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‘Die gute Botschaft muß zuerst gepredigt werden’Der Wachtturm 1988 | 1. Januar
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‘Die gute Botschaft muß zuerst gepredigt werden’
„Auch muß unter allen Nationen zuerst die gute Botschaft gepredigt werden“ (MARKUS 13:10).
1. Was unterscheidet Jehovas Zeugen von allen Religionsorganisationen der Christenheit, und warum?
VON all denen, die Christen zu sein behaupten, nehmen nur Jehovas Zeugen den Auftrag, die gute Botschaft zu predigen, ernst. Sie sind die einzige Gruppe, in der sich jeder einzelne persönlich verpflichtet fühlt, regelmäßig seinen Nächsten zu besuchen und mit ihm über Gottes Vorsätze zu sprechen. Wieso? Weil jeder Zeuge weiß, daß er als ein Christ ein Fußstapfennachfolger Christi sein muß (1. Petrus 2:21). Was ist darunter zu verstehen?
2. Wie denken viele über Jesus Christus, aber was war seine wichtigste Tätigkeit auf der Erde?
2 In den Augen vieler war Jesus Christus lediglich ein Mensch, der Gutes tat. Er heilte Kranke, speiste Hungrige und bekundete Liebe und Güte denen gegenüber, die in Not waren. Aber Jesus tat weit mehr. Er war vor allem ein eifriger Prediger der guten Botschaft vom Königreich Gottes. Wenige Monate nach seiner Taufe im Jordan begann er öffentlich zu predigen: „Bereut, denn das Königreich der Himmel hat sich genaht“ (Matthäus 4:17). Der Bericht des Markus lautet: „Jesus [ging] nach Galiläa, predigte die gute Botschaft Gottes und sprach: ‚Die bestimmte Zeit ist erfüllt, und das Königreich Gottes hat sich genaht. Bereut und glaubt an die gute Botschaft‘“ (Markus 1:14, 15).
3, 4. (a) Worauf legte Jesus in seinem Dienst Nachdruck, obwohl er jede Art von Leiden heilte? (b) Wozu wurde Jesus ausgesandt? (c) Womit verglich Jesus sein Predigtwerk, und wozu forderte er seine Jünger auf?
3 Jesus forderte Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes auf, ihm nachzukommen. „Dann ging er“, so lesen wir, „in ganz Galiläa umher, lehrte in ihren Synagogen und predigte die gute Botschaft vom Königreich und heilte jede Art von Leiden und jede Art von Gebrechen unter dem Volk.“ Als ihn die Volksmengen in Galiläa aufzuhalten suchten, sagte er: „Auch anderen Städten muß ich die gute Botschaft vom Königreich Gottes verkündigen, denn dazu bin ich ausgesandt worden.“ Danach ging er hin und predigte in den Synagogen von Judäa (Matthäus 4:18-23; Lukas 4:43, 44).
4 Wieder nach Galiläa zurückgekehrt, begann Jesus „von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf zu ziehen, wobei er predigte und die gute Botschaft vom Königreich Gottes verkündigte“ (Lukas 8:1). Er verglich sein Predigtwerk mit dem Ernten und sagte: „Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenige. Bittet daher den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte aussende“ (Matthäus 9:35-38). Selbst als ihm die Volksmengen keine Ruhe gönnten, „nahm [er] sie freundlich auf und begann zu ihnen über das Königreich Gottes zu sprechen, und er machte die gesund, die der Heilung bedurften“ (Lukas 9:11).
5. Welche Anweisungen gab Jesus seinen Aposteln und anderen Jüngern, als er sie in den Predigtdienst aussandte?
5 Ja, Jesus heilte Kranke und speiste gelegentlich Hungrige. Aber hauptsächlich war er damit beschäftigt, den Menschen von Gottes Königreich zu erzählen. Und er wollte, daß seine Nachfolger dasselbe taten. Nachdem er seine Apostel geschult hatte, sandte er sie zu zweit in den Predigtdienst aus und wies sie an: „Während ihr hingeht, predigt, indem ihr sagt: ‚Das Königreich der Himmel hat sich genaht‘“ (Matthäus 10:7). Lukas berichtet: „Er sandte sie aus, das Königreich Gottes zu predigen und zu heilen“ (Lukas 9:2). Auch den 70 Jüngern gebot er, Kranke zu heilen und zu sagen: „Das Königreich Gottes hat sich ... genaht“ (Lukas 10:9).
6. Welche Anweisungen gab Jesus seinen Nachfolgern vor seiner Himmelfahrt in bezug auf ihren Predigtdienst?
6 Vor seiner Himmelfahrt beauftragte Jesus seine Nachfolger, das Predigtwerk fortzusetzen und es sogar noch weiter auszudehnen. Er gebot ihnen: „Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, ... und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe“ (Matthäus 28:19, 20). Ferner sagte er: „Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet Zeugen von mir sein sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis zum entferntesten Teil der Erde“ (Apostelgeschichte 1:8). Sowohl Jesus als auch seine Apostel schenkten somit in erster Linie dem Predigen der guten Botschaft vom Königreich Gottes ihre Aufmerksamkeit.
