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27. Bibelbuch — Daniel„Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“
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INHALT DES BUCHES DANIEL
7. Was führt dazu, daß Daniel und seine Gefährten in den babylonischen Staatsdienst eintreten?
7 Vorbereitung auf den Staatsdienst (1:1-21). Im Jahre 617 v. u. Z. kommt Daniel mit den gefangenen Juden nach Babylon. Die heiligen Geräte aus dem Tempel in Jerusalem werden ebenfalls mitgebracht, um in einem heidnischen Schatzhaus aufbewahrt zu werden. Daniel und seine drei hebräischen Gefährten gehören zu den jüdischen Jünglingen fürstlicher Herkunft, die für einen dreijährigen Schulungskurs im Palast des Königs ausgewählt werden. Daniel ist in seinem Herzen entschlossen, sich nicht mit des Königs heidnischen Delikatessen und seinem Wein zu verunreinigen, und schlägt eine zehntägige Probe mit einer Gemüsekost vor. Die Probe fällt zugunsten Daniels und seiner Gefährten aus, und Gott gibt ihnen Erkenntnis und Weisheit. Nebukadnezar ermächtigt die vier dazu, als Ratgeber vor ihm zu stehen. Der letzte Vers des ersten Kapitels, der vielleicht lange nach der Niederschrift des vorangegangenen Teils hinzugefügt worden ist, deutet an, daß Daniel, etwa 80 Jahre nachdem er ins Exil weggeführt worden war, noch im königlichen Dienst stand, was etwa im Jahre 538 v. u. Z. war.
8. Welchen Traum und welche Deutung enthüllt Gott Daniel, und wie zeigt Nebukadnezar seine Wertschätzung?
8 Traum von dem schrecklichen Bild (2:1-49). Im zweiten Jahr seines Königtums (wahrscheinlich von der Zerstörung Jerusalems im Jahre 607 v. u. Z. an gerechnet) wird Nebukadnezar durch einen Traum beunruhigt. Seine Magie treibenden Priester sind unfähig, ihm den Traum und dessen Deutung mitzuteilen. Er bietet ihnen große Geschenke an, aber sie beteuern, daß keiner außer den Göttern dem König die Sache, nach der er frage, erklären könne. Der König befiehlt ergrimmt, die weisen Männer zu Tode zu bringen. Da die vier Hebräer ebenfalls von diesem Befehl betroffen sind, bittet Daniel um Zeit, um den Traum zu offenbaren. Daniel und seine Gefährten beten zu Jehova um Führung. Jehova offenbart Daniel den Traum und dessen Bedeutung, wonach er vor den König tritt und sagt: „Es existiert ein Gott in den Himmeln, der ein Offenbarer von Geheimnissen ist, und er hat König Nebukadnezar bekanntgegeben, was im Schlußteil der Tage geschehen soll“ (2:28). Daniel schildert den Traum. Er handelt von einem riesenhaften Standbild. Das Haupt ist aus Gold, seine Brust und seine Arme sind aus Silber, sein Bauch und seine Oberschenkel aus Kupfer und seine Beine aus Eisen, während die Füße teils aus Eisen und teils aus Ton sind. Ein Stein trifft und zermalmt das Standbild und wird zu einem großen Berg, der die ganze Erde füllt. Was ist die Bedeutung all dessen? Daniel tut kund, daß der König von Babylon das Haupt aus Gold ist. Nach seinem Königreich werde ein zweites, ein drittes und ein viertes Königreich folgen. Schließlich „wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das nie zugrunde gerichtet werden wird ... Es wird alle diese Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende bereiten, und selbst wird es für unabsehbare Zeiten bestehen“ (2:44). Aus Dankbarkeit und Wertschätzung preist der König den Gott Daniels als einen „Gott der Götter“ und macht Daniel „zum Herrscher über den ganzen Gerichtsbezirk Babylon und zum Oberpräfekten über alle Weisen Babylons“. Daniels drei Gefährten werden zu Verwaltern im Königreich eingesetzt (2:47, 48).
