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  • Ihr Ältesten, behütet das euch anvertraute Gut
    Der Wachtturm 1989 | 15. September
    • Ihr Ältesten, behütet das euch anvertraute Gut

      „Gebt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher euch der heilige Geist zu Aufsehern ernannt hat, um die Versammlung Gottes zu hüten, die er mit dem Blut seines eigenen Sohnes erkauft hat“ (APOSTELGESCHICHTE 20:28).

      1. Was schließt das allen Christen anvertraute Gut ein?

      JEHOVA GOTT hat allen, die zu seiner irdischen Organisation gehören, ein wunderbares Gut anvertraut. Was ist aber ein anvertrautes Gut? Es ist etwas Wertvolles, was jemandem übergeben worden ist und worüber er Rechenschaft ablegen muß. Das Gut, das Christen anvertraut worden ist, schließt „das Muster gesunder Worte“ ein, die Wahrheit aus der Bibel, die von dem „treuen und verständigen Sklaven“ als „Speise zur rechten Zeit“ an sie ausgeteilt wird (2. Timotheus 1:13, 14; Matthäus 24:45-47). Zu diesem Gut gehört auch der Dienst für Gott in Verbindung mit der Wahrheit, die innerhalb und außerhalb der Versammlung gepredigt werden muß (2. Timotheus 4:1-5). Alle Königreichsverkündiger, auch die durch den Geist ernannten Ältesten, sollten dieses ihnen anvertraute Gut als von höchstem Wert betrachten.

      2. Was ist Ältesten zusätzlich anvertraut worden, und was sagte Petrus darüber?

      2 Christlichen Ältesten ist noch etwas anderes anvertraut worden: die Verantwortung, die Herde Gottes zu hüten. Hierüber schrieb der Apostel Petrus: „Daher gebe ich den älteren Männern unter euch diese Ermahnung, denn auch ich bin ein älterer Mann wie sie und ein Zeuge der Leiden des Christus, ja ein Teilhaber an der Herrlichkeit, die geoffenbart werden soll: Hütet die Herde Gottes, die in eurer Obhut ist, nicht aus Zwang, sondern freiwillig; auch nicht aus Liebe zu unehrlichem Gewinn, sondern voll Eifer; auch nicht als solche, die über die herrschen, die Gottes Erbe sind, sondern indem ihr Vorbilder für die Herde werdet. Und wenn der Oberhirte offenbar gemacht worden ist, so werdet ihr die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen“ (1. Petrus 5:1-4).

      3. Als was müssen sich christliche Älteste erweisen?

      3 Ein christlicher Ältester „soll sich wie ein Bergungsort vor dem Wind und ein Versteck vor dem Regensturm erweisen, wie Wasserbäche in einem wasserlosen Land, wie der Schatten eines wuchtigen zerklüfteten Felsens in einem erschöpften Land“ (Jesaja 32:1, 2). Das bedeutet, daß Älteste für die Herde der schafähnlichen Diener Gottes wie eine Oase der Sicherheit, des Friedens und der Stabilität sein sollten. Von Ältesten oder Unterhirten der Herde wird „mehr als das Übliche“ verlangt, weil sie ‘über vieles gesetzt worden sind’ (Lukas 12:48). Und das ihnen anvertraute Gut ist bestimmt etwas Kostbares, was behütet werden muß.

      Warum euch anvertraut?

      4. Warum werden so viele Älteste benötigt?

      4 Die weltweit über 60 000 Versammlungen der Zeugen Jehovas benötigen Zehntausende von geistig befähigten Männern, die sich um Gottes Herde kümmern. In jedem Land gibt es viele Älteste, und das ist erfreulich. Durchschnittlich haben die Versammlungen ungefähr 60 Königreichsverkündiger. Das bedeutet, daß Älteste viel zu tun haben (1. Korinther 15:58).

      5. Auf welcher Grundlage wird einem Mann das Vorrecht übertragen, als Ältester zu dienen?

      5 Warum wurde dir als Ältesten dieses gesegnete Vorrecht übertragen? Weil du gewisse Dinge getan hast und du geistige Fähigkeiten aufweist. Zum Beispiel mußt du Gottes Wort fleißig studiert haben (Josua 1:7, 8). Du mußt dich eifrig am Predigtdienst beteiligt und auch anderen geholfen haben, Königreichsverkündiger zu werden. Nachdem du ‘auf deine Eignung geprüft’ worden bist, hast du treu als Dienstamtgehilfe gedient. Du hast danach ‘gestrebt’ oder getrachtet, die Voraussetzungen für das Amt eines Ältesten zu erfüllen, und hast erkannt, daß mit dem Amt eines Aufsehers „vortreffliche Arbeit“ verbunden ist (1. Timotheus 3:1, 10). Du standest wie Timotheus ‘bei den Brüdern in gutem Ruf’ (Apostelgeschichte 16:2). Als man dich als Ältesten empfahl, warst du wahrscheinlich Ende 20 oder noch älter und hattest bereits Lebenserfahrung. Die Versammlung respektierte dich als geistig reifen, zugänglichen Bruder, der wirkungsvoll biblischen Rat geben kann und die Vertraulichkeit wahrt (Sprüche 25:9, 10).

      Wie du das dir anvertraute Gut behüten kannst

      6, 7. Welcher Rat aus 1. Timotheus 4:13-15 ist einem Mann eine Hilfe, das ihm als Ältesten anvertraute Gut zu behüten?

      6 Ja, dir als Ältesten ist die christliche Aufsicht nicht ohne guten Grund anvertraut worden. Und du hast darin ein wirklich großes Vorrecht gesehen. Aber wie kannst du dieses dir anvertraute Gut behüten?