Das Königreich muß in unserer Zeit gepredigt werden
7. Was sagte Jesus über ein Predigtwerk, das während des „Abschlusses des Systems der Dinge“ getan werden sollte?
7 Jesus sagte in seiner Prophezeiung über Ereignisse, die während des „Abschlusses des Systems der Dinge“ stattfinden würden: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (Matthäus 24:3, 14). Oder gemäß Markus 13:10: „Auch muß unter allen Nationen zuerst die gute Botschaft gepredigt werden.“ (Siehe auch Offenbarung 14:6, 7.)
8. (a) Worin bestand die gute Botschaft zur Zeit der Apostel? (b) Was schließt die gute Botschaft heute ein?
8 In den „letzten Tagen“ schließt die gute Botschaft vom Königreich mehr ein als zu der Zeit, als Jesus auf der Erde weilte. Jesus predigte, daß sich das Königreich genaht habe, indem er darauf aufmerksam machte, daß er sich als der Messias und König unter dem Volk befand (2. Timotheus 3:1; Matthäus 4:17; Lukas 17:21). Die gute Botschaft, die die ersten Christen predigten, schloß Jesu Auferstehung und Himmelfahrt ein, und Sanftmütige wurden ermuntert, an das kommende Königreich zu glauben (Apostelgeschichte 2:22-24, 32; 3:19-21; 17:2, 3; 26:23; 28:23, 31). Da wir heute in der Zeit des „Abschlusses des Systems der Dinge“ leben, umfaßt das Predigen der guten Botschaft vom Königreich auch die begeisternde Nachricht, daß das Königreich in den Himmeln aufgerichtet worden ist (Offenbarung 11:15-18; 12:10).
Wer wird die gute Botschaft predigen?
9. (a) Wie mögen einige argumentieren, die behaupten, die gute Botschaft zu predigen sei nicht für alle Christen von heute Pflicht? (b) Von wem ließ Jehova in der Vergangenheit sein Wort predigen, und was bedeutet das für uns heute?
9 Wer sollte sich heute am Predigtwerk beteiligen? Die Christenheit ist offensichtlich nicht der Meinung, diese Verpflichtung falle jedem zu. Und tatsächlich legte Jesus nicht im einzelnen fest, wer dieses Werk verrichten würde, als er davon sprach, daß die gute Botschaft gepredigt werde. Aber wen sonst würde Jehova wohl für ein solches Werk gebrauchen, wenn nicht diejenigen, die an sein Wort glauben und die damit begonnen haben, es in ihrem Leben anzuwenden? Als Jehova in den Tagen Noahs beschloß, die verderbte Menschenwelt vor der kommenden Vernichtung zu warnen, bediente er sich eines Mannes, der ‘mit dem wahren Gott wandelte’ (1. Mose 6:9, 13, 14; 2. Petrus 2:5). Als er dem Volk Israel prophetische Botschaften übermitteln lassen wollte, sandte er ‘seine Knechte, die Propheten’ (Jeremia 7:25; Amos 3:7, 8). Bei der Gott hingegebenen Nation Israel handelte es sich um eine ganze Nation von Zeugen Jehovas (2. Mose 19:5, 6; Jesaja 43:10-12). Ja, Jehova gebraucht seine ihm hingegebenen Diener als seine Zeugen.
10. Inwiefern läßt der Wortlaut von Matthäus 28:19, 20 erkennen, daß das Gebot, Jünger zu machen, allen Christen gilt?
10 Einige sind zwar der Meinung, das in Matthäus 28:19, 20 aufgezeichnete Gebot, Jünger zu machen, sei nur den Aposteln gegeben worden und gelte deswegen nicht für Christen im allgemeinen. Beachten wir aber, was Jesus sagte: „Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, ... und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe.“ Jesu Nachfolger sollten neue Jünger lehren, alles zu halten, was er geboten hatte. Und dazu zählt auch, ‘hinzugehen und Jünger zu machen’. Zweifellos sollten alle neuen Jünger gelehrt werden, dieses besondere Gebot ebenfalls zu halten.
11. (a) Wozu war die Christenversammlung im ersten Jahrhundert verpflichtet? (b) Was ist nötig, damit man gerettet wird, und was schließt das ein?
11 Von der Christenversammlung im ersten Jahrhundert hieß es, sie sei Gottes Volk zum besonderen Besitz, damit sie die Vorzüglichkeiten dessen weit und breit verkünde, der sie aus der Finsternis in sein wunderbares Licht berufen habe (1. Petrus 2:9). Ihre Glieder legten mit Eifer Zeugnis von Gottes Königreich ab (Apostelgeschichte 8:4, 12). Allen „Heiligen“ oder gesalbten Christen in Rom wurde gesagt: „Mit dem Mund ... legt man eine öffentliche Erklärung ab zur Rettung“ und: „Jeder, der den Namen Jehovas anruft, wird gerettet werden“ (Römer 1:7; 10:9, 10, 13). Diese öffentliche Erklärung zur Rettung, die jemand bei seiner Taufe ablegt, schließt auch das Predigen der guten Botschaft von Jehovas Königreich in der Öffentlichkeit ein.
