Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • Wie Menschen über das Beten denken
    Der Wachtturm (Öffentlichkeitsausgabe) 2021 | Nr. 1
    • Menschen unterschiedlicher Herkunft beten und suchen Anleitung bei Gott.

      Wie Menschen über das Beten denken

      „Wenn ich bete, hab ich das Gefühl, Gott ist ganz nah bei mir, er hält meine Hand und zeigt mir den Weg, wenn ich nicht mehr weiterweiß“ (MARÍA)

      „Meine Frau hat nach 13 Jahren den Kampf gegen den Krebs verloren. Ich habe jeden Tag zu Gott gebetet und konnte wirklich spüren, dass er mir zuhört und meinen Schmerz versteht. Das hat mir inneren Frieden gegeben“ (RAÚL)

      „Das Gebet ist ein wunderbares Geschenk von Gott an uns Menschen“ (ARNE)

      Für María, Raúl, Arne und viele andere ist das Gebet ein einzigartiges Geschenk, das ihnen die Möglichkeit gibt, mit Gott zu sprechen, ihm zu danken und ihn um Hilfe zu bitten. Sie glauben fest an das, was die Bibel in 1. Johannes 5:14 verspricht: „Dieses Vertrauen haben wir zu ihm: Gott hört uns, ganz gleich, worum wir in Übereinstimmung mit seinem Willen bitten.“

      Andere haben da allerdings ihre Zweifel, so zum Beispiel Steve. Er erzählt: „Ich war gerade 17 geworden, da sind drei meiner Freunde ums Leben gekommen – einer bei einem Autounfall und die anderen beiden sind im Meer ertrunken.“ Wie ist Steve damit umgegangen? „Ich hab zu Gott gebetet. Ich wollte wissen, warum das alles passiert ist. Aber ich hab keine Antwort bekommen. Irgendwann hab ich mich gefragt: ‚Wozu beten?‘ “ Vielen geht es ähnlich wie Steve. Sie haben das Gefühl, dass ihre Gebete nicht beantwortet werden, und sehen deshalb keinen Sinn im Beten.

      Ein weiterer Grund, der Menschen vom Beten abhält, ist das Argument: „Gott weiß doch sowieso alles. Er weiß, was ich brauche, er kennt meine Probleme. Warum soll ich es ihm dann noch sagen?“

      Wieder andere haben das Empfinden, Gott würde ihnen nicht zuhören, weil sie in ihrer Vergangenheit schlimme Fehler gemacht haben. Jenny sagt: „Mein größtes Problem ist, dass ich mich so wertlos fühle. Ich habe Dinge getan, die ich bereue. Deshalb rede ich mir ein, dass ich es nicht verdient habe, von Gott erhört zu werden.“

      Eine Frau in einer Kirche schaut beim Beten nach oben; die anderen beten mit gebeugtem Kopf.

      Wie denken Sie? Haben Sie ähnliche Zweifel oder Bedenken? Dann wird es Ihnen sicher guttun zu hören, dass Sie in der Bibel zuverlässige Antworten auf Ihre Fragen zum Thema Gebet finden können.a Unter anderem geht die Bibel auf die Fragen ein:

      • Hört Gott wirklich zu?

      • Warum erhört Gott nicht alle Gebete?

      • Wie sollte man beten, damit man erhört wird?

      • Was bringt es einem zu beten?

      a In der Bibel sind viele Gebete aufgezeichnet – auch mehrere von Jesus Christus. Allein die hebräischen Schriften (oft Altes Testament genannt) enthalten über 150 Gebete.

  • Hört Gott zu?
    Der Wachtturm (Öffentlichkeitsausgabe) 2021 | Nr. 1
    • Eine lächelnde junge Frau.

      „Kommt Gott näher und er wird euch näherkommen“ (Jakobus 4:8)

      Hört Gott zu?

      Haben Sie sich schon einmal gefragt, ob Gott Ihnen zuhört, wenn Sie beten? Wenn ja, dann sind Sie nicht allein. Viele haben wegen ihrer Probleme zu Gott gebetet, aber die Probleme sind geblieben. Heißt das, Gott sind unsere Gebete gleichgültig? Nein. Die Bibel versichert uns: Wenn wir auf die richtige Art und Weise zu Gott beten, dann hört er uns zu.

