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Sind unsere Gebete ‘als Räucherwerk bereitet’?Der Wachtturm 1999 | 15. Januar
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Sind unsere Gebete ‘als Räucherwerk bereitet’?
„Mein Gebet sei als Räucherwerk vor dir bereitet“ (PSALM 141:2).
1, 2. Was symbolisierte das Verbrennen von Räucherwerk?
JEHOVA GOTT gebot seinem Propheten Moses, heiliges Räucherwerk für den Gebrauch in der Stiftshütte, der Anbetungsstätte Israels, zuzubereiten. Die göttliche Rezeptur erforderte ein aus vier verschiedenen Duftstoffen bestehendes Gemisch (2. Mose 30:34-38). Es erwies sich tatsächlich als angenehm duftend.
2 Gemäß den Bestimmungen des Gesetzesbundes, in den die Nation Israel aufgenommen worden war, mußte täglich Räucherwerk verbrannt werden (2. Mose 30:7, 8). War der Gebrauch des Räucherwerks von besonderer Bedeutung? Ja, denn der Psalmist sang: „Mein Gebet sei als Räucherwerk vor dir [Jehova Gott] bereitet, das Erheben meiner Handflächen als das Abendgetreideopfer“ (Psalm 141:2). Wie der Apostel Johannes im Bibelbuch Offenbarung zeigt, haben diejenigen, die rings um Gottes himmlischen Thron stehen, goldene Schalen voll Räucherwerk. Dazu wird in dem inspirierten Bericht erklärt: „Das Räucherwerk bedeutet die Gebete der Heiligen“ (Offenbarung 5:8). Das Verbrennen von angenehm duftendem Räucherwerk symbolisierte somit annehmbare Gebete, die von Jehovas Dienern Tag und Nacht dargebracht werden (1. Thessalonicher 3:10; Hebräer 5:7).
3. Was kann uns helfen, ‘unsere Gebete als Räucherwerk vor Gott zu bereiten’?
3 Sollen unsere Gebete für Gott annehmbar sein, müssen wir im Namen Jesu Christi zu ihm beten (Johannes 16:23, 24). Doch wie können wir die Qualität unserer Gebete verbessern? Die Betrachtung einiger biblischer Beispiele wird uns gewiß helfen, unsere Gebete als Räucherwerk vor Jehova zu bereiten (Sprüche 15:8).
Im Glauben beten
4. Inwiefern besteht eine Verbindung zwischen Glauben und annehmbaren Gebeten?
4 Wenn unsere Gebete als angenehm duftendes Räucherwerk zu Gott aufsteigen sollen, müssen wir im Glauben beten (Hebräer 11:6). Sollten christliche Älteste feststellen, daß eine in geistiger Hinsicht kranke Person für ihre biblische Hilfe empfänglich ist, wird ihr „Gebet des Glaubens ... dem sich nicht wohl Fühlenden zum Heil sein“ (Jakobus 5:15). Gebete, die im Glauben dargebracht werden, sind unserem himmlischen Vater wohlgefällig, ebenso ist es das Studium des Wortes Gottes unter Gebet. Der Psalmist offenbarte eine vorzügliche Einstellung, als er sang: „Ich werde meine Handflächen zu deinen Geboten, die ich geliebt habe, erheben, und ich will mich mit deinen Bestimmungen befassen. Lehre mich Gutes, Vernünftigkeit und Erkenntnis selbst, denn ich habe Glauben an deine Gebote geübt“ (Psalm 119:48, 66). Wir wollen im demütigen Gebet ‘unsere Handflächen ausbreiten’ und dadurch Glauben ausüben, daß wir Gottes Gebote befolgen.
5. Was sollten wir tun, wenn es uns an Weisheit fehlt?
5 Nehmen wir einmal an, es würde uns an der nötigen Weisheit fehlen, um mit einer Prüfung fertig zu werden. Vielleicht sind wir uns nicht sicher, ob sich gegenwärtig eine bestimmte biblische Prophezeiung erfüllt. Statt uns dadurch in geistiger Hinsicht schwächen zu lassen, sollten wir um Weisheit beten (Galater 5:7, 8; Jakobus 1:5-8). Natürlich dürfen wir nicht erwarten, daß Gott uns auf aufsehenerregende Weise antwortet. Wir müssen die Aufrichtigkeit unserer Gebete dadurch zeigen, daß wir das tun, was er von seinem ganzen Volk erwartet. Es ist unerläßlich, ein glaubensstärkendes Bibelstudium mit Hilfe von Veröffentlichungen durchzuführen, für die „der treue und verständige Sklave“ sorgt (Matthäus 24:45-47; Josua 1:7, 8). Wir müssen auch Fortschritte in der Erkenntnis machen, indem wir regelmäßig den Zusammenkünften des Volkes Gottes beiwohnen und uns daran beteiligen (Hebräer 10:24, 25).
6. (a) Was sollte uns allen in bezug auf die gegenwärtige Zeit und die Erfüllung biblischer Prophezeiungen bewußt sein? (b) Was sollten wir noch tun, außer um die Heiligung des Namens Jehovas zu beten?
