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  • Enthüllung eines heiligen Geheimnisses
    Die Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!
    • 19. (a) Was stellen die sieben Versammlungen in der heutigen Zeit dar? (b) Wer hat sich in den letzten Jahren den gesalbten Christen in großer Zahl angeschlossen, und warum treffen Jesu Rat und die von ihm beschriebenen Verhältnisse auf sie zu? (c) Wie sollten wir die Botschaften, die Jesus im ersten Jahrhundert an die sieben Versammlungen richtete, betrachten?

      19 Aus diesem Grund beziehen sich die Worte Jesu an die Versammlungen hauptsächlich auf die Zeit seit 1914. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, stellen die sieben Versammlungen alle Versammlungen der gesalbten Christen am Tag des Herrn dar.

  • Entfache wieder jene erste Liebe!
    Die Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!
    • Kapitel 7

      Entfache wieder jene erste Liebe!

      EPHESUS

      1. An welche Versammlung richtet Jesus seine erste Botschaft, und woran erinnert er die Aufseher?

      DIE erste Botschaft richtet Jesus an die Versammlung in Ephesus, damals eine blühende Küstenstadt Kleinasiens, in deren Nähe die Insel Patmos lag. Er gebietet Johannes: „Dem Engel der Versammlung in Ephesus schreibe: Diese Dinge sagt der, der die sieben Sterne in seiner Rechten hält, der inmitten der sieben goldenen Leuchter wandelt“ (Offenbarung 2:1). Jesus lenkt hier wie in den anderen sechs Botschaften die Aufmerksamkeit auf einen Aspekt, der seine Stellung und Autorität anzeigt. Er erinnert die Aufseher in Ephesus daran, daß alle Ältesten unter seinem Schutz und seiner Aufsicht stehen und daß er alle Versammlungen besichtigt. Bis in unsere Zeit hinein hat er seine Autorität als Haupt liebevoll ausgeübt, hat über die Ältesten gewacht und alle, die mit der Versammlung verbunden sind, fürsorglich gehütet. Von Zeit zu Zeit verändert er Versammlungsvorkehrungen, so daß das Licht heller scheinen kann. Ja, Jesus ist der Oberhirte der Herde Gottes (Matthäus 11:28-30; 1. Petrus 5:2-4).

      2. (a) Für welches Verhalten hat Jesus die Versammlung in Ephesus gelobt? (b) Welchen Rat, den der Apostel Paulus gegeben hatte, befolgten die Ältesten in Ephesus offensichtlich?

      2 Jesus legt für alle außer für zwei seiner sieben Botschaften ein Muster fest, indem er mit einem herzlichen Lob beginnt. Für die Epheser hat er folgende Botschaft: „Ich kenne deine Taten und deine mühevolle Arbeit und dein Ausharren und weiß, daß du schlechte Menschen nicht ertragen kannst und daß du diejenigen auf die Probe stellst, die sagen, sie seien Apostel, es aber nicht sind, und du hast sie als Lügner erfunden. Auch bekundest du Ausharren, und du hast um meines Namens willen ausgehalten und bist nicht ermattet“ (Offenbarung 2:2, 3). Jahre zuvor hatte der Apostel Paulus die Ältesten von Ephesus vor „bedrückenden Wölfen“, d. h. Abtrünnigen, die die Herde beunruhigen, gewarnt und hatte sie ermahnt, ‘wach zu bleiben’ und seine eigene Unermüdlichkeit nachzuahmen (Apostelgeschichte 20:29, 31). Sie müssen diesen Rat beherzigt haben, denn Jesus lobt sie jetzt für ihre mühevolle Arbeit, für ihr Ausharren und dafür, daß sie nicht ermattet sind.

      3. (a) Wie haben „falsche Apostel“ in unserer Zeit versucht, treue Christen zu verführen? (b) Wie warnte Petrus vor Abtrünnigen?

      3 Auch am Tag des Herrn treten „falsche Apostel“ auf, die „verdrehte Dinge reden, um die Jünger hinter sich her wegzuziehen“ (2. Korinther 11:13; Apostelgeschichte 20:30; Offenbarung 1:10). Sie sehen in all den sich widersprechenden sektiererischen Religionsgemeinschaften etwas Gutes, behaupten, Gott habe keine Organisation, und leugnen, daß Jesus im Jahre 1914 Königreichsmacht erlangt hat. An ihnen bewahrheitet sich die Prophezeiung aus 2. Petrus 3:3, 4: „In den letzten Tagen [werden] Spötter mit ihrem Spott kommen ..., die gemäß ihren eigenen Begierden vorgehen und sagen: ‚Wo ist diese seine verheißene Gegenwart? Ja, von dem Tag an, da unsere Vorväter im Tod entschlafen sind, gehen alle Dinge genauso weiter wie von Anfang der Schöpfung an.‘ “

      4. (a) Wie kommt der Stolz und der rebellische Geist von Spöttern zum Ausdruck? (b) Welche Schritte unternehmen die heutigen Christen gegen lügnerische Gegner, wodurch sie zeigen, daß sie wie die Epheser sind?

      4 Diese Spötter lehnen sich dagegen auf, daß sie eine öffentliche Erklärung ihres Glaubens ablegen sollten (Römer 10:10). Sie haben die Dienste von Geistlichen der Christenheit in Anspruch genommen und die Hilfe von Nachrichtenmagazinen und Fernsehstationen, um über ihre früheren Gefährten Lügen auszustreuen. Die Treuen merken bald, daß Reden und Verhalten dieser Betrüger unecht sind. Die heutigen Christen können wie die Epheser „schlechte Menschen nicht ertragen“, daher schließen sie sie aus ihren Versammlungen aus.a

      5. (a) Welche Schwäche hatten gemäß Jesu Worten die Epheser? (b) An welche Worte hätten die Epheser sich erinnern sollen?

      5 Nun weist Jesus jedoch — wie er es bei fünf der sieben Versammlungen tut — deutlich auf ein ernstes Problem hin. Er sagt zu den Ephesern: „Dessenungeachtet halte ich dir entgegen, daß du die Liebe, die du zuerst hattest, verlassen hast“ (Offenbarung 2:4). Sie hätten in dieser Hinsicht nicht nachlassen sollen, denn Paulus hatte 35 Jahre zuvor in seinem Brief an sie auf Gottes große „Liebe, mit der er uns geliebt hat“, hingewiesen und sie dringend ermahnt: „Werdet Nachahmer Gottes als geliebte Kinder, und wandelt weiterhin in der Liebe, so wie auch der Christus euch geliebt ... hat“ (Epheser 2:4; 5:1, 2). Außerdem hätten die Worte Jesu unauslöschlich auf ihrem Herzen sein sollen: „Jehova, unser Gott, ist e i n Jehova, und du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn und mit deiner ganzen Kraft“ (Markus 12:29-31). Die Epheser hatten diese erste Liebe verloren.

      6. (a) Vor welcher Gefahr und welcher Gesinnung müssen wir uns hüten, ganz gleich, ob wir Jehova schon lange dienen oder erst seit kurzem mit der Versammlung verbunden sind? (b) Wozu sollte die Liebe zu Gott uns antreiben?

      6 Wir alle müssen uns davor hüten, unsere erste Liebe zu Jehova zu verlieren, ganz gleich, ob wir ihm schon lange dienen oder ob wir erst seit kurzem mit der Versammlung verbunden sind. Wie könnte uns das passieren? Die Berufstätigkeit, der Wunsch, viel Geld zu machen, oder das Streben nach Vergnügen könnte in unserem Leben vorrangig werden. So könnten wir, anstatt geistig gesinnt zu sein, immer mehr eine fleischliche Gesinnung offenbaren (Römer 8:5-8; 1. Timotheus 4:8; 6:9, 10). Sollten wir irgendeine Neigung in dieser Richtung verspüren, dann müßte unsere Liebe zu Jehova uns antreiben, eine Korrektur vorzunehmen und ‘fortzufahren, zuerst das Königreich und SEINE Gerechtigkeit zu suchen’, damit wir ‘Schätze im Himmel aufhäufen’ können (Matthäus 6:19-21, 31-33).

      7. (a) Was sollte der Beweggrund unseres Dienstes für Jehova sein? (b) Was sagte Johannes in bezug auf Liebe?

      7 Laßt uns Jehova stets aus einer inbrünstigen Liebe heraus dienen. Laßt uns eine tiefe Dankbarkeit für alles entwickeln, was Jehova und Christus für uns getan haben. Wie Johannes selbst später schrieb: „Die Liebe besteht in dieser Hinsicht nicht darin, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt hat und seinen Sohn als ein Sühnopfer für unsere Sünden gesandt hat.“ Johannes fuhr fort mit den Worten: „Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gemeinschaft mit Gott, und Gott bleibt in Gemeinschaft mit ihm.“ Mögen wir nie zulassen, daß unsere Liebe zu Jehova, zu dem Herrn Jesus Christus und zu dem lebendigen Wort Gottes erkaltet. Diese Liebe können wir nicht nur durch eifrigen Dienst für Gott bekunden, sondern auch, indem wir seinem Gebot, „daß der, der Gott liebt, auch seinen Bruder liebe“, gehorchen (1. Johannes 4:10, 16, 21; Hebräer 4:12; siehe auch 1. Petrus 4:8; Kolosser 3:10-14; Epheser 4:15).

      „Vollbringe die früheren Taten“

      8. Wie sollten die Epheser gemäß Jesu Worten handeln?

      8 Die Epheser mußten die Liebe, die sie einst empfanden, neu entfachen, wenn sie nicht scheitern wollten. „Daher“, fährt Jesus fort, „erinnere dich an das, wovon du abgefallen bist, und bereue und vollbringe die früheren Taten. Wenn du das nicht tust, so komme ich zu dir, und ich will deinen Leuchter von seiner Stelle rücken, es sei denn, du bereust“ (Offenbarung 2:5). Wie nahmen die Christen in der Versammlung von Ephesus diese Worte auf? Wir wissen es nicht. Doch wir hoffen, daß sie bereuten und es ihnen gelang, ihre Liebe zu Jehova wieder zu wecken. Andernfalls wäre ihre Lampe ausgelöscht und ihr Leuchter von seiner Stelle gerückt worden. Sie hätten ihr Vorrecht, die Wahrheit auszustrahlen, verloren.

      9. (a) Wie ermunterte Jesus die Epheser? (b) Inwiefern haben es die Versammlungen in der Zeit nach Johannes versäumt, den Rat, den Jesus den Ephesern gab, zu beherzigen?

      9 Dennoch richtet Jesus folgende ermunternde Worte an die Epheser: „Doch das hast du, daß du die Taten der Nikolaus-Sekte haßt, die auch ich hasse“ (Offenbarung 2:6). Mindestens haßten sie wie der Herr Jesus Christus sektiererische Aufspaltungen. Im Laufe der Jahre versäumten es viele Versammlungen, diese Worte Jesu zu beherzigen. Da es ihnen an Liebe zu Jehova, zur Wahrheit und zu den Brüdern mangelte, wurden sie in die geistige Finsternis abgetrieben. Sie spalteten sich in zahlreiche sich streitende Sekten auf. „Christliche“ Abschreiber, denen es an Liebe zu Jehova mangelte, entfernten sogar aus den griechischen Bibelmanuskripten den Namen Gottes. Weil es an Liebe fehlte, wurden auch im Namen des Christentums babylonische und griechische Dogmen gelehrt, so zum Beispiel das Höllenfeuer, das Fegefeuer und die Dreieinigkeit. Die meisten derer, die Christen zu sein beanspruchten, hörten auf, die gute Botschaft von Gottes Königreich zu predigen, weil es ihnen an Liebe zu Gott und der Wahrheit mangelte. Sie kamen unter die Herrschaft einer selbstsüchtigen Geistlichkeit, die ihr eigenes Königreich hier auf der Erde errichtete. (Vergleiche 1. Korinther 4:8.)

      10. Wie sah die religiöse Situation der Christenheit im Jahre 1918 aus?

      10 Als im Jahre 1918 das Gericht beim Hause Gottes begann, unterstützte die sektiererische Geistlichkeit der Christenheit offen den Ersten Weltkrieg und spornte Katholiken und Protestanten auf beiden Seiten an, sich gegenseitig umzubringen (1. Petrus 4:17). Die Religionsgemeinschaften der Christenheit waren im Gegensatz zu der Versammlung in Ephesus, die das Tun der Nikolaus-Sekte haßte, seit langem mit gottfeindlichen Lehren durchsetzt, und ihre Geistlichkeit hatte sich auf Gedeih und Verderb mit der Welt zusammengetan, obschon Jesus zu seinen Jüngern gesagt hatte, daß sie kein Teil der Welt sein dürften (Johannes 15:17-19). Ihre Kirchengemeinden, die vom Thema der Bibel — Gottes Königreich — keine Ahnung hatten, waren keine Leuchter, die die biblische Wahrheit ausstrahlten, noch gehörten ihre Mitglieder zum geistigen Tempel Jehovas. Ihre führenden Männer (und Frauen) waren keine Sterne, sondern ließen erkennen, daß sie Glieder des „Menschen der Gesetzlosigkeit“ waren (2. Thessalonicher 2:3; Maleachi 3:1-3).

      11. (a) Welche Gruppe von Christen, die sich 1918 auf der Weltbühne befanden, praktizierte das, was Jesus zu den Ephesern gesagt hatte? (b) Was tat die Johannes-Klasse vom Jahre 1919 an?

      11 Die Johannes-Klasse jedoch bekundete nach den turbulenten Jahren des Ersten Weltkriegs eine solche Liebe zu Jehova und zur Wahrheit, daß sie sich angetrieben fühlte, ihm mit glühendem Eifer zu dienen. Sie leistete denen Widerstand, die versuchten, Sektierertum einzuführen, und die den ersten Präsidenten der Watch Tower Society, Charles T. Russell, nach seinem Tod im Jahre 1916 sozusagen abgöttisch verehrten. Diese durch Verfolgung und Widerwärtigkeit in Zucht genommene Gruppe von Christen wurde von ihrem Meister mit den Worten „wohlgetan“ beurteilt und eingeladen, in die Freude ihres Herrn einzugehen (Matthäus 25:21, 23). Sie erkannten aufgrund der Weltereignisse und ihrer eigenen Erlebnisse, daß das Zeichen sich erfüllte, das Jesus gegeben hatte, um anzuzeigen, daß er in Königreichsmacht unsichtbar gegenwärtig sei. Vom Jahr 1919 an trugen sie zur Erfüllung eines weiteren Teils der großen Prophezeiung Jesu bei: „Und diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (Matthäus 6:9, 10; 24:3-14). Es mag sein, daß es ihnen in gewisser Weise an Liebe zu Jehova gemangelt hatte, doch ist auf jeden Fall aus ihrer Liebe von jener Zeit an eine lodernde Flamme geworden.

      12. (a) Welche Aufforderung erging auf einem geschichtlich bedeutenden Kongreß im Jahre 1922? (b) Mit welchem Namen nannten sich wahre Christen ab 1931, und was bereuten sie?

      12 Auf einem geschichtlich bedeutenden Kongreß, der in Cedar Point (Ohio, USA) vom 5. bis 13. September 1922 stattfand und von 18 000 dieser Christen besucht wurde, ertönte die Aufforderung: „Zurück in das Feld, o ihr Söhne des höchsten Gottes! ... Die Welt muß es wissen, daß Jehova Gott ist und daß Jesus Christus König der Könige und Herr der Herren ist. ... Deshalb verkündet, verkündet, verkündet den König und sein Königreich.“ Jehovas kostbarer Name wurde stärker in den Vordergrund gerückt. Im Jahre 1931, als sich diese Christen in Columbus (Ohio, USA) zu einem Kongreß versammelt hatten, freuten sie sich, den von Gott in der Prophezeiung Jesajas angedeuteten Namen — Jehovas Zeugen — annehmen zu dürfen (Jesaja 43:10, 12). Mit der Ausgabe vom 1. März 1939 (deutsch: 1. Mai 1939) wurde der Name des Hauptorgans der Organisation auf Der Wachtturm als Verkünder von Jehovas Königreich abgeändert, wodurch in erster Linie unser Schöpfer und seine königliche Regierung geehrt wurde. Jehovas Zeugen, erneut von Liebe zu Jehova erfüllt, bereuten irgendwelche Versäumnisse, Jehovas glanzvollen Namen und sein Königreich zu ehren (Psalm 106:6, 47, 48).

      „Dem, der siegt“

      13. (a) Welche Segnungen standen den Ephesern in Aussicht, vorausgesetzt, daß sie ‘siegten’? (b) Wie würden die Christen von Ephesus ‘siegen’?

      13 Schließlich lenkt Jesus, wie er das auch in seinen übrigen Botschaften tut, die Aufmerksamkeit darauf, daß Gottes Geist durch Jesus die Belohnung für Treue kundmacht. Er sagt zu den Ephesern: „Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt: Dem, der siegt, will ich gewähren, von dem Baum des Lebens zu essen, der im Paradies Gottes ist“ (Offenbarung 2:7). Diejenigen, die ein hörendes Ohr hätten, würden der wichtigen Botschaft eifrig Beachtung schenken, weil sie wüßten, daß sie sie nicht auf die Initiative Jesu hin vernähmen, sondern daß sie ihnen von dem Souveränen Herrn Jehova selbst durch seinen Geist oder seine wirksame Kraft zukäme. Wie würden sie ‘siegen’? Indem sie Jesus genau nachfolgten, der bis in den Tod treu blieb und daher sagen konnte: „Faßt Mut! Ich habe die Welt besiegt“ (Johannes 8:28; 16:33; siehe auch 1. Johannes 5:4).

      14. Worauf muß sich das von Jesus erwähnte „Paradies Gottes“ beziehen?

      14 Da den gesalbten Christen nicht in Aussicht gestellt ist, in einem irdischen Paradies zu leben, wie können sie — wie zum Beispiel die Epheser — damit belohnt werden, daß sie „von dem Baum des Lebens“ essen dürfen, „der im Paradies Gottes ist“? Es kann sich dabei nicht um das wiederhergestellte Paradies auf der Erde handeln, denn die 144 000 gesalbten Christen, auch die der Versammlung in Ephesus, sind aus den Menschen erkauft, damit sie mit dem Lamm, Christus Jesus, auf dem himmlischen Berg Zion als Geistsöhne regieren (Epheser 1:5-12; Offenbarung 14:1, 4). Deshalb muß hier der himmlische gartenähnliche Bereich gemeint sein, den diese Sieger ererben. In diesem „Paradies Gottes“, ja in der Gegenwart Jehovas, werden diese Überwinder, nachdem ihnen Unsterblichkeit verliehen worden ist, ewig leben, was dadurch versinnbildlicht wird, daß sie von dem Baum des Lebens essen.

      15. Warum ist die Ermunterung Jesu, den Sieg zu erringen, heute für die große Volksmenge von größtem Interesse?

      15 Wie steht es denn mit den loyalen irdischen Unterstützern der 144 000 Gesalbten? Eine große Volksmenge, Gefährten dieser Zeugen, siegen ebenfalls. Doch ihre Hoffnung besteht darin, im irdischen Paradies zu leben, wo sie von dem „Strom von Wasser des Lebens“ trinken und durch „die Blätter der Bäume“, die an jenem Fluß gepflanzt sind, Heilung finden werden (Offenbarung 7:4, 9, 17; 22:1, 2). Wenn du zu dieser Gruppe gehörst, dann bringe auch du deine innige Liebe zu Jehova zum Ausdruck und gewinne den Glaubenskampf. Nur so mag es dir vergönnt sein, glücklich auf der paradiesischen Erde ewig zu leben. (Vergleiche 1. Johannes 2:13, 14.)

      [Fußnote]

      a Geschichtliche Einzelheiten über das Erscheinen falscher Apostel findet der Leser auf den Seiten 37—44 des Handbuches Unterredungen anhand der Schriften, herausgegeben von Jehovas Zeugen.

  • Kämpfen, um zu siegen
    Die Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!
    • Kapitel 8

      Kämpfen, um zu siegen

      SMYRNA

      1. (a) Welche Versammlung erhält als nächstes eine Botschaft vom verherrlichten Jesus? (b) Woran erinnert Jesus die Christen jener Versammlung, als er sagt, er sei „der Erste und der Letzte“?

      VON der alten Stadt Ephesus sind nur Trümmer übriggeblieben. Aber der Ort, wohin Jesu zweite Botschaft gesandt wurde, ist noch immer eine blühende Stadt. Etwas über 50 Kilometer nördlich der Ruinen von Ephesus liegt die türkische Stadt Izmir, in der es selbst heute vier eifrige Versammlungen der Zeugen Jehovas gibt. Im ersten Jahrhundert lag an dieser Stelle die Stadt Smyrna. Man beachte, was Jesus als nächstes sagt: „Und dem Engel der Versammlung in Smyrna schreibe: Diese Dinge sagt ‚der Erste und der Letzte‘, der ein Toter wurde und wieder zum Leben kam“ (Offenbarung 2:8). Mit diesen Worten erinnert Jesus die Christen in Smyrna daran, daß er der erste Bewahrer der Lauterkeit war, der von Jehova selbst zu unvergänglichem geistigem Leben auferweckt wurde, und der letzte, der so auferweckt wurde. Jesus würde dann alle andern gesalbten Christen auferwecken. Somit ist er vorzüglich befähigt, seinen Brüdern Ratschläge zu erteilen, die hoffen, unvergängliches Leben mit ihm im Himmel zu erlangen.

