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Vertrauen wir auf Jehovas WortDer Wachtturm 2005 | 15. April
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Vertrauen wir auf Jehovas Wort
„Ich habe auf dein Wort vertraut“ (PSALM 119:42).
1. Was lässt sich über den Schreiber des 119. Psalms und seine Einstellung sagen?
DEM Schreiber des 119. Psalms lag das Wort Jehovas sehr am Herzen. Wahrscheinlich handelte es sich um den judäischen Thronanwärter Hiskia. Die Gefühle, die in diesem inspirierten Lied ausgedrückt werden, passen zur Einstellung Hiskias, denn als König von Juda „hielt [er] weiterhin fest zu Jehova“ (2. Könige 18:3-7). Eins steht jedenfalls fest: Der Schreiber kannte seine geistigen Bedürfnisse (Matthäus 5:3).
2. Worum geht es in Psalm 119, und wie ist er aufgebaut?
2 Ein Schlüsselgedanke in Psalm 119 ist der Wert des Wortes Gottesa — dessen, was Gott uns sagen will. Wahrscheinlich als Gedächtnishilfe gestaltete der Dichter dieses Lied alphabetisch. Die 176 Verse sind nach dem hebräischen Alphabet angeordnet. In der Ursprache bestehen die 22 Strophen des Psalms aus je 8 Zeilen, die mit dem gleichen Buchstaben anfangen. Dieser Psalm spricht von dem Wort Gottes, seinem Gesetz, seinen Mahnungen, Wegen, Befehlen, Bestimmungen, Geboten, richterlichen Entscheidungen, Reden und Satzungen. In diesem und im folgenden Artikel wird der 119. Psalm, gestützt auf eine genaue Übersetzung des hebräischen Bibeltextes, besprochen. Wenn wir dabei über die Erlebnisse von Dienern Jehovas gestern und heute nachdenken, werden wir dieses von Gott inspirierte Lied umso mehr schätzen und für Gottes Wort, die Bibel, noch dankbarer sein.
Glücklich ist, wer sich an das Wort Gottes hält
3. Erkläre an einem Beispiel, was mit untadelig gemeint ist.
3 Wahres Glück beruht darauf, im Gesetz Gottes zu wandeln (Psalm 119:1-8). Wenn wir das tun, gehören wir für Jehova zu den „auf ihrem Weg Untadeligen“ (Psalm 119:1). Mit untadelig ist nicht gemeint, dass wir vollkommen sind, wohl aber, dass wir uns bemühen, den Willen Jehovas zu tun. Noah „erwies sich als untadelig unter seinen Zeitgenossen“ und „wandelte mit dem wahren Gott“. Dieser treue Patriarch überlebte mitsamt seiner Familie die Sintflut, weil er ein Leben führte, wie Jehova es ihm umriss (1. Mose 6:9; 1. Petrus 3:20). Auch wir müssen Gottes „Befehle“ genau befolgen, das heißt seinen Willen tun, wenn wir das Ende der heutigen Welt überleben möchten (Psalm 119:4).
4. Wovon hängt unser Glück und unser Erfolg ab?
4 Solange wir Jehova „in Geradheit des Herzens“ lobpreisen und seine Bestimmungen einhalten, wird er uns niemals verlassen (Psalm 119:7, 8). Gott ließ auch den israelitischen Führer Josua nicht im Stich, denn er hielt sich an den Rat, Tag und Nacht im Gesetz zu lesen, um alles zu tun, was darin geschrieben steht. Dadurch hatte er Erfolg und handelte klug (Josua 1:8). Bis an sein Lebensende lobpries er Gott und konnte zu den Israeliten sagen: „Ihr wisst wohl mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele, dass kein einziges Wort von allen guten Worten, die Jehova, euer Gott, zu euch geredet hat, dahingefallen ist“ (Josua 23:14). Wie bei Josua und dem Schreiber des 119. Psalms hängt auch unser Glück und unser Erfolg davon ab, dass wir Jehova preisen und auf sein Wort vertrauen.
Jehovas Wort erhält uns rein
5. (a) Erkläre, wie man geistig rein sein kann. (b) Was kann einem jungen Menschen, der schwer gesündigt hat, helfen?
5 Geistig rein ist, wer „auf der Hut bleibt gemäß deinem [Gottes] Wort“ (Psalm 119:9-16). Das gilt auch für jemanden, der in seinen Eltern kein gutes Beispiel hat. Hiskia, dessen Vater ein Götzendiener war, begradigte seinen Weg. Wahrscheinlich befreite er sich von heidnischen Einflüssen. Angenommen, ein junger Mensch, der Gott dient, sündigt schwer. Was dann? Durch Reue, Gebete, die Hilfe der Eltern und den liebevollen Beistand von Ältesten kann er wie Hiskia seinen Weg begradigen und auf der Hut bleiben (Jakobus 5:13-15).
6. Welche Frauen begradigten ihren Weg und blieben auf der Hut gemäß Gottes Wort?
6 Rahab und Ruth lebten, lange bevor Psalm 119 geschrieben wurde. Auch sie begradigten ihren Weg. Rahab war eine kanaanitische Prostituierte gewesen, doch sie wurde für ihren Glauben als Anbeterin Jehovas bekannt (Hebräer 11:30, 31). Die Moabiterin Ruth verließ ihre Götter, diente Jehova und lebte nach dem Gesetz, das Gott den Israeliten gegeben hatte (Ruth 1:14-17; 4:9-13). Diese beiden Frauen waren zwar keine Israelitinnen, aber sie blieben auf der Hut gemäß Gottes Wort und hatten die große Ehre, Vorfahrinnen Jesu Christi zu werden (Matthäus 1:1, 4-6).