6 Einigen Christen, die heute nur ihre eigenen Interessen und ihre Karriere im Sinn haben, ist offenbar das Bewußtsein dafür verlorengegangen, daß wir in der „Zeit des Endes“ bereits weit fortgeschritten sind (Daniel 12:4). Mitchristen können angebrachterweise darum beten, daß der Glaube solcher Personen wieder entfacht oder gestärkt wird, und zwar der Glaube an die biblischen Beweise dafür, daß Christi Gegenwart im Jahr 1914 begann, als Jehova ihn als himmlischen König einsetzte, und daß er jetzt inmitten seiner Feinde herrscht (Psalm 110:1, 2; Matthäus 24:3). Jeder von uns sollte sich dessen bewußt sein, daß die vorausgesagten Geschehnisse wie die Vernichtung der falschen Religion — „Babylon die Große“ —, der satanische Angriff Gogs von Magog auf das Volk Jehovas und die Rettung dieses Volkes durch Gott, den Allmächtigen, im Krieg von Harmagedon mit überraschender Plötzlichkeit eintreffen und sich alle innerhalb eines vergleichsweise kurzen Zeitraums abspielen können (Offenbarung 16:14, 16; 18:1-5; Hesekiel 38:18-23). Daher wollen wir um Gottes Hilfe beten, in geistiger Hinsicht wach zu bleiben. Wir sollten alle inbrünstig darum beten, daß Jehovas Name geheiligt werde, daß sein Königreich komme und daß sein Wille wie im Himmel so auch auf der Erde geschehe. Ja wir wollen weiterhin Glauben ausüben und beweisen, daß unsere Gebete aufrichtig sind (Matthäus 6:9, 10). Wir alle, die wir Jehova lieben, wollen zuerst das Königreich und Jehovas Gerechtigkeit suchen und einen möglichst großen Anteil am Predigen der guten Botschaft haben, bevor das Ende kommt (Matthäus 6:33; 24:14).
Jehova preisen und ihm Dank sagen
7. Was beeindruckt uns an Davids Gebet, von dem wir einen Teil in 1. Chronika 29:10-13 aufgezeichnet finden?
7 Eine hervorragende Möglichkeit, ‘unsere Gebete als Räucherwerk zu bereiten’, sind Äußerungen des von Herzen kommenden Lobpreises und der Dankbarkeit Gott gegenüber. König David sprach solch ein Gebet, als er und das Volk Israel zum Bau des Tempels Jehovas beitrugen. David betete: „Gesegnet seist du, o Jehova, du Gott Israels, unseres Vaters, von unabsehbarer Zeit ja bis auf unabsehbare Zeit. Dein, o Jehova, ist die Größe und die Macht und die Schönheit und die Hoheit und die Würde; denn alles in den Himmeln und auf der Erde ist dein. Dein ist das Königreich, o Jehova, der du dich auch als Haupt über alles erhebst. Der Reichtum und die Herrlichkeit sind deinetwegen, und du beherrschst alles; und in deiner Hand sind Kraft und Macht, und in deiner Hand steht es, groß zu machen und allen Stärke zu geben. Und nun, o unser Gott, wir danken dir und preisen deinen herrlichen Namen“ (1. Chronika 29:10-13).
8. (a) Welche Worte des Lobpreises in den Psalmen 148 bis 150 berühren unser Herz besonders? (b) Was werden wir tun, wenn wir die Empfindungen teilen, die in Psalm 27:4 zum Ausdruck gebracht werden?
8 Welch wunderbare Äußerungen des Lobpreises und der Dankbarkeit! Unsere Gebete zeugen vielleicht nicht von einer solchen Redegewandtheit, aber sie können ebenfalls von Herzen kommen. Das Buch der Psalmen ist voller Gebete der Danksagung und der Lobpreisung. Wohlüberlegte Worte des Lobpreises sind in den Psalmen 148 bis 150 zu finden. Dankbarkeit Gott gegenüber wird in vielen Psalmen zum Ausdruck gebracht. „Eines habe ich von Jehova erbeten“, sang David, „danach werde ich suchen: daß ich im Haus Jehovas wohne alle Tage meines Lebens, um anzuschauen die Lieblichkeit Jehovas und mit Wertschätzung seinen Tempel zu betrachten“ (Psalm 27:4). Wir wollen im Einklang mit solchen Gebeten handeln, indem wir uns eifrig an all den Aktivitäten der versammelten Scharen Jehovas beteiligen (Psalm 26:12). Wenn wir das tun und täglich über Gottes Wort nachsinnen, werden wir viele Gründe finden, uns mit von Herzen kommendem Lobpreis und voller Dankbarkeit an Jehova zu wenden.
Demütig Jehovas Hilfe suchen
9. Worum betete König Asa, und was war das Ergebnis?
9 Wenn wir Jehova mit ungeteiltem Herzen als seine Zeugen dienen, können wir sicher sein, daß er unsere Gebete um Hilfe erhört (Jesaja 43:10-12). Nehmen wir zum Beispiel König Asa von Juda. Die ersten 10 Jahre seiner 41jährigen Herrschaft (977—937 v. u. Z.) waren von Frieden gekennzeichnet. Dann marschierte Serach, der Äthiopier, mit einer Streitmacht von einer Million Mann in Juda ein. Obwohl zahlenmäßig völlig unterlegen, zogen Asa und seine Männer den Eindringlingen entgegen. Vor der Schlacht betete Asa allerdings inbrünstig. Er erkannte Jehovas Macht an zu befreien. Mit folgenden Worten bat der König um Hilfe: „Auf dich stützen wir uns, und in deinem Namen sind wir gegen diese Menge gekommen. O Jehova, du bist unser Gott. Laß nicht den sterblichen Menschen Stärke gegen dich behalten.“ Juda errang daraufhin einen überwältigenden Sieg, denn Jehova rettete es um seines großen Namens willen (2. Chronika 14:1-15). Ob Gott uns aus einer Prüfung befreit oder ob er uns stärkt, darin auszuharren — mit Sicherheit erhört er unsere Bitten um seinen Beistand.
