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„Ein Haus des Gebets für alle Nationen“Der Wachtturm 1996 | 1. Juli
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„Ein Haus des Gebets für alle Nationen“
„Steht nicht geschrieben: ‚Mein Haus wird ein Haus des Gebets für alle Nationen genannt werden.‘?“ (MARKUS 11:17).
1. Was für ein Verhältnis hatten Adam und Eva ursprünglich zu Gott?
ALS Adam und Eva erschaffen wurden, erfreuten sie sich eines engen Verhältnisses zu ihrem himmlischen Vater. Sie standen mit Jehova Gott in Verbindung, der ihnen seinen wunderbaren Vorsatz hinsichtlich des Menschengeschlechts umriß. Sie fühlten sich gewiß oft gedrängt, Jehova spontan für seine großartigen Schöpfungswerke zu preisen. Wenn Adam und Eva Anleitung benötigten, während sie über ihre Rolle nachdachten, die sie als künftige Ureltern der Menschheitsfamilie spielen würden, konnten sie sich an irgendeiner Stelle ihrer paradiesischen Heimat Gott nahen. Sie waren nicht auf die Dienste eines Priesters in einem Tempel angewiesen (1. Mose 1:28).
2. Was änderte sich, als Adam und Eva sündigten?
2 Die Situation änderte sich, als ein rebellischer Engel Eva den Gedanken einflüsterte, ihr Leben würde sich durch die Ablehnung der Souveränität Jehovas verbessern, und erklärte, sie würde „wie Gott“ sein. Daher aß Eva von dem Baum, von dem zu essen Gott verboten hatte. Anschließend wurde Eva von Satan dazu benutzt, ihren Mann zum Essen zu verleiten. Leider hörte Adam auf seine sündige Frau, wodurch er zeigte, daß er sein Verhältnis zu ihr höher achtete als sein Verhältnis zu Gott (1. Mose 3:4-7). Tatsächlich wählten sich Adam und Eva dadurch Satan zu ihrem Gott. (Vergleiche 2. Korinther 4:4.)
3. Welche traurigen Folgen hatte die Rebellion Adams und Evas?
3 Auf diese Weise ging dem ersten Menschenpaar nicht nur das kostbare Verhältnis zu Jehova verloren, sondern auch die Aussicht, für immer in einem irdischen Paradies zu leben (1. Mose 2:16, 17). Ihr sündhafter Körper verfiel nach und nach, und schließlich trat der Tod ein. Diese Sündhaftigkeit vererbten sie ihren Nachkommen. Und wie die Bibel zeigt, hat „sich so der Tod zu allen Menschen verbreitet“ (Römer 5:12).
4. Welche Hoffnung gab Gott der sündigen Menschheit?
4 Es wurde etwas benötigt, um die sündige Menschheit wieder mit ihrem heiligen Schöpfer zu versöhnen. Bei der Verurteilung Adams und Evas gab Gott ihren künftigen Nachkommen eine Hoffnung, und zwar durch die Verheißung eines „Samens“, der die Menschen von dem befreien sollte, was sich als Folge der Rebellion Satans einstellen würde (1. Mose 3:15). Später offenbarte Gott, daß der segenbringende Same durch Abraham kommen würde (1. Mose 22:18). Mit diesem liebevollen Vorsatz im Sinn erwählte Gott sich Abrahams Nachkommen, die Israeliten, zu seiner Nation.
5. Warum sollten wir uns für Einzelheiten des Gesetzesbundes interessieren, den Gott mit Israel schloß?
5 Die Israeliten traten 1513 v. u. Z. in ein Bundesverhältnis mit Gott ein und erklärten sich einverstanden, seinen Gesetzen zu gehorchen. Dieser Gesetzesbund ist eigentlich für alle, die Gott heute anbeten möchten, von großem Interesse, da er auf den verheißenen Samen hinwies. Wie Paulus sagte, beinhaltete der Gesetzesbund „einen Schatten der künftigen guten Dinge“ (Hebräer 10:1). Paulus machte diese Aussage in Verbindung mit einer Abhandlung über den Dienst der israelitischen Priesterschaft in der transportablen Stiftshütte, dem Zelt der Anbetung. Es wurde auch als der „Tempel Jehovas“ oder das „Haus Jehovas“ bezeichnet (1. Samuel 1:9, 24). Wenn wir uns mit dem heiligen Dienst beschäftigen, der im irdischen Haus Jehovas geleistet wurde, werden wir die barmherzige Vorkehrung noch mehr schätzen, durch die sündige Menschen heute mit Gott versöhnt werden können.
Das Allerheiligste
6. Was befand sich im Allerheiligsten, und wodurch wurde dort Gottes Gegenwart dargestellt?
6 „Der Höchste wohnt nicht in Häusern, die mit Händen gemacht sind“, heißt es in der Bibel (Apostelgeschichte 7:48). Allerdings wurde Gottes Gegenwart in seinem irdischen Haus durch eine Wolke im innersten Abteil, Allerheiligstes genannt, dargestellt (3. Mose 16:2). Es handelte sich offenbar um eine strahlend helle Wolke, die das Allerheiligste erleuchtete. Sie befand sich über einer heiligen Truhe, die als die „Lade des Zeugnisses“ bezeichnet wurde; darin befanden sich die Steintafeln, in die einige der Gebote eingraviert waren, die Gott Israel gegeben hatte. Den Deckel der Lade zierten zwei goldene Cherube mit ausgebreiteten Flügeln, die hochrangige Geistgeschöpfe in Gottes himmlischer Organisation darstellten. Die übernatürliche Lichtwolke stand über dem Deckel zwischen den Cheruben (2. Mose 25:22). Das Ganze zeigte bildhaft, daß der allmächtige Gott wie auf einem von lebenden Cheruben getragenen himmlischen Wagen thront (1. Chronika 28:18). Deshalb betete König Hiskia auch: „O Jehova der Heerscharen, du Gott Israels, der seinen Sitz auf den Cheruben hat ...“ (Jesaja 37:16).
Das Heilige
7. Mit welchen Gegenständen war das Heilige ausgestattet?
7 Das zweite Abteil der Stiftshütte wurde das Heilige genannt. In diesem Bereich stand links vom Eingang ein prachtvoller siebenarmiger Leuchter und rechts ein Tisch mit Schaubroten. Hinten stand ein Altar, von dem der Wohlgeruch des brennenden Räucherwerks aufstieg. Er befand sich vor einem Vorhang, der das Heilige vom Allerheiligsten trennte.
8. Welche Aufgaben mußten die Priester regelmäßig im Heiligen verrichten?
8 Jeden Morgen und jeden Abend mußte ein Priester die Stiftshütte betreten und auf dem Räucheraltar Räucherwerk verbrennen (2. Mose 30:7, 8). Morgens mußten, während das Räucherwerk brannte, die sieben Lampen des goldenen Leuchters mit Öl aufgefüllt werden. Abends wurden die Lampen angezündet, um das Heilige zu beleuchten. Jeden Sabbat mußte ein Priester zwölf frische Laibe Brot auf den Schaubrottisch legen (3. Mose 24:4-8).
Der Vorhof
9. Welchem Zweck diente das Wasserbecken, und was lehrt uns das?
9 Die Stiftshütte hatte auch einen Vorhof, der von einem Zaun aus Zelttüchern umgeben war. In diesem Vorhof stand ein großes Wasserbecken, an dem sich die Priester Hände und Füße wuschen, bevor sie das Heilige betraten. Sie mußten sich auch waschen, ehe sie auf dem Altar im Vorhof Schlachtopfer darbrachten (2. Mose 30:18-21). Dieses Erfordernis der Reinheit ist für heutige Diener Jehovas eine nachdrückliche Erinnerung daran, daß sie auf körperliche, sittliche, geistige und religiöse Reinheit bedacht sein müssen, damit ihre Anbetung für Gott annehmbar ist (2. Korinther 7:1). Das Holz für das Feuer auf dem Altar und das Wasser für das Becken wurden schließlich von nichtisraelitischen Tempelsklaven herbeigeschafft (Josua 9:27).