      7 Eine Möglichkeit, das dir anvertraute Gut als Ältester zu behüten, besteht darin, daß du positiv eingestellt bist und dich eifrig um deine Aufgaben kümmerst. Jeder in Jehovas Organisation hat Aufgaben in verschiedenen Verantwortungsbereichen. Bleibe daher an deinem Platz, und begnüge dich damit, ‘dich als ein Geringerer zu benehmen’ (Lukas 9:46-48; vergleiche Richter 7:21). Schätze deine Vorrechte, und arbeite nie „mit lässiger Hand“ (Sprüche 10:4). Bleibe nicht stehen, sondern mache mit der Hilfe Jehovas in allen Bereichen des Dienstes Fortschritte. Beachte den folgenden Rat, den Paulus dem Timotheus gab: „Widme dich weiterhin dem Vorlesen, dem Ermahnen, dem Lehren. Vernachlässige die Gabe in dir nicht, die dir durch eine Voraussage verliehen wurde und dadurch, daß dir die Körperschaft der älteren Männer die Hände auflegte. Sinne über diese Dinge nach; geh darin auf, damit dein Fortschritt allen Menschen offenbar werde“ (1. Timotheus 4:13-15).

      8. Was hilft einem Ältesten, vernünftigen Rat zu geben und in den Zusammenkünften anderen etwas zu vermitteln, was sie geistig bereichert?

      8 Halte dich unbedingt an ein gutes, produktives persönliches Studienprogramm. Von dir als Ältesten wird mit Recht erwartet, daß du vernünftigen biblischen Rat geben kannst. Hast du, um dieser Verantwortung nachkommen zu können, die ganze Bibel gelesen, vielleicht etliche Male, und dabei über das Gelesene nachgedacht? (Sprüche 15:28). Wie verhält es sich mit deinen Ansprachen? Du solltest sie gut vorbereiten und Jehova im Gebet um Hilfe bitten, damit du den in den Zusammenkünften Anwesenden etwas vermitteln kannst, was sie geistig bereichert. Was Älteste sagen, sollte vor allem ‘zur Erbauung gut sein, damit es den Hörern förderlich sei’ (Epheser 4:29; Römer 1:11).

      9. Was muß ein Ältester gemäß 2. Timotheus 4:2 tun?

      9 Beachte als Ältester die Ermahnung des Paulus: „Predige das Wort, halte dringend darauf in günstiger Zeit, in unruhvoller Zeit, weise zurecht, erteile Verweise, ermahne, mit aller Langmut und Kunst des Lehrens“ (2. Timotheus 4:2). Paulus machte sich Sorgen wegen Abtrünnigkeit, weil einige in der Versammlung ‘um Worte stritten’, sich auf ‘törichte Streitfragen’ einließen und ‘gegenüber der Wahrheit ungünstig gesinnt waren’ (2. Timotheus 2:14-18, 23-25; 3:8-13; 4:3, 4). Timotheus sollte ‘das Wort predigen’, ob sich die Versammlung in einer unruhvollen oder in einer günstigen Zeit befand. Dadurch würden seine Glaubensbrüder gefestigt, so daß sie der Abtrünnigkeit widerstehen könnten. Ebenso müssen Älteste heute die göttliche Botschaft predigen, Gottes Wort, das bis ins Herz dringt und dazu ermuntert, an Jehovas Maßstäben festzuhalten (Hebräer 4:12).

      10. Warum sollte ein Ältester regelmäßig mit seiner Frau, seinen Kindern und anderen in den Predigtdienst gehen?

      10 Damit das, was ein Ältester sagt, glaubwürdig ist, muß er nach dem Wort Gottes leben. Wenn er das Wort nur in der Versammlung vom Podium aus predigt, behütet er das ihm anvertraute Gut nicht völlig. In demselben Zusammenhang forderte Paulus Timotheus auf: „Verrichte das Werk eines Evangeliumsverkündigers.“ Um als Ältester ‘deinen Dienst völlig durchzuführen’, mußt du Gottes Wort „öffentlich und von Haus zu Haus“ verkündigen (2. Timotheus 4:5; Apostelgeschichte 20:20, 21). Gehe daher mit den Gliedern deiner Familie in den Predigtdienst. Das kann die geistigen Bande zwischen dir und deiner Frau stärken und wird auch den Kindern zugute kommen. Verbringe ferner mit anderen Gliedern der Versammlung etwas Zeit im Predigtdienst. Dies stärkt die geistige Bindung und fördert die Liebe unter den Brüdern (Johannes 13:34, 35). Natürlich muß sich ein Ältester bemühen, seine kostbare Zeit auf seine Familie und die Versammlung ausgewogen aufzuteilen. Die Anwendung von Unterscheidungsvermögen wird verhindern, daß er der einen Sache auf Kosten der anderen zuviel Zeit widmet.

      11. Warum sollte ein Ältester alles daransetzen, seine Lehrfähigkeit zu verbessern?

      11 Um das dir als Ältesten anvertraute Gut zu behüten, mußt du auch alles daransetzen, deine Lehrfähigkeit zu verbessern. „Wer lehrt, der widme sich seinem Lehren“, sagte Paulus, „oder wer ermahnt, der widme sich seinem Ermahnen“ (Römer 12:7, 8). Da ein Lehrer andere unterweist, wird von ihm zu Recht viel erwartet. Unterläuft einem Ältesten beim Lehren ein schwerwiegender Irrtum und bringt dies für seine Mitbrüder Schwierigkeiten mit sich, so hat er von Gott ein Strafurteil zu erwarten. Ja, Lehrer werden „ein schwereres Gericht empfangen“ (Jakobus 3:1, 2; Matthäus 12:36, 37). Daher müssen Älteste Gottes Wort ernsthaft studieren und das Gelernte anwenden. Dann wird ihr biblisches Lehren, unterstützt durch die persönliche Anwendung, von den Mitbrüdern sehr geschätzt. Dadurch wird die Versammlung auch gegen schädliche Einflüsse wie Abtrünnigkeit abgeschirmt.

