-
PhilippinenJahrbuch der Zeugen Jehovas 2003
-
-
Anfänge im Offsetdruck
All die Arbeit im Gebiet und in den Versammlungen wäre erheblich schwerer, gäbe es nicht die ausgezeichneten biblischen Publikationen. Viele Jahre lang wurde in Brooklyn für die Philippinen gedruckt. Anfang der 1970er Jahre baute man jedoch auf dem Gelände des Zweigbüros in Quezon City eine Druckerei und stellte Druckereimaschinen auf, die mit der gleichen Technik arbeiteten wie die Maschinen in der Weltzentrale in Brooklyn. So konnten alle Zeitschriften direkt im Land gedruckt werden.
Im Verlauf der 1970er Jahre wurde klar, dass in der Druckindustrie das Hochdruckverfahren, basierend auf dem Bleisatz, allmählich durch den Offsetdruck abgelöst werden würde. Anweisungen aus der Weltzentrale ließen erkennen, dass auch wir nach und nach darauf umsteigen würden.
Im Jahr 1980 erwarb das Zweigbüro ein kommerzielles Fotosatzsystem. Der südafrikanische Zweig hatte das gleiche System erworben und gab seine Erfahrungen an den philippinischen Zweig weiter. Zur gleichen Zeit wurde zu dem computergestützten Fotosatzsystem außerdem eine kleine Bogenoffsetmaschine gekauft.
Diese Ausrüstung ermöglichte es den Brüdern in kleinem Rahmen, die Techniken des Offsetdrucks zu erlernen. David Namoca, der sich mit Linotype-Setzmaschinen bereits sehr gut auskannte, erlernte den Fotosatz. Andere Brüder lernten, wie man Offsetdruckplatten herstellt und wie man die neu erworbene Druckpresse bedient. So kam es, dass im Zweigbüro schon Ende 1980 manche Ausgaben des Königreichsdienstes und Zeitschriften in Sprachen mit kleineren Auflagen im Offsetdruck hergestellt wurden.
Im Rahmen der Umstellung auf den Offsetdruck hielt die Computertechnologie auch Einzug in den Bereich der Übersetzungs- und Druckvorbereitungsarbeiten. Im Lauf der Zeit wurden die Brüder mit dieser Technologie immer vertrauter und arbeiteten sich so gut hinein, dass die Druckqualität besser wurde und die Druckquantität gesteigert werden konnte. Den Brüdern lag sogar so viel am Fortschritt, dass sie 1982 die Königreichsnachrichten Nr. 31 auf einer Einfarben-Offsetpresse im Vierfarbendruck herstellten. Dazu ließen sie das Papier sechsmal durch die Druckmaschine laufen — viermal für die vierfarbig bedruckte Seite und zweimal für die andere. Der Aufwand war groß und die Qualität ließ vielleicht etwas zu wünschen übrig, aber alle freuten sich darüber, dass auf ihrer eigenen Druckmaschine die Königreichsnachrichten im Vierfarbendruck hergestellt wurden.
Der Anfang war getan, doch wie würde die völlige Umstellung auf das elektronische Fotosatzsystem und den Offsetdruck bewerkstelligt werden? Jehovas Organisation hatte da schon so ihre Pläne und der philippinische Zweig sollte bald davon profitieren.
Jehovas Organisation stellt MEPS zur Verfügung
Die leitende Körperschaft genehmigte die Entwicklung eines computergestützten Fotosatzsystems, das für die beispiellose Aufgabe benötigt wurde, die gute Botschaft in unzähligen Sprachen zu veröffentlichen. Das vielsprachige elektronische Fotosatzsystem MEPS (Multilanguage Electronic Phototypesetting System) wurde in der Weltzentrale entwickelt. Die zeitweise vom philippinischen Zweig genutzten kommerziellen Programme hatten es den Brüdern ermöglicht, sich in begrenztem Rahmen mit der Nutzung von Computern und dem Offsetdruckverfahren vertraut zu machen. Doch mithilfe von MEPS sollte dem Zweigbüro auf den Philippinen und anderen Zweigbüros in aller Welt auf diesem Gebiet wirklich ein großer Schritt nach vorn gelingen.
Zwei Ehepaare von den Philippinen wurden nach Wallkill (New York) eingeladen und dort darin geschult, wie man MEPS-Computer wartet und MEPS-Programme zur Erstellung der Vorlage für den Druck einsetzt. Eine Zeit lang hielt sich auch das Ehepaar Nuico in Brooklyn auf, und Bruder Florizel Nuico lernte, wie man eine MAN-Offsetdruckmaschine bedient. Diese Schulung sollte es dem philippinischen Zweig ermöglichen, vollends auf computergestützte Druckvorbereitungsarbeiten und auf Offsetdruck umzusteigen.
