ (Satan) Feindschaft herrschen würde (Offenbarung 12:9; 1. Mose 3:15). Die Feindschaft wäre nur dadurch zu beseitigen, dass Satan schließlich zermalmt würde (Römer 16:20). Diese Urteilsvollstreckung würde gerechten Menschen große Segnungen bringen, denn die Erde wäre dann vom Einfluss Satans befreit und einem globalen Paradies würde nichts mehr im Weg stehen (Matthäus 19:28). Bis dahin wären diejenigen, die auf Satans Seite stehen, allerdings eine konstante Bedrohung für das körperliche und geistige Wohl des Volkes Gottes. Jehova würde deshalb hin und wieder einschreiten müssen.
Gott schreitet gegen das Böse ein
11. Weshalb sah sich Gott gezwungen, eine weltweite Flut herbeizuführen?
11 Die Flut der Tage Noahs ist ein Beispiel für ein solches Einschreiten. In 1. Mose 6:11, 12 heißt es: „Die Erde jedoch war aus der Sicht des wahren Gottes verdorben und voll Gewalt. Ja, Gott sah auf die Erde und sie war verdorben. Alle Menschen auf der Erde hatten einen schlechten Weg eingeschlagen.“ Würde Gott zulassen, dass die Bösen den letzten Funken Moral auf der Erde auslöschen? Nein. Jehova sah sich gezwungen, die Erde durch eine weltweite Flut von allen zu befreien, die Gewalt und Unmoral liebten.
12. (a) Was sagte Jehova über Abrahams „Nachkommen“ voraus? (b) Warum sollten die Amoriter ausgerottet werden?
12 Ähnlich war es bei dem Urteil, das Gott gegen die Kanaaniter fällte. Jehova offenbarte, dass Abraham einen „Nachkommen“ hervorbringen würde, durch den alle Familien der Erde gesegnet werden sollten. Zu diesem Zweck bestimmte Gott, dass Abrahams Nachkommen das Land Kanaan erhielten, in dem die Amoriter wohnten. Wie lässt es sich rechtfertigen, dass Gott dieses Volk gewaltsam aus seinem Land vertrieb? Jehova sagte voraus, dass die Vertreibung erst nach zirka 400 Jahren einsetzen würde, denn „das Vergehen der Amoriter hat[te] noch nicht sein volles Maß erreicht“ (1. Mose 12:1-3; 13:14, 15; 15:13, 16; 22:18).b In dieser Zeit sanken sie moralisch immer tiefer. Kanaan wurde zu einem Land des Götzendienstes, des Blutvergießens und abartiger Sexualpraktiken (2. Mose 23:24; 34:12, 13; 4. Mose 33:52). Die Bewohner verbrannten sogar Kinder in Opferfeuern. Könnte ein heiliger Gott sein Volk einer solchen Schlechtigkeit aussetzen? Nein! Er erklärte: „Das Land [ist] unrein. Ich werde es für sein Vergehen bestrafen und das Land wird seine Bewohner ausspucken“ (3. Mose 18:21-25). Jehova vernichtete die Bewohner jedoch nicht wahllos. Gut gesinnte Kanaaniter wie Rahab und die Gibeoniter wurden verschont (Josua 6:25; 9:3-27).
Gott kämpft für seinen Namen
13, 14. (a) Wieso sah sich Jehova gezwungen, seinen Namen zu heiligen? (b) Wie tilgte Jehova die Schande von seinem Namen?
13 Da Jehova heilig ist, ist auch sein Name heilig (3. Mose 22:32). Jesus lehrte seine Jünger beten: „Dein Name soll geheiligt werden“ (Matthäus 6:9). Durch die Rebellion im Garten Eden wurde Gottes Name entweiht und Gottes Ruf und Herrschaftsweise infrage gestellt. Jehova konnte über eine solche Verleumdung und Rebellion auf keinen Fall hinwegsehen. Er sah sich gezwungen, seinen Namen von aller Schande zu befreien (Jesaja 48:11).
14 Gehen wir nochmals zurück zu den Israeliten: Solange sie als Sklaven in Ägypten waren, erschien ihnen Gottes Versprechen, dass durch Abrahams Nachkommen alle Familien der Erde gesegnet würden, nichtssagend. Doch als Jehova sie befreite und zu einer Nation machte, tilgte er die Schande von seinem Namen. Deshalb sagte der Prophet Daniel in einem Gebet: „O Jehova, unser Gott, der du dein Volk mit starker Hand aus Ägypten herausgeführt und dir einen Namen gemacht hast“ (Daniel 9:15).
15. Weshalb befreite Jehova die Juden aus der Babylonischen Gefangenschaft?
15 Dieses Gebet sprach Daniel interessanterweise zu einer Zeit, als die Juden erneut darauf angewiesen waren, dass Jehova für seinen Namen eintrat. Die ungehorsamen Juden befanden sich in Gefangenschaft – diesmal in Babylon. Jerusalem, ihre Hauptstadt, lag in Trümmern. Daniel war klar, dass Jehovas Name verherrlicht würde, wenn die Juden in ihre Heimat zurückkehrten. Deshalb betete er: „O Jehova, vergib doch! O Jehova, schenk uns doch Aufmerksamkeit und handle! In deinem eigenen Interesse, o mein Gott, zögere nicht, denn deine Stadt und dein Volk tragen deinen Namen“ (Daniel 9:18, 19).
Gott kämpft für sein Volk
16. Erkläre, wieso Jehovas Interesse an seinem Namen nicht bedeutet, dass er kalt oder ichbezogen wäre.
16 Kann man sagen, Jehova sei kalt und ichbezogen, weil er darauf bedacht ist, seinen Namen zu verteidigen? Nein, denn dadurch, dass er im Einklang mit seiner Heiligkeit und Gerechtigkeitsliebe handelt, schützt er sein Volk. In 1. Mose, Kapitel 14 lesen wir von vier Königen, die bei ihrem Angriff Abrahams Neffen Lot und dessen Familie verschleppten. Mit Gottes Hilfe brachte Abraham dem haushoch überlegenen Heer eine schwere Niederlage bei. Der Bericht über diesen Sieg war wahrscheinlich der erste Eintrag im „Buch der Kriege Jehovas“, das offensichtlich auch einige militärische Zusammenstöße enthielt, von denen die Bibel nichts sagt (4. Mose 21:14). Zahlreiche weitere Siege sollten folgen.
17. Was zeigt, dass Jehova nach dem Einzug ins Land Kanaan für die Israeliten kämpfte? Nenne Beispiele.
17 Kurz vor dem Einzug ins Land Kanaan versicherte Moses den Israeliten: „Jehova, euer Gott, wird vor euch hergehen und für euch kämpfen, so wie er es in Ägypten vor euren Augen getan hat“ (5. Mose 1:30; 20:1). Beginnend mit Josua, Moses’ Nachfolger, und weiter während der Richterzeit und der Regentschaft treuer judäischer Könige kämpfte Jehova für sein Volk und schenkte ihm viele aufsehenerregende Siege über seine Feinde (Josua 10:1-14; Richter 4:12-17; 2. Samuel 5:17-21).
18. (a) Warum können wir dankbar sein, dass sich Jehova nicht geändert hat? (b) Was wird geschehen, wenn die in 1. Mose 3:15 beschriebene Feindschaft ihren Höhepunkt erreicht?
18 Jehova hat sich nicht geändert, genauso wenig wie sein Vorsatz, aus unserem Planeten ein friedliches Paradies zu machen (1. Mose 1:27, 28). Gott hasst das Böse nach wie vor. Gleichzeitig liebt er seine Anbeter innig und wird bald für sie einschreiten (Psalm 11:7). Die in 1. Mose 3:15 beschriebene Feindschaft wird sich in naher Zukunft dramatisch zuspitzen. Jehova tritt dann erneut als „mächtiger Krieger“ auf, um seinen Namen zu heiligen und sein Volk zu schützen (Sacharja 14:3; Offenbarung 16:14, 16).
19. (a) Veranschauliche, warum Gottes vernichtende Macht auf uns anziehend wirken kann. (b) Wie sollte sich Gottes Bereitschaft, zu kämpfen, auf uns auswirken?
19 Denken wir einmal über folgendes Beispiel nach: Angenommen, eine Familie wird von einem bösartigen Tier angegriffen. Der Mann stürzt sich auf die Bestie und tötet sie. Würden sich seine Frau und seine Kinder von dieser Tat abgestoßen fühlen? Ganz im Gegenteil, seine selbstlose Liebe würde sie bestimmt tief bewegen. Genauso sollten auch wir uns von Gottes vernichtender Macht nicht abgestoßen fühlen. Seine Bereitschaft, zu unserem Schutz zu kämpfen, sollte unsere Liebe zu ihm vertiefen und unsere Achtung vor seiner grenzenlosen Macht steigern. So können wir „für Gott heiligen Dienst tun“ – „mit Gottesfurcht und Respekt“ (Hebräer 12:28).
Dem „mächtigen Krieger“ näherkommen
20. Wie sollten wir reagieren, wenn wir biblische Berichte über göttliche Kriege nicht ganz verstehen, und warum?
20 Natürlich erklärt die Bibel die Entscheidungen, die Jehova in seiner Kriegführung trifft, nicht jedes Mal in allen Einzelheiten. Doch Jehova übt seine vernichtende Macht niemals mutwillig, grausam oder zu Unrecht aus – dessen können wir immer sicher sein. Der Kontext eines Bibelberichts oder Hintergrundinformationen sind oft eine Hilfe, die Dinge aus dem richtigen Blickwinkel zu sehen (Sprüche 18:13). Schon dadurch, dass wir mehr über Jehova lernen und über seine wertvollen Eigenschaften nachdenken, können sich Zweifel, die in uns aufsteigen mögen, in Luft auflösen – selbst wenn wir nicht immer alle Details kennen. Uns wird dann klar, dass wir allen Grund haben, unserem Gott Jehova zu vertrauen (Hiob 34:12).
21. Wie ist Jehova im Grunde seines Herzens, obwohl er manchmal als „mächtiger Krieger“ auftritt?
21 Jehova tritt zwar als „mächtiger Krieger“ auf, wenn es die Situation erfordert, aber das heißt nicht, dass er im Grunde seines Herzens kriegerisch ist. In Hesekiels Vision von dem himmlischen Wagen ist Jehova für den Kampf gegen seine Feinde bereit. Doch Hesekiel sah ihn von einem Regenbogen umgeben – ein Friedenssymbol (1. Mose 9:13; Hesekiel 1:28; Offenbarung 4:3). Jehova strahlt eindeutig Ruhe und Frieden aus. Der Apostel Johannes schrieb über ihn: „Gott ist Liebe“ (1. Johannes 4:8). Alle Eigenschaften Jehovas sind vollkommen im Gleichgewicht. Wie glücklich wir uns doch schätzen können, dass wir uns einem so mächtigen und zugleich liebevollen Gott nähern dürfen!
a Nach Angaben des jüdischen Historikers Josephus hatten die Ägypter, die die Hebräer verfolgten, „sechshundert Wagen, fünfzigtausend Reiter und zweihunderttausend Fußsoldaten“ (Jüdische Altertümer, 2. Buch, Kap. 15, Abs. 3).
b Der Ausdruck „Amoriter“ steht hier offenbar für alle Völker Kanaans (5. Mose 1:6-8, 19-21, 27; Josua 24:15, 18).
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Schützende Macht – „Gott ist unsere Zuflucht“Komm Jehova doch näher
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KAPITEL 7
Schützende Macht – „Gott ist unsere Zuflucht“
1, 2. Wieso waren die Israeliten in Gefahr, als sie 1513 v. u. Z. in die Sinairegion kamen, und wie sprach ihnen Jehova Mut zu?