      Hüte dich vor Fallgruben

      12. Welcher Rat, der in einer früheren Ausgabe des Wachtturms veröffentlicht wurde, bewahrt einen Ältesten vor dem Mißbrauch der Zunge?

      12 Behüte das dir als Ältesten anvertraute Gut auch dadurch, daß du dich vor Fallgruben hütest. Eine Fallgrube besteht darin, daß ein Lehrer seine Zunge mißbraucht. Daß in dieser Hinsicht Vorsicht geboten ist, wird von Jehovas Organisation seit langem hervorgehoben. Zum Beispiel wurde in der englischen Ausgabe des Wachtturms vom 15. Mai 1897 Jakobus 3:1-13 behandelt, und es hieß darin besonders in bezug auf Älteste: „Wenn sie eine redegewandte Zunge haben, mag von ihnen ein Strom reichen Segens ausgehen, der viele mitreißt und sie dem Herrn, der Wahrheit und dem Wege der Gerechtigkeit zuführt; ist die Zunge dagegen durch Irrlehren verunreinigt, kann sie dem Glauben, den Sitten und den guten Werken unsäglich schaden. Es stimmt tatsächlich, daß jeder, der die Gabe des Lehrens hat und auch lehrt, vor Gott und Menschen offen zu erkennen gibt, daß er eine größere Verantwortung trägt. ... Wer immer ein Born ist, aus dem das Wort Gottes hervorströmt, das sowohl Segen als Erquickung bringt und auch stärkt, sollte darauf achten, daß bittere Wasser — d. h. Irrlehren, die einen Fluch heraufbeschwören würden, oder eine Kränkung, die Gott entehrt und sein Wort verdreht — in ihm kein Sprachrohr finden. Bei der Auswahl von Zusammenkunftsleitern sollte die Befähigung der ,Zunge‘, wie sie hier beschrieben wird, nicht übersehen werden. Nicht die mit feuriger Zunge sollten ausgewählt werden, sondern die Sanftmütigeren, die Gemäßigteren, die ihre Zunge ,zügeln‘ und sorgsam darauf bedacht sind, nur so zu reden, als seien es die Aussprüche Gottes.“ Wie wichtig es doch ist, als Ältester seine Zunge richtig zu gebrauchen!

      13. Was müssen Älteste in bezug auf Entspannung beachten?

      13 Auch übertriebene Entspannung ist eine Fallgrube, vor der man sich hüten muß. Entspannung sollte einen Christen nicht erschöpfen oder ablenken, sondern erquicken und stärken. Außerdem muß ein Aufseher „mäßig in den Gewohnheiten“ sein (1. Timotheus 3:2). Wenn das, was du zur Entspannung unternimmst, von Mäßigkeit zeugt, wird dein Verhalten dir und deiner Familie zum Schutz sein und der Versammlung als vortreffliches Beispiel dienen. Du wärest kaum ein gutes Vorbild, wenn du am Wochenende immer wieder zum Zweck der Entspannung wegfahren würdest, während sich deine Glaubensbrüder eifrig am Predigtdienst beteiligten. Die gute Botschaft muß verkündigt werden, und Älteste sollten als eifrige Königreichsverkündiger die Führung darin übernehmen (Markus 13:10; Titus 2:14).

      14. (a) Welche biblischen Vorbilder unterstreichen die Notwendigkeit, daß sich Älteste vor sexueller Unmoral in acht nehmen? (b) Welchen wiederholt gegebenen Rat sollten Älteste nicht übersehen, wenn sie Glaubensschwestern beistehen?

      14 Sexuelle Unmoral ist eine weitere Fallgrube, vor der man sich hüten muß. Der Sittenverfall in der Welt kann sich auch auf einen Ältesten auswirken, wenn er den Versuchungen nicht widersteht, die Satan benutzt, um die Lauterkeit des Volkes Gottes zu brechen. (Vergleiche Matthäus 4:1-11; 6:9, 13.) Man bedenke, daß der Prophet Bileam, der die Israeliten nicht verfluchen konnte, folgerte, Jehova selbst würde sie verfluchen, wenn sie dazu verleitet werden könnten, sich am Geschlechtskult zu beteiligen. Daher riet Bileam dem Moabiterkönig Balak, „den Söhnen Israels eine Ursache zum Straucheln zu geben, so daß sie Dinge äßen, die Götzen geopfert sind, und Hurerei begingen“. Waren die Israeliten vor dieser Fallgrube auf der Hut? Nein, denn 24 000 von ihnen starben an einer Plage, die Jehova über sie brachte, weil sie mit Moabiterinnen unmoralische Beziehungen hatten und sich vor deren Göttern niedergebeugt hatten (Offenbarung 2:14; 4. Mose 25:1-9). Man bedenke auch, daß sogar David, ‘ein Mann, der dem Herzen Gottes angenehm war’, in die Fallgrube der sexuellen Unmoral hineinstolperte (1. Samuel 13:14; 2. Samuel 11:2-4). Befolge also als Ältester den wiederholt gegebenen Rat des „treuen Verwalters“, nie mit einer Glaubensschwester allein zu sein, um ihr beizustehen, sondern einen anderen Ältesten mitzunehmen, wenn du dieser Verantwortung nachkommst (Lukas 12:42).