      GOTT HÖRT ZU

      „O Hörer des Gebets, zu dir werden Menschen aller Art kommen“ (Psalm 65:2)

      Manche glauben nicht, dass jemand ihren Gebeten zuhört. Sie beten aber trotzdem – weil es ihnen guttut. Doch Beten ist mehr als eine Therapie zur Problembewältigung. Die Bibel verspricht: „Allen, die ihn anrufen, ist Jehovaa nah, ja allen, die ihn in Aufrichtigkeit anrufen. ... Ihren Hilferuf hört er“ (Psalm 145:18, 19).

      Wir können uns also sicher sein, dass Jehova Gott denen, die ihm gefallen wollen, wirklich zuhört. Man spürt förmlich seine Liebe, wenn er sagt: „Ihr werdet mich rufen und kommen und zu mir beten, und ich werde euch zuhören“ (Jeremia 29:12).

      GOTT MÖCHTE, DASS WIR ZU IHM BETEN

      Ein Vater sitzt neben seiner kleinen Tochter am Boden und schaut ihr beim Spielen zu.

      „Hört nicht auf zu beten“ (Römer 12:12)

      Die Bibel legt uns ans Herz, „bei jeder Gelegenheit“ mit Gott zu sprechen. Sie sagt sogar: „Betet ständig.“ Jehova Gott möchte eindeutig, dass wir zu ihm beten (Epheser 6:18; 1. Thessalonicher 5:17).

      Warum liegt Gott so viel an unseren Gebeten? Er empfindet ähnlich wie ein Vater, der sich freut, wenn sein Kind zu ihm sagt: „Papa, kannst du mir mal helfen?“ Der Vater weiß vielleicht schon, was sein Kind sich wünscht oder was es braucht, aber diese Worte zeigen ihm, dass es ihm vertraut und eine enge Bindung zu ihm hat. Das Gleiche drücken auch wir aus, wenn wir zu Jehova beten (Sprüche 15:8; Jakobus 4:8).

      GOTT LIEGT ETWAS AN UNS

      Ein verzweifelter Geschäftsmann sitzt vor einem Gebäude auf einer Treppe. Neben ihm steht ein Karton mit persönlichen Sachen aus seinem Büro.

      „Werft alle eure Sorgen auf ihn, denn ihm liegt etwas an euch“ (1. Petrus 5:7, Fußnote)

      Gott möchte, dass wir zu ihm beten, weil er uns liebt und mit uns mitfühlt. Er weiß genau, was uns beschäftigt oder belastet, und er möchte uns helfen.

      König David hat sein ganzes Leben lang immer wieder zu Jehova um Hilfe gebetet und ihm seine innersten Gedanken und Gefühle mitgeteilt (Psalm 23:1-6). Wie empfand Gott für David? Er liebte ihn und schenkte seinen vielen Gebeten Aufmerksamkeit (Apostelgeschichte 13:22). Auch uns hört Gott zu, weil ihm etwas an uns liegt.

      „ICH LIEBE JEHOVA, WEIL ER MEINE STIMME HÖRT“

      Diese Worte hielt ein Psalmendichter in der Bibel fest. Die Gewissheit, dass Gott ihm zuhört, hatte eine enorme Wirkung auf ihn. Er fühlte sich Gott nah und konnte mit seiner Hilfe Zeiten voller Not und Kummer durchstehen (Psalm 116:1-9).

      Dieselbe Gewissheit kann auch uns dazu motivieren, die Verbindung zu Gott nicht abreißen zu lassen. Pedro aus Nordspanien verlor seinen 19-jährigen Sohn durch einen Verkehrsunfall. In seinem tiefen Schmerz schüttete Pedro Gott sein Herz aus und betete immer wieder um Trost und Beistand. Hat er eine Antwort bekommen? Er erzählt: „Wie unsere Glaubensbrüder mich und meine Frau unterstützt und getröstet haben – das war für mich die Antwort auf meine Gebete.“

      Ein trauernder Mann hält ein Foto in der Hand; er ist von Freunden umgeben, die ihn trösten.

      Oft sind der Trost und der Beistand von lieben Freunden die Antwort auf unsere Gebete

      Pedros Gebete haben ihm seinen Sohn zwar nicht zurückgebracht, aber sie haben ihm und seiner Familie trotzdem sehr geholfen. Seine Frau María Carmen berichtet: „Meine Gebete haben mir geholfen, den Schmerz auszuhalten. Ich wusste, dass Jehova mich versteht, denn beim Beten ist immer so eine Ruhe und ein Frieden über mich gekommen.“

      Die Bibel und Erlebnisberichte zeigen klar und deutlich: Gott hört zu, wenn wir beten. Offensichtlich erhört er aber nicht alle Gebete. Warum nicht?

      a Jehova ist der Name Gottes (Psalm 83:18).