10. Welche Opfer wurden auf dem Opferaltar dargebracht?
10 Jeden Morgen und jeden Abend wurde auf dem Altar ein junger Opferwidder zusammen mit einem Getreideopfer und einem Trankopfer verbrannt (2. Mose 29:38-41). Weitere Opfer wurden an besonderen Tagen dargebracht. Bei bestimmten persönlichen Sünden wurde die Darbringung eines Opfers verlangt (3. Mose 5:5, 6). Zu anderen Zeiten konnte ein Israelit ein freiwilliges Gemeinschaftsschlachtopfer darbringen, das zum Teil von den Priestern und von dem Opfernden gegessen wurde. Das zeigte an, daß sündige Menschen Frieden mit Gott haben und sozusagen ein Mahl mit ihm einnehmen konnten. Selbst ein ansässiger Fremdling konnte ein Anbeter Jehovas werden und das Vorrecht wahrnehmen, im Haus Jehovas freiwillige Opfer darzubieten. Damit Jehova die gebührende Ehre erwiesen wurde, durften die Priester allerdings nur Opfer von bester Qualität annehmen. Das Mehl der Getreideopfer mußte fein gemahlen sein, und die Tiere, die als Opfer dienen sollten, durften keine Gebrechen haben (3. Mose 2:1; 22:18-20; Maleachi 1:6-8).
11. (a) Was geschah mit dem Blut der Opfertiere, und worauf sollte das hinweisen? (b) Wie betrachtet Gott das Blut von Menschen und von Tieren?
11 Das Blut dieser Opfer wurde zum Altar gebracht. Das diente als tägliche Erinnerung daran, daß alle in der Nation Sünder waren und einen Loskäufer benötigten, dessen vergossenes Blut ihre Sünden dauerhaft sühnen und sie vom Tod erlösen konnte (Römer 7:24, 25; Galater 3:24; vergleiche Hebräer 10:3). Dieser heilige Gebrauch des Blutes erinnerte die Israeliten auch daran, daß das Blut das Leben darstellt und das Leben wiederum Gott gehört. Eine andere Verwendung des Blutes hat Gott den Menschen zu keiner Zeit gestattet (1. Mose 9:4; 3. Mose 17:10-12; Apostelgeschichte 15:28, 29).
Der Sühnetag
12, 13. (a) Was war der Sühnetag? (b) Was mußte der Hohepriester tun, bevor er das Blut in das Allerheiligste bringen durfte?
12 Einmal im Jahr, am sogenannten Sühnetag, durfte die gesamte Nation Israel, einschließlich der ansässigen Fremdlinge, die Jehova anbeteten, keinerlei Arbeit verrichten und mußte fasten (3. Mose 16:29, 30). An diesem bedeutsamen Tag wurde die Nation in sinnbildlicher Weise von Sünden gereinigt, wodurch sie ein weiteres Jahr in einem friedlichen Verhältnis zu Gott stehen konnte. Stellen wir uns einmal im Geist das Geschehen vor, und betrachten wir einige der Höhepunkte.
13 Der Hohepriester befindet sich im Vorhof der Stiftshütte. Nachdem er sich am Wasserbecken gewaschen hat, schlachtet er einen Stier zum Opfern. Das Blut des Stieres wird in eine Schale gefüllt; es ist für eine besondere Verwendung vorgesehen, nämlich zur Sühnung der Sünden des priesterlichen Stammes Levi (3. Mose 16:4, 6, 11). Doch bevor die Opferung fortgesetzt werden kann, muß der Hohepriester noch etwas Bestimmtes tun. Er nimmt wohlriechendes Räucherwerk mit (wahrscheinlich auf einer Schaufel) und holt in einem Feuerbecken brennende Kohlen vom Altar. Dann tritt er in das Heilige ein und geht zum Vorhang vor dem Allerheiligsten. Langsam geht er hinter den Vorhang und steht dann vor der Bundeslade. Kein anderer Mensch kann sehen, wie er nun Räucherwerk auf die feurigen Kohlen schüttet, woraufhin das Allerheiligste mit einer lieblich duftenden Wolke erfüllt wird (3. Mose 16:12, 13).
14. Warum mußte der Hohepriester mit dem Blut von zwei verschiedenen Tieren in das Allerheiligste gehen?
14 Jetzt ist Gott bereit, Barmherzigkeit zu erweisen und in sinnbildlicher Weise versöhnlich zu sein. Aus diesem Grund wurde der Deckel der Bundeslade als „Gnadenstuhl“ oder „Sühnedeckel“ bezeichnet (Hebräer 9:5, Fußnote). Der Hohepriester geht aus dem Allerheiligsten hinaus, nimmt das Blut des Stieres und betritt ein weiteres Mal das Allerheiligste. Wie im Gesetz geboten, taucht er seinen Finger in das Blut und spritzt es siebenmal vor den Deckel der Bundeslade hin (3. Mose 16:14). Anschließend begibt er sich wieder in den Vorhof und schlachtet einen Ziegenbock als Sündopfer „für das Volk“. Er bringt etwas von dem Blut des Bockes in das Allerheiligste und verfährt damit genauso wie mit dem Stierblut (3. Mose 16:15). Am Sühnetag werden auch noch andere bedeutsame religiöse Handlungen verrichtet. So muß der Hohepriester beispielsweise seine Hände auf einen zweiten Bock legen und über ihm „alle Vergehungen der Söhne Israels“ bekennen. Der lebende Bock wird dann in die Wildnis geführt, um in symbolischer Weise die Sünden der Nation fortzutragen. Auf diese Weise wird jedes Jahr Sühne geleistet „für die Priester und für das ganze Volk der Versammlung“ (3. Mose 16:16, 21, 22, 33).
15. (a) Inwiefern ähnelte der Tempel Salomos der Stiftshütte? (b) Was wird im Bibelbuch Hebräer über den heiligen Dienst gesagt, der in der Stiftshütte und im Tempel verrichtet wurde?
15 In den ersten 486 Jahren der Geschichte Israels als Gottes Bundesvolk diente die transportable Stiftshütte den Israeliten als Stätte zur Anbetung ihres Gottes, Jehova. Dann wurde Salomo, dem König von Israel, das Vorrecht gewährt, ein festes Gebäude zu errichten. Dieser Tempel war zwar größer und kunstvoller ausgeführt als die Stiftshütte, aber der von Gott zur Verfügung gestellte Plan orientierte sich an ihr als Vorbild. Wie die Stiftshütte diente er zur Veranschaulichung einer größeren, weit wirkungsvolleren Vorkehrung zur Anbetung, die Jehova schaffen würde und nicht ein Mensch (Hebräer 8:2, 5; 9:9, 11).
Der erste und der zweite Tempel
16. (a) Welche liebevolle Bitte äußerte Salomo anläßlich der Tempeleinweihung? (b) Wie zeigte Jehova, daß er Salomos Gebet erhörte?
16 Bei der Einweihung des herrlichen Tempels äußerte Salomo unter anderem folgende inspirierte Bitte: „Auch auf den Ausländer, der nicht zu deinem Volk Israel gehört und der wegen deines großen Namens ... tatsächlich aus fernem Land kommt — und sie kommen in der Tat und beten zu diesem Haus hin, dann mögest du deinerseits von den Himmeln, von deiner festen Wohnstätte, her hören, und du wollest gemäß allem tun, worum der Ausländer zu dir ruft, auf daß alle Völker der Erde deinen Namen erkennen und dich ebenso fürchten, wie es dein Volk Israel tut, und erkennen, daß dein Name über diesem Haus, das ich gebaut habe, genannt worden ist“ (2. Chronika 6:32, 33). Gott zeigte auf unmißverständliche Weise, daß er Salomos Einweihungsgebet erhörte. Ein Feuerstrahl kam vom Himmel, der die Tieropfer auf dem Altar verzehrte, und Jehovas Herrlichkeit erfüllte den Tempel (2. Chronika 7:1-3).
17. Was geschah schließlich mit dem von Salomo errichteten Tempel, und warum?
17 Leider verloren die Israeliten ihre gesunde Furcht vor Jehova. Im Laufe der Zeit entweihten sie seinen großen Namen durch Taten des Blutvergießens, durch Götzendienst, Hurerei, Inzest und die schlechte Behandlung von Witwen, Waisen und Ausländern (Hesekiel 22:2, 3, 7, 11, 12, 26, 29). Deshalb vollstreckte Gott 607 v. u. Z. sein Strafgericht, indem er die babylonischen Heere heranführte, um den Tempel zu zerstören. Die überlebenden Israeliten wurden als Gefangene nach Babylon gebracht.
