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  • Ein neues Schisma
    Erwachet! 1990 | 22. Juni
    • Empört über die „protestantische“ Messe

      Besonders die Liturgiereform, die das Zweite Vatikanum herbeigeführt hat, ist für Erzbischof Lefebvre und seine Anhänger ein heikles Thema. Der rebellische Prälat sieht darin eine „Verprotestantierung“ der Messe. Dabei geht es nicht nur darum, daß anstatt der lateinischen Sprache die heutigen Landessprachen gebraucht werden. Lefebvre ist der Meinung, man habe an der Messe zu viel geändert, um sie für die Protestanten anziehend zu machen, und sogar die lateinische Messe, die Papst Paul VI. gutgeheißen habe, sei „ketzerisch“.

      Um den Fortbestand der traditionellen lateinischen Messe zu sichern, gründete Erzbischof Lefebvre im Jahre 1970 in Ecône (Schweiz) ein Priesterseminar. Es wird von der Priesterbruderschaft St. Pius X. geleitet, die Lefebvre im gleichen Jahr gegründet hat. Als seine Bewegung stärker wurde, eröffnete er in Europa und in Amerika weitere konservative katholische Priesterseminare. In diesen werden Hunderte junger Männer zu ultrakonservativen Priestern ausgebildet.

      Der rebellische Prälat hat bereits weit über 200 traditionalistische Priester ordiniert, obschon ihm das 1976 von Papst Paul VI. untersagt wurde. Sie zelebrieren in Prioraten und widerrechtlich besetzten katholischen Kirchen die lateinische Messe.a Der Vatikan gibt zu, daß Lefebvre in der ganzen Welt etwa hunderttausend militante traditionalistische Anhänger hat, andere kirchliche Kreise räumen jedoch ein, daß sich die Zahl einer halben Million nähere. Lefebvre selbst behauptet, daß Millionen Katholiken seine Ansichten teilten.

      Ein Nachfolger erforderlich

      In der katholischen Kirche darf der Bischof Priester ordinieren. Es ist aber ausschließlich Sache des Papstes, die Ordination eines Bischofs zu bestätigen. Der im vorgerückten Alter stehende Lefebvre erkannte, daß seine Priesterbruderschaft ohne einen neuen Bischof in der Gefahr stand, nach seinem Tod auszusterben. Vermutlich hoffte der Vatikan, daß das geschehen werde, und ließ sich deshalb auf langwierige Verhandlungen mit ihm ein. Schließlich stellte er ihm ein Ultimatum: Entweder er akzeptiere die Ordination eines vom Vatikan bestätigten Bischofs, oder er werde exkommuniziert, falls er selbst einen Bischof weihe.

      Am 30. Juni 1988 weihte der rebellische Prälat in Anwesenheit von Tausenden seiner Anhänger vier traditionalistische Bischöfe. Die Pariser Tageszeitung International Herald Tribune meldete: „Die Weihe von vier Bischöfen durch Erzbischof Lefebvre überschattete ein vatikanisches Konsistorium, in dem der Papst 24 Bischöfe zu Kardinälen ernannte. Der Vatikan sagte ein Sonderkonzert ab, um seinen ‚tiefen Schmerz‘ über das Vorgehen des Erzbischofs Lefebvre kundzutun. ‚Dies ist ein Tag der Trauer‘, sagte der [französische] Kardinal Decourtray.“

      Dieses Schisma in der katholischen Kirche hat nicht nur dem Vatikan Schmerzen bereitet, sondern auch Millionen von Katholiken in der ganzen Welt in Verwirrung gestürzt.

  • Schismen im Laufe der Jahrhunderte
    Erwachet! 1990 | 22. Juni
    • 1988: Schisma des Erzbischofs Lefebvre; er führte „ein Schisma in der katholischen Kirche herbei, indem er sich dem Papst und dem Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils widersetzte; ... er betrachtet die Protestanten als Ketzer, sieht im Ökumenismus das Werk des Teufels und zieht es vor, als Exkommunizierter zu sterben, statt sich mit einer ‚modernistischen‘ Kirche zu versöhnen“ (Catholic Herald).

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