  • Warum werden manche Gebete nicht erhört?
    Der Wachtturm (Öffentlichkeitsausgabe) 2021 | Nr. 1
    • Warum werden manche Gebete nicht erhört?

      Unser Vater im Himmel, Jehova, freut sich, wenn wir aufrichtig zu ihm beten. Aber es gibt Dinge, die ihn davon abhalten können, unsere Gebete zu erhören. Was kann das sein? Und was sollten wir deshalb beim Beten im Sinn behalten?

      Eine Kirchengemeinde, die Gebete aus einem Gebetbuch abliest.

      „Sagt beim Beten nicht immer und immer wieder dasselbe“ (Matthäus 6:7)

      Jehova möchte nicht, dass wir Gebete auswendig aufsagen oder aus einem Gebetbuch vorlesen. Er wünscht sich Gebete, die von Herzen kommen. Was würden wir von einem Freund halten, der uns Tag für Tag die gleichen Worte aufsagt? Gute Freunde sind offen und ehrlich. Wenn wir unsere Gebete in eigene Worte fassen, zeigen wir, dass wir Gott als Freund sehen.

      Ein Mann schaut nach oben, während er ein Feld auf einem Lotterielos freirubbelt.

      „Wenn ihr ... um etwas bittet, bekommt ihr nichts, weil ihr in verkehrter Absicht bittet“ (Jakobus 4:3)

      Wenn wir um etwas beten, was in Gottes Augen verkehrt ist, können wir natürlich nicht erwarten, dass wir erhört werden. Angenommen, jemand bittet um Glück im Spiel. Kann Gott so ein Gebet erhören, wenn er doch ausdrücklich vor Gier und Schicksalsglauben warnt? (Jesaja 65:11; Lukas 12:15). Damit wir erhört werden, müssen wir darauf achten, dass unsere Gebete nicht im Widerspruch zur Bibel stehen.

      Ein Geistlicher betet für eine Gruppe von Soldaten.

      „Wer nicht auf das Gesetz hören will – sogar sein Gebet ist abscheulich“ (Sprüche 28:9)

      In biblischer Zeit hat Gott Menschen, die seine Gesetze missachtet haben, nicht erhört (Jesaja 1:15, 16). Seine Gefühle haben sich nicht geändert (Maleachi 3:6). Wenn wir von Gott erhört werden möchten, müssen wir unser Möglichstes tun, so zu leben, wie es Gott gefällt. Aber was, wenn wir in der Vergangenheit große Fehler gemacht haben? Besteht dann keine Chance mehr, dass Gott uns zuhört? Doch, natürlich! Gott vergibt uns gern, wenn wir unser Verhalten ändern und unser Bestes geben, ihm zu gefallen (Apostelgeschichte 3:19).

      „Wer Gottes Nähe sucht, muss glauben, dass er existiert und dass er alle, die ihn wirklich suchen, belohnen wird“ (Hebräer 11:6)

      Eine Frau liest in der Bibel.

      Beten ist nicht einfach ein Ventil für negative Gefühle. Gebete sind Ausdruck unseres Glaubens, und wir zeigen Gott damit, wie sehr wir ihn lieben und respektieren. Wer nicht „voller Glauben“ bittet, erklärte der Bibelschreiber Jakobus, „darf nicht erwarten, dass er von Jehova irgendetwas bekommt“ (Jakobus 1:6, 7). Um diesen Glauben zu entwickeln, müssen wir Zeit und Mühe in ein Bibelstudium investieren und so Gott kennenlernen. Dadurch erfahren wir, was Gottes Wille ist, und können voller Vertrauen zu ihm beten.

      GEBEN SIE NICHT AUF!

      Es stimmt, manche Gebete werden von Gott nicht erhört. Aber wenn jemand aufrichtig zu ihm betet, hört er zu und geht darauf ein – das können Millionen von Menschen bestätigen. Die Bibel gibt wertvolle Hinweise, was für Gebete Gott gefallen. Mehr dazu im nächsten Artikel.

  • Wie sollte man beten, damit man erhört wird?
    Der Wachtturm (Öffentlichkeitsausgabe) 2021 | Nr. 1
    • Wie sollte man beten, damit man erhört wird?

