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Gebete — Bloße Wiederholungen oder spontan gesprochen?Erwachet! 1992 | 8. Juni
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Gebete — Bloße Wiederholungen oder spontan gesprochen?
ÜBER dem kalten Wasser des Pazifiks flog in 12 500 m Höhe ein Jumbo-Jet. Plötzlich fiel ein Triebwerk aus, dann verloren die anderen drei die Antriebskraft. Innerhalb von zwei Minuten verlor das Flugzeug 10 000 m an Höhe! Doch bei 2 700 m fing sich der Jet wieder und konnte sicher nach San Francisco geflogen werden. Tief durchatmend, sagte einer der Passagiere: „So inbrünstig habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gebetet.“
In Unglückszeiten, bei Gefahr oder schwerem Leid wenden sich viele Menschen, sogar nichtreligiöse, an den Allmächtigen um Hilfe. Im Gegensatz dazu wiederholen religiöse Menschen regelmäßig formelle Gebete in Kirchen, Tempeln oder bei sich zu Hause. Zahlreiche Gläubige beten das Vaterunser oder das Ave-Maria mit Hilfe des Rosenkranzes; andere verwenden Gebetbücher. Um Gebete schnell wiederholen zu können, drehen Millionen von Orientalen Gebetsmühlen, in die sie Gebete gelegt haben.
Haben wir uns schon gefragt, wie man beten sollte und ob Gebete bloße Wiederholungen sein oder spontan gesprochen werden sollten?
Was es heißt zu beten
Stellen wir uns einmal vor, unser Vater, den wir sehr lieben, lebt in einem anderen Land und ermutigt uns, ihn, wann immer wir wünschen, kostenlos anzurufen. Würden wir das nicht häufig tun? Würde es uns nicht freuen, die kostbare Bindung, die zwischen uns und ihm besteht, aufrechtzuerhalten, ja sogar zu vertiefen? Würden wir nicht unsere Sorgen mit ihm besprechen und unsere tiefe Wertschätzung für jede Hilfe und Ermunterung, die er uns in unserem Leben hat zuteil werden lassen, zum Ausdruck bringen? Dieses persönliche Verhältnis wäre für uns sicherlich ein kostbarer Schatz.
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Gebete — Bloße Wiederholungen oder spontan gesprochen?Erwachet! 1992 | 8. Juni
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Viele machen sich wegen der beunruhigenden Entwicklungen in der Welt Sorgen und leiden deswegen an Depressionen. Selbst Christen mögen sich über ihren Stand vor Gott Gedanken machen. Oft und von Herzen zu Jehova zu sprechen und ihn um Hilfe zu bitten kann jedoch Wunder wirken. Paulus schrieb: „Seid um nichts ängstlich besorgt, sondern laßt in allem durch Gebet und Flehen zusammen mit Danksagung eure Bitten bei Gott bekanntwerden; und der Frieden Gottes, der alles Denken übertrifft, wird euer Herz und eure Denkkraft durch Christus Jesus behüten“ (Philipper 4:6, 7).
Zu flehen bedeutet, Gott ernstlich und inständig um Hilfe zu bitten und ihm sein Herz auszuschütten, so wie es ein Kind bei einem geliebten und verständnisvollen Vater tun würde. Solche Gebete stammen nicht aus Büchern, noch werden sie ständig wiederholt. Sie stammen aus einem Herzen, das Hilfe benötigt und wirklich an Jehova, den „Hörer des Gebets“, glaubt (Psalm 65:2).
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