18. Welche Vorrechte eröffneten sich in der Zeit des zweiten Tempels gewissen nichtisraelitischen Männern, die die Anbetung Jehovas rückhaltlos unterstützten?
18 Nach 70 Jahren kehrte ein reumütiger jüdischer Überrest nach Jerusalem zurück, dem das Vorrecht gewährt wurde, den Tempel Jehovas wieder aufzubauen. Für den Dienst in diesem zweiten Tempel mangelte es interessanterweise an Priestern und Leviten. Auf Grund dessen erhielten die Nethinim, die von nichtisraelitischen Tempelsklaven abstammten, als Diener des Hauses Gottes größere Vorrechte. Sie wurden den Priestern und den Leviten allerdings nie gleichgestellt (Esra 7:24; 8:17, 20).
19. Welche Verheißung gab Gott in bezug auf den zweiten Tempel, und wie bewahrheiteten sich diese Worte?
19 Zunächst hatte es den Anschein, als wäre der zweite Tempel wie nichts im Vergleich zum ersten (Haggai 2:3). Doch Jehova verhieß: „Ich will alle Nationen erschüttern, und die begehrenswerten Dinge aller Nationen sollen hereinkommen; und ich will dieses Haus mit Herrlichkeit füllen ... Größer wird die Herrlichkeit dieses späteren Hauses werden als die des früheren“ (Haggai 2:7, 9). Diesen Worten entsprechend erlangte der zweite Tempel eine größere Herrlichkeit. Er bestand 164 Jahre länger, und weit mehr Anbeter aus vielen Ländern strömten in seine Vorhöfe. (Vergleiche Apostelgeschichte 2:5-11.) In den Tagen des Königs Herodes wurde mit einer Renovierung des zweiten Tempels begonnen, und die Vorhöfe wurden vergrößert. Hoch oben auf einem massiven Steinplateau und umgeben von prächtigen Säulenhallen, konkurrierte er an Pracht mit dem ursprünglichen, von Salomo errichteten Tempel. Er hatte einen großen äußeren Vorhof für Menschen aus den Nationen, die Jehova anbeten wollten. Eine steinerne Absperrung trennte diesen Vorhof der Heiden von den inneren Vorhöfen, die den Israeliten vorbehalten waren.
20. (a) Welche besondere Ehre wurde dem wieder aufgebauten Tempel zuteil? (b) Worin zeigte es sich, daß die Juden eine verkehrte Ansicht über den Tempel hatten, und was tat Jesus deshalb?
20 Dem zweiten Tempel wurde die große Ehre zuteil, daß Jesus Christus, der Sohn Gottes, in seinen Vorhöfen lehrte. Doch wie schon beim ersten Tempel fehlte es den Juden im allgemeinen an der rechten Wertschätzung für ihr Vorrecht, Hüter des Hauses Gottes zu sein. Deshalb ließen sie sogar Händler im Vorhof der Heiden Geschäfte machen. Außerdem gestattete man jedem, der Gegenstände durch Jerusalem zu tragen hatte, die Abkürzung durch den Tempel zu nehmen. Vier Tage vor seinem Tod reinigte Jesus den Tempel von diesem weltlichen Treiben, wobei er fortwährend sagte: „Steht nicht geschrieben: ‚Mein Haus wird ein Haus des Gebets für alle Nationen genannt werden.‘? Ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht“ (Markus 11:15-17).
Gott gibt sein irdisches Haus für immer auf
21. Was deutete Jesus in bezug auf den Tempel in Jerusalem an?
21 Jesu mutiges Handeln zur Verteidigung der reinen Anbetung Gottes bestärkte die geistlichen Führer der Juden in ihrem Entschluß, ihn zu töten (Markus 11:18). In dem Bewußtsein, daß man ihn bald ermorden würde, sagte Jesus zu den geistlichen Führern der Juden: „Euer Haus wird euch verödet überlassen“ (Matthäus 23:37, 38). Er deutete damit an, daß Gott die Form der Anbetung, die im buchstäblichen Tempel in Jerusalem praktiziert wurde, bald nicht mehr annehmen würde. Der Tempel sollte nicht länger „ein Haus des Gebets für alle Nationen“ sein. Als Jesus von seinen Jüngern auf die prachtvollen Tempelbauten aufmerksam gemacht wurde, sagte er zu ihnen: „Seht ihr nicht alle diese Dinge? ... Keinesfalls wird hier ein Stein auf dem anderen gelassen, der nicht niedergerissen werden wird“ (Matthäus 24:1, 2).
22. (a) Wie erfüllte sich das, was Jesus über den Tempel gesagt hatte? (b) Was erwarteten die ersten Christen, statt ihre Hoffnung auf eine irdische Stadt zu setzen?
22 Jesu Prophezeiung erfüllte sich 37 Jahre später, 70 u. Z., als römische Heere Jerusalem und den Tempel zerstörten. Das lieferte den schlagenden Beweis dafür, daß Gott dieses buchstäbliche Haus tatsächlich aufgegeben hatte. Jesus sagte nicht voraus, daß ein weiterer Tempel in Jerusalem gebaut werden würde. Mit Bezug auf jene irdische Stadt schrieb der Apostel Paulus an die hebräischen Christen: „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern wir suchen ernstlich die künftige“ (Hebräer 13:14). Die ersten Christen erwarteten, Teil des „himmlischen Jerusalem“ zu werden — Teil des stadtgleichen Königreiches Gottes (Hebräer 12:22). Somit steht bei der wahren Anbetung Jehovas kein buchstäblicher, irdischer Tempel mehr im Mittelpunkt. Im nächsten Artikel werden wir die weit besseren Vorkehrungen betrachten, die Gott für alle geschaffen hat, die ihn „mit Geist und Wahrheit“ anbeten möchten (Johannes 4:21, 24).
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Der große geistige Tempel JehovasDer Wachtturm 1996 | 1. Juli
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Der große geistige Tempel Jehovas
„Wir haben einen solchen Hohenpriester, ... [der ein] öffentlicher Diener der heiligen Stätte und des wahren Zeltes [ist], das Jehova aufschlug und nicht ein Mensch“ (HEBRÄER 8:1, 2).
1. Welche liebevolle Vorkehrung schuf Gott für die sündige Menschheit?
JEHOVA GOTT hat in seiner großen Liebe zur Menschheit für ein Opfer gesorgt, das die Sünden der Welt wegnimmt (Johannes 1:29; 3:16). Zu diesem Zweck mußte das Leben seines erstgeborenen Sohnes vom Himmel in den Mutterleib einer jüdischen Jungfrau namens Maria übertragen werden. Der Engel Jehovas erklärte Maria deutlich, daß das Kind, das sie empfangen würde, „heilig, Gottes Sohn, genannt werden“ würde (Lukas 1:34, 35). Joseph, der mit Maria verlobt war, wurde von der übernatürlichen Art der Empfängnis Jesu unterrichtet, und er erfuhr, daß dieser „sein Volk von ihren Sünden erretten [wird]“ (Matthäus 1:20, 21).
2. Was tat Jesus, als er etwa 30 Jahre alt war, und warum?
2 Als Jesus heranwuchs, muß er schon einige der Fakten in Verbindung mit seiner übernatürlichen Geburt verstanden haben. Er wußte, daß sein himmlischer Vater für ihn auf der Erde die Durchführung eines lebensrettenden Werkes vorgesehen hatte. Deshalb kam Jesus als vollerwachsener Mann von etwa 30 Jahren zu Johannes, dem Propheten Gottes, um sich im Jordan taufen zu lassen (Markus 1:9; Lukas 3:23).
3. (a) Was meinte Jesus mit den Worten: „Schlachtopfer und Opfergabe hast du nicht gewollt.“? (b) Welch ein hervorragendes Beispiel gab Jesus allen, die seine Jünger sein möchten?