      Jehova Gott wird als „Hörer des Gebets“ bezeichnet (Psalm 65:2). Wir können immer und überall mit ihm sprechen, laut oder im Stillen. Jehova möchte, dass wir ihn als „Vater“ ansprechen – und er ist auch wirklich der beste Vater, den man sich vorstellen kann (Matthäus 6:9). Aus Liebe lässt er uns wissen, wie wir beten sollten, damit wir erhört werden.

      ZU JEHOVA GOTT BETEN – IM NAMEN VON JESUS

      „Wenn ihr den Vater um irgendetwas bittet, wird er es euch in meinem Namen geben“ (Johannes 16:23)

      Diese Aussage von Jesus macht deutlich, dass Jehova nicht durch Bilder, Heilige, Engel oder verstorbene Ahnen angebetet werden möchte, sondern im Namen von Jesus Christus. Wenn wir unsere Gebete im Namen von Jesus an Gott richten, erkennen wir Jesu Schlüsselrolle an. „Niemand kommt zum Vater außer durch mich“, erklärte Jesus (Johannes 14:6).

      MIT EIGENEN WORTEN BETEN

      „Vor ihm schütte dein Herz aus“ (Psalm 62:8)

      Wir können mit Jehova sprechen wie mit einem lieben Vater. Er wünscht sich keine Gebete, die aus einem Buch abgelesen oder auswendig aufgesagt werden, sondern er möchte, dass wir ihm respektvoll sagen, was wir auf dem Herzen haben.

      GOTTES WILLEN BERÜCKSICHTIGEN

      „Gott hört uns, ganz gleich, worum wir in Übereinstimmung mit seinem Willen bitten“ (1. Johannes 5:14)

      In der Bibel teilt uns Gott mit, was er für uns tun wird und was er von uns erwartet. Damit er unsere Gebete annehmen kann, müssen sie „in Übereinstimmung mit seinem Willen“ sein. Um ihn und seinen Willen kennenzulernen, ist ein Bibelstudium unerlässlich. So können wir Gebete sprechen, die ihm gefallen.

      WORUM KÖNNEN WIR BETEN?

      Eine Familie betet vor dem Essen.

      Um das beten, was wir brauchen Wir können um das beten, was wir jeden Tag zum Leben brauchen – Nahrung, Kleidung und ein Dach über dem Kopf. Auch können wir um Weisheit beten, damit wir gute Entscheidungen treffen, oder um die Kraft, schwere Zeiten durchzustehen. Außerdem dürfen wir Gott um Glauben, um Vergebung und um seine Hilfe bitten (Lukas 11:3, 4, 13; Jakobus 1:5, 17).

      Ein Mann betet mit seiner Frau, die im Krankenhaus liegt.

      Für andere beten Eltern freuen sich, wenn ihre Kinder lieb miteinander umgehen. Das wünscht sich Jehova auch für seine Kinder, uns Menschen. Er freut sich, wenn wir aneinander denken. Wir können für unsere Familie beten, für unseren Ehepartner, unsere Kinder und auch für Freunde. „Betet füreinander“, heißt es in Jakobus 5:16.

      Ein Mann läuft bei Sonnenuntergang über eine Wiese.

      Gott danken Die Bibel sagt über unseren Schöpfer: „Er hat Gutes getan, er hat euch Regen vom Himmel und fruchtbare Zeiten gegeben, er hat euch mit genügend Nahrung versorgt und euer Herz mit Freude erfüllt“ (Apostelgeschichte 14:17). Wenn wir darüber nachdenken, was Gott schon alles für uns getan hat, fühlen wir uns gedrängt, ihm Danke zu sagen. Natürlich sollten wir unsere Dankbarkeit auch durch unser Verhalten zeigen (Kolosser 3:15).

      GEDULDIG WEITERBETEN

      Wenn man in aller Aufrichtigkeit gebetet hat, die Antwort aber auf sich warten lässt, kann einen das mutlos machen. Vielleicht haben wir dann sogar das Gefühl, dass sich Gott nicht für uns interessiert. Aber das stimmt nicht. Manchmal muss man einfach geduldig weiterbeten, wie die folgenden Beispiele zeigen.