7. Wieso sind Daniel und die drei anderen hebräischen Jugendlichen ein Vorbild für geistige Reinheit?
7 Junge Menschen können selbst in der von Satan beherrschten, verdorbenen Welt rein bleiben, obwohl „die Neigung des Menschenherzens böse ist von seiner Jugend an“ (1. Mose 8:21; 1. Johannes 5:19). Als Daniel und drei andere hebräische Jugendliche nach Babylon weggeführt wurden, blieben sie auf der Hut gemäß Gottes Wort. Sie verunreinigten sich zum Beispiel nicht „mit den Delikatessen des Königs“ (Daniel 1:6-10). Die Babylonier aßen unreine Tiere, die im mosaischen Gesetz verboten waren (3. Mose 11:1-31; 20:24-26). Auch ließen sie die Tiere nicht immer ausbluten und das Essen von unausgeblutetem Fleisch verstieß gegen Gottes Gesetz (1. Mose 9:3, 4). Kein Wunder, dass die vier Hebräer die Delikatessen des Königs ablehnten! Diese gottesfürchtigen Jugendlichen blieben geistig rein und sind uns dadurch ein Vorbild.
Gottes Wort hilft, treu zu bleiben
8. Was für eine Einstellung und Erkenntnis brauchen wir, um Gottes Gesetz verstehen und umsetzen zu können?
8 Entscheidend dafür, dass wir Jehova treu bleiben, ist eine tiefe Liebe zu seinem Wort (Psalm 119:17-24). Wie schön, wenn wir wie der inspirierte Liederdichter ein Verlangen danach haben, die „wunderbaren Dinge“ aus dem Gesetz Gottes zu verstehen! Dann werden wir uns ständig nach den richterlichen Entscheidungen Jehovas sehnen und seine Mahnungen von Herzen lieben (Psalm 119:18, 20, 24). Haben wir „ein Verlangen nach der unverfälschten Milch, die zum Wort gehört“, entwickelt, selbst wenn wir Jehova noch nicht lange hingegeben sind? (1. Petrus 2:1, 2). Es ist wichtig, dass wir die biblischen Grundlehren begreifen, damit wir Gottes Gesetz besser verstehen und umsetzen können.
9. Wie sollten wir reagieren, wenn man von uns etwas fordert, was gegen Gottes Gesetz ist?
9 Haben wir auch dann eine tiefe Liebe zu Gottes Mahnungen, wenn aus irgendeinem Grund „Fürsten“ gegen uns reden? (Psalm 119:23, 24). Oft wollen uns Amtspersonen zwingen, die Gesetze von Menschen über das Gesetz Gottes zu stellen. Wie verhalten wir uns, wenn man von uns etwas fordert, was gegen den Willen Gottes ist? Unsere tiefe Liebe zum Wort Gottes wird es uns erleichtern, Jehova treu zu bleiben. Wie Jesu Apostel werden auch wir unter Verfolgung sagen: „Wir müssen Gott, dem Herrscher, mehr gehorchen als den Menschen“ (Apostelgeschichte 5:29).
10, 11. Erkläre an einem Beispiel, wie wir Jehova auch unter den schwierigsten Bedingungen treu bleiben können.
10 Wir können Jehova selbst unter den schwierigsten Bedingungen treu bleiben (Psalm 119:25-32). Gott die Treue zu halten setzt natürlich voraus, dass wir lernbereit sind und ihn ernsthaft bitten, uns zu unterweisen. Auch müssen wir „den Weg der Treue“ wählen (Psalm 119:26, 30).
11 Hiskia, von dem man annimmt, dass er den 119. Psalm geschrieben hat, wählte den Weg der Treue. Er ging diesen Weg, obwohl er von falschen Anbetern umgeben war und womöglich von Mitgliedern des Königshofs verspottet wurde. Sehr wahrscheinlich deswegen sagte er: „Meine Seele ist schlaflos gewesen vor Kummer“ (Psalm 119:28). Doch Hiskia vertraute auf Gott, war ein guter König und tat, „was recht war in Jehovas Augen“ (2. Könige 18:1-5). Auch wir können Erprobungen unserer Treue bestehen, wenn wir uns ganz auf Gott verlassen (Jakobus 1:5-8).