      2. Warum werden alle Christen durch das Wort dessen getröstet, der „ein Toter wurde und wieder zum Leben kam“?

      2 Jesus ging im Erdulden von Verfolgung um der Gerechtigkeit willen mit gutem Beispiel voran und empfing die entsprechende Belohnung. Die Hoffnung aller Christen beruht auf Jesu Treue bis in den Tod und seiner nachfolgenden Auferstehung (Apostelgeschichte 17:31). Die Tatsache, daß Jesus „ein Toter wurde und wieder zum Leben kam“, beweist, daß nichts, was immer man um der Wahrheit willen erdulden muß, umsonst ist. Die Auferstehung Jesu ist eine starke Ermunterung für alle Christen, besonders dann, wenn sie für ihren Glauben leiden müssen. Bist du in dieser Lage? Dann kannst du aus den folgenden Worten Jesu an die Versammlung in Smyrna Mut schöpfen:

      3. (a) Wie ermunterte Jesus die Christen in Smyrna? (b) Warum sagte Jesus, die Christen in Smyrna seien „reich“, obschon sie arm waren?

      3 „Ich kenne deine Drangsal und Armut — doch du bist reich — und die Lästerung von seiten derer, die sagen, sie selbst seien Juden, und sie sind es doch nicht, sondern sind eine Synagoge des Satans“ (Offenbarung 2:9). Jesus erteilt seinen Brüdern in Smyrna keinen Tadel, sondern nur ein herzliches Lob. Sie haben um ihres Glaubens willen viel erduldet. Materiell gesehen sind sie arm — möglicherweise zufolge ihrer Glaubenstreue (Hebräer 10:34). Ihr Hauptanliegen sind geistige Dinge, und sie haben den Rat Jesu befolgt und sich Schätze im Himmel aufgehäuft (Matthäus 6:19, 20). Deshalb betrachtet sie der Oberhirte als „reich“. (Vergleiche Jakobus 2:5.)

      4. Wer leistete den Christen in Smyrna viel Widerstand, und wie betrachtete Jesus diese Gegner?

      4 Jesus betont, daß die Christen in Smyrna viel durch die natürlichen Juden leiden mußten. Jahre zuvor hatten viele, die der jüdischen Religion angehörten, die Ausbreitung des Christentums rigoros bekämpft (Apostelgeschichte 13:44, 45; 14:19). Jetzt, nur wenige Jahrzehnte nach dem Untergang Jerusalems, bekunden die Juden in Smyrna den gleichen satanischen Geist. Es ist daher nicht verwunderlich, daß Jesus in ihnen „eine Synagoge des Satans“ sieht.a

      5. Welche Prüfungen standen den Christen in Smyrna bevor?

      5 Die derart gehaßten Christen in Smyrna werden von Jesus mit den Worten getröstet: „Fürchte dich nicht vor den Dingen, die zu leiden du im Begriff bist. Siehe! Der Teufel wird fortfahren, einige von euch ins Gefängnis zu werfen, damit ihr völlig auf die Probe gestellt werdet, und ihr werdet zehn Tage lang Drangsal haben. Erweise dich treu selbst bis in den Tod, und ich will dir die Krone des Lebens geben“ (Offenbarung 2:10). Hier gebraucht Jesus (im Griechischen) einmal den Plural „euch“ und zweimal den Plural „ihr“ (jeweils im Verb inbegriffen) und zeigt so, daß seine Worte an die ganze Versammlung gerichtet sind. Jesus kann nicht versprechen, daß die Prüfungen der Christen in Smyrna bald enden werden. Einige von ihnen werden weiterhin verfolgt und ins Gefängnis geworfen werden. Sie werden „zehn Tage“ lang Drangsal haben. Die Zahl Zehn symbolisiert irdische Vollständigkeit oder Ganzheit. Selbst Bewahrer der Lauterkeit, die geistig reich sind, werden, solange sie im Fleisch sind, gründlich geprüft.

      6. (a) Warum sollten die Christen in Smyrna sich nicht fürchten? (b) Mit welchen Worten schloß Jesus seine Botschaft an die Versammlung in Smyrna?

      6 Dennoch sollten die Christen in Smyrna sich nicht fürchten und auch keine Kompromisse schließen. Wenn sie bis ans Ende treu bleiben, werden sie mit der „Krone des Lebens“ belohnt werden, in ihrem Fall wird das unvergängliches Leben im Himmel sein (1. Korinther 9:25; 2. Timotheus 4:6-8). Der Apostel Paulus sah diesen Preis als so kostbar an, daß er bereit war, dafür alles andere, sogar sein irdisches Leben, zu opfern (Philipper 3:8). Die Treuen in Smyrna empfinden offensichtlich ebenso. Jesus schließt seine Botschaft mit den Worten: „Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt: Wer siegt, der wird keinesfalls vom zweiten Tod Schaden erleiden“ (Offenbarung 2:11). Unvergängliches Leben im Himmel, dem der Tod nichts anhaben kann, ist denen, die siegen werden, gewiß (1. Korinther 15:53, 54).

      „Zehn Tage lang Drangsal“

      7, 8. Wie wurde die Christenversammlung im Jahre 1918 wie die Versammlung in Smyrna „völlig auf die Probe gestellt“?

      7 Wie die Christen in Smyrna, so werden auch die Johannes-Klasse und ihre Gefährten heute und auch in Zukunft „völlig auf die Probe gestellt“. Daß sie in Prüfungen die Treue bewahren, kennzeichnet sie als das Volk Gottes (Markus 13:9, 10). Kurz nach Beginn des Tages des Herrn wurde die kleine internationale Gruppe des Volkes Jehovas durch die Worte Jesu, die er an die Christen in Smyrna richtete, sehr getröstet (Offenbarung 1:10). Vom Jahre 1879 an hatten sie geistige Reichtümer aus dem Worte Gottes aufgespürt und sie bereitwillig an andere weitergegeben. Aber während des Ersten Weltkrieges wurden sie leidenschaftlich gehaßt und befeindet, teils, weil sie sich nicht von der Kriegshysterie mitreißen ließen, teils, weil sie furchtlos die Irrtümer der Christenheit bloßstellten. Im Jahre 1918 erreichte die Verfolgung, der sie auf Anstiften einiger Führer der Christenheit ausgesetzt wurden, den Höhepunkt, vergleichbar mit der Verfolgung, die die Christen in Smyrna durch die jüdische Gemeinde am Ort erlitten.

      8 In den Vereinigten Staaten von Amerika erreichte eine Welle der Verfolgung ihren Höhepunkt, als der neue Präsident der Watch Tower Society, Joseph F. Rutherford, und sieben weitere verantwortliche Mitglieder der Gesellschaft am 22. Juni 1918 eingesperrt wurden, nachdem fast alle von ihnen zu einer 20jährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden waren. Neun Monate später wurden sie gegen Kaution freigelassen. Am 14. Mai 1919 hob das Berufungsgericht das Fehlurteil auf; 130 Fehler wurden im Prozeßverfahren nachgewiesen. Der römisch-katholische Richter Manton, ein Ritter des Gregoriusordens, der 1918 diesen Christen die Freilassung gegen Kaution verweigert hatte, wurde später, im Jahre 1939, zu zwei Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 10 000 Dollar verurteilt, weil er in sechs Fällen auf Bestechungsgelder aus war und auch entgegengenommen hatte.

      9. Wie wurden Jehovas Zeugen im nationalsozialistischen Deutschland von Hitler behandelt, und wie reagierte die Geistlichkeit?

      9 Während der Herrschaft der Nationalsozialisten in Deutschland verbot Hitler das Predigtwerk der Zeugen Jehovas völlig. Tausende von Zeugen litten jahrelang in Konzentrationslagern und Gefängnissen, und viele starben dort; etwa 200 junge Männer, die es ablehnten, in Hitlers Armee Waffendienst zu leisten, wurden hingerichtet. Daß der Klerus das alles unterstützte, beweisen die Ausführungen eines katholischen Priesters, die in der Zeitung Der Deutsche Weg, Ausgabe vom 29. Mai 1938, veröffentlicht wurden und auszugsweise wie folgt lauten: „Es gibt jetzt e i n Land in der Welt, in dem die sogenannten ... Bibelforscher [Jehovas Zeugen] verboten sind. Das ist Deutschland! ... Als Adolf Hitler an die Macht gekommen war und das deutsche Episkopat seine Bitte wiederholte, sagte Hitler: ‚Diese sogenannten Ernsten Bibelforscher [Jehovas Zeugen] sind Unruhestifter; ... ich betrachte sie als Kurpfuscher; ich dulde nicht, daß die deutschen Katholiken durch diesen amerikanischen Richter Rutherford auf eine derartige Weise beschmutzt werden; ich löse die [Zeugen Jehovas] in Deutschland auf.‘ “ Dazu sagte der Priester: „Bravo!“

      10. (a) Wie wurden Jehovas Zeugen im Verlauf des Tages des Herrn verfolgt? (b) Was geschah häufig, wenn Christen vor den Gerichten für die Religionsfreiheit kämpften?

      10 Im Verlauf des Tages des Herrn haben die „Schlange“ und ihr Same nicht aufgehört, gegen die gesalbten Christen und ihre Gefährten zu kämpfen. Viele von ihnen hat man eingesperrt und heftig verfolgt (Offenbarung 12:17). Die Feinde fahren fort, „durch Verordnung Unheil“ zu schmieden, aber Jehovas Volk hält beharrlich an dem Grundsatz fest: „Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen“ (Psalm 94:20; Apostelgeschichte 5:29). Im Jahre 1954 berichtete die Zeitschrift The Watchtower (deutsch: 1955): „Mehr als 70 Länder haben während der vergangenen 40 Jahre dann und wann einschränkende Verordnungen erlassen und Jehovas Zeugen verfolgt.“ Diese Christen haben, wo es möglich war, vor den Gerichten für die Religionsfreiheit gekämpft und in einer Reihe von Ländern beachtliche Siege errungen. Allein vor dem Obersten Bundesgericht der USA haben Jehovas Zeugen 50 Fälle gewonnen.

      11. Welche Prophezeiung Jesu über das Zeichen seiner Gegenwart hat sich während des Tages des Herrn an Jehovas Zeugen erfüllt?

      11 Keine andere Gruppe hat dem Gebot Jesu: „Zahlt also auf jeden Fall Cäsars Dinge Cäsar zurück“ so gewissenhaft gehorcht wie diese (Lukas 20:25; Römer 13:1, 7). Auch gibt es keine andere Gruppe, deren Mitglieder in so vielen Ländern unter so vielen verschiedenen Regierungsformen eingesperrt worden sind; das geschieht auch heute noch in Nord- und Südamerika, in Europa, Afrika und Asien. Jesu große Prophezeiung bezüglich des Zeichens seiner Gegenwart schloß folgende Worte ein: „Dann wird man euch der Drangsal überliefern und wird euch töten, und ihr werdet um meines Namens willen Gegenstand des Hasses aller Nationen sein“ (Matthäus 24:3, 9). Bestimmt hat sich das an den christlichen Zeugen Jehovas während des Tages des Herrn erfüllt.

      12. Wie hat die Johannes-Klasse Gottes Volk gegen Verfolgung stark gemacht?

      12 Um Gottes Volk zu stärken, so daß es Leiden zu ertragen vermag, hat die Johannes-Klasse es ständig an den Kern der Worte, die Jesus an die Christen in Smyrna richtete, erinnert. Als zum Beispiel die Verfolgung durch die Nationalsozialisten begann, brachte Der Wachtturm in den Jahren 1933 und 1934 Artikel wie „Fürchtet euch nicht“, in dem Matthäus 10:26-33 behandelt wurde, „Der Schmelzofen“, der sich auf Daniel 3:17, 18 stützte, und „Löwenrachen“ mit Daniel 6:23 als Schlüsseltext. In den 1980er Jahren, in denen das vorliegende Buch erstmals herausgegeben wurde und Jehovas Zeugen in über 40 Ländern heftig verfolgt wurden, stärkte Der Wachtturm Gottes Volk mit Artikeln wie „Glücklich, obwohl verfolgt!“ und „Christen ertragen Verfolgung mit Geduld“.b

      13. Warum haben sich die christlichen Zeugen Jehovas wie die Christen in Smyrna vor Verfolgung nicht gefürchtet?

      13 Wahrlich, die christlichen Zeugen Jehovas erdulden symbolische zehn Tage brutale Verfolgung und andere Prüfungen. Wie die Christen damals in Smyrna haben sie sich nicht gefürchtet, und es braucht sich auch keiner von uns zu fürchten, wenn die Situation auf der Erde immer schlimmer wird. Wir sind darauf gefaßt, trotz Leiden auszuharren und mit Freuden selbst ‘den Raub unserer Habe’ hinzunehmen (Hebräer 10:32-34). Dadurch, daß wir Gottes Wort studieren und es uns zu eigen machen, werden wir ausgerüstet, fest im Glauben zu sein. Wir können überzeugt sein, daß Jehova uns beschützen kann und uns auch beschützen wird, wenn wir treu bleiben. Werft „alle eure Sorge auf ihn ..., denn er sorgt für euch“ (1. Petrus 5:6-11).

      [Fußnoten]

      a Etwa 60 Jahre nach dem Tod des Johannes wurde in Smyrna der 86jährige Polykarp verbrannt, weil er seinen Glauben an Jesus nicht öffentlich widerrufen wollte. In dem Martyrium Polycarpi, einem Werk, das ein zeitgenössischer Bericht sein soll, heißt es, als Holz für die Verbrennung gesammelt wurde, hätten „die Juden ihrer Gewohnheit gemäß bereitwillig die größten Dienste“ geleistet — obschon die Hinrichtung „an einem großen Sabbate“ stattfand.

      b Siehe Wachtturm vom 1. Dezember 1933; 1. und 15. November 1934; 1. und 15. Januar 1935; 1. August 1983.

  • An Jesu Namen festhalten
    Die Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!
    • Kapitel 9

      An Jesu Namen festhalten

      PERGAMON

      1. Welche Versammlung empfing Jesu nächste Botschaft, und welche Verhältnisse herrschten in der Stadt, in der diese Christen lebten?

      WENN man von Smyrna aus auf der Küstenstraße 80 Kilometer weit in nördlicher Richtung reist und dann 24 Kilometer weit landeinwärts durch das Tal des Kaikos, gelangt man nach Pergamon, das jetzt Bergama heißt. Die Stadt war berühmt wegen ihres Zeus- oder Jupitertempels. Im 19. Jahrhundert wurde der Altar jenes Tempels nach Deutschland überführt, wo man ihn im Pergamonmuseum in Berlin nebst vielen Statuen und Reliefen heidnischer Götter besichtigen kann. Welche Botschaft würde der Herr Jesus der Versammlung zukommen lassen, die von soviel Götzendienerei umgeben war?

      2. Was sagt Jesus über seine Person, und was bedeutet es, daß er das „zweischneidige Schwert“ hat?

      2 Zuerst sagt Jesus etwas Näheres über seine Person: „Und dem Engel der Versammlung in Pergamon schreibe: Diese Dinge sagt der, der das scharfe, lange zweischneidige Schwert hat“ (Offenbarung 2:12). Jesus wiederholt hier die Beschreibung, die in Offenbarung 1:16 von ihm gegeben wird. Als Richter und Urteilsvollstrecker wird er die Verfolger seiner Jünger niederstrecken. Welch ein Trost ist doch diese Zusicherung! Was jedoch das Gericht betrifft, so gilt die Warnung auch denen innerhalb der Versammlung, denn Jehova wird durch seinen „Boten des Bundes“, Jesus Christus, „ein schneller Zeuge sein“ gegen alle angeblichen Christen, die Götzendienst treiben, unsittlich handeln, lügen und unehrlich sind und die für die Notleidenden keinen Finger rühren (Maleachi 3:1, 5; Hebräer 13:1-3). Der Rat und die Zurechtweisung, die Gott durch Jesus gibt, müssen beherzigt werden.

      3. Welche falschen Kulte waren in Pergamon zu Hause, und wieso kann gesagt werden, daß sich dort der „Thron des Satans“ befand?

      3 Jesus sagt nun der Versammlung: „Ich weiß, wo du wohnst, nämlich da, wo der Thron des Satans ist“ (Offenbarung 2:13a). Diese Christen waren in der Tat von satanischen Kulten umgeben. Außer dem Zeustempel gab es noch ein Äskulapheiligtum — Äskulap war der Gott der Heilkunde. Pergamon war auch ein bekanntes Zentrum des Kaiserkults. Das hebräische Wort, das mit Satan wiedergegeben wird, hat die Bedeutung von „Widerstandleistender“, und sein „Thron“ stellt seine von Gott eine Zeitlang geduldete Weltherrschaft dar (Hiob 1:6, Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift — mit Studienverweisen, Fußnote). Daß es in Pergamon soviel Götzendienst gab, zeigte, daß Satans „Thron“ sich in jener Stadt mit aller Deutlichkeit geltend machte. Wie zornig muß Satan gewesen sein, daß die dortigen Christen ihn nicht dadurch anbeteten, daß sie den Staatskult pflegten.

      4. (a) Welches Lob spendet Jesus den Christen in Pergamon? (b) Was schrieb der römische Legat Plinius an Kaiser Trajan über die Behandlung der Christen? (c) Wie verhielten sich die Christen in Pergamon trotz der Gefahr?

      4 Ja, direkt in Pergamon ist der „Thron des Satans“. „Und doch“, fährt Jesus fort, „hältst du weiterhin an meinem Namen fest, und du hast deinen Glauben an mich nicht verleugnet, auch nicht in den Tagen des Antipas, meines Zeugen, des treuen, der an eurer Seite, dort, wo der Satan wohnt, getötet wurde“ (Offenbarung 2:13b). Welch ergreifendes Lob! Ohne Zweifel erlitt Antipas den Märtyrertod, weil er sich geweigert hatte, die dämonischen Bräuche und den Kaiserkult mitzumachen. Nicht lange nachdem Johannes diese Prophezeiung empfangen hatte, schrieb Plinius der Jüngere, Legat des römischen Kaisers, an Trajan und erklärte, wie er mit Personen, die beschuldigt wurden, Christen zu sein, verfuhr — ein Vorgehen, das der Kaiser billigte. Personen, die bestritten, Christen zu sein, wurden freigelassen, wenn sie, gemäß Plinius, „danach die Götter anriefen, zu Deinem [Trajans] Standbild ... unter Wein- und Weihrauchopfer beteten und außerdem Christus lästerten“. Wer sich als Christ bekannte, wurde hingerichtet. Trotz dieser großen Gefahr verleugneten die Christen in Pergamon ihren Glauben nicht. Sie ‘hielten an Jesu Namen fest’, indem sie seine hohe Stellung als Jehovas Rechtfertiger und ernannter Richter weiterhin ehrten. Loyal folgten sie Jesu Fußstapfen als Königreichszeugen.

      5. (a) Welches neuzeitliche Gegenstück zum Kaiserkult brachte den Christen in unserer Zeit schwere Prüfungen? (b) Wie hat Der Wachtturm Christen geholfen?

      5 Bei verschiedenen Gelegenheiten hatte Jesus darauf hingewiesen, daß die gegenwärtige böse Welt von Satan regiert wird, daß dieser ihm aber wegen seiner Lauterkeit nicht beikommen konnte (Matthäus 4:8-11; Johannes 14:30). In unserer Zeit haben mächtige Nationen — hauptsächlich „der König des Nordens“ und „der König des Südens“ — um die Weltherrschaft gekämpft (Daniel 11:40). Leidenschaftlicher Patriotismus ist angeheizt worden, und der Kaiserkult findet heute sein Gegenstück in einer Woge des Nationalismus, die die Erde überrollt hat. Die Wachtturm-Ausgaben vom 1. Dezember 1939 und vom 1. Februar 1980 sowie vom 1. September 1986 über Neutralität zeigten deutlich, was die Bibel diesbezüglich lehrt, und legten für Christen, die im Namen Jehovas wandeln und die Welt besiegen möchten, wie Jesus dies so mutig getan hat, Richtlinien fest (Micha 4:1, 3, 5; Johannes 16:33; 17:4, 6, 26; 18:36, 37; Apostelgeschichte 5:29).

