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  • Ein neuzeitlicher Turmbau zu Babel?
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Erwachet! 1987
g87 8. 6. S. 5-6

Ein neuzeitlicher Turmbau zu Babel?

DER Turm zu Babel gilt als Sinnbild für Verwirrung und Spaltung. Dort in Babel verwirrte Gott vor etwa 4 000 Jahren die Sprache der Menschen. Warum? Weil sie sich gegen ihn aufgelehnt hatten. Sie hatten Gott nicht mehr gehorcht und statt dessen Pläne unvollkommener Menschen zum Mittelpunkt ihres Lebens gemacht. Deshalb zerstreute Gott sie (1. Mose 11:1-9).

Besteht zwischen dem, was in Assisi, und dem, was in Babel geschah, wirklich so ein auffallender Unterschied? Wurden in Assisi Menschen richtiggehend vereint? Förderten die Führer von mehr als zwei Milliarden Gläubigen wirklich den Weltfrieden?

Herrschte dort Einheit?

In einer Ansprache, die der Papst nur wenige Tage zuvor gehalten hatte, stellte er folgendes heraus: „In Assisi wird es gewiß nicht zu religiösem Synkretismus [einer religiösen Vereinigung] kommen.“ Er fügte hinzu: „Wir können nicht zusammen beten, d. h. uns im Gebet vereinen, aber wir können zugegen sein, wenn andere beten.“

Nach den Worten des Papstes war das Kriterium für das Beten um Frieden, zusammenzukommen, um zu beten; es war nicht, zusammen zu beten. Manche meinten, der Papst habe es vermeiden wollen, sich an einem gemeinsamen Gebet zu beteiligen. Seine Gläubigen würden ihm dann später nicht vorhalten können, die unterschiedlichen Glaubensansichten vermischt zu haben.

Das kam in der Ansprache des Papstes zum Ausdruck, mit der er die religiösen Führer an jenem Morgen willkommen hieß. Nachdrücklich wies er auf folgendes hin: „Die Tatsache, daß wir hierhergekommen sind, beinhaltet nicht die Absicht, unter uns selbst einen religiösen Konsens zu suchen oder über unsere religiösen Überzeugungen zu verhandeln. Es bedeutet auch nicht, daß die Religionen auf der Ebene einer gemeinsamen Verpflichtung gegenüber einem irdischen Projekt, das sie alle übersteigen würde, miteinander versöhnt werden könnten.“

Gewiß würde man also keinen Finger rühren, um die zahlreichen Unterschiede in den religiösen Lehren, die in Assisi repräsentiert waren, zu beseitigen. Religiöse Einheit wäre daher unerreichbar. Die „religiöse Sprachverwirrung“ bliebe bestehen. Eine auffallende Ähnlichkeit mit dem Turmbau zu Babel ist somit durchaus vorhanden.

Die religiöse Uneinigkeit sticht hervor, wenn man einige Glaubensansichten herausgreift. Zum Beispiel ist die Existenz eines persönlichen Gottes mit dem Buddhismus unvereinbar, da er als das Endziel des Menschen das Nirwana lehrt, einen Zustand ungetrübter Glückseligkeit, in den der Mensch durch das Auslöschen des Ich gelangt. Die Hindus verehren Millionen von Göttern und glauben an einen endlosen Reinkarnationszyklus, der ins Nirwana führen kann. In der katholischen und orthodoxen Kirche sowie in den protestantischen Kirchen kennt man die Dreieinigkeit. Die Muslime hingegen glauben nur an einen Gott, an Allah, und an Muhammad als seinen Propheten. Sie glauben jedoch nicht, daß Gott einen Sohn hat. Die Juden beten ebenfalls nur einen Gott an, lehnen aber Jesus als den Messias ab. Angehörige afrikanischer Stammesreligionen sind davon überzeugt, daß Pflanzen, Tieren und leblosen Gegenständen ein Geist innewohnt. Die Indianer beten die Naturgewalten an.

Wahrer Frieden setzt jedoch zumindest ein grundlegendes Zusammengehen oder Vereinigen von verschiedenen Völkern voraus. Die in Assisi anwesenden Religionsvertreter waren sich aber zu ihrer Schande so uneins, daß sie sich nicht einmal auf ein gemeinsames Gebet einigen konnten. Gott kann all diese widersprüchlichen Ansichten unmöglich anerkennen, denn der Apostel Paulus schrieb: „Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens“ (1. Korinther 14:33).

Hört Gott auf sie?

Wie könnte der allein wahre Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde, die Gebete religiöser Führer erhören, wenn sie sich gar nicht vorgenommen haben, sich für die wahre Einheit einzusetzen? Gottes inspiriertes Wort ermahnt wahre Anbeter Gottes unmißverständlich, ‘daß sie alle übereinstimmend reden und daß keine Spaltungen unter ihnen seien, sondern daß sie in demselben Sinn und in demselben Gedankengang fest vereint sein mögen’ (1. Korinther 1:10).

Wenn Gott dem Flehen dieser uneinigen Religionen Gehör schenken würde, widerspräche er sich selbst. Er würde das gutheißen, was er selbst verurteilt: Spaltungen. Aber der Gott der Wahrheit kann unmöglich mit zweierlei Maßstäben messen. Er wird seinem eigenen Wort niemals zuwiderhandeln, denn er ist ein „Gott, der nicht lügen kann“ (Titus 1:2). Somit erhört er keine Gebete, die von Anbetern verrichtet werden, die sich durch eine derartige Spaltung auszeichnen.

Die Bibel sagt unzweideutig, daß Gott nur die Anbetung gutheißt, die mit seinem Willen übereinstimmt. Jesus betonte: „Nicht jeder, der zu mir sagt: ‚Herr, Herr‘, wird in das Königreich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist.“ Er sagte außerdem, daß Gott Personen „sucht“, d. h. anerkennt und erhört, die ihn „mit Geist und Wahrheit anbeten“. Das setzt voraus, daß jemand sein Wort und seine Gebote beachtet. Gott mißbilligt religiöse Menschen, die nicht seinen Willen tun, geradeso wie ihm die Erbauer des Turmes zu Babel mißfielen, die sich seinem Willen widersetzten. Er verwirft sie. Zu Personen, die nach ihrem eigenen Willen und nicht nach Gottes Willen handelten, sagte Jesus: „Weicht von mir, ihr Täter der Gesetzlosigkeit“ (Matthäus 7:21-23; Johannes 4:23, 24).

Der geistige Zustand der in Assisi vertretenen Religionen steht also im Gegensatz zu dem, was Gott von wahren Anbetern erwartet. Statt in demselben Sinn und in demselben Gedankengang vereint zu sein, sind sie durch Uneinigkeit gespalten, so wie die Menschen beim Turmbau zu Babel.

Die Tatsache, daß Gott den Gebeten der babelgleichen Weltreligionen kein Gehör schenkt, wird offenkundig, wenn man sich ihre Vergangenheit ansieht. Und was verrät ihre Vergangenheit?

[Bild auf Seite 6]

Ein babylonischer Tempelturm

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