      15. Wie kann die Familie eines Ältesten dazu beitragen, daß er nicht in die Fallgrube des Materialismus hineinstolpert?

      15 Materialismus ist eine weitere Fallgrube, vor der sich ein Ältester in acht nehmen muß. Sei mit dem Notwendigen zufrieden, da du weißt, daß Jehova uns angemessen versorgt (Matthäus 6:25-33; Hebräer 13:5). Schule deine Familie, mit allem hauszuhalten, denn Verschwendung raubt Zeit und Mittel, die der Familie zugute kommen könnten und auch dazu dienen könnten, sich am Predigtdienst zu beteiligen, die Versammlung zu stärken und die Königreichsinteressen zu fördern. Einem Ältesten kommt die Unterstützung seiner Familie in dieser Hinsicht zugute, und er ist dankbar, wenn sie ihn nicht wegen Dingen drängt, die eigentlich nicht benötigt werden. Ja, „besser ist ein wenig in der Furcht Jehovas als reichlich Vorrat und Verwirrung dabei“ (Sprüche 15:16).

      „Gebt acht auf euch selbst“

      16. Welchen Rat gab Paulus den Aufsehern von Ephesus?

      16 Wenn Älteste das ihnen anvertraute Gut behüten wollen, müssen sie den Rat befolgen, den Paulus den Aufsehern von Ephesus gab. Er sagte zu ihnen: „Gebt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher euch der heilige Geist zu Aufsehern ernannt hat, um die Versammlung Gottes zu hüten, die er mit dem Blut seines eigenen Sohnes erkauft hat. Ich weiß, daß nach meinem Weggang bedrückende Wölfe bei euch eindringen und die Herde nicht schonen werden, und aus eurer Mitte selbst werden Männer aufstehen und verdrehte Dinge reden, um die Jünger hinter sich her wegzuziehen“ (Apostelgeschichte 20:28-31).

      17, 18. Welcher Rat, der vor etwa 80 Jahren in einer Ausgabe des Wachtturms veröffentlicht wurde, trifft immer noch auf christliche Älteste zu?

      17 Vor über 80 Jahren wurde der obige Rat, den Paulus Mitältesten gab, in der englischen Ausgabe des Wachtturms (1. März 1909) angeführt und wie folgt kommentiert: „Überall müssen Älteste besonders achtgeben; denn in jeder Prüfung widerfahren den Begünstigtesten und Prominentesten die schwersten Heimsuchungen und Erprobungen. Deshalb läßt ... [Jakobus] die Ermahnung ergehen: ‚Liebe Brüder, unterwinde sich nicht Jedermann, Lehrer zu sein; und wisset, daß wir desto mehr Urtheil empfangen werden.‘ Gleichermaßen ermahnen wir alle die Ältesten, deren Herz rein und selbstlos ist, daß sie für alle Menschen nichts als Liebe und gute Wünsche haben und daß sie mehr und mehr mit den Früchten und Gnaden des heiligen Geistes angefüllt sind und auch auf die Herde achtgeben. Bedenkt, daß es die Herde des Herrn ist und daß ihr gegenüber dem Herrn verantwortlich seid und auch für die Herde Verantwortung tragt. Bedenkt, daß ihr über ihre Seelen (Interessen) wachen sollt als solche, die dem großen Oberhirten Rechenschaft ablegen müssen. Bedenkt, daß die Liebe bei allem das Wichtigste ist; und achtet, ohne die Lehre zu vernachlässigen, besonders auf das Wachstum des Geistes des Herrn unter den verschiedenen Gliedern seines Leibes, daß sie somit werden ‚zu dem Erbtheil der Heiligen im Licht‘ und es ihnen nach Gottes Willen nicht widerfahren möge, in diesen bösen Tagen zu straucheln, sondern daß sie alles getan haben mögen, um ungeteilt mit Christus zu sein, seinem Leib, seinen Gliedern, seinen Mitleidenden, seinen Miterben.“

      18 Diese Worte waren an geistgesalbte Älteste und an andere Glaubensbrüder gerichtet und entsprachen dem damaligen Verständnis der Organisation Jehovas und den damaligen Umständen. Doch wie gut trifft dieser Rat auch heute zu! Christliche Älteste müssen, ungeachtet dessen, ob sie eine himmlische oder eine irdische Hoffnung haben, auf sich selbst achtgeben, das ihnen anvertraute Gut behüten und sich liebevoll der Herde Gottes annehmen.

      Das dir anvertraute Gut zu behüten bereitet Freude

      19, 20. Warum kann gesagt werden, daß es Freude bereitet, wenn Älteste das ihnen anvertraute Gut behüten?

      19 Das dir als christlichen Ältesten anvertraute Gut zu behüten bringt Glück, ja Herzensfreude. Es bereitet auch Vergnügen, einer ernsten Verantwortung gut nachzukommen. Sei daher auf der Hut, bete unablässig und sei eifrig. Behüte das Gut, das dir als Ältesten anvertraut worden ist, und sieh der Zeit entgegen, wo du wie der Mann mit dem Tintenfaß eines Sekretärs sagen kannst: „Ich habe getan, wie du mir geboten hast“ (Hesekiel 9:3, 4, 11).