12, 13. (a) Was schließt die in Hebräer 10:23 erwähnte „öffentliche Erklärung unserer Hoffnung“ ein? (b) Inwiefern läßt Psalm 96 die Notwendigkeit einer öffentlichen Erklärung außerhalb der Versammlung erkennen, und wie wird das durch Offenbarung 7:9, 10 gestützt?
12 Der Apostel Paulus schrieb an die hebräischen Christen: „Laßt uns an der öffentlichen Erklärung unserer Hoffnung ohne Wanken festhalten, denn treu ist er, der die Verheißung gegeben hat“ (Hebräer 10:23). Diese öffentliche Erklärung beschränkt sich nicht auf die Zusammenkünfte der Versammlung (Psalm 40:9, 10). In Psalm 96:2, 3, 10 erkennen wir deutlich ein prophetisches Gebot, außerhalb der Versammlung, das heißt den Nationen, zu predigen, wenn gesagt wird: „Von Tag zu Tag tut die gute Botschaft der von ihm bewirkten Rettung kund. Verkündet unter den Nationen seine Herrlichkeit, unter allen Völkern seine wunderbaren Werke. Sprecht unter den Nationen: ‚Jehova selbst ist König geworden.‘“ Tatsächlich gebot Jesus gemäß Matthäus 28:19, 20 und Apostelgeschichte 1:8 den Christen, den Nationen zu predigen.
13 Auf dieses Predigen in der Öffentlichkeit nahm Paulus Bezug, indem er an die gesalbten hebräischen Christen außerdem schrieb: „Durch ihn laßt uns Gott allezeit ein Schlachtopfer der Lobpreisung darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die eine öffentliche Erklärung für seinen Namen abgeben“ (Hebräer 13:15). Gemäß einer Vision in der Offenbarung ruft die „große Volksmenge“, die aus allen Nationen eingesammelt wird, mit lauter Stimme aus: „Die Rettung verdanken wir unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm“ (Offenbarung 7:9, 10). Folglich wird heute, in der Zeit des „Abschlusses des Systems der Dinge“, die gute Botschaft von Jehova hingegebenen Zeugen gepredigt, nämlich vom Überrest der geistigen Brüder Christi und von ihren schafähnlichen Gefährten, die die „große Volksmenge“ bilden. Aber wie sollten sie dieses Werk verrichten?
„Öffentlich und von Haus zu Haus“
14. Wo predigte Jesus, und welchen Grundsatz können wir davon ableiten?
14 Jesus wandte sich in seiner Predigttätigkeit direkt an die Menschen. Es heißt zum Beispiel, daß er in den Synagogen predigte. Warum? Weil sich am Sabbat dort Leute einfanden, um sich eine Vorlesung und eine Besprechung der Schrift anzuhören (Matthäus 4:23; Lukas 4:15-21). Jesus predigte auch unterwegs, am Seegestade, an einem Bergabhang, an einer Quelle außerhalb einer Stadt und in den Wohnungen. Überall, wo es Menschen gab, predigte er ihnen (Matthäus 5:1, 2; Markus 1:29-34; 2:1-4, 13; 3:19; 4:1, 2; Lukas 5:1-3; 9:57-60; Johannes 4:4-26).
15. (a) Welche Anweisungen gab Jesus seinen Jüngern, als er sie zum Predigen aussandte? (b) Welche Erklärung geben einige Bibelkommentatoren dazu?
15 Als Jesus seine Jünger zum Predigen aussandte, wies er sie an, ebenfalls direkt zu den Menschen zu gehen. Das ist aus seinen Anweisungen zu erkennen, die in Matthäus 10:1-15, 40-42 aufgezeichnet sind. Gemäß Vers 11 sagte er: „In welche Stadt oder welches Dorf ihr auch hineingeht, da forscht nach, wer es darin verdient, und haltet euch dort auf, bis ihr weggeht.“ Die Wiedergabe im Neuen Testament von Sigge lautet an dieser Stelle: „Hört euch um, wer darin würdig ist“ — als ob sich die Jünger bei einer bekannten oder gutunterrichteten Person am Ort erkundigen sollten, wer einen guten Ruf genoß und daher die Botschaft verdiente. (Siehe auch Zink und Wilckens.) Und so erklären auch einige Bibelkommentatoren Vers 11.
16. Welche objektivere Betrachtung der Worte Jesu aus Matthäus 10:11 läßt erkennen, wie die Apostel nach Würdigen forschen sollten?
