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    Der Wachtturm 1992 | 15. Dezember
    • Jehova tut Wunderdinge

      „Du bist groß und tust Wunderdinge; du bist Gott, du allein“ (PSALM 86:10).

      1, 2. (a) Was haben die Erfindungen des Menschen für die Welt gebracht? (b) Woraus können wir Hoffnung auf etwas Besseres schöpfen?

      DER moderne Mensch mag sich damit brüsten, herausragende Erfindungen gemacht zu haben — die elektrischen Geräte, die Telekommunikation, die Videotechnik, das Automobil, das Passagierdüsenflugzeug und die Computertechnik. Dadurch wurde die Welt zu einem Dorf. Aber was für ein Dorf! Statt daß es Frieden, Wohlfahrt und Überfluß für alle gibt, wird die Menschheit von mörderischen Kriegen, von Verbrechen, Terrorismus, Umweltverschmutzung, Krankheit und Armut heimgesucht. Und die in der ganzen Welt stationierten Atomwaffen können trotz einer zahlenmäßigen Reduzierung das Menschengeschlecht immer noch auslöschen. Die Händler des Todes, die Waffenhersteller, machen auf der Erde weiterhin das größte Geschäft. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Könnte irgend jemand daran etwas ändern?

      2 Ja! Denn es gibt jemand, der Befreiung zusichert, „jemand, der höher ist als der Hohe“ — Jehova Gott (Prediger 5:8). Er veranlaßte die Niederschrift der Psalmen, die für Zeiten der Bedrängnis viel Trost vermitteln und weisen Rat geben. Dazu gehört auch der 86. Psalm, dessen einfache Überschrift lautet: „Ein Gebet Davids.“ Es handelt sich um ein Gebet, das wir uns zu eigen machen können.

      Niedergedrückt, aber loyal

      3. Welches ermunternde Beispiel gibt David für uns heute?

      3 David schrieb diesen Psalm in einer Zeit der Bedrängnis. Da wir heute in den „letzten Tagen“ des von Satan beherrschten Systems leben, in ‘kritischen Zeiten, mit denen man schwer fertig wird’, stehen wir vor ähnlichen Problemen (2. Timotheus 3:1; siehe auch Matthäus 24:9-13). David erging es nicht anders als uns, auch er war besorgt und niedergeschlagen wegen der Probleme, die auf ihm lasteten. Doch er ließ niemals zu, daß solche Prüfungen seine Loyalität und sein Vertrauen zu seinem Schöpfer schwächten. Er rief aus: „Neige, o Jehova, dein Ohr, antworte mir, denn ich bin niedergedrückt und arm. O behüte doch meine Seele, denn ich bin loyal. Rette deinen Knecht — du bist mein Gott —, der auf dich vertraut“ (Psalm 86:1, 2).

      4. Wie können wir unsere Zuversicht zum Ausdruck bringen?

      4 Wie David können wir die Zuversicht hegen, daß Jehova, „der Gott allen Trostes“, sein Ohr in Richtung Erde neigen und unsere demütigen Gebete erhören wird (2. Korinther 1:3, 4). Weil wir unserem Gott absolut vertrauen, können wir folgenden Rat Davids befolgen: „Wirf deine Bürde auf Jehova, und er selbst wird dich stützen. Niemals wird er zulassen, daß der Gerechte wankt“ (Psalm 55:22).

      Vertrautheit mit Jehova

      5. (a) Wodurch wurden in einigen genauen Übersetzungen die Irrtümer der jüdischen Schriftgelehrten rückgängig gemacht? (b) Wie wird Jehova im 85. und im 86. Psalm verherrlicht? (Siehe Fußnote.)

      5 Im 86. Psalm gebrauchte David 11mal den Ausdruck „o Jehova“. Wie inbrünstig ist doch Davids Gebet und wie eng seine Vertrautheit mit Jehova! In späterer Zeit erschien den jüdischen Schriftgelehrten, vor allem den Sopherim, eine so vertraute Verwendung des Gottesnamens unpassend. Sie förderten eine abergläubische Furcht davor, den Namen zu mißbrauchen. Da sie außer acht ließen, daß der Mensch im Bilde Gottes erschaffen wurde, lehnten sie es ab, Gott Eigenschaften zuzuschreiben, die auch Menschen eigen sind. Deshalb ersetzten sie allein im hebräischen Text dieses Psalms an 7 der 11 Stellen, wo der göttliche Name vorkommt, den Namen JHWH (Jehova) durch den Titel ʼAdhonáj (Herr). Wir können dankbar sein, daß dem göttlichen Namen in der Neuen-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift sowie in einer Reihe weiterer genauer Übersetzungen wieder der ihm zustehende Platz eingeräumt wurde. Dadurch wird unser Verhältnis zu Jehova in gebührender Weise hervorgehoben.a

      6. Wie können wir zeigen, daß der Name Jehovas für uns kostbar ist?

      6 Das Gebet Davids lautet weiter: „Erweise mir Gunst, o Jehova, denn zu dir rufe ich unablässig den ganzen Tag. Laß die Seele deines Knechtes sich freuen, denn zu dir, o Jehova, erhebe ich meine eigene Seele“ (Psalm 86:3, 4). Beachten wir, daß David unablässig „den ganzen Tag“ zu Jehova rief. Ja, als er ein Flüchtling in der Wildnis war, verbrachte er auch die Nacht oft im Gebet (Psalm 63:6, 7). In ähnlicher Weise haben heute Zeugen Jehovas im Fall einer drohenden Vergewaltigung oder eines anderen verbrecherischen Angriffs laut zu Jehova gerufen. Sie waren manchmal überrascht über den günstigen Ausgang.b Jehovas Name ist für uns genauso kostbar, wie er es für ‘Jesus Christus, den Sohn Davids’, während seines irdischen Lebens war. Jesus lehrte seine Jünger, um die Heiligung des Namens Jehovas zu beten, und er offenbarte ihnen, wofür dieser Name steht (Matthäus 1:1; 6:9; Johannes 17:6, 25, 26).