3 Jesus betete, als er getauft wurde (Lukas 3:21). Von da an in seinem Leben erfüllte er klar erkennbar die Worte aus Psalm 40:6-8, worauf der Apostel Paulus später hinwies: „Schlachtopfer und Opfergabe hast du nicht gewollt, aber einen Leib hast du mir bereitet“ (Hebräer 10:5). Demnach war sich Jesus bewußt, daß Gott das Darbringen von Tieropfern im Tempel von Jerusalem nicht mehr ‘wollte’. Er erkannte, daß Gott statt dessen ihm, Jesus, einen vollkommenen menschlichen Leib bereitet hatte, den er als Opfer darbringen sollte. Dadurch würden sich weitere Tieropfer erübrigen. Jesus brachte in seinem Gebet dann den von Herzen kommenden Wunsch zum Ausdruck, sich Gottes Willen zu unterwerfen: „Siehe! Ich bin gekommen (in der Rolle des Buches steht über mich geschrieben), um deinen Willen, o Gott, zu tun“ (Hebräer 10:7). Welch ein herausragendes Beispiel des Mutes und der selbstlosen Ergebenheit Jesus an jenem Tag all denen gab, die später seine Jünger wurden! (Markus 8:34).
4. Wie zeigte Gott sein Wohlgefallen daran, daß sich Jesus opfern wollte?
4 War das von Jesus in Verbindung mit seiner Taufe gesprochene Gebet Gott wohlgefällig? Lassen wir einen der von Jesus ausgewählten Apostel die Antwort geben: „Als Jesus getauft war, kam er sogleich aus dem Wasser herauf; und siehe, die Himmel wurden geöffnet, und er sah Gottes Geist wie eine Taube herabfahren und auf ihn kommen. Siehe! Da kam auch eine Stimme aus den Himmeln, welche sprach: ‚Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe‘ “ (Matthäus 3:16, 17; Lukas 3:21, 22).
5. Was wurde durch den buchstäblichen Altar im Tempel dargestellt?
5 Die Darstellung des Leibes Jesu als Opfer fand Gottes Anerkennung, was bedeutete, daß im geistigen Sinn ein größerer Altar in den Vordergrund gerückt wurde als der, der im Tempel in Jerusalem stand. Der buchstäbliche Altar, auf dem Tiere geopfert wurden, stellte prophetisch den geistigen Altar dar, bei dem es sich eigentlich um Gottes „Willen“ oder seine Vorkehrung zur Annahme des menschlichen Lebens Jesu als Opfer handelte (Hebräer 10:10). Deshalb konnte der Apostel Paulus an Mitchristen schreiben: „Wir haben einen Altar, von dem zu essen die, welche im Zelt [oder Tempel] heiligen Dienst verrichten, keine Befugnis haben“ (Hebräer 13:10). Mit anderen Worten: Wahre Christen ziehen aus einem besseren sündensühnenden Opfer Nutzen, einem Opfer, das von den meisten jüdischen Priestern verworfen wurde.
6. (a) Was wurde bei Jesu Taufe in den Vordergrund gerückt? (b) Was bedeuten die Titel Messias und Christus?
6 Durch Jesu Salbung mit heiligem Geist hatte Gott nun seine gesamte geistige Tempelvorkehrung hervorgebracht, in der Jesus als Hoherpriester dient (Apostelgeschichte 10:38; Hebräer 5:5). Der Jünger Lukas wurde inspiriert, das genaue Jahr dieses bedeutsamen Ereignisses festzuhalten — es fand im „fünfzehnten Jahr der Regierung des Tiberius Cäsar“ statt (Lukas 3:1-3). Das entspricht dem Jahr 29 u. Z. — exakt 69 Jahrwochen oder 483 Jahre zuvor hatte König Artaxerxes den Befehl gegeben, die Mauern Jerusalems wieder aufzubauen (Nehemia 2:1, 5-8). Gemäß der Prophezeiung sollte in jenem Jahr ‘der Messias, der Führer’, erscheinen (Daniel 9:25). Offenbar waren sich viele Juden dessen bewußt. Lukas berichtet, daß „das Volk in Erwartung war“, was das Erscheinen des Messias oder Christus betraf — wobei diese Titel, die von einem hebräischen und einem griechischen Wort abgeleitet sind, beide „Gesalbter“ bedeuten (Lukas 3:15).
7. (a) Wann salbte Gott das „Hochheilige“, und was bedeutete das? (b) Was geschah außerdem mit Jesus bei seiner Taufe?
7 Zur Zeit der Taufe Jesu wurde Gottes himmlischer Wohnsitz gesalbt oder als das „Hochheilige“ in der großen geistigen Tempeleinrichtung abgesondert (Daniel 9:24). Das ‘wahre Zelt [oder der Tempel], das Jehova aufschlug und nicht ein Mensch’, trat in Funktion (Hebräer 8:2). Durch die Taufe mit Wasser und heiligem Geist wurde der Mensch Jesus Christus außerdem als geistiger Sohn Gottes wiedergeboren. (Vergleiche Johannes 3:3.) Das bedeutete, daß Gott zu gegebener Zeit seinen Sohn zu himmlischem Leben zurückrufen würde, wo er zur Rechten seines Vaters als König und Hoherpriester dienen sollte, und zwar „für immer ... nach der Weise Melchisedeks“ (Hebräer 6:20; Psalm 110:1, 4).
Das himmlische Allerheiligste
8. Welche neuen Merkmale wies Gottes Thron im Himmel nun auf?
8 Vom Tag der Taufe Jesu an wies Gottes himmlischer Thron neue Merkmale auf. Die Kenntlichmachung eines vollkommenen menschlichen Opfers, das für die Sünden der Welt Sühne leisten sollte, erhöhte Gottes Heiligkeit im Vergleich zur Sündhaftigkeit des Menschen. Gottes Barmherzigkeit wurde auch dadurch unterstrichen, daß er nun seine Bereitschaft zeigte, sich beschwichtigen oder sich versöhnlich stimmen zu lassen. Dadurch glich Gottes Thron im Himmel dem innersten Abteil des Tempels, das der Hohepriester einmal im Jahr mit Tierblut betrat, um in sinnbildlicher Weise Sühne für Sünden zu leisten.
9. (a) Was stellte der Vorhang dar, der das Heilige vom Allerheiligsten trennte? (b) Wie gelangte Jesus hinter den Vorhang des geistigen Tempels Gottes?
9 Der Vorhang, der das Heilige vom Allerheiligsten trennte, stellte Jesu Fleischesleib dar (Hebräer 10:19, 20). Er bildete die Schranke, die Jesus davon abhielt, sich in die Gegenwart seines Vaters zu begeben, solange er sich als Mensch auf der Erde befand (1. Korinther 15:50). Bei Jesu Tod „[wurde] der Vorhang des Heiligtums ... von oben bis unten entzweigerissen“ (Matthäus 27:51). Das zeigte nachdrücklich, daß die Schranke, die Jesus den Zutritt zum Himmel verwehrt hatte, nun beseitigt worden war. Drei Tage später wirkte Jehova Gott ein höchst erstaunliches Wunder. Er weckte Jesus von den Toten auf — nicht als sterblichen Menschen aus Fleisch und Blut, sondern als herrliches Geistgeschöpf, das „für immer am Leben bleibt“ (Hebräer 7:24). Vierzig Tage später fuhr Jesus in den Himmel auf und betrat das wahre „Hochheilige“, um „vor der Person Gottes für uns zu erscheinen“ (Hebräer 9:24).
10. (a) Was geschah, nachdem Jesus seinem himmlischen Vater den Wert seines Opfers dargebracht hatte? (b) Was bedeutete für Christi Jünger die Salbung mit heiligem Geist?
10 Nahm Gott den Wert des vergossenen Blutes Jesu als Sühnung für die Sünden der Welt an? Ja, das war der Fall. Der Beweis dafür wurde genau 50 Tage nach Jesu Auferstehung anläßlich des Pfingstfestes geliefert. Gottes heiliger Geist wurde auf 120 Jünger Jesu ausgegossen, die in Jerusalem zusammengekommen waren (Apostelgeschichte 2:1, 4, 33). Wie ihr Hoherpriester, Jesus Christus, wurden sie nun gesalbt, um im Rahmen der großen geistigen Tempelvorkehrung Gottes als ‘heilige Priesterschaft geistige Schlachtopfer darzubringen’ (1. Petrus 2:5). Außerdem bildeten diese Gesalbten eine neue Nation, Gottes „heilige Nation“ des geistigen Israel. Von da an bezogen sich alle Prophezeiungen hinsichtlich guter Dinge für Israel — zum Beispiel die Verheißung des „neuen Bundes“ gemäß Jeremia 31:31 — auf die gesalbte Christenversammlung, das wahre „Israel Gottes“ (1. Petrus 2:9; Galater 6:16).
