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  • Prüfungen meistern dank der Kraft Gottes
    Erwachet! 2000 | 22. Oktober
    • Im April 1958 wurde ich ins Arbeitslager 21 unweit von Dnjepropetrowsk gebracht, über 700 Kilometer von zu Hause entfernt, wo ich die verbleibende Strafe abbüßen sollte. Dort hieß es um 6 Uhr früh aufstehen. Nach dem Frühstück wurden wir mit Lastwagen etwa 50 Kilometer weit zu unserem Arbeitsplatz außerhalb des Lagers gefahren. Wir arbeiteten 8 Stunden auf einer Baustelle und wurden dann zum Schlafen wieder ins Lager zurückgebracht.

      Wir schliefen in Baracken, in denen jeweils etwa 100 Häftlinge untergebracht waren. Bei kärglicher Nahrung und unter spartanischen Lebensbedingungen hatte ich wenigstens den Vorteil, mit zwei weiteren Zeugen Jehovas in der gleichen Baracke zusammensein zu können. Jeder von uns bemühte sich gewissenhaft, jeweils die beiden anderen zu ermuntern. Das ist ein weiteres Mittel, durch das Jehova seinen Dienern in Bedrängnis Kraft zukommen läßt: die Gemeinschaft mit Glaubensbrüdern (2. Korinther 7:6).

      Insgesamt befanden sich 12 Zeugen Jehovas im Lager. Einige bekamen von außerhalb des Lagers lebenden Verwandten einzelne Seiten von Wachtturm-Ausgaben geschickt, versteckt in Lebensmittelpaketen. Die meisten Pakete wurden von den Wachen geöffnet und durchsucht, bevor sie uns ausgehändigt wurden. Damit die Seiten des Wachtturms nicht entdeckt würden, wickelten die Verwandten sie in Plastik ein und steckten sie in Marmeladendosen, denn die Wachen machten sich nicht die Mühe, die Dosen zu öffnen. Nachdem wir die Artikel erhalten hatten, schrieben wir sie uns ab und verteilten sie untereinander.

      Wir bemühten uns auch nach Kräften, Gottes Königreich zu verkünden, und Jehova segnete unsere Anstrengungen. Zum Beispiel lernte ich einen Häftling namens Sergej kennen, der als Buchhalter in einem staatlichen Betrieb in der Ostukraine gearbeitet hatte. Als man an seinem Arbeitsplatz einen Betrug aufdeckte, wurde er dafür verantwortlich gemacht und zu zehn Jahren Lagerhaft verurteilt. Mehrere Zeugen Jehovas im Lager studierten mit ihm an Hand der jeweils verfügbaren Zeitschriften. Sergej reagierte positiv und sagte schließlich zu mir: „Wenn ich freigelassen werde, will ich mich als Zeuge Jehovas taufen lassen.“ Er hielt sein Versprechen; kurz nach seiner Freilassung ließ er sich taufen, und er diente Jehova treu bis zu seinem Tod.

  • Prüfungen meistern dank der Kraft Gottes
    Erwachet! 2000 | 22. Oktober
    • [Bild auf Seite 22]

      Zusammen mit anderen Zeugen im Arbeitslager 21

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