      20 Ja, handle als Ältester loyal, so daß von dir wie von Noah gesagt werden kann: „Geradeso tat er“ (1. Mose 6:22). Der Versammlung kommt ein solch eifriger Dienst auf vielerlei Weise zugute. Und vor allem gereicht es Jehova zur Ehre, wenn in starken, rege tätigen Versammlungen treue Älteste dienen, die das ihnen anvertraute Gut behüten. Damit du aber das Lob empfangen kannst: „Wohlgetan, guter Sklave!“, ist noch mehr nötig (Lukas 19:17). Als Ältester mußt du die Herde Gottes auch schonend behandeln.

  • Ihr Ältesten, behandelt die Herde Gottes schonend!
    Der Wachtturm 1989 | 15. September
    • Ihr Ältesten, behandelt die Herde Gottes schonend!

      „Wir wurden in eurer Mitte sanft, wie wenn eine nährende Mutter ihre eigenen Kinder hegt und pflegt“ (1. THESSALONICHER 2:7).

      1. Warum kann sich jeder loyale Zeuge Jehovas sicher fühlen?

      JEHOVA ist der große Hirte. Er versorgt seine schafähnlichen Diener reichlich und führt sie um seines heiligen Namens willen „auf den Spuren der Gerechtigkeit“. Folglich haben diejenigen, die seinen Willen tun, nichts zu befürchten und können sich an ihren mitfühlenden Gott wenden, um getröstet zu werden. Tatsächlich hat jeder loyale Zeuge Jehovas guten Grund, sich unter der liebevollen Fürsorge Gottes sicher zu fühlen (Psalm 23:1-4).

      2. Welche Eigenschaften bekundet Jesus als der Widerschein der Herrlichkeit Gottes?

      2 Jesus Christus ist „der Widerschein seiner [Gottes] Herrlichkeit und der genaue Abdruck seines Wesens selbst“ (Hebräer 1:1-4). Daher bekundet auch Jesus, der vortreffliche Hirte, Liebe und Mitgefühl (Johannes 10:14, 15). Bei einer Gelegenheit zum Beispiel „sah er eine große Volksmenge, doch ergriff ihn Mitleid mit ihnen, denn sie waren wie Schafe ohne einen Hirten. Und er fing an, sie viele Dinge zu lehren“ (Markus 6:34).

      3. (a) Welche Eigenschaften Jehovas Gottes und Jesu Christi sollten christliche Unterhirten nachahmen? (b) Was riet der Apostel Paulus den Aufsehern, und wovor warnte er sie?

      3 Alle Christen sollten ‘Nachahmer Gottes sein und weiterhin in der Liebe wandeln, so wie der Christus sie geliebt hat’ (Epheser 5:1, 2). Deshalb müssen sie liebevoll und mitfühlend sein. Dies gilt vor allem für die Unterhirten der Herde Gottes. Der Apostel Paulus sagte: „Gebt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher euch der heilige Geist zu Aufsehern ernannt hat, um die Versammlung Gottes zu hüten, die er mit dem Blut seines eigenen Sohnes erkauft hat. Ich weiß, daß nach meinem Weggang bedrückende Wölfe bei euch eindringen und die Herde nicht schonen werden, und aus eurer Mitte selbst werden Männer aufstehen und verdrehte Dinge reden, um die Jünger hinter sich her wegzuziehen“ (Apostelgeschichte 20:28-30).

      4. (a) Was geschah im Laufe der Zeit in bezug auf die Warnung des Paulus aus Apostelgeschichte 20:29, 30? (b) Welche Fragen verdienen es nun, betrachtet zu werden?

      4 Im Laufe der Zeit traten abtrünnige „bedrückende Wölfe“ in Erscheinung, und sie ‘schonten die Herde nicht’. Wie froh wir als Zeugen Jehovas sind, daß unsere Ältesten nicht so tyrannisch handeln! Welche Art Behandlung können indes Mitbrüder dieser durch den Geist ernannten Aufseher von ihnen erwarten? Und wie können jene Ernannten Jehovas Schafe schonend behandeln?

      Nicht den Herrn über die Herde spielen

      5. (a) Wie behandeln weltliche Führer meist ihre Untertanen? (b) Wie erklärte Jesus, daß tyrannische Härte unter seinen Nachfolgern fehl am Platze ist?

      5 Wir dürfen von christlichen Ältesten mit Recht erwarten, daß sie uns mitfühlend behandeln. Sie gleichen nicht den weltlichen Herrschern, die meist über ihre Untertanen den Herrn spielen. Zum Beispiel wird von Karl dem Großen (Regierungszeit: 768—814 u. Z.) berichtet, daß er „die Sachsen unter Androhung der Todesstrafe zwang, die Taufe zu empfangen, die schwersten Strafen für Verstöße gegen die Fastenzeit verhängte und überall Bekehrung durch Zwang ersetzte“ (William Jones, The History of the Christian Church). Unter Jesu Nachfolgern ist tyrannische Härte fehl am Platze, denn er sagte: „Ihr wißt, daß die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen mißbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele“ (Matthäus 20:25-28, Einheitsübersetzung).

      6. (a) Welche grundlegenden Faktoren treten in bezug auf Älteste deutlich hervor? (b) Was kann die Versammlung mit gutem Grund von Ältesten erwarten, und als was sollten sich diese Männer betrachten?