      Steve, von dem schon im einleitenden Artikel berichtet wurde, erzählt: „Wenn ich nicht immer weiter gebetet hätte, hätte ich schon vor Jahren mit meinem Leben abgeschlossen.“ Was hat ihn zum Umdenken gebracht? Er fing ein Bibelstudium an und erfuhr dabei, wie wichtig das Beten ist und dass man nie damit aufhören sollte. „Wenn ich zu Gott bete, dann danke ich ihm dafür, dass ich von lieben Freunden so viel Unterstützung bekommen habe“, sagt Steve. „Ich war noch nie so glücklich wie jetzt.“

      Wie war es bei Jenny, die von Selbstzweifeln geplagt wird? „An meinem absoluten Tiefpunkt habe ich Gott um eine Antwort angefleht, warum ich mich so wertlos fühle,“ sagt sie. „Mit Gott zu sprechen hat mir geholfen, mich im richtigen Licht zu sehen. Ich hab verstanden, dass er mich nicht verurteilt, selbst wenn mein eigenes Herz das tut. Beten hat mir auch geholfen, nicht aufzugeben, sondern immer wieder neu anzufangen.“ Das Ergebnis? „Ich sehe Jehova jetzt als realen, liebevollen und fürsorglichen Gott, Vater und Freund, der immer für mich da sein wird, solange ich nur weiter mein Bestes versuche.“

      Isabel und ihr Mann mit ihrem Sohn.

      Gerard hat trotz seiner Behinderung viel Freude am Leben. Seine Mutter Isabel sagt: „Eine bessere Antwort auf meine Gebete hätte ich mir gar nicht wünschen können“

      Isabel war am Boden zerstört, als die Ärzte ihr sagten, dass ihr ungeborenes Kind schwerbehindert zur Welt kommen würde. Man riet ihr sogar zu einem Schwangerschaftsabbruch. „Ich dachte, der Schmerz bringt mich um“, erzählt sie. „Ich hab gebetet und gebetet, dass Gott mir hilft.“ Ihr Sohn Gerard kam tatsächlich behindert zur Welt. Hat sie das Gefühl, von Gott erhört worden zu sein? „Mein Sohn ist jetzt 14 Jahre alt, und wenn ich sehe, wie viel Freude er trotz seiner Behinderung am Leben hat, dann ist für mich klar: Eine bessere Antwort auf meine Gebete hätte ich mir gar nicht wünschen können. Er ist der größte Segen, den ich von Jehova bekommen habe.“

      Diese zu Herzen gehenden Äußerungen passen zu dem, was in Psalm 10:17 steht: „Auf die Bitte der Sanften wirst du hören, o Jehova. Du machst ihr Herz fest und leihst ihnen dein Ohr.“ Was für eine schöne Motivation, weiter zu beten!

      In der Bibel sind auch viele Gebete von Jesus festgehalten. Am bekanntesten ist sicher das Gebet, das er seine Jünger lehrte. Welches Muster gibt dieses Gebet vor?

      Das Vaterunser – eine gute Vorlage

      Jesus hält die Bergpredigt und eine große Menschenmenge hört aufmerksam zu.

      In der Bergpredigt gab Jesus seinen Jüngern mit dem sogenannten Vaterunser ein Muster für das Beten vor (Matthäus 6:9-13; siehe auch Lukas 11:2-4). Im Lauf der Jahrhunderte erlangte dieses Gebet einen großen Bekanntheitsgrad. Viele haben es auswendig gelernt und sagen es oft Wort für Wort auf. Hatte Jesus das bezweckt? Das kann eigentlich nicht sein, denn in derselben Predigt riet Jesus seinen Jüngern davon ab, beim Beten immer wieder dasselbe zu sagen (Matthäus 6:7). Vielmehr wollte Jesus seinen Jüngern zeigen, worauf es beim Beten ankommt. Was können wir aus diesem Gebet ableiten?

      „Unser Vater im Himmel“

      • Gebete sollten ausschließlich an Gott gerichtet werden.

      „Dein Name soll geheiligt werden“

      • Der Name Gottes, Jehova, sollte geehrt und als heilig angesehen werden.

      „Lass dein Königreich kommen“

      • Das Reich oder Königreich Gottes ist eine Regierung im Himmel mit Jesus als König. Es wird bald über die ganze Erde regieren.

      „Lass deinen Willen geschehen, wie im Himmel, so auch auf der Erde“

      • Es ist Gottes Wille, dass die Menschen für immer auf der Erde leben – in Sicherheit und Frieden.

      „Gib uns heute unser Brot für diesen Tag“

      • Was wir zum Leben brauchen, kommt von Jehova.

      „Vergib uns unsere Schuld“

      • Wir alle machen Fehler und sind auf Vergebung angewiesen.