Im Jahr 1983 traf eine MAN-Offsetdruckmaschine auf den Philippinen ein. Sie wurde mithilfe von Lionel Dingle aus dem australischen Zweigbüro aufgestellt. Bruder Nuico brachte einheimischen Brüdern bei, was er in Brooklyn gelernt hatte. Ende 1983 liefen die ersten Zeitschriften vom Band. Doch solange man noch nicht ganz auf das Computersystem umgestiegen war, wurde bei der Herstellung der Zeitschriften eine Zeit lang der herkömmliche Bleisatz mit dem Offsetdruck kombiniert.
Aber das sollte nicht lange so bleiben. Ende 1983 traf der erste MEPS-Computer ein, und die beiden Brüder, die in Wallkill dafür geschult worden waren, brachten anderen bei, das MEPS-System zu bedienen und die Ausrüstung zu warten. Schon bald lief die Produktion auf vollen Touren. Dutzende Bethelmitarbeiter wurden gründlich geschult, das System für die Übersetzung, die Texteingabe, die Seitengestaltung und das Belichten der Druckvorlage zu verwenden beziehungsweise Computer zu reparieren, wobei solche Schulungen auf den Philippinen wegen der vielen Sprachen gar nicht so einfach sind. Allein Der Wachtturm wird neben Englisch in sieben Sprachen hergestellt. MEPS war genau das Richtige für diese Aufgabe.
Die Qualität der Publikationen verbesserte sich merklich. Über die Brüder in der Druckerei sagt Cesar Castellano, einer der Mitarbeiter: „Die meisten unserer Brüder kommen aus der Landwirtschaft. Manche hatten keine Ahnung von Technik. Es ist so beeindruckend, zu sehen, wie Jehova die Brüder durch seinen Geist zu so vielem befähigt, sogar zum Drucken.“ Die Brüder lernten dazu und die Verkündiger im Gebiet erhielten immer ansprechendere Publikationen. Der Fortschritt in der Drucktechnik wirkte sich aber auf etwas noch viel Wichtigeres positiv aus — auf den Glauben der Brüder.
Zeitgleich geistige Speise
Als die Zeitschriften für die Philippinen noch in Brooklyn gedruckt wurden, dauerte es mindestens sechs Monate, bis der Inhalt der englischen Zeitschriften auch in den Sprachen der Philippinen veröffentlicht wurde. Die Zeitschriften wurden zwar im Land übersetzt, aber das Hin- und Hersenden der Manuskripte und der Probedrucke und der Versand der gedruckten Zeitschriften kostete letztendlich doch immer viel Zeit. Auch als die Zeitschriften in den 1970er Jahren auf den Philippinen gedruckt wurden und man dadurch eigentlich Zeit sparte, erschienen sie immer noch sechs Monate später als die englische Ausgabe. Viele der philippinischen Brüder fragten sich: „Wäre es nicht schön, wenn unsere Zeitschriften zur selben Zeit erscheinen würden wie die englischen?“ Aber das war jahrelang nur ein Traum.
Dank MEPS und der veränderten Produktionsverfahren wurde dieser Traum nun Wirklichkeit. Die leitende Körperschaft erkannte, wie sehr es das gesamte Volk Jehovas einigen würde, zur gleichen Zeit denselben Stoff zu studieren. Also arbeitete man darauf hin, und ab Januar 1986 erschien Der Wachtturm zeitgleich in Englisch und in vier Landessprachen: Cebuano, Hiligaino, Iloko und Tagalog. Andere Sprachen kamen bald hinzu. Auf den Bezirkskongressen 1988 gab es dann eine große Überraschung: Das Buch Die Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe! wurde gleichzeitig in Englisch und in drei Landessprachen freigegeben! Die Brüder freuten sich sehr — nicht nur weil sie nun interessierten Menschen Literatur in ansprechenderer Aufmachung anbieten konnten, sondern weil ihnen dasselbe geistige Ernährungsprogramm zur gleichen Zeit zugute kam wie den meisten Brüdern in aller Welt.
All diese Verbesserungen kamen zu einer Zeit, als in manchen Teilen des Landes große Unruhen herrschten. Durch die Veröffentlichungen wurde den Brüdern deutlich vor Augen geführt, dass sie Jehova ständig zu ihrer Feste machen mussten.
-
-
PhilippinenJahrbuch der Zeugen Jehovas 2003
-
-
[Bild auf Seite 186]
Seit 1980 wird mit einem computergestützten Fotosatzsystem gearbeitet
-