Jehovas Wort gibt Mut
12. Wie können wir persönlich Psalm 119:36, 37 umsetzen?
12 Lassen wir uns vom Wort Gottes leiten, dann bekommen wir den nötigen Mut, um den Prüfungen des Alltags gewachsen zu sein (Psalm 119:33-40). Wir wünschen uns demütig, von Jehova unterwiesen zu werden, damit wir sein Gesetz „mit ganzem Herzen“ halten können (Psalm 119:33, 34). Wie der Psalmendichter bitten wir Gott: „Neige mein Herz zu deinen Mahnungen und nicht Gewinnen [„ungerechtem Gewinn“] zu“ (Psalm 119:36, Fußnote). Wie der Apostel Paulus benehmen wir uns „in allen Dingen ehrlich“ (Hebräer 13:18). Sollte ein Vorgesetzter etwas Unehrliches von uns verlangen, bringen wir den Mut auf, Gottes Anordnungen treu zu bleiben. So ein Verhalten wird Jehova immer segnen. Er hilft uns auch, jede schlechte Neigung in Schach zu halten. So können wir beten: „Lass meine Augen an dem vorübergehen, was zu sehen wertlos ist“ (Psalm 119:37). Niemals möchten wir etwas Wertloses, was Gott hasst, als wünschenswert ansehen (Psalm 97:10). Deswegen hüten wir uns unter anderem vor Pornographie und spiritistischen Praktiken (1. Korinther 6:9, 10; Offenbarung 21:8).
13. Woher nahmen Jesu Jünger unter Verfolgung den Mut, freiheraus Zeugnis abzulegen?
13 Eine genaue Erkenntnis des Wortes Gottes gibt uns Zuversicht, sodass wir mutig Zeugnis ablegen können (Psalm 119:41-48). Und Mut brauchen wir, um denen zu antworten, die uns verhöhnen (Psalm 119:42). Manchmal ergeht es uns vielleicht wie Jesu Jüngern, die unter Verfolgung beteten: „Jehova, . . . gewähre deinen Sklaven, dass sie dein Wort fortgesetzt mit allem Freimut reden.“ Das Ergebnis? „Sie wurden allesamt mit dem heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimut.“ Derselbe Souveräne Herr wird auch uns den Mut geben, freiheraus sein Wort zu reden (Apostelgeschichte 4:24-31).
14. Was hilft uns, wie Paulus mutig Zeugnis abzulegen?
14 Wenn uns „das Wort der Wahrheit“ am Herzen liegt und wir Gottes „Gesetz beständig halten“, werden wir uns nicht schämen, Zeugnis abzulegen (Psalm 119:43, 44). Ein gründliches Bibelstudium gibt uns den Mut, „auch vor Königen“ über Gottes Mahnungen zu reden (Psalm 119:46). Außerdem werden wir durch das Gebet und den Geist Jehovas in die Lage versetzt, zur richtigen Zeit das Richtige zu sagen (Matthäus 10:16-20; Kolosser 4:6). Paulus sprach im ersten Jahrhundert mutig vor Herrschern über Gottes Mahnungen. Zum Beispiel legte er vor dem römischen Statthalter Felix Zeugnis ab und der „hörte ihn über den Glauben an Christus Jesus an“ (Apostelgeschichte 24:24, 25). Auch vor dem Statthalter Festus und vor König Agrippa sprach Paulus über seinen Glauben (Apostelgeschichte 25:22 bis 26:32). Mit der Unterstützung Jehovas können wir ebenfalls mutig Zeugnis ablegen und werden uns für die gute Botschaft nie schämen (Römer 1:16).
Gottes Wort tröstet uns
15. Wie kann uns Gottes Wort trösten, wenn wir verspottet werden?
15 Jehovas Wort, die Bibel, schenkt uns beständig Trost (Psalm 119:49-56). Es gibt Zeiten, in denen wir Trost besonders nötig haben. Als Zeugen Jehovas erheben wir mutig unsere Stimme, doch „Vermessene“ — die Gott die Stirn bieten — verspotten uns manchmal „bis zum Äußersten“ (Psalm 119:51). Beim Beten erinnern wir uns vielleicht an positive Gedanken aus der Bibel und finden dadurch Trost (Psalm 119:52). Während wir zu Gott flehen, kommt uns womöglich ein biblisches Gesetz oder ein Grundsatz in den Sinn, der uns in einer belastenden Situation Trost und Mut gibt.
16. Was haben Gottes Diener trotz Verfolgung nicht getan?
16 Bei den Vermessenen, die den Psalmenschreiber verspotteten, handelte es sich um Israeliten, um Angehörige eines Gott hingegebenen Volks. Wie beschämend! Nehmen wir uns fest vor, niemals wie sie vom Gesetz Gottes abzuweichen (Psalm 119:51). Unter der NS-Verfolgung oder in ähnlichen Situationen haben sich Tausende von Dienern Gottes viele Jahre lang geweigert, von den Gesetzen und Grundsätzen aus Gottes Wort, der Bibel, abzurücken (Johannes 15:18-21). Doch es ist keine Last, Jehova zu gehorchen, denn seine Bestimmungen sind für uns wie beruhigende Melodien (Psalm 119:54; 1. Johannes 5:3).
Für Jehovas Wort dankbar sein
17. Wozu motiviert uns die Dankbarkeit für Gottes Wort?
17 Unsere Dankbarkeit für Gottes Wort können wir dadurch beweisen, dass wir danach leben (Psalm 119:57-64). Der Psalmist versprach, Jehovas „Worte zu halten“, und er stand sogar um Mitternacht auf, um Jehova für seine „gerechten richterlichen Entscheidungen“ zu danken. Wenn wir nachts aufwachen, ist das eine gute Gelegenheit, uns im Gebet bei Gott zu bedanken (Psalm 119:57, 62). Die Dankbarkeit für Gottes Wort weckt in uns den Wunsch nach göttlicher Belehrung und macht uns zu glücklichen Freunden derer, die Jehova fürchten, ja die Ehrfurcht vor ihm haben (Psalm 119:63, 64). Bessere Freunde können wir auf der ganzen Erde nicht finden!