16 Man sollte jedoch bedenken, daß die meisten Theologen der Christenheit nicht von Haus zu Haus gehen und daß viele Bibelkommentatoren die Heilige Schrift eher aufgrund ihrer eigenen Erfahrung interpretieren. Wie eine objektivere Betrachtung der Anweisung Jesu zeigt, sprach Jesus davon, daß seine Jünger entweder von Haus zu Haus oder in der Öffentlichkeit nach Einzelpersonen suchen und ihnen die Königreichsbotschaft unterbreiten sollten (Matthäus 10:7). Die Reaktion dieser Menschen würde erkennen lassen, ob sie ‘es verdienten’ oder nicht (Matthäus 10:12-15).
17. Was beweist, daß Jesu Jünger nicht lediglich auf Empfehlung oder auf Verabredung hin bei Würdigen vorsprachen?
17 Das geht aus Jesu Worten gemäß Matthäus 10:14 hervor: „Wo irgend jemand euch nicht aufnimmt noch auf eure Worte hört, da schüttelt den Staub von euren Füßen, wenn ihr aus jenem Haus oder jener Stadt hinausgeht.“ Jesus sprach davon, daß seine Jünger die Menschen unaufgefordert besuchen würden, um ihnen zu predigen. Gewiß, sie nahmen auch das Unterkunftsangebot eines Wohnungsinhabers an, bei dem die Botschaft Widerhall fand (Matthäus 10:11). Aber das wichtigste war das Predigtwerk. In Lukas 9:6 lesen wir: „Darauf zogen sie aus und gingen durch das Gebiet von Dorf zu Dorf, und überall verkündigten sie die gute Botschaft und vollbrachten Heilungen.“ (Siehe auch Lukas 10:8, 9.) Würdige Menschen, die die Jünger als Propheten in ihr Haus aufnahmen und ihnen vielleicht „einen Becher kaltes Wasser“ oder sogar eine Unterkunft gaben, gingen ihres Lohnes nicht verlustig. Sie hörten die Königreichsbotschaft (Matthäus 10:40-42).
18, 19. (a) Wie führten die ersten Christen gemäß Apostelgeschichte 5:42 ihr Predigtwerk durch? (b) Inwiefern zeigen die Worte des Paulus aus Apostelgeschichte 20:20, 21, daß er nicht von einem internen Hirtenwerk sprach, sondern von einem Dienst, den er Ungläubigen leistete?
18 Nach der Gründung der Christenversammlung ist über die Apostel zu lesen: „Jeden Tag fuhren sie im Tempel und von Haus zu Haus ununterbrochen fort, zu lehren und die gute Botschaft über den Christus, Jesus, zu verkündigen“ (Apostelgeschichte 5:42; siehe Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift — mit Studienverweisen, Fußnote). Der mit „von Haus zu Haus“ wiedergegebene griechische Ausdruck lautet kat’ óikon. Das Wort katá ist hier distributiv (verteilend) zu verstehen. Man könnte also sagen, das Predigen der Jünger verteilte sich auf die einzelnen Häuser oder erfolgte von Haus zu Haus. Sie machten nicht lediglich ausgewählte Besuche. Ein ähnlicher Gebrauch des Wortes katá liegt bei dem Ausdruck „von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf“ in Lukas 8:1 vor.
19 Derselbe Ausdruck im Plural, kat’ óikous, wird vom Apostel Paulus in Apostelgeschichte 20:20 gebraucht, wo es heißt: „... wobei ich mich nicht davon zurückhielt, euch ... öffentlich und von Haus zu Haus zu lehren.“ Der Ausdruck „von Haus zu Haus“ wird in verschiedenen Übersetzungen mit „in euren Häusern“ wiedergegeben. Deshalb sagen einige Bibelkommentatoren der Christenheit, Paulus beziehe sich hier auf Hirtenbesuche in den Wohnungen von Gläubigen. Aber seine nächsten Worte zeigen, daß er von einem Dienst sprach, den er Ungläubigen leistete, denn er sagte: „Doch legte ich gründlich Zeugnis ab, sowohl vor Juden als auch vor Griechen, in bezug auf Reue gegenüber Gott und Glauben an unseren Herrn Jesus“ (Apostelgeschichte 20:21).
20. (a) In welchem Ausmaß predigen Jehovas Zeugen heute die gute Botschaft vom Königreich? (b) Wie mögen einige über die Fortsetzung des Predigtwerkes denken?
20 Diese Methode, die Menschen zu erreichen, sollte daher in der heutigen Zeit angewandt werden, in der die „gute Botschaft vom Königreich“ „auf der ganzen bewohnten Erde ... allen Nationen zu einem Zeugnis“ gepredigt werden muß (Matthäus 24:14). Seit mehr als 65 Jahren predigen Jehovas Zeugen eifrig die gute Botschaft vom aufgerichteten Königreich öffentlich und von Haus zu Haus — jetzt in 210 Ländern und Inselgebieten. Welch ein großartiges Zeugnis dadurch gegeben wird! Und das, obwohl die meisten Menschen heute die Botschaft hören, „ohne zu reagieren“, es sei denn ärgerlich (Matthäus 13:15). Warum predigen Jehovas Zeugen selbst dort beharrlich weiter, wo die Menschen es ablehnen, ihnen zuzuhören, oder ihnen sogar Widerstand leisten? Diese Frage wird im folgenden Artikel aufgegriffen.