Weitere Bestandteile des geistigen Tempels Gottes
11, 12. (a) Was stellt in Verbindung mit Jesus und in Verbindung mit seinen gesalbten Nachfolgern der Vorhof der Priester dar? (b) Was stellt das Wasserbecken dar, und wozu wird es gebraucht?
11 Während das Allerheiligste „den Himmel selbst“ darstellt, wo Gott auf seinem Thron sitzt, haben alle anderen Bestandteile des geistigen Tempels Gottes mit Dingen auf der Erde zu tun (Hebräer 9:24). Im Tempel in Jerusalem gab es den inneren Vorhof der Priester mit einem Opferaltar und einem großen Wasserbecken, das die Priester benutzten, um sich vor der Verrichtung des heiligen Dienstes zu reinigen. Was stellen diese Dinge in Gottes geistiger Tempelvorkehrung dar?
12 In Verbindung mit Jesus Christus stellt der innere Vorhof der Priester Jesu Sündenlosigkeit als vollkommener menschlicher Sohn Gottes dar. Gesalbten Nachfolgern Christi wird Gerechtigkeit zugerechnet, weil sie Glauben an Jesu Opfer ausüben. Gott kann zu Recht mit ihnen so handeln, als ob sie sündenlos wären (Römer 5:1; 8:1, 33). Dieser Vorhof stellt deshalb auch den einem Menschen zugerechneten gerechten Stand dar, in dem sich die einzelnen Glieder der heiligen Priesterschaft vor Gott befinden. Gesalbte Christen sind allerdings immer noch unvollkommen und können Sünden begehen. Das Wasserbecken im Vorhof stellt Gottes Wort dar, das der Hohepriester zur fortschreitenden Reinigung der heiligen Priesterschaft benutzt. Dadurch, daß sich die Priesterschaft diesem Reinigungsprozeß unterzieht, hat sie eine würdige Erscheinung, die Gott ehrt und Außenstehende zu seiner reinen Anbetung zieht (Epheser 5:25, 26; vergleiche Maleachi 3:1-3).
Das Heilige
13, 14. (a) Was stellt das Heilige des Tempels in Verbindung mit Jesus und seinen gesalbten Nachfolgern dar? (b) Was wird durch den goldenen Leuchter dargestellt?
13 Das erste Abteil des Tempels stellt einen höheren Stand dar als der Vorhof. Im Fall des vollkommenen Menschen Jesus Christus veranschaulicht es seine Wiedergeburt als geistiger Sohn Gottes, der zu himmlischem Leben zurückkehren sollte. Die gesalbten Nachfolger Christi verspüren, nachdem sie auf der Grundlage ihres Glaubens an sein vergossenes Blut gerechtgesprochen worden sind, ebenfalls diese besondere Wirkung des Geistes Gottes (Römer 8:14-17). Durch „Wasser [das heißt ihre Taufe] und Geist“ sind sie als geistige Söhne Gottes wiedergeboren worden. Dadurch haben sie die Hoffnung, als Geistsöhne Gottes zu himmlischem Leben auferweckt zu werden, vorausgesetzt, daß sie bis zum Tod treu bleiben (Johannes 3:5, 7; Offenbarung 2:10).
14 Die Priester, die im Heiligen des irdischen Tempels Dienst verrichteten, konnten von den Anbetern, die sich draußen befanden, nicht gesehen werden. In ähnlicher Weise kann die Mehrheit der Anbeter Gottes — deren Hoffnung es ist, für immer auf einer paradiesischen Erde zu leben — an dem geistigen Zustand gesalbter Christen weder einen Anteil haben noch ihn völlig verstehen. Der goldene Leuchter in der Stiftshütte stellt den erleuchteten Zustand der gesalbten Christen dar. Durch das Wirken des heiligen Geistes Gottes — vergleichbar mit dem Öl in den Lampen — wird Licht auf die Bibel geworfen. Das Verständnis, das die Christen auf Grund dessen erlangen, behalten sie nicht für sich. Sie gehorchen statt dessen den Worten Jesu: „Ihr seid das Licht der Welt. ... laßt euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure vortrefflichen Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen“ (Matthäus 5:14, 16).
15. Was stellt das Brot auf dem Schaubrottisch dar?
15 Zur Bewahrung dieses erleuchteten Zustands müssen sich gesalbte Christen regelmäßig von dem ernähren, was durch das Brot auf dem Schaubrottisch dargestellt wird. Ihre hauptsächliche Quelle der geistigen Speise ist das Wort Gottes, mit dem sie sich möglichst jeden Tag durch Lesen und Nachsinnen beschäftigen. Jesus verhieß auch, sie durch seinen „treuen und verständigen Sklaven“ mit „Speise zur rechten Zeit“ zu versorgen (Matthäus 24:45). Dieser „Sklave“ setzt sich aus all jenen gesalbten Christen zusammen, die sich irgendwann gleichzeitig auf der Erde befinden. Christus bedient sich dieser gesalbten Gruppe, um Aufschluß über die Erfüllung biblischer Prophezeiungen zu veröffentlichen und aktuelle Anleitung zur Anwendung biblischer Grundsätze im heutigen Alltagsleben zu geben. Die gesalbten Christen machen sich daher voller Wertschätzung sämtliche geistigen Vorkehrungen zunutze. Für die Erhaltung ihres geistigen Lebens ist allerdings mehr erforderlich, als lediglich Erkenntnis über Gott in ihren Sinn und in ihr Herz aufzunehmen. Jesus sagte: „Meine Speise ist, daß ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollende“ (Johannes 4:34). Für gesalbte Christen ist es ebenfalls eine befriedigende Erfahrung, täglich den geoffenbarten Willen Gottes auszuführen.
16. Was wird durch den Dienst am Räucheraltar dargestellt?
16 Morgens und abends brachte ein Priester auf dem Räucheraltar im Heiligen Gott Räucherwerk dar. Gleichzeitig beteten nichtpriesterliche Anbeter, die in den äußeren Vorhöfen des Tempels standen, zu Gott (Lukas 1:8-10). „Das Räucherwerk bedeutet die Gebete der Heiligen“ wird in der Bibel erklärt (Offenbarung 5:8). „Mein Gebet sei als Räucherwerk vor dir bereitet“, schrieb der Psalmist David (Psalm 141:2). Auch die gesalbten Christen schätzen ihr Vorrecht, sich Jehova im Gebet durch Jesus Christus zu nahen. Inbrünstige Gebete, die aus dem Herzen kommen, gleichen wohlriechendem Räucherwerk. Die gesalbten Christen preisen ihren Gott auch auf andere Weise und gebrauchen ihre Lippen, um andere zu belehren. Ihr Ausharren trotz Härten und ihre Lauterkeit unter Prüfungen sind Gott besonders wohlgefällig (1. Petrus 2:20, 21).
17. Was schloß die Erfüllung des prophetischen Vorbilds ein, das am Sühnetag durch das erste Eintreten des Hohenpriesters in das Allerheiligste gegeben wurde?
17 Am Sühnetag mußte der israelitische Hohepriester das Allerheiligste betreten und in einem goldenen Räucherfaß, das glühende Kohlen enthielt, Räucherwerk verbrennen. Das mußte geschehen, bevor er das Blut der Sündopfer hereinbrachte. In Erfüllung dieses prophetischen Bildes bewahrte der Mensch Jesus völlig die Lauterkeit Jehova Gott gegenüber, bevor er sein Leben als immerwährendes Opfer für unsere Sünden darbrachte. Dadurch bewies er, daß ein vollkommener Mensch die Lauterkeit Gott gegenüber bewahren kann, ganz gleich, welchen Druck Satan auf ihn ausübt (Sprüche 27:11). Als Jesus auf die Probe gestellt wurde, betete er „mit starkem Schreien und Tränen ..., und er wurde wegen seiner Gottesfurcht erhört“ (Hebräer 5:7). Auf diese Weise verherrlichte er Jehova als den gerechten und rechtmäßigen Souverän des Universums. Gott belohnte Jesus dadurch, daß er ihn zu unvergänglichem Leben im Himmel auferweckte. In seiner erhabenen Stellung wendet Jesus seine Aufmerksamkeit dem zu, wozu er außerdem auf die Erde gekommen war, nämlich reumütige sündige Menschen mit Gott zu versöhnen (Hebräer 4:14-16).