      6. Wie haben Jehovas Zeugen in der heutigen Zeit wie Antipas mutig Stellung bezogen?

      6 Solch ein Rat war dringend nötig. Jehovas Zeugen, sowohl die Gesalbten als auch ihre Gefährten, mußten angesichts des unvernünftigen Hurrapatriotismus im Glauben feststehen. In den Vereinigten Staaten wurden Hunderte von Kindern und Lehrer von der Schule gewiesen, weil sie die Landesfahne nicht grüßten, während die Zeugen in Deutschland grausam verfolgt wurden, weil sie sich weigerten, die Hakenkreuzfahne zu grüßen. Wie bereits erwähnt, töteten die Nationalsozialisten unter Hitler Tausende von Jehovas loyalen Dienern, weil sie sich weigerten, sich an solch nationalistischem Götzendienst zu beteiligen. In den 1930er Jahren, als in Japan der schintoistische Kaiserkult seine Blütezeit hatte, säten zwei Pionierprediger auf der von den Japanern besetzten Insel Taiwan viel Königreichssamen. Die Militärregierung warf sie ins Gefängnis, in dem der eine wegen brutaler Behandlung starb. Der andere wurde später auf freien Fuß gesetzt, aber dann hinterrücks ermordet — ein neuzeitlicher Antipas. Es gibt heute noch Länder, in denen die Verehrung nationalistischer Symbole sowie die ausschließliche Verehrung des Staates gefordert werden. Viele jugendliche Zeugen wurden eingesperrt und nicht wenige hingerichtet, weil sie als neutrale Christen mutig Stellung bezogen. Wenn du ein Jugendlicher bist, der sich ebenfalls solchen Fragen gegenübersieht, dann studiere Gottes Wort täglich, so daß du ‘Glauben hast zum Lebendigerhalten der Seele’ mit der Aussicht auf ewiges Leben (Hebräer 10:39 bis 11:1; Matthäus 10:28-31).

      7. Wie verhielten sich in Indien Kinder gegenüber der Frage der Staatsverehrung, und wie ist die Sache ausgegangen?

      7 Schulkinder haben sich ähnlichen Fragen gegenübergesehen. Im Jahre 1985 lehnten es im Staat Kerala (Indien) drei Kinder von Zeugen Jehovas ab, ihren auf die Bibel gegründeten Glauben zu vergewaltigen, und weigerten sich, die Nationalhymne zu singen. Sie standen respektvoll auf, als die andern sangen, wurden aber dennoch von der Schule gewiesen. Ihr Vater ging bis vor den indischen Obersten Gerichtshof, wo zwei Richter zugunsten der Kinder entschieden und mutig erklärten: „Toleranz zu üben ist die Lehre unserer Tradition, unserer Philosophie und unserer Verfassung. Verwässern wir sie nicht.“ Leitartikel und andere Zeitungsartikel, die zu ihren Gunsten waren und die aufgrund dieses Falles veröffentlicht wurden, informierten ganz Indien, dessen Bevölkerung damals fast ein Fünftel der Erdbevölkerung ausmachte, daß in diesem Land Christen leben, die den wahren Gott Jehova anbeten und loyal nach biblischen Grundsätzen handeln.

      Korrumpierende Einflüsse

      8. Warum tadelt Jesus die Christen in Pergamon?

      8 Die Christen in Pergamon sind wahrlich Bewahrer der Lauterkeit. „Dessenungeachtet“, sagt Jesus, „habe ich einige wenige Dinge gegen dich.“ Welche Taten verdienen Kritik? Jesus sagt: „Du [hast] dort solche ..., die an der Lehre Bileams festhalten, der hinging, Balak zu lehren, den Söhnen Israels eine Ursache zum Straucheln zu geben, so daß sie Dinge äßen, die Götzen geopfert sind, und Hurerei begingen“ (Offenbarung 2:14).

      9. Wer war Bileam, und wieso wurde sein Rat „den Söhnen Israels eine Ursache zum Straucheln“?

      9 Zur Zeit des Moses hatte König Balak von Moab Bileam, einen nichtisraelitischen Propheten, der einiges über Jehovas Wege wußte, gedungen, Israel zu verfluchen. Jehova widerstand Bileam und zwang ihn, die Israeliten zu segnen und ihre Feinde zu verwünschen. Bileam besänftigte den grollenden Balak, indem er ihm zu einem hinterlistigen Angriff riet: Die Moabiterinnen sollten die Männer von Israel zu ungeheuerlicher sexueller Unmoral und zu götzendienerischer Anbetung des falschen Gottes Baal von Peor verführen. Diese Taktik funktionierte. Jehova entbrannte in gerechtem Zorn, und er sandte eine Plage, der 24 000 Israeliten, die gehurt hatten, zum Opfer fielen. Diese Plage kam erst zum Stillstand, als Priester Pinehas einschritt, um die Schlechtigkeit aus Israel zu entfernen (4. Mose 24:10, 11; 25:1-3, 6-9; 31:16).

      10. Was drang in die Versammlung von Pergamon ein, das ihr eine Ursache zum Straucheln wurde, und warum mochten diese Christen gedacht haben, Gott würde ihre Verfehlungen übersehen?

      10 Gibt es in Pergamon zur Zeit des Johannes ähnliche Ursachen zum Straucheln? Ja, die gibt es. Unmoral und Götzendienst sind in die Versammlung eingedrungen. Diese Christen haben Gottes Warnungen nicht beherzigt, die er durch den Apostel Paulus gegeben hat (1. Korinther 10:6-11). Vielleicht meinten sie, weil sie Verfolgung erlitten hatten, würde Jehova ihre geschlechtlichen Verfehlungen übersehen. Daher führt Jesus ihnen vor Augen, daß sie solche Schlechtigkeit meiden müssen.

      11. (a) Wovor sollten sich Christen hüten, und welche Denkweise müssen sie meiden? (b) Wie viele sind im Laufe der Jahre aus der Christenversammlung ausgeschlossen worden, und hauptsächlich aus welchem Grund?

      11 Ähnlich ist es heute. Christen müssen sich davor hüten, „die unverdiente Güte unseres Gottes zu einer Entschuldigung für Zügellosigkeit“ zu verkehren (Judas 4). Wir müssen das Böse hassen und ‘unseren Leib zerschlagen’, wenn wir einen Weg der christlichen Tugendhaftigkeit gehen wollen (1. Korinther 9:27; Psalm 97:10; Römer 8:6). Wir dürfen nie denken, daß Eifer im Dienst Gottes und das Bewahren der Lauterkeit unter Verfolgung uns einen Freibrief für sexuelles Mißverhalten geben. Im Laufe der Jahre sind Zehntausende wegen sexuellen Fehlverhaltens aus der weltweiten Christenversammlung ausgeschlossen worden. Es hat sogar Jahre gegeben, in denen die Zahl der Ausgeschlossenen höher war als die Zahl der Israeliten, die wegen des Baal von Peor umkamen. Mögen wir wachsam bleiben, damit wir uns ihnen niemals zugesellen (Römer 11:20; 1. Korinther 10:12).

      12. Welche Grundsätze fanden bei den ersten Christen und finden auch bei den heutigen Christen Anwendung?

      12 Jesus tadelt die Christen in Pergamon auch, weil sie ‘Dinge essen, die Götzen geopfert sind’. Worum geht es dabei? Wenn man an die Worte denkt, die Paulus an die Korinther schrieb, dann haben vielleicht einige ihre christliche Freiheit mißbraucht und absichtlich das Gewissen anderer verletzt. Wahrscheinlicher ist jedoch, daß sie irgendwie an götzendienerischen Zeremonien teilgenommen haben (1. Korinther 8:4-13; 10:25-30). Heute müssen treue Christen, wenn sie von der christlichen Freiheit Gebrauch machen, selbstlose Liebe bekunden und sich davor hüten, andere zum Straucheln zu bringen. Sie müssen ganz sicher moderne Formen des Götzendienstes meiden, so zum Beispiel dürfen sie keine Fernseh- oder Filmstars und keine Sportgrößen verehren und das Geld oder sogar ihren Bauch nicht zum Gott machen (Matthäus 6:24; Philipper 1:9, 10; 3:17-19).

      Meidet Sektierertum!

      13. Wie weist Jesus nun die Christen in Pergamon zurecht, und warum benötigte die Versammlung die Zurechtweisung?

      13 Jesus weist die Christen in Pergamon außerdem zurecht mit den Worten: „So hast auch du solche, die in gleicher Weise an der Lehre der Nikolaus-Sekte festhalten“ (Offenbarung 2:15). Vorher hat Jesus die Epheser gelobt, weil sie die Taten dieser Sekte haßten. Aber die Christen in Pergamon müssen darüber Rat erhalten, wie sie die Versammlung vor Sektierertum bewahren können. An den christlichen Normen muß mit größerer Entschiedenheit festgehalten werden, damit die Einheit, um die Jesus in Johannes 17:20-23 betete, gewahrt bleibt. Es ist notwendig, „durch die gesunde Lehre sowohl zu ermahnen als auch die Widersprechenden zurechtzuweisen“ (Titus 1:9).

      14. (a) Mit wem hatte die Christenversammlung schon früh zu kämpfen, und wie beschrieb sie der Apostel Paulus? (b) Welche Worte Jesu sollte man beherzigen, wenn man geneigt ist, einer abtrünnigen Gruppe zu folgen?

      14 Schon früh hatte die Christenversammlung mit stolzen Abtrünnigen zu kämpfen, die durch glatte, trügerische Worte ‘Spaltungen hervorriefen und Ursachen zum Straucheln gaben entgegen der Lehre’, die ihr durch Jehovas Kanal zuging (Römer 16:17, 18). Der Apostel Paulus warnte fast in allen seinen Briefen vor dieser Bedrohung.a Die Gefahr des Sektierertums besteht auch heute noch, obwohl Jesus die Reinheit und Einheit der wahren Christenversammlung wiederhergestellt hat. Wer daher geneigt ist, einer abgesplitterten Gruppe zu folgen, die eine Sekte bildet, sollte folgende Worte Jesu beherzigen: „Bereue also. Wenn du es nicht tust, komme ich eilends zu dir, und ich will mit dem langen Schwert meines Mundes Krieg mit ihnen führen“ (Offenbarung 2:16).

      15. Wie entsteht Sektierertum?

      15 Wie entsteht Sektierertum? Ein Lehrer von eigenen Gnaden mag Zweifel säen und biblische Wahrheiten anfechten (zum Beispiel, daß wir in den letzten Tagen leben), worauf sich eine Splittergruppe loslöst und ihm nachfolgt (2. Timotheus 3:1; 2. Petrus 3:3, 4). Oder jemand kritisiert, wie Jehova sein Werk getan haben will, und appelliert an einen Hang zur Bequemlichkeit, indem er behauptet, es sei weder biblisch noch notwendig, mit der Königreichsbotschaft von Haus zu Haus zu gehen. Würden solche Personen das Beispiel Jesu und der Apostel nachahmen und sich an diesem Dienst beteiligen, so würden sie demütig bleiben; sie spalten sich jedoch lieber ab und leben geruhsam; vielleicht treffen sie sich gelegentlich als private Gruppe und lesen lediglich gemeinsam in der Bibel (Matthäus 10:7, 11-13; Apostelgeschichte 5:42; 20:20, 21). Solche Personen tüfteln eigene Gedanken über das Gedächtnis an den Tod Jesu aus, über das biblische Gebot, sich von Blut zu enthalten, über das Begehen von Feiertagen und den Gebrauch von Tabak. Überdies setzen sie den Namen Jehovas herab; bald fallen sie wieder in die tabufreien Sitten und Bräuche Babylons der Großen zurück. Und was noch schlimmer ist, einige lassen sich von Satan dazu bringen, ihre „Mitsklaven“ oder ihre einstigen Brüder „zu schlagen“ (Matthäus 24:49; Apostelgeschichte 15:29; Offenbarung 17:5).

      16. (a) Warum sollten Personen, die zufolge des Einflusses von Abtrünnigen wankend werden, schnell bereuen? (b) Was widerfährt denen, die nicht bereuen wollen?

      16 Wer durch den Einfluß der Abtrünnigen unschlüssig gemacht wurde, sollte schnellstens der Aufforderung Jesu nachkommen zu bereuen. Die Propaganda der Abgefallenen muß zurückgewiesen werden wie Gift, denn das ist sie. Sie beruht auf Neid und Haß im Gegensatz zu den gerechten, reinen und gewinnenden Wahrheiten, mit denen Jesus seine Versammlung ernährt (Lukas 12:42; Philipper 1:15, 16; 4:8, 9). Mit denen, die nicht bereuen wollen, wird der Herr Jesus „mit dem langen Schwert ... [seines] Mundes Krieg ... führen“. Er prüft sein Volk sorgfältig, damit die Einheit bewahrt wird, um die er am letzten Abend, den er mit seinen Jüngern auf der Erde verbrachte, betete (Johannes 17:20-23, 26). Da die Abtrünnigen den liebevollen Rat und die liebevolle Hilfe, die ihnen von den Sternen in seiner rechten Hand gegeben bzw. angeboten wird, ablehnen, richtet und straft sie Jesus „mit der größten Strenge“ und übergibt sie der „Finsternis draußen“. Es wird ihnen die Gemeinschaft entzogen, so daß sie unter Gottes Volk nicht mehr als Sauerteig wirken können (Matthäus 24:48-51; 25:30; 1. Korinther 5:6, 9, 13; Offenbarung 1:16).

      ‘Verborgenes Manna und ein weißer Kieselstein’

      17. Wie werden Christen, die ‘siegen’, belohnt, und was mußten die Christen in Pergamon überwinden?

      17 Alle, die Jesu Rat beherzigen, der auf die Weisung des heiligen Geistes Jehovas hin gegeben wird, werden reich belohnt werden. Hört! „Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt: Dem, der siegt, will ich etwas von dem verborgenen Manna geben, und ich will ihm einen weißen Kieselstein geben und auf dem Kieselstein einen neuen Namen geschrieben, den niemand kennt außer dem, der ihn empfängt“ (Offenbarung 2:17). Die Christen in Pergamon werden wie die Christen in Smyrna angespornt, den Sieg zu erringen. Wenn sie in Pergamon, wo der Thron des Satans ist, den Sieg erringen wollen, müssen sie sich vor Götzendienst hüten. Sie müssen die Unmoral, das Sektierertum und die Abtrünnigkeit in Verbindung mit Balak und Bileam sowie der Nikolaus-Sekte überwinden. Wenn die gesalbten Christen das tun, werden sie eingeladen, von dem „verborgenen Manna“ zu essen. Was bedeutet das?

      18, 19. (a) Was war das Manna, das Jehova den Israeliten gab? (b) Worum handelt es sich bei dem verborgenen Manna? (c) Was wird durch das Essen von dem verborgenen Manna versinnbildlicht?

      18 Zur Zeit des Moses ernährte Jehova die Israeliten auf ihrer Wanderung durch die Wildnis mit Manna. Das war kein verborgenes Manna, denn jeden Morgen — ausgenommen am Sabbat — bedeckte es auf wunderbare Weise die Erde; es war etwas Flockiges, so fein wie Reif. Es stammte von Gott und sollte die Israeliten am Leben erhalten. Jehova gebot Moses, zur Erinnerung etwas von diesem „Brot“ ‘durch Israels Generationen hindurch’ in einem goldenen Krug in der heiligen Bundeslade aufzubewahren (2. Mose 16:14, 15, 23, 26, 33; Hebräer 9:3, 4).

      19 Welch passendes Sinnbild! Das Manna lag verborgen im Allerheiligsten der Stiftshütte, wo das übernatürliche Licht, das über dem Deckel der Bundeslade schwebte, die Gegenwart Jehovas symbolisierte (2. Mose 26:34). Es war niemandem gestattet, in diesen heiligen Ort einzudringen und von dem verborgenen Manna zu essen. Jesus sagte indessen, daß seine gesalbten Nachfolger, die siegen würden, von dem „verborgenen Manna“ essen würden. Sie würden, wie Christus vor ihnen, sich nicht an „eine mit Händen gemachte heilige Stätte, die ein Abbild der Wirklichkeit ist, sondern in den Himmel selbst“ begeben (Hebräer 9:12, 24). Bei ihrer Auferstehung ziehen sie Unverweslichkeit und Unsterblichkeit an — eine wunderbare Vorkehrung Jehovas, versinnbildlicht dadurch, daß sie das unvergängliche „verborgene Manna“ erhalten. Wie bevorrechtigt diese kleine Gruppe von Überwindern doch ist! (1. Korinther 15:53-57).

      20, 21. (a) Was wird dadurch versinnbildlicht, daß gesalbte Christen einen weißen Kieselstein erhalten? (b) Welche Hoffnung hegt die große Volksmenge, da es doch nur 144 000 weiße Kieselsteine gibt?

      20 Sie empfangen auch einen „weißen Kieselstein“. An römischen Gerichtshöfen war es üblich, das Urteil mit Hilfe von Kieselsteinen zu fällen.b Ein weißer Kieselstein bedeutete Freispruch, ein schwarzer dagegen Verurteilung, oft zum Tod. Daß Jesus den Christen in Pergamon einen „weißen Kieselstein“ gab, würde bedeuten, daß er sie als unschuldig, makellos und rein beurteilt. Aber Jesu Worte mögen noch eine weitere Bedeutung haben. In römischer Zeit dienten Kieselsteine auch als eine Art Eintrittskarte zu einer wichtigen Veranstaltung. Der weiße Kieselstein mag für die siegreichen gesalbten Christen etwas ganz Besonderes bedeuten — daß sie im Himmel bei der Hochzeit des Lammes einen Ehrenplatz bekommen. Es werden nur 144 000 solche Kieselsteine ausgeteilt (Offenbarung 14:1; 19:7-9).

      21 Bedeutet das, daß du, wenn du zu der großen Volksmenge der Mitanbeter gehörst, unberücksichtigt bleibst? Nein, ganz und gar nicht. Zwar empfängst du keinen weißen Kieselstein, der dir Zutritt zum Himmel gewährt, doch du magst, wenn du ausharrst, aus der großen Drangsal kommen und dich an dem freudigen Werk beteiligen, auf der Erde das Paradies wiederherzustellen. Einen Anteil an diesem Werk werden auch die auferweckten Treuen aus vorchristlicher Zeit haben und die anderen Schafe, die vor kurzem gestorben sind. Schließlich werden auch die übrigen der erlösten Verstorbenen mit einer Auferstehung zum Leben auf einer paradiesischen Erde begünstigt werden (Psalm 45:16; Johannes 10:16; Offenbarung 7:9, 14).

      22, 23. Was bedeutet der auf den Kieselstein, der den gesalbten Christen gegeben wird, geschriebene Name, und wozu sollte das ermuntern?

      22 Wie lautet der neue Name, der auf den Kieselstein geschrieben ist? Der Name dient dazu, eine Person zu identifizieren und sie von anderen zu unterscheiden. Die gesalbten Christen empfangen den Kieselstein, nachdem sie ihre irdische Laufbahn siegreich vollendet haben. Es ist klar, daß der Name auf dem Kieselstein mit ihrem Vorrecht zusammenhängt, mit Jesus im Himmel vereint zu werden — eine höchst vertrauliche Stellung königlichen Dienstes, die nur von denen, die das himmlische Königreich ererben, völlig gewürdigt werden kann und deren nur sie sich erfreuen können. Es ist daher ein Name (oder eine Amtsbezeichnung), „den niemand kennt außer dem, der ihn empfängt“. (Vergleiche Offenbarung 3:12.)

      23 Welch ein Anreiz für die Johannes-Klasse zu hören, „was der Geist den Versammlungen sagt“, und es anzuwenden! Und wie das ihre Gefährten, die große Volksmenge, ermuntert, treu Schulter an Schulter mit ihnen zu dienen, während sie sich ihrer Gemeinschaft hier auf der Erde erfreuen und mit ihnen einen Anteil daran haben können, Jehovas Königreich bekanntzumachen!

      [Fußnoten]

      a Siehe auch 1. Korinther 3:3, 4, 18, 19; 2. Korinther 11:13; Galater 4:9; Epheser 4:14, 15; Philipper 3:18, 19; Kolosser 2:8; 1. Thessalonicher 3:5; 2. Thessalonicher 2:1-3; 1. Timotheus 6:3-5; 2. Timotheus 2:17; 4:3, 4; Titus 1:13, 14; 3:10; Hebräer 10:26, 27.

      b Siehe Apostelgeschichte 26:10 und Fußnote in der Neuen-Welt-Übersetzung — mit Studienverweisen.

  • Die „tiefen Dinge des Satans“ verabscheuen
    Die Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!
    • Kapitel 10

      Die „tiefen Dinge des Satans“ verabscheuen

      THYATIRA

      1. Wo lag Thyatira, wie konnte man von da aus andere Versammlungen erreichen, und wie war die religiöse Situation in jener Stadt?

      ETWA 65 Kilometer südöstlich von Bergama (Pergamon) liegt die blühende türkische Stadt Akhisar. Vor rund 1 900 Jahren befand sich an dieser Stelle Thyatira. Ein reisender Aufseher konnte Thyatira leicht von Pergamon aus auf einer landeinwärts führenden Straße erreichen und dann in einem Kreis zu den übrigen, in der Offenbarung, Kapitel 3 erwähnten Versammlungen reisen — Sardes, Philadelphia und Laodicea. Im Gegensatz zu Pergamon scheint Thyatira kein Zentrum des Kaiserkults gewesen zu sein, doch gab es in dieser Stadt heidnischen Gottheiten geweihte Heiligtümer und Tempel. Thyatira war eine Handels- und Industriestadt.