      6 Ein christlicher Mann, der „nach dem Amt eines Aufsehers strebt, begehrt ... vortreffliche Arbeit“ (1. Timotheus 3:1). Wenn wir dies in Betracht ziehen und auch den soeben angeführten Rat Jesu berücksichtigen, so treten folgende grundlegenden Faktoren deutlich hervor: 1. Christliche Älteste dürfen andere nicht tyrannisch behandeln; 2. diejenigen, die unter Jesu Nachfolgern Verantwortung tragen, müssen deren Sklaven sein, nicht ihre Herren; 3. Männer, die nach dem Amt eines Aufsehers streben, sollten das Amt als „vortreffliche Arbeit“ auffassen, nicht als eine hohe Stellung (Sprüche 25:27; 1. Korinther 1:31). Die Bezeichnung „Ältester“ erhöht einen Anbeter Jehovas nicht über andere. Vielmehr erwartet die Versammlung von allen Ältesten mit gutem Grund, daß sie geistig reife, erfahrene und demütige Männer sind, die im heiligen Dienst die Führung übernehmen. Ja, Älteste sollten sich als demütige Sklaven Jehovas Gottes, Jesu Christi und ihrer Mitchristen betrachten (Römer 12:11; Galater 5:13; Kolosser 3:24).

      7. (a) Wie sollten Älteste das, was in 2. Korinther 1:24 gesagt wird, im Umgang mit anderen anwenden? (b) Was sollten Älteste tun, wenn Anweisungen von der leitenden Körperschaft eintreffen?

      7 Wenn ein Ältester anderen demütig dient, wird er wohl kaum ‘den Herrn über sie spielen’. Und wie gut, daß unsere Aufseher wie Paulus eingestellt sind! Er sagte zu den Christen in Korinth: ‘Wir sind nicht die Herren über euren Glauben, sondern wir sind Mitarbeiter an eurer Freude’ (2. Korinther 1:24). Demgemäß bürden diejenigen, die liebevoll die Aufsicht führen, ihren Mitbrüdern nicht unnötigerweise menschliche Regeln auf. Statt dessen lassen sich die Aufseher in den Reihen der Zeugen Jehovas von biblischen Grundsätzen leiten und leisten ihren Mitbrüdern auf freundliche Weise nützliche Dienste. Sie schenken der Herde Gottes auch dadurch große Beachtung, daß sie Anweisungen der leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas unverzüglich befolgen (Apostelgeschichte, Kapitel 15).

      8. Wie war Paulus zu seinen Mitbrüdern eingestellt, und wie sollte dies Älteste im 20. Jahrhundert berühren?

      8 Weil Paulus die Herde Gottes schonend und rücksichtsvoll behandelte, konnte er zu den Christen in Thessalonich sagen: „Wir wurden in eurer Mitte sanft, wie wenn eine nährende Mutter ihre eigenen Kinder hegt und pflegt. Da wir also eine innige Zuneigung zu euch haben, hat es uns wohlgefallen, euch nicht nur an der guten Botschaft Gottes teilhaben zu lassen, sondern auch an unseren eigenen Seelen, weil ihr uns lieb geworden wart“ (1. Thessalonicher 2:7, 8). Paulus handelte wie eine nährende Mutter, die ihre Kinder so liebt, daß sie deren Wohl dem eigenen voranstellt und mit ihnen schonend und rücksichtsvoll umgeht. Welch ein Ansporn für Älteste im 20. Jahrhundert, die Herde Gottes schonend zu behandeln!

      Eine Oase der Erleichterung und Erquickung

      9. Was wird in Jesaja 32:1, 2 in bezug auf das Volk Jehovas von heute vorhergesagt?

      9 Als der Prophet Jesaja auf die Königreichsherrschaft Jesu Christi, die in unseren Tagen Wirklichkeit geworden ist, hinwies, sagte er voraus, daß ein König „für Gerechtigkeit“ regieren würde und daß „Fürsten“ „für das Recht“ herrschen würden. Demgemäß setzen sich Älteste in der theokratischen Organisation unserer Tage für die Interessen des aufgerichteten himmlischen Königreiches ein — ein wahrhaft fürstlicher Dienst! Jenen verantwortlichen Männern gelten Jesajas weitere prophetische Worte: „Jeder soll sich wie ein Bergungsort vor dem Wind und ein Versteck vor dem Regensturm erweisen, wie Wasserbäche in einem wasserlosen Land, wie der Schatten eines wuchtigen zerklüfteten Felsens in einem erschöpften Land“ (Jesaja 32:1, 2).

      10. Was sollte jeder Älteste in den Reihen der Zeugen Jehovas sein?

      10 Im Unterschied zu den bedrückenden religiösen Führern der Christenheit sind die Ältesten in den Reihen der Zeugen Jehovas wie eine Oase, in der Erleichterung und Erquickung zu finden ist. Als ältere Männer, die in einer Ältestenschaft dienen, fördern sie unter Jehovas Volk den Frieden, die Ruhe und die Sicherheit. Jeder Älteste kann persönlich zu diesem vortrefflichen Zustand beitragen, indem er die Herde Gottes schonend behandelt.

      Mit Recht und Gerechtigkeit

      11. (a) Welcher Zustand, der unter den Christen im ersten Jahrhundert allgemein herrschte, ist in den meisten Versammlungen der Zeugen Jehovas heute zu beobachten? (b) Welche Verantwortung haben Aufseher gegenüber der Versammlung, und warum?