      7. Welche Beispiele haben wir dafür, daß Jehova die Seele seiner Diener erhebt, und wie sollten wir darauf reagieren?

      7 David erhob seine Seele, sein gesamtes Ich, zu Jehova. Gemäß Psalm 37:5 ermunterte er uns, es ihm gleichzutun: „Wälze deinen Weg auf Jehova, und verlaß dich auf ihn, und er selbst wird handeln.“ Somit wird Jehova unser Bitten, daß sich unsere Seele freuen möge, nicht überhören. Viele Diener Jehovas bewahren die Lauterkeit und setzen ihren Dienst für ihn freudig fort — und das trotz Härten, Verfolgung und Krankheit. Unsere Brüder in den vom Krieg zerrissenen Gebieten Afrikas, wie zum Beispiel in Angola, Liberia, Mosambik und Zaire, stellen den Dienst Jehovas in ihrem Leben weiterhin allem voran.c Jehova bewirkt tatsächlich, daß sie eine reiche geistige Ernte einbringen. Wir müssen genauso ausharren wie sie (Römer 5:3-5). Und wenn wir ausharren, wird uns zugesichert: „Die Vision ist noch für die bestimmte Zeit, und sie geht keuchend dem Ende zu ... Sie wird sich nicht verspäten“ (Habakuk 2:3). Voller Zuversicht und voll Vertrauen auf Jehova wollen auch wir weiterhin ‘keuchend auf das Ende zugehen’.

      Jehovas Güte

      8. Welche Vertrautheit können wir mit Jehova haben, und wie hat er seine Güte zum Ausdruck gebracht?

      8 David äußerte eine weitere inständige Bitte: „Du, o Jehova, bist gut und zum Vergeben bereit; und überströmend ist die liebende Güte all denen gegenüber, die dich anrufen. Schenk doch Gehör, o Jehova, meinem Gebet; und merke doch auf die Stimme meiner flehentlichen Bitten. Am Tag meiner Bedrängnis will ich dich anrufen, denn du wirst mir antworten“ (Psalm 86:5-7). „O Jehova“ — immer wieder erschaudern wir angesichts der Vertrautheit dieser Anrede. Es handelt sich um eine Vertrautheit, die durch das Gebet ständig gepflegt werden kann. David betete bei einer anderen Gelegenheit: „Der Sünden meiner Jugend und meiner Auflehnungen o gedenke nicht. Gemäß deiner liebenden Güte gedenke du meiner, um deiner Güte willen, o Jehova“ (Psalm 25:7). Jehova ist der Inbegriff der Güte — weil er Jesus das Lösegeld erbringen ließ, weil er reumütigen Sündern Barmherzigkeit erweist und weil er gegenüber seinen loyalen und dankbaren Zeugen liebende Güte übt (Psalm 100:3-5; Maleachi 3:10).

      9. Welche Zusicherung sollten sich reumütige Sünder in den Sinn rufen?

      9 Sollten wir wegen früherer Fehler besorgt sein? Haben wir inzwischen gerade Bahn für unsere Füße gemacht, erfüllt es uns mit neuem Mut, wenn wir an die Zusicherung des Apostels Petrus denken, die er Bereuenden gab, nämlich daß „Zeiten der Erquickung“ von Jehova kommen werden (Apostelgeschichte 3:19). Bleiben wir Jehova nahe, indem wir zu ihm beten, und zwar durch unseren Loskäufer, Jesus, der liebevollerweise sagte: „Kommt zu mir alle, die ihr euch abmüht und die ihr beladen seid, und ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin mild gesinnt und von Herzen demütig, und ihr werdet Erquickung finden für eure Seele.“ Da loyale Zeugen heute in Jesu teurem Namen zu Jehova beten, finden sie wirklich Erquickung (Matthäus 11:28, 29; Johannes 15:16).

      10. Wie wird im Buch der Psalmen Jehovas liebende Güte hervorgehoben?

      10 Im Buch der Psalmen wird Jehovas „liebende Güte“ über einhundertmal erwähnt. Eine solche liebende Güte ist gewiß überströmend! Gottes Diener werden in den ersten vier Versen des 118. Psalms aufgefordert, Jehova zu danken, und zwar dadurch, daß es viermal heißt: „Denn seine liebende Güte währt auf unabsehbare Zeit.“ Die liebenswerte Eigenschaft ‘seiner liebenden Güte’ wird im 136. Psalm 26mal hervorgehoben. Ganz gleich, in welcher Hinsicht wir sündigen mögen — und wie es in Jakobus 3:2 heißt, ‘straucheln wir alle oft’ —, sollten wir im Vertrauen auf Jehovas Barmherzigkeit und seine liebende Güte darauf bedacht sein, seine Vergebung zu erlangen. Diese liebende Güte ist ein Ausdruck seiner loyalen Liebe uns gegenüber. Wenn wir weiterhin loyal Gottes Willen tun, wird er seine loyale Liebe dadurch zeigen, daß er uns stärkt, damit wir mit jeder Prüfung fertig werden können (1. Korinther 10:13).