DIE Israeliten waren in Gefahr, als sie Anfang des Jahres 1513 v. u. Z. in die Sinairegion kamen. Vor ihnen lag eine beängstigende Reise durch eine „große, Furcht einflößende Wildnis“ mit „Giftschlangen und Skorpionen“ (5. Mose 8:15). Auch lauerten feindliche Völker auf sie. In diese Lage hatte Jehova sie gebracht. War er als ihr Gott imstande sie zu beschützen?
2 Seine Worte klangen äußerst vertrauenerweckend: „Ihr habt selbst gesehen, was ich mit den Ägyptern gemacht habe, um euch auf Adlerflügeln zu tragen und zu mir zu bringen“ (2. Mose 19:4). Jehova erinnerte sein Volk daran, dass er es vor den Ägyptern gerettet, ja wie auf Adlerflügeln in Sicherheit gebracht hatte. Aber es gibt noch andere Gründe, warum „Adlerflügel“ ein passendes Bild für göttlichen Schutz sind.
3. Warum sind „Adlerflügel“ ein passendes Bild für göttlichen Schutz?
3 Seine großen, kräftigen Schwingen – die eine Spannweite von über zwei Metern haben können – benutzt der Adler nicht nur, um hoch am Himmel zu kreisen. In der Mittagshitze breitet die Adlermutter ihre Flügel über ihre hilflosen Jungen aus, um sie gegen die sengende Sonne abzuschirmen. Bläst ein kalter Wind, hüllt sie die Nestlinge mit ihren Schwingen ein. So wie der Adler über seinen Nachwuchs wacht, beschützte und verteidigte Jehova die noch junge Nation Israel. Auch jetzt in der Wildnis würde sein Volk jederzeit im Schatten seiner mächtigen Flügel Zuflucht finden, solange es ihm treu bliebe (5. Mose 32:9-11; Psalm 36:7). Aber können auch wir heute mit Gottes Schutz rechnen?
Göttlicher Schutz zugesagt
4, 5. Warum können wir uns auf Gottes Versprechen, uns zu beschützen, hundertprozentig verlassen?
4 Jehova ist mit Sicherheit in der Lage, seine Diener zu schützen. Er ist „Gott, der Allmächtige“ – ein Titel, der auf seine unbezwingbare Macht hindeutet (1. Mose 17:1). Jehova an seiner Machtausübung hindern zu wollen wäre so, als würde man sich gegen eine Flutwelle stemmen. Da er alles tun kann, was sein Wille ist, könnte in uns die Frage aufkommen: Ist es denn Jehovas Wille, seine Macht zum Schutz seines Volkes einzusetzen?
5 Die Antwort lautet mit einem Wort: Ja! Jehova sichert seinem Volk zu, es zu beschützen. „Gott ist unsere Zuflucht und Stärke, eine Hilfe, die in der Not leicht zu finden ist“, heißt es in Psalm 46:1. Da Gott „nicht lügen kann“, können wir uns auf sein Versprechen, uns zu beschützen, hundertprozentig verlassen (Titus 1:2). Sehen wir uns einige der anschaulichen Wortbilder an, mit denen Jehova seinen fürsorglichen Schutz beschreibt.
6, 7. (a) Wie beschützte ein Hirte in biblischer Zeit seine Schafe? (b) Wie veranschaulicht die Bibel Jehovas innigen Wunsch, seine Schafe zu behüten und zu beschützen?
6 Jehova ist ein Hirte und „wir sind sein Volk und die Schafe seiner Weide“ (Psalm 23:1; 100:3). Kaum ein Tier ist so hilflos wie das Hausschaf. In biblischer Zeit brauchte ein Hirte Mut, um seine Herde vor Löwen, Wölfen und Bären sowie vor Dieben zu schützen (1. Samuel 17:34, 35; Johannes 10:12, 13). Es gab aber auch Momente, da kam es auf Behutsamkeit an. Wenn ein Schaf weitab von der Herde ein Junges zur Welt brachte, bewachte es der fürsorgliche Hirte in diesen kritischen Augenblicken, hob dann das wehrlose Lamm auf und trug es zur Herde.
„An seiner Brust wird er sie tragen“
7 Durch den Vergleich mit einem Hirten zeigt Jehova, dass es sein inniger Wunsch ist, uns zu beschützen (Hesekiel 34:11-16). Vielleicht erinnern wir uns an die Beschreibung Jehovas in Jesaja 40:11, auf die bereits Kapitel 2 dieses Buches einging: „Wie ein Hirte wird er sich um seine Herde kümmern. Mit seinem Arm wird er die Lämmer zusammenbringen und an seiner Brust wird er sie tragen.“ Wie kommt das kleine Lamm an die Brust des Hirten – in die Falten seines Obergewands? Vielleicht läuft es zu ihm hin und stupst ihn sogar ans Bein. Aber es ist der Hirte, der sich bücken, es hochheben und behutsam an seiner Brust bergen muss. Was für ein ansprechendes Bild für die Bereitschaft unseres großen Hirten, uns zu behüten und zu beschützen!
8. (a) Wem kommt Gottes Schutzversprechen zugute, und wie wird das in Sprüche 18:10 angedeutet? (b) Was heißt es, zum Namen Gottes Zuflucht zu nehmen?
8 Gottes Versprechen, uns zu beschützen, ist an eine Bedingung geknüpft: dass wir seine Nähe suchen. In Sprüche 18:10 wird erklärt: „Der Name Jehovas ist ein starker Turm. Der Gerechte läuft hinein und wird beschützt.“ In biblischer Zeit wurden in der Wildnis manchmal Türme als Zufluchtsorte gebaut. Wer sich in Gefahr befand, musste allerdings selbst dorthin fliehen, um sich in Sicherheit zu bringen. Ähnlich ist es, wenn man zum Namen Gottes Zuflucht nimmt. Dazu gehört mehr, als Gottes Namen nur herzusagen, denn dieser Name ist keine Zauberformel. Das Entscheidende ist, den Namensträger zu kennen, ihm zu vertrauen und nach seinen gerechten Normen zu leben. Wie gütig von Jehova, uns zu versichern, dass er sich als schützender Turm erweisen wird, wenn wir uns glaubensvoll an ihn wenden!
Unser Gott kann uns befreien
9. Hat Jehova seinen Schutz lediglich mit Worten zugesagt?
9 Jehova hat uns seinen Schutz aber nicht nur zugesagt. In biblischer Zeit bewies er durch Wunder, dass er sein Volk wirklich beschützen kann. Die Geschichte Israels ist voller Beispiele dafür, dass Gottes starke „Hand“ mächtige Feinde in Schach hielt (2. Mose 7:4). Doch auch für Einzelpersonen gebrauchte Jehova seine schützende Macht.
10, 11. Welche biblischen Beispiele zeigen, wie Jehova Einzelpersonen durch seine Macht beschützte?
10 Als sich drei junge Hebräer – Schadrach, Meschach und Abednego – nicht vor der goldenen Statue Nebukadnezars niederbeugten, drohte der wütende König damit, sie in einen überhitzten Ofen zu werfen. „Welcher Gott kann euch … aus meiner Hand befreien?“, höhnte Nebukadnezar, der mächtigste Herrscher der damaligen Zeit (Daniel 3:15). Die drei jungen Männer hatten volles Vertrauen in die Macht ihres Gottes, sie zu beschützen, aber sie setzten nicht voraus, dass er es auch tun würde. Sie erwiderten: „Wenn nötig kann unser Gott, dem wir dienen, uns … befreien“ (Daniel 3:17). Der brennende Ofen stellte für ihren allmächtigen Gott kein Problem dar, obwohl er siebenmal stärker geheizt war als normal. Gott beschützte sie, und der König musste zugeben: „Kein anderer Gott ist in der Lage, so zu retten wie dieser Gott“ (Daniel 3:29).
11 Auch als Jehova das Leben seines einziggezeugten Sohnes in den Mutterleib der jüdischen Jungfrau Maria übertrug, bewies er auf außergewöhnliche Weise seine schützende Macht. Ein Engel teilte Maria mit: „Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen.“ Er erklärte weiter: „Heiliger Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird auf dir ruhen“ (Lukas 1:31, 35). Gottes Sohn war wohl nie so verwundbar wie damals. Würde die Sündhaftigkeit und Unvollkommenheit der menschlichen Mutter dem Embryo schaden? Könnte es Satan gelingen, diesen Sohn vor seiner Geburt zu verletzen oder zu töten? Unmöglich! Jehova errichtete praktisch eine Schutzmauer um Maria, sodass vom Moment der Empfängnis an nichts und niemand dem keimenden Leben etwas anhaben konnte: keine Unvollkommenheit, kein schädlicher Einfluss, kein Mensch mit Mordabsichten und kein Dämon. Auch während seiner Kindheit und Jugend wurde Jesus von Jehova beschützt (Matthäus 2:1-15). Bis zu der von Gott bestimmten Zeit war sein geliebter Sohn unantastbar.
12. Warum beschützte Jehova in biblischer Zeit Einzelpersonen auf übernatürliche Weise?
12 Weshalb beschützte Jehova Einzelpersonen auf übernatürliche Weise? In vielen Fällen tat er das, um etwas noch viel Wichtigeres zu schützen: die Verwirklichung seines Vorsatzes. So war das Überleben des kleinen Jesus für Gottes Vorsatz, der letztlich allen Menschen zugutekommen wird, von höchster Wichtigkeit. Die vielen Berichte über Gottes schützende Macht sind Teil der inspirierten Schriften, die „zu unserer Anleitung aufgeschrieben worden [sind], damit wir durch unser Ausharren und durch den Trost aus den Schriften Hoffnung haben können“ (Römer 15:4). Ja, diese Beispiele stärken unseren Glauben an den allmächtigen Gott. Aber was für einen Schutz können wir heutzutage von Gott erwarten?
Was göttlicher Schutz nicht bedeutet
13. Ist Jehova verpflichtet, für uns Wunder zu wirken? Erkläre es.
13 Das Versprechen, uns zu beschützen, bedeutet nicht, dass Jehova verpflichtet wäre, für uns Wunder zu wirken. Unser Gott garantiert uns in dem heutigen Weltsystem kein problemfreies Leben. Viele treue Diener Jehovas machen schweres Leid durch und bleiben von Armut, Kriegen, Krankheiten und dem Tod nicht verschont. Jesus sagte seinen Jüngern rundheraus, dass einzelne von ihnen wegen ihres Glaubens getötet würden. Deswegen betonte Jesus, dass sie bis zum Ende ausharren müssten (Matthäus 24:9, 13). Würde Jehova in allen Fällen durch seine Macht eine übernatürliche Befreiung bewirken, würde Satan ihn mit Sicherheit verhöhnen und die Echtheit unserer Gottergebenheit anzweifeln (Hiob 1:9, 10).
14. Welche Beispiele zeigen, dass Jehova seine Diener nicht immer genau gleich beschützt?
14 Auch in biblischer Zeit gebrauchte Jehova seine schützende Macht nicht, um jeden seiner Diener vor einem verfrühten Tod zu bewahren. So wurde der Apostel Jakobus um das Jahr 44 u. Z. von Herodes hingerichtet, während Petrus kurz danach „aus der Hand von Herodes befreit“ wurde (Apostelgeschichte 12:1-11). Und Johannes, der Bruder von Jakobus, überlebte sogar noch Petrus. Ganz klar, wir können nicht erwarten, dass Gott alle seine Diener genau gleich beschützt. Außerdem treffen „Zeit und unerwartete Ereignisse“ jeden von uns (Prediger 9:11). Wie schützt Jehova uns also heute?