18. Wie erhört Jehova unsere Gebete, wenn uns „die Stricke der Bösen“ umgeben?
18 Wenn wir von ganzem Herzen beten und Jehova demütig bitten, uns zu lehren, besänftigen wir sein Angesicht, das heißt, wir erfreuen uns seiner Gunst. Sollten uns „die Stricke der Bösen“ umgeben, haben wir es besonders nötig, zu beten (Psalm 119:58, 61). Jehova kann die beengenden Stricke der Feinde zerschneiden, damit wir die Freiheit haben, das Königreich zu predigen und Jünger zu machen (Matthäus 24:14; 28:19, 20). Das hat sich in Ländern, wo unser Werk verboten war, immer wieder bestätigt.
An Gottes Wort glauben
19, 20. Was ist gut daran, niedergebeugt zu werden?
19 Der Glaube an Gott und sein Wort hilft uns, Niedergeschlagenheit zu ertragen und seinen Willen zu tun (Psalm 119:65-72). Der Psalmendichter war zwar von Vermessenen „mit Unwahrheit beschmiert“ worden, aber trotzdem sang er: „Es ist gut für mich, dass ich niedergebeugt worden bin“ (Psalm 119:66, 69, 71). Wieso sollte es für einen Diener Jehovas gut sein, niedergebeugt zu werden?
20 Wenn wir niedergebeugt worden sind, werden wir mit Sicherheit innig zu Jehova flehen, und das bringt uns ihm näher. Vielleicht nehmen wir uns mehr Zeit für das Studium der Bibel und geben uns noch mehr Mühe, danach zu leben. Das führt zu einem glücklicheren Leben. Was aber, wenn in einer leidvollen Situation unerwünschte Charakterzüge wie Ungeduld und Stolz zum Vorschein kommen? Durch innige Gebete, die Bibel und Gottes Geist können wir solche Schwächen überwinden und uns noch besser „mit der neuen Persönlichkeit“ kleiden (Kolosser 3:9-14). Prüfungen durchzustehen stärkt außerdem unseren Glauben (1. Petrus 1:6, 7). Bei Paulus bewirkten Drangsale, dass er sich seiner Abhängigkeit von Jehova noch stärker bewusst wurde (2. Korinther 1:8-10). Lassen auch wir zu, dass Leiden eine positive Wirkung auf uns haben?
Immer auf Jehova vertrauen
21. Was geschieht, wenn Gott die Vermessenen beschämt?
21 Gottes Wort gibt uns eine solide Grundlage dafür, auf Jehova zu vertrauen (Psalm 119:73-80). Wer wirklich auf seinen Schöpfer vertraut, hat keinen Grund, sich zu schämen. Doch wegen des Verhaltens anderer braucht man manchmal Trost und würde am liebsten beten: „Lass die Vermessenen beschämt werden“ (Psalm 119:76-78). Wenn Jehova sie beschämt, dann geschieht das, um ihre schlechte Handlungsweise aufzudecken und seinen Namen zu heiligen. So viel steht jedenfalls fest: Wer Jehovas Diener verfolgt, hat keine Chance. Seine Zeugen, die von ganzem Herzen auf ihn vertrauen, sind noch nie ausgelöscht worden und das wird auch nie passieren (Sprüche 3:5, 6).
22. Was ist damit gemeint, dass sich der Psalmendichter „wie ein Schlauch im Rauch“ fühlte?
22 Unter Verfolgung stärkt Gottes Wort unser Vertrauen auf ihn (Psalm 119:81-88). Der Psalmendichter fühlte sich „wie ein Schlauch im Rauch“, als er von vermessenen Menschen verfolgt wurde (Psalm 119:83, 86). In biblischer Zeit wurden Wasser, Wein und andere Flüssigkeiten in beutelartige Behälter aus Leder gefüllt. Wurden diese Schläuche länger nicht benutzt und hingen sie in einem Raum ohne Kamin in der Nähe der Feuerstelle, konnten sie schrumpelig werden. Fühlst auch du dich in schwierigen Situationen oder unter Verfolgung manchmal „wie ein Schlauch im Rauch“? Wenn ja, dann bete im Vertrauen auf Jehova: „Gemäß deiner liebenden Güte erhalte mich am Leben, damit ich die Mahnung deines Mundes bewahre“ (Psalm 119:88).
23. Was haben wir aus Psalm 119:1-88 gelernt, und was können wir uns zu Psalm 119:89-176 fragen?
23 Aus der ersten Hälfte des 119. Psalms haben wir gelernt, dass Jehova seinen Dienern liebende Güte erweist, weil sie auf sein Wort vertrauen und eine tiefe Liebe zu seinen Satzungen, Mahnungen, Befehlen und Gesetzen haben (Psalm 119:16, 47, 64, 70, 77, 88). Er freut sich, dass alle, die ihm treu ergeben sind, auf der Hut bleiben gemäß seinem Wort (Psalm 119:9, 17, 41, 42). Wenn wir uns als Nächstes der zweiten Hälfte dieses wunderschönen Psalms zuwenden, wäre es gut, uns zu fragen: „Lasse ich meinen Weg wirklich vom Wort Jehovas ausleuchten?“
[Fußnote]
a Hier geht es mehr um das, was Jehova uns sagen will, und nicht so sehr um den gesamten Inhalt der Bibel, die ja ebenfalls als das „Wort Gottes“ bezeichnet wird.
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Unseren Weg vom Wort Gottes ausleuchten lassenDer Wachtturm 2005 | 15. April
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Unseren Weg vom Wort Gottes ausleuchten lassen
„Dein Wort ist . . . ein Licht für meinen Pfad“ (PSALM 119:105).
1, 2. Nur wann wird das Wort Jehovas unseren Weg ausleuchten?
DAS Wort Jehovas wird unseren Weg ausleuchten, sofern wir es zulassen. Um an dieses geistige Licht heranzukommen, müssen wir Gottes Wort, die Bibel, gründlich studieren und danach leben. Nur dann werden wir wie der Psalmenschreiber empfinden, der sagte: „Dein Wort ist eine Leuchte meinem Fuß und ein Licht für meinen Pfad“ (Psalm 119:105).
2 Wenden wir uns nun Psalm 119:89-176 zu. Was für eine Informationsfülle doch in diesen 11 Strophen steckt! Sie können uns helfen, auf dem Weg zum ewigen Leben zu bleiben (Matthäus 7:13, 14).
Warum tiefe Liebe zum Wort Gottes empfinden?
3. Wie geht aus Psalm 119:89, 90 hervor, dass wir uns auf Gottes Wort verlassen können?
3 Die tiefe Liebe zum Wort Jehovas schenkt uns geistige Stabilität (Psalm 119:89-96). Der Psalmendichter sang: „Auf unabsehbare Zeit, o Jehova, steht dein Wort in den Himmeln fest . . . Du hast die Erde fest erstellt, damit sie bestehen bleibt“ (Psalm 119:89, 90). Durch Gottes Wort — „die Satzungen der Himmel“ — bleiben die Himmelskörper genau auf ihrer Bahn und die Erde ist für immer „fest erstellt“ (Hiob 38:31-33; Psalm 104:5). Wir können uns auf jedes Wort aus dem Mund Jehovas verlassen. Was er sagt, wird „bestimmt Erfolg haben“; was er vorhat, wird eintreffen (Jesaja 55:8-11).
4. Was bewirkt die tiefe Liebe zum Wort Gottes in Trübsal?
4 „Wäre mir dein Gesetz nicht lieb gewesen, so wäre ich umgekommen in meiner Trübsal“, schrieb der Psalmist (Psalm 119:92). Seine Trübsal kam nicht von Fremden, sondern von Israeliten, die gegen das Gesetz verstießen und ihn hassten (3. Mose 19:17). Doch davon ließ er sich nicht niederschmettern, denn er liebte Gottes Gesetz, das ihn aufrecht hielt. Der Apostel Paulus befand sich in Korinth „in Gefahren unter falschen Brüdern“, darunter vielleicht die „superfeinen Apostel“, die ihn schlecht machen wollten (2. Korinther 11:5, 12-14, 26). Aber Paulus ging daran nicht geistig zugrunde, weil er eine tiefe Liebe zum Wort Gottes hatte. Weil wir eine tiefe Liebe zum Wort Jehovas, zur Bibel, haben und danach leben, lieben wir unsere Brüder (1. Johannes 3:15). Nicht einmal der Hass der Welt bringt uns dazu, irgendeine Anweisung Gottes außer Acht zu lassen. Mit unseren Brüdern in Liebe vereint tun wir weiter seinen Willen und freuen uns darauf, Jehova in alle Ewigkeit zu dienen (Psalm 119:93).
5. Wie suchte König Asa nach Jehova?
5 Aus tiefer Ergebenheit gegenüber Jehova können wir beten: „Ich bin dein. O rette mich, denn nach deinen Befehlen habe ich gesucht“ (Psalm 119:94). König Asa suchte nach Gott und merzte in Juda die Abtrünnigkeit aus. Auf einer großen Versammlung im 15. Regierungsjahr Asas (963 v. u. Z.) traten die Bewohner Judas in einen Bund ein, Jehova zu suchen. Gott ließ sich von ihnen finden und „gab ihnen weiterhin ringsum Ruhe“ (2. Chronika 15:10-15). Wer sich von der Christenversammlung entfernt hat, kann sich durch dieses Beispiel motivieren lassen, von neuem nach Gott zu suchen. Gott wird alle segnen und schützen, die sich wieder mit seinem Volk verbinden und aktiv werden.
6. Was für eine Grundhaltung schützt uns davor, abzugleiten?
6 Das Wort Jehovas gibt Weisheit, die uns davor schützt, abzugleiten (Psalm 119:97-104). Durch Gottes Gebote sind wir weiser als unsere Feinde. Hören wir auf Jehovas Mahnungen, erhalten wir Einsicht; beachten wir seine Befehle, können wir uns „mit mehr Verstand als ältere Männer“ benehmen (Psalm 119:98-100). Sind die Reden Jehovas für unseren Gaumen so süß wie Honig, werden wir „jeden falschen Pfad“ hassen und meiden (Psalm 119:103, 104). Dann werden wir auch nicht abgleiten, wenn wir in den heutigen letzten Tagen auf hochmütige, brutale und gottlose Menschen treffen (2. Timotheus 3:1-5).