      11. Welche Hilfe können Älteste leisten, um die Schuldgefühle anderer abzubauen?

      11 Gelegentlich mögen uns andere zum Straucheln bringen. Aufgrund psychischer oder physischer Mißhandlung in der Kindheit haben sich bei einigen Schuldgefühle entwickelt, oder sie besitzen kaum Selbstwertgefühl. Wer das Opfer einer solchen Behandlung wurde, kann Jehova in der Zuversicht anrufen, daß er ihn erhören wird (Psalm 55:16, 17). Ein freundlicher Ältester könnte sich bemühen, dem Betreffenden zu der Einsicht zu verhelfen, daß ihn als Opfer keine Schuld trifft. Durch regelmäßige freundliche Anrufe des Ältesten kann ihm so lange geholfen werden, bis er selbst ‘die Bürden tragen’ kann (Galater 6:2, 5).

      12. Warum sind die Bedrängnisse um ein Vielfaches größer geworden, doch wie können wir damit fertig werden?

      12 Es gibt viele weitere bedrückende Umstände, mit denen Jehovas Volk heute fertig werden muß. Vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahre 1914 an wurde die Erde von schweren Unglücksschlägen erschüttert. Wie Jesus voraussagte, waren sie „ein Anfang der Bedrängniswehen“. Die Bedrängnisse sind um ein Vielfaches größer geworden, da der „Abschluß des Systems der Dinge“ immer näher rückt (Matthäus 24:3, 8). Die „kurze Frist“ des Teufels läuft unaufhaltsam ab (Offenbarung 12:12). Wie ein „brüllender Löwe“ auf der Suche nach Beute benutzt der große Widersacher jede erdenkliche List, um uns von der Herde Gottes zu trennen und uns zu vernichten (1. Petrus 5:8). Er wird jedoch keinen Erfolg haben. Denn wie David vertrauen wir vollkommen auf unseren alleinigen Gott, Jehova.

      13. Wie können sich Eltern und ihre Kinder die Güte Jehovas zunutze machen?

      13 David prägte seinem Sohn Salomo zweifellos die Notwendigkeit ein, auf Jehovas Güte zu vertrauen. Daher konnte auch Salomo seinen eigenen Sohn unterweisen: „Vertraue auf Jehova mit deinem ganzen Herzen, und stütze dich nicht auf deinen eigenen Verstand. Beachte ihn auf all deinen Wegen, und er selbst wird deine Pfade gerademachen. Werde nicht weise in deinen eigenen Augen. Fürchte Jehova, und weiche vom Bösen“ (Sprüche 3:5-7). Heute sollten Eltern ihre Kinder ebenfalls darüber belehren, wie sie vertrauensvoll zu Jehova beten und wie sie mit den Angriffen einer herzlosen Welt fertig werden können — beispielsweise mit dem Gruppenzwang in der Schule oder mit Verlockungen zur Unsittlichkeit. Wenn wir unseren Kindern jeden Tag die Wahrheit vorleben, kann sich in ihrem Herzen echte Liebe zu Jehova entwickeln und ein Vertrauensverhältnis zu ihm entstehen, das im Gebet seinen Ausdruck findet (5. Mose 6:4-9; 11:18, 19).

      Jehovas unvergleichliche Werke

      14, 15. Was sind einige der unvergleichlichen Werke Jehovas?

      14 Aus tiefer Überzeugung sagte David: „Da ist keiner gleich dir unter den Göttern, o Jehova, noch gibt es irgendwelche Werke gleich den deinen“ (Psalm 86:8). Jehovas Werke sind größer, großartiger und majestätischer, als sich ein Mensch überhaupt vorstellen kann. Gemäß den Erkenntnissen der heutigen Wissenschaft ist das Universum — seine Größe, Harmonie und Pracht — noch weitaus gewaltiger als alles, was David wahrnehmen konnte. Doch selbst er fühlte sich schon zu der Äußerung veranlaßt: „Die Himmel verkünden die Herrlichkeit Gottes; und die Ausdehnung tut das Werk seiner Hände kund“ (Psalm 19:1).

      15 Jehovas Werke kommen auch auf wunderbare Weise darin zum Ausdruck, wohin er die Erde setzte und wie er sie zubereitete, daß er für Tag und Nacht sorgte, für die Jahreszeiten, für Saat und Ernte sowie für eine Vielzahl von schönen Dingen, die dem Menschen einmal zur Freude dienen sollten. Und wie wunderbar wir selbst gemacht und ausgerüstet sind, damit wir uns an Jehovas Werken, die uns umgeben, erfreuen können! (1. Mose 2:7-9; 8:22; Psalm 139:14).

      16. Worin besteht der größte Ausdruck der Güte Jehovas, und welche weiteren unvergleichlichen Werke wurden dadurch ermöglicht?

      16 Weil unsere Ureltern Gott ungehorsam geworden waren, wodurch die Bedrängnisse ausgelöst wurden, von denen die Erde bis auf den heutigen Tag heimgesucht wird, vollbrachte Jehova aus Liebe ein Wunder, indem er seinen Sohn auf die Erde sandte, damit dieser Gottes Königreich verkündigte und als ein Lösegeld für die Menschheit starb. Und Wunder über Wunder! Jehova auferweckte Christus dann und designierte ihn zu seinem Mitkönig (Matthäus 20:28; Apostelgeschichte 2:32, 34). Aus den loyalen Menschen hat Gott auch „eine neue Schöpfung“ auserwählt, die zusammen mit Christus als wohlwollender „neuer Himmel“ über die Gesellschaft der „neuen Erde“ regieren wird, zu der auch Milliarden von Auferstandenen gehören werden (2. Korinther 5:17; Offenbarung 21:1, 5-7; 1. Korinther 15:22-26). Jehovas Werke werden auf diese Weise einem glorreichen Höhepunkt zustreben. Wir können wahrhaftig ausrufen: „O Jehova, ... [wie] überströmend ist deine Güte, die du aufgespart hast für die, die dich fürchten.“ (Psalm 31:17-19)!