      11 In den Christenversammlungen des ersten Jahrhunderts gab es zwar auch Probleme, aber im allgemeinen herrschten Frieden, Einheit und Freude (1. Korinther 1:10-12; 3:5-9; Epheser 1:2; Jakobus 2:1-9; 3:2-12; 4:11, 12; 1. Johannes 1:3, 4). Auch heute ist in den meisten Versammlungen der Zeugen Jehovas ein vortrefflicher geistiger Zustand zu beobachten, was auf Gottes Segen, Christi Leitung und die treue Arbeit der ernannten Aufseher zurückzuführen ist. Damit in der Versammlung Frieden, Einheit und Freude bewahrt bleiben, bitten die Ältesten Gott um Hilfe und bemühen sich eifrig, Gottes Organisation sittlich und geistig rein zu erhalten (Jesaja 52:11). Eine unreine Organisation könnte sich nie durch Frieden und Freude auszeichnen, und sie hätte bestimmt nicht Gottes Wohlgefallen und Segen. Jehova ist „zu rein von Augen, um Schlechtes zu sehen“, das heißt, um Unrechttun zu dulden (Habakuk 1:13). Deshalb wird von Ältesten unter anderem erwartet, daß sie sich auf rechte, schriftgemäße Weise mit Rechtsangelegenheiten befassen. Was ist denn bei der Behandlung solcher Fälle alles zu berücksichtigen?

      12. Was sollten Älteste, obwohl sie, wenn keine biblischen Gesetze oder Grundsätze verletzt wurden, keinen Einblick in persönliche Angelegenheiten nehmen, gemäß Galater 6:1 tun?

      12 Zunächst mag es sein, daß in Fällen, in denen es um persönliche Unstimmigkeiten geht, die Beteiligten die Angelegenheit unter sich regeln können (Matthäus 18:15-17). Da Älteste nicht die ‘Herren über unseren Glauben’ sind, ist es nicht nötig, daß sie in rein persönliche Angelegenheiten Einblick nehmen, sofern es nicht um eine schwere Verletzung biblischer Gesetze oder Grundsätze geht. Sind natürlich Beweise dafür vorhanden, daß jemand einen „Fehltritt tut, ehe er es gewahr wird“, dann ist es richtig, wenn die geistig Befähigten versuchen, „einen solchen Menschen im Geist der Milde wieder zurechtzubringen“ (Galater 6:1).

      13. Inwiefern geht aus der Bibel hervor, daß Älteste nur aufgrund von Beweisen etwas unternehmen sollten und nicht auf bloßes Hörensagen hin?

      13 Älteste müssen „für das Recht“ eintreten und stets unparteiisch sein. Deshalb unternehmen sie erst etwas, wenn Beweise für eine Verfehlung vorliegen, und nicht auf bloßes Hörensagen hin. Paulus gab den Rat: „Gegen einen älteren Mann nimm keine Anklage an, außer aufgrund der Aussage von zwei oder drei Zeugen“ (1. Timotheus 5:19). Im alten Israel mußte eine Person, die einer schweren Sünde beschuldigt wurde, gemäß dem Maßstab Jehovas ‘auf die Aussage von zwei oder drei Zeugen’ zu Tode gebracht werden, nicht auf die Aussage eines einzigen. Außerdem wurde dem Beschuldigten offenbar die Gelegenheit eingeräumt, seinen Anklägern gegenübergestellt zu werden, und bei hinreichenden Beweisen ‘sollte zuallererst die Hand der Zeugen über ihn kommen, um ihn zu Tode zu bringen’ (5. Mose 17:6, 7).

      14. (a) Was versuchte Diotrephes zu Unrecht zu tun? (b) Was verlangt Gott von Ältesten, wenn sie Rechtsangelegenheiten behandeln?

      14 Für rechtliche Schritte muß es eine gute biblische Grundlage geben. Wie froh sind wir, daß Versammlungsaufseher nicht dem eingebildeten Diotrephes des ersten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung gleichen! Er hatte zu Unrecht versucht, diejenigen, die reisende Brüder gastfreundlich aufnehmen wollten, „aus der Versammlung hinauszuwerfen“. Der Apostel Johannes nahm Missetaten wie diese nicht leicht, sondern sagte warnend: „Wenn ich komme, [will ich] an seine Werke erinnern“ (3. Johannes 9, 10). Somit muß heute ein Rechtskomitee sicher sein, daß irgendein Gemeinschaftsentzug, den es beschließt, biblisch begründet ist.a Natürlich verlangt Gott von christlichen Ältesten, daß sie mit anderen gerecht verfahren. Ja, diejenigen, die heute die Angelegenheiten der irdischen Organisation Jehovas verwalten, müssen „tüchtige, gottesfürchtige Männer, ... zuverlässige Männer“ sein (2. Mose 18:21).

      15. Welche Rolle sollte das Gebet bei Verhandlungen vor einem Rechtskomitee spielen?

      15 Jedes christliche Rechtskomitee sollte inständig um den Beistand Jehovas beten. Eine Zusammenkunft mit einem Bruder oder einer Schwester, die einer schweren Verfehlung beschuldigt wird, sollte mit Gebet eröffnet werden. Ja es wäre sogar richtig, immer dann während der Besprechung zu beten, wenn sich eine besondere Notwendigkeit für die Hilfe Gottes ergibt (Jakobus 5:13-18).

      16. Auf welche Weise sollten Älteste ein Rechtsverfahren durchführen, und warum?

      16 Älteste sind sich dessen bewußt, daß ein Mitbruder, der eines Vergehens beschuldigt wird, ein „Schaf“ der Herde Gottes ist und schonend behandelt werden muß. (Vergleiche Hesekiel 34:7-14.) Buchstäbliche Schafe brauchen liebevolle Fürsorge, denn sie sind ängstlich und kommen ohne den Schutz ihres Hirten nicht zurecht. Wie verhält es sich demnach mit den sinnbildlichen Schafen in der Versammlung? Zweifellos fühlen sie sich sicher in der Obhut des großen Hirten, Jehova Gott, und des vortrefflichen Hirten, Jesus Christus. Und Unterhirten der Herde müssen auf eine Weise handeln, die dem inneren Frieden und dem Geborgenheitsgefühl der schafähnlichen Diener Jehovas zuträglich ist. Fühlen sich deine Brüder und Schwestern, sofern du ein christlicher Unterhirte bist, in deiner Obhut sicher und geborgen? Älteste müssen zwar fest für biblische Gesetze und Grundsätze eintreten, aber nach der Bibel ist es erforderlich, daß sie mit den Schafen liebevoll umgehen und ein Rechtsverfahren ruhig, ordentlich und rücksichtsvoll durchführen.