Die größere Herrlichkeit des geistigen Tempels Gottes
18. Wodurch verlieh Jehova seinem geistigen Tempel besondere Herrlichkeit?
18 „Größer wird die Herrlichkeit dieses späteren Hauses werden als die des früheren“, hatte Jehova vorausgesagt (Haggai 2:9). Jehova verlieh dadurch, daß er Jesus als unsterblichen König und Hohenpriester auferweckte, seinem geistigen Tempel besondere Herrlichkeit. Jesus ist nun in der Lage, „die ewige Rettung all derer ..., die ihm gehorchen“, zu bewirken (Hebräer 5:9). Die ersten, die einen entsprechenden Gehorsam bewiesen, waren die 120 Jünger, die zu Pfingsten 33 u. Z. heiligen Geist empfingen. Im Bibelbuch Offenbarung wurde vorausgesagt, daß sich die Zahl der geistigen Söhne Israels schließlich auf 144 000 belaufen würde (Offenbarung 7:4). Nach ihrem Tod mußten viele von ihnen ohne Bewußtsein im allgemeinen Grab der Menschheit warten bis zur Gegenwart Jesu in königlicher Macht. Die prophetische Chronologie in Daniel 4:10-17, 20-27 weist auf 1914 als den Zeitpunkt hin, wo Jesus inmitten seiner Feinde zu regieren begann (Psalm 110:2). Bereits Jahrzehnte im voraus blickten gesalbte Christen diesem Jahr mit Spannung entgegen. Der Erste Weltkrieg und die damit einhergehenden Wehe, die über die Menschheit kamen, lieferten den Beweis, daß Jesus tatsächlich 1914 als König inthronisiert worden war (Matthäus 24:3, 7, 8). Kurz darauf, als die Zeit gekommen war, daß ‘das Gericht beim Hause Gottes anfing’, erfüllte Jesus das Versprechen, das er seinen gesalbten Jüngern, die im Tod entschlafen würden, gegeben hatte: „Ich [komme] wieder und will euch heimnehmen zu mir“ (1. Petrus 4:17; Johannes 14:3).
19. Wie wird der Überrest der 144 000 Zutritt zum himmlischen Allerheiligsten erhalten?
19 Die 144 000 Glieder der heiligen Priesterschaft sind noch nicht alle endgültig versiegelt und zu ihrer himmlischen Wohnstätte versammelt worden. Ein Überrest von ihnen lebt noch auf der Erde in dem geistigen Stand, der durch das Heilige dargestellt wurde, getrennt von Gottes heiliger Gegenwart durch den „Vorhang“ oder die Schranke ihres Fleischesleibes. Wenn die Betreffenden in Treue sterben, werden sie unverzüglich als unsterbliche Geistgeschöpfe auferweckt, um sich denjenigen der 144 000 anzuschließen, die bereits im Himmel sind (1. Korinther 15:51-53).
20. Welches wichtige Werk verrichten die Übriggebliebenen der heiligen Priesterschaft gegenwärtig, und mit welchen Ergebnissen?
20 Dadurch, daß im Himmel so viele Priester zusammen mit dem großen Hohenpriester dienen, wird Gottes geistigem Tempel zusätzliche Herrlichkeit zuteil. Die Übriggebliebenen der heiligen Priesterschaft verrichten unterdessen auf der Erde ein wertvolles Werk. Gott läßt durch ihr Predigen „alle Nationen erschüttern“, und zwar durch seine Urteilssprüche, wie in Haggai 2:7 vorausgesagt. Gleichzeitig strömen Millionen von Anbetern, die als „die begehrenswerten Dinge aller Nationen“ bezeichnet werden, in die irdischen Vorhöfe des Tempels Jehovas. Wie passen die Betreffenden in das Bild von Gottes Einrichtung zur Anbetung, und welche künftige Herrlichkeit ist für seinen großen geistigen Tempel zu erwarten? Diese Fragen werden im nächsten Artikel behandelt.
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Der Triumph der wahren Anbetung rückt näherDer Wachtturm 1996 | 1. Juli
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Der Triumph der wahren Anbetung rückt näher
„Jehova wird König werden über die ganze Erde“ (SACHARJA 14:9).
1. Was widerfuhr gesalbten Christen während des Ersten Weltkriegs, und wie war das vorausgesagt worden?
WÄHREND des Ersten Weltkriegs mußten gesalbte Christen von seiten der kriegführenden Nationen manche Härte und teilweise sogar Gefängnisstrafen erdulden. Ihre Opfer des Lobpreises für Jehova waren stark eingeschränkt, und sie gerieten in geistige Gefangenschaft. All das war in Sacharja 14:2 vorausgesagt worden, wo ein internationaler Angriff auf Jerusalem beschrieben wird. Die in dieser Prophezeiung erwähnte Stadt ist das „himmlische Jerusalem“, Gottes himmlisches Königreich und der Ort, wo sich „der Thron Gottes und des Lammes“ befindet (Hebräer 12:22, 28; 13:14; Offenbarung 22:3). Gottes Gesalbte auf der Erde sind Repräsentanten dieser Stadt. Die Treuen unter ihnen überlebten den Angriff und weigerten sich, „aus der Stadt“ ins Exil zu gehen.a
2, 3. (a) Inwiefern triumphiert die Anbetung Jehovas seit 1919? (b) Welche Entwicklung geht seit 1935 vor sich?
2 Im Jahr 1919 kamen die Gesalbten aus der geistigen Gefangenschaft frei, und sie nutzten unverzüglich die auf den Krieg folgende Friedenszeit. Als Gesandte des himmlischen Jerusalem ergriffen sie die großartige Gelegenheit, die gute Botschaft vom Königreich zu predigen und die Einsammlung der letzten Glieder der 144 000 zu unterstützen (Matthäus 24:14; 2. Korinther 5:20). 1931 nahmen sie den passenden biblischen Namen Jehovas Zeugen an (Jesaja 43:10, 12).
3 Seitdem haben Gottes gesalbte Zeugen ständig Fortschritte gemacht. Selbst Hitler konnte sie mit seiner nationalsozialistischen Kriegsmaschine nicht zum Schweigen bringen. Trotz weltweiter Verfolgung hat das Werk der Zeugen auf der ganzen Erde Frucht getragen. Besonders von 1935 an schloß sich ihnen die in der Offenbarung vorausgesagte internationale „große Volksmenge“ an. Auch sie besteht aus Gott hingegebenen, getauften Christen, und diese „haben ihre langen Gewänder gewaschen und sie im Blut des Lammes [Jesus Christus] weiß gemacht“ (Offenbarung 7:9, 14). Aber sie sind keine Gesalbten mit der Hoffnung auf Leben im Himmel. Ihre Hoffnung besteht darin, das zu erben, was Adam und Eva verloren haben, nämlich vollkommenes menschliches Leben auf einer paradiesischen Erde (Psalm 37:29; Matthäus 25:34). Die große Volksmenge zählt heute über fünf Millionen Menschen. Die wahre Anbetung Jehovas triumphiert, ihr vollständiger Triumph steht allerdings noch bevor.
Ausländer in Gottes geistigem Tempel
4, 5. (a) Wo betet die große Volksmenge Jehova an? (b) Welche Vorrechte hat sie, und mit welcher Prophezeiung ist das im Einklang?
4 Wie von den Gliedern der großen Volksmenge vorausgesagt wurde, ‘beten sie Gott Tag und Nacht in seinem Tempel an’ (Offenbarung 7:15, Fußnote). Da sie keine geistigen, priesterlichen Israeliten sind, sah Johannes sie im Tempel wahrscheinlich im äußeren Vorhof der Heiden stehen (1. Petrus 2:5). Wie herrlich der geistige Tempel Jehovas doch dadurch geworden ist, daß seine Höfe mit dieser großen Menge gefüllt sind, die Jehova zusammen mit dem Überrest des geistigen Israel preist!