9. Welche Folgen hat es, daß die drei Hebräer freimütig gegen die Bilderanbetung auftreten?
9 Drei Hebräer überleben den Feuerofen (3:1-30). Nebukadnezar errichtet ein mächtiges Standbild aus Gold, 60 Ellen (27 Meter) hoch, und befiehlt den Herrschern des Reiches, sich zu seiner Einweihung zu versammeln. Beim Klang besonderer Musik sollen alle niederfallen und das Bild anbeten. Wer das nicht tut, soll in den brennenden Feuerofen geworfen werden. Es wird gemeldet, daß sich Daniels drei Gefährten, Schadrach, Meschach und Abednego, nicht gefügt hätten. Sie werden vor den wütenden König gebracht, wo sie freimütig bezeugen: „Unser Gott, dem wir dienen, [kann uns] befreien. ... Das Bild aus Gold, das du aufgerichtet hast, werden wir nicht anbeten“ (3:17, 18). Im Zorn befiehlt der König, den Ofen 7mal mehr als üblich zu heizen und die drei Hebräer zu binden und sie hineinzuwerfen. Die Urteilsvollstrecker werden dabei von der Feuerflamme getötet. Nebukadnezar erschrickt. Was sieht er dort in dem Ofen? Vier Männer wandeln unversehrt mitten im Feuer, und „das Aussehen des vierten gleicht dem eines Sohnes der Götter“ (3:25). Der König fordert die drei Hebräer auf, aus dem Feuer herauszutreten. Sie kommen heraus, unversengt, nicht einmal der Geruch des Feuers ist an ihnen. Zufolge ihres mutigen Eintretens für die wahre Anbetung ruft Nebukadnezar Freiheit der Anbetung für die Juden im ganzen Reich aus.
10. Welchen erschreckenden Traum über „sieben Zeiten“ hat Nebukadnezar, und erfüllt er sich an ihm?
10 Traum von den „sieben Zeiten“ (4:1-37). Dieser Traum erscheint in dem Bericht als Daniels Abschrift einer Staatsurkunde Babylons. Sie wurde von dem gedemütigten Nebukadnezar geschrieben. Nebukadnezar erkennt zuerst die Macht und das Königreich des höchsten Gottes an. Dann erzählt er einen erschreckenden Traum und wie sich dieser an ihm erfüllte. Er sah einen Baum, der bis zum Himmel reichte und für alles Fleisch Obdach und Nahrung lieferte. Ein Wächter rief aus: ‘Haut den Baum um. Beschlagt seinen Wurzelstock mit Eisen und Kupfer. Laßt sieben Zeiten darüber vergehen, und es wird bekannt sein, daß der Höchste der Herrscher im Königreich der Menschheit ist und darüber den niedrigsten der Menschen setzt’ (4:14-17). Daniel deutete den Traum, indem er kundtat, daß der Baum Nebukadnezar darstellte. Die Erfüllung dieses prophetischen Traumes ließ nicht lange auf sich warten. Als sich der König überaus stolz äußerte, wurde er von Wahnsinn befallen und lebte dann sieben Jahre lang wie ein Tier auf dem Feld. Danach wurde seine geistige Gesundheit wiederhergestellt, und er erkannte Jehovas Oberhoheit an.
11. Bei welchem Gelage sieht Belsazar die verhängnisvolle Handschrift, wie deutet Daniel sie, und wie erfüllt sie sich?
11 Belsazars Gastmahl: Handschrift gedeutet (5:1-31). Es ist die verhängnisvolle Nacht vom 5. Oktober 539 v. u. Z. König Belsazar, der Sohn Nabonids, veranstaltet als Mitregent von Babylon ein großes Gastmahl für tausend seiner Großen. Unter der Einwirkung von Wein verlangt der König die goldenen und silbernen Gefäße aus dem Tempel Jehovas, und aus diesen trinken Belsazar und seine Gäste in ihrer Ausschweifung, wobei sie ihre heidnischen Götter preisen. Augenblicklich erscheint eine Hand und schreibt eine mysteriöse Botschaft an die Wand. Der König ist erschrocken. Seine Weisen können die Schrift nicht deuten. Schließlich wird Daniel hereingebracht. Der König bietet ihm an, ihn zum Dritten im Königreich zu machen, wenn er die Schrift lesen und deuten könne, aber Daniel sagt, er solle seine Geschenke für sich behalten. Dann macht er die Schrift und ihre Bedeutung bekannt: „MENE, MENE, TEKEL und PARSIN ... Gott hat die Tage deines Königreiches gezählt und ihm ein Ende gemacht ..., du bist auf der Waage gewogen und als zu leicht befunden worden ..., dein Königreich ist geteilt und den Medern und den Persern gegeben worden“ (5:25-28). In derselben Nacht wird Belsazar getötet, und Darius, der Meder, empfängt das Königreich.
12. Wie wird ein Anschlag gegen Daniel vereitelt, und welchen Erlaß gibt Darius dann heraus?
12 Daniel in der Löwengrube (6:1-28). Hohe Beamte in der Regierung des Darius sinnen auf Unheil gegen Daniel, und sie bewirken, daß der König ein Gesetz verabschiedet, wonach es für 30 Tage verboten ist, an irgendeinen Gott oder Menschen außer dem König eine Bitte zu richten. Jeder, der nicht gehorcht, soll den Löwen vorgeworfen werden. Daniel weigert sich, dieses Gesetz, das seine Anbetung beeinträchtigt, zu befolgen, und wendet sich im Gebet an Jehova. Er wird in die Löwengrube geworfen. Durch ein Wunder verschließt Jehovas Engel das Maul der Löwen, und am nächsten Morgen ist der König froh, Daniel unversehrt vorzufinden. Die Feinde werden jetzt den Löwen zum Fraß vorgeworfen, und der König gibt einen Erlaß heraus, wonach der Gott Daniels als „der lebendige Gott“ zu fürchten ist (6:26). Daniel hat im Staatsdienst weiter Gelingen bis in die Regierungszeit des Cyrus.