10. Inwiefern kann uns das Gebet König Josaphats von Nutzen sein, wenn wir in einer schwierigen Situation nicht wissen, wie wir vorgehen sollen?
10 Wenn wir nicht wissen, wie wir in einer bestimmten schwierigen Situation handeln sollen, können wir darauf vertrauen, daß Jehova unsere Bitten um Hilfe erhören wird. Ein Beispiel dafür haben wir aus den Tagen König Josaphats von Juda, dessen 25jährige Herrschaft 936 v. u. Z. begann. Als Juda von den vereinigten Streitkräften Moabs, Ammons und der Berggegend Seir bedroht wurde, bat Josaphat inständig: „O unser Gott, wirst du nicht Gericht an ihnen üben? Denn in uns ist keine Kraft vor dieser großen Menge, die gegen uns herankommt; und wir selbst wissen nicht, was wir tun sollen, sondern auf dich sind unsere Augen gerichtet.“ Jehova erhörte das demütige Gebet, indem er für Juda kämpfte und in den Reihen der Feinde für Verwirrung sorgte, so daß sie sich gegenseitig hinschlachteten. Auf Grund dessen wurden die Nachbarnationen mit Furcht erfüllt, und in Juda herrschte Frieden (2. Chronika 20:1-30). Wenn es uns an Weisheit fehlt, mit einer schwierigen Situation fertig zu werden, können wir wie Josaphat beten: ‘Wir wissen nicht, was wir tun sollen, sondern auf dich sind unsere Augen gerichtet, Jehova.’ Der heilige Geist kann bewirken, daß wir uns an biblische Gedanken erinnern, mit deren Hilfe sich das Problem lösen läßt, oder Gott kann uns auf eine Weise helfen, die menschliches Denken übersteigt (Römer 8:26, 27).
11. Was können wir in bezug auf das Gebet aus Nehemias Handlungsweise in Verbindung mit der Mauer Jerusalems lernen?
11 Vielleicht müssen wir im Gebet um Gottes Hilfe verharren. Nehemia trauerte, weinte, fastete und betete tagelang wegen der zerstörten Mauer Jerusalems und der verzweifelten Lage der Bewohner Judas (Nehemia 1:1-11). Seine Gebete stiegen offensichtlich wie angenehm duftendes Räucherwerk zu Gott auf. Eines Tages fragte der Perserkönig Artaxerxes den deprimierten Nehemia: „Was ist es, das du zu erlangen suchst?“ „Sogleich betete ich zu dem Gott der Himmel“, berichtet Nehemia. Das kurze, stille Gebet wurde erhört, denn Nehemia wurde gestattet, sich seinen Herzenswunsch zu erfüllen und nach Jerusalem zu gehen, um die zerstörte Mauer wieder aufzubauen (Nehemia 2:1-8).
Uns von Jesus belehren lassen, wie man betet
12. Wie würden wir mit eigenen Worten die Kerngedanken aus Jesu Mustergebet zusammenfassen?
12 Von allen in der Bibel aufgezeichneten Gebeten ist das Mustergebet, das gleich angenehm duftendem Räucherwerk von Jesus Christus dargebracht wurde, besonders lehrreich. Im Lukasevangelium heißt es: „Einer seiner Jünger [sagte] zu ihm [Jesus]: ‚Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte.‘ Da sprach er zu ihnen: ‚Wann immer ihr betet, so sprecht: „Vater, dein Name werde geheiligt. Dein Königreich komme. Gib uns unser Brot für den Tag, so wie der Tag es erfordert. Und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir selbst vergeben jedem, der uns verschuldet ist; und bringe uns nicht in Versuchung“ ‘ “ (Lukas 11:1-4; Matthäus 6:9-13). Wir wollen dieses Gebet, das nicht einfach hergesagt werden sollte, sondern als Muster gedacht war, einmal betrachten.
13. Wie würden wir erklären, was die Worte „Vater, dein Name werde geheiligt“ bedeuten?
13 „Vater, dein Name werde geheiligt.“ Jehova als Vater anzusprechen ist ein besonderes Vorrecht für seine ergebenen Diener. Wie Kinder, die sich gern mit all ihren Sorgen an einen gütigen Vater wenden, sollten wir uns regelmäßig die Zeit nehmen, würdevoll und ehrerbietig zu Gott zu beten (Psalm 103:13, 14). Unsere Gebete sollten unser Interesse an der Heiligung des Namens Jehovas widerspiegeln, weil wir den Zeitpunkt herbeisehnen, wo dieser Name frei gemacht sein wird von jeglicher Schmach, die darauf gebracht worden ist. Ja, wir wünschen, daß Jehovas Name erhöht und heiliggehalten wird (Psalm 5:11; 63:3, 4; 148:12, 13; Hesekiel 38:23).
14. Was bedeutet es zu beten: „Dein Königreich komme.“?
14 „Dein Königreich komme.“ Das Königreich ist die Herrschaft Jehovas durch die himmlische, messianische Regierung in den Händen seines Sohnes Jesus und der mit ihm verbundenen „Heiligen“ (Daniel 7:13, 14, 18, 27; Offenbarung 20:6). Es wird bald gegen alle irdischen Feinde der Souveränität Gottes „kommen“ und sie beseitigen (Daniel 2:44). Dann wird Jehovas Wille auf der Erde geschehen, wie er auch im Himmel geschieht (Matthäus 6:10). Welch eine Freude das für alle Geschöpfe sein wird, die dem universellen Souverän loyal dienen!