      2, 3. (a) Was wurde früher über eine Frau aus Thyatira berichtet, die Christin wurde? (b) Was bedeutet es für die Christen in Thyatira, daß Jesus der „Sohn Gottes“ ist und daß er „Augen hat gleich einer Feuerflamme“?

      2 Als Paulus in Mazedonien predigte, traf er eine Frau aus Thyatira namens Lydia, eine Purpurhändlerin. Lydia und alle ihre Hausgenossen nahmen die von Paulus gepredigte Botschaft freudig an und erwiesen ihm außergewöhnliche Gastfreundschaft (Apostelgeschichte 16:14, 15). Sie war die erste Frau aus Thyatira, von der berichtet wird, daß sie das Christentum annahm. Mit der Zeit gab es in der Stadt eine Christenversammlung. Jesus richtet seine längste Botschaft an sie: „Und dem Engel der Versammlung in Thyatira schreibe: Diese Dinge sagt der Sohn Gottes, er, der Augen hat gleich einer Feuerflamme und dessen Füße gleich feinem Kupfer sind“ (Offenbarung 2:18).

      3 Das ist die einzige Stelle in der Offenbarung, wo der Ausdruck „Sohn Gottes“ vorkommt, obschon Jesus an anderen Stellen von Jehova als von „meinem Vater“ spricht (Offenbarung 2:27; 3:5, 21). Der Gebrauch des Titels an dieser Stelle erinnert die Christen in Thyatira vielleicht an die Vertrautheit Jesu mit Jehova. Dieser Sohn „hat [Augen] gleich einer Feuerflamme“ — das ist eine Warnung für die Christen in Thyatira, daß er alles richten wird, was in seinen Augen die Versammlung verunreinigt. Daß ein zweites Mal auf seine gleich Kupfer glühenden Füße hingewiesen wird, soll seine eigene vorbildliche Treue betonen, die er bewahrt hat, als er auf der Erde wandelte. Zweifellos beherzigten die Christen in Thyatira seinen Rat, und auch wir heute müssen das tun (1. Petrus 2:21).

      4, 5. (a) Warum konnte Jesus die Christen in Thyatira loben? (b) In welcher Hinsicht ist die Versammlung in Thyatira charakteristisch für die Versammlungen der Zeugen Jehovas heute?

      4 Erfreulicherweise hat Jesus Grund, die Christen in Thyatira zu loben. Er sagt: „Ich kenne deine Taten und deine Liebe und deinen Glauben und deinen Dienst und dein Ausharren und weiß, daß deiner jüngsten Taten mehr sind als der früheren“ (Offenbarung 2:19). Die gesalbten Christen in Thyatira haben im Gegensatz zu denen in Ephesus ihre erste Liebe für Jehova nicht verlassen. Ihr Glaube ist stark geblieben. Außerdem sind ihrer Taten mehr als der früheren, und die Christen in Thyatira harren aus wie die drei vorher erwähnten Versammlungen. Wie charakteristisch ist das doch für die fast 100 000 Versammlungen der Zeugen Jehovas, die es heute auf der ganzen Erde gibt. Die Liebe zu Jehova kommt in einem Predigtdiensteifer zum Ausdruck, der die ganze Organisation durchdringt und jung und alt anregt. Die Zahl derer wird immer größer, die sich als Pioniere verausgaben und so die noch verbleibende Zeit weise auskaufen, um die herrliche Hoffnung von Gottes kommendem Königreich zu verkündigen (Matthäus 24:14; Markus 13:10).

      5 Viele treue Glieder des gesalbten Überrests und der großen Volksmenge bekunden seit Jahrzehnten ein beispielhaftes Ausharren im Dienst Gottes, während die Welt um sie her immer tiefer in Hoffnungslosigkeit versinkt. Wir wollen jedoch guten Mutes sein. Die Offenbarung bestätigt das Zeugnis früherer Propheten Gottes. „Der große Tag Jehovas ist nahe. Er ist nahe, und er eilt sehr“ (Zephanja 1:14; Joel 2:1; Habakuk 2:3; Offenbarung 7:9; 22:12, 13).

      „Das Weib Isebel“

      6. (a) Auf welches Problem in der Versammlung Thyatira weist Jesus hin, das sofort der Aufmerksamkeit bedarf, obschon er die Versammlung für einiges lobt? (b) Wer war Isebel, und hatte sie ein Recht, sich als Prophetin auszugeben?

      6 Jesus sieht mit seinen feurigen Augen weiter. Er bemerkt etwas, was sofort der Aufmerksamkeit bedarf. „Dessenungeachtet“, erklärt er den Christen in Thyatira, „habe ich dies wider dich, daß du das Weib Isebel duldest, die sich eine Prophetin nennt, und sie lehrt meine Sklaven und führt sie irre, so daß sie Hurerei begehen und Dinge essen, die Götzen geopfert sind“ (Offenbarung 2:20). Die im zehnten Jahrhundert v. u. Z. lebende Königin Isebel, die den Baal anbetende Gattin des Königs Ahab von Israel, war berüchtigt wegen ihrer Morde, ihrer Hurereien und ihres herrschsüchtigen Wesens. Jehu, als Gesalbter Jehovas, veranlaßte, daß sie getötet wurde (1. Könige 16:31; 18:4; 21:1-16; 2. Könige 9:1-7, 22, 30, 33). Die götzendienerische Isebel hatte kein Recht, sich als Prophetin auszugeben. Sie war mit Mirjam und Debora, die in Israel als treue Prophetinnen dienten, nicht zu vergleichen (2. Mose 15:20, 21; Richter 4:4; 5:1-31). Jehovas Geist trieb sie nicht zum Prophezeien an, wie er die betagte Anna und die vier Töchter des Evangelisten Philippus antrieb (Lukas 2:36-38; Apostelgeschichte 21:9).

      7. (a) Auf welchen Einfluß nimmt Jesus offenbar Bezug, wenn er „das Weib Isebel“ erwähnt? (b) Wie mögen einige mit der Versammlung verbundene Frauen ihr eigenwilliges Verhalten gerechtfertigt haben?

      7 Es ist somit klar, daß „das Weib Isebel“ in Thyatira, das sich als Prophetin ausgibt, eine Schwindlerin ist. Sie wird nicht von Gottes Geist unterstützt. Wer ist sie? Wahrscheinlich handelt es sich bei ihr um eine Frau oder eine Gruppe von Frauen, die in der Versammlung einen schändlichen und verderblichen Einfluß ausüben. Einige mit der Versammlung verbundene Frauen mögen andere Glieder der Versammlung verleitet haben, unsittlich zu handeln, und dabei noch mit der größten Unverfrorenheit versucht haben, ihr eigenwilliges Verhalten durch Verdrehen von Bibeltexten zu rechtfertigen. In der Tat falsches Prophezeien! Sie bewegen andere dazu, ihren Wegen in bezug auf ‘Hurerei, Unreinheit, sexuelle Gelüste, schädliche Begierde und Habsucht, die Götzendienst ist’, zu folgen (Kolosser 3:5). Sie möchten, daß die Versammlungsglieder ein unmoralisches, egoistisches Leben führen, wie es jetzt die meisten Religionsgemeinschaften der Christenheit gutheißen oder dulden.

      8. (a) Was sagt Jesus über „Isebel“ in Thyatira? (b) Wie hat sich dieser unpassende weibliche Einfluß in unserer Zeit bemerkbar gemacht?

      8 Jesus fährt fort, indem er zu den Ältesten in Thyatira sagt: „Und ich gab ihr Zeit zu bereuen, aber sie will ihre Hurerei nicht bereuen. Siehe! Ich bin im Begriff, sie auf ein Krankenbett zu werfen und die, die mit ihr Ehebruch begehen, in große Drangsal, wenn sie ihre Taten nicht bereuen“ (Offenbarung 2:21, 22). So, wie die ursprüngliche Isebel Ahab anscheinend beherrschte und sich dann Jehu, Gottes Urteilsvollstrecker, widersetzte, so mag dieses weibliche Element versuchen, Ehemänner und Älteste zu beeinflussen. Anscheinend dulden die Ältesten in Thyatira diesen anmaßenden „isebelschen“ Einfluß. Jesus richtet eine ernste Warnung an sie, und sie gilt auch der heutigen weltweiten Versammlung von Jehovas Volk. In unserer Zeit haben einige Frauen, die auch so eigenwillig sind wie Isebel, ihre Männer veranlaßt, vom wahren Glauben abzufallen, und haben sogar Gerichtsprozesse gegen Jehovas treue Diener angestrengt. (Vergleiche Judas 5-8.)

      9. (a) Warum werfen Jesu Worte über Isebel kein schlechtes Licht auf alle Frauen in der Versammlung? (b) Wann nur entsteht ein „isebelscher“ Einfluß?

      9 Das wirft in keiner Weise ein schlechtes Licht auf die treuen Frauen in der Christenversammlung. Heutzutage wird ein großer Teil des Zeugniswerkes von treuen Schwestern verrichtet; durch die Heimbibelstudien, die sie durchführen, bringen sie viele Neue in die Versammlung. Daß Gott das segnet, geht aus Psalm 68:11 hervor: „Jehova selbst gibt das Wort; die Verkündigerinnen der guten Botschaft sind ein großes Heer.“ Ehemänner mögen durch das sanfte, respektvolle Wesen ihrer Frau, das „in den Augen Gottes von großem Wert ist“, zum Guten beeinflußt werden (1. Petrus 3:1-4). König Lemuel preist die tüchtige, fleißige Ehefrau (Sprüche 31:10-31). Nur wenn Frauen ihren Platz verlassen, indem sie Männer verführen oder die Leitung durch ein Haupt anfechten oder ignorieren, entsteht ein „isebelscher“ Einfluß (Epheser 5:22, 23; 1. Korinther 11:3).

      10. (a) Warum empfangen Isebel und ihre Kinder ein göttliches Strafgericht? (b) In welch gefährlichem Zustand befinden sich Personen, die Kinder Isebels werden, und was sollten sie tun?

      10 Jesus fährt fort, indem er von dem „Weib Isebel“ sagt: „Und ihre Kinder will ich mit tödlichen Plagen töten, so daß alle Versammlungen erkennen werden, daß ich es bin, der Nieren und Herzen erforscht, und ich will euch, jedem einzelnen, gemäß euren Taten geben“ (Offenbarung 2:23). Jesus hat Isebel und ihren Kindern Zeit eingeräumt zum Bereuen, aber sie beharren in ihrer Unmoral und werden daher das göttliche Strafgericht empfangen. Das ist eine packende Botschaft für die heutigen Christen. Diejenigen, die Isebel nachahmen, seien es Männer oder Frauen, und so ihre Kinder werden, indem sie die biblischen Grundsätze der Leitung durch ein Haupt und der Moral verletzen oder indem sie eigensinnig sind und die theokratische Ordnung mißachten, sind geistig gesehen in einem gefährlich kranken Zustand. Wenn ein solcher allerdings die Ältesten der Versammlung ruft, daß sie über ihm beten, so wird „das Gebet des Glaubens ... dem sich nicht wohl Fühlenden zum Heil sein, und Jehova wird ihn aufrichten“ — vorausgesetzt, er erweist sich demütig und handelt im Einklang mit diesen Gebeten. Niemand denke indessen, daß er (oder sie) Gott oder Christus täuschen kann, indem er versucht, unsittliche Handlungen zu verbergen, oder so tut, als wäre er im Dienst sehr eifrig (Jakobus 5:14, 15).

      11. Wie wird heute den Versammlungen geholfen, gegenüber dem Eindringen eines gegen Gottes Gesetz verstoßenden weiblichen Einflusses wachsam zu sein?

      11 Erfreulicherweise sind sich die meisten Versammlungen der Zeugen Jehovas heute dieser Gefahr bewußt. Die Ältesten beobachten aufmerksam, ob der Trend zu untheokratischer Haltung und zu Unrechttun geht. Sie bemühen sich, ehe es zu spät ist, gefährdete Männer und Frauen wieder zurechtzubringen und ihnen zu helfen, geistig gesinnt zu sein (Galater 5:16; 6:1). Liebevoll, doch entschieden gebieten sie irgendwelchen weiblichen Bemühungen Einhalt, Cliquen zu bilden, um Bewegungen wie die zur Befreiung der Frau ins Leben zu rufen. Außerdem enthalten die Publikationen der Zeugen Jehovas hin und wieder einschlägige zeitgemäße Ratschläge.a

      12. In welcher Weise beweist die Johannes-Klasse heute einen ähnlichen Eifer wie Jehu?

      12 Liegt jedoch ein krasser Fall von Unsittlichkeit vor, besonders wenn sie zur Gewohnheit geworden ist, so muß einem solchen Sünder, der nicht bereut, die Gemeinschaft entzogen werden. Wir erinnern uns an Jehu, wie er alle Spuren des „isebelschen“ Einflusses in Israel auslöschte. Auch heute gibt die Johannes-Klasse ihren Gefährten, den „Jonadaben“, ein gutes Beispiel, indem sie entschlossen vorgeht und so zeigt, daß sie ganz anders ist als die freizügigen Geistlichen der Christenheit (2. Könige 9:22, 30-37; 10:12-17).

      13. Was wird allen denen widerfahren, die einem schädlichen weiblichen Einfluß erliegen?

      13 Der Sohn Gottes handelt als Jehovas Bote und Richter richtig, indem er die neuzeitliche Isebel kenntlich macht und sie auf ein Krankenbett wirft, denn ihre geistige Krankheit ist chronisch (Maleachi 3:1, 5). Auch diejenigen, die diesem schädlichen weiblichen Einfluß erlegen sind, werden in große Drangsal kommen — sie werden den Kummer haben, ausgeschlossen zu sein, abgeschnitten von der Christenversammlung, als wären sie tot. Wenn sie nicht bereuen, umkehren und wieder in die Versammlung aufgenommen werden, steht ihnen — spätestens in der großen Drangsal — auch der physische Tod durch die „tödlichen Plagen“ bevor. Sollten sie jedoch ihre verkehrten Taten ganzherzig bereuen, so können sie wiederaufgenommen werden (Matthäus 24:21, 22; 2. Korinther 7:10).

      14. (a) Wie benutzt Jesus die Ältesten, um Probleme, wie zum Beispiel einen „isebelschen“ Einfluß, zu behandeln? (b) Wie sollte die Versammlung die Ältesten, die solche Probleme behandeln, unterstützen?

      14 „Alle Versammlungen“ müssen erkennen, daß Jesus „Nieren“, die tiefsten Empfindungen, und „Herz“, den inneren Menschen, auch die eigentlichen Beweggründe, erforscht. Zu diesem Zweck gebraucht er bewährte Sterne oder Älteste, die gewisse Probleme behandeln, wie zum Beispiel einen auftretenden „isebelschen“ Einfluß (Offenbarung 1:20). Nachdem die Ältesten eine solche Angelegenheit gründlich untersucht und ein Urteil gefällt haben, sollte der einzelne nicht das Warum und Weshalb der Maßnahme wissen wollen. Alle sollten demütig das annehmen, was die Ältesten in dieser Sache getan haben, und diese Versammlungs-Sterne weiterhin unterstützen. Loyalität gegenüber Jehova und seinen organisatorischen Vorkehrungen wird belohnt werden (Psalm 37:27-29; Hebräer 13:7, 17). Mögest du gesegnet werden, wenn Jesus jedem einzelnen gemäß seinen Taten gibt (Galater 5:19-24; 6:7-9).

      „Haltet an dem fest, was ihr habt“

      15. (a) Was sagt Jesus zu denen, die nicht durch Isebel verdorben wurden? (b) Was zeigt, daß nicht alle, die sich im Jahre 1918 zum christlichen Glauben bekannten, durch die abgefallene Christenheit verdorben worden waren?

      15 Jesu nächste Worte sind trostreich: „Indes sage ich den übrigen von euch, die in Thyatira sind, all denen, die diese Lehre nicht haben, denen nämlich, die nicht die ‚tiefen Dinge des Satans‘, wie sie sagen, kennengelernt haben: Ich lege euch keine andere Bürde auf. Dennoch, haltet an dem fest, was ihr habt, bis ich komme“ (Offenbarung 2:24, 25). Es gibt treue Menschen in Thyatira, die von Isebel unbeeinflußt geblieben sind. Auch in den 40 Jahren vor 1918 und seither haben nicht alle sogenannten Christen die Unmoral und Verderbtheit, die in der Christenheit so grassieren, toleriert. Die kleine Gruppe von Bibelforschern, jetzt als Zeugen Jehovas bekannt, die sich bemüht hat, Kirchenmitgliedern erkennen zu helfen, daß viele Lehren der Christenheit nichtchristlichen Ursprungs sind, ging daran, sich von den babylonischen Glaubensansichten und Bräuchen, die sie von der abgefallenen Christenheit übernommen hatte, zu befreien. Das umfaßte auch die freizügige Lehre des „Weibes Isebel“.

      16. Obschon Jesus und die christliche leitende Körperschaft des ersten Jahrhunderts keine andere Bürde auferlegten, muß doch was gemieden werden?

      16 Die Johannes-Klasse hat auch ihre Gefährten, die große Volksmenge, ermuntert, sich vor unmoralischen Einflüssen wie denjenigen der verderbten Vergnügungswelt zu hüten. Es ist nicht notwendig, sich aus Neugierde oder um kennenzulernen, was man meiden sollte, Verderbtheit anzuschauen oder zu erleben. Jemand handelt weise, wenn er sich von den ‘tiefen Dingen des Satans’ fernhält. Jesus sagt: „Ich lege euch keine andere Bürde auf.“ Das erinnert uns an die von der christlichen leitenden Körperschaft des ersten Jahrhunderts erlassene Verordnung: „Der heilige Geist und wir selbst haben es für gut befunden, euch keine weitere Bürde aufzuerlegen als folgende notwendigen Dinge: euch von Dingen zu enthalten, die Götzen geopfert wurden, sowie von Blut und von Erwürgtem und von Hurerei. Wenn ihr euch vor diesen Dingen sorgfältig bewahrt, wird es euch gutgehen“ (Apostelgeschichte 15:28, 29). Geistige Wohlfahrt ist nur möglich, wenn man die falsche Religion, den falschen Gebrauch des Blutes (zum Beispiel Bluttransfusionen) und Unmoral meidet. Auch ist es sehr wahrscheinlich ein Schutz für die körperliche Gesundheit.

      17. (a) Wie lockt Satan heute die Leute mit „tiefen Dingen“? (b) Wie sollten wir gegenüber den „tiefen Dingen“ der blasierten Welt Satans eingestellt sein?

      17 Satan verfügt heutzutage zudem noch über andere „tiefe Dinge“, zum Beispiel komplizierte Spekulationen und Philosophien, die dem Intellekt schmeicheln. Dazu gehören außer freizügigem, unsittlichem Denken der Spiritismus und die Evolutionstheorie. Wie betrachtet der allweise Schöpfer diese „tiefen Dinge“? Der Apostel Paulus zitiert seine Worte wie folgt: „Ich will die Weisheit der Weisen zugrunde richten.“ Im Gegensatz dazu sind „die tiefen Dinge Gottes“ einfach, klar und herzerfrischend. Weise Christen meiden die „tiefen Dinge“ der blasierten Welt Satans. Denke daran, daß „die Welt vergeht und ebenso ihre Begierde, wer aber den Willen Gottes tut, bleibt immerdar“ (1. Korinther 1:19; 2:10; 1. Johannes 2:17).

      18. Welche Segnungen verheißt Jesus gesalbten Christen, die bis zum Ende treu bleiben, und welches Vorrecht werden diese Auferweckten in Harmagedon haben?

      18 Jesus spricht nun zu den Christen in Thyatira herzerquickende Worte. Sie ermuntern auch die gesalbten Christen von heute: „Und dem, der siegt und meine Taten bis zum Ende hin bewahrt, will ich Gewalt über die Nationen geben, und er wird die Menschen mit eisernem Stab hüten, so daß sie gleich Tongefäßen zerbrochen werden, ebenso wie ich von meinem Vater empfangen habe“ (Offenbarung 2:26, 27). In der Tat ein großartiges Vorrecht! Die Gewalt, die die gesalbten Sieger bei ihrer Auferstehung empfangen, ist eine Teilhaberschaft mit Jesus an dem Schwingen des „eisernen Stabes“ der Vernichtung gegen die rebellischen Nationen in Harmagedon. Wenn Christus seine Feinde wie Tongefäße zerschlagen wird, werden die Kernwaffen dieser Nationen bestenfalls verpuffen wie durchnäßte Knallfrösche (Psalm 2:8, 9; Offenbarung 16:14, 16; 19:11-13, 15).

      19. (a) Wer ist „der Morgenstern“, und wie wird er denen gegeben werden, die siegen? (b) Wie wird die große Volksmenge ermuntert?