      17. Wie erfüllt sich Psalm 86:9 heute bezüglich der Werke Jehovas?

      17 Jehova bewirkt gegenwärtig unter anderem das, was David in Psalm 86:9 beschrieb: „Alle Nationen, die du gemacht hast, werden selbst kommen, und sie werden sich vor dir niederbeugen, o Jehova, und werden deinem Namen Ehre geben.“ Jehova hat zunächst aus der Menschheit die Übriggebliebenen seiner neuen Schöpfung, der „kleinen Herde“ der Königreichserben, herausgerufen und ist dann darangegangen, aus „allen Nationen“ eine „große Volksmenge“, bestehend aus „anderen Schafen“, einzusammeln — Millionen, die ebenfalls Glauben an das vergossene Blut Jesu ausüben. Diese fügt er in eine dynamische Organisation ein, in die einzige weltweite Gemeinschaft friedliebender Menschen, die es heute auf der Erde gibt. Die himmlischen Heerscharen, die das beobachten, werfen sich vor Jehova nieder und erklären: „Der Segen und die Herrlichkeit und die Weisheit und die Danksagung und die Ehre und die Macht und die Stärke seien unserem Gott für immer und ewig.“ Auch die große Volksmenge verherrlicht den Namen Jehovas, indem sie ihm „Tag und Nacht“ dient, und sie hat die Hoffnung, das Ende der gegenwärtigen Welt zu überleben und für immer auf einer paradiesischen Erde zu leben (Lukas 12:32; Offenbarung 7:9-17; Johannes 10:16).

      Jehovas Größe

      18. Wie hat Jehova bewiesen, daß er ‘allein Gott’ ist?

      18 David lenkte als nächstes die Aufmerksamkeit auf Jehovas Göttlichkeit und sagte: „Du bist groß und tust Wunderdinge; du bist Gott, du allein“ (Psalm 86:10). Von jeher hat Jehova bewiesen, daß er wirklich ‘allein Gott’ ist. Ein tyrannischer ägyptischer Pharao entgegnete Moses herausfordernd: „Wer ist Jehova, daß ich seiner Stimme gehorchen und Israel wegsenden sollte? Ich kenne Jehova überhaupt nicht.“ Doch er mußte bald erfahren, wie groß Jehova ist. Der allmächtige Gott demütigte die Götter und die Magie treibenden Priester Ägyptens dadurch, daß er verheerende Plagen sandte, die erstgeborenen Söhne Ägyptens tötete sowie Pharao und seine Elitetruppe im Roten Meer vernichtete. Unter den Göttern ist wahrhaftig keiner Jehova gleich! (2. Mose 5:2; 15:11, 12).

      19, 20. (a) Wann wird das Lied aus Offenbarung 15:3, 4 einen Höhepunkt erreichen? (b) Wie können wir schon heute einen Anteil an Jehovas Werk haben?

      19 Als alleiniger Gott ist Jehova darangegangen, als Vorbereitung auf die Befreiung seiner gehorsamen Anbeter aus dem neuzeitlichen Ägypten — der Welt Satans — wunderbare Dinge zu tun. Er läßt seine göttlichen Urteilssprüche auf der ganzen Erde zu einem Zeugnis verkünden, und zwar durch den ausgedehntesten Predigtfeldzug der Geschichte, wodurch die Prophezeiung Jesu gemäß Matthäus 24:14 erfüllt wird. Binnen kurzem muß „das Ende“ kommen, wenn Jehova seine Größe in einem noch nie dagewesenen Ausmaß demonstrieren wird, indem er die Erde von aller Bosheit reinigt (Psalm 145:20). Dann wird das Lied Mose und das Lied des Lammes einen Höhepunkt erreichen: „Groß und wunderbar sind deine Werke, Jehova Gott, du Allmächtiger. Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, König der Ewigkeit. Wer wird dich nicht wirklich fürchten, Jehova, und deinen Namen verherrlichen, denn du allein bist loyal?“ (Offenbarung 15:3, 4).

      20 Wir wollen unsererseits eifrig mit anderen über die großartigen Vorsätze Gottes sprechen. (Vergleiche Apostelgeschichte 2:11.) Jehova wird in unseren Tagen und in der Zukunft weiterhin große und wunderbare Dinge tun, wie im nächsten Artikel gezeigt wird.

      [Fußnoten]

      a In einem Bibelkommentar von 1874 wird Andrew A. Bonar wie folgt zitiert: „Am Ende des letzten [des 85.] Psalms wurde viel, ja sehr viel über Gottes einmaliges charakteristisches Kennzeichen, seinen herrlichen Namen, offenbart. Das mag erklären, weshalb ein weiteres ‚Gebet Davids‘ folgt, das fast ebensoviel über dieses charakteristische Kennzeichen Jehovas enthält. Das Wesentliche des [86.] Psalms ist der Name Jehovas.“

      b Siehe Erwachet! vom 22. September 1984, Seite 28, herausgegeben von der Wachtturm-Gesellschaft.

      c Weitere Einzelheiten sind der Tabelle „Bericht über das Dienstjahr 1992 der Zeugen Jehovas in der ganzen Welt“ zu entnehmen, die im Wachtturm vom 1. Januar 1993 erscheinen wird.