15. Was geht aus der an Jehova gestellten Bitte um „unser Brot für den Tag“ hervor?
15 „Gib uns unser Brot für den Tag, so wie der Tag es erfordert.“ Jehova um Speise „für den Tag“ zu bitten zeigt an, daß wir nicht um Versorgung in großem Umfang beten sollten, sondern nur um unsere alltäglichen Bedürfnisse. Obwohl wir darauf vertrauen, daß Gott für uns sorgt, arbeiten wir auch selbst und gebrauchen das, was uns gebührenderweise zur Verfügung steht, um Nahrungsmittel und andere notwendige Dinge zu erwerben (2. Thessalonicher 3:7-10). Natürlich sollten wir unserem himmlischen Ernährer danken, weil seine Liebe, Weisheit und Macht hinter diesen Vorkehrungen steht (Apostelgeschichte 14:15-17).
16. Wie können wir Gottes Vergebung erlangen?
16 „Vergib uns unsere Sünden, denn auch wir selbst vergeben jedem, der uns verschuldet ist.“ Da wir unvollkommen und sündhaft sind, können wir Jehovas vollkommenen Maßstäben nicht vollständig entsprechen. Daher müssen wir um seine Vergebung auf der Grundlage des Loskaufsopfers Jesu beten. Doch wenn wir möchten, daß der „Hörer des Gebets“ das Verdienst dieses Opfers auf unsere Sünden anwendet, müssen wir reumütig und bereit sein, uns von ihm in Zucht nehmen zu lassen (Psalm 65:2; Römer 5:8; 6:23; Hebräer 12:4-11). Außerdem können wir nur dann von Gott erwarten, daß er uns vergibt, wenn wir „unseren Schuldnern vergeben haben“, das heißt denjenigen, die gegen uns gesündigt haben (Matthäus 6:12, 14, 15).
17. Was bedeuten die Worte: „Bringe uns nicht in Versuchung.“?
17 „Bringe uns nicht in Versuchung.“ Manchmal heißt es in der Bibel, Jehova tue bestimmte Dinge, wenn er sie eigentlich nur zuläßt (Ruth 1:20, 21). Gott versucht uns nicht, damit wir Sünden begehen (Jakobus 1:13). Versuchungen, Böses zu tun, kommen vom Teufel, von unserem sündigen Fleisch und von der heutigen Welt. Satan ist der Versucher, der uns dazu bringen möchte, gegen Gott zu sündigen (Matthäus 4:3; 1. Thessalonicher 3:5). Wenn wir die Bitte vortragen: „Bringe uns nicht in Versuchung“, bitten wir Gott, er möge nicht zulassen, daß wir versagen, wenn wir versucht sind, ihm nicht zu gehorchen. Er kann uns leiten, damit wir der Versuchung nicht erliegen und von Satan, „dem, der böse ist“, nicht überlistet werden (Matthäus 6:13; 1. Korinther 10:13).
Im Einklang mit unseren Gebeten handeln
18. Wie können wir im Einklang mit unseren Gebeten um Glück in der Ehe und im Familienleben handeln?
18 Jesu Mustergebet enthält grundsätzliche Gedanken, aber wir können auch um irgendwelche andere Dinge beten. Zum Beispiel können wir im Gebet unseren Wunsch äußern, eine glückliche Ehe zu führen. Wir können um Selbstbeherrschung beten, damit wir bis zu unserer Heirat die Keuschheit bewahren. Doch wir müssen auch im Einklang mit unseren Gebeten handeln, indem wir uns vor unmoralischer Literatur und Unterhaltung hüten. Außerdem sollten wir entschlossen sein, ‘nur im Herrn zu heiraten’ (1. Korinther 7:39; 5. Mose 7:3, 4). Wenn wir schließlich verheiratet sind, müssen wir im Einklang mit unseren Gebeten um Glück handeln, indem wir Gottes Rat befolgen. Und sollten wir Kinder haben, genügt es nicht, darum zu beten, daß sie treue Diener Jehovas werden. Wir müssen selbst alles uns Mögliche tun, um ihnen durch das Bibelstudium und durch den regelmäßigen Besuch der christlichen Zusammenkünfte Gottes Wahrheiten einzuschärfen (5. Mose 6:5-9; 31:12; Sprüche 22:6).
19. Was sollten wir tun, wenn wir in bezug auf unseren Predigtdienst beten?
19 Beten wir um Segen im Predigtdienst? Dann sollten wir im Einklang mit solchen Gebeten handeln, indem wir einen sinnvollen Anteil am Königreichspredigtwerk haben. Wenn wir um Gelegenheiten beten, anderen zu helfen, auf den Weg zu ewigem Leben zu gelangen, müssen wir gute Notizen machen, was interessierte Personen betrifft, und bereit sein, unseren Zeitplan so anzupassen, daß wir Heimbibelstudien durchführen können. Was sollten wir tun, wenn es unser Wunsch ist, den Vollzeitpredigtdienst aufzunehmen und Pionier zu werden? Dann müßten wir Schritte unternehmen, die mit unseren Gebeten im Einklang sind, und unsere Predigttätigkeit ausweiten sowie mit Pionieren in den Predigtdienst gehen. Dadurch, daß wir so vorgehen, zeigen wir, daß wir im Einklang mit unseren Gebeten handeln.
20. Was wird im nächsten Artikel betrachtet?
20 Wenn wir Jehova treu dienen, können wir darauf vertrauen, daß er unsere Gebete, die mit seinem Willen im Einklang sind, erhören wird (1. Johannes 5:14, 15). Der Behandlung einiger Gebete, die in der Bibel aufgezeichnet sind, haben wir sicher nützliche Gedanken entnehmen können. Im nächsten Artikel werden wir weitere biblische Richtlinien für diejenigen betrachten, die ‘ihre Gebete als Räucherwerk vor Jehova bereiten’ möchten.