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Predige das Königreich weiterhinDer Wachtturm 1988 | 1. Januar
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Predige das Königreich weiterhin
„Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (MATTHÄUS 24:14).
1, 2. (a) Was ist das wichtigste Werk unseres Jahrhunderts, und in welchem Umfang wird es verrichtet? (b) Was beweist, daß Jehova dieses Werk segnet?
DAS Predigen der guten Botschaft vom Königreich ist das wichtigste Werk unseres Jahrhunderts. Gott, der Allmächtige, wünscht, daß dieses Werk heute getan wird, und das geschieht auch, wodurch sich sein prophetisches Wort erfüllt. Unsere Reaktion darauf wird für unser ewiges Geschick entscheidend sein (1. Korinther 9:16, 23).
2 Es begeistert uns, zu sehen, daß die Zahl derer, die sich an diesem Predigtwerk beteiligen, ständig steigt — gegenwärtig sind es über drei Millionen. Mehr denn je treten in den Vollzeitdienst ein. Und viele weitere interessierte Menschen sind mit einem Bibelstudium einverstanden und bemühen sich, kennenzulernen, wie sie den Willen Gottes tun können.
3. Was mögen einige von der Notwendigkeit halten, die gute Botschaft weiterhin zu predigen?
3 Mitunter lassen aber einige nach, „das zu tun, was vortrefflich ist“, und ‘werden müde’, was ihre Beteiligung am Predigtwerk betrifft (Galater 6:9; Hebräer 12:3). Sie sagen vielleicht, die gute Botschaft sei in ihrem Gebiet ausgiebig gepredigt worden und die Menschen hätten bereits Stellung bezogen und seien nun verärgert, wenn wir bei ihnen vorsprächen. Wer dort predige, richte nur sehr wenig aus, wenn überhaupt etwas. Sie meinen daher, wahrscheinlich sei das Werk im wesentlichen schon getan und es bestehe keine Notwendigkeit mehr, das Predigen fortzusetzen. Was ist an dieser Denkweise verkehrt?
Warum beharrlich sein?
4. Was sollte uns dazu motivieren, selbst in solchen Gebieten weiterzupredigen, in denen nur wenig Widerhall zu finden ist?
4 Unser treues Ausharren im Predigtwerk sollte vor allem nicht davon abhängen, ob die Menschen uns zuhören oder nicht. Jeremia predigte 40 Jahre lang in Jerusalem, obwohl ihm nur sehr wenige Gehör schenkten und viele ihm heftigen Widerstand leisteten. Warum war er so beharrlich? Weil er ein Werk verrichtete, das Jehova geboten hatte, und weil ihn sein prophetisches Wissen über das, was Jerusalem widerfahren sollte, dazu drängte, nicht zu verstummen (Jeremia 1:17-19). Er sagte: „In meinem Herzen erwies es sich wie brennendes Feuer, eingeschlossen in meinen Gebeinen; und ich wurde müde, an mich zu halten, und es zu ertragen, vermochte ich nicht“ (Jeremia 20:7-10). Wir befinden uns in einer ähnlichen Lage. Jehova hat durch Jesus Christus geboten, daß die „gute Botschaft“ auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden soll (Matthäus 24:14). Wenn die Menschen nicht zuhören, haben wir eine Gelegenheit, die Tiefe unserer Liebe und Ergebenheit Jehova gegenüber zu beweisen, indem wir nicht nachlassen, das Rechte zu tun (1. Johannes 5:3). Wenn wir überdies bedenken, was die Zukunft der Menschheit bringt, wie könnten wir da von dem Bemühen ablassen, unsere Mitmenschen zu warnen? (2. Timotheus 4:2).
5. (a) Aus welchem weiteren Grund sollten wir im Predigtwerk ausharren? (b) Inwiefern bildet das Predigtwerk eine Grundlage für das Gericht?
5 Außerdem handelte es sich bei dem Predigen Jeremias in Wirklichkeit um ein Gerichtswerk. Als im Jahre 607 v. u. Z. Jerusalem fiel, konnte keiner von denen, die umkamen oder in die Gefangenschaft weggeführt wurden, behaupten, er wisse nicht, warum ihm das widerfahre. Vierzig Jahre lang hatte Jeremia die Israeliten gerade davor gewarnt, für den Fall, daß sie sich Jehova gegenüber weiterhin rebellisch verhielten. (Vergleiche Hesekiel 2:5.) Auch heute bildet das Predigen der guten Botschaft, die „allen Nationen zu einem Zeugnis“ verkündigt wird, eine Grundlage für das Gericht. Das machte der Apostel Paulus deutlich, als er darauf hinwies, daß Christus Jesus Rache an denen üben wird, „die Gott nicht kennen, und an denen, die der guten Botschaft über unseren Herrn Jesus nicht gehorchen“ (2. Thessalonicher 1:8, 9). Die Menschen werden aufgrund ihrer Reaktion auf die gute Botschaft gerichtet werden. Daher muß das Predigtwerk unüberhörbar und in aller Deutlichkeit bis zum Ende weiter durchgeführt werden (Offenbarung 14:6, 7). Nichts sollte uns davon abhalten, mit dieser wichtigen Botschaft so oft wie möglich zu den Menschen zu gehen. Das ist eine große Verantwortung, die auf jedem ergebenen Diener Jehovas ruht.