5 Die große Volksmenge dient Gott nicht in dem Stand, der durch den inneren Vorhof der Priester dargestellt wurde. Ihre Glieder sind nicht gerechtgesprochen worden, um als geistige Söhne Gottes angenommen zu werden (Römer 8:1, 15). Doch weil sie Glauben an Jesu Loskaufsopfer ausüben, haben sie einen reinen Stand vor Jehova. Sie sind gerechtgesprochen worden, um seine Freunde zu sein. (Vergleiche Jakobus 2:21, 23.) Auch sie haben das Vorrecht, auf Gottes geistigem Altar annehmbare Opfer darzubringen. Dadurch erfüllt sich die Prophezeiung aus Jesaja 56:6, 7 auf wunderbare Weise an der großen Volksmenge: „Die Ausländer, die sich Jehova angeschlossen haben, um ihm zu dienen und den Namen Jehovas zu lieben, ... sie will ich dann zu meinem heiligen Berg bringen und sie erfreuen in meinem Haus des Gebets. Ihre Ganzbrandopfer und ihre Schlachtopfer werden zur Annahme auf meinem Altar sein. Denn mein eigenes Haus wird ja ein Haus des Gebets für alle Völker genannt werden.“
6. (a) Was für Opfer bringen die Ausländer dar? (b) Woran werden sie durch den Wasserbehälter im Vorhof der Priester erinnert?
6 Zu den Opfern, die diese Ausländer darbringen, gehört „die Frucht der Lippen [gleich einem Getreideopfer aus Feinmehl], die eine öffentliche Erklärung für seinen [Gottes] Namen abgeben“, sowie „Gutes zu tun und die Dinge mit anderen zu teilen“ (Hebräer 13:15, 16). Der große Behälter, dem die Priester Wasser entnahmen, um sich zu waschen, ist ebenfalls ein bedeutsamer Hinweis für diese Ausländer. Auch sie müssen sich in dem Maß, wie ihnen Gottes Wort fortschreitend verständlicher gemacht wird, einer geistigen und sittlichen Reinigung unterziehen.
Das Heilige und seine Einrichtung
7. (a) Wie betrachtet die große Volksmenge die Vorrechte der heiligen Priesterschaft? (b) Welche zusätzlichen Vorrechte haben einige Ausländer erhalten?
7 Haben das Heilige und seine Einrichtung irgendeine Bedeutung für diese große Volksmenge von Ausländern? Nun, sie werden niemals in den Stand gelangen, der durch das Heilige dargestellt wird. Sie sind nicht als geistige Söhne Gottes mit einem Bürgertum im Himmel wiedergeboren. Doch sind sie deshalb neidisch oder eifersüchtig? Nein. Vielmehr freuen sie sich über ihr Vorrecht, den Überrest der 144 000 zu unterstützen, und sie zeigen tiefe Wertschätzung für Gottes Vorsatz, diese geistigen Söhne anzunehmen, die mit Christus daran beteiligt sein werden, die Menschheit zur Vollkommenheit zu führen. Die große Volksmenge der Ausländer schätzt auch Gottes große unverdiente Güte, ihr die Hoffnung auf ewiges Leben im irdischen Paradies zu gewähren. Einigen dieser Ausländer sind wie den Nethinim in alter Zeit Vorrechte in Verbindung mit der Aufsicht gewährt worden, um die heilige Priesterschaft zu unterstützen (Jesaja 61:5).b Aus ihren Reihen setzt Jesus ‘Fürsten auf der ganzen Erde’ ein (Psalm 45:16).
8, 9. Welchen Nutzen zieht die große Volksmenge aus einer Betrachtung der Ausstattung des Heiligen?
8 Die große Volksmenge der Ausländer wird zwar niemals das gegenbildliche Heilige betreten, aber sie kann aus seiner Ausstattung wertvolle Lehren ziehen. Genauso, wie der Leuchter beständig mit Öl versorgt werden mußte, benötigen die Ausländer heiligen Geist, der ihnen hilft, fortschreitend die Wahrheiten aus Gottes Wort zu begreifen, die ihnen durch den „treuen und verständigen Sklaven“ übermittelt werden (Matthäus 24:45-47). Außerdem hilft ihnen Gottes Geist, folgende Einladung anzunehmen: „Der Geist und die Braut [der gesalbte Überrest] sagen fortwährend: ‚Komm!‘ Und jeder, der es hört, sage: ‚Komm!‘ Und jeder, den dürstet, komme; jeder, der wünscht, nehme Wasser des Lebens kostenfrei“ (Offenbarung 22:17). Der Leuchter ist für die große Volksmenge somit eine Erinnerung an ihre Verpflichtung, als Christen zu leuchten und in ihrer Einstellung, in ihren Gedanken, Worten und Taten alles zu meiden, was Gottes heiligen Geist betrüben würde (Epheser 4:30).
9 Der Schaubrottisch erinnert die Glieder der großen Volksmenge daran, daß sie regelmäßig geistige Speise aus der Bibel und aus Veröffentlichungen des „treuen und verständigen Sklaven“ in sich aufnehmen müssen, um geistig gesund zu bleiben (Matthäus 4:4). Der Räucheraltar macht sie darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, inbrünstig zu Jehova um Hilfe zu beten, damit sie ihre Lauterkeit bewahren können (Lukas 21:36). Ihre Gebete sollten von Herzen kommende Äußerungen des Lobpreises und des Dankes einschließen (Psalm 106:1). Außerdem werden sie durch den Räucheraltar an die Notwendigkeit erinnert, Gott auch auf andere Weise zu preisen, beispielsweise durch das begeisterte Singen von Königreichsliedern anläßlich der christlichen Zusammenkünfte und durch gute Vorbereitung, um eine wirkungsvolle „öffentliche Erklärung ... zur Rettung“ ablegen zu können (Römer 10:10).
Der vollständige Triumph der wahren Anbetung
10. (a) Welche großartigen Erwartungen können wir hegen? (b) Welche Entwicklungen müssen zuvor eintreten?
10 Heute strömen viele Menschen aus allen Nationen zu Jehovas Haus der Anbetung (Jesaja 2:2, 3). Das ist eine Bestätigung der Aussage in Offenbarung 15:4: „Wer wird dich nicht wirklich fürchten, Jehova, und deinen Namen verherrlichen, denn du allein bist loyal? Denn alle Nationen werden kommen und vor dir anbeten, weil deine gerechten Verordnungen offenbar gemacht worden sind.“ Aus Sacharja, Kapitel 14 geht hervor, was noch zu erwarten ist. In naher Zukunft wird die Bosheit der Mehrheit der Menschen einen Höhepunkt erreichen, wenn sie sich ein letztes Mal versammeln, um gegen Jerusalem Krieg zu führen — gegen die auf der Erde befindlichen Repräsentanten des himmlischen Jerusalem. Dann wird Jehova handeln. Als kriegführender Gott wird er „gewiß ausziehen und gegen jene Nationen Krieg führen“, die es wagen, diesen Angriff zu unternehmen (Sacharja 14:2, 3).
11, 12. (a) Wie wird Jehova auf den künftigen globalen Angriff gegen die Anbeter in seinem Tempel reagieren? (b) Wie wird Gottes Krieg ausgehen?
11 „Dies ist, was sich als die schlagartige Plage erweisen wird, mit der Jehova alle Völker plagen wird, die tatsächlich Heeresdienst gegen Jerusalem leisten werden: Jemandes Fleisch wird verwesen, während er auf seinen Füßen steht; und sogar jemandes Augen werden in ihren Höhlen verwesen, und selbst jemandes Zunge wird in seinem Mund verwesen. Und es soll geschehen an jenem Tag, daß Verwirrung von Jehova aus unter ihnen weit verbreitet werden wird; und sie werden tatsächlich ein jeder die Hand seines Gefährten ergreifen, und seine Hand wird sich tatsächlich gegen die Hand seines Gefährten erheben“ (Sacharja 14:12, 13).