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Im Gebet loyale Hände erhebenDer Wachtturm 1999 | 15. Januar
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Im Gebet loyale Hände erheben
„Ich [möchte], daß die Männer an jedem Ort weiterhin Gebete darbringen, indem sie loyale Hände erheben, ohne Zorn und Streitgespräche“ (1. TIMOTHEUS 2:8).
1, 2. (a) Wie ist 1. Timotheus 2:8 auf Gebete der Diener Jehovas anzuwenden? (b) Was werden wir jetzt betrachten?
JEHOVA erwartet von seinen Dienern, daß sie ihm gegenüber loyal sind und loyal zueinanderstehen. Der Apostel Paulus stellte eine Verbindung zwischen Loyalität und dem Gebet her, als er schrieb: „Ich [möchte], daß die Männer an jedem Ort weiterhin Gebete darbringen, indem sie loyale Hände erheben, ohne Zorn und Streitgespräche“ (1. Timotheus 2:8). Paulus bezog sich offenbar auf öffentliche Gebete „an jedem Ort“, wo Christen zusammenkamen. Wer sollte Gottes Volk in den Zusammenkünften der Versammlung im Gebet vertreten? Nur heilige, gerechte, ehrerbietige Männer, die sorgsam allen biblischen Pflichten gegenüber Gott nachkamen (Prediger 12:13, 14). Sie mußten sowohl in geistiger als auch in sittlicher Hinsicht rein und Jehova Gott unzweifelhaft ergeben sein.
2 Vor allem Versammlungsälteste sollten ‘im Gebet loyale Hände erheben’. Ihre von Herzen kommenden Gebete durch Jesus Christus beweisen Loyalität Gott gegenüber, und sie helfen ihnen, Streitgespräche und Zornausbrüche zu vermeiden. Tatsächlich sollte jeder, der bevorrechtigt ist, die Christenversammlung in einem öffentlichen Gebet zu vertreten, frei sein von Zorn, Böswilligkeit und Illoyalität Jehova und seiner Organisation gegenüber (Jakobus 1:19, 20). Welche weiteren biblischen Richtlinien gibt es für diejenigen, die das Vorrecht erhalten, andere in einem öffentlichen Gebet zu vertreten? Und welche biblischen Grundsätze sollten wir in unseren persönlichen Gebeten und in Gebeten im Familienkreis beachten?
Sich im voraus über das Gebet Gedanken machen
3, 4. (a) Warum ist es von Nutzen, sich über ein öffentliches Gebet im voraus Gedanken zu machen? (b) Was geht aus der Bibel über die Länge von Gebeten hervor?
3 Wenn wir aufgefordert werden, öffentlich zu beten, können wir uns wahrscheinlich vorher einige Gedanken über unser Gebet machen. Dadurch ist es uns möglich, passende, wichtige Dinge zu erwähnen, ohne ein überlanges, weitschweifiges Gebet zu sprechen. Unsere persönlichen Gebete können wir natürlich auch laut sprechen. Es gibt keine Einschränkungen, was ihre Länge betrifft. Jesus verbrachte eine ganze Nacht im Gebet, bevor er seine 12 Apostel auswählte. Als er das Gedächtnismahl einsetzte, das an seinen Tod erinnern sollte, waren seine Gebete für das Brot und den Wein offensichtlich recht kurz (Markus 14:22-24; Lukas 6:12-16). Und wir wissen, daß auch die kurzen Gebete Jesu für Gott völlig annehmbar waren.
4 Nehmen wir an, wir haben das Vorrecht, eine Familie vor einer Mahlzeit im Gebet zu vertreten. Solch ein Gebet könnte recht kurz gehalten werden — die Darlegungen sollten jedoch zumindest eine Dankesäußerung für die Speise beinhalten. Sollten wir vor oder nach einer christlichen Zusammenkunft öffentlich beten, müssen wir nicht in einem langen Gebet viele Gedanken behandeln. Jesus kritisierte die Schriftgelehrten, die ‘zum Schein lange Gebete sprachen’ (Lukas 20:46, 47). Das würde niemals in der Absicht einer gottesfürchtigen Person liegen. Allerdings kann manchmal ein etwas längeres öffentliches Gebet durchaus passend sein. Ein Ältester zum Beispiel, der ausgewählt wurde, bei einem Kongreß das Schlußgebet zu sprechen, sollte sich im voraus Gedanken darüber machen, und es könnte sein Wunsch sein, Verschiedenes zu erwähnen. Doch auch solch ein Gebet sollte nicht übermäßig lang sein.
Sich Gott ehrfurchtsvoll nahen
5. (a) Was sollten wir im Sinn behalten, wenn wir öffentlich beten? (b) Warum sollte man auf würdevolle und respektvolle Art und Weise beten?