  • Mit einem geeinigten Herzen wandeln
    Der Wachtturm 1992 | 15. Dezember
    • Mit einem geeinigten Herzen wandeln

      „Unterweise mich, o Jehova ... Einige mein Herz, deinen Namen zu fürchten“ (PSALM 86:11).

      1. Wie belohnt Jehova seine Loyalgesinnten?

      ‘O JEHOVA, du bist Gott, du allein’ (Psalm 86:8, 10). Voller Wertschätzung pries David Gott von ganzem Herzen. Bereits bevor David König über ganz Israel wurde, hatte Jehova ihn aus der Hand Sauls und aus der Hand der Philister befreit. Daher konnte David in einem Lied sagen: „Jehova ist meine Felsenkluft und meine Feste und der für mein Entrinnen Sorgende. Mit einem Loyalgesinnten wirst du loyal handeln“ (2. Samuel 22:2, 26). Jehova hatte seinen loyalen Diener in vielen Prüfungen beschützt. David konnte sein Vertrauen und seine Zuversicht auf seinen loyalen Gott setzen, doch er benötigte auch fortgesetzt Anleitung. Deshalb bat David Gott: „Unterweise mich, o Jehova, in deinem Weg“ (Psalm 86:11).

      2. Wofür hat Jehova gesorgt, um uns zu belehren?

      2 Mit weltlichen Ideen oder Philosophien wollte David nichts zu tun haben. Er wollte ‘von Jehova belehrt sein’, wie es Gottes Prophet später ausdrückte (Jesaja 54:13). Zu Davids Lebzeiten gab es erst neun Bücher der Bibel, mit deren Inhalt er sich eingehend beschäftigen konnte. Doch diese Unterweisung von seiten Jehovas war für ihn etwas Kostbares. Was die Belehrung betrifft, so stehen uns heute alle 66 Bücher der Bibel zur Verfügung sowie die verschiedensten Veröffentlichungen über das Königreich, für die durch den „treuen und verständigen Sklaven“ gesorgt wird (Matthäus 24:45). Bitten wir wie David Jehova, daß uns sein Geist helfen möge, „die Dinge, die Gott denen bereitet hat, die ihn lieben ..., selbst die tiefen Dinge Gottes“, zu erforschen (1. Korinther 2:9, 10).

      3. In welcher Hinsicht kann die biblische Unterweisung für uns von Nutzen sein?

      3 Die Bibel liefert die Antwort auf jede Frage des Lebens und die Lösung für jedes Problem, das auftauchen mag. „Denn alles, was vorzeiten geschrieben wurde, ist zu unserer Unterweisung geschrieben worden, damit wir durch unser Ausharren und durch den Trost aus den Schriften Hoffnung haben können“ (Römer 15:4). Wenn wir die Unterweisung Jehovas in uns aufnehmen, wird uns das stärken, Härten zu ertragen, es wird uns in Zeiten der Niedergeschlagenheit trösten und die Königreichshoffnung in unserem Herzen stets lebendig erhalten. Es sollte für uns eine Freude sein, Gottes Wort zu lesen und „Tag und Nacht“ darüber nachzusinnen, denn die auf die Bibel gestützte Weisheit „ist ein Baum des Lebens für die, die sie ergreifen, und die sie festhalten, sind glücklich zu nennen“ (Psalm 1:1-3; Sprüche 3:13-18; siehe auch Johannes 17:3).

      4. Welches Beispiel hat Jesus hinterlassen, was unsere Handlungsweise betrifft?

      4 Jesus, der Sohn Gottes, der auch „Sohn Davids“ genannt wurde, ließ sich stets von Jehova unterweisen (Matthäus 9:27).a Er sagte: „Der Sohn kann gar nichts aus sich selbst tun, sondern nur das, was er den Vater tun sieht. Denn was immer jener tut, das tut auch der Sohn in gleicher Weise.“ „Ich [tue] nichts aus eigenem Antrieb ...; sondern so, wie der Vater mich gelehrt hat, rede ich diese Dinge“ (Johannes 5:19; 8:28). Jesus hat uns ein Beispiel hinterlassen, ‘damit wir seinen Fußstapfen genau nachfolgen’ (1. Petrus 2:21). Stellen wir uns das einmal vor! Wenn wir ebenso studieren, wie es Jesus getan haben muß, werden wir in allen Situationen so handeln können, wie Jehova es von uns erwartet. Jehovas Weg ist immer der richtige.

      5. Was ist „Wahrheit“?

      5 David sagte als nächstes: „Ich werde wandeln in deiner Wahrheit“ (Psalm 86:11). Als Pilatus tausend Jahre später mit Jesus, dem Sohn Davids, sprach, fragte er: „Was ist Wahrheit?“ Jesus hatte diese Frage jedoch schon beantwortet, als er Pilatus sagte, daß sein Königreich „kein Teil dieser Welt“ ist, und hinzufügte: „Du selbst sagst, daß ich ein König bin. Dazu bin ich geboren worden und dazu bin ich in die Welt gekommen, damit ich für die Wahrheit Zeugnis ablege“ (Johannes 18:33-38). Jesus machte somit deutlich, daß sich die Wahrheit um das messianische Königreich dreht. Ja, das Hauptthema der Bibel ist die Heiligung des Namens Jehovas durch dieses Königreich (Hesekiel 38:23; Matthäus 6:9, 10; Offenbarung 11:15).

