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  • „Euer Herz werde nicht beunruhigt“
    Der Wachtturm 1988 | 15. Februar
    • „Euer Herz werde nicht beunruhigt“

      „Euer Herz werde nicht beunruhigt. Übt Glauben aus an Gott, übt auch Glauben aus an mich“ (JOHANNES 14:1).

      1. Warum waren Jesu Worte aus Johannes 14:1 sehr zeitgemäß?

      ES WAR der 14. Nisan des Jahres 33 u. Z. In einem Obergemach in Jerusalem versammelte sich nach Sonnenuntergang eine kleine Gruppe von Männern. Ihr Führer erteilte ihnen vor seinem Abschied Rat und ermunterte sie. Er sagte unter anderem: „Euer Herz werde nicht beunruhigt“ (Johannes 14:1). Seine Worte waren sehr zeitgemäß, denn schon bald sollten erschütternde Ereignisse eintreten. Noch in derselben Nacht wurde er verhaftet, verhört und zum Tode verurteilt.

      2. Warum war jener Tag so entscheidend, und was half den Jüngern?

      2 Wir haben guten Grund, diesen Tag als den entscheidendsten Tag in der Geschichte zu betrachten, denn er beeinflußt die Zukunft der ganzen Menschheit. Durch den Opfertod des Führers, Jesus, gingen nicht nur viele Prophezeiungen aus alter Zeit in Erfüllung, sondern wurde auch die Grundlage dafür gelegt, daß alle, die an ihn glauben, ewiges Leben erlangen können (Jesaja 53:5-7; Johannes 3:16). Aber die traumatischen Ereignisse in jener Nacht verwirrten die Apostel so sehr, daß sie eine Zeitlang ziemlich verängstigt waren. Petrus verleugnete sogar Jesus (Matthäus 26:69-75). Nachdem jedoch die treuen Apostel den verheißenen Helfer, den heiligen Geist, empfangen hatten, wurden sie freimütig und furchtlos (Johannes 14:16, 17). Als daher Petrus und Johannes auf große Gegnerschaft stießen und in Gewahrsam genommen wurden, beteten sie zu Gott um Hilfe, sein Wort „mit allem Freimut“ zu reden. Ihr Gebet wurde erhört (Apostelgeschichte 4:1-3, 29-31).

      3. Warum sind heute viele Menschen tief beunruhigt?

      3 Wir leben heute in einer Welt, die in großen Schwierigkeiten steckt. Das Ende des alten Systems der Dinge kommt mit Windeseile näher (2. Timotheus 3:1-5). Von dem bedenklichen Verfall des Familienlebens, der gefährlichen Aufkündigung sittlicher Normen, der alarmierenden Zunahme merkwürdiger Krankheiten, der wachsenden politischen Instabilität, der Arbeitslosigkeit und der Nahrungsmittelknappheit sowie von der Ausweitung des Terrorismus und der Gefahr eines Atomkrieges sind Millionen entweder persönlich betroffen, oder sie sind darüber tief beunruhigt. In vielen Herzen breitet sich eine quälende Furcht vor der Zukunft aus. Wie Jesus vorhergesagt hat, herrscht „Angst und Bangen unter den Nationen, ... während die Menschen ohnmächtig werden vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über die bewohnte Erde kommen“ (Lukas 21:25, 26).

      4. Wodurch können für Christen Belastungen entstehen?

      4 Selbst Christen bleiben von den nachteiligen Auswirkungen derart deprimierender Verhältnisse nicht verschont. Vielleicht sind wir zudem noch Belastungen ausgesetzt, die aufgrund religiöser Voreingenommenheit oder aufgrund der Gegnerschaft von Verwandten, Nachbarn, Arbeitskollegen, Mitschülern oder staatlichen Behörden entstehen (Matthäus 24:9). Wie können wir daher in der heutigen schwierigen Zeit die Ruhe bewahren? Wie können wir uns unseren Herzensfrieden erhalten, wenn es einmal „hart hergeht“? Wie können wir zuversichtlich in die Zukunft blicken? Was wird uns helfen, die große Angst zu überwinden, die die Allgemeinheit erfaßt hat? Jetzt ist die Jahreszeit, in der Jesus den Rat gab, der in Johannes 14:1 aufgezeichnet ist. Betrachten wir ihn einmal etwas näher.

      Wie können wir Angst überwinden?

      5. Welche Ermunterungen und Ermahnungen erhalten wir durch die inspirierten Schriften?

      5 Nach der liebevollen Ermunterung „Euer Herz werde nicht beunruhigt“ sagte Jesus zu seinen Aposteln: „Übt Glauben aus an Gott, übt auch Glauben aus an mich“ (Johannes 14:1). In den inspirierten Schriften lesen wir noch viele ähnliche Ermahnungen: „Wirf deine Bürde auf Jehova, und er selbst wird dich stützen.“ „Wälze deinen Weg auf Jehova, und verlaß dich auf ihn, und er selbst wird handeln“ (Psalm 55:22; 37:5). Paulus gab den Philippern folgenden wichtigen Rat: „Seid um nichts ängstlich besorgt, sondern laßt in allem durch Gebet und Flehen zusammen mit Danksagung eure Bitten bei Gott bekanntwerden; und der Frieden Gottes, der alles Denken übertrifft, wird euer Herz und eure Denkkraft ... behüten“ (Philipper 4:6, 7).

      6, 7. (a) Wie kann man Belastungen vermindern? (b) Wie können wir eine enge Verbindung zu Jehova pflegen?

      6 Angst oder Sorge, hervorgerufen durch Probleme oder durch große Verantwortung, kann sich mitunter auf unsere Gesundheit und unsere Gemütsverfassung auswirken. Ein Mediziner schreibt allerdings in dem Buch Don’t Panic (Nur keine Panik!): „Wenn Menschen mit jemandem, den sie achten, über ihre Probleme sprechen können ..., verringert sich die Belastung häufig sehr stark.“ Wenn das schon auf den Gedankenaustausch mit einem anderen Menschen zutrifft, eine wieviel größere Hilfe ist es dann, mit Gott zu sprechen! Wen könnten wir mehr achten als Jehova?

      7 Für einen Christen ist deshalb ein enges persönliches Verhältnis zu Jehova heute unerläßlich. Reife Diener Gottes wissen dies sehr wohl. Daher meiden sie jede Art von Umgang mit Weltmenschen und jede Art von Entspannung, durch die dieses Verhältnis gestört werden könnte (1. Korinther 15:33). Sie erkennen auch, wie wichtig es ist, Jehova im Gebet anzurufen, und das nicht nur ein- oder zweimal täglich, sondern oftmals. Besonders junge oder neue Christen sollten sich befleißigen, diese enge Verbindung zu Jehova zu pflegen, und zwar durch ein regelmäßiges Studium, durch Nachsinnen über Gottes Wort und durch christliche Gemeinschaft sowie durch den christlichen Dienst. Wir werden aufgefordert: „Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen“ (Jakobus 4:8).

      Ein Rat, den Jesus gab

      8, 9. Welchen positiven Rat im Hinblick auf wirtschaftliche Probleme können wir befolgen?

      8 In vielen Ländern sind Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrisen Ursachen ernster Sorgen. Jesus gab einen sehr positiven Rat im Hinblick auf diese Sorgen: „Hört auf, euch Sorgen zu machen um eure Seele über das, was ihr essen oder was ihr trinken werdet, oder um euren Leib über das, was ihr anziehen werdet. Bedeutet die Seele nicht mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung?“ (Matthäus 6:25). Ja, die Seele und der Leib, das heißt die ganze Person, sind weit wichtiger als Speise und Kleidung. Gottes Diener können davon überzeugt sein, daß er ihnen hilft, für ihre grundlegenden Bedürfnisse zu sorgen. Jesus führte folgendes Beispiel an: „Beobachtet aufmerksam die Vögel des Himmels, denn sie säen nicht, noch ernten sie, noch sammeln sie etwas in Vorratshäuser ein; dennoch ernährt sie euer himmlischer Vater. Seid ihr nicht mehr wert als sie?“ (Matthäus 6:26). Es ist undenkbar, daß Gott zwar für die gefiederten Geschöpfe sorgt, seine menschlichen Diener aber vernachlässigt — Menschen, die in seinen Augen sehr kostbar sind und für die Christus sein Leben niedergelegt hat.

      9 Jesus unterstützte diese Worte noch, indem er auf die Lilien des Feldes aufmerksam machte, die sich nicht abmühen und auch nicht spinnen, und dennoch war „nicht einmal Salomo in all seiner Herrlichkeit wie eine von diesen bekleidet“. Und Salomos Herrschaft war immerhin für ihren Glanz bekannt. Jesus warf dann die tröstliche Frage auf: „Wird er [Gott] nicht vielmehr euch kleiden ...?“ (Matthäus 6:28-32; Hoheslied 3:9, 10).

      10. (a) An wen sind die tröstlichen Worte Jesu gerichtet? (b) Welchen Rat gab er hinsichtlich der Zukunft?

      10 Allerdings zeigte Jesus im weiteren, daß das nur auf diejenigen zutrifft, die „zuerst das Königreich und SEINE Gerechtigkeit ... suchen“. Wahre Christen auf der ganzen Erde erkennen, worum es sich bei Gottes Königreich wirklich handelt, und setzen es in ihrem Leben an die erste Stelle. Sie befolgen den Rat Jesu: „Macht euch also niemals Sorgen um den nächsten Tag, denn der nächste Tag wird seine eigenen Sorgen haben. Jeder Tag hat an seinem eigenen Übel genug“ (Matthäus 6:33, 34). Mit anderen Worten: Geht jedes Problem an, wenn es entsteht, und seid wegen der Zukunft nicht übermäßig beunruhigt.

      11, 12. Wie wurde einigen Christen nach eigenem Empfinden in Erhörung ihrer Gebete von Jehova geholfen?

      11 Die meisten Menschen neigen hingegen dazu, wegen der Zukunft beunruhigt zu sein, besonders wenn Schwierigkeiten auftreten. Christen können und sollten sich aber im Glauben an Jehova wenden. Betrachten wir den Fall Eleanors. Ihr Mann war aufgrund einer schweren Krankheit ein Jahr lang arbeitsunfähig. Da sie ihre beiden kleinen Kinder und ihren betagten Vater zu versorgen hatte, war es ihr nicht möglich, einer Ganztagsbeschäftigung nachzugehen. Sie bat Jehova um Hilfe. Kurze Zeit danach steckte eines Morgens ein Briefumschlag unter der Tür. Er enthielt eine größere Summe Geld — genug, daß sich die Familie über Wasser halten konnte, bis der Mann wieder in der Lage war zu arbeiten. Sie alle waren für diese Hilfe zur rechten Zeit sehr dankbar. Es gibt zwar keine schriftgemäße Grundlage für die Erwartung, daß jedem Christen, der in Not ist, etwas Ähnliches widerfahren wird, dennoch dürfen wir davon überzeugt sein, daß Jehova unseren Hilferuf hört und uns auf verschiedene Weise helfen kann.

      12 Eine christliche Witwe im Süden Afrikas war gezwungen, sich Arbeit zu suchen, damit sie für ihre beiden Kinder sorgen konnte. Aber sie hatte den sehnlichen Wunsch, nur halbtags zu arbeiten, um noch Zeit für ihre Kinder zu haben. Eine Stelle, die sie fand, mußte sie wieder aufgeben, weil der Chef schließlich eine Ganztagskraft als Sekretärin benötigte. Erneut arbeitslos, betete diese Schwester inbrünstig zu Jehova um Hilfe. Drei Wochen später trat ihr früherer Chef mit der Bitte an sie heran, als Halbtagskraft wieder bei ihm anzufangen. Wie sehr sie sich freute! Sie hatte das Empfinden, daß Jehova ihre Gebete erhört hatte.

      Flehe zu Jehova

      13. (a) Was ist mit „Flehen“ gemeint? (b) Welche biblischen Beispiele für Flehen haben wir?

      13 Beachte bitte, daß Paulus nach dem Rat „Seid um nichts ängstlich besorgt“ noch hinzufügte: „... laßt in allem durch Gebet und Flehen zusammen mit Danksagung eure Bitten bei Gott bekanntwerden“ (Philipper 4:6). Warum spricht er von „Flehen“? Das Wort hat den Sinn von „eindringlich ... bitten“ oder „inständig ... beten“. Es bedeutet, Gott sehr dringend zu bitten, wie zum Beispiel unter großem Druck oder in großer Gefahr. Als Gefangener bat Paulus seine Mitchristen darum, für ihn zu flehen, damit er „als ein Gesandter in Ketten“ furchtlos die „gute Botschaft“ predigen könnte (Epheser 6:18-20). Auch der römische Offizier Kornelius „flehte unablässig zu Gott“. Wie muß es ihn doch ergriffen haben, als ein Engel zu ihm sagte: „Deine Gebete und Gaben der Barmherzigkeit sind zur Erinnerung vor Gott emporgestiegen.“! Und wie bevorrechtigt er war, zu den ersten Nichtjuden zu gehören, die mit heiligem Geist gesalbt wurden! (Apostelgeschichte 10:1-4, 24, 44-48).

      14. Wie können wir wissen, ob ein inständiges Gebet nur einmal an Jehova gerichtet werden sollte?

      14 Wir sollten jedoch berücksichtigen, daß ein solch inständiges Gebet gewöhnlich nicht nur einmal an Jehova gerichtet wird. Jesus sagte in seiner berühmten Bergpredigt: „Bittet fortwährend, und es wird euch gegeben werden; sucht unablässig, und ihr werdet finden; klopft immer wieder an, und es wird euch geöffnet werden“ (Matthäus 7:7). In vielen Bibelübersetzungen heißt es: „Bittet, ... suchet, ... klopfet an.“ Aber die griechische Ursprache vermittelt den Gedanken einer fortgesetzten Handlung.a

      15. (a) Warum war Nehemia betrübt, als er König Artaxerxes Wein brachte? (b) Inwiefern hatte Nehemia mehr getan, als nur ein kurzes Gebet zu sprechen?

      15 Als Nehemia dem persischen König Artaxerxes Wein brachte, fragte ihn der König, warum er so betrübt sei. Nehemia antwortete, der Grund bestehe darin, daß Jerusalem, wie er erfahren habe, immer noch verwüstet sei. Dann fragte ihn der König: „Was ist es, das du zu erlangen suchst?“ Sogleich betete Nehemia zu Jehova um Hilfe — zweifellos kurz und lautlos. Daraufhin bat er den König, nach Jerusalem zurückkehren zu dürfen, um seine geliebte Heimatstadt wieder aufzubauen. Diese Bitte wurde ihm gewährt (Nehemia 2:1-6). Doch vor dem entscheidenden Gespräch hatte Nehemia tagelang inständig zu Jehova gebetet und um Hilfe gefleht (Nehemia 1:4-11). Erkennst du, welche Lehre du daraus ziehen kannst?

      Jehova erhört Gebete

      16. (a) Welches besondere Vorrecht hatte Abraham? (b) Welche wirksamen Hilfen haben wir, die bei der Erhörung unserer Gebete eine Rolle spielen können?

      16 Abraham hatte gelegentlich das Vorrecht, durch Engel mit Jehova zu sprechen (1. Mose 22:11-18; 18:1-33). So etwas geschieht zwar heute nicht, dafür sind wir aber mit wirkungsvollen Hilfen gesegnet, über die Abraham nicht verfügte. Eine solche Hilfe ist die vollständige Bibel — eine unerschöpfliche Quelle der Anleitung und des Trostes (Psalm 119:105; Römer 15:4). Sehr häufig können wir durch die Bibel die nötige Anleitung oder Ermunterung erhalten, wobei Jehova uns hilft, daß wir uns an die gewünschten Stellen erinnern. Oftmals finden wir die Antwort mit Hilfe einer Konkordanz oder einer der vielen biblischen Veröffentlichungen, für die Jehova durch seine Organisation gesorgt hat. Ausführliche und praktische Indexe zu diesen Publikationen sind eine weitere wertvolle Hilfe, sich den benötigten Aufschluß zu verschaffen.

      17. Auf welche Weise kann Jehova unsere Gebete noch erhören, und wie können uns freundliche, mitfühlende Christen helfen?

      17 Wenn uns ein Problem beunruhigt oder wir traurig oder entmutigt sind, werden unsere Gebete vielleicht auch auf andere Weise erhört. Es kann zum Beispiel sein, daß ein biblischer Vortrag in der Versammlung oder auf einem Kongreß der Zeugen Jehovas genau die „Medizin“ enthält, die wir benötigen. Manchmal wird unser Bedürfnis durch eine Unterhaltung mit einem anderen Christen befriedigt. Häufig können Versammlungsälteste mit Ermunterung und Rat aufwarten. Und oft fühlen wir uns schon viel besser, wenn wir einem reifen, freundlichen und mitfühlenden Christen, der ein guter Zuhörer ist, unser Herz ausschütten können. Das ist besonders dann der Fall, wenn uns der Betreffende hilft, über einschlägige biblische Gedanken nachzusinnen. Durch einen solchen Gedankenaustausch kann uns eine schwere Last von Herz und Sinn genommen werden (Sprüche 12:25; 1. Thessalonicher 5:14).

      18. Welche besondere Tätigkeit kann Christen helfen, Mißstimmungen zu überwinden, und wie traf das auf eine junge Pionierin zu?

      18 Verschiedene Formen depressiver Stimmung sind in den heutigen ‘kritischen Zeiten, mit denen man schwer fertig wird’, nichts Außergewöhnliches (2. Timotheus 3:1). Die Menschen sind aus ganz unterschiedlichen Gründen entmutigt und niedergeschlagen. Das passiert vielleicht auch Christen, und es kann eine äußerst unangenehme Erfahrung sein. Viele haben indes festgestellt, daß ihnen das Predigen der guten Botschaft geholfen hat, eine vorübergehende Mißstimmung zu überwinden.b Hast du es damit schon versucht? Wenn du dich niedergeschlagen fühlst, so mache doch einmal den Versuch und beteilige dich an einem Zweig des Königreichsdienstes. Über Gottes Königreich zu sprechen wird dir meistens helfen, eine negative Gemütsverfassung in eine positive umzuwandeln. Über Jehova zu sprechen und dabei sein Wort zu gebrauchen kann dir Freude bereiten — eine Frucht seines Geistes — und bewirken, daß du dich besser fühlst (Galater 5:22). Eine junge Pionierin erkannte durch ihre ständige Tätigkeit im Königreichswerk außerdem, daß ihre Probleme im Vergleich zu den Problemen anderer sehr klein waren und nur zeitweilig auftraten.

      19. Wie überwand ein kränklicher Christ negative Gedanken?

      19 Mitunter kann eine körperliche Schwäche, vielleicht zusammen mit Sorgen oder Problemen, eine depressive Stimmung hervorrufen. Man wacht womöglich nachts auf und ist beunruhigt. So erging es einem Christen mittleren Alters, der nicht allzu gesund war. Aber er stellte fest, daß ihm das inbrünstige Gebet wirklich half. Sooft er aufwachte und sich niedergeschlagen fühlte, betete er still zu Jehova. Daraufhin fühlte er sich bald besser. Auch fand er, daß es sich beruhigend auf ihn auswirkte, wenn er tröstende Bibelstellen wie Psalm 23 auswendig hersagte. Durch den Geist Jehovas, der als Antwort auf das Gebet wirksam wurde oder durch sein Wort wirkte, wurde der depressive Gemütszustand stets von einer freudigeren Geistesverfassung abgelöst. Danach war dieser Christ ausgeglichen und konnte in Ruhe über seine Probleme nachdenken, um zu sehen, wie sie zu lösen waren, oder er fühlte sich gestärkt, sie ertragen zu können.

      20. Warum kann es mitunter den Anschein haben, daß die Erhörung eines Gebets auf sich warten läßt?

      20 Das ist ein Beispiel dafür, wie ein Gebet erhört werden kann. Aber manchmal scheint es ziemlich lange zu dauern, bis man die Lösung für ein Problem findet. Warum? Vielleicht muß man Gottes bestimmte Zeit abwarten. Anscheinend gibt Gott in einigen Fällen Bittstellern die Gelegenheit, zu zeigen, wie ernst es ihnen ist, wie tief ihr Wunsch ist und ob ihre Ergebenheit wirklich echt ist. Ein Psalmist machte diese Erfahrung (Psalm 88:13, 14; vergleiche 2. Korinther 12:7-10).

      21. Warum ist es heute ein großes Vorrecht, ein Zeuge Jehovas zu sein, und wie können wir Dankbarkeit bekunden?

      21 Mit dem allmächtigen Gott durch das Gebet in Verbindung zu treten ist in jedem Fall eine glaubensstärkende Erfahrung, die uns aus der Verzweiflung herausheben und mit Zuversicht erfüllen kann. Wie tröstlich ist es, zu wissen, daß er uns hört und reagiert! Paulus schrieb an die Versammlung in Philippi, daß wir unsere Gebete und unser Flehen „zusammen mit Danksagung“ darbringen sollten (Philipper 4:6). Ja, täglich sollten wir unser Herz in Dankbarkeit gegenüber Jehova öffnen und ‘Dank sagen in Verbindung mit allem’ (1. Thessalonicher 5:18). Dadurch wird eine enge, herzliche Verbindung entstehen, und wir werden Frieden haben. Im nächsten Artikel wird gezeigt, wie wichtig dies in der heutigen unruhvollen, gefährlichen Zeit für Diener Jehovas ist.

      [Fußnoten]

      a Übereinstimmend mit der genauen Wiedergabe der Neuen-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift, übersetzt Charles B. Williams diesen Vers folgendermaßen: „Bittet fortwährend, ... sucht unablässig, ... klopft immer wieder an, und die Tür wird sich euch öffnen“ (The New Testament: A Translation in the Language of the People).

      b Eine vorübergehende Traurigkeit ist etwas anderes als eine schwere, länger anhaltende Depression, bei der es sich um einen viel ernsteren und komplexeren Geistes- und Gemütszustand handelt. Siehe Erwachet! vom 22. Oktober 1987, Seite 3 bis 16.

  • „Friede sei mit euch!“
    Der Wachtturm 1988 | 15. Februar
    • „Friede sei mit euch!“

      „Jesus [kam] und trat in ihre Mitte und sprach zu ihnen: ‚Friede sei mit euch!‘“ (JOHANNES 20:19).

      1. Warum sind menschliche Anstrengungen, Weltfrieden herbeizuführen, zum Scheitern verurteilt?

      „DIE ganze Welt liegt in der Macht dessen, der böse ist“ (1. Johannes 5:19). Das traf in den Tagen des Johannes zu und ist heute angesichts der erschreckenden Zunahme der Gewalttätigkeit, des Terrorismus, der Kriege und der Korruption noch augenfälliger als damals. Die inspirierten Worte des Johannes schließen zudem jegliche Hoffnung aus, durch menschliche Anstrengungen Weltfrieden herbeiführen zu können — trotz der Bemühungen, die vom Papst, von Staatsoberhäuptern und von der UNO unternommen werden. Warum? „‚Es gibt keinen Frieden‘, hat mein Gott gesagt, ‚für die Bösen‘“ (Jesaja 57:21).

      2. Welche Bedeutung hat das Wort „Frieden“, besonders im Hebräischen und Griechischen?

      2 Das Wort „Frieden“ kann aber noch etwas anderes bedeuten als lediglich die Abwesenheit von Krieg. Frieden kann auch ein psychischer oder geistiger Zustand sein, der sich durch die Freiheit von beunruhigenden oder bedrückenden Gedanken oder Empfindungen auszeichnet: Ruhe in Sinn und Herz. Doch das hebräische Wort für „Frieden“ (schalṓm) und das griechische Wort (eirḗnē) haben sogar eine noch umfassendere Bedeutung. Sie können ebenfalls Wohlergehen bezeichnen, wie zum Beispiel in dem Abschiedsgruß „Geh hin in Frieden“ (Lukas 7:50; 8:48; 1. Samuel 1:17; 29:7). Das hilft uns, das liebevolle Interesse zu würdigen, das Jesus während der erschütternden Ereignisse vor und nach seinem Tod an seinen Jüngern bekundete.

      3. Inwiefern bekundete Jesus nach seiner Auferstehung großes Interesse an seinen Jüngern, und mit welchem Ergebnis?

      3 Jesus starb am Freitag, den 14. Nisan im Jahre 33 u. Z. Am Sonntag, den 16. Nisan wurde er auferweckt. Da er wie immer sehr am Wohlergehen seiner Jünger interessiert war, suchte er sie auf. Wo fand er sie? „Aus Furcht vor den Juden“ hielten sie sich hinter verschlossenen Türen auf. Sie waren verständlicherweise sehr verängstigt. Aber Jesus sagte: „Friede sei mit euch!“ (Johannes 20:19-21, 26). Später, nachdem sie durch heiligen Geist gestärkt worden waren, war ihre Furcht verflogen. Freimütig kamen sie ihrem Predigtauftrag nach und waren vielen behilflich, göttlichen Frieden zu erlangen.

      Göttlicher Frieden heute

      4. Wie können Jehovas Diener in der heutigen kritischen Zeit den Frieden in Sinn und Herz bewahren?

      4 Wir leben in der Zeit des Endes, in ‘kritischen Zeiten, mit denen man schwer fertig wird’ (2. Timotheus 3:1). Die in der Offenbarung vorausgesagten Reiter befinden sich auf ihrem Ritt über die Erde. Das ist an den Kriegen, Hungersnöten und tödlichen Krankheiten zu erkennen (Offenbarung 6:3-8). Jehovas Diener bleiben von den Verhältnissen in ihrer Umwelt nicht unberührt. Wie können sie daher den göttlichen Frieden in Sinn und Herz bewahren? Indem sie sich eng an den großen Quell des Trostes und des Friedens halten. Dazu ist, wie im vorangegangenen Artikel gezeigt wurde, häufiges Gebet und Flehen erforderlich. Dann wird, wie der Apostel Paulus schrieb, „der Frieden Gottes, der alles Denken übertrifft, ... euer Herz und eure Denkkraft durch Christus Jesus behüten“ (Philipper 4:6, 7).

      5. Warum war Paulus davon überzeugt, daß der „Frieden Gottes“ unser Herz zu behüten vermag?

      5 Paulus hatte selbst Gefahren und Schwierigkeiten durchgestanden. Er war im Gefängnis gewesen und von Juden und Römern geschlagen worden. Man hatte ihn gesteinigt und bereits für tot gehalten. Damals war das Reisen gefährlich; Paulus erlitt dreimal Schiffbruch, und oftmals war er in Gefahren von Wegelagerern. Er verbrachte viele schlaflose Nächte und litt häufig unter Kälte, Hunger und Durst. Zu all diesem kam noch „die Sorge um alle Versammlungen“ hinzu (2. Korinther 11:24-28). Paulus wußte also aus vielfältigen persönlichen Erfahrungen, wie wichtig der „Frieden Gottes“ ist, der unser Herz zu behüten vermag.

      6. Warum ist es lebenswichtig, ein inniges, vertrautes Verhältnis zu unserem Schöpfer herzustellen und aufrechtzuerhalten?

      6 Der „Frieden Gottes“ kann als eine innere Ruhe und Gelassenheit erklärt werden, die auf einem guten Verhältnis zu Gott beruht. Dieses gute Verhältnis zu Gott ist für Christen vor allem unter Verfolgung oder in Drangsal von Bedeutung. Warum? Da wir alle unvollkommen sind, ist es leicht möglich, daß wir bei Problemen oder starker Belastung, bei Gegnerschaft oder irgendwelchen Rückschlägen in Furcht geraten. Das könnte dazu führen, daß wir unsere Lauterkeit nicht bewahren. Dadurch käme Schmach auf den Namen Gottes, es würde uns die Gunst Jehovas kosten und könnte sogar zum Verlust des ewigen Lebens führen. Es ist also lebenswichtig, nach dem „Frieden Gottes“ zu streben, der uns helfen wird, solchen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen. Dieser Frieden gehört mit Sicherheit zu den ‘guten Gaben und vollkommenen Geschenken’, die von unserem himmlischen Vater kommen (Jakobus 1:17).

      7, 8. (a) Worauf beruht der „Frieden Gottes“, und inwiefern ‘übertrifft er alles Denken’? (b) Wie zeigte sich ein solch beispielhafter Frieden bei einem Bruder in Afrika?

      7 Vielleicht hast du schon Menschen beobachtet, die mit Ruhe und Zuversicht durchs Leben gehen. Oft ist dies einer natürlichen Fähigkeit zuzuschreiben oder dem Einfluß der Familie, einem gewissen Wohlstand, der Erziehung oder ähnlichen Faktoren. Bei dem „Frieden Gottes“ verhält es sich ganz anders. Er beruht weder auf günstigen Umständen, noch ist er das Ergebnis menschlicher Fähigkeiten oder Überlegungen. Er stammt von Gott und ‘übertrifft alles Denken’. Nach J. B. Phillips lautet die Wiedergabe von Philipper 4:7: „Der Frieden Gottes ... übersteigt den menschlichen Verstand.“ Weltlichgesinnte Menschen sind oft erstaunt darüber, wie Christen schwerwiegende Probleme angehen, Mißhandlungen ertragen oder sogar dem Tod ins Auge sehen.

      8 Ein neuzeitliches Beispiel dafür ist ein Zeuge Jehovas aus einem afrikanischen Land, in dem die Zeugen hauptsächlich auf Anstiften einheimischer Katholiken angeklagt wurden, Terroristen zu sein. Er leitete gerade eine Zusammenkunft, als plötzlich Militärpolizei mit aufgepflanztem Bajonett erschien. Die Polizisten schickten die Frauen und Kinder nach Hause und fingen an, die Männer zu schlagen. Der Zeuge erinnert sich: „Mir fehlen die Worte, um die Mißhandlungen zu beschreiben. Der verantwortliche Obergefreite sagte uns unverblümt, daß wir totgeschlagen würden. ... man versetzte mir mit einem Holzknüppel solche Schläge, daß ich später 90 Tage lang Blut erbrach. Aber hauptsächlich war ich in diesem Moment um das Leben meiner Brüder besorgt ... Ich betete zu Jehova, er möge doch ihr Leben — das Leben seiner Schafe — beschützen.“ Und sie überlebten alle. Welch ein Beispiel für die Bewahrung der Ruhe in einer schrecklichen Notlage und für die Sorge um andere! Ja, unser liebevoller himmlischer Vater erhört die Bitten seiner treuen Diener und schenkt ihnen seinen Frieden. Einer der verblüfften Soldaten sagte, der Gott der Zeugen müsse der wahre Gott sein.

      9. Wie kann sich das Bibellesen und das Nachsinnen über das Gelesene auswirken?

      9 In der heutigen schwierigen Zeit haben viele Christen Probleme, die sie bedrücken und entmutigen. Eine vorzügliche Möglichkeit, den Herzensfrieden zu bewahren, besteht darin, daß man in der Bibel liest und über das Gelesene nachsinnt. Dadurch kann man mit der nötigen Kraft und Entschlossenheit erfüllt werden, voranzudrängen und standhaft zu bleiben. „Das Wort Gottes ist lebendig und übt Macht aus“ (Hebräer 4:12).

      10. Inwiefern könnte die Erinnerung an Schriftstellen ein Segen sein?

      10 Was aber, wenn wir in eine mißliche Lage geraten und die Bibel nicht zur Verfügung haben? Ein Christ könnte beispielsweise plötzlich verhaftet werden und ins Gefängnis kommen, ohne eine Bibel bei sich zu haben. In einem solchen Fall wäre es ein wahrer Segen, sich an Texte wie Philipper 4:6, 7, Sprüche 3:5, 6, 1. Petrus 5:6, 7 und Psalm 23 erinnern zu können. Wärst du nicht sehr dankbar, wenn du dich an solche Schriftstellen erinnern und darüber nachsinnen könntest? In der grausigen Gefängnisatmosphäre wäre das, als ob Jehova persönlich zu dir sprechen würde. Gottes Wort kann einen verwundeten Sinn heilen, ein ermattetes Herz stärken und Angstgefühle durch Frieden ersetzen. (Siehe Psalm 119:165.) Ja, es ist sehr wichtig, daß wir uns Schriftstellen einprägen, solange wir noch die Möglichkeit dazu haben.

      11. Wie bekundete ein Bruder von den Niederlanden ein Verlangen nach geistiger Speise?

      11 Arthur Winkler von den Niederlanden hatte große Wertschätzung für die Bibel, besonders in der Zeit der nationalsozialistischen Besetzung, als Jehovas Zeugen gezwungen waren, ihre christliche Tätigkeit im Untergrund durchzuführen. Die Gestapo machte regelrecht Jagd auf Bruder Winkler. Als sie schließlich seiner habhaft wurde, versuchte sie erfolglos, ihn zur Zusammenarbeit zu überreden. Daraufhin schlug man ihn so lange, bis er das Bewußtsein verlor. Mit ausgeschlagenen Zähnen, ausgerenktem Unterkiefer und einem wundgeschlagenen Körper wurde er in eine Dunkelzelle gebracht. Ein Wärter war jedoch mitfühlend und freundlich. Bruder Winkler betete zu Jehova um Führung. Er verspürte ein großes Verlangen nach geistiger Speise und bat den Wärter um Hilfe. Später flog die Zellentür auf, und jemand warf eine Bibel in die Zelle. „Wie glücklich war ich doch“, berichtete Bruder Winkler, „täglich die wohltuenden Worte der Wahrheit ... zu lesen! ... ich merkte, wie ich geistig gestärkt wurde.“a

      Göttlicher Frieden wird dich behüten

      12. Warum müssen wir besonders unser Herz und unsere Denkkraft behüten?

      12 Jehova verspricht, daß sein Frieden ‘unser Herz und unsere Denkkraft behüten’ wird (Philipper 4:7). Das ist außerordentlich wichtig. Das Herz ist der Sitz der Beweggründe und Empfindungen. In den heutigen letzten Tagen kann unser Herz ohne weiteres durch Furcht oder Angst geschwächt werden oder uns zum Sündigen verleiten. Der Lebensstil der Allgemeinheit verliert zusehends an Niveau. Deshalb müssen wir ständig auf der Hut sein. Außer daß wir ein starkes Herz benötigen, müssen wir auch unsere „Denkkraft“ von Gott durch sein Wort und seine Versammlung beeinflussen und stärken lassen.

      13. Von welchem Nutzen kann es sein, die Denkkraft zu behüten?

      13 Nach Professor Dr. Hermann Menge hat das griechische Wort nóema (mit „Denkkraft“ wiedergegeben) den Sinn von „Entschluß“ oder „Plan“ (Menge-Güthling, Langenscheidts Großwörterbuch Griechisch-Deutsch). Demnach kann uns der „Frieden Gottes“ in unserer christlichen Entschlossenheit oder Zielsetzung stärken, uns vor jeglicher Neigung zum Wankelmut schützen und uns davon zurückhalten, ohne guten Grund unsere Meinung zu ändern. Entmutigung oder Probleme bringen uns dann nicht so leicht aus dem Konzept. Wenn wir zum Beispiel beabsichtigen, Jehova auf besondere Weise zu dienen (vielleicht im Vollzeitdienst als Pionier oder in einer Gegend, wo großer Bedarf an Dienern Gottes besteht), wird uns der „Frieden Gottes“ eine große Hilfe sein, dieses Ziel beharrlich anzustreben. (Vergleiche Lukas 1:3; Apostelgeschichte 15:36; 19:21; Römer 15:22-24, 28; 1. Thessalonicher 2:1, 18.) Nimm dir zur weiteren Stärkung deiner Denkkraft reichlich Zeit, Gottes Wort zu studieren und christliche Gemeinschaft zu pflegen. Auf diese Weise füllst du deinen Sinn und dein Herz mit reinen, erbauenden Gedanken. Bist du in der Lage, genügend Zeit für das Studium der inspirierten „Reden“ Gottes einzusetzen? Solltest du ihnen mehr Aufmerksamkeit schenken?

      14. Welchen inspirierten Rat sollten wir gewissenhaft beachten, und warum?

      14 Wie du siehst, sind sowohl das Herz als auch der Sinn oder die Denkkraft einbezogen, wenn es darum geht, den „Frieden Gottes“ zu erlangen und daraus Nutzen zu ziehen. Das kommt in dem göttlichen Rat zum Ausdruck: „Mein Sohn, merke doch auf meine Worte. Zu meinen Reden neige dein Ohr. Mögen sie nicht aus deinen Augen weichen. Bewahre sie im Innern deines Herzens. Denn sie sind Leben denen, die sie finden, und Gesundheit ihrem ganzen Fleisch. Mehr als alles sonst, was zu behüten ist, behüte dein Herz, denn aus ihm sind die Quellen des Lebens“ (Sprüche 4:20-23).

      15. Welche Rolle spielt Jesus, was den „Frieden Gottes“ betrifft?

      15 Der „Frieden Gottes“, der sich aus einem innigen, vertrauten Verhältnis zu Jehova ergibt, behütet unser Herz und unsere Denkkraft „durch Christus Jesus“ (Philipper 4:7). Welche Rolle spielt Jesus dabei? Paulus erklärte: „Unverdiente Güte und Friede sei euch von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Er hat sich selbst für unsere Sünden hingegeben, damit er uns befreie von dem gegenwärtigen bösen System der Dinge gemäß dem Willen unseres Gottes und Vaters“ (Galater 1:3, 4). Ja, Jesus gab liebevollerweise sein Leben, damit wir losgekauft werden könnten (Matthäus 20:28). „Durch Christus Jesus“ ist es uns also möglich, für Jehova annehmbar zu sein und uns als seine ihm hingegebenen Diener des göttlichen Friedens zu erfreuen, der uns behüten kann.

      Was den göttlichen Frieden bedroht

      16. Welcher Rat des Paulus kann uns helfen, den „Frieden Gottes“ zu bewahren?

      16 Wenn wir den „Frieden Gottes“ erlangt haben und uns dieses Friedens erfreuen, müssen wir darauf achten, ihn zu bewahren. Vieles kann Christen den Frieden rauben. Zu den häufigsten und sicherlich größten Gefahren zählen die jugendlichen Begierden. Paulus schloß in seinen zweiten Brief an Timotheus, der damals wahrscheinlich Anfang 30 war, folgenden Rat ein: „Fliehe vor den Begierden, die der Jugend eigen sind, jage aber nach Gerechtigkeit, Glauben, Liebe, Frieden zusammen mit denen, die den Herrn aus reinem Herzen anrufen“ (2. Timotheus 2:22).

      17. Was ist mit Jehovas Gabe der Geschlechtlichkeit häufig geschehen?

      17 Unter diese Begierden fällt auch der Geschlechtstrieb, dessen Befriedigung in der Ehe einen ehrenhaften Platz hat. Zu allen Zeiten ist dieser Trieb jedoch zum Mißfallen unseres weisen Schöpfers durch voreheliche und außereheliche Geschlechtsbeziehungen auf unrechtmäßige Weise befriedigt worden (Hebräer 13:4; 1. Mose 34:1-3). Jüngere und ältere Christen stehen heute gleichermaßen in der Gefahr, der Versuchung zu geschlechtlicher Unsittlichkeit nachzugeben. In den letzten Tagen einer zügellosen Welt bedeutet der Sex für viele nicht mehr als eine fleischliche Leidenschaft, oftmals verbunden mit Handlungen, wie sie unter männlichen und weiblichen Homosexuellen üblich sind (Römer 1:24-27).

      18. Warum ist das Herz einiger noch nicht gefestigt, und wozu kann das führen?

      18 Die Tatsache, daß wir in einer derartigen Atmosphäre leben, unterstreicht, wie wichtig es für uns ist, ein starkes, gefestigtes und Jehova ergebenes Herz zu haben. Doch einige, die die Königreichsbotschaft angenommen haben, an die Grundlehren der Bibel glauben und regelmäßig mit Jehovas Volk Gemeinschaft pflegen, entwickeln keine tiefe Wertschätzung für Jehova, sein Wort und seine weltweite Organisation. Ihr Herz ist noch nicht gefestigt. Sie können leicht durch „Begierden, die der Jugend eigen sind“, abgelenkt werden. Manche von ihnen widerstehen vielleicht der Versuchung, Hurerei oder Ehebruch zu begehen, ‘lieben aber die Vergnügungen mehr als Gott’, wovor Paulus ebenfalls warnte (2. Timotheus 3:4). Sie verbringen viel mehr Zeit mit Fernsehen, mit Romanen oder bei wilder Musik als mit dem persönlichen Studium, dem Besuch christlicher Zusammenkünfte oder mit dem Dienst für das Königreich. Das kann ohne weiteres zu geistiger Kraftlosigkeit und letzten Endes zu schweren Sünden führen.

      19. Was müssen wir tun, damit wir nicht abgleiten?

      19 Solche Personen gleiten ab oder treiben wie ein Boot ohne Anker in der allgemeinen Strömung dem Unheil entgegen. Was müssen sie tun? Paulus sagt: „Darum ist es nötig, daß wir den Dingen, die wir gehört haben, mehr als die gewöhnliche Aufmerksamkeit schenken, damit wir niemals abgleiten“ (Hebräer 2:1). Diese gefährdeten Personen sollten folglich dem Studium des Wortes Gottes, der Vorbereitung auf christliche Zusammenkünfte und der Verkündigung der Königreichswahrheiten „mehr als die gewöhnliche Aufmerksamkeit schenken“. Natürlich sagt man sich nur allzuleicht: „Das ist zwar ein guter Rat, aber ich bin nicht in dieser Lage. Daher trifft er auf mich nicht zu.“ Viel vernünftiger wäre es, wenn jeder von uns ernsthaft überlegen würde, wie er sein Herz, seine innersten Gedanken und seine Begierden noch mehr reinigen und „zusammen mit denen, die den Herrn aus reinem Herzen anrufen“, „nach Gerechtigkeit, Glauben, Liebe, Frieden“ jagen könnte (2. Timotheus 2:22). Vor allem sollten wir Gott um Führung und um die stärkende Hilfe seines Geistes bitten.

      20. Was sollte jemand tun, der eine schwere Sünde begangen hat?

      20 Wer sich einer schweren Sünde schuldig macht und sie zudeckt, wird zweifellos die Anerkennung Jehovas verlieren und den „Frieden Gottes“, den er einmal hatte, einbüßen. Auch wird er keinen Herzensfrieden mehr haben. (Vergleiche 2. Samuel 24:10; Matthäus 6:22, 23.) Daraus erkennst du, daß es für einen Christen, der eine schwerwiegende Sünde begangen hat, unbedingt erforderlich ist, seine Sünde sowohl Jehova zu bekennen als auch liebevollen Ältesten, die seine geistige Gesundung fördern können (Jesaja 1:18, 19; 32:1, 2; Jakobus 5:14, 15). Wer auf dem schlüpfrigen Pfad der Sünde sein geistiges Gleichgewicht verloren hat, aber die Hilfe reifer Brüder sucht, wird weder ein beunruhigtes Gewissen haben noch auf den „Frieden Gottes“ verzichten müssen.

      21. Welche Ursache zu großer Dankbarkeit gegenüber Jehova haben wir heute, und wozu sollten wir entschlossen sein?

      21 Welch ein Vorrecht es doch ist, heute ein getaufter Zeuge Jehovas zu sein! Alles, was uns in der satanischen Welt umgibt, bricht zusammen und zerfällt zu einem großen Scherbenhaufen. Bald wird die Welt vergehen. Viele Menschen sind „ohnmächtig ... vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über die bewohnte Erde kommen“. Aber wir können unsere Häupter emporheben, weil wir wissen, daß unsere „Befreiung naht“ (Lukas 21:25-28). Tun wir daher unser Äußerstes, dem „Gott, der Frieden gibt“, treu zu dienen und so zu zeigen, wie dankbar wir Jehova sind für seinen „Frieden ..., der alles Denken übertrifft“ (Römer 15:33; 1. Korinther 15:58).

      [Fußnote]

      a Siehe Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1986, Seite 154 bis 157.

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