5 Bedenken wir bei einem öffentlichen Gebet, daß wir uns nicht an Menschen wenden. Vielmehr richten wir sündigen Geschöpfe unsere Bitten an den Souveränen Herrn Jehova (Psalm 8:3-5, 9; 73:28). Wir sollten daher eine ehrerbietige Furcht offenbaren, ihm durch das, was wir sagen oder wie wir es sagen, zu mißfallen (Sprüche 1:7). Der Psalmist David sang: „Was mich betrifft, durch die Fülle deiner liebenden Güte werde ich in dein Haus kommen, ich werde mich niederbeugen gegen deinen heiligen Tempel in der Furcht vor dir“ (Psalm 5:7). Wie wird diese Einstellung unsere Ausdrucksweise beeinflussen, wenn wir aufgefordert werden, in einer Zusammenkunft der Zeugen Jehovas öffentlich zu beten? Würden wir mit einem menschlichen König sprechen, würden wir das gewiß respektvoll und in würdiger Form tun. Sollten unsere Gebete, die wir schließlich an Jehova, den „König der Ewigkeit“, richten, nicht noch würdevoller und respektvoller sein? (Offenbarung 15:3). Deshalb werden wir beim Beten Aussagen vermeiden wie: „Guten Morgen, Jehova“, „Liebe Grüße von uns“ oder: „Laß es dir gutgehen!“ Wie die Bibel zeigt, hat sich Gottes einziggezeugter Sohn, Jesus Christus, niemals in dieser Art und Weise an seinen himmlischen Vater gewandt.
6. Was sollten wir im Sinn behalten, wenn wir ‘uns dem Thron der unverdienten Güte nahen’?
6 Paulus sagte: „Nahen wir uns ... mit Freimut der Rede dem Thron der unverdienten Güte“ (Hebräer 4:16). Trotz unseres sündigen Zustands können wir uns Jehova mit „Freimut der Rede“ nahen, und zwar deshalb, weil wir an das Loskaufsopfer Jesu Christi glauben (Apostelgeschichte 10:42, 43; 20:20, 21). Doch ein solcher „Freimut der Rede“ bedeutet nicht, daß wir mit Gott plaudern würden; genausowenig sollten wir uns ihm gegenüber respektlos äußern. Wenn unsere öffentlichen Gebete Jehova gefallen sollen, müssen sie mit gebührendem Respekt und entsprechender Würde gesprochen werden, und es wäre unangebracht, sie dazu zu gebrauchen, etwas bekanntzumachen, Einzelpersonen Rat zu erteilen oder eine Zuhörerschaft zurechtzuweisen.
Mit einem demütigen Geist beten
7. Wie offenbarte Salomo Demut, als er anläßlich der Einweihung des Tempels Jehovas betete?
7 Ob wir öffentlich oder persönlich beten, müssen wir den wichtigen biblischen Grundsatz im Sinn behalten, in unseren Gebeten eine demütige Einstellung zum Ausdruck zu bringen (2. Chronika 7:13, 14). König Salomo offenbarte Demut in seinem öffentlichen Gebet anläßlich der Einweihung des Tempels Jehovas in Jerusalem. Salomo hatte gerade eines der prachtvollsten Gebäude vollendet, die jemals auf der Erde errichtet wurden. Dennoch betete er demütig: „Wird Gott aber wirklich auf der Erde wohnen? Siehe! Die Himmel selbst, ja die Himmel der Himmel, können dich nicht fassen, wieviel weniger dann dieses Haus, das ich gebaut habe!“ (1. Könige 8:27).
8. Wie kann derjenige, der ein öffentliches Gebet spricht, Demut zeigen?
8 Genau wie Salomo sollten wir demütig sein, wenn wir andere in einem öffentlichen Gebet vertreten. Obwohl wir es vermeiden, frömmelnd zu klingen, sollte sich Demut bereits im Ton unserer Stimme äußern. Demütige Gebete sind weder schwülstig noch theatralisch. Sie lenken die Aufmerksamkeit nicht auf den Betenden, sondern auf denjenigen, an den sie gerichtet sind (Matthäus 6:5). Demut zeigt sich auch in dem, was wir im Gebet sagen. Wenn wir demütig beten, wird es nicht so klingen, als würden wir von Gott fordern, bestimmte Dinge auf unsere Weise zu tun. Vielmehr werden wir Jehova bitten, auf eine Art und Weise zu handeln, die im Einklang mit seinem heiligen Willen ist. Der Psalmist gab ein Beispiel für die richtige Einstellung, als er inständig bat: „Ach nun, Jehova, bitte rette doch! Ach nun, Jehova, bitte gewähre doch Gelingen!“ (Psalm 118:25; Lukas 18:9-14).
Von Herzen kommende Gebete
9. Welcher vorzügliche Rat Jesu ist in Matthäus 6:7 zu finden, und wie kann man ihn befolgen?
9 Wenn unsere öffentlichen oder unsere persönlichen Gebete Jehova gefallen sollen, müssen sie von Herzen kommen. Daher wiederholen wir nicht einfach immer wieder eine Gebetsformel, ohne über das nachzudenken, was wir sagen. Jesus gab in der Bergpredigt den Rat: „Wenn ihr ... betet, sagt nicht immer und immer wieder dasselbe wie die Leute von den Nationen, denn sie meinen [irrtümlicherweise], daß sie erhört werden, weil sie viele Worte machen.“ Jesus sagte mit anderen Worten: „Plappert nicht, äußert nicht leere Wiederholungen“ (Matthäus 6:7, Fußnote).
10. Warum kann es angebracht sein, wegen derselben Angelegenheit mehr als einmal zu beten?
10 Es kann natürlich vorkommen, daß wir wegen derselben Angelegenheit wiederholt beten müssen. Das wäre nicht verkehrt, denn Jesus gab den eindringlichen Rat: „Bittet fortwährend, und es wird euch gegeben werden; sucht unablässig, und ihr werdet finden; klopft immer wieder an, und es wird euch geöffnet werden“ (Matthäus 7:7). Vielleicht wird ein neuer Königreichssaal benötigt, weil Jehova dem Predigtwerk am Ort Gedeihen schenkt (Jesaja 60:22). Es wäre angebracht, dieses Bedürfnis immer wieder zu erwähnen, wenn wir persönlich beten oder öffentliche Gebete in den Zusammenkünften des Volkes Jehovas sprechen. Das zu tun fiele nicht darunter, ‘leere Wiederholungen zu äußern’.