6. Warum müssen wir fortfahren zu predigen, obwohl man unsere Botschaft weit und breit kennt?
6 Zugegeben, wir mögen die gute Botschaft in unserer Gegend bereits ziemlich ausgiebig gepredigt haben. Doch in der Welt geschieht heutzutage so viel, daß manche Menschen die Botschaft, die sie von uns gehört haben, vergäßen, wenn wir mit dem Predigen aufhören würden. Denken wir nur an die politischen Umstürze, die Terroranschläge, Streiks, Skandale und die zahlreichen anderen Ereignisse, die ausführlich publiziert werden. Dazu kommen die vielen Formen beliebter Unterhaltung und sonstige Ablenkungen. Wir müssen fortfahren zu predigen, um den Menschen unsere Botschaft ständig vor Augen zu halten, weil ihre Aufmerksamkeit durch vieles andere in Anspruch genommen wird.
7. Inwiefern reagieren heute viele ähnlich wie die Israeliten auf das Prophezeien Jesajas, doch warum sollten wir uns dadurch nicht vom Predigen abhalten lassen?
7 Wenn wir bei vielen auf Ablehnung stoßen, sollten wir daran denken, was für Menschen der Prophet Jesaja predigen mußte. Jehova sagte ihm: „Es ist ein rebellisches Volk, lügnerische Söhne, Söhne, die nicht gewillt gewesen sind, das Gesetz Jehovas zu hören; die zu den Sehern gesprochen haben: ‚Ihr sollt nicht sehen‘ und zu denen, die Visionen haben: ‚Ihr sollt nicht irgendwelche geraden Dinge in Visionen für uns schauen. Redet glatte Dinge zu uns, schaut in Visionen trügerische Dinge. Weicht ab vom Weg; biegt ab vom Pfad. Veranlaßt, daß der Heilige Israels unsertwegen aufhöre.‘“ Dessenungeachtet sagte Jesaja dem Volk wahrheitsgetreu: „Jehova ist ein Gott des Gerichts. Glücklich sind alle, die seiner harren“ (Jesaja 30:9-11, 18). Wir sollten ebenso handeln. Solange wir beharrlich sind, werden die Menschen von unserer Botschaft Kenntnis nehmen. Einige werden darauf eingehen, andere nicht. Aber alle haben die Gelegenheit zu hören.
‘Wie werden sie hören?’
8. Warum mögen sich die Menschen anders besinnen, obwohl man denken könnte, sie hätten bereits gegen die Wahrheit Stellung bezogen?
8 Vielleicht entsteht bei uns der Eindruck, die Menschen in einem bestimmten Gebiet hätten bereits eindeutig Stellung bezogen und seien entschlossen, unsere Botschaft abzulehnen oder ihr sogar Widerstand zu leisten. Vergessen wir aber nie, daß das Leben der Menschen ständig Veränderungen unterworfen ist. Möglicherweise stehen sie schon morgen, nächste Woche oder nächsten Monat vor neuen Problemen oder befinden sich in einer neuen Situation und sind daher mit einem Mal für die Wahrheit aufgeschlossen. Sie hören womöglich von beunruhigenden Ereignissen in der Welt oder erleiden wirtschaftliche Rückschläge, werden krank oder verlieren einen Angehörigen durch den Tod. Vielleicht erwachen sie daraufhin und entwickeln den Wunsch, etwas über den Grund für ihr Leid zu erfahren. Wenn wir weiterpredigen, wissen sie, wohin sie sich wenden können.
9. Inwiefern läßt sich unser Predigtwerk mit der Tätigkeit von Rettungshelfern in einem Katastrophengebiet vergleichen?
9 Unsere Lage ist mit der von Rettungshelfern in einem Katastrophengebiet zu vergleichen, zum Beispiel nach einem Erdbeben. Einige Helfer arbeiten vielleicht in einem Abschnitt, in dem weniger Überlebende zu finden sind, aber die Tatsache, daß ihre Kameraden in einer anderen Gegend mehr Überlebende finden, wäre für sie kein Grund, nachzulassen oder aufzugeben. Vielmehr setzen alle Rettungshelfer beharrlich ihre Arbeit fort, selbst wenn sie den Eindruck haben, es gebe in dem ihnen zugeteilten Abschnitt keine Überlebenden mehr. Aber dann finden sie mitunter doch wieder einen Überlebenden. Die Sucharbeit wird erst eingestellt, wenn es sich erweist, daß aufgrund der verflossenen Zeit keine Hoffnung mehr besteht. Nun, unsere Sucharbeit ist noch nicht eingestellt worden, und wir finden immer noch Tausende, ja Abertausende, die den Wunsch haben, aus der alten Welt gerettet zu werden und die „große Drangsal“ zu überleben (Offenbarung 7:9, 14). Selbst in Gegenden, die gründlich bearbeitet worden sind und in denen die meisten Menschen nicht auf die Botschaft reagieren, sind immer noch einige gute Ergebnisse zu verzeichnen. Außerdem gibt es noch andere Gründe weiterzupredigen.