      17. Welche schriftgemäßen Punkte dürfen Älteste vor allem bei einem Rechtsverfahren nicht außer acht lassen?

      17 „Wir alle straucheln oft“, wenn wir etwas sagen, denn wir sind unvollkommen (Jakobus 3:2). Jeder von uns benötigt Gottes Barmherzigkeit und Christi „Sühnopfer“ (1. Johannes 1:8 bis 2:2; Psalm 130:3). Ein christlicher Unterhirte darf also nicht zu hoch von sich denken. Er sollte auch die Worte Jesu im Sinn behalten: „Wie ihr wollt, daß euch die Menschen tun, so tut auch ihnen“ (Lukas 6:31). Dieser Rat darf vor allem bei einem Rechtsverfahren nicht außer acht gelassen werden. Geistig befähigte Männer sollten versuchen, einen Christen, der auf Abwege geraten ist, ‘im Geist der Milde wieder zurechtzubringen, während sie sich selbst im Auge behalten, damit nicht auch sie versucht werden’ (Galater 6:1; 1. Korinther 10:12).

      18. (a) Wozu könnte es führen, wenn Älteste andere bei einem Rechtsverfahren unsanft behandelten? (b) Wovor sollten sich Älteste und andere Christen gemäß Markus 9:42 hüten?

      18 Wenn Älteste in einem Rechtsverfahren andere unsanft behandelten, könnten die Betreffenden Schaden nehmen. Doch selbst wenn kein emotioneller oder materieller Schaden entstünde, mag eine schwerwiegende geistige Schädigung eintreten, und es könnte auch in Zweifel gezogen werden, ob die Aufseher die nötigen Voraussetzungen erfüllen. (Vergleiche Jakobus 2:13.) Folglich sollten Älteste, wenn sie in einem Rechtskomitee dienen, freundlich sein wie auch sonst und sich davor hüten, andere zum Straucheln zu bringen. Freilich ist es nötig, daß alle Christen in dieser Hinsicht achtsam sind, denn Jesus sagte: „Wer immer ... einen von diesen Kleinen, die glauben, straucheln macht, für den wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein, wie er von einem Esel gedreht wird, um den Hals gelegt und er tatsächlich ins Meer geworfen würde“ (Markus 9:42). Ein oberer Mühlstein konnte so groß sein, daß normalerweise ein kräftiges Tier erforderlich war, um ihn zu drehen, und niemand, der mit einem solchen Gewicht um den Hals ins Meer geworfen würde, käme mit dem Leben davon. Ein Ältester muß daher darauf achten, daß er andere nicht zum Straucheln bringt, weil er dadurch sich selbst und denen, die er zum Straucheln brächte, bleibenden geistigen Schaden zufügen würde (Philipper 1:9-11).

      Seid weiterhin rücksichtsvoll

      19. Welchen Rat gab Petrus seinen Mitältesten, und wie wirkt es sich auf die Zukunftsaussichten von Ältesten aus, wenn sie auf den Rat richtig reagieren?

      19 Der Apostel Petrus machte deutlich, auf welche Weise Aufseher wie er die Herde hüten sollten, als er schrieb: „Hütet die Herde Gottes, die in eurer Obhut ist, nicht aus Zwang, sondern freiwillig; auch nicht aus Liebe zu unehrlichem Gewinn, sondern voll Eifer; auch nicht als solche, die über die herrschen, die Gottes Erbe sind, sondern indem ihr Vorbilder für die Herde werdet. Und wenn der Oberhirte offenbar gemacht worden ist, so werdet ihr die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen“ (1. Petrus 5:2-4). Nur wenn gesalbte Aufseher diesen Rat befolgen und die Herde Gottes schonend und rücksichtsvoll behandeln, können sie ihren himmlischen Lohn, unsterbliche Geistgeschöpfe zu werden, erhalten. Und das gleiche gilt für Älteste mit irdischer Hoffnung, wenn sie in dem künftigen weltweiten Paradies ewiges Leben empfangen möchten.

      20. (a) Wie müssen christliche Unterhirten mit ihren Mitbrüdern umgehen? (b) Wie denkst du über den vorbildlichen Dienst und die rücksichtsvolle Fürsorge liebevoller Ältester?

      20 Sowohl Jehova Gott als Jesus Christus sind liebevolle, mitfühlende Hirten. Und wenn christliche Unterhirten auch fest für die göttlichen Maßstäbe eintreten, ist es doch gleichzeitig erforderlich, daß sie mit ihren schafähnlichen Mitbrüdern liebevoll und mitfühlend umgehen. Bestimmt schätzen alle loyalen Zeugen Jehovas zutiefst den vorbildlichen, aufopferungsvollen Dienst solcher Ältesten, die das ihnen anvertraute Gut behüten und Gottes Herde schonend behandeln. Diese Wertschätzung können wir, gepaart mit angemessenem Respekt, zum Ausdruck bringen, indem wir denen gehorchen, die unter uns die Führung übernehmen.

      [Fußnote]

      a Eine Person kann gegen einen Gemeinschaftsentzug Berufung einlegen, wenn sie der Ansicht ist, daß dem Urteil ein schwerwiegender Fehler zugrunde liegt.

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