      6. In welcher Hinsicht müssen wir Vorsicht walten lassen, wenn wir in der Wahrheit wandeln?

      6 Was bedeutet es, in der Wahrheit zu wandeln? Es bedeutet, die Königreichshoffnung zum Mittelpunkt des Lebens zu machen. Wir müssen die Königreichswahrheit ausleben. Wir müssen den Königreichsinteressen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit schenken und, dem Beispiel Jesu folgend, gemäß unseren Möglichkeiten eifrig Zeugnis für die Königreichswahrheit ablegen (Matthäus 6:33; Johannes 18:37). Unmöglich können wir nur einen Teil unserer Zeit in der Wahrheit wandeln und lediglich einen Pro-forma-Dienst verrichten, ansonsten aber das tun, was wir wollen, indem wir vom eigentlichen Weg abweichen, um uns unmäßiger Entspannung hinzugeben, um viel Zeit für unser berufliches Vorwärtskommen einzusetzen oder um „Sklaven ... des Reichtums“ zu sein (Matthäus 6:24). Jemand kann auf einem dieser Irrwege leicht verlorengehen, weil er nicht mehr auf den ‘eingeengten Weg, der zum Leben führt’, zurückfindet. Wir wollen niemals von dem eingeengten Weg abkommen! (Matthäus 7:13, 14). Jehova, unser Großer Unterweiser, beleuchtet diesen Weg durch sein Wort und seine Organisation, indem er sagt: „‚Dies ist der Weg. Wandelt darauf‘, falls ihr zur Rechten gehen solltet oder falls ihr zur Linken gehen solltet“ (Jesaja 30:21).

      Eine angebrachte Furcht

      7. Wie können wir unser Herz ‘einigen’?

      7 Davids Gebet lautet weiter (Vers 11): „Einige mein Herz, deinen Namen zu fürchten.“ Wie David sollten wir den Wunsch haben, daß unser Herz ungeteilt ist, vollständig darauf ausgerichtet, Gottes Willen zu tun. Das entspricht folgendem Rat, den Moses gab: „Und nun, o Israel, was fordert Jehova, dein Gott, von dir, als Jehova, deinen Gott, zu fürchten, um auf allen seinen Wegen zu wandeln und ihn zu lieben und Jehova, deinem Gott, mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele zu dienen, die Gebote Jehovas und seine Satzungen zu halten, die ich dir heute gebiete, dir zum Guten?“ (5. Mose 10:12, 13). Es ist tatsächlich zu unserem Guten, im Dienst für Jehova ganz und gar aufzugehen. Dadurch bekunden wir angebrachte Furcht vor seinem herrlichen Namen. Jehovas Name bedeutet buchstäblich „Er veranlaßt zu werden“, vor allem im Hinblick darauf, seine großartigen Vorsätze zur Vollendung zu bringen. Dieser Name steht auch für seine Oberhoheit über das ganze Universum. Wenn wir voller Ehrfurcht vor Gottes Majestät dienen, werden wir niemals durch Furcht vor sterblichen Menschen vom rechten Weg abgebracht werden. Unser Herz wird ungeteilt sein. Wir werden uns statt dessen davor fürchten, irgend etwas zu tun, was Jehova, dem höchsten Richter und Souveränen Herrn, der unser Leben in der Hand hat, mißfallen würde (Jesaja 12:2; 33:22).

      8, 9. (a) Was bedeutet es, „kein Teil der Welt“ zu sein? (b) Was sollten wir tun, da wir „ein Schauspiel“ sind?

      8 Selbst angesichts von Schmähungen und Verfolgung werden wir Jesu Beispiel der Furchtlosigkeit folgen und kein Teil der uns umgebenden bösen Welt sein (Johannes 15:17-21). Das bedeutet jedoch nicht, daß Jesu Jünger als Eremiten leben oder sich in ein Kloster zurückziehen müßten. Jesus sagte in einem Gebet zu seinem Vater: „Ich bitte dich nicht, sie aus der Welt wegzunehmen, sondern um dessentwillen, der böse ist, über sie zu wachen. Sie sind kein Teil der Welt, so wie ich kein Teil der Welt bin. Heilige sie durch die Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit. Ebenso, wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt“ (Johannes 17:15-18). Wie Jesus sind wir ausgesandt worden, die Königreichswahrheit zu verkündigen. Jesus war zugänglich. Die Menschen wurden durch seine Art des Lehrens erfrischt. (Vergleiche Matthäus 7:28, 29; 11:28, 29; Johannes 7:46.) So sollte es auch bei uns sein.

      9 Unsere gewinnende Freundlichkeit, unsere geschmackvolle Kleidung und unsere sonstige äußere Erscheinung sowie unsere nette, anständige Art zu reden — all das sollte uns und unsere Botschaft für aufrichtige Menschen annehmbar machen. Vermeiden müssen wir Schlampigkeit, unbescheidene Kleidung, Umgang, der uns in die Welt hineinziehen könnte, und den lockeren, gewissenlosen Lebenswandel, der in der Welt um uns herum zu beobachten ist. Da wir „ein Schauspiel geworden [sind] für die Welt und für Engel und Menschen“, stehen wir jeden Tag 24 Stunden im Dienst, indem wir als vorbildliche Christen dienen und leben (1. Korinther 4:9; Epheser 5:1-4; Philipper 4:8, 9; Kolosser 4:5, 6). Deshalb benötigen wir ein geeinigtes Herz.