12 Wir werden abwarten müssen, ob diese schlagartige Plage buchstäblich oder sinnbildlich zu verstehen ist. Doch eines ist gewiß: Wenn Gottes Feinde vorrücken, um ihren globalen Angriff gegen Jehovas Diener zu unternehmen, wird ihnen durch ehrfurchteinflößende Demonstrationen der Allmacht Gottes Einhalt geboten werden. Ihr Mund wird zum Schweigen gebracht werden. Ihre höhnende Zunge wird gleichsam durch einen Verwesungsprozeß aufgelöst werden. Das Ziel, das sie gemeinsam verfolgt haben, wird vor ihren Augen verschwimmen, als ob diese verwesen würden. Ihre physischen Kräfte, durch die sie sich erdreisten ließen, den Angriff zu unternehmen, werden erlahmen. In ihrer Verwirrung werden sie sich gegeneinander wenden und sich allesamt gegenseitig niedermetzeln. Auf diese Weise werden sämtliche irdischen Feinde der Anbetung Gottes vernichtet werden. Alle Nationen werden schließlich die universelle Souveränität Jehovas anerkennen müssen. Dadurch wird sich folgende Prophezeiung erfüllen: „Jehova wird König werden über die ganze Erde“ (Sacharja 14:9). Anschließend werden Satan und seine Dämonen gebunden, und die Tausendjahrherrschaft Christi wird beginnen, die für die Menschheit großartige Segnungen mit sich bringt (Offenbarung 20:1, 2; 21:3, 4).
Die irdische Auferstehung
13. Wer sind diejenigen, „die übrigbleiben von all den Nationen“?
13 Die Prophezeiung Sacharjas lautet weiter gemäß Kapitel 14, Vers 16: „Es soll geschehen, was alle betrifft, die übrigbleiben von all den Nationen, die gegen Jerusalem kommen, sie sollen dann von Jahr zu Jahr hinaufziehen, um sich vor dem König, Jehova der Heerscharen, niederzubeugen und das Laubhüttenfest zu feiern.“ Wie die Bibel sagt, werden alle heute lebenden Menschen, die am Ende des gegenwärtigen Systems noch am Leben sind und als Feinde der wahren Anbetung abgeurteilt werden, „die richterliche Strafe ewiger Vernichtung erleiden“ (2. Thessalonicher 1:7-9; siehe auch Matthäus 25:31-33, 46). Ihnen wird keine Auferstehung gewährt werden. Zu denen, „die übrigbleiben“, gehören daher wahrscheinlich Menschen aus den Nationen, die vor Gottes Schlußkrieg gestorben sind und für die es eine biblisch begründete Hoffnung auf eine Auferstehung gibt. „Die Stunde kommt“, verhieß Jesus, „in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören und herauskommen werden, die, welche Gutes getan haben, zu einer Auferstehung des Lebens, die, welche Schlechtes getrieben haben, zu einer Auferstehung des Gerichts“ (Johannes 5:28, 29).
14. (a) Was müssen die Auferstandenen tun, um ewiges Leben zu empfangen? (b) Was wird mit Personen geschehen, die sich Jehova nicht hingeben und die wahre Anbetung nicht ausüben wollen?
14 All diese Auferstandenen müssen etwas tun, damit sich ihre Auferstehung als eine Auferstehung des Lebens erweist und nicht als eine Auferstehung des Gerichts. Sie müssen in die irdischen Vorhöfe des Tempels Jehovas kommen und sich Gott durch Jesus Christus hingeben. Über Auferstandene, die sich weigern, das zu tun, wird dieselbe schlagartige Plage kommen wie über die heutigen Nationen (Sacharja 14:18). Wie viele Auferstandene werden sich wohl freudig der großen Volksmenge bei der Feier des gegenbildlichen Laubhüttenfestes anschließen? Es werden zweifellos viele sein, und Jehovas großer geistiger Tempel wird auf Grund dessen noch herrlicher werden.
Das gegenbildliche Laubhüttenfest
15. (a) Was waren einige Besonderheiten des israelitischen Laubhüttenfestes in alter Zeit? (b) Warum wurden im Verlauf des Festes 70 Stiere geopfert?
15 Im alten Israel mußte jedes Jahr das Laubhüttenfest gefeiert werden. Das einwöchige Fest fand am Ende der Erntezeit statt. Es war eine Zeit der Freude und der Danksagung. Während jener Woche mußten die Israeliten in behelfsmäßigen Unterkünften leben, die mit dem Laub von Bäumen, vor allem mit Palmzweigen, gedeckt waren. Dieses Fest erinnerte die Israeliten daran, daß Gott ihre Vorväter aus Ägypten gerettet hatte und daß er für sie gesorgt hatte, als sie in Hütten wohnten, während sie 40 Jahre durch die Wildnis wanderten, bis sie das Land der Verheißung erreichten (3. Mose 23:39-43). Im Verlauf des Festes wurden 70 Stiere auf dem Tempelaltar geopfert. Dieser Bestandteil des Festes war offensichtlich eine prophetische Vorschau auf das vollkommene lebensrettende Werk, das Jesus Christus durchführte. Der Nutzen seines Loskaufsopfers wird schließlich den zahllosen Nachkommen der 70 Familien der Menschheit zugute kommen, die von Noah abstammen (1. Mose 10:1-29; 4. Mose 29:12-34; Matthäus 20:28).
16, 17. (a) Wann begann das gegenbildliche Laubhüttenfest, und wie wurde es fortgesetzt? (b) Inwiefern ist die große Volksmenge an dem Fest beteiligt?
16 Das damalige Laubhüttenfest wies somit auf die freudige Einsammlung von losgekauften Sündern in den großen geistigen Tempel Jehovas hin. Das gegenbildliche Laubhüttenfest begann Pfingsten 33 u. Z., als die freudige Einsammlung der geistigen Israeliten in die Christenversammlung ihren Anfang nahm (Apostelgeschichte 2:41, 46, 47). Diese Gesalbten waren sich bewußt, daß sie „zeitweilig Ansässige“ in der Welt Satans waren, denn ihr wahres „Bürgerrecht besteht in den Himmeln“ (1. Petrus 2:11; Philipper 3:20). Das freudige Fest wurde vorübergehend durch die Abtrünnigkeit überschattet, die zur Entstehung der Christenheit führte (2. Thessalonicher 2:1-3). Doch von 1919 an wurde das Fest mit der freudigen Einsammlung der letzten Glieder der 144 000 fortgesetzt, an die sich die Einsammlung der internationalen großen Volksmenge aus Offenbarung 7:9 angeschlossen hat.
17 Die große Volksmenge wird mit Palmzweigen in den Händen beschrieben, was zeigt, daß auch sie freudig das gegenbildliche Laubhüttenfest feiert. Als Gott hingegebene Christen beteiligen sie sich voller Freude am Werk der Einsammlung von weiteren Anbetern in den Tempel Jehovas. Da sie Sünder sind, ist ihnen bewußt, daß auch sie kein dauerhaftes Wohnrecht auf der Erde haben. Sie müssen zusammen mit denjenigen, die in der Zukunft auferweckt werden, weiterhin Glauben an das Loskaufsopfer ausüben, bis sie am Ende der Tausendjahrherrschaft Christi menschliche Vollkommenheit erreicht haben werden (Offenbarung 20:5).
18. (a) Was wird am Ende der Tausendjahrherrschaft Christi geschehen? (b) Wie wird die wahre Anbetung Jehovas schließlich triumphieren?
18 Dann werden die Anbeter Gottes auf der Erde in menschlicher Vollkommenheit vor ihm stehen und keine himmlische Priesterschaft mehr benötigen. Für Jesus Christus wird die Zeit gekommen sein, „seinem Gott und Vater das Königreich [zu übergeben]“ (1. Korinther 15:24). Satan wird „für eine kleine Weile“ losgelassen werden, um die zur Vollkommenheit gelangte Menschheit zu prüfen. Alle Untreuen werden zusammen mit Satan und seinen Dämonen für immer vernichtet werden. Denjenigen, die treu bleiben, wird ewiges Leben gewährt werden. Sie werden allezeit das irdische Paradies bewohnen. Dadurch wird das gegenbildliche Laubhüttenfest zu einem glorreichen, erfolgreichen Abschluß kommen. Die wahre Anbetung wird zum ewigen Ruhm Jehovas und zum ewigen Glück der Menschheit triumphiert haben (Offenbarung 20:3, 7-10, 14, 15).
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