      19 Jesus fügt hinzu: „Und ich will ihm den Morgenstern geben“ (Offenbarung 2:28). Später erklärt Jesus selbst, wer dieser „Stern“ ist, indem er sagt: „Ich bin die Wurzel und der Sproß Davids und der hellglänzende Morgenstern“ (Offenbarung 22:16). Ja, an Jesus erfüllt sich die Prophezeiung, die Bileam, von Jehova gezwungen, widerstrebend äußerte: „Ein Stern wird bestimmt aus Jakob hervortreten, und ein Zepter wird tatsächlich aus Israel erstehen“ (4. Mose 24:17). Wie wird Jesus „den Morgenstern“ denen geben, die siegen? Offenbar, indem er sich ihnen selbst schenkt, indem er sie in ein enges, vertrautes Verhältnis zu sich aufnimmt (Johannes 14:2, 3). Sicherlich ein mächtiger Anreiz auszuharren! Belebend ist es auch für die große Volksmenge, zu wissen, daß „der hellglänzende Morgenstern“ bald durch seine Königreichsmacht das Paradies hier auf der Erde wiederherstellen wird.

      Treue bewahren

      20. Welche Entwicklungen in der Christenheit erinnern uns an einige Schwächen in der Versammlung von Thyatira?

      20 Diese Botschaft muß die Christen in Thyatira unendlich ermuntert haben, denn kein Geringerer als der verherrlichte Sohn Gottes im Himmel hatte persönlich zu den Christen in Thyatira über einige ihrer Probleme gesprochen. Sicherlich reagierten zumindest einige in der Versammlung auf ein solch liebevolles Hüten der Schafe. Diese längste der sieben Botschaften hilft auch uns erkennen, welches heute die wahre Christenversammlung ist. Im Jahre 1918, als Jesus zu Jehovas Tempel zum Gericht kam, war die große Mehrheit der Organisationen, die beanspruchten, christlich zu sein, mit Götzendienerei befleckt sowie mit geistiger Unmoral (Jakobus 4:4). Einige stützten ihre Glaubensansichten auf die Lehren willensstarker Frauen des 19. Jahrhunderts wie Ellen White von den Siebenten-Tags-Adventisten und Mary Baker Eddy von der Christlichen Wissenschaft, und in letzter Zeit haben viele Frauen auf der Kanzel gestanden und gepredigt (im Gegensatz zu 1. Timotheus 2:11, 12). Bei den verschiedenen Formen des Katholizismus wird Maria oftmals mehr geehrt als Gott und Christus. Jesus hat sie nicht in dem Maß geehrt (Johannes 2:4; 19:26). Können Organisationen, die einen solchen gegen Gottes Gesetz verstoßenden weiblichen Einfluß zulassen, wirklich als christlich gelten?

      21. Was lernt der einzelne aus Jesu Botschaft an die Versammlung in Thyatira?

      21 Jeder einzelne Christ, ob er der Johannes-Klasse angehört oder der Klasse der anderen Schafe, tut gut daran, diese Botschaft zu überdenken (Johannes 10:16). Einige mögen es verlockend finden, ein sorgloses Leben zu führen wie die Anhänger der Isebel von Thyatira. Außerdem könnte man versucht sein, Kompromisse zu schließen. Heute sehen wir uns Problemen gegenüber wie dem Essen von Nahrungsmitteln mit Blutbestandteilen oder der Übertragung von Blut. Einige mögen meinen, daß Eifer im Predigtdienst oder das Halten von Vorträgen sie berechtigte, auf anderen Gebieten lax zu sein, zum Beispiel, wenn es um das Anschauen von Filmen und Videobändern geht, die Gewalttat und Unsittlichkeit verherrlichen, oder um übermäßigen Genuß von Alkohol. Jesu warnende Worte an die Christen in Thyatira zeigen uns, daß wir uns keine solchen Freiheiten herausnehmen dürfen. Jehova wünscht, daß wir rein sind, daß wir alles mit ganzem Herzen tun, daß wir nicht, wie viele Christen in Thyatira, zwiespältig sind.

      22. Wie betont Jesus die Wichtigkeit, ein hörendes Ohr zu haben?

      22 Schließlich erklärt Jesus: „Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt“ (Offenbarung 2:29). Zum viertenmal wiederholt Jesus hier diesen zündenden Kehrreim, und er wird den Schluß von allen drei Botschaften, die noch übermittelt werden, bilden. Reagiert dein Ohr? Dann höre aufmerksam zu, wenn Gott mittels seines Geistes weiterhin durch seinen Kanal Rat erteilt.

      [Fußnote]

      a Siehe als Beispiel den Artikel „Treue Christinnen — Wertvolle Dienerinnen Gottes“ in der Zeitschrift Der Wachtturm vom 1. November 2003.

  • Steht dein Name im Buch des Lebens?
    Die Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!
    • Kapitel 11

      Steht dein Name im Buch des Lebens?

      SARDES

      1. In welchem geistigen Zustand befindet sich die Versammlung in Sardes, und womit beginnt Jesus seine Botschaft?

      ETWA 50 Kilometer südlich des heutigen Akhisar (Thyatira) lag der Ort, an dem sich die nächste Versammlung befand, die von dem verherrlichten Jesus eine Botschaft empfangen sollte: Sardes. Im 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung war diese Stadt die stolze Hauptstadt des Königreiches Lydien und der Sitz des ungeheuer reichen Königs Krösus. Um die Zeit des Johannes mußte die Stadt harte Zeiten durchmachen, und ihr früherer Glanz unter Krösus war bereits Geschichte. Auch die dortige Christenversammlung war verarmt, aber in geistiger Hinsicht. Zum erstenmal beginnt Jesus seine Botschaft mit keinem Lob, sondern sagt: „Und dem Engel der Versammlung in Sardes schreibe: Diese Dinge sagt der, der die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat: ‚Ich kenne deine Taten, daß du den Namen hast, du seiest lebendig, bist aber tot‘ “ (Offenbarung 3:1).

      2. (a) Von welcher Bedeutung ist es für die Christen in Sardes, daß Jesus „die sieben Geister“ hat? (b) In welchem Ruf stand die Versammlung in Sardes, doch wie war es in Wirklichkeit um sie bestellt?

      2 Warum sagt Jesus von sich, er sei derjenige, „der die sieben Geister Gottes“ habe? Weil diese sieben Geister den heiligen Geist Jehovas in seiner Fülle darstellen. Später bezeichnet er sie auch als „sieben Augen“, womit er das durchdringende Sehvermögen andeutet, das ihm durch Gottes heiligen Geist verliehen worden ist (Offenbarung 5:6). Er ist somit fähig, jede Sachlage aufzudecken und zu behandeln (Matthäus 10:26; 1. Korinther 4:5). Die Versammlung in Sardes steht in dem Ruf, lebendig und aktiv zu sein. Aber Jesus kann erkennen, daß sie geistig tot ist. Offensichtlich sind die meisten ihrer Glieder einer Gleichgültigkeit verfallen, die dem Zustand gleicht, in dem sie sich befanden, bevor sie Christen wurden. (Vergleiche Epheser 2:1-3; Hebräer 5:11-14.)

      3. (a) Warum sollte der Engel der Versammlung in Sardes besonders beachten, daß Jesus „die sieben Sterne“ hat? (b) Welchen strengen Rat erteilt Jesus der Versammlung in Sardes?

      3 Jesus erinnert den „Engel der Versammlung in Sardes“ auch daran, daß er derjenige ist, der die „sieben Sterne“ hat. Er hält diese Versammlungsältesten in seiner rechten Hand, da er die Befugnis hat, sie in ihrem Hirtenwerk zu leiten. Sie sollten ihr Herz darauf richten, ‘unbedingt das Aussehen der Herde zu kennen’ (Sprüche 27:23). Es wäre daher gut, wenn sie bei den folgenden Worten Jesu aufmerksam zuhörten: „Werde wach, und stärke die übrigen Dinge, die am Sterben waren, denn ich habe deine Taten vor meinem Gott nicht für völlig ausgeführt befunden. Daher denke weiterhin daran, wie du empfangen und wie du gehört hast, und bewahre es weiterhin und bereue. Gewißlich, wenn du nicht aufwachst, werde ich kommen wie ein Dieb, und du wirst überhaupt nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde“ (Offenbarung 3:2, 3).

      4. Inwiefern wären die Worte des Petrus für die Versammlung in Sardes eine Hilfe, ‘die übrigen Dinge zu stärken’?

      4 Die Ältesten in Sardes sollen an die Freude denken, die sie zu Anfang hatten, als sie die Wahrheit kennenlernten, und an die Segnungen, die sie damals empfingen. Aber jetzt sind sie tot, was die Tätigkeit in geistiger Hinsicht betrifft. Ihr Leuchter, die Versammlung, gibt nur flackerndes Licht, weil Glaubenswerke fehlen. Vor Jahren schrieb der Apostel Petrus an die Versammlungen in Asien (Sardes wahrscheinlich eingeschlossen), um die Wertschätzung für die herrliche gute Botschaft zu fördern, die die Christen angenommen hatten und die „mit dem vom Himmel her gesandten heiligen Geist“ — dargestellt durch die in der Vision des Johannes erwähnten sieben Geister — verkündigt worden war. Petrus erinnerte diese Christen in Asien auch daran, daß sie ‘ein auserwähltes Geschlecht sind, eine königliche Priesterschaft, eine heilige Nation, ein Volk zum besonderen Besitz, damit sie die Vorzüglichkeiten dessen weit und breit verkünden, der sie aus der Finsternis in sein wunderbares Licht berufen hat’ (1. Petrus 1:12, 25; 2:9). Über solche biblischen Wahrheiten nachzudenken würde der Versammlung in Sardes helfen, zu bereuen und ‘die übrigen Dinge zu stärken’. (Vergleiche 2. Petrus 3:9.)

      5. (a) Was ist mit der Wertschätzung der Christen in Sardes geschehen? (b) Was wird geschehen, wenn die Christen in Sardes nicht auf den Rat Jesu eingehen?

      5 Ihre Wertschätzung und ihre Liebe zur Wahrheit gleichen gegenwärtig einem Feuer, das fast erloschen ist. Nur etwas Glut ist noch vorhanden. Jesus ermuntert sie, den Funken anzufachen, das Feuer zu schüren, die Sünden zu bereuen, zu denen ihre Nachlässigkeit geführt hat, und wieder eine geistig lebendige Versammlung zu werden. (Vergleiche 2. Timotheus 1:6, 7.) Sonst wird die Versammlung in Sardes, wenn Jesus unerwartet — „wie ein Dieb“ — zur Urteilsvollstreckung kommt, unvorbereitet sein (Matthäus 24:43, 44).

      „Wie ein Dieb“

      6. Inwiefern kam Jesus im Jahre 1918 „wie ein Dieb“, und in welchem Zustand fand er diejenigen vor, die behaupteten, seine Nachfolger zu sein?

      6 Jesu Warnung, daß er „wie ein Dieb“ kommen werde, reicht bis in die Neuzeit hinein. Sie galt besonders Christen, die den Tag des Herrn erlebten. Bald nach dem Jahr 1914 gab es eine Erfüllung der Prophezeiung Maleachis: „ ‚Plötzlich wird zu SEINEM Tempel kommen der wahre Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, an dem ihr Gefallen habt. Siehe! Er wird gewiß kommen‘, hat Jehova der Heerscharen gesprochen“ (Maleachi 3:1; Offenbarung 1:10). Jesus kam als „Bote des Bundes“, um diejenigen zu inspizieren und zu richten, die behaupteten, seine Nachfolger zu sein (1. Petrus 4:17). Damals, im Jahre 1918, war die Christenheit in das Blutvergießen des Ersten Weltkrieges verwickelt und war, geistig gesprochen, vollständig tot. Auch wahre Christen, die vor dem Krieg eifrig gepredigt hatten, machten eine Zeit geistiger Schläfrigkeit durch. Einige ihrer führenden Ältesten wurden eingesperrt, und die Predigttätigkeit kam fast völlig zum Stillstand. Als Jehovas Geist im darauffolgenden Jahr diese Christen wach machte, waren nicht alle bereit. Einige waren wie die törichten Jungfrauen aus dem Gleichnis Jesu geistig nicht für das Vorrecht gerüstet, Jehova zu dienen. Zum Glück gab es viele, die wie die verständigen Jungfrauen Jesu Warnung beachtet hatten: „Wacht daher beharrlich, denn ihr kennt weder den Tag noch die Stunde“ (Matthäus 25:1-13).

      7. Warum müssen Christen heute wach bleiben?

      7 Es war nicht etwa so, daß ein Christ nicht mehr wachsam zu sein brauchte, als der Tag des Herrn begonnen hatte. In seiner großen Prophezeiung über das „Zeichen ..., wann alle diese Dinge zu einem Abschluß kommen sollen“, äußerte Jesus eine nachdrückliche Warnung: „Von jenem Tag oder der Stunde hat niemand Kenntnis ... Haltet ständig Ausschau, bleibt wach, denn ihr wißt nicht, wann die bestimmte Zeit da ist. Was ich aber euch sage, sage ich allen: Wacht beständig“ (Markus 13:4, 32, 33, 37). Ja, bis zur Stunde muß jeder von uns — ob wir Gesalbte oder Glieder der großen Volksmenge sind — wachsam bleiben und dagegen kämpfen, in einen geistigen Schlaf zu fallen. Mögen wir, wenn Jehovas Tag „wie ein Dieb in der Nacht“ kommt, völlig wach sein, damit wir ein günstiges Urteil empfangen (1. Thessalonicher 5:2, 3; Lukas 21:34-36; Offenbarung 7:9).

      8. Wie hat die Johannes-Klasse Gottes Volk in der heutigen Zeit angeregt, geistig lebendig zu bleiben?

      8 Die Johannes-Klasse ihrerseits ist sich völlig der Notwendigkeit bewußt, Gottes Volk anzuregen, daß es geistig lebendig bleibt. Zu diesem Zweck finden weltweit mehrmals im Jahr besondere Zusammenkünfte statt. In einem der letzten Jahre waren auf 2 981 Bezirkskongressen insgesamt 10 953 744 Personen anwesend, und 122 701 neue Gläubige ließen sich taufen. Seit über hundert Jahren bedient sich die Johannes-Klasse der Zeitschrift Der Wachtturm, um den Namen und den Vorsatz Jehovas bekanntzumachen. Als Reaktion auf die bittere Verfolgung während der beiden Weltkriege wurden Jehovas Zeugen durch Wachtturm-Artikel wie „Glückselig sind die Furchtlosen“ (1919), „Ein Ruf zur Tat“ (1925) und „Die Verfolgung überwinden“ (1942) zu neuem Eifer angeregt.

      9. (a) Was sollten sich alle Christen fragen? (b) Welche Ermunterung enthielt der Wachtturm?

      9 Wie in Sardes müssen sich auch in den heutigen Versammlungen alle Christen ständig selbst überprüfen. Wir alle sollten uns immer wieder fragen: Haben wir unsere „Taten“ vor unserem Gott „völlig ausgeführt“? Pflegen wir persönlich, ohne über andere ein Urteil zu fällen, den Geist der Selbstaufopferung, und bemühen wir uns, Gott ganzherzig zu dienen? Die Zeitschrift Der Wachtturm enthielt diesbezügliche Ermunterungen in Form von Abhandlungen über Themen wie „,Bewährt euch immer wieder‘“ und „Nicht mehr für uns selbst leben“.a Erforschen wir also, da uns eine solch schriftgemäße Hilfe zur Verfügung steht, unser innerstes Ich, während wir uns bemühen, demütig und gebetsvoll vor Jehova in Lauterkeit zu wandeln (Psalm 26:1-3; 139:23, 24).

      „Einige wenige Namen“

      10. Welches ermutigende Merkmal fiel Jesus an der Versammlung in Sardes auf, und wie sollte uns das berühren?

      10 Die folgenden an die Versammlung in Sardes gerichteten Worte Jesu sind sehr ermunternd. Er sagt: „Dessenungeachtet hast du einige wenige Namen in Sardes, die ihre äußeren Kleider nicht befleckt haben, und sie werden mit mir in weißen Kleidern wandeln, weil sie würdig sind. Wer siegt, der wird so in weiße äußere Kleider gehüllt werden; und ich will seinen Namen keinesfalls aus dem Buch des Lebens auslöschen, sondern ich will seinen Namen vor meinem Vater und vor seinen Engeln bekennen“ (Offenbarung 3:4, 5). Rütteln uns diese Worte nicht auf, und stärken sie nicht unsere Entschlossenheit, treu zu sein? Aufgrund der Nachlässigkeit einer Ältestenschaft kann eine ganze Versammlung in tiefen geistigen Schlaf fallen. Doch einige wenige in der Versammlung trachten vielleicht mutig danach, ihre christliche Kennzeichnung rein und unbefleckt zu erhalten, und haben so weiterhin einen guten Namen bei Jehova (Sprüche 22:1).

      11, 12. (a) Wieso müssen einige selbst während des großen Abfalls den treuen ‘wenigen Namen’ in Sardes geglichen haben? (b) Welche Befreiung kam für die mit Weizen vergleichbaren Christen am Tag des Herrn?

      11 Ja, diese „äußeren Kleider“ kennzeichnen jemanden als einen gerechten Christen. (Vergleiche Offenbarung 16:15; 19:8.) Es muß für Jesus herzerfrischend gewesen sein, zu sehen, daß es in Sardes trotz der Gleichgültigkeit der großen Mehrheit einigen wenigen gesalbten Christen, ‘einigen wenigen Namen’, immer noch gelang, diese Kennzeichnung zu bewahren. Auch während der vielen Jahrhunderte des großen Abfalls, in denen angebliche Christen in Babylon der Großen, dem Weltreich der falschen Religion, aufgingen, muß es immer einige Personen gegeben haben, die trotz größten Widerstandes bemüht waren, den Willen Jehovas zu tun. Diese waren gerecht und glichen Weizen, der inmitten einer Unmenge von Scheinweizen, das heißt Sekten, verborgen war (Offenbarung 17:3-6; Matthäus 13:24-29).

      12 Jesus verhieß, er werde bei diesen mit Weizen vergleichbaren Christen „alle Tage bis zum Abschluß des Systems der Dinge“ sein. Er weiß, um wen es sich dabei handelt und welch einen guten Namen sie sich gemacht haben (Matthäus 28:20; Prediger 7:1). Stell dir die Freude dieser treuen „wenigen“ vor, die zu Beginn des Tages des Herrn noch am Leben waren! Sie wurden schließlich von der in geistiger Hinsicht toten Christenheit getrennt und in eine gerechte Versammlung eingesammelt, die mehr Ähnlichkeit mit der Versammlung in Smyrna hatte (Matthäus 13:40-43).

      13. Welche Segnungen stehen den gesalbten Christen in Aussicht, die „ihre äußeren Kleider nicht befleckt haben“?

      13 Für diejenigen in Sardes, die bis zum Ende treu sind und ihre christliche Kennzeichnung nicht beflecken, verwirklicht sich eine wunderbare Hoffnung. Nach der Aufrichtung des messianischen Königreiches Jesu im Jahre 1914 werden sie zu geistigem Leben auferweckt und als Sieger zum Zeichen ihrer einwandfreien, makellosen Gerechtigkeit in weiße äußere Kleider gehüllt. Da sie den eingeengten Weg gegangen sind, der zum Leben führt, werden sie sich eines ewigen Lohnes erfreuen (Matthäus 7:14; siehe auch Offenbarung 6:9-11).

      Für immer im Buch des Lebens

      14. Was ist das Buch des Lebens, und wessen Namen stehen darin?

      14 Was ist das „Buch des Lebens“, und wessen Namen werden darin bleiben? Mit dem Buch oder der Schriftrolle des Lebens ist das Verzeichnis der Diener Jehovas gemeint, die die Aussicht haben, ewiges Leben zu empfangen (Maleachi 3:16). An dieser Stelle der Offenbarung ist besonders von den Namen der gesalbten Christen die Rede. Aber auch die Namen derer, denen ewiges Leben auf der Erde in Aussicht steht, sind in diesem Buch festgehalten. Übrigens können Namen daraus ‘ausgetilgt’ werden (2. Mose 32:32, 33). Doch die Glieder der Johannes-Klasse, deren Namen bis zu ihrem Tod im Buch des Lebens bleiben, erhalten unvergängliches Leben im Himmel (Offenbarung 2:10). Insbesondere ihre Namen bekennt Jesus vor seinem Vater und vor seinen Engeln. Welch ein herrlicher Lohn!

      15. Wie erreichen es Glieder der großen Volksmenge, daß ihre Namen unauslöschlich in das Buch des Lebens eingetragen werden?

      15 Die Glieder der großen Volksmenge, deren Namen ebenfalls im Buch des Lebens stehen, werden lebend aus der großen Drangsal kommen. Wenn sie während der Tausendjahrherrschaft Jesu und in der darauf folgenden entscheidenden Prüfung Glauben ausüben, werden sie mit ewigem Leben im Paradies auf der Erde belohnt werden (Daniel 12:1; Offenbarung 7:9, 14; 20:15; 21:4). Ihre Namen werden dann unauslöschlich im „Buch des Lebens“ bleiben. Wenn du das kennenlernst, was hier durch heiligen Geist dargelegt wird, folgst du dann nicht begeistert der wiederholten Ermahnung: „Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt.“ (Offenbarung 3:6)?

      [Fußnote]

      a Siehe Wachtturm vom 15. Juli 2005 und 15. März 2005.