      10. Inwiefern erinnert sich Jehova an diejenigen, die ihr Herz im heiligen Dienst einigen?

      10 Jehova wird sich an uns erinnern, wenn wir unser Herz in der Furcht vor seinem Namen einigen, über seine großartigen Vorsätze nachsinnen und wenn unser Leben mit heiligem Dienst ausgefüllt ist. „Was Jehova betrifft, seine Augen durchschweifen die ganze Erde, damit er sich stark erweist zugunsten derer, deren Herz ihm gegenüber ungeteilt ist“ (2. Chronika 16:9). In Maleachi 3:16 heißt es prophetisch über unsere Tage: „Zu jener Zeit redeten diejenigen miteinander, die Jehova fürchten, jeder mit seinem Gefährten, und Jehova merkte unablässig auf und hörte zu. Und ein Gedenkbuch begann vor ihm geschrieben zu werden für diejenigen, die Jehova fürchten, und für diejenigen, die an seinen Namen denken.“ Möge unser Herz geeinigt sein in dieser gesunden Furcht vor Jehova!

      Jehovas liebende Güte

      11. Wie wird Jehova seine liebende Güte gegenüber Loyalen zum Ausdruck bringen?

      11 Wie inbrünstig David doch betete! Er fuhr fort: „Ich lobpreise dich, o Jehova, mein Gott, mit meinem ganzen Herzen, und ich will deinen Namen verherrlichen auf unabsehbare Zeit, denn deine liebende Güte ist groß mir gegenüber, und du hast meine Seele aus dem Scheol, seinem untersten Ort, befreit“ (Psalm 86:12, 13). Zum zweitenmal pries David in diesem Psalm Jehova für seine liebende Güte — seine loyale Liebe. Jehovas Liebe ist so groß, daß sie aus scheinbar ausweglosen Situationen retten kann. Als David von Saul in der Wildnis gejagt wurde, mag er das Gefühl gehabt haben, sich in einen Winkel verkriechen zu müssen, um zu sterben. Ihm war, als würde er dem untersten Ort des Scheols — den Tiefen des Grabes — gegenüberstehen. Doch Jehova befreite ihn. Ebenso hat Jehova oft auf wunderbare Weise seinen neuzeitlichen Dienern Erleichterung verschafft, und er hat auch Bewahrer der Lauterkeit gestützt, die treu bis in den Tod ausgeharrt haben. Alle Loyalen werden ihren Lohn erhalten, nötigenfalls durch die Auferstehung. (Vergleiche Hiob 1:6-12; 2:1-6, 9, 10; 27:5; 42:10; Sprüche 27:11; Matthäus 24:9, 13; Offenbarung 2:10.)b

      12. Inwiefern sind die Geistlichen vermessen und tyrannisch, und welchen Lohn werden sie erhalten?

      12 Mit Bezug auf Verfolger rief David aus: „O Gott, die Vermessenen selbst sind gegen mich aufgestanden; und die Gemeinde der Tyrannischen, sie hat mir nach der Seele getrachtet, und sie haben dich nicht vor sich gestellt“ (Psalm 86:14). Heutzutage gehören zu den Verfolgern selbst Geistliche der Christenheit. Die Betreffenden geben vor, Gott anzubeten, aber sie ersetzen seinen heiligen Namen durch den Titel „Herr“, und sie stellen Gott als eine geheimnisvolle Dreieinigkeit dar, von der in der Bibel tatsächlich nirgendwo die Rede ist. Wie vermessen! Hinzu kommt, daß sie immer noch in überraschend vielen Ländern der Erde die politischen Mächte zu bereden suchen, Jehovas Zeugen zu verbieten und einzusperren. Diese Talar tragenden Lästerer des Gottesnamens werden zusammen mit allen anderen hurengleichen Teilen Babylons der Großen ihren Lohn erhalten (Offenbarung 17:1, 2, 15-18; 19:1-3).

      13. Welche Eigenschaften offenbart Jehova, durch die er uns seine Güte zeigt?

      13 Im Gegensatz dazu heißt es in Davids Gebet weiter: „Du aber, o Jehova, bist ein Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte und Wahrhaftigkeit“ (Psalm 86:15). Diese Eigenschaften unseres Gottes sind wirklich über alles erhaben. Die Worte versetzen uns im Geiste zum Berg Sinai, wo Moses Jehova bat, seine Herrlichkeit zu sehen. Jehova sagte daraufhin: „Ich selbst werde all mein Gutes vor deinem Angesicht vorüberziehen lassen, und ich will den Namen Jehovas vor dir ausrufen.“ Doch er sagte warnend zu Moses: „Du vermagst mein Angesicht nicht zu sehen, denn kein Mensch kann mich sehen und dennoch leben.“ Dann kam Jehova in der Wolke herab und rief aus: „Jehova, Jehova, ein Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte und Wahrheit“ (2. Mose 33:18-20; 34:5, 6). David zitierte jene Worte in seinem Gebet. Diese Eigenschaften Jehovas bedeuten für uns viel mehr als sein buchstäbliches Aussehen. Schätzen wir nicht aufgrund unserer eigenen Erfahrung die Güte Jehovas, die in diesen vortrefflichen Eigenschaften zum Ausdruck kommt?

      Ein Zeichen, das Gutes bedeutet

      14, 15. Wie bewirkt Jehova für seine Diener „ein Zeichen, das Gutes bedeutet“?