Jehova gibt uns buchstäblichen Schutz
15, 16. (a) Was beweist, dass Jehova seine Anbeter als Gruppe buchstäblich schützt? (b) Weshalb können wir uns darauf verlassen, dass Jehova seine Diener jetzt und während der „großen Drangsal“ beschützt?
15 Befassen wir uns als Erstes mit dem buchstäblichen Schutz. Anbeter Jehovas können als Gruppe mit einem solchen Schutz rechnen. Andernfalls wären sie für Satan eine leichte Beute. Wir brauchen nur daran zu denken, dass Satan, „der Herrscher dieser Welt“, nichts lieber täte, als die wahre Anbetung auszulöschen (Johannes 12:31; Offenbarung 12:17). Einige der mächtigsten Staaten haben unser Predigtwerk verboten und versucht uns auszurotten. Doch Jehovas Volk ist standhaft geblieben und hat unbeirrt weitergepredigt. Warum ist es mächtigen Nationen nicht gelungen, die Tätigkeit dieser relativ kleinen und scheinbar wehrlosen Gruppe von Christen zu stoppen? Weil Jehova seine starken Flügel über uns ausbreitet (Psalm 17:7, 8).
16 Wie sieht es während der kommenden „großen Drangsal“ mit buchstäblichem Schutz aus? Wir brauchen vor der Vollstreckung des göttlichen Gerichts keine Angst zu haben, denn Jehova weiß, „wie er gottergebene Menschen aus der Prüfung rettet, Ungerechte dagegen aufbewahrt, damit sie am Tag des Gerichts vernichtet werden“ (Offenbarung 7:14; 2. Petrus 2:9). Bis dahin können wir uns auf Folgendes felsenfest verlassen: Erstens wird Jehova nicht zulassen, dass seine loyalen Diener auf der Erde ausgelöscht werden. Zweitens wird er alle, die treu geblieben sind, in seiner gerechten neuen Welt mit ewigem Leben belohnen – wenn nötig durch eine Auferstehung. Die Verstorbenen könnten nirgendwo sicherer aufgehoben sein als in Gottes Gedächtnis (Johannes 5:28, 29).
17. Wie schützt uns Jehova durch sein Wort?
17 Schon heute schützt uns Jehova durch sein lebendiges Wort, von dem eine motivierende Kraft ausgeht, die tiefe Wunden heilen und das Leben von Grund auf verändern kann (Hebräer 4:12). Dadurch, dass wir uns von biblischen Grundsätzen leiten lassen, werden wir auf verschiedenen Gebieten vor Schaden bewahrt. Aus Jesaja 48:17 erfahren wir, dass Jehova uns zu unserem Nutzen lehrt. Nach Gottes Wort zu leben ist eindeutig unserer Gesundheit förderlich und kann unser Leben verlängern. Der biblische Rat beispielsweise, uns von sexueller Unmoral zu enthalten und uns von „jeder Verunreinigung“ zu reinigen, bewahrt uns vor den Praktiken und Gewohnheiten, die das Leben vieler gottloser Menschen ruinieren (2. Korinther 7:1; Apostelgeschichte 15:29). Wie dankbar können wir doch für den Schutz sein, den Gottes Wort uns bietet!
Jehova gibt uns geistigen Schutz
18. Welchen geistigen Schutz bietet uns Jehova?
18 Am wichtigsten ist jedoch, dass Jehova uns geistigen Schutz bietet. Unser liebevoller Gott versorgt uns mit allem, was wir brauchen, um Prüfungen durchzustehen und unsere Beziehung zu ihm aufrechtzuerhalten. Jehova möchte unser Leben nicht nur für einige wenige Jahre bewahren, sondern für die Ewigkeit. Sehen wir uns einmal an, was Jehova zu unserem geistigen Schutz tut.
19. Wie wappnet uns Jehovas Geist für alle Prüfungen?
19 Jehova ist der „Hörer des Gebets“ (Psalm 65:2). Wenn uns die Belastungen des Lebens hart zusetzen, können wir ihm unser Herz ausschütten und dadurch Erleichterung verspüren (Philipper 4:6, 7). Er wird unsere Probleme wahrscheinlich nicht durch ein Wunder lösen, aber er kann uns als Antwort auf unsere innigen Gebete die Weisheit geben, richtig damit umzugehen (Jakobus 1:5, 6). Und noch mehr: Jehova gibt denen, die ihn darum bitten, heiligen Geist (Lukas 11:13). Dieser machtvolle Geist kann bewirken, dass wir jeder Prüfung und jedem Problem gewachsen sind. Er erfüllt uns mit „Kraft, die über das Normale hinausgeht“, damit wir durchhalten, bis Jehova in der nahe bevorstehenden neuen Welt alles Leid beseitigt (2. Korinther 4:7).
20. Wie wirkt Jehovas schützende Macht durch unsere Glaubensbrüder?
20 Bisweilen wirkt Jehovas schützende Macht durch unsere Glaubensbrüder. Jehova hat sein Volk zu einer weltweiten „Bruderschaft“ zusammengebracht (1. Petrus 2:17; Johannes 6:44). In der Geborgenheit dieser großen Familie sehen wir ein lebendiges Zeugnis für den machtvollen positiven Einfluss des heiligen Geistes Gottes auf Menschen. Dieser Geist bringt Frucht hervor: anziehende, wertvolle Eigenschaften wie Liebe, Freundlichkeit und Güte (Galater 5:22, 23). Wenn wir also Kummer haben und ein Bruder oder eine Schwester fühlt sich gedrängt, uns einen hilfreichen Rat zu geben oder uns genau im richtigen Moment Mut zuzusprechen, können wir darin Jehovas fürsorglichen Schutz sehen und ihm dafür danken.
21. (a) Welche zeitgemäße geistige Nahrung stellt Jehova durch den „treuen und verständigen Sklaven“ bereit? (b) Wie hast du persönlich von dem profitiert, was Jehova für unseren geistigen Schutz tut?
21 Jehova bietet uns noch etwas anderes zu unserem Schutz: zeitgemäße geistige Nahrung. Um uns zu helfen, aus seinem Wort Kraft zu gewinnen, hat Jehova den „treuen und verständigen Sklaven“ beauftragt, geistige Nahrung auszuteilen. Der treue Sklave versorgt uns durch Druckschriften wie den Wachtturm und das Erwachet!, durch die Website jw.org, durch Zusammenkünfte und Kongresse zur richtigen Zeit mit Nahrung – Bedarf entdeckt, Bedarf gedeckt (Matthäus 24:45). Hast du schon einmal etwas in einer christlichen Zusammenkunft gehört – in einem Kommentar, einem Vortrag oder sogar in einem Gebet –, was dir genau im richtigen Moment Kraft und Mut gegeben hat? Oder hat schon einmal ein bestimmter Artikel in einer unserer Zeitschriften dein Blickfeld erweitert? Dann denk daran: Jehova stellt das alles zu unserem geistigen Schutz bereit.
22. Wozu gebraucht Jehova seine Macht immer, und wieso ist das in unserem Interesse?
22 Jehova ist mit Sicherheit „für alle, die bei ihm Schutz suchen, … ein Schild“ (Psalm 18:30). Das heißt nicht, dass er seine Macht einsetzt, um uns schon heute vor allem Unglück zu bewahren. Doch er wird seine schützende Macht immer dazu gebrauchen, die Verwirklichung seines Vorsatzes zu garantieren. Damit ist seinem Volk auf lange Sicht am besten gedient. Wenn wir uns Jehova nähern und in seiner Liebe bleiben, liegt eine Ewigkeit vollkommenen Lebens vor uns. Mit dieser Aussicht können wir alles Leid, das uns im heutigen Weltsystem trifft, als „vorübergehend und leicht“ ansehen (2. Korinther 4:17).
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Wiederherstellende Macht – Jehova macht „alles neu“Komm Jehova doch näher
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KAPITEL 8
Wiederherstellende Macht – Jehova macht „alles neu“
1, 2. Unter welchen Verlusten leidet die Menschheit heute, und wie wirken sie sich aus?
EIN Kind hat sein Lieblingsspielzeug verloren oder kaputt gemacht und das Geschrei ist groß – zum Steinerweichen! Hast du schon einmal beobachtet, wie sich so ein Kindergesicht aufhellt, sobald die Mutter oder der Vater den Schaden behebt? Für die Eltern ist es oft nur eine Kleinigkeit, das Spielzeug zu finden oder auch zu reparieren. Aber das Kind strahlt übers ganze Gesicht und staunt nur so. Etwas, was für immer verloren schien, ist wieder da!
2 Jehova, das Idealbild eines Vaters oder einer Mutter, hat die Macht, das wiederherzustellen, was seine irdischen Kinder rettungslos verloren glauben. Hierbei geht es natürlich um mehr als nur um Spielsachen. In den heutigen „kritischen Zeiten …, mit denen man schwer fertigwird“, gibt es weit schlimmere Verluste zu beklagen (2. Timotheus 3:1-5). Vieles, worauf die Menschen großen Wert legen, ist gefährdet: Wohnung, Besitz, Arbeit, Gesundheit. Auch die Umweltzerstörung und die damit einhergehenden Verluste, etwa das Artensterben, sind erschreckend. Doch nichts trifft einen so schwer wie der Tod eines geliebten Menschen. Das Gefühl des Verlusts und der Hilflosigkeit kann übermächtig sein (2. Samuel 18:33).
3. Welchen Trost stellt uns Apostelgeschichte 3:21 in Aussicht, und wie wird Jehova das erreichen?
3 Wie tröstlich ist es da, etwas über Jehovas wiederherstellende Macht zu erfahren! Wie wir sehen werden, kann Gott für seine irdischen Kinder unfassbar vieles wiederherstellen und er wird es auch tun. Die Bibel verrät sogar, dass Jehova alles wiederherstellen wird (Apostelgeschichte 3:21). Das erreicht er durch das messianische Königreich, an dessen Spitze sein Sohn, Jesus Christus, steht. Alles deutet darauf hin, dass dieses Königreich 1914 im Himmel zu regieren begonnen hat (Matthäus 24:3-14).a Was wird wiederhergestellt? Befassen wir uns mit einigen großartigen Wiederherstellungstaten Jehovas. Eine davon können wir jetzt schon beobachten und miterleben. Andere werden künftig weitreichende Auswirkungen haben.
Die Wiederherstellung der reinen Anbetung
4, 5. Was erlebte Gottes Volk 607 v. u. Z., und welche Hoffnung weckte Jehova?
4 Etwas, was Jehova bereits wiederhergestellt hat, ist die reine Anbetung. Um zu erfassen, was das bedeutet, wollen wir kurz die Geschichte des Königreichs Juda streifen. Dadurch erhalten wir faszinierende Einblicke in Jehovas wiederherstellende Macht (Römer 15:4).
5 Versuchen wir uns vorzustellen, wie treuen Juden bei der Zerstörung Jerusalems 607 v. u. Z. zumute war. Ihre geliebte Stadt war dem Erdboden gleichgemacht, die Mauern niedergerissen. Schlimmer noch: Der prächtige Tempel, den Salomo gebaut hatte und der weltweit das einzige Zentrum der reinen Anbetung Jehovas war, lag in Trümmern (Psalm 79:1). Die Überlebenden wurden nach Babylon weggeführt, und ihre Heimat wurde zu einer Einöde, dem Wohnsitz wilder Tiere (Jeremia 9:11). Vom menschlichen Standpunkt gesehen, war alles aus und vorbei (Psalm 137:1). Doch Jehova, der diese Zerstörung schon lange vorhergesagt hatte, weckte die Hoffnung auf eine Wiederherstellung.