  • „Halte weiterhin fest, was du hast“
    Die Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!
    • Kapitel 12

      „Halte weiterhin fest, was du hast“

      PHILADELPHIA

      1. An die Versammlung in welcher Stadt war die sechste Botschaft Jesu gerichtet, und was bedeutet der Name der Stadt?

      BRÜDERLICHE ZUNEIGUNG — welch eine begehrenswerte Eigenschaft! Zweifellos hat Jesus diese Eigenschaft bei seiner sechsten Botschaft im Sinn, die sich an die Versammlung in Philadelphia richtet, denn dieser Name bedeutet „brüderliche Zuneigung“. Der betagte Johannes erinnert sich noch daran, wie Petrus vor mehr als 60 Jahren Jesus dreimal versicherte, daß er, Petrus, herzliche Zuneigung zu seinem Herrn hatte (Johannes 21:15-17). Bekunden die Christen in Philadelphia ihrerseits brüderliche Zuneigung? Das ist offensichtlich der Fall.

      2. Was für eine Stadt war Philadelphia, was für eine Versammlung gab es dort, und was sagt Jesus dem Engel dieser Versammlung?

      2 Fünfzig Kilometer südöstlich von Sardes (an der Stelle der heutigen türkischen Stadt Alaşehir) lag das Philadelphia der Tage des Johannes, eine ziemlich wohlhabende Stadt. Noch bemerkenswerter war jedoch die Wohlfahrt der dortigen Christenversammlung. Mit welch einer Freude muß sie den Diener Gottes aufgenommen haben, der wahrscheinlich von Sardes zu ihr kam! Die Botschaft, die er überbrachte, enthielt aufrüttelnden Rat. Doch zunächst hob sie die Autorität ihres erhabenen Absenders hervor. Sie beginnt wie folgt: „Und dem Engel der Versammlung in Philadelphia schreibe: Diese Dinge sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat, der öffnet, so daß niemand schließen wird, und schließt, so daß niemand öffnet“ (Offenbarung 3:7).

      3. Warum ist für Jesus die Bezeichnung „der Heilige“ passend, und inwiefern kann gesagt werden, daß er „der Wahrhaftige“ ist?

      3 Johannes hatte Petrus zu dem Menschen Jesus Christus sagen hören: „Du hast Worte ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt, daß du der Heilige Gottes bist“ (Johannes 6:68, 69). Da Jehova Gott der Inbegriff der Heiligkeit ist, muß sein einziggezeugter Sohn ebenfalls „heilig“ sein (Offenbarung 4:8). Jesus ist auch „wahrhaftig“. Das hier gebrauchte griechische Wort (alethinós) deutet Echtheit an. In diesem Sinne ist Jesus das wahre Licht und das wahre Brot, das vom Himmel herabkam (Johannes 1:9; 6:32). Er ist der wahre Weinstock (Johannes 15:1). Jesus ist auch in dem Sinne wahrhaftig, daß er vertrauenswürdig ist. Er sagt immer die Wahrheit. (Siehe Johannes 8:14, 17, 26.) Dieser Sohn Gottes ist tatsächlich würdig, als König und Richter zu dienen (Offenbarung 19:11, 16).

      Der „Schlüssel Davids“

      4, 5. Mit welchem Bund stand der „Schlüssel Davids“ in Zusammenhang?

      4 Jesus hat den „Schlüssel Davids“. Damit „öffnet [er], so daß niemand schließen wird, und schließt, so daß niemand öffnet“. Was ist dieser „Schlüssel Davids“?

      5 Mit König David von Israel schloß Jehova einen Bund für ein ewiges Königtum (Psalm 89:1-4, 34-37). Herrscher aus dem Haus Davids saßen von 1070 bis 607 v. u. Z. in Jerusalem auf dem Thron Jehovas. Aber dann wurde an diesem Königreich das Urteil Jehovas vollstreckt, weil es sich der Bosheit zugewandt hatte. So begann Jehova, seine Prophezeiung aus Hesekiel 21:27 zu erfüllen: „In Trümmer, Trümmer, Trümmer werde ich es [das irdische Jerusalem] legen. Auch was dies betrifft, es [das Zepter des Königtums in der Linie Davids] wird gewißlich niemandes werden, bis der kommt, der das gesetzliche Recht hat, und ihm will ich es geben.“

      6, 7. Wann und wie sollte derjenige erscheinen, der „das gesetzliche Recht hat“?

      6 Wann und wie würde derjenige erscheinen, der „das gesetzliche Recht hat“? Wie würde ihm das Zepter des Königtums Davids gegeben werden?

      7 Etwa 600 Jahre später wurde die jüdische Jungfrau Maria, eine Nachkommin König Davids, durch Gottes Geist schwanger. Gott sandte den Engel Gabriel zu ihr, um sie davon zu unterrichten, daß sie einen Sohn haben werde, der Jesus genannt werden solle. Gabriel fügte hinzu: „Dieser wird groß sein und wird Sohn des Höchsten genannt werden; und Jehova Gott wird ihm den Thron Davids, seines Vaters, geben, und er wird für immer als König über das Haus Jakob regieren, und sein Königreich wird kein Ende haben“ (Lukas 1:31-33).

      8. Inwiefern erwies sich Jesus als geeignet, das davidische Königtum zu erben?

      8 Jesus wurde im Jahre 29 u. Z. bei seiner Taufe im Jordan mit heiligem Geist gesalbt und zum König aus der Linie Davids designiert. Er bekundete beispielhaften Eifer im Predigen der guten Botschaft vom Königreich und beauftragte seine Jünger, ebenfalls zu predigen (Matthäus 4:23; 10:7, 11). Jesus demütigte sich sogar bis zum Tod an einem Marterpfahl und bewies so, daß er völlig geeignet war, das davidische Königtum zu erben. Jehova auferweckte ihn als einen unsterblichen Geist und erhöhte ihn zu seiner Rechten im Himmel. Dort erbte er alle mit dem davidischen Königtum verbundenen Rechte. Zur bestimmten Zeit würde er von seinem Recht Gebrauch machen, „zur Unterwerfung inmitten ... [seiner] Feinde“ zu schreiten (Psalm 110:1, 2; Philipper 2:8, 9; Hebräer 10:13, 14).

      9. Inwiefern gebraucht Jesus den Schlüssel Davids, um zu öffnen und um zu schließen?

      9 In der Zwischenzeit erschloß Jesus mit dem Schlüssel Davids Gelegenheiten und Vorrechte in Verbindung mit dem Königreich Gottes. Jehova befreite nun durch Jesus gesalbte Christen auf der Erde „von der Gewalt der Finsternis“ und versetzte sie „in das Königreich des Sohnes seiner Liebe“ (Kolosser 1:13, 14). Der Schlüssel wird auch dazu benutzt, solche Vorrechte all denen zu versagen, die sich als untreu erweisen (2. Timotheus 2:12, 13). Da dieser bleibende Erbe des Königreiches Davids die Unterstützung Jehovas hat, kann ihn kein Geschöpf daran hindern, diese Aufgaben zu erfüllen. (Vergleiche Matthäus 28:18-20.)

      10. Welche Ermunterung läßt Jesus der Versammlung in Philadelphia zukommen?

      10 Die an die Christen in Philadelphia gerichteten Worte Jesu müssen besonders tröstend sein, da sie aus einer solch autoritativen Quelle stammen. Er lobt sie mit den Worten: „Ich kenne deine Taten — siehe, ich habe eine geöffnete Tür vor dich gestellt, die niemand schließen kann — und weiß, daß du eine kleine Kraft hast, und du hast mein Wort bewahrt und dich meinem Namen gegenüber nicht als falsch erwiesen“ (Offenbarung 3:8). Die Versammlung ist tätig, und vor ihr ist eine Tür geöffnet worden — zweifellos eine Tür zu Gelegenheiten des Dienstes für Gott. (Vergleiche 1. Korinther 16:9; 2. Korinther 2:12.) Jesus ermuntert daher die Versammlung, die Gelegenheit zu predigen voll zu nutzen. Sie hat ausgeharrt und gezeigt, daß sie genügend Kraft hat, mit der Hilfe des Geistes Gottes im Dienst Jehovas weitere „Taten“ zu vollbringen (2. Korinther 12:10; Sacharja 4:6). Sie hat den Geboten Jesu gehorcht und Christus nicht verleugnet, weder in Worten noch durch Handlungen.

      „Vor dir werden sie sich niederbeugen“

      11. Welchen Segen verheißt Jesus den Christen, und wie erfüllt sich das?

      11 Daher verheißt ihnen Jesus Früchte: „Siehe! Ich will die aus der Synagoge des Satans geben, die sagen, sie seien Juden, und doch sind sie es nicht, sondern lügen — siehe, ich will sie veranlassen, zu kommen und vor deinen Füßen zu huldigen, und sie wissen lassen, daß ich dich geliebt habe“ (Offenbarung 3:9). Wie die Versammlung in Smyrna hat wahrscheinlich auch die Versammlung in Philadelphia Schwierigkeiten mit den einheimischen Juden gehabt. Jesus bezeichnet diese als die „Synagoge des Satans“. Dennoch sind zumindest einige der Juden im Begriff zu erkennen, daß es sich bei dem, was die Christen über Jesus predigen, um die Wahrheit handelt. Ihr ‘Huldigen’ erfolgt wahrscheinlich in der von Paulus in 1. Korinther 14:24, 25 beschriebenen Weise, so daß sie tatsächlich bereuen und Christen werden, da sie Jesu große Liebe zu seinen Jüngern voll und ganz erkennen, die dadurch zum Ausdruck kam, daß er sogar seine Seele für sie gab (Johannes 15:12, 13).

      12. Warum wären Glieder der jüdischen Synagoge in Philadelphia wahrscheinlich erstaunt gewesen, zu erfahren, daß einige von ihnen der christlichen Gemeinde am Ort „huldigen“ sollten?

      12 Angehörige der jüdischen Synagoge in Philadelphia wären wahrscheinlich überrascht zu erfahren, daß einige von ihnen der christlichen Gemeinde am Ort huldigen sollten. Angesichts dessen, daß es in dieser Versammlung zweifellos viele Nichtjuden gibt, würden sie genau das Gegenteil erwarten. Warum? Weil Jesaja prophezeite: „[Nichtjüdische] Könige sollen Pfleger für dich [das Volk Israel] werden und ihre Fürstinnen Ammen für dich. Mit dem Angesicht zur Erde werden sie sich vor dir niederbeugen“ (Jesaja 49:23; 45:14; 60:14). Sacharja schrieb unter Inspiration etwas Ähnliches: „Es wird in jenen Tagen sein, daß zehn Männer aus allen Sprachen der Nationen ergreifen, ja sie werden tatsächlich den Rocksaum eines Mannes ergreifen, der ein Jude ist, indem sie sprechen: ‚Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, daß Gott mit euch ist‘ “ (Sacharja 8:23). Ja, Nichtjuden sollten sich vor Juden niederbeugen, nicht umgekehrt.

      13. Wer waren die Juden, die eine Erfüllung der an das Volk Israel gerichteten Prophezeiungen erleben würden?

      13 Diese Prophezeiungen waren an Gottes auserwähltes Volk gerichtet. Als sie geäußert wurden, nahm das fleischliche Israel noch diese ehrenvolle Stellung ein. Als die jüdische Nation aber den Messias verwarf, wurde sie von Jehova verworfen (Matthäus 15:3-9; 21:42, 43; Lukas 12:32; Johannes 1:10, 11). Zu Pfingsten 33 u. Z. erwählte er an ihrer Stelle das wahre Israel Gottes, die Christenversammlung. Ihre Glieder sind die geistigen Juden, die wirklich eine Beschneidung des Herzens aufweisen (Apostelgeschichte 2:1-4, 41, 42; Römer 2:28, 29; Galater 6:16). Danach gab es für fleischliche Juden keine andere Möglichkeit, wieder in ein begünstigtes Verhältnis zu Jehova zu kommen, als die, an Jesus, den Messias, zu glauben (Matthäus 23:37-39). Einige in Philadelphia waren offensichtlich im Begriff, diesen Glauben zu bekunden.a

      14. Welche bemerkenswerte Erfüllung haben die Prophezeiungen aus Jesaja 49:23 und Sacharja 8:23 in der Neuzeit?

      14 In der heutigen Zeit erfüllen sich Prophezeiungen wie Jesaja 49:23 und Sacharja 8:23 auf bemerkenswerte Weise. Zufolge der Predigttätigkeit der Johannes-Klasse sind sehr viele Menschen durch die geöffnete Tür in den Dienst des Königreiches getreten.b Die meisten kommen aus der Christenheit, deren Religionsgemeinschaften fälschlicherweise behaupten, das geistige Israel zu sein. (Vergleiche Römer 9:6.) Sie waschen als große Volksmenge ihre Gewänder und machen sie weiß, indem sie Glauben an das Opferblut Jesu ausüben (Offenbarung 7:9, 10, 14). Da sie sich der Königreichsherrschaft Christi gehorsam unterwerfen, hoffen sie, hier auf der Erde die Segnungen des Königreiches zu erben. Sie kommen zu Jesu gesalbten Brüdern und beugen sich in geistigem Sinne vor ihnen nieder, weil ‘sie gehört haben, daß Gott mit ihnen ist’. Sie dienen diesen Gesalbten, mit denen sie zu einer weltweiten Bruderschaft vereint werden (Matthäus 25:34-40; 1. Petrus 5:9).

      „Die Stunde der Erprobung“

      15. (a) Was verhieß Jesus den Christen in Philadelphia, und wozu wurden sie ermuntert? (b) Auf den Empfang welcher „Krone“ freuten sich diese Christen?

      15 Jesus sagt weiter: „Weil du das Wort über mein Ausharren bewahrt hast, will ich auch dich bewahren vor der Stunde der Erprobung, die über die ganze bewohnte Erde kommen soll, um die auf die Probe zu stellen, die auf der Erde wohnen. Ich komme eilends. Halte weiterhin fest, was du hast, damit niemand deine Krone nehme“ (Offenbarung 3:10, 11). Obwohl die Christen zur Zeit des Johannes nicht den Tag des Herrn (der 1914 begann) erlebten, gab ihnen die Zuversicht, daß Jesus kommen werde, die Kraft, weiterhin zu predigen (Offenbarung 1:10; 2. Timotheus 4:2). Im Himmel wartete die „Krone“ oder der Preis des ewigen Lebens auf sie (Jakobus 1:12; Offenbarung 11:18). Wenn sie bis in den Tod treu waren, konnte sie niemand um diese Belohnung bringen (Offenbarung 2:10).

      16, 17. (a) Was ist die „Stunde der Erprobung, die über die ganze bewohnte Erde kommen soll“? (b) In welchem Zustand befanden sich die Gesalbten zu Beginn „der Stunde der Erprobung“?

      16 Was ist aber die „Stunde der Erprobung“? Über jene Christen in Asien ging zweifellos eine weitere schreckliche Welle der Verfolgung seitens des römischen Imperiums hinweg.c Doch die größere Erfüllung begann mit der Stunde des Sichtens und Richtens, die schließlich am Tag des Herrn anbrach und seit 1918 ihrem Höhepunkt zustrebt. Die Erprobung zeigt, ob der einzelne für Gottes aufgerichtetes Königreich oder für die Welt Satans ist. Sie dauert zwar eine verhältnismäßig kurze Zeit — eine „Stunde“ —, aber sie ist noch nicht zu Ende. Und bis dahin dürfen wir nie vergessen, daß wir in der „Stunde der Erprobung“ leben (Lukas 21:34-36).

      17 Wie jene standhafte Versammlung in Philadelphia mußte die Johannes-Klasse, die gesalbten Christen, im Jahre 1918 der Gegnerschaft der neuzeitlichen „Synagoge des Satans“ ins Auge sehen. Religiöse Führer der Christenheit, die vorgaben, geistige Juden zu sein, veranlaßten die Herrscher auf verschlagene Weise, wahre Christen zu unterdrücken. Dennoch waren diese sehr bemüht, ‘das Wort über das Ausharren Jesu zu bewahren’; so überstanden sie mit geistiger Hilfe — einer bedeutsamen kleinen Kraft — diese Zeit und wurden dann angespornt, durch die Tür einzutreten, die sich nun vor ihnen auftat. Auf welche Weise?

      „Eine geöffnete Tür“

      18. Wen setzte Jesus im Jahre 1919 ein, und inwiefern glich dieser dadurch dem treuen Verwalter Hiskias?

      18 Im Jahre 1919 erfüllte Jesus sein Versprechen und erkannte die kleine Gruppe aufrichtiger gesalbter Christen als seinen „treuen und verständigen Sklaven“ an (Matthäus 24:45-47). Sie traten sozusagen in ein Vorrecht ein, das demjenigen glich, dessen sich der treue Verwalter Eljakim zur Zeit König Hiskias erfreute.d Jehova sagte von Eljakim: „Ich will den Schlüssel des Hauses Davids auf seine Schulter legen, und er soll öffnen, ohne daß jemand schließt, und er soll schließen, ohne daß jemand öffnet.“ Eljakim übernahm eine schwere Verantwortung zugunsten Hiskias, des königlichen Sohnes Davids. Auch der gesalbten Johannes-Klasse ist heute der „Schlüssel des Hauses Davids“ auf die Schulter gelegt worden, indem ihr die irdischen Interessen des messianischen Königreiches anvertraut worden sind. Jehova hat seine Diener für dieses Vorrecht dadurch gestärkt, daß er ihre „kleine Kraft“ zu einer dynamischen Energie gesteigert hat, die für ein gewaltiges weltweites Zeugnis ausreicht (Jesaja 22:20, 22; 40:29).

      19. Wie ging die Johannes-Klasse mit der Verantwortung um, die ihr Jesus 1919 übertrug, und was war die Folge?

      19 Von 1919 an machte sich der gesalbte Überrest, dem Beispiel Jesu folgend, tatkräftig daran, die gute Botschaft vom Königreich weit und breit zu verkündigen (Matthäus 4:17; Römer 10:18). Daraufhin kamen einige von der neuzeitlichen Synagoge des Satans, der Christenheit, zum gesalbten Überrest, bereuten und ‘beugten sich nieder’, indem sie die Autorität des Sklaven anerkannten. In Gemeinschaft mit den älteren Gliedern der Johannes-Klasse dienten auch sie Jehova. So wurde die Vollzahl der gesalbten Brüder Jesu eingesammelt. Danach kam „eine große Volksmenge ... aus allen Nationen“ und ‘beugte sich’ vor dem gesalbten Sklaven ‘nieder’ (Offenbarung 7:3, 4, 9). Der Sklave und die große Volksmenge dienen gemeinsam als die e i n e Herde von Zeugen Jehovas.

      20. Warum müssen Jehovas Zeugen heute einen besonders starken Glauben haben und im Dienst Gottes besonders aktiv sein?

      20 Jehovas Zeugen, die wie die Christen in Philadelphia durch ein Band echter brüderlicher Zuneigung vereint sind, wissen heute, daß ihr Predigtwerk dringend verrichtet werden muß. Bald wird die große Drangsal Satans verderbter Welt ein Ende bereiten. Möge dann jeder von uns einen starken Glauben aufweisen und im Dienst Gottes als tätig befunden werden, damit unser Name nicht aus Jehovas Buch des Lebens ausgelöscht wird (Offenbarung 7:14). Nehmen wir den Rat, den Jesus der Versammlung in Philadelphia erteilte, sehr ernst, und halten wir an unseren Dienstvorrechten fest, damit wir den Lohn, das ewige Leben, erlangen.

      Die Segnungen für die Sieger

      21. Wie haben gesalbte Christen heute ‘das Wort über Jesu Ausharren bewahrt’, und was steht ihnen in Aussicht?

      21 Die heutige Johannes-Klasse hat ‘das Wort über Jesu Ausharren bewahrt’, das heißt, sie hat das Beispiel Jesu nachgeahmt und ausgeharrt (Hebräer 12:2, 3; 1. Petrus 2:21). Daher ist sie durch Jesu weitere Worte an die Versammlung in Philadelphia sehr ermuntert worden: „Wer siegt — ihn will ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen, und er wird auf keinen Fall mehr aus ihm hinausgehen“ (Offenbarung 3:12a).

      22. (a) Was ist der Tempel des Gottes Jesu? (b) Wie werden gesalbte Christen, die siegen, zu Säulen in diesem Tempel gemacht?

      22 Welch ein Vorrecht ist es doch, eine Säule im Tempel Jehovas zu sein! Im alten Jerusalem war der Tempel der Mittelpunkt der Anbetung Jehovas. Im „Allerheiligsten“ des Tempels brachte der Hohepriester einmal im Jahr das Blut der Opfertiere vor dem übernatürlichen Licht dar, das die Gegenwart Jehovas darstellte (Hebräer 9:1-7). Bei der Taufe Jesu kam ein anderer Tempel ins Dasein — eine große geistige, tempelgleiche Einrichtung, die der Anbetung Jehovas dient. Das Allerheiligste dieses Tempels befindet sich im Himmel, wo Jesus ordnungsgemäß „vor der Person Gottes“ erschien (Hebräer 9:24). Jesus ist der Hohepriester, und es ist nur e i n Opfer zur vollständigen Bedeckung von Sünden dargebracht worden: das vergossene Blut des vollkommenen Menschen Jesus (Hebräer 7:26, 27; 9:25-28; 10:1-5, 12-14). Solange gesalbte Christen treu bleiben, dienen sie auf der Erde als Unterpriester in den irdischen Vorhöfen dieses Tempels (1. Petrus 2:9). Aber wenn sie gesiegt haben, betreten auch sie das himmlische Allerheiligste und werden wie Säulen unveränderliche Stützen der mit einem Tempel vergleichbaren Einrichtung, die der Anbetung dient (Hebräer 10:19; Offenbarung 20:6). Es besteht nicht die Gefahr, daß sie diesen Tempel verlassen, denn sie werden „auf keinen Fall mehr aus ihm hinausgehen“.