Danksagung und Lobpreis nicht vergessen
11. Wie ist Philipper 4:6, 7 auf persönliche und öffentliche Gebete anzuwenden?
11 Viele Menschen beten nur, wenn sie eine Bitte haben, doch unsere Liebe zu Jehova Gott sollte uns veranlassen, ihm sowohl in persönlichen als auch in öffentlichen Gebeten zu danken und ihn zu lobpreisen. Paulus schrieb: „Seid um nichts ängstlich besorgt, sondern laßt in allem durch Gebet und Flehen zusammen mit Danksagung eure Bitten bei Gott bekanntwerden; und der Frieden Gottes, der alles Denken übertrifft, wird euer Herz und eure Denkkraft durch Christus Jesus behüten“ (Philipper 4:6, 7). Ja, außer zu flehen und zu bitten, sollten wir uns bei Jehova für geistige und materielle Segnungen bedanken (Sprüche 10:22). Der Psalmist sang: „Bring als dein Schlachtopfer Gott Dank dar, und bezahl dem Höchsten deine Gelübde“ (Psalm 50:14). Und eine erhebende Melodie von David enthält die ergreifenden Worte: „Ich will den Namen Gottes im Lied preisen, und mit Danksagung will ich ihn hoch erheben“ (Psalm 69:30). Sollten wir in öffentlichen und persönlichen Gebeten nicht dasselbe tun?
12. Wie erfüllt sich Psalm 100:4, 5 heute, und wofür können wir Gott daher danken und ihn lobpreisen?
12 Mit Bezug auf Gott sang der Psalmist: „Kommt in seine Tore mit Danksagung, in seine Vorhöfe mit Lobpreis. Dankt ihm, segnet seinen Namen. Denn Jehova ist gut; seine liebende Güte währt auf unabsehbare Zeit und seine Treue für Generation um Generation“ (Psalm 100:4, 5). Heute betreten Menschen aus allen Nationen die Vorhöfe des Heiligtums Jehovas, und dafür können wir ihn lobpreisen und ihm danken. Äußern wir Gott gegenüber unsere Dankbarkeit für den örtlichen Königreichssaal, und beweisen wir unsere Wertschätzung dadurch, daß wir uns dort regelmäßig mit denjenigen versammeln, die ihn lieben? Erheben wir dort von Herzen gern unsere Stimme in Liedern des Lobpreises und der Dankbarkeit gegenüber unserem liebevollen himmlischen Vater?
Sich niemals schämen zu beten
13. Welches biblische Beispiel zeigt, daß wir selbst dann zu Jehova flehen sollten, wenn wir uns auf Grund von Schuldgefühlen unwürdig vorkommen?
13 Selbst wenn wir uns auf Grund von Schuldgefühlen unwürdig vorkommen, sollten wir uns mit ernstem Flehen an Gott wenden. Wegen der Sünde der Juden, die sich ausländische Frauen genommen hatten, kniete Esra nieder, breitete seine loyalen Handflächen zu Gott aus und betete demütig: „O mein Gott, ich schäme mich wirklich und scheue mich, mein Angesicht zu dir zu erheben, o mein Gott, denn unsere Vergehungen selbst sind mir über den Kopf gewachsen, und unsere Schuld ist groß geworden, selbst bis an die Himmel. Seit den Tagen unserer Vorväter sind wir in großer Schuld gewesen bis zu diesem Tag ... Und nach allem, was wegen unserer schlechten Taten und unserer großen Schuld über uns gekommen ist — denn du selbst, o unser Gott, hast unser Vergehen geringer bewertet, und du hast uns solche Entronnenen gegeben wie diese —, sollen wir deine Gebote wieder brechen und Ehebündnisse mit den Völkern dieser Abscheulichkeiten eingehen? Wirst du nicht bis zum äußersten über uns in Zorn geraten, so daß keiner übrigbleiben und keiner entrinnen wird? O Jehova, du Gott Israels, du bist gerecht, denn wir sind als ein entronnenes Volk übriggelassen worden, wie es an diesem Tag ist. Hier sind wir vor dir in unserer Schuld, denn es ist unmöglich, diesbezüglich vor dir zu bestehen“ (Esra 9:1-15; 5. Mose 7:3, 4).
14. Was ist erforderlich, um Gottes Vergebung zu erlangen, wie in den Tagen Esras gezeigt wurde?
14 Damit man Gottes Vergebung erlangen kann, muß das Bekenntnis ihm gegenüber mit Reue einhergehen und mit ‘Früchten, die der Reue entsprechen’ (Lukas 3:8; Hiob 42:1-6; Jesaja 66:2). In Esras Tagen war die reumütige Einstellung der Juden von Bemühungen begleitet, das Unrecht aus der Welt zu schaffen, indem sie die ausländischen Frauen fortschickten (Esra 10:44; vergleiche 2. Korinther 7:8-13). Wenn wir wegen einer schweren Missetat Gottes Vergebung suchen, wollen wir sie ihm in einem demütigen Gebet bekennen und Früchte hervorbringen, die der Reue entsprechen. Ein reumütiger Geist und der Wunsch, das Unrecht aus der Welt zu schaffen, würde uns auch veranlassen, die geistige Hilfe christlicher Ältester zu suchen (Jakobus 5:13-15).