10. Wie nur werden die Menschen gemäß Römer 10:13, 14 wissen, wohin sie sich wenden können, wenn sie nach der Wahrheit suchen?
10 Die Menschen müssen auch ständig daran erinnert werden, daß „jeder, der den Namen Jehovas anruft, ... gerettet“ wird. „Doch“, so fährt Paulus in seinem Brief an die Römer fort, „wie werden sie den anrufen, an den sie nicht geglaubt haben? Wie aber werden sie an den glauben, von dem sie nicht gehört haben? Wie aber werden sie hören, ohne daß jemand predigt?“ (Römer 10:13, 14). Diese Worte sollten jedem von uns die Notwendigkeit einprägen, im Predigen der guten Botschaft vom Königreich beharrlich zu sein.
11. Welche Verantwortung haben wir gegenüber Heranwachsenden?
11 Da die Zeit des Endes immer noch andauert, sind Kinder geboren worden, die mittlerweile das Erwachsenenalter oder ein Alter erreicht haben, in dem sie für sich selbst verantwortlich sind. Viele dieser jungen Leute haben der Wahrheit bis jetzt keine Beachtung geschenkt. Ihre Eltern haben vielleicht die Botschaft abgelehnt und sich sogar dagegen ausgesprochen. Aber nun sind diese Jugendlichen selbst alt genug, um ernsthaft über die Weltverhältnisse, über die Zukunft und über den Sinn des Lebens nachzudenken. Auch sie müssen den Namen Jehovas anrufen, wenn sie gerettet werden wollen. „Wie aber werden sie an den glauben, von dem sie nicht gehört haben?“ (Römer 10:14). Viele dieser Teenager und jungen Erwachsenen sind für die Wahrheit aufgeschlossen; daher müssen wir nach ihnen suchen und ihnen predigen.
12. Inwiefern kommt dadurch, daß wir unser Predigtwerk fortsetzen, die Barmherzigkeit Jehovas zum Ausdruck?
12 Daß immer noch die Möglichkeit besteht zu predigen, ist ein Ausdruck der Barmherzigkeit Jehovas. Der Apostel Petrus schrieb: „Jehova ist hinsichtlich seiner Verheißung nicht langsam, wie es einige für Langsamkeit halten, sondern er ist geduldig mit euch, weil er nicht will, daß irgend jemand vernichtet werde, sondern will, daß alle zur Reue gelangen. Betrachtet ferner die Geduld unseres Herrn als Rettung“ (2. Petrus 3:9, 15). Jehovas Wunsch, daß alle Arten von Menschen gerettet werden, zeigt sich nicht nur dadurch, daß er Zeit einräumt, bevor er sein Urteil vollstreckt, sondern auch durch sein ständiges Appellieren an die Menschen, sich ihm zuzuwenden, um gerettet zu werden (1. Timotheus 2:4). Wenn wir ohne Unterlaß die gute Botschaft predigen, rücken wir Gottes Barmherzigkeit in den Vordergrund und preisen ihn auf diese Weise.
Blutschuld vermeiden
13, 14. (a) Inwiefern läßt sich unser Predigtwerk mit der Tätigkeit eines Wächters vergleichen, wie sie zum Beispiel in der Prophezeiung Hesekiels erwähnt wird? (b) Wieso konnte Paulus sagen, er sei ‘rein vom Blut aller Menschen’, und wann nur können das auch Jehovas Zeugen heute von sich sagen?
13 Die Verantwortung der Jehova hingegebenen Zeugen, die Menschen vor dem kommenden Gericht Gottes zu warnen, läßt sich mit der Verantwortung vergleichen, die Hesekiel zu seiner Zeit trug. Er war zum Wächter für das Haus Israel bestimmt worden. Seine Aufgabe bestand darin, die Israeliten vor der Vernichtung zu warnen, die über sie kommen sollte, wenn sie sich nicht von ihren bösen Wegen abwenden würden. Hätte er als Wächter die Warnung nicht erschallen lassen, so wären die Bösen dennoch vernichtet worden, aber ihr Blut wäre auf das Haupt des nachlässigen Wächters gekommen. Wie Jehova zur Vollstreckung eines Urteils eingestellt ist, zeigte er mit folgenden Worten: „Ich habe kein Gefallen am Tod des Bösen, sondern daran, daß ein Böser von seinem Weg umkehrt und tatsächlich am Leben bleibt. Kehrt um, kehrt um von euren bösen Wegen, denn warum solltet ihr sterben, o Haus Israel?“ (Hesekiel 33:1-11).