6-8. (a) Welches Thema griffen die hebräischen Propheten immer wieder auf, und welche erste Erfüllung hatten diese Prophezeiungen? (b) Welche Wiederherstellung hat Gottes Volk in der heutigen Zeit erlebt?
6 Die hebräischen Propheten griffen das Thema Wiederherstellung wiederholt auf.b Durch sie verhieß Jehova ein wiederhergestelltes, wieder bevölkertes, fruchtbares, vor wilden Tieren und feindlichen Angriffen geschütztes Land. Er beschrieb das wiederhergestellte Land als regelrechtes Paradies (Jesaja 65:25; Hesekiel 34:25; 36:35). Vor allem sollte die reine Anbetung wieder eingeführt und der Tempel wieder aufgebaut werden (Micha 4:1-5). Diese Prophezeiungen machten den Juden Hoffnung und halfen ihnen, die 70-jährige Gefangenschaft in Babylon zu ertragen.
7 Endlich kam die Zeit der Wiederherstellung. Aus Babylon befreit kehrten die Juden nach Jerusalem zurück und bauten den Tempel Jehovas wieder auf (Esra 1:1, 2). Solange sie an der reinen Anbetung festhielten, segnete Jehova sie und ließ ihr Land gedeihen. Er beschützte sie vor Feinden und vor den wilden Tieren, die das Land jahrzehntelang unsicher gemacht hatten. Wie sie sich über Jehovas wiederherstellende Macht gefreut haben müssen! Doch es handelte sich nur um eine erste, begrenzte Erfüllung der Wiederherstellungsprophezeiungen. Eine größere Erfüllung sollte „am Ende der Tage“ kommen, wenn der lang verheißene Erbe König Davids den Thron bestiegen hätte, also in unserer Zeit (Jesaja 2:2-4; 9:6, 7).
8 Kurz nach seiner Inthronisierung im himmlischen Königreich 1914 wandte sich Jesus den treuen Dienern Gottes auf der Erde zu. So, wie der persische Eroberer Cyrus 537 v. u. Z. einen Überrest der Juden aus Babylon befreite, befreite auch Jesus einen Überrest sinnbildlicher Juden – seine eigenen Nachfolger – vom Einfluss von „Babylon der Großen“, dem Weltreich der falschen Religion (Offenbarung 18:1-5; Römer 2:29). Seit 1919 hat die reine Anbetung wieder ihren richtigen Platz im Leben wahrer Christen (Maleachi 3:1-5). Seitdem wird Jehova von seinem Volk in seinem gereinigten geistigen Tempel angebetet. Dieser Tempel steht für alles, wofür Jehova gesorgt hat, damit man ihn auf annehmbare Weise anbeten kann. Warum ist die Wiederherstellung der reinen Anbetung für uns heute wichtig?
Warum die Wiederherstellung der reinen Anbetung so bedeutend ist
9. Was machte die Christenheit nach dem apostolischen Zeitalter mit der Anbetung Gottes, aber was hat Jehova in unserer Zeit bewirkt?
9 Sehen wir uns das Ganze einmal aus dem historischen Blickwinkel an. Die Christen im 1. Jahrhundert beten Jehova so an, wie er es wollte. Doch Jesus und die Apostel sagten voraus, dass die wahre Anbetung verunreinigt und nicht mehr ausgeübt würde (Matthäus 13:24-30; Apostelgeschichte 20:29, 30). Nach dem apostolischen Zeitalter bildete sich die Christenheit heraus. Ihre Geistlichen übernahmen heidnische Lehren und Bräuche. Auch versperrten sie quasi den Zutritt zu Gott, da sie ihn als unbegreifbaren dreieinigen Gott darstellten und die Leute anhielten, Priestern zu beichten und zu Maria und verschiedenen „Heiligen“ zu beten statt zu Jehova. Was hat Jehova bewirkt, nachdem jahrhundertelang verderbliche Einflüsse am Werk waren? Mitten in einer von falschen religiösen Vorstellungen und gottlosen Bräuchen durchsetzten Welt hat er die reine Anbetung wiederhergestellt. Wir können ohne Übertreibung sagen, dass diese Wiederherstellung eine der bedeutendsten Entwicklungen in neuerer Zeit ist.
10, 11. (a) Aus welchen zwei Elementen besteht das geistige Paradies, und wie wirkt sich das auf uns aus? (b) Was für Menschen hat Jehova im geistigen Paradies zusammengebracht, und was werden sie miterleben dürfen?
10 Wahre Christen leben heute somit in einem geistigen Paradies, das immer größer und schöner wird. Woraus besteht dieses Paradies? Im Wesentlichen aus zwei Elementen. Da ist einmal die reine Anbetung des wahren Gottes, Jehova. Er hat uns mit einer Form der Anbetung gesegnet, die von Lügen und Entstellungen frei ist. Er versorgt uns mit geistiger Nahrung. Dadurch sind wir in der Lage, unseren himmlischen Vater kennenzulernen, ihm zu gefallen und uns ihm zu nähern (Johannes 4:24). Der zweite Aspekt des geistigen Paradieses hat mit Menschen zu tun. Jehova lehrt seine Anbeter „am Ende der Tage“ die Wege des Friedens, wie es Jesaja vorhersagte. Kriege hat er unter ihnen abgeschafft. Trotz unserer Fehler hilft er uns die „neue Persönlichkeit“ anzuziehen. Er unterstützt unsere Bemühungen durch seinen heiligen Geist, der anziehende Eigenschaften in uns hervorbringt (Epheser 4:22-24; Galater 5:22, 23). Wenn wir uns von Gottes Geist leiten lassen, sind wir wirklich Teil des geistigen Paradieses.
11 Jehova hat im geistigen Paradies die Art Menschen zusammengebracht, die er liebt – Menschen, die ihn lieben, die den Frieden lieben und „denen bewusst ist, dass sie Gott brauchen“ (Matthäus 5:3). Sie werden eine noch viel spektakulärere Wiederherstellung miterleben dürfen – die Wiederherstellung der Menschheit und der ganzen Erde.
„Ich mache alles neu“
12, 13. (a) Weshalb müssen die Wiederherstellungsprophezeiungen eine weitere Erfüllung haben? (b) Was hat Jehova laut seinen Worten im Garten Eden mit der Erde vor, und wieso macht uns das Hoffnung?
12 Viele Wiederherstellungsprophezeiungen beziehen sich eindeutig nicht nur auf die Wiederherstellung der reinen Anbetung. So schrieb Jesaja über eine Zeit, in der die Kranken, Lahmen, Blinden und Tauben geheilt würden und sogar der Tod endgültig beseitigt wäre (Jesaja 25:8; 35:1-7). Diese Prophezeiungen erfüllten sich im alten Israel nicht buchstäblich. Und obwohl wir heute schon eine sinnbildliche Erfüllung beobachten, haben wir doch allen Grund zu der Annahme, dass die Zukunft eine buchstäbliche, umfassende Erfüllung bringen wird. Woher wissen wir das?
13 Schon im Garten Eden machte Jehova seinen Vorsatz im Hinblick auf die Erde klar: Sie sollte von einer glücklichen, gesunden und geeinten Menschheitsfamilie bewohnt werden. Mann und Frau sollten sich um die Erde mitsamt allen Geschöpfen kümmern und das Paradies auf den ganzen Planeten ausdehnen (1. Mose 1:28). Die heutigen Zustände sind himmelweit davon entfernt. Wir können uns jedoch darauf verlassen, dass Jehova sein Vorhaben durch nichts vereiteln lässt (Jesaja 55:10, 11). Jesus wird als der von Gott eingesetzte messianische König dieses globale Paradies herbeiführen (Lukas 23:43).
14, 15. (a) Wie wird Jehova „alles neu“ machen? (b) Wie wird das Leben im Paradies sein, und was sagt dir daran am meisten zu?
14 Malen wir uns einmal aus, wie sich die ganze Erde in ein Paradies verwandelt! Jehova sagt über diese Zeit: „Ich mache alles neu“ (Offenbarung 21:5). Was wird das bedeuten? Wenn Jehova seine vernichtende Macht gegen das verkommene alte Weltsystem eingesetzt hat, bleiben „ein neuer Himmel und eine neue Erde“ übrig. Das heißt, dass eine neue Regierung vom Himmel aus über eine neue irdische Gesellschaft herrschen wird – über Menschen, die Jehova lieben und seinen Willen tun (2. Petrus 3:13). Satan und seine Dämonen werden handlungsunfähig sein (Offenbarung 20:3). Zum ersten Mal nach Tausenden von Jahren wird die Menschheit von diesem negativen, verderblichen, abscheulichen Einfluss frei sein. Die Erleichterung wird grenzenlos sein.
15 Endlich werden wir uns um unseren schönen Planeten so kümmern können, wie es ursprünglich beabsichtigt war. Die Erde hat regenerierende Kräfte. Verschmutzte Seen und Flüsse reinigen sich von selbst, sobald die Verschmutzungsursache ausgeschaltet ist. Landschaften voller Kriegsnarben erholen sich, sobald die Kämpfe ein Ende haben. Wie befriedigend wird es sein, im Einklang mit der Natur zu arbeiten und die Erde in einen Park zu verwandeln – in einen globalen Garten Eden, der den Reiz unendlicher Vielfalt hat! Statt mutwillig Tier- und Pflanzenarten auszurotten, wird der Mensch mit der gesamten irdischen Schöpfung friedlich umgehen. Nicht einmal Kinder brauchen sich dann vor wilden Tieren zu fürchten (Jesaja 9:6, 7; 11:1-9).
16. Was für eine Wiederherstellung wird jeder treue Mensch im Paradies erleben?
16 Wir werden auch an uns selbst eine Wiederherstellung erleben. Nach Armageddon werden die Überlebenden auf der ganzen Erde Wunderheilungen beobachten. Wie zur Zeit seines irdischen Lebens wird Jesus mit seiner von Gott übertragenen Macht Blinde, Gehörlose, Gehbehinderte und Gebrechliche heilen (Matthäus 15:30). Ältere Menschen werden sich über ihre zurückgewonnene Jugendkraft, Gesundheit und Vitalität freuen (Hiob 33:25). Falten glätten sich, Gelenke werden wieder beweglich und Muskeln erhalten neue Spannkraft. Alle treuen Menschen werden spüren, wie die Auswirkungen von Sünde und Unvollkommenheit allmählich nachlassen und schließlich ganz verschwinden. Wie dankbar werden wir Jehova Gott für seine geniale wiederherstellende Macht sein! Wenden wir uns jetzt aber einem besonders bewegenden Geschehen in dieser spannenden Wiederherstellungsphase zu.
Leben wiederhergestellt
17, 18. (a) Was warf Jesus den Sadduzäern vor? (b) Was führte dazu, dass Elia von Jehova ein Auferstehungswunder erbat?
17 Im 1. Jahrhundert gab es Religionslehrer, Sadduzäer genannt, die nicht an die Auferstehung glaubten. Jesus warf ihnen vor: „Ihr irrt euch, denn ihr kennt weder die Schriften noch die Macht Gottes“ (Matthäus 22:29). Aus der Bibel geht nämlich hervor, dass Jehova eine solche wiederherstellende Macht besitzt. Was erfahren wir darüber?