      23. (a) Welche weitere Verheißung gibt Jesus gesalbten Christen, die siegen? (b) Was ist dadurch zu erkennen, daß der Name Jehovas und der Name des neuen Jerusalem auf christliche Sieger geschrieben werden?

      23 Jesus sagt weiter: „Und ich will den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das von meinem Gott aus dem Himmel herabkommt, und diesen meinen neuen Namen auf ihn schreiben“ (Offenbarung 3:12b). Ja, auf diese Sieger wird der Name Jehovas geschrieben — der Name ihres Gottes und des Gottes Jesu. Das zeigt deutlich, daß Jehova und Jesus zwei getrennte Personen sind und nicht zwei Teile eines dreieinigen Gottes oder einer Dreifaltigkeit (Johannes 14:28; 20:17). Die ganze Schöpfung soll erkennen, daß diese Gesalbten Jehova gehören. Sie sind seine Zeugen. Auch wird auf sie der Name des neuen Jerusalem geschrieben, der himmlischen Stadt, die aus dem Himmel in dem Sinne herabkommt, daß sie ihre wohltuende Herrschaft über alle treuen Menschen ausdehnt (Offenbarung 21:9-14). Alle schafähnlichen Christen auf der Erde werden so auch erkennen, daß diese gesalbten Sieger Bürger des Königreiches, des himmlischen Jerusalem, sind (Psalm 87:5, 6; Matthäus 25:33, 34; Philipper 3:20; Hebräer 12:22).

      24. Was stellt der neue Name Jesu dar, und wie wird er auf treue gesalbte Christen geschrieben?

      24 Schließlich wird auch Jesu neuer Name auf die gesalbten Überwinder geschrieben. Dieser Name bezieht sich auf Jesu neues Amt und die ihm von Jehova gewährten einzigartigen Vorrechte (Philipper 2:9-11; Offenbarung 19:12). Niemand sonst kennt diesen Namen, das heißt, niemand sonst macht diese Erfahrungen oder wird mit diesen Vorrechten betraut. Doch wenn Jesus seinen Namen auf seine treuen Brüder schreibt, kommen sie im himmlischen Bereich in ein vertrautes Verhältnis zu ihm und haben sogar an seinen Vorrechten teil (Lukas 22:29, 30). Kein Wunder, daß Jesus seine Botschaft an diese Gesalbten mit der erneuten Aufforderung abschließt: „Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt“ (Offenbarung 3:13).

      25. Wie kann heute jeder Christ die Grundsätze anwenden, auf denen der Rat beruht, den Jesus der Versammlung in Philadelphia erteilte?

      25 Welch große Ermunterung diese Botschaft für die treuen Christen in Philadelphia gewesen sein muß! Und sie enthält bestimmt auch eine nachdrückliche Lehre für die Johannes-Klasse in der heutigen Zeit, am Tag des Herrn. Aber ihre Grundsätze sind für jeden Christen wichtig, ganz gleich, ob er zu den Gesalbten oder zu den anderen Schafen gehört (Johannes 10:16). Jeder von uns täte gut, wie jene Christen in Philadelphia ständig Königreichsfrüchte hervorzubringen. Wir alle haben zumindest eine kleine Kraft. Jeder von uns kann im Dienst Jehovas etwas tun. Gebrauchen wir diese Kraft! Seien wir wachsam, um durch jede Tür einzutreten, die sich uns im Hinblick auf vermehrte Königreichsvorrechte auftut. Wir können sogar zu Jehova beten, daß er eine solche Tür öffnet (Kolosser 4:2, 3). Wenn wir Jesu Beispiel des Ausharrens nachahmen und wir uns seinem Namen gegenüber als wahr erweisen, zeigen wir, daß auch wir ein Ohr haben, um zu hören, was Gottes heiliger Geist den Versammlungen sagt.

      [Fußnoten]

      a Zur Zeit des Paulus wurde Sosthenes, der Vorsteher der jüdischen Synagoge in Korinth, ein Christ (Apostelgeschichte 18:17; 1. Korinther 1:1).

      b Die von der Johannes-Klasse veröffentlichte Zeitschrift Der Wachtturm hebt ständig die Dringlichkeit hervor, diese Gelegenheit zu ergreifen und sich soweit wie möglich am Predigtwerk zu beteiligen; siehe zum Beispiel die Artikel „Die Herrlichkeit Jehovas sollen alle verkünden“ und „,Ihr Schall ist zur ganzen Erde ausgegangen‘“ in der Ausgabe vom 1. Januar 2004. In dem Artikel „Gesegnet sind alle, die Gott verherrlichen“ in der Ausgabe vom 1. Juni 2004 wurde Nachdruck darauf gelegt, durch eine „geöffnete Tür“ in den Vollzeitdienst einzutreten. Im Jahre 2005 berichteten in einem Monat 1 093 552 Pioniere, die diesen Dienst verrichteten, was eine Höchstzahl darstellte.

      c In der Cyclopedia von McClintock und Strong (Band X, Seite 519) wird berichtet: „Die Reichsherrscher wurden aufgrund der Unruhen unter der Bevölkerung gezwungen, vom Christentum Kenntnis zu nehmen, Unruhen, zu denen Heidenpriester anstifteten, die mit Schrecken die bemerkenswerten Fortschritte dieses Glaubens beobachtet hatten, und Trajan [98 bis 117 u. Z.] sah sich daraufhin veranlaßt, durch Edikte die allmähliche Unterdrückung der neuen Lehre anzuordnen, die die Menschen zu Götterhassern machte. Die Herrschaft Plinius’ des Jüngeren als Statthalter von Bithynien [das im Süden an die römische Provinz Asien grenzte] war von Schwierigkeiten überschattet, die sich aus der schnellen Ausbreitung des Christentums und dem dadurch ausgelösten Zorn der heidnischen Bevölkerung in seiner Provinz ergaben.“

      d Der Name Hiskia bedeutet „Jehova stärkt“. Siehe 2. Könige 16:20, Fußnote, Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift — mit Studienverweisen.

  • „Halte weiterhin fest, was du hast“
    Die Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!
    • [Kasten auf Seite 63]

      Vielen helfen, sich niederzubeugen

      Von den 144 000 Gesalbten, die das himmlische Königreich erben sollen, hat offensichtlich ein Überrest — die Johannes-Klasse — von weniger als 9 000 seinen irdischen Lauf noch nicht vollendet. Die große Volksmenge ist indes auf mehr als 6 600 000 angewachsen (Offenbarung 7:4, 9). Was hat zu dieser ungeheuren Mehrung beigetragen? Einen großen Anteil haben die verschiedenen von Jehovas Zeugen eingerichteten Schulen. In krassem Gegensatz zu den Seminaren der Christenheit, auf denen weltliche Philosophien gelehrt werden und die Bibel herabgewürdigt wird, vermitteln die Schulen der Zeugen einen festen Glauben an Gottes Wort. Sie zeigen, wie die Bibel praktisch anzuwenden ist, was ein sittlich reines Leben und ergebenen Dienst für Gott anbelangt. Seit 1943 findet im Königreichssaal jeder Versammlung der Zeugen Jehovas eine Theokratische Predigtdienstschule statt. Diese Schule, die sich an ein einheitliches biblisches Schulungsprogramm hält, wird allwöchentlich von Millionen besucht.

      Seit 1959 führen Jehovas Zeugen auch Kurse der Königreichsdienstschule durch, in denen Versammlungsälteste und Dienstamtgehilfen geschult werden. Seit 1977 sind in den Pionierdienstschulen Hunderttausende Brüder und Schwestern geschult worden, die mit einem wahrhaft philadelphischen Geist als Vollzeitdiener Jehova im Predigtwerk dienen. Im Jahre 1987 begann die Schule zur dienstamtlichen Weiterbildung, in der männliche Zeugen für besondere Aufgaben im weltweiten Feld geschult werden.

      Herausragend unter den von Jehovas Zeugen eingerichteten Schulen ist die Wachtturm-Bibelschule Gilead. Seit 1943 absolvieren fast jedes Jahr zwei Gruppen Studenten diese Missionarschule im Staat New York. Insgesamt sind bisher über 7 000 Diener Jehovas für den Missionardienst im Ausland ausgebildet worden. Absolventen dieser Schule haben in mehr als hundert Ländern gedient; durch sie wurde in vielen Ländern das Königreichswerk eröffnet. Nach etwa 60 Jahren sind viele der ersten Missionare immer noch tätig; zusammen mit neueren Missionaren haben sie einen Anteil daran, die weltweite Ausdehnung der Organisation Jehovas voranzutreiben. Und welch wunderbare Ausdehnung ist doch erzielt worden!

      [Übersicht auf Seite 64]

      Im Jahre 1919 öffnete der regierende König Jesus eine Tür der Gelegenheit zum christlichen Dienst. Immer mehr ergebene Christen haben diese Gelegenheit wahrgenommen.

      Jahr Länder, Christen, Voll-

      in denen die sich zeit-

      gepredigt am Predigen predigere

      wurde beteiligtenf

      1918 14 3 868 591

      1928 32 23 988 1 883

      1938 52 47 143 4 112

      1948 96 230 532 8 994

      1958 175 717 088 23 772

      1968 200 1 155 826 63 871

      1978 205 2 086 698 115 389

      1988 212 3 430 926 455 561

      1998 233 5 544 059 698 781

      2005 235 6 390 022 843 234

      [Fußnoten]

      e Die obigen Zahlen sind Monatsdurchschnitte.

      f Die obigen Zahlen sind Monatsdurchschnitte.

      [Übersicht auf Seite 65]

      Die Tätigkeit der Zeugen Jehovas zeugt von Ganzherzigkeit. Man beachte zum Beispiel die vielen Stunden, die sie für das Predigen und Lehren aufwandten, und die hohe Zahl kostenloser Bibelstudien, die sie in den Wohnungen der Menschen durchführten.

      Jahr Für das Predigen Bibelstudien

      aufgewandte (monatlicher

      Stunden (jähr- Durchschnitt)

      liche Gesamtzahl)

      1918 19 116 Kein Bericht

      1928 2 866 164 Kein Bericht

      1938 10 572 086 Kein Bericht

      1948 49 832 205 130 281

      1958 110 390 944 508 320

      1968 208 666 762 977 503

      1978 307 272 262 1 257 084

      1988 785 521 697 3 237 160

      1998 1 186 666 708 4 302 852

      2005 1 278 235 504 6 061 534

  • Kaufe durch Feuer geläutertes Gold
    Die Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!
    • Kapitel 13

      Kaufe durch Feuer geläutertes Gold

      LAODICEA

      1, 2. Wo befindet sich die letzte der sieben Versammlungen, für die eine Botschaft des verherrlichten Jesus bestimmt war, und welches sind einige Merkmale der Stadt?

      IN Laodicea befindet sich die letzte der sieben Versammlungen, für die eine Botschaft des auferweckten Jesus bestimmt ist. Und welch einen anregenden Aufschluß sie vermittelt, Aufschluß, der den Empfängern die Augen öffnen soll!

      2 Die Ruinen von Laodicea findet man heute in der Nähe von Denizli, etwa 90 Kilometer südöstlich von Alaşehir. Im ersten Jahrhundert galt Laodicea als eine wohlhabende Stadt. Am Knotenpunkt bedeutender Handelsstraßen gelegen, war es ein Zentrum des Bankwesens und des Handels. Zum Wohlstand trug der Verkauf einer bekannten Augensalbe bei. Außerdem war die Stadt für die Fertigung hochwertiger Kleider aus vorzüglicher schwarzer Wolle bekannt. Dem Wassermangel, einem großen Problem für Laodicea, hatte man durch eine Wasserleitung abgeholfen, mit deren Hilfe man aus beträchtlicher Entfernung Wasser von heißen Quellen herbeischaffte. Doch wenn das Wasser in der Stadt eintraf, war es nur noch lauwarm.

      3. Wie beginnt Jesus seine Botschaft an die Versammlung in Laodicea?

      3 Laodicea lag unweit von Kolossä. Als Paulus an die Kolosser schrieb, erwähnte er eine Botschaft, die er den Laodicenern gesandt hatte (Kolosser 4:15, 16). Was Paulus in diesem Brief schrieb, wissen wir nicht. Jesu Botschaft an die Laodicener zeigt jedoch, daß sie in einen jämmerlichen geistigen Zustand geraten waren. Wie gewöhnlich macht Jesus zuerst Angaben über seine Person, indem er sagt: „Und dem Engel der Versammlung in Laodicea schreibe: Diese Dinge sagt der Amen, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes“ (Offenbarung 3:14).

      4. Inwiefern ist Jesus der „Amen“?

      4 Warum bezeichnet sich Jesus als „Amen“? Dieser Titel verleiht seiner Botschaft rechtliche Bedeutung. „Amen“ ist die Transliteration eines hebräischen Wortes, das „gewißlich“, „so sei es“ bedeutet und am Ende von Gebeten gebraucht wird, um die darin zum Ausdruck gebrachten Gedanken zu bestätigen (1. Korinther 14:16). Jesus ist der „Amen“, weil die Erfüllung aller kostbaren Verheißungen Jehovas durch seine makellose Lauterkeit und seinen Opfertod bestätigt und garantiert wird (2. Korinther 1:20). Alle Gebete werden seither passenderweise durch Jesus an Jehova gerichtet (Johannes 15:16; 16:23, 24).

      5. In welcher Hinsicht ist Jesus „der treue und wahrhaftige Zeuge“?

      5 Jesus ist auch „der treue und wahrhaftige Zeuge“. In Prophezeiungen wird er häufig mit Treue, Wahrheit und Gerechtigkeit in Verbindung gebracht, denn er ist als Diener Jehovas völlig vertrauenswürdig (Psalm 45:4; Jesaja 11:4, 5; Offenbarung 1:5; 19:11). Er ist der größte Zeuge für Jehova. Ja, als „der Anfang der Schöpfung Gottes“ hat Jesus von allem Anfang an Gottes Herrlichkeit verkündet (Sprüche 8:22-30). Als Mensch auf der Erde legte er für die Wahrheit Zeugnis ab (Johannes 18:36, 37; 1. Timotheus 6:13). Nach seiner Auferstehung verhieß er seinen Jüngern heiligen Geist und sagte zu ihnen: „Ihr werdet Zeugen von mir sein sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis zum entferntesten Teil der Erde.“ Von Pfingsten 33 u. Z. an leitete Jesus diese gesalbten Christen beim Predigen der guten Botschaft „in der ganzen Schöpfung, die unter dem Himmel ist“ (Apostelgeschichte 1:6-8; Kolosser 1:23). Jesus verdient es, der treue und wahrhaftige Zeuge genannt zu werden. Es wäre den gesalbten Christen in Laodicea zum Nutzen, auf seine Worte zu hören.

      6. (a) Wie beschreibt Jesus den geistigen Zustand der Versammlung in Laodicea? (b) Welches vortreffliche Beispiel, das Jesus gab, haben die Christen in Laodicea nicht nachgeahmt?

      6 Welche Botschaft hat Jesus für die Laodicener? Er hat kein Wort des Lobes. Unumwunden sagt er ihnen: „Ich kenne deine Taten, daß du weder kalt noch heiß bist. Ich wünschte, du wärst kalt oder heiß. Weil du nun lau bist und weder heiß noch kalt, werde ich dich aus meinem Mund ausspeien“ (Offenbarung 3:15, 16). Wie würdest du auf eine solche Botschaft von dem Herrn Jesus Christus reagieren? Würdest du nicht aufwachen und dich überprüfen? Bestimmt müssen sich die Laodicener zusammennehmen, denn sie sind geistig träge geworden und betrachten offensichtlich zu vieles als selbstverständlich. (Vergleiche 2. Korinther 6:1.) Jesus, den sie als Christen nachahmen sollten, bekundet stets Feuereifer für Jehova und seinen Dienst (Johannes 2:17). Sanftmütige haben überdies festgestellt, daß er immer gütig und mild gewesen ist — so erfrischend wie ein Becher kühlen Wassers an einem schwülen, heißen Tag (Matthäus 11:28, 29). Aber die Christen in Laodicea sind weder heiß noch kalt. Wie das Wasser, das in ihre Stadt geleitet wird, sind sie gleichsam lauwarm, das heißt, sie sind lau geworden. Es ist durchaus möglich, daß sie von Jesus verworfen, ‘aus seinem Munde ausgespien’ werden. Seien wir daher unsererseits immer ebenso eifrig wie Jesus bestrebt, andere geistig zu erfrischen (Matthäus 9:35-38).

      „Du sagst: ‚Ich bin reich‘ “

      7. (a) Was ist nach Jesu Worten die Wurzel des Problems der Christen in Laodicea? (b) Warum sagt Jesus, Laodicener Christen seien „blind und nackt“?

      7 Was ist die eigentliche Wurzel des Problems der Laodicener? Die folgenden Worte Jesu vermitteln uns einen guten Einblick: „Weil du sagst: ‚Ich bin reich und habe Reichtum erworben und benötige gar nichts‘, du aber nicht weißt, daß du elend und bemitleidenswert und arm und blind und nackt bist“ (Offenbarung 3:17; vergleiche Lukas 12:16-21). Da sie in einer wohlhabenden Stadt leben, fühlen sie sich aufgrund ihres Reichtums sicher. Wahrscheinlich macht sich der Einfluß, den das Stadion, das Theater und die Gymnasien auf ihre Lebensweise haben, darin bemerkbar, daß sie „die Vergnügungen mehr lieben als Gott“a (2. Timotheus 3:4). Die in materieller Hinsicht reichen Laodicener sind geistig verarmt. Sie haben nur wenige ‘Schätze im Himmel aufgehäuft’, wenn überhaupt welche (Matthäus 6:19-21). Auch haben sie kein lauteres Auge bewahrt, da sie Gottes Königreich nicht an die erste Stelle in ihrem Leben setzen. Sie befinden sich tatsächlich in Finsternis, sind blind und haben keine geistige Vision (Matthäus 6:22, 23, 33). Außerdem sind sie trotz der vorzüglichen Kleider, die sie sich vielleicht aufgrund ihres materiellen Wohlstandes kaufen konnten, in den Augen Jesu nackt. Sie besitzen keine geistigen Kleider, die sie als Christen kennzeichnen. (Vergleiche Offenbarung 16:15.)

      8. (a) Inwiefern besteht heute eine ähnliche Situation wie in Laodicea? (b) Inwiefern betrügen sich in der heutigen habgierigen Welt einige Christen selbst?

      8 Welch ein erschreckender Zustand! Beobachten wir aber heutzutage nicht oft eine ähnliche Situation? Worin besteht die grundlegende Ursache? In einer Selbstzufriedenheit, die dem Vertrauen auf materiellen Besitz und menschliche Mittel entspringt. Wie Kirchgänger der Christenheit betrügen sich einige Glieder des Volkes Jehovas selbst, wenn sie meinen, Gott durch den gelegentlichen Besuch der Zusammenkünfte gefallen zu können. Sie versuchen, als bloße Schein-„Täter des Wortes“ durchzukommen (Jakobus 1:22). Trotz wiederholter Warnungen der Johannes-Klasse hängen sie ihr Herz an schicke Kleider, Wagen und Wohnungseinrichtungen, und ihr Leben dreht sich hauptsächlich um Entspannung und Vergnügen (1. Timotheus 6:9, 10; 1. Johannes 2:15-17). Das führt zu einer Abstumpfung des geistigen Wahrnehmungsvermögens (Hebräer 5:11, 12). Statt lau und lustlos zu sein, sollten sie das „Feuer des Geistes“ wieder anfachen und mit erfrischendem Eifer ‘das Wort predigen’ (1. Thessalonicher 5:19; 2. Timotheus 4:2, 5).

      9. (a) Welche Worte Jesu sollten laue Christen aufrütteln, und warum? (b) Wie kann abgeirrten „Schafen“ durch die Versammlung geholfen werden?

      9 Was hält Jesus von lauen Christen? Seine ungeschminkten Worte sollten sie aufrütteln: „Du ... weißt [nicht], daß du elend und bemitleidenswert und arm und blind und nackt bist.“ Ihr Gewissen ist so weit abgestumpft, daß sie sich nicht einmal ihres erschreckenden Zustandes bewußt sind. (Vergleiche Sprüche 16:2; 21:2.) Diese schwerwiegende Situation in der Versammlung ist nicht leichthin abzutun. Vielleicht können Älteste und andere von ihnen Beauftragte diese abgeirrten „Schafe“ durch vorbildlichen Eifer und liebevolle Hirtentätigkeit aufwecken, damit sie wieder wie früher die Freude verspüren, die ganzherziger Dienst mit sich bringt (Lukas 15:3-7).