      14 David flehte ein weiteres Mal um den Segen Jehovas, indem er sagte: „Wende dich mir zu, und erweise mir Gunst. Gib doch deine Stärke deinem Knecht, und rette doch den Sohn deiner Sklavin. Bewirke mit mir ein Zeichen, das Gutes bedeutet, damit die mich Hassenden es sehen und beschämt werden. Denn du selbst, o Jehova, hast mir geholfen und mich getröstet“ (Psalm 86:16, 17). David erkannte an, daß er als ‘Sohn einer Sklavin Jehovas’ ebenfalls Jehova gehörte. Genauso verhält es sich heute mit uns allen, die wir uns Jehova hingegeben haben und ihm als seine Sklaven dienen. Wir benötigen Gottes rettende Kraft durch seinen heiligen Geist. Daher bitten wir unseren Gott, mit uns „ein Zeichen, das Gutes bedeutet“, zu bewirken. Jehovas Güte schließt die vortrefflichen Eigenschaften ein, die wir gerade besprochen haben. Welches Zeichen können wir auf dieser Grundlage von Jehova erwarten?

      15 Jehova ist der Geber ‘jeder guten Gabe und jedes vollkommenen Geschenks’, und er gibt großzügig „denen heiligen Geist ..., die ihn bitten“, wie Jesus uns versichert (Jakobus 1:17; Lukas 11:13). Der heilige Geist — welch eine kostbare Gabe Jehovas! Durch den heiligen Geist erfüllt Jehova unser Herz mit Freude, und das selbst in Zeiten der Verfolgung. Als es für Jesu Apostel vor Gericht um Leben oder Tod ging, konnten sie daher trotzdem freudig erklären, daß Gott denen heiligen Geist gibt, die ihm als Herrscher gehorchen (Apostelgeschichte 5:27-32). Die Freude des heiligen Geistes bewirkte mit ihnen fortgesetzt „ein Zeichen, das Gutes bedeutet“ (Römer 14:17, 18).

      16, 17. (a) Welches Zeichen seiner Güte gab Jehova Paulus und Barnabas? (b) Welches Zeichen erhielten die verfolgten Thessalonicher?

      16 Paulus und Barnabas mußten im Verlauf ihrer Missionsreise durch Kleinasien Härten, ja sogar heftige Verfolgung ertragen. Als sie im pisidischen Antiochia predigten, verwarfen die Juden ihre Botschaft. Daher wandten sie sich den Menschen von den Nationen zu. Was war das Ergebnis? „Als die von den Nationen das hörten, begannen sie sich zu freuen und das Wort Jehovas zu verherrlichen, und alle, die zum ewigen Leben richtig eingestellt waren, wurden gläubig.“ Die Juden verursachten jedoch einen Aufruhr, so daß die Missionare gezwungen waren, das Gebiet zu verlassen. Verloren sie und die neuen Gläubigen deshalb den Mut? Keineswegs, sondern „die Jünger wurden fortgesetzt mit Freude und heiligem Geist erfüllt“ (Apostelgeschichte 13:48, 52). Jehova gab ihnen dieses Zeichen seiner Güte.

      17 Später brach über die junge Versammlung in Thessalonich Verfolgung herein. Das veranlaßte den Apostel Paulus, einen Brief des Trostes zu schreiben, durch den er die Thessalonicher für ihr Ausharren unter Drangsal lobte. Sie hatten „das Wort unter viel Drangsal mit der Freude des heiligen Geistes angenommen“ (1. Thessalonicher 1:6). Die „Freude des heiligen Geistes“ stärkte sie auch weiterhin, was ein offenkundiges Zeichen von dem Gott war, der barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte und Wahrheit ist.

      18. Wie haben unsere Brüder in Osteuropa Wertschätzung für die Güte Jehovas gezeigt?

      18 In jüngster Zeit hat Jehova seine Güte gegenüber unseren treuen Brüdern in Osteuropa bekundet und die sie Hassenden — ihre früheren Verfolger — beschämt. Obwohl für diese lieben Brüder unlängst die jahrzehntelange Unterdrückung zu Ende ging, müssen sie auch weiterhin ausharren, da viele unter großen wirtschaftlichen Problemen leiden. Doch ihre „Freude des heiligen Geistes“ tröstet sie. Welch größere Freude könnte es für sie geben, als ihre jetzigen Freiheiten zu nutzen, um das Zeugniswerk auszuweiten? Viele Menschen hören ihnen zu, wie Berichte über Kongresse und Taufen zeigen. (Vergleiche Apostelgeschichte 9:31.)

      19. Wie können wir uns die Worte aus Psalm 86:11 zu eigen machen?

      19 All das, was in diesem und im vorangegangenen Artikel behandelt wurde, klingt in den Worten des inbrünstigen Gebets an, das David an Jehova richtete: „Unterweise mich, o Jehova ... Einige mein Herz, deinen Namen zu fürchten“ (Psalm 86:11). Machen wir uns diese Worte unseres Jahrestextes für 1993 voll und ganz zu eigen, während wir aus Wertschätzung für die unerschöpfliche Güte unseres e i n e n Gottes, des Souveränen Herrn Jehova, eifrig für die Königreichsinteressen eintreten.

      [Fußnoten]

      a Als der vorausgesagte „Same“ war Jesus der Erbe des davidischen Königreichs, und er war daher sowohl in buchstäblicher als auch in geistiger Hinsicht der „Sohn Davids“ (1. Mose 3:15; Psalm 89:29, 34-37).

      b Wegen neuzeitlicher Beispiele siehe das Jahrbuch der Zeugen Jehovas, Ausgabe 1974, Seite 113—212; 1985, Seite 194—197; 1986, Seite 237, 238; 1988, Seite 182—185; 1990, Seite 171, 172; 1992, Seite 174—181.

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