18 Versetzen wir uns in die Zeit Elias. Eine Witwe hielt den schlaffen Körper ihres einzigen Kindes in den Armen. Der Junge war tot. Das muss für den Propheten Elia, der schon einige Zeit bei der Witwe zu Gast war, ein Schock gewesen sein. Zu einem früheren Zeitpunkt hatte er dazu beigetragen, das Kind vor dem Verhungern zu retten. Es kann gut sein, dass ihm der Kleine ans Herz gewachsen war. Die Mutter war untröstlich. Der Junge war die einzige lebendige Erinnerung an ihren verstorbenen Mann gewesen. Vielleicht hatte sie gehofft, ihr Sohn würde im Alter für sie sorgen. Völlig aufgelöst befürchtete sie, für einen vergangenen Fehler bestraft worden zu sein. Elia konnte dieses geballte Elend nicht mit ansehen. Behutsam nahm er den Leichnam aus den Armen der Mutter, trug ihn hinauf in sein Zimmer und bat Jehova Gott, das Leben des Kindes wiederherzustellen (1. Könige 17:8-21).
19, 20. (a) Wie bewies Abraham seinen Glauben an Jehovas wiederherstellende Macht, und worauf beruhte dieser Glaube? (b) Wie belohnte Jehova Elias Glauben?
19 Elia war nicht der Erste, der an die Auferstehung glaubte. Schon Jahrhunderte zuvor war Abraham davon überzeugt, dass Jehova eine solche wiederherstellende Macht besaß – und das mit gutem Grund. Als Abraham 100 Jahre alt war und Sara 90, stellte Jehova die Fortpflanzungsfähigkeit der beiden wieder her. Durch ein Wunder brachte Sara einen Sohn zur Welt (1. Mose 17:17; 21:2, 3). Als der Junge erwachsen war, wurde Abraham von Jehova gebeten, ihn zu opfern. Abraham bewies Glauben und rechnete damit, dass Jehova seinen geliebten Isaak wieder zum Leben bringen könnte (Hebräer 11:17-19). Dieser starke Glaube mag erklären, warum Abraham, bevor er den Berg bestieg, um seinen Sohn zu opfern, seinen Dienern versicherte, er und Isaak würden gemeinsam zurückkehren (1. Mose 22:5).
„Sieh doch, dein Sohn lebt!“
20 Jehova verschonte Isaak, sodass damals keine Auferstehung nötig war. Im Fall Elias dagegen war der Sohn der Witwe bereits tot – wenn auch nicht für lange Zeit. Jehova belohnte den Propheten für seinen Glauben, indem er das Kind auferweckte. Elia übergab den Jungen seiner Mutter mit den unvergesslichen Worten: „Sieh doch, dein Sohn lebt!“ (1. Könige 17:22-24).
21, 22. (a) Welchem Zweck dienten die in der Bibel aufgezeichneten Auferstehungen? (b) Wie umfangreich wird die Auferstehung im Paradies sein, und wer wird dafür zuständig sein?
21 Dies war das erste Mal in der Bibel, dass Jehova seine Macht gebrauchte, um menschliches Leben wiederherzustellen. Später ermächtigte er auch Elisa, Jesus, Paulus und Petrus, Tote wieder zum Leben zu bringen. Natürlich starben die Auferweckten schließlich wieder. Doch solche Bibelberichte geben eine faszinierende Vorschau auf künftige Ereignisse.
22 Im Paradies wird Jesus seine Rolle als „die Auferstehung und das Leben“ erfüllen (Johannes 11:25). Er wird unzählige Millionen auferwecken und ihnen die Gelegenheit geben, für immer im Paradies auf der Erde zu leben (Johannes 5:28, 29). Stellen wir uns vor, wie enge Freunde und Verwandte nach langer Trennung wieder vereint werden, sich in die Arme fallen und außer sich sind vor Freude! Die ganze Menschheit wird Jehova für seine wiederherstellende Macht preisen.
23. Was war die größte Demonstration der Macht Jehovas, und wieso ist sie eine Garantie für unsere Zukunftshoffnung?
23 Jehova hat für diese Hoffnung eine absolut sichere Garantie gegeben. Die größte Demonstration seiner Macht war die Auferweckung seines Sohnes, Jesus, zu einem mächtigen Geistgeschöpf, über dem nur noch er selbst steht. Der auferstandene Jesus erschien Hunderten von Augenzeugen (1. Korinther 15:5, 6). Das sollte sogar für Skeptiker Beweis genug sein. Jehova hat die Macht, Leben wiederherzustellen.
24. Warum können wir sicher sein, dass Jehova die Toten auferwecken wird, und welche Hoffnung sollten wir in Ehren halten?
24 Doch er hat nicht nur die Macht, sondern auch den Wunsch, die Toten wieder zum Leben zu bringen. Der treue Hiob sagte unter Inspiration, dass sich Jehova danach sehnt, die Toten aufzuerwecken (Hiob 14:15). Zieht es dich nicht zu diesem Gott, der den brennenden Wunsch hat, seine wiederherstellende Macht so liebevoll zu gebrauchen? Und dabei ist die Auferstehung nur ein Aspekt des großen künftigen Wiederherstellungswerkes Jehovas. Halte die kostbare Hoffnung, dass du miterleben kannst, wie Jehova „alles neu“ macht, immer in Ehren, während du ihm Stück für Stück näher kommst (Offenbarung 21:5).
a Die „Zeiten …, in denen alles wiederhergestellt wird“, begannen, als das messianische Königreich aufgerichtet und ein Thronerbe des treuen Königs David eingesetzt wurde. Jehova hatte David einen Erben versprochen, der für immer regieren würde (Psalm 89:35-37). Aber nachdem Jerusalem 607 v. u. Z. von den Babyloniern zerstört worden war, saß kein menschlicher Nachkomme Davids mehr auf Gottes Thron. Jesus, der als Erbe Davids zur Welt kam, ist seit seiner Inthronisierung im Himmel der lang verheißene König.
b Unter anderem entwickelten Moses, Jesaja, Jeremia, Hesekiel, Hosea, Joel, Amos, Obadja, Micha und Zephanja dieses Thema.
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Christus – „die Kraft Gottes“Komm Jehova doch näher
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KAPITEL 9
Christus – „die Kraft Gottes“
1-3. (a) Welches beängstigende Erlebnis hatten die Jünger auf dem See von Galiläa, und was tat Jesus? (b) Warum ist die Bezeichnung „die Kraft Gottes“ für Christus passend?
DIE Jünger gerieten in Panik. Sie waren gerade auf dem See von Galiläa, als überraschend ein Sturm aufzog. Sicherlich erlebten sie dort nicht zum ersten Mal ein Unwetter. Immerhin waren einige der Männer erfahrene Fischer (Matthäus 4:18, 19).a Doch diesmal war es ein „gewaltiger Sturm“, der das Wasser zum Tosen brachte. Verbissen mühten sich die Männer ab, das Boot zu steuern, aber der Sturm war übermächtig. Hohe Wellen schlugen in das Boot und es lief voll Wasser. Mitten in dem Tumult lag Jesus im Heck und war, nachdem er den ganzen Tag Menschenmengen belehrt hatte, erschöpft in tiefen Schlaf gesunken. Aus Angst um ihr Leben weckten ihn die Jünger und riefen: „Herr, rette uns, wir sterben!“ (Markus 4:35-38; Matthäus 8:23-25).
2 Jesus fürchtete sich nicht. Voller Vertrauen sprach er ein Machtwort und sagte zum Wind und zum See: „Ruhe! Sei still!“ Der Wind und das Wasser gehorchten augenblicklich. Der Sturm ließ nach, die Wellen glätteten sich und „alles war ganz still“. Den Jüngern wurde es unheimlich. „Wer ist das nur?“, flüsterten sie sich zu. Ja, was für ein Mensch konnte den Wind und das Wasser zurechtweisen, als hätte er ein bockiges Kind vor sich? (Markus 4:39-41; Matthäus 8:26, 27).
3 Doch Jesus war kein gewöhnlicher Mensch. Jehovas Macht zeigte sich an ihm und durch ihn auf außergewöhnliche Weise. Der Apostel Paulus bezeichnete Christus unter Inspiration treffend als „die Kraft Gottes“ (1. Korinther 1:24). Wie manifestierte sich Gottes Kraft an Jesus? Und wie kann sich Jesu Machtausübung auf unser Leben auswirken?
Die Macht des einziggezeugten Sohnes Gottes
4, 5. (a) Welche Macht übertrug Jehova seinem einziggezeugten Sohn? (b) Wie war er ausgerüstet, um das schöpferische Vorhaben seines Vaters ausführen zu können?
4 Befassen wir uns zunächst mit der Macht, die Jesus während seiner vormenschlichen Existenz besaß. Jehova erschuf seinen einziggezeugten Sohn, der als Jesus Christus bekannt wurde, allein mit seiner „ewigen Macht“ (Römer 1:20; Kolosser 1:15). Danach übertrug er diesem Sohn enorme Macht, als er ihn mit seinem schöpferischen Vorhaben betraute. Die Bibel sagt über den Sohn, hier „das Wort“ genannt: „Alles kam durch das Wort ins Dasein und ohne das Wort kam gar nichts ins Dasein“ (Johannes 1:3).
5 Von dem Ausmaß dieser Aufgabe können wir uns kaum ein Bild machen. Stellen wir uns vor, was für eine Macht erforderlich war, um Millionen mächtige Engel ins Dasein zu bringen, das Universum mit seinen Milliarden von Galaxien und die Erde mit ihren vielfältigen Lebensformen. Für diese Aufgaben stand dem einziggezeugten Sohn Gottes die mächtigste Kraft im Universum zur Verfügung – Gottes heiliger Geist. Es bereitete ihm große Freude, der Werkmeister zu sein, den Jehova einsetzte, um alles andere zu erschaffen (Sprüche 8:22-31).
6. Welche Macht erhielt Jesus nach seinem Tod als Mensch und seiner Auferstehung?
6 Konnte der einziggezeugte Sohn Gottes noch mehr Macht erhalten? Nach seinem Tod auf der Erde und seiner Auferstehung sagte er: „Mir ist im Himmel und auf der Erde alle Macht gegeben worden“ (Matthäus 28:18). Ja, Jesus wurde die Fähigkeit und das Recht übertragen, universelle Macht auszuüben. Als „König der Könige und Herr der Herren“ ist er ermächtigt, „jede Art Regierung und alle Autorität und Macht“ auszuschalten, ja alle Mächte, die sich seinem Vater widersetzen – sichtbare und unsichtbare (Offenbarung 19:16; 1. Korinther 15:24-26). Es „ist nichts ausgenommen, was ihm nicht unterworfen ist“, außer Jehova selbst (Hebräer 2:8; 1. Korinther 15:27).
7. Weshalb können wir sicher sein, dass Jesus seine von Gott erhaltene Macht nie missbrauchen wird?
7 Müssen wir befürchten, Jesus könnte seine Macht missbrauchen? Absolut nicht! Jesus liebt seinen Vater und würde nie etwas tun, was ihm missfiele (Johannes 8:29; 14:31). Er weiß genau: Jehova missbraucht seine Allmacht niemals. Jesus hat mit eigenen Augen beobachtet, dass Jehova nach Gelegenheiten sucht, „denen beizustehen, die ihm völlig ergeben sind“ (2. Chronika 16:9). Jesus teilt die Liebe seines Vaters zur Menschheit, weshalb wir darauf vertrauen können, dass er seine Macht immer zum Guten einsetzen wird (Johannes 13:1). Diesen Ruf hat er sich zweifelsfrei erworben. Sehen wir uns nun die Macht an, die er auf der Erde hatte, und was ihn motivierte, sie zu gebrauchen.
