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    Der Wachtturm 1996 | 15. Mai
    • Widme dich dem Lesen

      „Bis ich komme, widme dich weiterhin dem Vorlesen, dem Ermahnen, dem Lehren“ (1. TIMOTHEUS 4:13).

      1. Wie können wir aus dem Bibellesen Nutzen ziehen?

      JEHOVA GOTT hat den Menschen die wunderbare Fähigkeit verliehen, Lesen und Schreiben zu lernen. Er hat uns auch sein Wort, die Bibel, zur Verfügung gestellt, damit wir gute Unterweisung erhalten (Jesaja 30:20, 21). Durch die Seiten der Bibel ist es uns sozusagen möglich, mit gottesfürchtigen Patriarchen wie Abraham, Isaak und Jakob zu „wandeln“. Es ist uns möglich, gottgefällige Frauen wie Sara, Rebekka oder die loyale Moabiterin Ruth zu „sehen“. Ja wir können Jesus Christus bei seiner Bergpredigt „hören“. All das, diese Freude und diese großartige Unterweisung aus der Bibel, kann uns zuteil werden, wenn wir gute Leser sind.

      2. Was läßt darauf schließen, daß Jesus und seine Apostel gut lesen konnten?

      2 Der vollkommene Mensch Jesus Christus konnte gewiß hervorragend lesen, und er hatte mit Sicherheit eine ausgezeichnete Kenntnis der Hebräischen Schriften. Als Jesus vom Teufel versucht wurde, verwies er daher wiederholt auf diese Schriften und sagte: „Es steht geschrieben“ (Matthäus 4:4, 7, 10). Bei einer Gelegenheit las er in der Synagoge von Nazareth eine Passage aus der Prophezeiung Jesajas öffentlich vor und wandte sie auf sich an (Lukas 4:16-21). Wie verhielt es sich mit Jesu Aposteln? Sie zitierten in ihren Aufzeichnungen oft aus den Hebräischen Schriften. Die jüdischen Vorsteher betrachteten Petrus und Johannes zwar als ungebildete und gewöhnliche Menschen, weil sie nicht an den höheren Schulen der Juden studiert hatten, aber ihre von Gott inspirierten Briefe beweisen klar und deutlich, daß sie gut lesen und schreiben konnten (Apostelgeschichte 4:13). Doch ist es wirklich so wichtig, lesen zu können?

      „Glücklich der, der laut liest“

      3. Warum ist es so wichtig, die Bibel und christliche Veröffentlichungen zu lesen?

      3 Eine genaue Erkenntnis der Bibel zu erlangen und diese anzuwenden kann ewiges Leben bedeuten (Johannes 17:3). Jehovas Zeugen sind sich daher bewußt, daß es lebenswichtig ist, die Heilige Schrift und die christlichen Veröffentlichungen, mit denen uns Gott durch die aus gesalbten Christen bestehende Klasse des treuen und verständigen Sklaven versorgt, zu lesen und zu studieren (Matthäus 24:45-47). Tatsächlich haben Tausende mit Hilfe spezieller Wachtturm-Veröffentlichungen Lesen gelernt, damit sie die lebengebende Erkenntnis aus Gottes Wort in sich aufnehmen können.

      4. (a) Warum macht es glücklich, das Wort Gottes zu lesen, zu studieren und anzuwenden? (b) Was sagte Paulus in bezug auf das Lesen zu Timotheus?

      4 Es macht glücklich, Gottes Wort zu lesen, zu studieren und anzuwenden. Das ist der Fall, weil wir Gott dadurch erfreuen und ehren, weshalb wir seinen Segen erhalten und Freude verspüren. Jehova möchte, daß seine Diener glücklich sind. Daher gebot er den Priestern in alter Zeit, sein Gesetz dem Volk Israel vorzulesen (5. Mose 31:9-12). Als Esra, der Abschreiber, und andere dem gesamten Volk, das in Jerusalem versammelt war, das Gesetz vorlasen, wurde außerdem dessen Bedeutung verständlich gemacht, was zu „großer Freude“ führte (Nehemia 8:6-8, 12). Der christliche Apostel Paulus sagte später zu seinem Mitarbeiter Timotheus: „Bis ich komme, widme dich weiterhin dem Vorlesen, dem Ermahnen, dem Lehren“ (1. Timotheus 4:13). Eine andere Übersetzung lautet: „Widme dich der biblischen Vorlesung“ (Karrer).

      5. Wie wird in Offenbarung 1:3 Glück mit Lesen in Verbindung gebracht?

      5 Aus Offenbarung 1:3 geht deutlich hervor, daß unser Glück vom Lesen und Anwenden des Wortes Gottes abhängt. Dort heißt es: „Glücklich der, der laut liest, und diejenigen, die die Worte dieser Prophezeiung hören und die darin geschriebenen Dinge halten; denn die bestimmte Zeit ist nahe.“ Ja, wir müssen nicht nur die prophetischen Worte Gottes in der Offenbarung, sondern in der gesamten Bibel laut lesen und hören. Wirklich glücklich ist derjenige, der „seine Lust hat an dem Gesetz Jehovas und mit gedämpfter Stimme in seinem Gesetz liest Tag und Nacht“. Was ist die Folge? „Alles, was er tut, wird gelingen“ (Psalm 1:1-3). Aus gutem Grund fordert Jehovas Organisation uns alle auf, Gottes Wort für sich allein, im Familienkreis oder mit Freunden zu lesen und zu studieren.

      Bewußt mitdenken und nachsinnen

      6. Was sollte Josua lesen, und welchen Nutzen hatte das für ihn?

      6 Wie können wir aus dem Lesen des Wortes Gottes und christlicher Veröffentlichungen den größten Nutzen ziehen? Wir werden wahrscheinlich feststellen, daß es vorteilhaft ist, so vorzugehen wie Josua, ein gottesfürchtiger Führer des alten Israel. Ihm wurde geboten: „Dieses Buch des Gesetzes sollte nicht von deinem Mund weichen, und du sollst Tag und Nacht mit gedämpfter Stimme darin lesen, damit du darauf achtest, nach allem zu tun, was darin geschrieben steht; denn dann wirst du deinen Weg zum Erfolg machen, und dann wirst du weise handeln“ (Josua 1:8). ‘Mit gedämpfter Stimme lesen’ bedeutet, die Worte leise mitzusprechen. Das ist eine Gedächtnishilfe, denn dadurch prägt sich der Stoff ein. Josua sollte „Tag und Nacht“, das heißt regelmäßig, in Gottes Gesetz lesen. Auf diese Weise konnte er erfolgreich sein und weise handeln, wenn er die ihm von Gott übertragenen Aufgaben ausführte. Das regelmäßige Lesen des Wortes Gottes kann auch für uns eine Hilfe sein.

      7. Warum sollten wir beim Lesen des Wortes Gottes nicht darauf bedacht sein, möglichst viel zu schaffen?

      7 Beim Lesen des Wortes Gottes sollten wir nicht darauf bedacht sein, möglichst viel zu schaffen. Wenn wir eine bestimmte Zeit vorgesehen haben, in der wir die Bibel oder eine christliche Veröffentlichung lesen möchten, sollten wir uns nicht hetzen lassen. Das ist besonders wichtig, wenn unser Studium darauf ausgerichtet ist, daß wir uns an wichtige Gedanken erinnern. Und beim Lesen sollten wir bewußt mitdenken. Analysieren wir die Aussagen des Schreibers. Fragen wir uns: „Welchen Gedanken möchte er vermitteln? Wozu sollte uns dieser Aufschluß veranlassen?“

      8. Warum ist es vorteilhaft, beim Bibellesen nachzusinnen?

      8 Nehmen wir uns Zeit zum Nachsinnen, während wir die Heilige Schrift lesen. Das wird uns helfen, uns an Bibelberichte zu erinnern oder biblische Grundsätze anzuwenden. Wenn wir über Gottes Wort nachsinnen und auf diese Weise die Gedanken in unserem Sinn verankern, werden wir auch aus dem Herzen sprechen und aufrichtigen Fragestellern genaue Antworten geben können, statt etwas zu sagen, was wir später vielleicht bedauern. Ein von Gott inspirierter Spruch lautet: „Das Herz des Gerechten sinnt nach, um zu antworten“ (Sprüche 15:28).

      Neue Gedanken mit bekannten verbinden

      9, 10. Wie kann unser Bibellesen dadurch an Wert gewinnen, daß wir neue biblische Gedanken mit bereits bekannten verbinden?

      9 Die meisten Christen werden zugeben müssen, früher wenig über Gott, sein Wort und seine Vorsätze gewußt zu haben. Heute ist es diesen christlichen Dienern Gottes dagegen möglich, ausgehend von der Schöpfung und dem Sündenfall des Menschen, den Zweck des Opfers Christi zu erklären, etwas über die Vernichtung des gegenwärtigen bösen Systems der Dinge zu sagen und zu zeigen, daß gehorsame Menschen mit ewigem Leben auf einer paradiesischen Erde gesegnet werden. Das können diese Diener Jehovas im wesentlichen deshalb, weil sie durch das Studium der Bibel und christlicher Veröffentlichungen „die wahre Erkenntnis Gottes“ in sich aufgenommen haben (Sprüche 2:1-5). Sie haben im Laufe der Zeit neugelernte Gedanken mit bereits verstandenen verknüpft.

      10 Es ist nützlich und lohnend, neue biblische Gedanken mit bereits bekannten zu verbinden (Jesaja 48:17). Wenn biblische Gesetze, Grundsätze oder auch abstrakte Vorstellungen dargelegt werden, sollten wir diese mit dem verknüpfen, was wir bereits wissen. Bringen wir den Aufschluß mit dem in Verbindung, was wir über „das Muster gesunder Worte“ gelernt haben (2. Timotheus 1:13). Suchen wir nach Gedanken, die uns helfen können, unser Verhältnis zu Gott zu vertiefen, unsere christliche Persönlichkeit zu verbessern oder mit anderen über die biblischen Wahrheiten zu sprechen.

      11. Was sollten wir tun, wenn wir in der Bibel etwas über den Lebenswandel lesen? Veranschauliche es.

      11 Wenn wir etwas lesen, was die Bibel über den Lebenswandel sagt, sollten wir uns bemühen, den damit verbundenen Grundsatz zu erkennen. Denken wir darüber nach, und überlegen wir uns, wie wir unter ähnlichen Umständen handeln würden. Joseph, der Sohn Jakobs, weigerte sich beständig, mit Potiphars Frau unsittliche Beziehungen zu haben, und sagte: „Wie ... könnte ich diese große Schlechtigkeit begehen und in Wirklichkeit gegen Gott sündigen?“ (1. Mose 39:7-9). Dem ergreifenden Bericht können wir einen wichtigen Grundsatz entnehmen: Unsittlichkeit ist eine Sünde gegen Gott. Im Geist können wir diesen Grundsatz mit anderen Erklärungen aus Gottes Wort in Verbindung bringen, und sollten wir einmal in Versuchung kommen, uns in eine solche Sünde zu verstricken, werden wir uns zu unserem Nutzen daran erinnern (1. Korinther 6:9-11).

      Sich biblische Ereignisse im Geist vorstellen

      12. Warum sollten wir uns im Geist die biblischen Ereignisse vorstellen, über die wir etwas lesen?

      12 Damit sich uns beim Lesen die Gedanken einprägen, sollten wir uns in das Geschehen hineinversetzen. Stellen wir uns im Geist die Landschaft, die Häuser und die Menschen vor. Hören wir ihre Stimmen. Riechen wir das Brot, das im Ofen gebacken wird. Lassen wir die Szenen lebendig werden. Dann wird unser Lesen ein einprägsames Erlebnis sein, denn wir können eine Stadt des Altertums sehen, auf einen hohen Berg steigen, die Wunder der Schöpfung bestaunen oder mit Männern und Frauen Gemeinschaft pflegen, die großen Glauben hatten.

      13. Wie würden wir das beschreiben, was in Richter 7:19-22 aufgezeichnet ist?

      13 Angenommen, wir lesen Richter 7:19-22. Stellen wir uns die Geschehnisse vor. Richter Gideon und dreihundert tapfere Israeliten sind am Rand des Lagers der Midianiter in Stellung gegangen. Es ist gegen 22 Uhr, zu Beginn der „mittleren Nachtwache“. Die midianitischen Wachposten sind gerade aufgestellt worden, und Dunkelheit bedeckt das Lager der schlafenden Feinde Israels. Sieh nur! Gideon und seine Männer sind mit Hörnern ausgerüstet. Sie haben große Wasserkrüge dabei, in denen die Fackeln verborgen sind, die sie in der Linken halten. Plötzlich blasen die drei Trupps von jeweils hundert Mann die Hörner, zerschmettern die Krüge, halten die Fackeln hoch und rufen: „Schwert Jehovas und Gideons!“ Wir schauen auf das Lager. Da, die Midianiter fangen an, zu laufen und zu schreien! Während die Dreihundert weiterhin das Horn blasen, richtet Jehova das Schwert der Midianiter gegeneinander. Midian wird in die Flucht geschlagen, und Jehova gibt Israel den Sieg.

      Wertvolle Lektionen lernen

      14. Wie könnten wir ein Kind an Hand von Richter, Kapitel 9 über die Notwendigkeit der Demut belehren?

      14 Durch das Lesen des Wortes Gottes kann man viele Lektionen lernen. Ein Beispiel: Wir möchten unseren Kindern die Notwendigkeit der Demut vor Augen führen. Das, was Jotham, der Sohn Gideons, in seiner Prophezeiung sagte, wird den Gedanken leicht vorstellbar und verständlich machen. Lesen wir ab Richter 9:8. „Einst gingen die Bäume hin, einen König über sich zu salben“, sagte Jotham. Der Olivenbaum, der Feigenbaum und der Weinstock lehnten es ab zu herrschen. Doch der minderwertige Dornstrauch war gern dazu bereit. Nachdem wir unseren Kindern den Bericht vorgelesen haben, können wir erklären, daß die wertvollen Pflanzen würdige Personen darstellten, die nicht nach der Königsherrschaft über die anderen Israeliten strebten. Der Dornstrauch, der nur als Brennmaterial taugte, stand für das Königtum des stolzen Abimelech, eines Mörders, der über andere herrschen wollte, der aber entsprechend der Prophezeiung Jothams ein Ende fand (Richter, Kapitel 9). Welches Kind möchte einem Dornstrauch gleichen, wenn es größer wird?

      15. Auf welche Weise wird im Bibelbuch Ruth die Bedeutung der Loyalität hervorgehoben?

      15 Im Bibelbuch Ruth wird deutlich gezeigt, wie wichtig Loyalität ist. Stellen wir uns vor, wir würden im Familienkreis reihum den Bericht vorlesen und uns bemühen, das Gesagte in uns aufzunehmen. Wir sehen die Moabiterin Ruth zusammen mit ihrer verwitweten Schwiegermutter Noomi auf dem Weg nach Bethlehem, und wir hören Ruth sagen: „Dein Volk wird mein Volk sein und dein Gott mein Gott“ (Ruth 1:16). Auf dem Feld des Boas beobachten wir die fleißige Ruth, die hinter den Erntearbeitern Nachlese hält. Wir hören, wie Boas sie mit den Worten lobt: „Jeder im Tor meines Volkes weiß, daß du eine tüchtige Frau bist“ (Ruth 3:11). Kurze Zeit später heiraten Boas und Ruth. Im Einklang mit der Vorkehrung der Schwagerehe bringt sie durch Boas „der Noomi“ einen Sohn zur Welt. Ruth wird eine Vorfahrin Davids und schließlich Jesu Christi. Auf diese Weise erhält sie ‘einen vollkommenen Lohn’. Wer den Bibelbericht liest, lernt daraus eine wertvolle Lektion: Sei Jehova gegenüber loyal, und du wirst reich gesegnet werden (Ruth 2:12; 4:17-22; Sprüche 10:22; Matthäus 1:1, 5, 6).

      16. Welche Prüfung kam über drei Hebräer, und in welcher Situation kann uns dieser Bericht eine Hilfe sein?

      16 Der Bericht über die Hebräer Schadrach, Meschach und Abednego kann uns helfen, Gott auch in schwierigen Situationen treu zu sein. Stellen wir uns beim Vorlesen von Daniel, Kapitel 3 das Geschehen vor. Ein riesiges Standbild aus Gold erhebt sich in der Ebene Dura, wo die babylonischen Staatsbeamten versammelt sind. Beim Klang der Musikinstrumente fallen sie nieder und beten das Bild an, das König Nebukadnezar aufgestellt hat. Das heißt, alle fallen nieder, außer Schadrach, Meschach und Abednego. Respektvoll, aber mit Nachdruck, erklären sie dem König, daß sie seinen Göttern nicht dienen und das Bild aus Gold nicht anbeten werden. Die drei jungen Hebräer werden in einen völlig überheizten Ofen geworfen. Doch was geschieht? Als der König hineinsieht, erblickt er vier kräftige Männer, und einer von ihnen ‘gleicht einem Sohn der Götter’ (Daniel 3:25). Die drei Hebräer werden aus dem Ofen herausgelassen, und Nebukadnezar preist ihren Gott. Es ist lohnend, sich diesen Bericht im Geist vorzustellen. Und welch ein anschauliches Beispiel er doch liefert, was Treue zu Jehova unter Prüfungen betrifft!

      Aus dem Bibellesen im Familienkreis Nutzen ziehen

      17. Nenne kurz einige der nützlichen Dinge, die die eigene Familie durch das gemeinsame Bibellesen lernen kann.

      17 Wir können als Familie großen Nutzen aus dem regelmäßigen gemeinsamen Bibellesen ziehen. Wenn wir bei 1. Mose beginnen, können wir Zeuge der Schöpfung sein und einen Blick in die ursprüngliche, paradiesische Heimat der Menschen werfen. Wir können an den Erlebnissen der treuen Patriarchen und ihrer Angehörigen teilhaben und den Israeliten folgen, während sie trockenen Fußes durch das Rote Meer gehen. Wir können sehen, wie der Hirtenjunge David den Philisterriesen Goliath bezwingt. Unsere Familie kann sich ein Bild vom Bau des Tempels Jehovas in Jerusalem machen, kann dessen Zerstörung durch babylonische Horden mitverfolgen und den Wiederaufbau unter dem Statthalter Serubbabel beobachten. Zusammen mit den demütigen Hirten können wir bei Bethlehem die Ankündigung der Geburt Jesu durch Engel vernehmen. Wir können Einzelheiten über Jesu Taufe und seinen Dienst erfahren, können sehen, wie er sein menschliches Leben als Lösegeld gibt, und können einen Anteil an der Freude über seine Auferstehung haben. Anschließend bietet sich uns die Gelegenheit, gemeinsam mit dem Apostel Paulus zu reisen und die Gründung von Versammlungen zu beobachten, während sich das Christentum ausbreitet. Dann, beim Lesen des Bibelbuchs Offenbarung, können wir uns als Familie über die großartigen Zukunftsvisionen freuen, die dem Apostel Johannes übermittelt wurden, in denen es unter anderem um die Tausendjahrherrschaft Christi geht.

      18, 19. Welche Empfehlungen für das Bibellesen im Familienkreis werden gegeben?

      18 Wenn wir im Familienkreis aus der Bibel vorlesen, sollten wir dies klar und deutlich sowie mit Begeisterung tun. Beim Lesen gewisser Abschnitte in der Bibel könnte ein Familienmitglied — vielleicht der Vater — die Worte des Berichterstatters vorlesen. Die anderen könnten die Rollen der biblischen Personen übernehmen, wobei sie ihren Teil mit angemessenem Gefühl vortragen.

      19 Das Bibellesen im Familienkreis kann auch zur Verbesserung unserer Lesefähigkeit beitragen. Unsere Erkenntnis über Gott wird wahrscheinlich zunehmen, und dadurch werden wir ihm sicher näherkommen. Asaph sang: „Was aber mich betrifft, so ist es für mich gut, mich Gott zu nahen. Zu dem Souveränen Herrn Jehova habe ich meine Zuflucht genommen, um all deine Werke zu verkünden“ (Psalm 73:28). All das wird unserer Familie helfen, Moses zu gleichen, der „standhaft [blieb], als sähe er den Unsichtbaren“, das heißt Jehova Gott (Hebräer 11:27).

      Lesen und christlicher Predigtdienst

      20, 21. Inwiefern hat unser Predigtauftrag etwas mit der Lesefähigkeit zu tun?

      20 Hinter unserem Bemühen, gute Leser zu sein, sollte der Wunsch stehen, „den Unsichtbaren“ anzubeten. Die Fähigkeit, gut zu lesen, hilft uns, direkt aus Gottes Wort Zeugnis zu geben. Sie hilft uns auf jeden Fall, das Königreichspredigtwerk durchzuführen, mit dem Jesus seine Nachfolger beauftragte, als er sagte: „Geht ... hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe“ (Matthäus 28:19, 20; Apostelgeschichte 1:8). Das Zeugnisgeben ist die Hauptbeschäftigung des Volkes Jehovas, und die Lesefähigkeit ist uns dabei eine Hilfe.

      21 Es kostet Anstrengungen, ein guter Leser und ein geschickter Lehrer des Wortes Gottes zu werden (Epheser 6:17). Daher wollen wir ‘unser Äußerstes tun, uns selbst Gott als bewährt darzustellen und das Wort der Wahrheit recht zu handhaben’ (2. Timotheus 2:15). Vergrößern wir unsere Erkenntnis der biblischen Wahrheit, und verbessern wir unsere Fähigkeiten als Zeugen für Jehova dadurch, daß wir uns dem Lesen widmen.

  • Lies Gottes Wort, und diene Gott der Wahrheit gemäß
    Der Wachtturm 1996 | 15. Mai
    • Lies Gottes Wort, und diene Gott der Wahrheit gemäß

      „Unterweise mich, o Jehova, in deinem Weg. Ich werde wandeln in deiner Wahrheit“ (PSALM 86:11).

      1. Was wurde in der ersten Ausgabe dieser Zeitschrift auszugsweise über die Wahrheit gesagt?

      JEHOVA sendet Licht und Wahrheit aus (Psalm 43:3). Ihm verdanken wir auch die Fähigkeit, sein Wort, die Bibel, zu lesen und die Wahrheit kennenzulernen. In der ersten Ausgabe dieser Zeitschrift (Juli 1879) hieß es: „Die Wahrheit wird wie ein bescheidenes Blümchen in der Wildnis des Lebens von dem üppig wachsenden Unkraut des Irrtums umwuchert und fast erstickt. Wer sie finden möchte, muß ständig danach Ausschau halten. Wer ihre Schönheit sehen möchte, muß das Unkraut des Irrtums und die Dornensträucher der Intoleranz beiseite schieben. Wer sie besitzen möchte, muß sich danach bücken. Wir wollen nicht mit nur einer Blume der Wahrheit zufrieden sein. Wäre eine genügend, dann gäbe es keine anderen. Pflücken wir weiter, bleiben wir auf der Suche!“ Durch das Lesen und Studieren des Wortes Gottes können wir eine genaue Erkenntnis erlangen und in Gottes Wahrheit wandeln (Psalm 86:11).

      2. Wozu führte es, daß Esra und andere den Juden im alten Jerusalem Gottes Gesetz vorlasen?

      2 Nachdem der Wiederaufbau der Mauern Jerusalems vollendet worden war (455 v. u. Z.), lasen der Priester Esra und andere den Juden das Gesetz Gottes vor. Darauf folgte ein freudiges Laubhüttenfest sowie das Bekennen von Sünden, und abschließend traf man „eine feste Vereinbarung“ (Nehemia 8:1 bis 9:38). Wir lesen: „Sie fuhren fort, aus dem Buch, aus dem Gesetz des wahren Gottes, vorzulesen, es wurde erläutert, und man gab dessen Sinn an; und sie machten das Vorgelesene fortlaufend verständlich“ (Nehemia 8:8). Einige sind der Auffassung, man habe, da die Juden nicht mehr so gut Hebräisch verstanden hätten, eine aramäische Wiedergabe hinzugefügt. Doch der Text weist keineswegs nur auf eine sprachliche Klarstellung der Aussagen hin. Esra und die anderen erläuterten das Gesetz, damit das Volk die Grundsätze begreifen und anwenden konnte. Christliche Veröffentlichungen und Zusammenkünfte dienen ebenfalls dem Zweck, ‘den Sinn des Wortes Gottes anzugeben’. Das tun auch die ernannten, ‘lehrfähigen’ Ältesten (1. Timotheus 3:1, 2; 2. Timotheus 2:24).