      Rat über das ‘Reichwerden’

      10. Was ist das „Gold“, das die Christen in Laodicea nach Jesu Worten von ihm kaufen sollten?

      10 Gibt es für die traurige Situation in Laodicea ein Heilmittel? Ja, wenn diese Christen den Rat Jesu befolgen: „Ich [rate] dir, durch Feuer geläutertes Gold von mir zu kaufen, damit du reich wirst“ (Offenbarung 3:18a). Echtes christliches „Gold“, das durch Feuer geläutert und von aller Schlacke getrennt worden ist, wird sie „reich ... Gott gegenüber“ machen (Lukas 12:21). Wo können sie solches Gold kaufen? Von keinem Bankier am Ort, sondern von Jesus. Der Apostel Paulus erklärte, worum es sich bei diesem Gold handelt, als er Timotheus sagte, reichen Christen die Weisung zu geben, „Gutes zu wirken, reich zu sein an vortrefflichen Werken, freigebig zu sein, bereit zu teilen, indem sie für sich sichere Schätze sammeln als vortreffliche Grundlage für die Zukunft“. Nur wenn sie sich auf diese Weise verausgaben würden, könnten sie „das wirkliche Leben fest ergreifen“ (1. Timotheus 6:17-19). Die in materieller Hinsicht reichen Laodicener sollten den Rat des Paulus befolgen und auf diese Weise geistig reich werden. (Siehe auch Sprüche 3:13-18.)

      11. Welche Beispiele von Personen, die „durch Feuer geläutertes Gold“ kauften, gibt es in der Neuzeit?

      11 Gibt es in der Neuzeit Beispiele von Personen, die „durch Feuer geläutertes Gold“ kauften? Ja. Schon als der Tag des Herrn herannahte, wurde sich eine kleine Gruppe von Bibelforschern der Falschheit vieler babylonischer Lehren der Christenheit bewußt, wie die Dreieinigkeit, die Unsterblichkeit der Seele, die Höllenqual, die Kindertaufe und die Verehrung von Bildern (unter anderem auch die Verehrung des Kreuzes und die Verehrung von Marienbildern). Als Verfechter der biblischen Wahrheit verkündigten diese Christen, daß Jehovas Königreich die einzige Hoffnung der Menschheit ist und daß die Rettung auf dem Loskaufsopfer Jesu beruht. Nahezu 40 Jahre im voraus wiesen sie auf 1914 als das Jahr hin, in dem gemäß der biblischen Prophezeiung die Zeiten der Heiden, begleitet von bestürzenden Entwicklungen auf der Erde, enden würden (Offenbarung 1:10).

      12. Wer übernahm die Führung unter den Christen, die sich einer Sache nach der anderen bewußt wurden, und inwiefern gab er ein gutes Beispiel, was das Aufhäufen von Schätzen im Himmel betrifft?

      12 Die Führung unter diesen Christen, die sich einer Sache nach der anderen bewußt wurden, übernahm Charles Taze Russell, der zu Beginn der 1870er Jahre in Allegheny (Pennsylvanien, USA) — heute ein Stadtteil von Pittsburgh — eine Bibelstudienklasse gründete. Als Russell seine Suche nach der Wahrheit begann, war er als Geschäftspartner seines Vaters auf dem besten Weg, ein Millionär zu werden. Doch er verkaufte seine Anteile an einer Ladenkette und verwendete sein Vermögen dazu, die Verkündigung des Königreiches Gottes auf der ganzen Erde mitzufinanzieren. Im Jahre 1884 wurde Russell der erste Präsident der heute als Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania bekannten Vereinigung. Erschöpft von seiner letzten Predigtreise in den Westen der Vereinigten Staaten, starb er im Jahre 1916 in der Nähe von Pampa (Texas) im Zug auf der Rückfahrt nach New York. Er ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man geistige Schätze im Himmel aufhäuft; sein Beispiel ahmen heute Hunderttausende opferbereite Diener Gottes als Pioniere nach (Hebräer 13:7; Lukas 12:33, 34; vergleiche 1. Korinther 9:16; 11:1).

      Geistige Augensalbe auftragen

      13. (a) Inwiefern wird die geistige Augensalbe den Zustand der Laodicener verbessern? (b) Was für Kleider empfiehlt Jesus, und warum?

      13 Jesus erteilt den Laodicenern auch den strengen Rat: „[Kaufe] weiße äußere Kleider, damit du bekleidet wirst und die Schande deiner Nacktheit nicht offenbar gemacht wird, und Augensalbe, um deine Augen einzureiben, damit du siehst“ (Offenbarung 3:18b). Sie sollen ihre geistige Blindheit dadurch zu beheben suchen, daß sie heilende Augensalbe kaufen, und zwar nicht die der ortsansässigen Heiler, sondern Salbe, die nur Jesus zur Verfügung stellen kann. Auf diese Weise werden sie geistiges Unterscheidungsvermögen erlangen, was ihnen helfen wird, auf dem „Pfad der Gerechten“ zu wandeln und ihre „blitzenden Augen“ darauf gerichtet zu halten, den Willen Gottes zu tun (Sprüche 4:18, 25-27). So können sie — nicht die in Laodicea angefertigten kostbaren Kleider aus schwarzer Wolle, sondern — die vorzüglichen „weißen äußeren Kleider“ anlegen, die von ihrer bevorrechtigten Stellung als Nachfolger Jesu Christi künden. (Vergleiche 1. Timotheus 2:9, 10; 1. Petrus 3:3-5.)

      14. (a) Welche geistige Augensalbe steht seit 1879 zur Verfügung? (b) Welche höchste Stelle sorgt für die finanzielle Unterstützung der Zeugen Jehovas? (c) Inwiefern unterscheiden sich Jehovas Zeugen von anderen in der Verwendung von Spenden?

      14 Ist auch in der Neuzeit geistige Augensalbe erhältlich? Gewiß. Im Jahre 1879 begann Pastor Russell, wie man ihn mit Vorliebe nannte, zur Verteidigung der Wahrheit mit der Herausgabe der Zeitschrift, die heute weltweit unter dem Namen Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich bekannt ist. In ihrer zweiten Ausgabe schrieb er: „[Diese Zeitschrift] wird, wie wir glauben, von JEHOVA unterstützt und braucht deshalb nie bei Menschen um Unterstützung zu bitten oder zu betteln. Wenn er, der sagt: ‚All das Gold und Silber der Berge ist mein‘, nicht mehr die nötigen Mittel zur Verfügung stellt, nehmen wir an, daß es Zeit ist, ihr Erscheinen einzustellen.“ Einige Fernsehevangelisten haben ein riesiges Vermögen aufgehäuft und in schamlosem Luxus gelebt (und mitunter noch ein unmoralisches Leben geführt) (Offenbarung 18:3). Die Bibelforscher, heute als Zeugen Jehovas bekannt, haben dagegen alle freiwilligen Spenden, die sie erhielten, zur Organisierung und Förderung des weltweiten Predigens der angebrochenen Herrschaft des Königreiches Jehovas verwendet. Bis auf den heutigen Tag leitet die Johannes-Klasse die Veröffentlichung der Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet!, die im Jahre 2006 zusammen eine Auflage von über 59 Millionen hatten. Der Wachtturm, der in etwa 150 Sprachen erhältlich ist, ist die offizielle Zeitschrift einer Gemeinschaft von mehr als sechs Millionen Christen, die diese geistige Augensalbe dazu benutzen, um ihre Augen offen zu haben, was die falsche Religion betrifft und die Dringlichkeit, mit der die gute Botschaft unter allen Nationen gepredigt werden muß (Markus 13:10).

      Aus Zurechtweisung und Zucht Nutzen ziehen

      15. Warum erteilt Jesus den Christen in Laodicea strengen Rat, und wie sollte die Versammlung darauf reagieren?

      15 Kehren wir zu den Laodicenern zurück. Wie werden sie den strengen Rat Jesu aufnehmen? Sollten sie entmutigt sein und meinen, Jesus wünsche sie nicht mehr als seine Nachfolger? Nein, das trifft ganz und gar nicht zu. In der Botschaft heißt es weiter: „Alle, zu denen ich Zuneigung habe, weise ich zurecht und nehme sie in Zucht. Sei also eifrig und bereue“ (Offenbarung 3:19). Die von Jesus ausgeübte Zucht ist genauso wie die Zucht von Jehova ein Zeichen von Liebe (Hebräer 12:4-7). Die laodicenische Versammlung sollte sich Jesu liebevolle Fürsorge zunutze machen und den Rat anwenden. Sie sollte bereuen und erkennen, daß ihre Lauheit gleichbedeutend mit Sünde ist (Hebräer 3:12, 13; Jakobus 4:17). Mögen ihre Ältesten ihre materialistischen Wege verlassen und sich bemühen, die Gabe Gottes „wie ein Feuer anzufachen“. Mögen alle Glieder der Versammlung, während die geistige Augensalbe wirkt, gewissermaßen durch einen belebenden Trunk kühlen Quellwassers erfrischt werden (2. Timotheus 1:6; Sprüche 3:5-8; Lukas 21:34).

      16. (a) Wie bekundet Jesus heute seine Liebe und Zuneigung? (b) Wie sollten wir reagieren, wenn uns strenger Rat erteilt wird?

      16 Wie steht es mit uns heute? Jesus hat nicht aufgehört, ‘die Seinen, die in der Welt sind, zu lieben’. Das wird er „alle Tage bis zum Abschluß des Systems der Dinge“ tun (Johannes 13:1; Matthäus 28:20). Seine Liebe und Zuneigung bekundet er durch die neuzeitliche Johannes-Klasse und die Sterne oder Ältesten in der Christenversammlung (Offenbarung 1:20). In der heutigen äußerst kritischen Zeit sind die Ältesten sehr daran interessiert, uns allen — Jung und Alt — zu helfen, innerhalb der Grenzen der theokratischen Hürde zu bleiben und dem Unabhängigkeitsdrang, der materialistischen Habgier sowie dem Schmutz und der Unmoral der Welt zu widerstehen. Wenn uns mitunter strenger Rat oder strenge Zucht zuteil wird, sollten wir nicht vergessen: „Die Zurechtweisungen der Zucht sind der Weg des Lebens“ (Sprüche 6:23). Wir alle sind unvollkommen und sollten nötigenfalls eifrig sein zu bereuen, damit wir zurechtgebracht werden und in Gottes Liebe bleiben können (2. Korinther 13:11).

      17. Inwiefern kann Reichtum für uns in geistiger Hinsicht gefährlich sein?

      17 Wir dürfen nicht zulassen, daß es dem Materialismus, dem Reichtum oder der Armut gelingt, uns lau werden zu lassen. Wohlstand kann uns neue Dienstmöglichkeiten erschließen, aber er kann auch eine Gefahr für uns sein (Matthäus 19:24). Ein Wohlhabender meint vielleicht, er habe es nicht nötig, im Predigtdienst so eifrig zu sein wie andere, wenn er nur von Zeit zu Zeit ansehnliche Beträge spende. Oder womöglich meint er, aufgrund seines Wohlstands Anspruch auf gewisse Gunstbezeigungen zu haben. Zudem kann sich ein Reicher manche Vergnügungen und Freizeitbetätigungen gönnen, für die andere nicht die finanziellen Mittel haben. Aber eine solche Zerstreuung ist zeitraubend und kann einen Unvorsichtigen derart vom christlichen Dienst ablenken, daß er „lau“ wird. Hüten wir uns also vor all diesen Schlingen, und ‘arbeiten wir hart, und strengen wir uns von ganzem Herzen an’, während wir unseren Blick auf das ewige Leben gerichtet halten (1. Timotheus 4:8-10; 6:9-12).

      ‘Das Abendessen einnehmen’

      18. Welche Gelegenheit räumt Jesus den Christen in Laodicea ein?

      18 Jesus sagt weiter: „Siehe! Ich stehe an der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, will ich in sein Haus kommen und das Abendessen mit ihm einnehmen und er mit mir“ (Offenbarung 3:20). Wenn die laodicenischen Christen Jesus in ihrer Versammlung doch nur willkommen hießen, so würde er ihnen helfen, ihre Lauheit zu überwinden! (Matthäus 18:20).

      19. Was gibt Jesus zu verstehen, wenn er verspricht, mit der Versammlung in Laodicea das Abendessen einzunehmen?

      19 Daß Jesus vom Abendessen spricht, erinnert die Laodicener zweifellos an die Gelegenheiten, bei denen er mit seinen Jüngern gemeinsam eine Mahlzeit einnahm (Johannes 12:1-8). Mit solchen Anlässen waren für die Anwesenden stets geistige Segnungen verbunden. Auch nach seiner Auferstehung war Jesus mit seinen Jüngern bei Mahlzeiten zusammen, und sie wurden bei diesen denkwürdigen Anlässen sehr gestärkt (Lukas 24:28-32; Johannes 21:9-19). Mit seinem Versprechen, in die laodicenische Versammlung zu kommen und mit ihr das Abendessen einzunehmen, verheißt er den Laodicenern reiche geistige Segnungen, wenn sie ihn nur empfangen.

      20. (a) Wozu führte die Lauheit der Christenheit zu Beginn des Tages des Herrn? (b) Wie hat sich Jesu Urteil auf die Christenheit ausgewirkt?

      20 Jesu liebevolle Ermahnung an die Laodicener hat für die übriggebliebenen gesalbten Christen von heute große Bedeutung. Einige von ihnen erinnern sich noch daran, daß die Religionsanhänger der Christenheit zu Beginn des Tages des Herrn in erschreckendem Maße „lau“ geworden waren. Statt die Wiederkunft unseres Herrn im Jahre 1914 zu begrüßen, wurde die Geistlichkeit der Christenheit in das Blutbad des Ersten Weltkrieges verwickelt; 24 der 28 beteiligten Nationen gaben vor, christlich zu sein. Wie groß doch ihre Blutschuld ist! Auch im Zweiten Weltkrieg, der ebenfalls größtenteils in der Christenheit ausgetragen wurde, haben sich die Sünden der falschen Religion „aufgehäuft bis zum Himmel“ (Offenbarung 18:5). Ferner hat die Geistlichkeit dem Königreich Jehovas den Rücken gekehrt, denn sie hat den Völkerbund unterstützt und die Vereinten Nationen sowie nationalistische, revolutionäre Bewegungen, von denen keine einzige in der Lage ist, die Probleme der Menschheit zu lösen. Jesus hat die Geistlichkeit längst verstoßen; er hat sie verurteilt und verworfen, wie ein Fischer die mit seinem Schleppnetz gefangenen unbrauchbaren Fische wegwirft. Das bezeugt der trostlose Zustand, in dem sich die Kirchen der Christenheit heute befinden. Ihr endgültiges Schicksal diene uns als Warnung! (Matthäus 13:47-50).

      21. Wie haben Christen der wahren Versammlung von 1919 an auf die an die Christen in Laodicea gerichteten Worte Jesu reagiert?

      21 Selbst in der wahren Versammlung gibt es laue Personen, die einem Trunk gleichen, der weder anregend heiß noch erfrischend kalt ist. Aber Jesus liebt seine Versammlung immer noch von Herzen. Er stellt sich den Christen zur Verfügung, die sich gastfreundlich zeigen, und viele haben ihn gleichsam zu einem Abendessen willkommen geheißen. Infolgedessen sind ihre Augen von 1919 an für die Bedeutung biblischer Prophezeiungen geöffnet worden. Sie haben eine Zeit großartiger Erleuchtung erlebt (Psalm 97:11; 2. Petrus 1:19).

      22. Welches künftige Abendessen hatte Jesus vielleicht im Sinn, und wer wird daran teilnehmen?

      22 Vielleicht hatte Jesus bei seinen an die Laodicener gerichteten Worten auch ein anderes Abendessen im Sinn. An einer späteren Stelle der Offenbarung ist nämlich zu lesen: „Glücklich sind diejenigen, die zum Abendessen der Hochzeit des Lammes eingeladen sind.“ Dabei handelt es sich um das erhabene Festmahl, das zur Feier des Sieges und zum Lobpreis Jehovas stattfindet, nachdem er das Urteil an der falschen Religion vollstreckt hat — ein Festmahl, an dem Christus und seine vollständige Braut, die 144 000, im Himmel teilnehmen (Offenbarung 19:1-9). Für Rat empfängliche Glieder der Versammlung im alten Laodicea — ja auch treue Brüder Christi Jesu von heute, die reine Kleider tragen, die sie als echte gesalbte Christen kennzeichnen — werden mit ihrem Bräutigam an diesem Abendessen teilnehmen (Matthäus 22:2-13). Welch ein starker Anreiz, eifrig zu sein und zu bereuen!

      Ein Thron für Sieger

      23, 24. (a) Von welcher weiteren Belohnung spricht Jesus? (b) Wann setzte sich Jesus auf seinen messianischen Thron, und wann begann das Gericht an denen, die sich als Christen ausgaben? (c) Welches wunderbare Versprechen gab Jesus seinen Jüngern bei der Einsetzung der Feier zum Gedenken an seinen Tod?

      23 Jesus spricht noch von einer weiteren Belohnung, indem er sagt: „Wer siegt, dem will ich gewähren, sich mit mir auf meinen Thron zu setzen, so wie ich gesiegt und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe“ (Offenbarung 3:21). In Erfüllung der Worte Davids aus Psalm 110:1, 2 wurde Jesus, nachdem er die Welt besiegt hatte, im Jahre 33 u. Z. auferweckt und dazu erhöht, mit seinem Vater auf dessen himmlischem Thron zu sitzen (Apostelgeschichte 2:32, 33). Im Jahre 1914, einem weiteren entscheidenden Jahr, kam Jesus, um sich als König und Richter auf seinen eigenen messianischen Thron zu setzen. Das Gericht begann offensichtlich im Jahre 1918 bei denen, die sich als Christen ausgaben. Gesalbte Sieger, die vor dieser Zeit gestorben waren, wurden damals auferweckt und schlossen sich Jesus in seinem Königreich an (1. Petrus 4:17). Das hatte er ihnen versprochen, als er die Feier zum Gedenken an seinen Tod einsetzte, indem er sagte: „Ich mache einen Bund mit euch, so wie mein Vater einen Bund mit mir gemacht hat, für ein Königreich, damit ihr an meinem Tisch in meinem Königreich eßt und trinkt und auf Thronen sitzt, um die zwölf Stämme Israels zu richten“ (Lukas 22:28-30).

      24 Welch eine wunderbare Zuteilung — während der „Wiedererschaffung“ mit dem regierenden König auf Thronen zu sitzen und, gestützt auf sein vollkommenes Opfer, mit ihm daran teilzuhaben, die gehorsame Menschenwelt zu der Vollkommenheit emporzuheben, die ihre Ureltern in Eden aufwiesen! (Matthäus 19:28; 20:28). Wie Johannes uns sagt, macht Jesus diejenigen, die siegen, „zu einem Königtum, zu Priestern für seinen Gott und Vater“, so daß sie rings um den herrlichen himmlischen Thron Jehovas Throne einnehmen (Offenbarung 1:6; 4:4). Mögen wir alle — ob wir zu den Gesalbten gehören oder zur Gesellschaft der neuen Erde, die darauf hofft, bei der Wiederherstellung des Paradieses mitzuhelfen — die an die Laodicener gerichteten Worte Jesu beherzigen! (2. Petrus 3:13; Apostelgeschichte 3:19-21).

      25. (a) Womit beendet Jesus wie bei früheren Botschaften seine Botschaft für Laodicea? (b) Wie sollten die einzelnen Christen heute auf die an die Versammlung in Laodicea gerichteten Worte Jesu reagieren?

      25 Wie frühere Botschaften schließt Jesus auch diese mit einer Ermahnung ab: „Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt“ (Offenbarung 3:22). Die Zeit des Endes ist weit vorgerückt. Alle Anzeichen um uns herum deuten darauf hin, daß es in der Christenheit kalt ist, was die Liebe angeht. Mögen wir dagegen als wahre Christen auf Jesu Botschaft an die Versammlung in Laodicea, ja auf alle seine sieben Botschaften an die Versammlungen mit Feuereifer reagieren. Das können wir, indem wir uns tatkräftig an der Erfüllung der großen Prophezeiung Jesu über unsere Tage beteiligen: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (Matthäus 24:12-14).

      26. Wann spricht Jesus wieder direkt zu Johannes, doch worin spielt er eine Rolle?

      26 Damit endet der Rat, den Jesus den sieben Versammlungen erteilt. Erst im letzten Kapitel der Offenbarung spricht Jesus wieder zu Johannes, wenngleich er bis dahin in vielen Visionen eine Rolle spielt, so zum Beispiel in der Vision von der Vollstreckung der Urteile Jehovas. Untersuchen wir nun gemeinsam mit der Johannes-Klasse die zweite Vision, die der Herr Jesus Christus geoffenbart hat.

      [Fußnote]

      a Diese Stätten sind durch archäologische Ausgrabungen dort freigelegt worden, wo einst Laodicea lag.

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