„Mächtig in Wort“
8. Wozu wurde Jesus nach seiner Salbung ermächtigt, und wie gebrauchte er seine Macht?
8 Offensichtlich wirkte Jesus während seiner Kindheit in Nazareth keine Wunder. Das tat er erst nach seiner Taufe im Jahr 29 u. Z., als er ungefähr dreißig war (Lukas 3:21-23). Die Bibel berichtet, „wie Gott ihn mit heiligem Geist und Kraft salbte und wie er durchs Land zog, Gutes tat und alle, die unter dem Teufel litten, gesund machte, weil Gott ihm zur Seite stand“ (Apostelgeschichte 10:38). Jesus tat Gutes. Zeigt das nicht, dass er mit seiner Macht richtig umging? Nach seiner Salbung wurde er „ein Prophet – mächtig in Wort und Tat“ (Lukas 24:19).
9-11. (a) Wo lehrte Jesus oft, und vor welcher Herausforderung stand er? (b) Warum staunten die Volksmengen über Jesu Lehrmethode?
9 Wieso war Jesus mächtig im Wort? Oft lehrte er im Freien – an Seeufern und Hängen, auf Straßen und Marktplätzen (Markus 6:53-56; Lukas 5:1-3; 13:26). Seine Zuhörer hätten ohne Weiteres weggehen können, wenn seine Worte ihr Interesse nicht wachgehalten hätten. Damals, in der Ära vor dem Buchdruck, blieb den wissbegierigen Zuhörern nichts anderes übrig, als seine Worte in Herz und Sinn zu bewahren. Deshalb mussten seine Lehren ausgesprochen fesselnd und leicht zu verstehen und zu behalten sein. Doch diese Herausforderung bereitete Jesus keine Schwierigkeiten, wie an der Bergpredigt zu erkennen ist.
10 Eines Morgens im Frühjahr 31 u. Z. strömte an einem Abhang nahe dem See von Galiläa eine Menschenmenge zusammen. Teilweise waren die Leute aus dem gut 100 Kilometer entfernten Judäa und Jerusalem gekommen. Andere stammten von den nördlichen Küstenregionen bei Tyrus und Sidon. Viele Kranke näherten sich Jesus, um ihn zu berühren, und er heilte sie alle. Danach fing er an zu lehren (Lukas 6:17-19). Als er zu Ende geredet hatte, waren die Zuhörer völlig verblüfft. Weshalb?
11 Jahre später schrieb jemand, der diese Predigt mitverfolgt hatte: „Da staunten die Leute nur so über seine Art zu lehren, denn er lehrte sie wie jemand mit Autorität“ (Matthäus 7:28, 29). Von Jesu Worten strömte eine Kraft aus, die sie spüren konnten. Er trat für Gott ein und untermauerte seine Lehren mit dem Wort Gottes (Johannes 7:16). Jesu Aussagen waren klar, seine Ermahnungen überzeugend und seine Argumente unwiderlegbar. Seine Worte gingen in die Tiefe und unter die Haut. Er lehrte seine Zuhörer, wie man Glück findet, wie man betet, wie man Gottes Königreich an die erste Stelle setzt und wie man sich eine sichere Zukunft aufbaut (Matthäus 5:3 bis 7:27). Menschen, die nach Wahrheit und Gerechtigkeit hungerten, wurden durch seine Aussagen wachgerüttelt. Sie waren bereit, sich selbst zu verleugnen und alles aufzugeben, um ihm zu folgen (Matthäus 16:24; Lukas 5:10, 11). Was für ein Zeugnis für die Macht der Worte Jesu!
„Mächtig in … Tat“
12, 13. In welchem Sinne waren Jesu Taten mächtig, und wie vielfältig waren seine Wunder?
12 Jesus vollbrachte auch mächtige Taten (Lukas 24:19). Die Evangelien gehen auf 30 Wunder ein, die er wirken konnte, weil Jehova ihm die Macht dazu gab (Lukas 5:17).b Jesu Wunder berührten das Leben Tausender. Jesus versorgte zum Beispiel große Menschenmengen mit Essen – einmal 5000 und später 4000 Männer, und dazu kamen wahrscheinlich noch Tausende von Frauen und Kindern! (Matthäus 14:13-21; 15:32-38).
13 Jesu Wunder waren ausgesprochen vielfältig. Er hatte Macht über Dämonen und trieb sie mit Leichtigkeit aus (Lukas 9:37-43). Er hatte Macht über die Elemente und verwandelte Wasser in Wein (Johannes 2:1-11). Unter den verwunderten Blicken seiner Jünger schritt er über den aufgewühlten See von Galiläa (Johannes 6:18, 19). Er hatte Macht über Krankheiten und heilte Behinderungen und chronische oder auch lebensbedrohliche Leiden (Markus 3:1-5; Johannes 4:46-54). Dabei ging er ganz unterschiedlich vor. Einige Personen heilte er aus der Ferne, wogegen er andere direkt mit den Händen berührte (Matthäus 8:2, 3, 5-13). Manche wurden auf der Stelle gesund, andere nach und nach (Markus 8:22-25; Lukas 8:43, 44).
Sie sahen, „wie Jesus über den See lief“
14. Unter welchen Umständen bewies Jesus seine Macht über den Tod?
14 Besonders außergewöhnlich war, dass Jesus Macht über den Tod besaß. Bei drei schriftlich festgehaltenen Gelegenheiten auferweckte er Tote: Er gab Eltern ihre zwölfjährige Tochter zurück, einer Witwe ihr einziges Kind und Schwestern ihren geliebten Bruder (Lukas 7:11-15; 8:49-56; Johannes 11:38-44). Keine Situation erwies sich als ausweglos. Das zwölfjährige Mädchen brachte er, kurz nachdem es gestorben war, wieder zum Leben. Den Sohn der Witwe ließ er offenbar noch am Tag seines Todes von der Bahre aufstehen. Und Lazarus war schon vier Tage tot, als er ihn aus dem Grab rief.
Selbstlose, verantwortungsvolle und rücksichtsvolle Machtausübung
15, 16. Was zeigt, dass Jesus seine Macht selbstlos gebrauchte?
15 Was für ein enormes Potenzial für Missbrauch, wenn Jesu Macht in die Hände eines unvollkommenen Herrschers gelangt wäre! Doch Jesus war sündenlos (1. Petrus 2:22). Selbstsucht, Ehrgeiz und Gier, die unvollkommene Menschen veranlassen, anderen mit ihrer Macht zu schaden, lehnte er entschieden ab.
16 Jesus gebrauchte seine Macht selbstlos, niemals zu seinem persönlichen Vorteil. Als er hungrig war, weigerte er sich, für sich selbst Steine in Brot zu verwandeln (Matthäus 4:1-4). Seine dürftigen Habseligkeiten bewiesen, dass er aus seiner Macht kein Kapital schlug (Matthäus 8:20). Aber es gibt noch mehr Beweise, dass seine Machttaten von Selbstlosigkeit zeugten. Die Wunder, die er wirkte, kosteten ihn etwas. Wenn er Kranke heilte, ging Kraft von ihm aus. Schon bei einer einzelnen Heilung spürte er, wie Kraft von ihm wich (Markus 5:25-34). Doch er ließ sich von Menschenmengen anfassen, und sie wurden geheilt (Lukas 6:19). Was für ein Beispiel der Selbstlosigkeit!
17. Wie bewies Jesus, dass er seine Macht verantwortungsvoll gebrauchte?
17 Jesus ging mit seiner Macht verantwortungsvoll um. Nie zog er mit seinen Machttaten eine Schau ab oder ließ sich auf einen sinnlosen theatralischen Akt ein (Matthäus 4:5-7). Er war nicht bereit, ein Zeichen zu vollbringen, nur um die pure Neugier des Herodes zu befriedigen (Lukas 23:8, 9). Statt seine Macht an die große Glocke zu hängen, wies er die Geheilten oft an, mit niemandem darüber zu reden (Markus 5:43; 7:36). Er wollte nicht, dass die Leute aufgrund von Sensationsmeldungen zu falschen Schlussfolgerungen über ihn kamen (Matthäus 12:15-19).
18-20. (a) Was beeinflusste die Art und Weise, wie Jesus seine Macht gebrauchte? (b) Wie empfindest du die Vorgehensweise Jesu, als er einen Gehörlosen heilte?
18 Dieser mächtige Mensch, Jesus, hatte nichts mit den Herrschern gemeinsam, die sich bei ihrer Machtausübung rigoros über die Nöte und das Leid anderer hinwegsetzten. Jesus war an Menschen interessiert. Der bloße Anblick Leidender ging ihm so nahe, dass er sich gedrängt fühlte, ihre Not zu lindern (Matthäus 14:14). Er nahm Rücksicht auf ihre Gefühle und Bedürfnisse, und dieses einfühlsame Interesse beeinflusste die Art und Weise, wie er seine Macht gebrauchte. Ein ergreifendes Beispiel ist in Markus 7:31-37 zu finden.
19 Große Menschenmengen suchten Jesus auf und brachten viele Kranke zu ihm, die er alle heilte (Matthäus 15:29, 30). Doch auf einen Mann ging Jesus ganz individuell ein. Er war gehörlos und konnte nicht richtig sprechen. Wahrscheinlich spürte Jesus, wie nervös oder verlegen dieser Mann war. Rücksichtsvoll nahm er ihn mit an einen ruhigen Ort, weg von der Masse. Dann machte Jesus ihm durch Zeichen klar, was er mit ihm vorhatte: „Er legte ihm die Finger in die Ohren, spuckte und berührte dann die Zunge des Mannes“ (Markus 7:33).c Als Nächstes blickte Jesus zum Himmel und stieß einen tiefen Seufzer aus. Diese Gesten gaben dem Mann zu verstehen: „Was ich jetzt für dich tue, geschieht durch die Macht Gottes.“ Schließlich sagte Jesus: „Öffne dich“ (Markus 7:34). Da erhielt der Mann sein Gehör zurück und konnte normal sprechen.
20 Wie bewegend, dass Jesus, wenn er mit Gottes Kraft heilte, auch noch für die Gefühle der Leidenden Verständnis zeigte! Ist es daher nicht ein beruhigender Gedanke, dass Jehova das messianische Königreich einem so mitfühlenden, rücksichtsvollen Herrscher anvertraut hat?
Eine Vorschau auf die Zukunft
21, 22. (a) Worauf deuteten die Wunder Jesu hin? (b) Was können wir von Jesu Königreichsherrschaft erwarten, zumal er Macht über die Naturgewalten hat?
21 Die Machttaten, die Jesus auf der Erde vollbrachte, waren nur ein Vorgeschmack von noch großartigeren Segnungen unter seiner Königsherrschaft. In Gottes neuer Welt wird Jesus erneut Wunder wirken – diesmal in globalem Umfang. Lassen wir diese faszinierenden Aussichten einmal vor unseren Augen vorbeiziehen.
22 Jesus wird das ökologische Gleichgewicht der Erde vollkommen wiederherstellen. Wir erinnern uns, dass er seine Macht über die Naturgewalten demonstrierte, als er einen Sturm beruhigte. Unter Christi Königreichsherrschaft braucht die Menschheit mit Sicherheit keine Angst vor Taifunen, Erdbeben, Vulkanausbrüchen oder anderen Naturkatastrophen zu haben. Als Werkmeister, den Jehova einsetzte, um unseren Planeten mit allen seinen Lebensformen zu erschaffen, kennt Jesus die Mechanismen der Erde ganz genau. Er weiß, wie man mit ihren Ressourcen richtig umgeht. Unter seiner Regierung wird die ganze Erde in ein Paradies umgewandelt (Lukas 23:43).