      Diese Punkte helfen dabei, von Herzen kommende, gehaltvolle Gebete zu sprechen

  • Was Gebete bewirken können
    Der Wachtturm (Öffentlichkeitsausgabe) 2021 | Nr. 1
    • Was Gebete bewirken können

      Als Pamela schwer krank wurde, begab sie sich in ärztliche Behandlung. Doch sie betete auch um Kraft, damit sie die schlimme Zeit durchstehen könnte. Hat das Beten geholfen?

      „Während meiner Krebstherapie hatte ich oft starke Angstgefühle“, erzählt Pamela. „Aber wenn ich dann zu Jehova gebetet habe, wurde ich ganz ruhig und konnte wieder klar denken. Ich hab immer noch chronische Schmerzen, aber beten hilft mir, mich nicht unterkriegen zu lassen. Wenn mich jemand fragt, wie es mir geht, sag ich immer: ‚Gut geht’s mir nicht, aber ich bleib positiv!‘ “

      Natürlich muss man nicht auf eine lebensbedrohliche Situation warten, bevor man anfängt zu beten. Jeder von uns hat mit größeren oder kleineren Problemen zu kämpfen und oft würden wir uns Hilfe wünschen. Bringt uns beten dann weiter?

      Die Bibel sagt: „Wirf deine Last auf Jehova und er wird dich stützen. Niemals wird er zulassen, dass der Gerechte fällt“ (Psalm 55:22). Das macht wirklich Mut! Was können Gebete also bewirken? Wenn wir auf die richtige Art und Weise beten, wird Gott uns das geben, was wir brauchen, um mit unseren Problemen zurechtzukommen. (Siehe den Kasten „Was Gebete bringen“.)

      Was Gebete bringen

      Inneren Frieden

      Der Geschäftsmann von zuvor, der seine Arbeit verloren hat, läuft nun lächelnd und zuversichtlich die Straße entlang.

      „Lasst Gott ... wissen, was eure Bitten sind. Dann wird der Frieden Gottes, der allen Verstand übersteigt, euer Herz und eure Denkkraft durch Christus Jesus behüten“ (Philipper 4:6, 7). Wenn wir Gott unsere Sorgen anvertrauen, wird er uns helfen, ruhig zu bleiben und einen klaren Kopf zu behalten.

      Weisheit

      Die Frau, die früher Gebete aus einem Gebetbuch abgelesen hat, liest gerade in der Bibel.

      „Wenn es also irgendjemandem von euch an Weisheit fehlt, dann soll er Gott immer wieder darum bitten, und sie wird ihm gegeben werden, denn Gott gibt allen großzügig und ohne Vorwürfe“ (Jakobus 1:5). Unter Druck treffen wir nicht immer die besten Entscheidungen. Doch wenn wir Gott um Weisheit bitten, kann er uns an wertvolle Prinzipien aus der Bibel erinnern.

      Kraft und Trost

      Der Mann, der vorher bei seiner Frau am Krankenbett gesessen hat, geht jetzt mit ihr in einem Park spazieren und unterstützt sie liebevoll dabei, mit einer Gehhilfe zu laufen.

      „Für alles bin ich stark durch den, der mir Kraft gibt“ (Philipper 4:13). Jehova, der allmächtige Gott, kann uns die Kraft geben, Schwierigkeiten zu meistern oder zu ertragen (Jesaja 40:29). Außerdem wird Jehova in der Bibel als „der Gott allen Trostes“ bezeichnet. Er kann uns „in allen unseren Prüfungen“ trösten (2. Korinther 1:3, 4).

      WIRD GOTT AUCH MEINE GEBETE ERHÖREN?

      Natürlich zwingt Jehova niemanden, zu ihm zu beten. Doch er bietet es uns an (Jeremia 29:11, 12). Vielleicht haben Sie aber das Gefühl, Ihre Gebete wurden bisher nicht beantwortet. Was dann? Geben Sie nicht auf! Liebevolle Eltern reagieren auf die Bitten ihrer Kinder auch nicht immer sofort oder genau so, wie die Kinder sich das wünschen. Vielleicht haben die Eltern etwas Besseres im Sinn. Eines steht jedoch fest: Liebevolle Eltern sind für ihre Kinder da.

      Jehova Gott, der liebevollste Vater überhaupt, will auch für Sie da sein. Wenn Sie sich mit den biblischen Hinweisen in dieser Zeitschrift näher beschäftigen und sie so gut Sie können in die Praxis umsetzen, wird Gott Ihre Gebete auf bestmögliche Weise erhören! (Psalm 34:15; Matthäus 7:7-11).

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen