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  • Sie wurden mit Dornen im Fleisch fertig
    Der Wachtturm 2002 | 15. Februar
    • Sie wurden mit Dornen im Fleisch fertig

      „Mir [wurde] ein Dorn ins Fleisch gegeben, ein Satansengel, dass er mich immer wieder schlage“ (2. KORINTHER 12:7).

      1. Mit welchen Problemen werden Menschen heute konfrontiert?

      HABEN wir mit hartnäckigen Problemen zu kämpfen? Wir wären nicht die Einzigen. In den gegenwärtigen ‘kritischen Zeiten, mit denen man schwer fertig wird’, müssen treue Christen mit erbittertem Widerstand, familiären Schwierigkeiten, Krankheiten, Geldsorgen, tiefem Kummer, dem Verlust nahe stehender Menschen durch den Tod und anderen Herausforderungen fertig werden (2. Timotheus 3:1-5). In manchen Ländern ist das Leben vieler Menschen zudem durch Lebensmittelknappheit und Krieg bedroht.

      2, 3. Welche negative Einstellung kann jemand aufgrund dornengleicher Probleme entwickeln, doch wieso ist das gefährlich?

      2 Man könnte das Gefühl haben, von derartigen Problemen erdrückt zu werden, besonders wenn man von mehreren Härten gleichzeitig getroffen wird. Beachten wir, was in Sprüche 24:10 gesagt wird: „Hast du dich entmutigt gezeigt am Tag der Bedrängnis? Deine Kraft wird karg sein.“ Ja, sind wir wegen Problemen entmutigt, kann uns das dringend benötigte Kraft rauben und unsere Entschlossenheit schwächen, bis zum Ende auszuharren. Wieso?

      3 Nun, Entmutigung kann bewirken, dass einem die Objektivität verloren geht. So könnte man leicht seine Probleme dramatisieren und sich zunehmend selbst bemitleiden. Mancher könnte sich sogar bei Gott beklagen: „Warum lässt du zu, dass mir das widerfährt?“ Setzt sich solch eine negative Einstellung im Herzen fest, kann sie einem mehr und mehr die Freude nehmen und das Vertrauen untergraben. Ein Diener Gottes könnte schließlich so entmutigt sein, dass er sogar den „vortrefflichen Kampf des Glaubens“ aufgibt (1. Timotheus 6:12).

      4, 5. Welche Rolle spielt Satan bei einigen unserer Probleme, doch welche Gewissheit können wir haben?

      4 Unsere Probleme werden gewiss nicht von Jehova Gott verursacht (Jakobus 1:13). Einige Probleme ergeben sich einfach daraus, dass wir ihm treu sein wollen. Tatsächlich machen sich alle Diener Jehovas zu einer Zielscheibe seines Erzfeindes, Satans, des Teufels. In der kurzen Zeit, die ihm noch verbleibt, versucht dieser böse ‘Gott des gegenwärtigen Systems der Dinge’ jeden, der Jehova liebt, davon abzubringen, dessen Willen zu tun (2. Korinther 4:4). Satan fügt unserer gesamten Bruderschaft weltweit so viel Leid zu, wie er kann (1. Petrus 5:9). Es stimmt zwar, dass Satan nicht all unsere Probleme direkt verursacht, aber er kann sie ausnutzen für sein Bemühen, uns zunehmend zu schwächen.

      5 Ungeachtet der Macht Satans und seiner Waffen können wir ihn trotzdem besiegen. Wieso können wir uns dessen sicher sein? Weil Jehova Gott für uns kämpft. Er hat dafür gesorgt, dass seinen Dienern Satans Methoden nicht unbekannt sind (2. Korinther 2:11). Tatsächlich wird in Gottes Wort ausführlich auf die Probleme eingegangen, von denen wahre Christen geplagt werden. Im Fall des Apostels Paulus wird in der Bibel die Wendung „ein Dorn . . . [im] Fleisch“ gebraucht. Warum? Betrachten wir, wie der Begriff in Gottes Wort erklärt wird. Dann werden wir sehen, dass wir keinesfalls die Einzigen sind, die Jehovas Hilfe benötigen, um Probleme zu meistern.

      Warum Probleme Dornen gleichen

      6. Was meinte Paulus mit der Wendung „ein Dorn . . . [im] Fleisch“, und was könnte der Dorn gewesen sein?

      6 Paulus war jemand, der sehr geplagt wurde. Er schrieb unter Inspiration: „Mir [wurde] ein Dorn ins Fleisch gegeben, ein Satansengel, dass er mich immer wieder schlage, damit ich mich nicht überhebe“ (2. Korinther 12:7). Was war mit diesem Dorn im Fleisch des Paulus gemeint? Nun, ein Dorn, der tief unter der Haut steckt, ist gewiss schmerzhaft. Die Metapher weist somit auf etwas hin, was Paulus Schmerzen bereitete — entweder buchstäblich oder seelisch oder beides. Paulus könnte von einer Augenkrankheit oder von irgendwelchen anderen körperlichen Gebrechen geplagt worden sein. Möglich ist auch, dass Paulus mit dem Dorn jene Personen meinte, die seine Beglaubigungsmerkmale als Apostel anfochten sowie seine Predigt- und Lehrtätigkeit infrage stellten (2. Korinther 10:10-12; 11:5, 6, 13). Was es auch war, der Dorn blieb Paulus erhalten, er konnte nicht wieder entfernt werden.

      7, 8. (a) Worauf weisen die Worte „dass er mich immer wieder schlage“ hin? (b) Warum ist es so wichtig, mit jeglichen „Dornen“ fertig zu werden, die uns heute plagen?

      7 Zu beachten ist, dass Paulus von dem Dorn immer wieder geschlagen wurde. Das griechische Verb, das Paulus hier verwendete, ist interessanterweise von dem Wort für „Knöchel“ abgeleitet. Dieses wird in seiner wörtlichen Bedeutung in Matthäus 26:67 verwendet und in der sinnbildlichen in 1. Korinther 4:11. In diesen Versen vermittelt es den Gedanken, mit Fäusten traktiert zu werden. Angesichts des unversöhnlichen Hasses, den Satan, der Teufel, auf Jehova und dessen Diener hat, gefiel es ihm ganz gewiss, dass Paulus immer wieder von einem Dorn geschlagen wurde. Satan gefällt es heute genauso, wenn wir in ähnlicher Weise von einem Dorn im Fleisch geplagt werden.

      8 Wie Paulus müssen wir daher wissen, wie man mit solchen Dornen fertig werden kann. Davon hängt unser Leben ab! Vergessen wir nie, dass Jehova in seiner neuen Welt, wo uns nie wieder dornengleiche Probleme heimsuchen werden, unser Leben endlos verlängern möchte. Um uns zu helfen, diesen wunderbaren Preis zu erlangen, hat Gott uns in seinem heiligen Wort, der Bibel, viele Beispiele gegeben, die zeigen, dass seine treuen Diener erfolgreich mit Dornen im Fleisch fertig wurden. Sie waren normale, unvollkommene Menschen, genau wie wir. Uns mit einigen aus der großen „Wolke von Zeugen“ zu beschäftigen, kann uns helfen, „in dem vor uns liegenden Wettlauf mit Ausharren [zu] laufen“ (Hebräer 12:1). Darüber nachzusinnen, was sie durchmachten, kann unsere Zuversicht stärken, dass wir mit irgendwelchen „Dornen“ fertig werden können, deren sich Satan in unserem Fall bedient.

      Dornen, die Mephiboscheth plagten

      9, 10. (a) Wie kam Mephiboscheth zu einem Dorn im Fleisch? (b) Welche Güte wurde Mephiboscheth von König David erwiesen, und wie können wir David nachahmen?

      9 Nehmen wir einmal Mephiboscheth, den Sohn von Davids Freund Jonathan. Mephiboscheth war fünf Jahre alt, als die Nachricht eintraf, dass sein Vater, Jonathan, und sein Großvater, König Saul, getötet worden waren. Das Kindermädchen des Jungen geriet in Panik. Sie „begann ihn fortzutragen . . ., doch geschah es, als sie in Panik davonrannte, um zu fliehen, dass er dann hinfiel und lahm wurde“ (2. Samuel 4:4). Diese Körperbehinderung muss für Mephiboscheth ein echter Dorn gewesen sein, unter dem er zu leiden hatte, während er aufwuchs.

      10 Jahre später erwies König David, der Jonathan sehr zugetan gewesen war, Mephiboscheth liebende Güte. David gab ihm Sauls ganzen Besitz und setzte Ziba, Sauls Bediensteten, als Verwalter des Landbesitzes ein. Außerdem sagte David zu Mephiboscheth: „Du selbst wirst beständig an meinem Tisch Brot essen“ (2. Samuel 9:6-10). Zweifellos wurde Mephiboscheth durch Davids liebende Güte getröstet und sie half ihm, den Schmerz wegen seiner Behinderung zu lindern. Welch ein anschauliches Beispiel! Auch wir sollten diejenigen zuvorkommend behandeln, die von einem Dorn im Fleisch geplagt werden.

      11. Was behauptete Ziba von Mephiboscheth, doch wieso sind wir überzeugt, dass das erlogen war? (Siehe Fußnote.)

      11 Mephiboscheth musste später mit einem weiteren Dorn im Fleisch fertig werden. Sein Diener Ziba verleumdete ihn bei König David, als dieser wegen der Rebellion seines Sohnes Absalom aus Jerusalem fliehen musste. Ziba sagte, Mephiboscheth sei in verräterischer Absicht in Jerusalem zurückgeblieben, weil er hoffe, selbst das Königtum zu erlangen.a David glaubte Zibas Verleumdung und übergab dem Lügner Mephiboscheths gesamten Besitz (2. Samuel 16:1-4).

      12. Wie reagierte Mephiboscheth auf das, was ihm widerfuhr, und wieso ist er ein vorzügliches Beispiel für uns?

      12 Als Mephiboscheth schließlich wieder mit David zusammentraf, erklärte er dem König, was tatsächlich geschehen war. Er hatte gerade Vorbereitungen getroffen, sich David anzuschließen, als Ziba ihn hinterging und sich anbot, an seiner Stelle zu gehen. Schaffte David das Unrecht aus der Welt? Nicht ganz. Er teilte den Besitz zwischen den beiden Männern auf. Das hätte leicht zu einem weiteren Dorn in Mephiboscheths Fleisch werden können. War er tief enttäuscht? Protestierte er lautstark gegen Davids Entscheidung und bezeichnete sie als ungerecht? Nein, er erklärte sich demütig mit den Wünschen des Königs einverstanden. Er konzentrierte sich auf den positiven Aspekt und freute sich, dass Israels rechtmäßiger König wohlbehalten zurückgekehrt war. Mephiboscheth gab wirklich ein herausragendes Beispiel darin, nicht nur Körperbehinderung, sondern auch Verleumdung und Enttäuschung zu ertragen (2. Samuel 19:24-30).

      Nehemia wurde mit seinen Problemen fertig

      13, 14. Welche Art Dornen musste Nehemia ertragen, als er nach Jerusalem kam, um die Mauern wieder aufzubauen?

      13 Denken wir auch daran, unter welchen sinnbildlichen Dornen Nehemia litt, als er im fünften Jahrhundert v. u. Z. nach Jerusalem kam. Er fand die Stadt ohne Mauern und damit praktisch wehrlos vor. Zudem waren die in die Heimat zurückgeführten Juden nicht nur desorganisiert und entmutigt, sondern auch unrein in den Augen Jehovas. Nehemia war zwar von König Artaxerxes bevollmächtigt worden, die Mauern Jerusalems wieder aufzubauen, aber er musste bald erfahren, dass seine Mission bei den Statthaltern der umliegenden Gebiete auf rigorose Ablehnung stieß. „Es [schien] ihnen etwas sehr Schlechtes, dass ein Mann gekommen war, um für die Söhne Israels Gutes zu suchen“ (Nehemia 2:10).

      14 Die ausländischen Gegner setzten alle Hebel in Bewegung, um Nehemias Werk aufzuhalten. Ihre Drohungen, Lügen, Verleumdungen und Einschüchterungen sowie die Spitzel, die sie sandten, um ihn zu entmutigen, müssen gleichsam Dornen gewesen sein, die ihm ständig ins Fleisch stachen. Erlag er den Machenschaften dieser Feinde? Nein! Nehemia setzte sein volles Vertrauen auf Gott und gab nicht nach. Als die Mauern Jerusalems schließlich wieder aufgebaut waren, lieferten sie daher ein dauerhaftes Zeugnis dafür, dass Nehemia von Jehova liebevoll unterstützt worden war (Nehemia 4:1-12; 6:1-19).

      15. Welche Probleme unter den Juden beunruhigten Nehemia sehr?

      15 Als Statthalter musste Nehemia außerdem mit vielen Problemen unter Gottes Volk fertig werden. Auch diese dornengleichen Schwierigkeiten machten ihm schwer zu schaffen, weil sie sich auf das Verhältnis des Volkes zu Jehova auswirkten. Die Reichen trieben Wucherzinsen ein, sodass ihre ärmeren Brüder ihnen ihr Land abtreten und sogar ihre Kinder in die Sklaverei verkaufen mussten, um ihre Schulden sowie die von den Persern auferlegten Steuern zu bezahlen (Nehemia 5:1-10). Viele Juden brachen den Sabbat und unterstützten weder die Leviten noch den Tempel. Zudem hatten einige Männer „aschdoditische, ammonitische und moabitische Frauen“ geheiratet. Wie dies Nehemia schmerzte! Aber keiner dieser Dornen brachte ihn dazu, aufzugeben. Immer wieder zeigte er sich als eifriger Verteidiger der gerechten Gesetze Gottes der Situation gewachsen. Wie Nehemia wollen wir uns nicht durch den treulosen Lebenswandel anderer davon abbringen lassen, Jehova loyal zu dienen (Nehemia 13:10-13, 23-27).

      Viele andere Treue wurden mit „Dornen“ fertig

      16—18. Von welchen familiären Schwierigkeiten wurden Isaak und Rebekka, Hanna, David und Hosea geplagt?

      16 Die Bibel enthält viele weitere Beispiele von Menschen, die mit beunruhigenden Umständen, die Dornen glichen, fertig wurden. Häufig waren familiäre Schwierigkeiten für solche Dornen verantwortlich. Die beiden Frauen Esaus „waren für Isaak und Rebekka [Esaus Eltern] ein Anlass zur Bitterkeit des Geistes“. Rebekka sagte sogar, ihr Leben würde sie wegen dieser Frauen anwidern (1. Mose 26:34, 35; 27:46). Denken wir auch an Hanna, der, weil sie kinderlos war, von ihrer Rivalin Peninna ‘viel Verdruss bereitet wurde’. Vielleicht musste Hanna zu Hause manches über sich ergehen lassen. Peninna schikanierte sie aber sogar in aller Öffentlichkeit — zweifellos in der Gegenwart von Verwandten und Freunden —, während die Familie dem Fest in Silo beiwohnte. Hanna muss es so vorgekommen sein, als würde ihr ein Dorn immer tiefer ins Fleisch getrieben (1. Samuel 1:4-7).

      17 Bedenken wir auch, was David wegen der krankhaften Eifersucht seines Schwiegervaters, König Saul, durchmachte. Um des Überlebens willen musste David in Höhlen in der Wildnis En-Gedi leben, wo er gefährlich steile Bergpässe überqueren musste. Die Ungerechtigkeit wird ihm bestimmt zu schaffen gemacht haben, denn er hatte Saul nichts Böses getan. Nur wegen Sauls Eifersucht musste David jahrelang als Flüchtling leben (1. Samuel 24:14, 15; Sprüche 27:4).

      18 Oder betrachten wir einmal die Eheprobleme des Propheten Hosea, dessen Frau zur Ehebrecherin wurde. Ihr unsittlicher Lebenswandel muss für ihn wie Dornenstiche in sein Herz gewesen sein. Und wie schmerzlich für ihn, dass sie aufgrund ihrer Hurerei zwei außereheliche Kinder gebar! (Hosea 1:2-9).

      19. Wie wurde der Prophet Michaja verfolgt?

      19 Verfolgung ist ein weiterer Dorn im Fleisch. Nehmen wir beispielsweise das, was dem Propheten Michaja widerfuhr. Es muss Michajas gerechte Seele gequält haben, mit ansehen zu müssen, dass sich der böse König Ahab mit falschen Propheten umgab und ihren offenkundigen Lügen Glauben schenkte. Und was tat der Anführer dieser Betrüger, als Michaja zu Ahab sagte, all diese Propheten würden durch einen „trügerischen Geist“ sprechen? Er „schlug Michaja auf die Wange“. Noch heftiger fiel Ahabs Reaktion auf Jehovas Warnung aus, dass der Feldzug zur Rückeroberung Ramoth-Gileads zum Scheitern verurteilt sei. Ahab ließ Michaja ins Gefängnis werfen und auf verkürzte Ration setzen (1. Könige 22:6, 9, 15-17, 23-28). Denken wir auch an Jeremia und daran, wie er von seinen mordgierigen Verfolgern behandelt wurde (Jeremia 20:1-9).

      20. Welche Art Dornen ertrug Noomi, und wie wurde sie belohnt?

      20 Der Verlust nahe stehender Menschen ist ein weiterer belastender Umstand, der einem Dorn im Fleisch gleichen kann. Noomi musste den schmerzlichen Verlust ihres Ehemanns und ihrer beiden Söhne ertragen, die alle drei starben. Unter dem Eindruck dieser furchtbaren Schläge kehrte sie nach Bethlehem zurück. Sie forderte ihre Freunde auf, sie nicht Noomi zu nennen, sondern Mara, ein Name, der die Bitterkeit ihrer Erfahrungen widerspiegelte. Doch schließlich belohnte Jehova ihr Ausharren mit einem Enkelkind, das ein Zwischenglied in der Linie zum Messias wurde (Ruth 1:3-5, 19-21; 4:13-17; Matthäus 1:1, 5).

      21, 22. Welchen Verlust erlitt Hiob, und wie reagierte er darauf?

      21 Überlegen wir einmal, wie erschüttert Hiob gewesen sein muss, als ihm der plötzliche, gewaltsame Tod seiner zehn geliebten Kinder mitgeteilt wurde sowie der Verlust seines gesamten Viehbestands und seiner Diener! In einem Augenblick schien seine ganze Welt zusammenzubrechen. Hiob hatte sich von diesen Schlägen noch nicht erholt, da wurde er von Satan mit einer bösartigen Krankheit geschlagen. Er mag durchaus gedacht haben, dass er daran sterben werde. Aufgrund der unerträglichen Schmerzen sah er sogar im Tod eine Erleichterung (Hiob 1:13-20; 2:7, 8).

      22 Als ob all dies nicht genügt hätte, kam dann auch noch seine Frau zu ihm und rief vor lauter Kummer aus: „Fluche Gott und stirb!“ Welch ein Dorn in seinem schmerzenden Fleisch! Als Nächstes traten drei von Hiobs Freunden auf den Plan. Statt ihn zu trösten, griffen sie ihn mit Scheinargumenten an, indem sie ihn heimlicher Sünden beschuldigten und darin den Grund für sein Unglück sahen. Ihre unhaltbaren Argumente trieben die Dornen sozusagen immer tiefer in Hiobs Fleisch. Bedenken wir auch, dass Hiob nicht wusste, warum ihm diese furchtbaren Dinge widerfuhren und dass sein Leben verschont werden sollte. Doch „in all diesem sündigte Hiob nicht, noch schrieb er Gott irgendetwas Ungebührliches zu“ (Hiob 1:22; 2:9, 10; 3:3; 14:13; 30:17). Obwohl er von vielen „Dornen“ gleichzeitig geplagt wurde, wich er nicht vom Weg der Lauterkeit ab. Welch eine Ermunterung!

      23. Warum konnten die Treuen, mit denen wir uns beschäftigt haben, unterschiedlichste Dornen im Fleisch ertragen?

      23 Die vorgenannten Beispiele sind lediglich eine repräsentative Auswahl, denn in der Bibel sind noch weit mehr enthalten. All diese treuen Diener mussten mit ihren eigenen sinnbildlichen Dornen fertig werden. Und welch unterschiedlichen Problemen sie gegenüberstanden! Doch eines hatten sie gemeinsam: Keiner von ihnen gab den Dienst für Jehova auf. Trotz all ihrer harten Prüfungen überwanden sie Satan in der Kraft, die Jehova ihnen gab. Auf welche Weise? Diese Frage wird im nächsten Artikel beantwortet, der uns außerdem zeigt, wie wir selbst mit irgendetwas fertig werden können, was einem Dorn im Fleisch gleicht.

      [Fußnote]

      a Solch ein ehrgeiziger Plan wäre für einen dankbaren, demütigen Mann wie Mephiboscheth völlig untypisch gewesen. Zweifellos wusste er von der Treue seines Vaters Jonathan. Dieser hatte, obwohl ein Sohn König Sauls, demütig anerkannt, dass David der von Jehova designierte König über Israel war (1. Samuel 20:12-17). Als gottesfürchtiger Vater und als loyaler Freund Davids hatte Jonathan seinen jungen Sohn Mephiboscheth bestimmt nicht gelehrt, nach königlicher Macht zu streben.

  • Mit einem ‘Dorn im Fleisch’ fertig werden
    Der Wachtturm 2002 | 15. Februar
    • Mit einem ‘Dorn im Fleisch’ fertig werden

      „Meine unverdiente Güte genügt dir“ (2. KORINTHER 12:9).

      1, 2. (a) Warum sollten uns Schwierigkeiten und Probleme nicht befremden? (b) Warum können wir trotz der Probleme zuversichtlich sein?

      „ALLE, die in Gemeinschaft mit Christus Jesus in Gottergebenheit leben wollen, [werden] auch verfolgt werden“ (2. Timotheus 3:12). Warum ist das so? Weil Satan behauptet, Menschen würden Gott nur aus selbstsüchtigen Beweggründen dienen, und er verzweifelt versucht, das zu beweisen. Jesus wies seine treuen Apostel bei einer Gelegenheit warnend auf Folgendes hin: „Der Satan hat danach verlangt, euch wie Weizen zu sichten“ (Lukas 22:31). Gott gestattet Satan, uns durch schmerzliche Probleme zu prüfen. Dessen war sich Jesus bewusst, andererseits meinte er natürlich nicht, dass jede Schwierigkeit, der wir im Leben gegenüberstehen, direkt von Satan oder seinen Dämonen ausgelöst wird (Prediger 9:11). Doch Satan ist erpicht darauf, uns durch jedes verfügbare Mittel von unserer Lauterkeit abzubringen.

      2 Wie die Bibel zeigt, sollten uns Probleme nicht befremden. Ganz gleich, was uns widerfährt: Es ist weder außergewöhnlich noch kommt es unerwartet (1. Petrus 4:12). Tatsächlich vollziehen sich ‘die gleichen Dinge in Bezug auf Leiden an unserer ganzen Bruderschaft in der Welt’ (1. Petrus 5:9). Satan setzt heute jeden Diener Gottes extrem unter Druck. Der Teufel ergötzt sich daran, wenn wir von so vielen dornengleichen Problemen wie möglich gequält werden. Er bedient sich dabei seines Systems der Dinge, um unsere ‘Dornen im Fleisch’ zu vermehren oder sie uns noch stärker spüren zu lassen (2. Korinther 12:7). Trotzdem müssen uns Satans Angriffe nicht von unserer Lauterkeit abbringen. Genauso wie Jehova „den Ausweg schaffen“ wird, damit wir eine Versuchung ertragen können, wird er auch einen Ausweg schaffen, wenn wir Schwierigkeiten gegenüberstehen, die wie Dornen im Fleisch sind (1. Korinther 10:13).

      Wie man mit einem Dorn fertig werden kann

      3. Wie reagierte Jehova auf die Bitte des Paulus, den Dorn aus seinem Fleisch zu entfernen?

      3 Der Apostel Paulus bat Gott, den Dorn aus seinem Fleisch zu entfernen. „Dieserhalb bat ich den Herrn dreimal inständig, dass er von mir weiche.“ Was antwortete Jehova Paulus auf sein inbrünstiges Bitten? „Meine unverdiente Güte genügt dir; denn meine Kraft wird in Schwachheit vollkommen gemacht“ (2. Korinther 12:8, 9). Beschäftigen wir uns etwas eingehender mit dieser Antwort, um festzustellen, wie sie uns helfen kann, mit irgendwelchen dornengleichen Problemen fertig zu werden, die uns Schmerzen bereiten.

      4. In welcher Hinsicht hatte Paulus bereits Nutzen aus der unverdienten Güte Jehovas gezogen?

      4 Beachten wir, dass Gott Paulus aufforderte, für die unverdiente Güte dankbar zu sein, die ihm bereits durch Christus erwiesen worden war. Tatsächlich war Paulus in vielerlei Hinsicht außerordentlich gesegnet worden. Obwohl er ein fanatischer Gegner der Nachfolger Jesu gewesen war, gewährte Jehova ihm liebevollerweise das Vorrecht der Jüngerschaft (Apostelgeschichte 7:58; 8:3; 9:1-4). Er gab Paulus ferner viele begeisternde Aufgaben und Dienstgelegenheiten. Die Lektion für uns ist klar: Selbst in noch so schweren Zeiten verspüren wir viele Segnungen, für die wir dankbar sein sollten. Unsere Schwierigkeiten dürfen uns nie die alles überströmende Güte Jehovas vergessen lassen (Psalm 31:19).

      5, 6. (a) Auf welche Weise zeigte Jehova Paulus, dass seine Kraft „in Schwachheit vollkommen gemacht“ wird? (b) Wie entlarvte Paulus durch sein Beispiel Satan als Lügner?

      5 Jehovas unverdiente Güte erweist sich auch in anderer Hinsicht als genügend. Gottes Kraft genügt bei weitem, um uns durch unsere Probleme hindurchzuhelfen (Epheser 3:20). Die Kraft Jehovas wird, wie er Paulus zeigte, „in Schwachheit vollkommen gemacht“. Auf welche Weise? Jehova gab Paulus liebevollerweise all die Kraft, die er benötigte, um mit seinem Problem fertig zu werden. Das Ausharren des Paulus und sein unerschütterliches Vertrauen auf Jehova machte allen deutlich, dass im Fall dieses schwachen, sündigen Mannes Gottes Kraft den Sieg errang. Überlegen wir nun, wie sich das auf den Teufel auswirkte, der behauptet, Menschen würden Gott nur so lange dienen, wie ihr Leben bequem und unkompliziert ist. Die Lauterkeit des Paulus war für den Verleumder geradezu ein Schlag ins Gesicht!

      6 Schließlich war Paulus ein ehemaliger Verbündeter Satans im Kampf gegen Gott gewesen, ein unverschämter Christenverfolger, ein eifriger Pharisäer, der früher zweifellos viele Annehmlichkeiten des Lebens genossen hatte, weil er in die Oberschicht hineingeboren worden war. Nun diente dieser Mann Jehova und Christus als „der geringste der Apostel“ (1. Korinther 15:9). Als solcher fügte er sich demütig der Autorität der frühchristlichen leitenden Körperschaft. Und trotz seines Dorns im Fleisch harrte er treu aus. Sehr zum Ärger Satans ließ sich Paulus durch seine Probleme nicht in seinem Eifer bremsen. Nie verlor er die Aussicht aus den Augen, ein Teilhaber an Christi himmlischem Königreich zu sein (2. Timotheus 2:12; 4:18). Kein noch so schmerzhafter Dorn konnte seinen Eifer mindern. Bewahren auch wir unseren Eifer! Jehova gibt uns in Schwierigkeiten Kraft, wodurch er uns mit dem einzigartigen Vorrecht ehrt, den Beweis zu erhärten, dass Satan ein Lügner ist (Sprüche 27:11).

      Jehovas Gaben sind lebenswichtig

      7, 8. (a) Wodurch stärkt Jehova heute seine Diener? (b) Warum ist tägliches Bibellesen und Studieren so wichtig, um mit einem Dorn im Fleisch fertig zu werden?

      7 Jehova stärkt uns treue Christen heute durch seinen heiligen Geist, sein Wort und unsere christliche Bruderschaft. Wie der Apostel Paulus können wir im Gebet unsere Bürden auf Jehova werfen (Psalm 55:22). Er wird zwar nicht unbedingt unsere Probleme beseitigen, aber er kann uns die nötige Weisheit geben, sie zu meistern, selbst solche, die äußerst schwer zu ertragen sind. Damit wir ausharren können, kann Jehova uns auch Standhaftigkeit verleihen — uns Kraft geben, „die über das Normale hinausgeht“ (2. Korinther 4:7).

      8 Wie erhalten wir diese Hilfe? Wir müssen fleißig Gottes Wort studieren, denn darin finden wir seine zuverlässigen Tröstungen (Psalm 94:19). In der Bibel lesen wir bewegende Worte von Dienern Gottes, die ihn um Hilfe baten. Jehovas Reaktionen, die häufig tröstende Worte einschlossen, bieten Stoff zum Nachsinnen. Das Studium wird uns stärken, damit „die Kraft, die über das Normale hinausgeht, Gottes sei und nicht die aus uns selbst“. Genauso, wie wir jeden Tag buchstäbliche Nahrung zu uns nehmen müssen, um gut genährt und kräftig zu sein, müssen wir regelmäßig Gottes Wort in uns aufnehmen. Tun wir das? Dann werden wir feststellen, dass wir „Kraft, die über das Normale hinausgeht“, erhalten. So wird uns geholfen, sinnbildliche Dornen aller Art zu ertragen, die uns heute plagen.

      9. Wie können Älteste denjenigen beistehen, die mit Problemen fertig werden müssen?

      9 Gottesfürchtige christliche Älteste können sich „wie ein Bergungsort vor dem Wind“ des Kummers erweisen, wie „ein Versteck vor dem Regensturm“ der Probleme. Älteste, die dieser inspirierten Beschreibung entsprechen möchten, bitten Jehova demütig und aufrichtig, ihnen die „Zunge der Belehrten“ zu geben, damit sie wissen, wie sie mit den richtigen Worten auf Leidende eingehen können. Die Worte der Ältesten können — sanftem Regen gleich — ihren Geist in schweren Zeiten beruhigen und erquicken. Dadurch, dass Älteste ‘bekümmerten Seelen tröstend zureden’, stehen sie Glaubensbrüdern und -schwestern wirklich bei, die wegen irgendeines Dorns im Fleisch sonst vielleicht müde oder mutlos werden könnten (Jesaja 32:2; 50:4; 1. Thessalonicher 5:14).

      10, 11. Wie können Gottes Diener andere ermuntern, die schwere Probleme haben?

      10 Alle Diener Jehovas sind Teil seiner geeinten christlichen Familie. Ja, wir sind „Glieder, die als einzelne zueinander gehören“, und sind „verpflichtet, einander zu lieben“ (Römer 12:5; 1. Johannes 4:11). Wie kommen wir dieser Verpflichtung nach? Gemäß 1. Petrus 3:8 tun wir es dadurch, dass wir gegenüber allen, die uns im Glauben verwandt sind, ‘Mitgefühl bekunden’ sowie ‘brüderliche Zuneigung und zartes Erbarmen haben’. Wir alle können denjenigen, ob jung oder alt, besondere Achtung erweisen, die mit einem besonders schmerzhaften Dorn im Fleisch fertig werden müssen. Aber wie?

      11 Versuchen wir, ihr Leid mitzufühlen. Wären wir teilnahmslos, gefühllos oder gleichgültig, könnten wir unbeabsichtigt ihr Leid noch verschlimmern. Das Wissen um ihre Probleme sollte uns veranlassen, sorgfältig auf das zu achten, was wir sagen, sowie darauf, wie wir es sagen und wie wir uns verhalten. Sind wir positiv und ermunternd, können wir den heftigen Schmerz durch den Dorn, der sie plagt, etwas lindern. So können wir uns für sie als stärkende Hilfe erweisen (Kolosser 4:11).

      Wie einige mit „Dornen“ fertig geworden sind

      12—14. (a) Was tat eine krebskranke Christin, um mit ihrer Krankheit fertig zu werden? (b) Wie wurde sie von ihren Glaubensbrüdern und -schwestern unterstützt und ermuntert?

      12 Da wir uns dem Ende der gegenwärtigen letzten Tage nahen, werden die „Bedrängniswehen“ täglich stärker (Matthäus 24:8). Deshalb wird wahrscheinlich jeder auf der Erde von Problemen geplagt, vor allem aber die treuen Diener Jehovas, die seinen Willen tun möchten. Ein Beispiel dafür ist eine Christin, die im Vollzeitdienst stand. Bei ihr wurde Krebs diagnostiziert und ihr mussten die Speicheldrüsen und die Lymphknoten chirurgisch entfernt werden. Nachdem ihr und ihrem Mann die Diagnose mitgeteilt worden war, wandten sie sich unverzüglich in einem langen, inständigen Gebet an Jehova. Wie die Schwester später sagte, überkam beide daraufhin ein unglaublicher Frieden. Trotzdem hatte sie viele Höhen und Tiefen durchzustehen, vor allem als sie mit den Nebenwirkungen der Behandlung fertig werden musste.

      13 Die Schwester versuchte, so viel wie möglich über Krebs in Erfahrung zu bringen, um ihre Situation zu bewältigen. Sie befragte die Ärzte. In christlichen Veröffentlichungen, beispielsweise in den Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet!, fand sie Lebensberichte, in denen gezeigt wurde, wie andere gefühlsmäßig mit dieser Krankheit fertig geworden waren. Außerdem las sie passende Bibeltexte, die auf Jehovas Fähigkeit hinweisen, seine Diener in schwierigen Zeiten zu stützen, sowie weitere nützliche Informationen.

      14 In einem Artikel darüber, Gefühle der Verzweiflung in den Griff zu bekommen, wurden folgende weise Worte zitiert: „Wer sich absondert, wird nach seinem eigenen selbstsüchtigen Verlangen trachten“ (Sprüche 18:1). Der Artikel enthielt daher den Rat, dem Drang zu widerstehen, sich abzusondern.a Die Schwester erzählte: „Viele sagten mir, sie würden für mich beten; andere riefen mich an. Zwei Älteste telefonierten regelmäßig mit mir, um nachzufragen, wie es mir ging. Ich erhielt Blumen und Unmengen von Karten. Einige kochten sogar Essen für mich. Außerdem boten mir viele eine Fahrgelegenheit an, wenn medizinische Behandlungen anstanden.“

      15—17. (a) Wie wurde eine Christin mit belastenden Unfallfolgen fertig? (b) Welche Hilfe leisteten ihr Glieder der Versammlung?

      15 Eine langjährige Dienerin Jehovas in New Mexico (USA) war in zwei Verkehrsunfälle verwickelt. Die dabei erlittenen Verletzungen am Hals und an der Schulter verschlimmerten ein arthritisches Leiden, mit dem sie bereits seit über 25 Jahren zu kämpfen hatte. Sie erzählte: „Mir fiel es sehr schwer, meinen Kopf hochzuhalten und etwas zu tragen, was mehr als 2 Kilogramm wog. Doch das inbrünstige Gebet zu Jehova hat mich außerordentlich gestärkt, ebenso Wachtturm-Artikel, die wir studiert haben. In einem Artikel wurde zu Micha 6:8 erklärt, bescheiden mit Gott zu wandeln bedeute, die eigenen Grenzen zu kennen. Das machte mir bewusst, dass ich trotz meines Zustands nicht entmutigt zu sein brauchte, auch wenn ich weniger Zeit im Predigtdienst einsetzte, als ich gern wollte. Gott aus lauteren Beweggründen zu dienen ist das, was vor allem zählt.“

      16 Weiter berichtete sie: „Die Ältesten lobten mich stets für meine Bemühungen, die Zusammenkünfte zu besuchen und in den Predigtdienst zu gehen. Kinder umarmten mich zur Begrüßung. Die Pionierverkündiger waren wirklich geduldig mit mir, und wenn es mir manchmal nicht so gut ging, änderten sie häufig ihre Pläne. War das Wetter schlecht, nahmen sie mich freundlicherweise zu Rückbesuchen oder zu einem ihrer Bibelstudien mit. Und da ich keine Büchertasche tragen konnte, steckten andere Verkündiger meine Veröffentlichungen mit in ihre Tasche, wenn ich in den Predigtdienst ging.“

      17 Beachten wir, wie Versammlungsälteste und andere Mitchristen diesen beiden Schwestern halfen, mit ihren dornengleichen Krankheiten fertig zu werden. Sie boten praktische, liebevolle Hilfe an, die darauf abzielte, bestimmten geistigen, körperlichen und psychischen Bedürfnissen abzuhelfen. Fühlen wir uns dadurch nicht ermuntert, Brüdern und Schwestern zu helfen, die Probleme haben? Auch ihr Kinder könnt für diejenigen in eurer Versammlung, die mit Dornen im Fleisch fertig werden müssen, eine Hilfe sein (Sprüche 20:29).

      18. Welche Ermunterung können wir aus den Lebensberichten in den Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet! ziehen?

      18 In den Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet! wurden schon viele Lebensberichte und Erfahrungen von Zeugen Jehovas veröffentlicht, die in ihrem Leben mit Problemen fertig werden mussten oder immer noch müssen. Wenn wir solche Artikel regelmäßig lesen, werden wir feststellen, dass viele unserer Glaubensbrüder und -schwestern weltweit trotz finanzieller Härten, trotz des Verlusts nahe stehender Menschen durch Unfälle und Katastrophen oder trotz bedrohlicher Kriegsverhältnisse ausgeharrt haben. Andere müssen mit Behinderungen infolge von Krankheiten leben. Manche können nicht einmal die normalen Dinge des täglichen Lebens verrichten, Tätigkeiten, die für Gesunde selbstverständlich sind. Sie werden durch ihre Krankheit sehr schwer geprüft, vor allem wenn sie sich nicht so viel an christlichen Aktivitäten beteiligen können, wie sie gern möchten. Wie dankbar sind sie doch für die Hilfe und die Unterstützung, die ihnen ihre Brüder und Schwestern, Jung und Alt, leisten!

      Ausharren trägt Freude ein

      19. Warum konnte sich Paulus trotz seiner dornengleichen Probleme und Schwächen freuen?

      19 Paulus freute sich darüber, dass Gott ihn stärkte. Er sagte: „Am liebsten will ich mich . . . eher hinsichtlich meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft des Christus, einem Zelt gleich, über mir bleibe. Daher habe ich Gefallen an Schwachheiten, an Beleidigungen, an Nöten, an Verfolgungen und Schwierigkeiten für Christus. Denn wenn ich schwach bin, dann bin ich machtvoll“ (2. Korinther 12:9, 10). Aufgrund persönlicher Erfahrungen konnte Paulus zuversichtlich erklären: „Nicht, dass ich dies eines Mangels wegen sage, denn ich habe gelernt, unter welchen Umständen ich mich auch immer befinde, selbstgenügsam zu sein. Ich weiß tatsächlich, wie man an Mitteln knapp sein kann, ich weiß tatsächlich, wie man Überfluss haben kann. In allem und unter allen Umständen habe ich das Geheimnis kennen gelernt, sowohl satt zu sein als auch zu hungern, sowohl Überfluss zu haben als auch Mangel zu leiden. Für alles bin ich stark durch den, der mir Kraft verleiht“ (Philipper 4:11-13).

      20, 21. (a) Warum können wir Freude daran finden, über „Dinge, . . . die man nicht sieht“, nachzusinnen? (b) Was sind einige „Dinge, . . . die man nicht sieht“, von denen wir jedoch hoffen, sie im irdischen Paradies zu sehen?

      20 Das Ertragen irgendeines sinnbildlichen Dorns in unserem Fleisch kann uns somit die tiefe Befriedigung geben, dadurch jedem zu zeigen, dass in unserer Schwachheit die Kraft Jehovas vollkommen gemacht wird. Paulus schrieb: „Darum lassen wir nicht nach, . . . der Mensch, der wir innerlich sind, [wird gewiss] von Tag zu Tag erneuert. Denn obwohl die Drangsal von kurzer Dauer und leicht ist, bewirkt sie für uns eine Herrlichkeit, die an Gewicht immer mehr alles Maß übertrifft und ewig dauert, während wir unseren Blick . . . auf die Dinge gerichtet halten, . . . die man nicht sieht. Denn die Dinge, . . . die man nicht sieht, sind ewig“ (2. Korinther 4:16-18).

      21 Die Mehrheit des Jehova ergebenen Volkes hofft heute, in seinem irdischen Paradies zu leben und die Segnungen zu genießen, die er verheißen hat. Diese Segnungen können wir heute genau genommen ‘nicht sehen’. Doch die Zeit rückt schnell näher, in der wir sie mit eigenen Augen sehen, ja sie für immer genießen werden. Zu diesen Segnungen wird die endgültige Befreiung von sämtlichen dornengleichen Problemen gehören. Gottes Sohn wird ‘die Werke des Teufels abbrechen’ und „den zunichte mache[n], der das Mittel hat, den Tod zu verursachen“ (1. Johannes 3:8; Hebräer 2:14).

      22. Worauf sollten wir vertrauen und wozu sollten wir entschlossen sein?

      22 Welcher Dorn im Fleisch uns heute auch schmerzen mag, wir wollen weiterhin damit fertig werden. Wie Paulus werden wir durch die Kraft, die Jehova uns großzügig verleiht, dazu in der Lage sein. Und im irdischen Paradies werden wir Jehova, unseren Gott, jeden Tag für all das Wunderbare segnen, was er für uns tut (Psalm 103:2).

      [Fußnote]

      a Siehe den Artikel „Was sagt die Bibel? Wie kann man Gefühle der Verzweiflung in den Griff bekommen?“ im Erwachet! vom 8. Mai 2000.

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