13. Welche Vision hat Daniel in einem Traum in bezug auf vier Tiere und die Herrschaft des Königreiches?
13 Visionen von den Tieren (7:1—8:27). Wir kehren zum „ersten Jahr Belsazars“ zurück, dessen Regierung offenbar 553 v. u. Z. begann. Daniel hat selbst einen Traum, den er in Aramäisch aufzeichnet.g Er sieht der Reihe nach vier riesige und schreckliche Tiere. Das vierte ist ungewöhnlich stark, und ein kleines Horn steigt zwischen seinen anderen Hörnern auf und redet „großtönende Dinge“ (7:8). Der Alte an Tagen erscheint und setzt sich. „Tausend Tausende“ dienen ihm. Einer „wie ein Menschensohn“ kommt vor ihn, und diesem wird „Herrschaft und Würde und Königtum gegeben, damit die Völker, Völkerschaften und Sprachen alle ihm dienen sollten“ (7:10, 13, 14). Daniel wird dann die Deutung der Vision von den vier Tieren mitgeteilt. Sie stellen vier Könige oder Königreiche dar. Zwischen den zehn Hörnern des vierten Tieres steigt ein kleines Horn auf. Es wird mächtig und führt Krieg gegen die Heiligen. Jedoch schreitet das himmlische Gericht ein, um „das Königreich und die Herrschaft und die Größe der Königreiche unter allen Himmeln ... dem Volk der Heiligen des Allerhöchsten“ zu geben (7:27).
14. Welche Vision hat Daniel von einem Ziegenbock und einem zweihörnigen Widder? Wie erklärt Gabriel sie?
14 Zwei Jahre später, lange vor Babylons Fall, sieht Daniel eine weitere Vision, die er in Hebräisch aufzeichnet. Ein Ziegenbock mit einem auffälligen Horn zwischen seinen Augen kämpft mit einem stolzen Widder, der zwei Hörner hat, und überwindet ihn. Das große Horn des Ziegenbocks wird zerbrochen, vier kleinere Hörner kommen hervor, und aus einem von diesen kommt ein kleines Horn, das groß wird, so daß es sogar das Heer des Himmels herausfordert. Eine Zeitspanne von 2 300 Tagen wird vorhergesagt, die vergehen soll, bis die heilige Stätte „in ihren rechten Zustand gebracht“ würde (8:14). Gabriel erklärt Daniel die Vision. Der Widder steht für die Könige von Medien und Persien. Der Ziegenbock ist der König von Griechenland, dessen Königreich in vier Königreiche zerbrochen werden soll. Später wird ein König grimmigen Gesichts „gegen den Fürsten der Fürsten“ aufstehen. Da die Vision noch „für viele Tage“ ist, muß Daniel sie einstweilen geheimhalten (8:25, 26).
15. Was veranlaßt Daniel, zu Jehova zu beten, und was macht Gabriel jetzt im Hinblick auf „siebzig Wochen“ bekannt?
15 Der Messias, der Führer, vorhergesagt (9:1-27). Im ‘ersten Jahr des Darius von den Medern’ untersucht Daniel die Prophezeiung Jeremias. Daniel erkennt, daß sich die vorhergesagte 70jährige Verwüstung Jerusalems ihrem Abschluß nähert, und bekennt im Gebet zu Jehova seine eigenen Sünden und diejenigen Israels (Dan. 9:1-4; Jer. 29:10). Gabriel erscheint, um bekanntzugeben, daß es „siebzig Wochen“ geben wird, „um die Übertretung zu beendigen und der Sünde ein Ende zu bereiten und für Vergehung Sühne zu leisten“. Der Messias, der Führer, wird am Ende von 69 Wochen kommen und anschließend abgeschnitten werden. Der Bund wird bis zum Ende der 70. Woche für die vielen in Kraft behalten werden, und schließlich soll es Verwüstung und eine Ausrottung geben (Dan. 9:24-27).