Eine Leuchte für unseren Fuß
7, 8. Wozu regt uns Psalm 119:105 an?
7 Gottes Wort ist eine unversiegbare Quelle geistigen Lichts (Psalm 119:105-112). Ob wir zu den gesalbten Christen gehören oder zu ihren Gefährten, den „anderen Schafen“, wir sagen mit Überzeugung: „Dein Wort ist eine Leuchte meinem Fuß und ein Licht für meinen Pfad“ (Johannes 10:16; Psalm 119:105). Gottes Wort ist wie eine Lampe, die unseren christlichen Weg ausleuchtet, damit wir nicht stolpern und hinfallen (Sprüche 6:23). Allerdings müssen wir selber sicherstellen, dass Jehovas Wort eine Leuchte für unseren Fuß ist.
8 Seien wir genauso entschlossen wie der Schreiber des 119. Psalms. Er hatte fest vor, Gottes Befehle nicht zu umgehen. „Ich habe einen Schwur getan“, sagte er, „und ich werde ihn ausführen, deine gerechten richterlichen Entscheidungen einzuhalten“ (Psalm 119:106). Nehmen wir das regelmäßige Bibelstudium und die Beteiligung an den Zusammenkünften nie auf die leichte Schulter.
9, 10. Woher wissen wir, dass jemand, der sich Jehova hingegeben hat, auf einen verkehrten Weg geraten kann, und was lässt sich dagegen tun?
9 Der Psalmist ließ sich nicht von Gottes Befehlen abbringen. Jedoch könnte das jemandem, der Jehova hingegeben ist, durchaus passieren (Psalm 119:110). Ein Negativbeispiel ist König Salomo, der einem Jehova hingegebenen Volk angehörte und sich ursprünglich von göttlicher Weisheit leiten ließ. „Sogar ihn veranlassten die fremdländischen Frauen zu sündigen“, indem sie ihn dazu brachten, falsche Götter anzubeten (Nehemia 13:26; 1. Könige 11:1-6).
10 Der „Vogelfänger“, Satan, stellt viele Fallen auf (Psalm 91:3). So kann es sein, dass jemand, der unseren Reihen angehörte, versucht, uns vom Weg geistigen Lichts in die Finsternis der Abtrünnigkeit wegzuführen. Unter den Christen in Thyatira gab es eine gewisse „Isebel“, möglicherweise eine Gruppe Frauen, die andere zum Götzendienst und zur Hurerei überreden wollten. Wie Jesus dürfen wir solche Missstände auf keinen Fall hinnehmen (Offenbarung 2:18-22; Judas 3, 4). Bitten wir Jehova deshalb um Hilfe, damit wir uns nicht von seinen Befehlen abbringen lassen, sondern im göttlichen Licht bleiben (Psalm 119:111, 112).
Gottes Wort stützt uns
11. Wie betrachtet Gott laut Psalm 119:119 die Bösen?
11 Solange wir uns von den Bestimmungen Gottes nicht entfernen, können wir auf seinen Beistand zählen (Psalm 119:113-120). „Zwiespältige Herzen“ heißen wir nicht gut, denn auch Jesus missbilligt die lauen Namenchristen von heute (Psalm 119:113; Offenbarung 3:16). Da wir Jehova von ganzem Herzen dienen, ist er unser „Ort der Verborgenheit“ und stützt uns. Er wird alle wegwerfen, die mit List und Tücke von seinen Bestimmungen abirren (Psalm 119:114, 117, 118; Sprüche 3:32). Für ihn sind solche schlechten Menschen wie „Schaumschlacke“ — Unreinheiten, die von den Edelmetallen Silber und Gold entfernt werden (Psalm 119:119; Sprüche 17:3). Bewahren wir uns immer die Liebe zu Gottes Mahnungen! Denn sicher möchten wir nicht mit den Bösen auf der „Schlackenhalde“ enden.
12. Warum ist Gottesfurcht so wichtig?
12 „Aus Angst vor dir [Jehova] erschaudert mein Fleisch“, sagte der Psalmendichter (Psalm 119:120). Eine gesunde Furcht vor Gott — das heißt, alles zu meiden, was ihm missfällt — ist unerlässlich, wenn er uns als seine Diener stützen soll. Aus Ehrfurcht vor Jehova führte Hiob ein rechtschaffenes Leben (Hiob 1:1; 23:15). Durch Gottesfurcht können wir auf dem Weg Gottes bleiben, ganz egal was wir durchmachen müssen. Ausharren setzt allerdings innige Gebete des Glaubens voraus (Jakobus 5:15).
Vertrauensvoll beten
13—15. (a) Warum können wir davon überzeugt sein, dass unsere Gebete erhört werden? (b) Was kann geschehen, wenn wir nicht wissen, worum wir beten sollen? (c) Erkläre, wie Psalm 119:121-128 unsere „unausgesprochenen Seufzer“ widerspiegeln könnte.
13 Wir können in dem Vertrauen beten, dass Gott für uns einschreiten wird (Psalm 119:121-128). Wie der Psalmist sind wir uns sicher, dass unsere Gebete erhört werden. Wieso? Weil wir die Gebote Gottes lieben, „mehr als Gold, ja geläutertes Gold“. Außerdem betrachten wir alle seine „Befehle hinsichtlich aller Dinge als recht“ (Psalm 119:127, 128).
14 Jehova erhört unsere Bitten, weil wir vertrauensvoll beten und uns eng an seine Befehle halten (Psalm 65:2). Aber was, wenn wir vor lauter Problemen so durcheinander sind, dass wir gar nicht wissen, worum wir beten sollen? Dann geschieht dies: „Der Geist selbst tritt für uns ein mit unausgesprochenen Seufzern“ (Römer 8:26, 27). Gott lässt in solchen Situationen Äußerungen in der Bibel als Gebete gelten, die unsere Bedürfnisse abdecken.
15 Die Bibel enthält eine Menge Gebete und Gedanken, die unsere „unausgesprochenen Seufzer“ widerspiegeln. Nehmen wir einmal Psalm 119:121-128. Vielleicht passen die hier gebrauchten Formulierungen gut auf unsere Situation. Sollten wir zum Beispiel Angst haben, betrogen zu werden, können wir in derselben Art und Weise wie der Psalmist um Gottes Hilfe bitten (Vers 121-123). Falls wir vor einer äußerst schwierigen Entscheidung stehen, können wir darum beten, dass uns Jehova durch seinen Geist an seine Mahnungen erinnert und uns hilft, sie zu beachten (Vers 124, 125). Selbst wenn wir „jeden falschen Pfad“ hassen, müssen wir Gott womöglich um Hilfe bitten, damit wir nicht der Versuchung erliegen, gegen sein Gesetz zu verstoßen (Vers 126-128). Lesen wir täglich in der Bibel, können uns hilfreiche Passagen wie diese in den Sinn kommen, während wir zu Jehova flehen.
Jehovas Mahnungen helfen uns
16, 17. (a) Warum brauchen wir Gottes Mahnungen, und wie sollten wir sie betrachten? (b) Wie werden uns andere vielleicht ansehen, aber was zählt wirklich?
16 Damit Gott unsere Gebete erhört und uns seine Gunst schenkt, müssen wir seine Mahnungen beachten (Psalm 119:129-136). Vergesslich, wie wir sind, brauchen wir Jehovas wunderbare Mahnungen, die uns seine Lehren und Gebote ins Gedächtnis zurückrufen. Und natürlich schätzen wir das geistige Licht, das bei jeder neuen „Enthüllung“ der Worte Gottes aufleuchtet (Psalm 119:129, 130). Wir sind auch dankbar, dass Jehova mit leuchtendem Angesicht, also wohlgefällig, auf uns blickt, wenn auch „Wasserbäche“ aus unseren Augen fließen, weil andere Gottes Gesetz übertreten (Psalm 119:135, 136; 4. Mose 6:25).
17 Wir können sicher sein, dass wir in Gottes Gunst bleiben, solange wir seine gerechten Mahnungen beachten (Psalm 119:137-144). Als seine Diener erkennen wir an, dass Jehova das Recht hat, uns seine gerechten Mahnungen vor Augen zu führen und als verbindliche Gebote aufzuerlegen (Psalm 119:138). Aber warum sagte der Psalmist: „Ich bin unbedeutend und verächtlich“, wenn er sich doch an Gottes Gebote hielt? (Psalm 119:141). Anscheinend spielte er darauf an, wie seine Feinde über ihn dachten. Wenn wir unbeugsam für das eintreten, was richtig ist, werden andere vielleicht auf uns herabblicken. Doch was wirklich zählt, ist, dass Jehova wohlwollend auf uns blickt, weil wir nach seinen gerechten Mahnungen leben.
In Geborgenheit und Frieden
18, 19. Wie ergeht es uns, wenn wir Gottes Mahnungen beachten?
18 Dadurch dass wir Gottes Mahnungen beachten, bleiben wir ihm nah (Psalm 119:145-152). Nichts hindert uns daran, Jehova von ganzem Herzen anzurufen, und wir können davon ausgehen, dass er uns erhört, denn wir schenken seinen Mahnungen Aufmerksamkeit. Vielleicht wachen wir „früh in der Morgendämmerung“ auf und rufen um Hilfe. Was für eine passende Zeit zum Beten! (Psalm 119:145-147). Gott ist uns auch deswegen nah, weil wir Zügellosigkeit ablehnen und wie Jesus sein Wort als Wahrheit ansehen (Psalm 119:150, 151; Johannes 17:17). Unser Verhältnis zu Jehova stützt uns in der heutigen chaotischen Welt und wird uns durch seinen großen Krieg von Harmagedon schleusen (Offenbarung 7:9, 14; 16:13-16).
19 Die hohe Achtung vor Gottes Wort schenkt uns echte Geborgenheit (Psalm 119:153-160). Im Gegensatz zu den Bösen sind wir nicht von Jehovas Mahnungen abgewichen. Wir lieben Gottes Befehle und fühlen uns deshalb in seiner liebenden Güte geborgen (Psalm 119:157-159). Die Mahnungen Jehovas regen unser Gedächtnis an, sodass wir uns in konkreten Situationen daran erinnern, was er von uns erwartet. Gottes Befehle dagegen sind Anordnungen, wobei es für uns einleuchtend ist, dass unser Schöpfer das Recht hat, uns Anweisungen zu geben. In dem Bewusstsein, dass die Summe des Wortes Gottes Wahrheit ist und wir unsere Schritte nicht unabhängig von Gott lenken können, lassen wir uns gerne von ihm leiten (Psalm 119:160; Jeremia 10:23).
20. Warum haben wir „überströmenden Frieden“?
20 Unsere Liebe zum Gesetz Jehovas trägt uns überströmenden Frieden ein (Psalm 119:161-168). Keine Verfolgung kann uns den unvergleichlichen „Frieden Gottes“ nehmen (Philipper 4:6, 7). Wir schätzen Jehovas richterliche Entscheidungen so sehr, dass wir ihn oft dafür preisen — „siebenmal am Tag“ (Psalm 119:161-164). „Überströmender Frieden gehört denen, die dein Gesetz lieben“, sang der Psalmist, „und für sie gibt es keine Ursache des Strauchelns“ (Psalm 119:165). Wer das Gesetz Jehovas liebt und hält, wird sich nicht durch das Verhalten anderer oder durch irgendeine Angelegenheit geistig zu Fall bringen lassen.
21. Welche biblischen Beispiele zeigen uns, dass wir uns nicht beirren lassen sollten, wenn in der Versammlung Schwierigkeiten entstehen?
21 Die Bibel berichtet über viele Personen, die nicht zuließen, dass etwas für sie zum ständigen Stein des Anstoßes wurde. So wandelte ein Christ mit Namen Gajus „weiterhin in der Wahrheit“ und ließ sich von Diotrephes’ gottlosem Verhalten nicht aus der Bahn werfen (3. Johannes 1-3, 9, 10). Paulus ermahnte die Christinnen Euodia und Syntyche, „gleichen Sinnes im Herrn zu sein“, weil sie offenbar nicht gut miteinander auskamen. Doch wie es scheint, half man ihnen, ihr Problem zu lösen, sodass sie Jehova weiter treu dienten (Philipper 4:2, 3). Wir dürfen uns also nicht davon beirren lassen, wenn in der Versammlung irgendwelche Schwierigkeiten entstehen. Konzentrieren wir uns darauf, die Befehle Gottes einzuhalten, und denken wir daran, dass alle unsere Wege vor seinen Augen sind (Psalm 119:168; Sprüche 15:3). Dann gibt es nichts, was uns den „überströmenden Frieden“ auf Dauer rauben kann.
22. (a) Welchen Segen verspüren wir, solange wir Gott gehorchen? (b) Wie sollten wir zu denen, die von der Christenversammlung abgeirrt sind, eingestellt sein?
22 Solange wir Jehova gehorchen, können wir ihn jederzeit preisen (Psalm 119:169-176). Dadurch dass wir uns an seine Bestimmungen halten, fühlen wir uns nicht nur geborgen, sondern unsere Lippen werden auch zur Ehre Jehovas „Lobpreis hervorsprudeln“ (Psalm 119:169-171, 174). Das ist in den heutigen letzten Tagen der größte Segen, den wir verspüren können. Der Psalmendichter wollte am Leben bleiben und Jehova preisen, doch aus irgendeinem nicht genannten Grund war er umhergeirrt „wie ein verlorenes Schaf“ (Psalm 119:175, 176). Einige, die von der Christenversammlung abgeirrt sind, lieben Gott sicher immer noch und möchten ihn preisen. Tun wir deshalb unser Möglichstes, sie zur Geborgenheit der Herde zurückzuführen, damit sie wieder die Freude erleben, Jehova zusammen mit seinem Volk zu preisen (Hebräer 13:15; 1. Petrus 5:6, 7).
Ein ständiges Licht für unseren Pfad
23, 24. Was haben wir persönlich aus dem 119. Psalm gelernt?
23 Aus dem 119. Psalm können wir vieles lernen. Zum Beispiel werden wir uns deutlicher unserer Abhängigkeit von Gott bewusst. Denn wie wir gesehen haben, kommt wahres Glück dadurch zustande, dass wir „im Gesetz Jehovas wandeln“ (Psalm 119:1). Auch schrieb der Psalmist: „Die Summe deines Wortes ist Wahrheit“ (Psalm 119:160). Das sollte bestimmt bewirken, dass wir das gesamte Wort Gottes, die Bibel, noch mehr schätzen. Über den 119. Psalm nachzudenken motiviert uns zu einem gründlichen Bibelstudium. Der Psalmendichter bat Gott mehrmals: „Lehre mich deine Bestimmungen“ (Psalm 119:12, 68, 135). Außerdem wünschte er sich: „Lehre mich Gutes, Vernünftigkeit und Erkenntnis selbst, denn ich habe Glauben an deine Gebote geübt“ (Psalm 119:66). Auch für uns ist es gut, solche Bitten zu äußern.
24 Die göttliche Belehrung schafft die Voraussetzung für ein enges Verhältnis zu Jehova. Der Psalmenschreiber bezeichnete sich wiederholt als Diener Gottes. Er richtete sogar die bewegenden Worte an Jehova: „Ich bin dein“ (Psalm 119:17, 65, 94, 122, 125; Römer 14:8). Was für eine Ehre ist es doch, Jehova als sein Zeuge zu preisen und ihm zu dienen! (Psalm 119:7). Dienst du Gott freudig als Verkündiger des Königreiches? Dann kannst du, solange du auf sein Wort vertraust und deinen Weg davon ausleuchten lässt, darauf zählen, dass Jehova dich in dieser besonderen Tätigkeit unterstützen und segnen wird.
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