Im Gebet Trost finden
15. Wie geht aus Hannas Erfahrung hervor, daß wir im Gebet Trost finden können?
15 Wenn wir aus irgendeinem Grund großen Kummer haben, können wir im Gebet Trost finden (Psalm 51:17; Sprüche 15:13). Das war bei der treuen Hanna der Fall. Zu ihrer Zeit waren in Israel große Familien üblich, doch sie hatte keine Kinder geboren. Ihr Mann, Elkana, hatte Söhne und Töchter von Peninna, seiner anderen Frau, die Hanna wegen ihrer Unfruchtbarkeit verhöhnte. Hanna betete ernstlich und versprach, daß sie, wenn sie mit einem Sohn gesegnet würde, ‘ihn für Jehova geben würde alle Tage seines Lebens’. Getröstet durch ihr Gebet und durch die Worte des Hohenpriesters Eli, ‘sah ihr Angesicht nicht mehr besorgt aus’. Hanna gebar einen Jungen, den sie Samuel nannte. Später übergab sie ihn für den Dienst im Heiligtum Jehovas (1. Samuel 1:9-28). Dankbar für Gottes Güte ihr gegenüber, sprach sie ein Dankgebet, in dem sie Jehova als denjenigen pries, der ohnegleichen ist (1. Samuel 2:1-10). Wie Hanna können auch wir im Gebet Trost finden in dem Vertrauen, daß Gott alle Bitten erhört, die im Einklang mit seinem Willen sind. Wenn wir ihm unser Herz ausgeschüttet haben, sollten wir „nicht mehr besorgt“ sein, denn er wird die Bürde von uns nehmen oder uns befähigen, sie zu tragen (Psalm 55:22).
16. Warum sollten wir beten, wenn wir uns fürchten oder ängstlich sind, wie die Begebenheit in Verbindung mit Jakob erkennen läßt?
16 Sollte eine bestimmte Situation in uns Furcht, großen Kummer oder Besorgnis auslösen, werden wir gewiß nicht versäumen, Gott im Gebet um Trost zu bitten (Psalm 55:1-4). Jakob fürchtete sich, als er im Begriff stand, seinem ihm entfremdeten Bruder Esau zu begegnen. Doch Jakob betete: „O Gott meines Vaters Abraham und Gott meines Vaters Isaak, o Jehova, du, der zu mir spricht: ‚Kehr in dein Land und zu deinen Verwandten zurück, und ich will gut an dir handeln‘, ich bin all der liebenden Gütigkeiten und all der Treue nicht würdig, die du mir, deinem Knecht, erwiesen hast, denn nur mit meinem Stab bin ich über diesen Jordan gezogen, und jetzt bin ich zu zwei Lagern geworden. Befreie mich, ich bitte dich, aus der Hand meines Bruders, aus der Hand Esaus, denn ich bin in Furcht vor ihm, daß er kommt und gewiß über mich herfällt, über die Mutter samt den Kindern. Und du, du hast gesagt: ‚Ohne jede Frage werde ich es dir gutgehen lassen, und ich will deinen Samen gleich den Sandkörnern des Meeres machen, die man vor Menge nicht zählen kann‘ “ (1. Mose 32:9-12). Esau fiel nicht über Jakob und diejenigen, die bei ihm waren, her. So ließ Jehova es Jakob bei dieser Gelegenheit „gutgehen“.
17. Wie können wir im Einklang mit Psalm 119:52 angesichts schwerer Prüfungen durch das Gebet getröstet werden?
17 In Verbindung mit unserem Flehen können wir dadurch, daß wir uns an Gedanken aus Gottes Wort erinnern, getröstet werden. Im längsten Psalm — einem wunderbaren vertonten Gebet — sang der Psalmist, wahrscheinlich Prinz Hiskia: „Ich habe deiner richterlichen Entscheidungen von unabsehbarer Zeit her gedacht, o Jehova, und ich finde Trost für mich“ (Psalm 119:52). In einem demütigen Gebet angesichts schwerer Prüfungen erinnern wir uns vielleicht an einen Grundsatz oder an ein Gesetz aus der Bibel, das uns helfen kann, einen Weg einzuschlagen, der uns die tröstliche Zusicherung gibt, daß wir unserem himmlischen Vater gefallen.
Die Loyalen verharren im Gebet
18. Warum kann gesagt werden, daß ‘jeder Loyalgesinnte zu Gott beten wird’?
18 Alle, die Jehova Gott gegenüber loyal sind, werden ‘im Gebet verharren’ (Römer 12:12). Im 32. Psalm, den David möglicherweise verfaßte, nachdem er mit Bathseba gesündigt hatte, beschrieb er, welche Qualen er litt, weil er es versäumt hatte, Vergebung zu suchen, und welche Erleichterung ihm die Reue und das Bekenntnis Gott gegenüber brachten. Dann sang David: „Deswegen [weil wirklich reumütige Personen Jehovas Vergebung erlangen können] wird jeder Loyalgesinnte zu dir beten zu einer Zeit nur, da du zu finden bist“ (Psalm 32:6).
19. Warum sollten wir im Gebet loyale Hände erheben?
19 Wenn wir unser Verhältnis zu Jehova Gott schätzen, werden wir auf der Grundlage des Loskaufsopfers Jesu Gott im Gebet um Barmherzigkeit bitten. Im Glauben können wir uns dem Thron der unverdienten Güte mit Freimut der Rede nahen, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Hilfe zur rechten Zeit erhalten (Hebräer 4:16). Doch es gibt so viele Gründe zu beten! Wir wollen daher ‘unablässig beten’ — immer wieder mit Worten, die von Herzen kommenden Lobpreis und Dankbarkeit Gott gegenüber zum Ausdruck bringen (1. Thessalonicher 5:17). Tag und Nacht wollen wir im Gebet loyale Hände erheben.
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