14 Der Apostel Paulus erkannte seine Verantwortung als Wächter, denn er sagte zu den Ältesten von Ephesus: „Darum rufe ich euch am heutigen Tag auf, zu bezeugen, daß ich rein bin vom Blut aller Menschen.“ Wieso konnte er das sagen? Er fuhr fort: „Denn ich habe nicht zurückgehalten, euch den ganzen Rat Gottes mitzuteilen“ (Apostelgeschichte 20:26, 27). Genauso verhält es sich heute mit der Wächterklasse, dem Überrest der gesalbten Nachfolger Jesu Christi. Die Glieder dieser Klasse und die über drei Millionen ihrer Gefährten, die hoffen, das Ende des gegenwärtigen Systems der Dinge zu überleben und ewiges Leben auf der Erde zu erlangen, dürfen nie nachlassen, die gute Botschaft vom Königreich Gottes zu predigen und vor der kommenden Urteilsvollstreckung zu warnen. Auf diese Weise vermeiden sie es, Blutschuld auf sich zu laden.
15. Wer wurde gemäß Hesekiel, Kapitel 9 gekennzeichnet, und wer nahm die Kennzeichnung vor?
15 Das heutige Predigtwerk wird prophetisch in Hesekiel, Kapitel 9 beschrieben, wo von dem Beschluß die Rede ist, die Stadt Jerusalem zu bestrafen. Vor der Vollstreckung dieses Urteils wird ein mit Linnen bekleideter Mann, der das Tintenfaß eines Sekretärs an seinen Hüften trägt, angewiesen, durch die Stadt zu gehen und ein Zeichen an der Stirn all derer anzubringen, die über die dort begangenen Abscheulichkeiten seufzen. Wenn dieses Kennzeichnungswerk vollendet ist, würden alle in der Stadt, ausgenommen die zum Überleben Gekennzeichneten, hingerichtet werden. Nach erfolgreicher Vollendung seines Kennzeichnungswerkes berichtet der Mann: „Ich habe getan, wie du mir geboten hast“ (Hesekiel 9:11). Er hat seine Aufgabe treu erfüllt.
16. (a) Wer wird durch den mit Linnen bekleideten Mann heute dargestellt? (b) Inwiefern drängt uns die mit der Rechtfertigung der Souveränität Jehovas verbundene Streitfrage weiterzupredigen?
16 Der mit Linnen bekleidete Mann stellt den gesalbten Überrest der Nachfolger Christi dar. Diesem Überrest hat sich die „große Volksmenge“ „anderer Schafe“ angeschlossen. Die große Streitfrage dreht sich wie in den Tagen Hesekiels um die Rechtfertigung der Souveränität Jehovas. In bezug auf das Ende des gegenwärtigen verderbten Systems der Dinge im Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen, sagt Jehova: „Und die Nationen werden erkennen müssen, daß ich Jehova bin“ (Offenbarung 7:9; Johannes 10:16; Hesekiel 39:7). Damit die Nationen das erkennen, ist es unerläßlich, daß Jehovas Diener auf der Erde fortfahren, seinen Namen und seinen Vorsatz bekanntzumachen — allen Nationen zu einem Zeugnis.
17, 18. (a) Wieso ist uns das fortgesetzte Predigen eine Hilfe, wachsam zu bleiben? (b) Welchen Bericht möchten wir alle Jehova geben können, wenn er dem Predigtwerk ein Ende setzt, und wann nur sind wir dazu in der Lage?
17 Dadurch, daß wir die gute Botschaft vom Königreich weiterhin predigen, bewahren wir auch unsere eigene Wachsamkeit. Wir bleiben uns der Bedeutung des Namens und Vorsatzes Jehovas bewußt. Würden wir nachlassen, so könnte es sein, daß unsere Königreichshoffnung schwindet und wir abgelenkt werden „durch Sorgen und Reichtum und Vergnügungen dieses Lebens ... [und] nichts zur Vollkommenheit“ bringen (Lukas 8:14). Durch Eifer und Beharrlichkeit beim Verkündigen der „guten Botschaft“ befolgen wir das Gebot unseres Herrn Jesus Christus: „Haltet ständig Ausschau, bleibt wach, denn ihr wißt nicht, wann die bestimmte Zeit da ist. Was ich aber euch sage, sage ich allen: Wacht beständig“ (Markus 13:10, 33, 37).
18 Suchen wir alle daher beharrlich nach ‘denen, die seufzen’ — solange Jehova noch Zeit dafür einräumt. Erfüllen wir alle, ob wir zu dem gesalbten Überrest gehören oder zu den „anderen Schafen“, treu unsere Aufgabe, die gute Botschaft vom Königreich auf der ganzen bewohnten Erde allen Nationen zu einem Zeugnis zu predigen (Matthäus 24:14). Möge dann, wenn Jehova selbst diesem Werk durch den Beginn der „großen Drangsal“ ein Ende setzt, jeder von uns zu ihm sagen können: „Ich habe getan, wie du geboten hast.“
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