23. Wie wird Jesus als König die Bedürfnisse der Menschheit befriedigen?
23 Wie sieht es mit den Bedürfnissen der Menschheit aus? Jesu Fähigkeit, mit ein paar mageren Vorräten Tausende großzügig zu versorgen, gibt uns die Gewissheit, dass unter seiner Herrschaft niemand hungern muss. Nahrung in Hülle und Fülle, gerecht verteilt, wird dem Hunger definitiv ein Ende setzen (Psalm 72:16). Jesu Macht über Krankheiten zeigt uns, dass kranke, blinde, gehörlose, verkrüppelte und gehbehinderte Menschen geheilt werden – vollständig und für immer (Jesaja 33:24; 35:5, 6). Seine Fähigkeit, Tote aufzuerwecken, gewährleistet, dass er als himmlischer König die Macht hat, die unzähligen Millionen wieder zum Leben zu bringen, an die sich sein Vater gern erinnert (Johannes 5:28, 29).
24. Was sollten wir im Sinn behalten, wenn wir über Jesu Macht nachdenken, und warum?
24 Wenn wir über die Macht Jesu nachdenken, sollten wir im Sinn behalten, dass er seinen Vater perfekt nachahmt (Johannes 14:9). Jesu Machtausübung vermittelt ein klares Bild davon, wie Jehova mit seiner Macht umgeht. Denken wir nur daran, wie einfühlsam sich Jesus verhielt, als er einen Aussätzigen heilte. Von Mitleid bewegt berührte Jesus den Mann und sagte: „Das will ich!“ (Markus 1:40-42). Durch solche Berichte sagt Jehova praktisch: „So gebrauche ich meine Macht.“ Fühlen wir uns nicht gedrängt, unseren allmächtigen Gott zu preisen und ihm zu danken, dass er seine Macht derart liebevoll ausübt?
a Plötzlich aufkommende Stürme sind auf dem See von Galiläa keine Seltenheit. Wegen seiner tiefen Lage (zirka 200 Meter unter dem Meeresspiegel) ist die Lufttemperatur dort viel höher als in der Umgebung. Dadurch kommt es zu atmosphärischen Störungen. Auch wehen vom Hermon, der im Norden liegt, starke Winde durch das Jordantal. Wie aus heiterem Himmel kann ein wütender Sturm losbrechen.
b In den Evangelien werden zudem viele Wunder unter einer einzigen allgemein gehaltenen Schilderung zusammengefasst. So kam einmal eine „ganze Stadt“ zu Jesus und er heilte „viele“ Kranke (Markus 1:32-34).
c Spucken war ein Mittel oder Zeichen des Heilens, das von Juden und Nichtjuden akzeptiert wurde, und in rabbinischen Schriften ist die Verwendung von Speichel als Heilmittel dokumentiert. Vielleicht spuckte Jesus einfach deshalb, um dem Mann mitzuteilen, dass er geheilt würde. Jedenfalls benutzte er seinen Speichel nicht als Naturheilmittel.
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„Nehmt euch Gott zum Vorbild“ im Gebrauch der MachtKomm Jehova doch näher
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KAPITEL 10
„Nehmt euch Gott zum Vorbild“ im Gebrauch der Macht
1. In welche heimtückische Schlinge geraten unvollkommene Menschen leicht?
„KEINE Macht ohne eine verborgene Schlinge.“ Diese Worte einer Dichterin aus dem 19. Jahrhundert machen auf eine heimtückische Gefahr aufmerksam: Machtmissbrauch. Leider geraten unvollkommene Menschen allzu leicht in diese Schlinge. Schon immer „hat der Mensch über den Menschen zu dessen Schaden geherrscht“ (Prediger 8:9). Machtausübung ohne Liebe hat unsagbar viel menschliches Leid verursacht.
2, 3. (a) Was ist an der Machtausübung Jehovas bemerkenswert? (b) Was alles könnte zu unserer Macht gehören, und wie sollten wir sie gebrauchen?
2 Ist es nicht bemerkenswert, dass Jehova Gott seine unbegrenzte Macht nie missbraucht? Wie wir in den vorigen Kapiteln gesehen haben, setzt er seine schöpferische, vernichtende, schützende oder auch wiederherstellende Macht durchweg so ein, dass seinen liebevollen Vorsätzen gedient ist. Wenn wir darüber nachdenken, wie er seine Macht ausübt, fühlen wir uns gedrängt, seine Nähe zu suchen. Und das motiviert uns dann wieder, uns „Gott zum Vorbild“ zu nehmen (Epheser 5:1). Aber welche Macht haben wir kleinen Menschen denn schon?
3 Immerhin wurde der Mensch im Bild Gottes erschaffen (1. Mose 1:26, 27). Also haben auch wir zumindest ein gewisses Maß an Macht. Unsere Macht oder Kraft besteht vielleicht darin, dass wir durch Arbeit etwas zustande bringen können; dass wir Autorität über andere haben; dass wir andere beeinflussen können, vor allem Menschen, die uns lieben; dass wir Körperkraft besitzen oder über materielle Mittel verfügen. Ein Psalmendichter sagte über Jehova: „Du bist der Ursprung des Lebens“ (Psalm 36:9). Jegliche Macht, die wir rechtmäßig besitzen, haben wir somit direkt oder indirekt Gott zu verdanken. Deshalb wäre es naheliegend, sie so zu gebrauchen, wie er es möchte. Wie gelingt uns das?
Der Schlüssel ist Liebe
4, 5. (a) Was ist der Schlüssel für den richtigen Gebrauch der Macht, und wie wird das am Beispiel Gottes deutlich? (b) Wie hilft uns die Liebe, mit unserer Macht richtig umzugehen?
4 Der Schlüssel für den richtigen Gebrauch von Macht ist die Liebe. Wird das nicht an Gottes eigenem Beispiel deutlich? Denken wir noch einmal an die Erörterung der vier Haupteigenschaften Gottes in Kapitel 1 zurück: Macht, Gerechtigkeit, Weisheit und Liebe. Welche der vier Eigenschaften ist dominierend? Die Liebe. In 1. Johannes 4:8 heißt es: „Gott ist Liebe.“ Jehova ist seinem ganzen Wesen nach Liebe; sie beeinflusst alles, was er tut. Jede Demonstration seiner Macht wird von Liebe getragen und wirkt sich im Endeffekt für alle, die ihn lieben, zum Vorteil aus.
5 Liebe wird auch uns helfen, unsere Macht richtig zu gebrauchen. Schließlich erfahren wir ja aus der Bibel, dass die Liebe „gütig“ ist und „nicht ihre eigenen Interessen im Sinn“ hat (1. Korinther 13:4, 5). Die Liebe wird nicht zulassen, dass wir jemand, über den wir eine gewisse Autorität haben, schroff oder gefühllos behandeln. Wir werden die Würde anderer achten und ihre Bedürfnisse und Gefühle unseren überordnen (Philipper 2:3, 4).
6, 7. (a) Was ist Gottesfurcht, und wieso bewahrt sie uns vor Machtmissbrauch? (b) Verdeutliche den Zusammenhang zwischen der Furcht, Gott zu missfallen, und der Liebe zu Gott.
6 Die Liebe steht in Beziehung zu einer anderen Eigenschaft, die uns davor bewahrt, unsere Macht zu missbrauchen: Gottesfurcht oder Ehrfurcht vor Jehova. Wie wertvoll ist diese Eigenschaft? „Aus Ehrfurcht vor Jehova vermeidet man Schlechtes“, lesen wir in Sprüche 16:6. Machtmissbrauch zählt mit Sicherheit zu dem Schlechten, das wir vermeiden sollten. Gottesfurcht hält uns davon ab, Menschen, über die wir Macht haben, schlecht zu behandeln. Wieso? Zum einen wissen wir, dass wir Gott für die Art und Weise, wie wir mit ihnen umgehen, Rechenschaft schulden (Nehemia 5:1-7, 15). Aber Ehrfurcht vor Jehova umfasst noch mehr. Die Bibel bringt sie auch mit Liebe zu ihm in Verbindung (5. Mose 10:12, 13). Aus Liebe zu Gott – und nicht nur aus Angst vor den Folgen – haben wir eine gesunde Furcht davor, etwas zu tun, was ihm missfällt.
7 Verdeutlichen lässt sich das an einer intakten Vater-Sohn-Beziehung. Der kleine Junge spürt das lebhafte, liebevolle Interesse seines Vaters. Doch er weiß auch, was sein Vater von ihm erwartet und dass er bestraft wird, wenn er sich danebenbenimmt. Der Junge hat aber keine krankhafte Angst vor seinem Vater. Im Gegenteil, er liebt ihn von ganzem Herzen. Es macht ihm Freude, etwas zu tun, was seinem Vater ein anerkennendes Lächeln entlockt. Ähnlich ist es mit der Gottesfurcht. Da wir unseren himmlischen Vater Jehova lieben, fürchten wir uns davor, etwas zu tun, was ihm im Herzen wehtut (1. Mose 6:6). Wir wünschen uns sehnlich, seinem Herzen Freude zu machen (Sprüche 27:11). Deshalb möchten wir mit unserer Macht richtig umgehen. Sehen wir uns einmal genauer an, wie wir das tun können.
Innerhalb der Familie
8. (a) Welche Autorität hat der Mann in der Familie, und wie sollte er sie ausüben? (b) Wie kann ein Mann zeigen, dass er seine Frau ehrt?
8 Zunächst zur Familie. „Ein Mann ist das Haupt seiner Frau“, heißt es in Epheser 5:23. Wie sollte der Mann seine von Gott erhaltene Autorität ausüben? Die Bibel fordert Ehemänner auf: „Lebt weiter mit euren Frauen gemäß Erkenntnis. Erweist ihnen Ehre, da sie als Frauen schwächere Gefäße sind“ (1. Petrus 3:7). Das griechische Wort für „Ehre“ bedeutet „Preis“, „Wert“, „Achtung“. Andere Formen dieses Wortes werden mit „Geschenk“ und „kostbar“ übersetzt (Apostelgeschichte 28:10; 1. Petrus 2:7). Ein Mann, der seine Frau ehrt, wird ihr gegenüber nie gewalttätig werden noch sie sonst wie demütigen oder herabsetzen, sodass sie sich wertlos vorkäme. Er weiß, was er an ihr hat, und bringt ihr Achtung entgegen. In Wort und Tat – privat und öffentlich – zeigt er, dass sie für ihn kostbar ist (Sprüche 31:28). Ein solcher Mann gewinnt nicht nur die Liebe und Achtung seiner Frau, sondern auch Gottes Gunst, was noch wichtiger ist.
Ehepartner, die sich Liebe und Respekt entgegenbringen, zeigen, dass sie mit ihrer Macht richtig umgehen
9. (a) Welche Macht haben Frauen in der Familie? (b) Was hilft einer Frau, ihren Mann mit ihren Fähigkeiten zu unterstützen, und was hat das zur Folge?
9 Auch Frauen haben eine gewisse Macht in der Familie. Die Bibel spricht von gottesfürchtigen Frauen, die, ohne die Stellung des Hauptes anzugreifen, Initiative zeigten und ihren Mann positiv beeinflussten oder ihn vor Fehlurteilen bewahrten (1. Mose 21:9-12; 27:46 bis 28:2). Es kann sein, dass eine Frau klüger ist als ihr Mann oder Fähigkeiten besitzt, die er nicht hat. Dennoch sollte sie „großen Respekt“ vor ihm haben und sich ihm „unterordnen wie dem Herrn“ (Epheser 5:22, 33). Aus dem Wunsch heraus, Gott zu gefallen, kann eine Frau ihre Fähigkeiten nutzen, um ihren Mann zu unterstützen, statt ihn schlechtzumachen oder beherrschen zu wollen. Eine „wirklich weise Frau“ arbeitet eng mit ihrem Mann zusammen, um die Familie aufzubauen. Dadurch wahrt sie den Frieden mit Gott (Sprüche 14:1).