16. Unter welchen Umständen erscheint Daniel erneut ein Engel?
16 Norden gegen Süden, Michael steht auf (10:1 bis 12:13). Es ist ‘das dritte Jahr des Cyrus’ und somit um 536 v. u. Z., nicht lange nach der Rückkehr der Juden nach Jerusalem. Nach einem dreiwöchigen Fasten befindet sich Daniel am Ufer des Hiddekel (Dan. 10:1, 4; 1. Mo. 2:14). Ihm erscheint ein Engel und erklärt, daß der ‘Fürst von Persien’ seinem Kommen zu Daniel widerstanden habe, daß aber „Michael, einer der ersten Fürsten“, ihm geholfen habe. Er teilt jetzt Daniel eine Vision mit, die für den ‘Schlußteil der Tage’ ist (Dan. 10:13, 14).
17. Welchen prophetischen Geschichtsbericht über den König des Nordens und den König des Südens zeichnet Daniel jetzt auf?
17 Zu Anfang dieser fesselnden Vision ist von der persischen Dynastie und einem künftigen Kampf mit Griechenland die Rede. Ein mächtiger König wird aufstehen und mit ausgedehnter Herrschaft herrschen, aber sein Königreich wird in vier Teile zerbrochen werden. Schließlich wird es zwei lange Königslinien geben, wobei der König des Südens dem König des Nordens feindlich gegenübersteht. Der Machtkampf wird hin und her wogen. Diese unverbesserlich schlechten Könige werden anhaltend an einem Tisch Lüge reden. „Zur bestimmten Zeit“ wird der Krieg wieder aufflammen. Das Heiligtum Gottes soll entheiligt werden, und „das abscheuliche Ding, das Verwüstung verursacht“, wird an seiner Stelle aufgestellt werden (11:29-31). Der König des Nordens wird Verwunderliches gegen den Gott der Götter reden und dem Gott der Festungen Herrlichkeit geben. Wenn sich der König des Südens „in der Zeit des Endes“ auf Zusammenstöße mit dem König des Nordens einläßt, wird der König des Nordens viele Länder überfluten und auch „in das Land der Zierde“ eindringen. Bestürzt über Berichte aus dem Osten und dem Norden, wird er hervorstürmen und „seine Palastzelte zwischen dem großen Meer und dem heiligen Berg der ‚Zierde‘ aufpflanzen“. So wird er „zu seinem Ende kommen müssen, und es wird für ihn keinen Helfer geben“ (11:40, 41, 45).
18. Was folgt, während Michael ‘zugunsten der Söhne des Volkes Gottes’ steht?
18 Die großartige Vision geht weiter: Michael wird ‘zugunsten der Söhne des Volkes Gottes’ stehen. Eine in der Menschheitsgeschichte noch nicht dagewesene „Zeit der Bedrängnis“ soll eintreten, aber wer in dem Buch geschrieben gefunden wird, wird entrinnen. Viele werden aus dem Staub zu ewigem Leben erwachen, „und die, die Einsicht haben, werden leuchten wie der Glanz der Ausdehnung“. Sie werden viele zur Gerechtigkeit führen. Daniel soll das Buch „bis zur Zeit des Endes“ versiegeln. „Wie lange wird es bis zum Ende der wunderbaren Dinge sein?“ Der Engel erwähnt Zeitabschnitte von dreieinhalb Zeiten, 1 290 Tagen und 1 335 Tagen und daß nur ‘die, die Einsicht haben, es verstehen werden’. Glücklich sind sie! Schließlich gibt der Engel Daniel die ermutigende Verheißung, daß er ruhen und zu seinem Los „am Ende der Tage“ aufstehen werde (12:1, 3, 4, 6, 10, 13).
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27. Bibelbuch — Daniel„Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“
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„Daniel“ (hebräisch: Danijjéʼl) bedeutet „Mein Richter ist Gott“. Hesekiel, ein Zeitgenosse Daniels, bestätigt, daß Daniel tatsächlich gelebt hat, indem er ihn zusammen mit Noah und Hiob nennt (Hes. 14:14, 20; 28:3). Daniel datiert den Anfang seines Buches in das ‘dritte Jahr des Königtums Jojakims, des Königs von Juda’. Das war 618 v. u. Z., Jojakims drittes Jahr als Vasallenkönig Nebukadnezars.a Daniel hatte prophetische Visionen bis zum dritten Jahr des Cyrus, etwa 536 v. u. Z. (Dan. 1:1; 2:1; 10:1, 4). Daniels Lebenszeit ist wirklich ein ereignisreicher Zeitabschnitt. Seine Kindheit verbrachte er unter Gottes Königreich in Juda. Dann wurde er als jugendlicher Fürst mit seinen vornehmen jüdischen Gefährten nach Babylon gebracht, wo er den Aufstieg und den Fall jener dritten Weltmacht der biblischen Geschichte miterlebte. Daniel lebte so lange, daß er als Regierungsbeamter in der vierten Weltmacht, Medo-Persien, diente. Er muß nahezu hundert Jahre gelebt haben.
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