10. (a) Welche Autorität hat Gott Eltern übertragen? (b) Wie sollten Eltern ihre Kinder erziehen?
10 Gott hat auch Eltern Autorität übertragen. Die Bibel sagt: „Ihr Väter, provoziert eure Kinder nicht, sondern erzieht sie weiter nach den Maßstäben und der Anleitung Jehovas“ (Epheser 6:4). Kinder brauchen Erziehung. Wo es klare Richtlinien und Grenzen gibt, können sie sich gut entwickeln. Die Bibel bringt diese Erziehung und Bildung mit Liebe in Verbindung (Sprüche 13:24). Deshalb darf Erziehung nie Misshandlung bedeuten – weder emotionell noch körperlich (Sprüche 22:15; 29:15).a Eine harte, strenge Erziehung, die keine Liebe ausstrahlt, ist ein Missbrauch der elterlichen Autorität und kann die kindliche Psyche kaputtmachen (Kolosser 3:21). Eine ausgeglichene, konsequente Erziehung dagegen zeigt dem Kind, dass es von seinen Eltern geliebt wird und es ihnen nicht gleichgültig ist, was für ein Mensch aus ihm wird.
11. Wie können Kinder ihre Macht oder Kraft richtig gebrauchen?
11 Wie sieht es mit den Kindern aus? Wie können sie ihre Macht oder Kraft richtig gebrauchen? „Die Herrlichkeit junger Menschen ist ihre Kraft“, heißt es in Sprüche 20:29. Es gibt für junge Leute bestimmt keine bessere Möglichkeit, ihre Kraft und Energie einzusetzen, als ihrem „großen Schöpfer“ zu dienen (Prediger 12:1). Sie tun gut, daran zu denken, dass ihre Handlungen die Gefühle ihrer Eltern beeinflussen (Sprüche 23:24, 25). Wenn sie ihren gottesfürchtigen Eltern gehorchen und auf dem richtigen Weg bleiben, machen sie ihnen Freude (Epheser 6:1). Über ein solches Verhalten „freut sich der Herr“ (Kolosser 3:20).
Innerhalb der Versammlung
12, 13. (a) Wie sollten Älteste zu ihrer Autorität in der Versammlung eingestellt sein? (b) Erkläre, warum Älteste behutsam mit der Herde umgehen sollten.
12 In der Christenversammlung hat Jehova Aufseher damit betraut, die Führung zu übernehmen (Hebräer 13:17). Diese befähigten Männer sind dazu angehalten, ihre von Gott erhaltene Autorität so zu nutzen, dass sie Beistand leisten, wo immer er gebraucht wird, und das Wohl der Herde im Auge behalten. Gibt ihre Stellung ihnen aber das Recht, sich gegenüber ihren Glaubensbrüdern als Herren aufzuspielen? Auf keinen Fall! Sie müssen eine ausgeglichene, demütige Einstellung zu ihrer Rolle in der Versammlung haben (1. Petrus 5:2, 3). Die Bibel legt Aufsehern ans Herz, „die Versammlung Gottes zu hüten, die er mit dem Blut seines eigenen Sohnes erworben hat“ (Apostelgeschichte 20:28). Das ist ein triftiger Grund, mit allen in der Herde behutsam umzugehen.
13 Veranschaulichen könnte man das so: Ein guter Freund bittet dich, auf einen Gegenstand aufzupassen, an dem er sehr hängt. Du weißt, dass er eine hohe Summe dafür ausgegeben hat. Würdest du nicht äußerst vorsichtig damit umgehen? Auch Gott hat den Ältesten die Verantwortung für ein wertvolles Gut übertragen: die Versammlung, deren Mitglieder mit Schafen verglichen werden (Johannes 21:16, 17). Diese Schafe liegen Jehova am Herzen – so sehr, dass er sie mit dem kostbaren Blut seines einziggezeugten Sohnes, Jesus Christus, erworben hat. Einen höheren Preis hätte Jehova für sie nicht bezahlen können. Demütige Älteste vergessen das nie und gehen mit den Schafen Jehovas entsprechend um.
Die „Macht der Zunge“
14. Welche Macht hat die Zunge?
14 „Tod und Leben liegen in der Macht der Zunge“, sagt die Bibel (Sprüche 18:21). Die Zunge kann in der Tat großen Schaden anrichten. Wer von uns hat den Stachel einer gedankenlosen oder gar abschätzigen Bemerkung noch nie zu spüren bekommen? Auf der anderen Seite hat die Zunge aber auch heilende Macht. „Die Zunge der Weisen bringt Heilung“, heißt es in Sprüche 12:18. Positive, erbauende Worte sind wohltuender Balsam für das Herz. Hierzu einige Beispiele.
15, 16. Wie können wir anderen Mut zusprechen?
15 In 1. Thessalonicher 5:14 werden wir aufgefordert, „die Niedergeschlagenen zu trösten“. Selbst treue Diener Jehovas haben hin und wieder mit einem emotionellen Tief zu kämpfen. Wie kann man ihnen helfen? Spende ihnen ein konkretes, aufrichtiges Lob, damit sie erkennen, wie wertvoll sie in Jehovas Augen sind. Zeig ihnen durch machtvolle biblische Gedanken, dass Menschen, die „ein gebrochenes Herz haben“ oder „am Boden zerstört sind“, Jehova sehr am Herzen liegen (Psalm 34:18). Wenn wir die Macht der Zunge nutzen, um andere aufzumuntern, ahmen wir unseren mitfühlenden Gott nach, „der die Niedergeschlagenen tröstet“ (2. Korinther 7:6).
16 Durch die Macht der Zunge können wir auch jemandem helfen, der dringend Zuspruch braucht. Trauert eine Schwester oder ein Bruder um einen lieben Menschen? Verständnisvolle Worte, die von liebevoller Anteilnahme zeugen, können ein bekümmertes Herz trösten. Haben ältere Brüder oder Schwestern das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden? Wohlüberlegte Worte können ihnen versichern, dass sie wertvoll sind und geschätzt werden. Leidet jemand an einer chronischen Krankheit? Liebe Worte am Telefon, von Angesicht zu Angesicht oder in schriftlicher Form können den Kranken wiederaufleben lassen. Wie sehr muss es unseren Schöpfer freuen, wenn wir die Macht der Worte nutzen, um etwas weiterzugeben, „was andere aufbaut“ (Epheser 4:29).
17. Durch welchen wichtigen Gebrauch der Zunge können wir anderen nützen, und warum sollten wir das tun?
17 Es gibt nichts Wichtigeres, wozu wir die Macht der Zunge gebrauchen könnten, als anderen die gute Botschaft von Gottes Königreich zu überbringen. „Enthalte denen nichts Gutes vor, denen es zusteht, wenn es in deiner Macht liegt zu helfen“, heißt es in Sprüche 3:27. Wir schulden es den Menschen, sie an der lebensrettenden guten Botschaft teilhaben zu lassen. Es wäre nicht richtig, die dringliche Botschaft, die Jehova uns großzügig übermittelt hat, für uns zu behalten (1. Korinther 9:16, 22). Wie groß ist nun der Einsatz, den Jehova in diesem Werk von uns erwartet?
Beim Predigen der guten Botschaft können wir unsere Kraft hervorragend einsetzen
Jehova mit unserer „ganzen Kraft“ dienen
18. Was erwartet Jehova von uns?
18 Aus Liebe zu Jehova werden wir uns im Dienst für ihn voll einsetzen. Aber was erwartet Jehova von uns konkret? Etwas, was wir alle geben können, egal wie unsere Lebensumstände aussehen: „Arbeitet an allem, was ihr tut, mit ganzer Seele, als wäre es für Jehova und nicht für Menschen“ (Kolosser 3:23). Als größtes Gebot nannte Jesus Folgendes: „Liebe Jehova, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft“ (Markus 12:30). Ja, Jehova erwartet von uns allen, ihn mit ganzer Seele zu lieben und ihm mit ganzer Seele zu dienen.
19, 20. (a) Warum werden in Markus 12:30 Herz, Denken und Kraft erwähnt, wenn der Begriff Seele das doch alles abdeckt? (b) Was bedeutet es, Jehova mit ganzer Seele zu dienen?
19 Was bedeutet es, Jehova mit ganzer Seele zu dienen? Die Seele bezeichnet den ganzen Menschen mit all seinen körperlichen und mentalen Fähigkeiten. Wenn die Seele aber das Herz, das Denken und die Kraft einschließt, warum werden diese Aspekte in Markus 12:30 dann noch zusätzlich aufgeführt? Ein Beispiel: In biblischer Zeit konnte jemand sich selbst (seine Seele) in die Sklaverei verkaufen. Doch der Sklave diente seinem Herrn vielleicht nicht mit ganzem Herzen. Er setzte möglicherweise nicht seine ganze Kraft oder seine volle geistige Kapazität ein, um die Interessen seines Herrn wahrzunehmen (Kolosser 3:22). Allem Anschein nach erwähnte Jesus diese anderen Aspekte, um zu betonen, dass wir Gott in unserem Dienst nichts vorenthalten dürfen. Gott mit ganzer Seele zu dienen heißt, von uns selbst zu geben, unsere Kraft und Energie in größtmöglichem Ausmaß einzusetzen.
20 Bedeutet Dienst mit ganzer Seele, dass wir alle gleich viel Zeit und Energie dafür aufwenden? Das wäre wohl kaum realistisch, denn die Umstände und Fähigkeiten sehen bei jedem anders aus. Zum Beispiel kann ein junger Mensch, der eine gute Gesundheit und Kondition hat, wahrscheinlich mehr Zeit für das Predigen einsetzen als jemand, der durch sein Alter an Kraft eingebüßt hat. Und wer unverheiratet und von familiären Verpflichtungen frei ist, kann sich oft mehr einsetzen als jemand, der für eine Familie sorgen muss. Wenn wir aufgrund unserer Kraft und Umstände in der Lage sind, sehr viel zu tun, können wir uns glücklich schätzen! Aber das gibt uns natürlich nicht das Recht, kritisch zu sein und uns mit anderen zu messen (Römer 14:10-12). Vielmehr möchten wir unsere Kraft gebrauchen, um andere zu ermutigen.
21. Wie können wir unsere Macht oder Kraft am besten und sinnvollsten gebrauchen?
21 Jehova hat uns ein vollkommenes Beispiel für den richtigen Gebrauch der Macht gegeben. Wir möchten ihn nachahmen, so gut es uns unvollkommenen Menschen nur möglich ist. Unsere Macht richtig zu gebrauchen bedeutet, dass wir die Würde derer nicht verletzen, über die wir eine gewisse Autorität haben. Außerdem möchten wir uns mit ganzer Seele in dem lebensrettenden Predigtwerk einsetzen, das Jehova uns aufgetragen hat (Römer 10:13, 14). Denk daran, dass sich Jehova freut, wenn du das Beste gibst, was du – deine Seele – geben kannst. Drängt dich dein Herz nicht, im Dienst für einen so verständnisvollen und liebevollen Gott dein Möglichstes zu tun? Besser und sinnvoller kannst du deine Macht oder Kraft gar nicht gebrauchen.
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