      Dauerhafter Nutzen

      3. Welchen Nutzen kann man aus dem Bibellesen ziehen?

      3 Für eine christliche Familie wird das gemeinsame Bibellesen wahrscheinlich einen dauerhaften Nutzen haben. Sie wird dadurch mit Gottes Gesetzen vertraut und lernt die Wahrheit kennen, was Lehrpunkte, Prophezeiungen und andere Themenbereiche betrifft. Nachdem ein Abschnitt in der Bibel gelesen wurde, könnte das Familienoberhaupt fragen: „Wie sollte uns das berühren? Wie steht das Gelesene mit anderen biblischen Lehren in Verbindung? Wie können wir diese Gedanken beim Predigen der guten Botschaft verwenden?“ Eine Familie gewinnt beim Bibellesen größere Einsicht, wenn sie mit Hilfe des Index der Wachtturm-Publikationen oder anderer Indexe Nachforschungen anstellt. Es ist sicher nutzbringend, gegebenenfalls die beiden Bände des Werkes Einsichten über die Heilige Schrift zu Rate zu ziehen.

      4. Wie sollte Josua die in Josua 1:8 aufgezeichnete Anweisung in die Tat umsetzen?

      4 Wir können uns in unserem Leben von den Grundsätzen aus der Bibel leiten lassen. Außerdem kann uns das Lesen und Studieren der ‘heiligen Schriften weise machen zur Rettung’ (2. Timotheus 3:15). Wenn wir uns von Gottes Wort leiten lassen, werden wir weiterhin in seiner Wahrheit wandeln, und unsere berechtigten Wünsche werden in Erfüllung gehen (Psalm 26:3; 119:130). Allerdings müssen wir genauso nach Verständnis suchen wie Josua, der Nachfolger von Moses. Das „Buch des Gesetzes“ sollte nicht von seinem Mund weichen, und er sollte Tag und Nacht darin lesen (Josua 1:8). Damit war gemeint, daß Josua nicht aufhören sollte, anderen die darin enthaltenen aufschlußreichen Dinge mitzuteilen. Tag und Nacht im Gesetz zu lesen bedeutete, daß Josua darüber nachsinnen, es studieren sollte. Der Apostel Paulus forderte Timotheus in ähnlicher Weise auf ‘nachzusinnen’ — über seinen Lebenswandel, seinen Predigtdienst und sein Lehren. Als christlicher Ältester mußte Timotheus sorgfältig darüber wachen, daß er ein vorbildliches Leben führte und daß er die biblische Wahrheit lehrte (1. Timotheus 4:15).

      5. Was ist erforderlich, wenn wir Gottes Wahrheit finden wollen?

      5 Gottes Wahrheit ist ein unbezahlbarer Schatz. Wer sie finden möchte, muß sich gründlich damit beschäftigen, muß unermüdlich in der Bibel forschen. Nur wenn wir gleichsam wie Kinder Schüler des Großen Unterweisers sind, erlangen wir Weisheit und lernen es, die ehrerbietige Furcht Jehovas zu verstehen (Sprüche 1:7; Jesaja 30:20, 21). Wir sollten uns natürlich auch selbst mit den biblischen Beweisen vertraut machen (1. Petrus 2:1, 2). Einige Juden in Beröa „waren edler gesinnt als die in Thessalonich, denn sie nahmen das Wort mit der größten Bereitwilligkeit auf, indem sie täglich in den Schriften sorgfältig forschten, ob sich diese [von Paulus dargelegten] Dinge so verhielten“. Er wies die Beröer keineswegs zurecht, sondern lobte sie sogar dafür (Apostelgeschichte 17:10, 11).

      6. Warum mußte Jesus bestimmte Juden darauf hinweisen, daß ihr Forschen in den Schriften nutzlos war?

      6 Jesus sagte zu gewissen Juden: „Ihr erforscht die Schriften, weil ihr denkt, daß ihr durch sie ewiges Leben haben werdet; und gerade diese sind es, die über mich Zeugnis ablegen. Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, damit ihr Leben habt“ (Johannes 5:39, 40). Sie verfolgten beim Erforschen der Schriften das richtige Ziel — sich durch diese zum Leben führen zu lassen. Tatsächlich enthielten die Schriften messianische Prophezeiungen, die darauf hinwiesen, daß Leben durch Jesus Christus kommen würde. Doch die Juden verwarfen ihn. Deshalb brachte es ihnen keinen Nutzen, daß sie die Schriften erforschten.

      7. Was ist die Voraussetzung für ein zunehmendes Verständnis der Bibel, und warum?

      7 Wir benötigen Anleitung durch den Geist Gottes, seine wirksame Kraft, damit unser Verständnis der Bibel zunehmen kann. „Der Geist erforscht alle Dinge, selbst die tiefen Dinge Gottes“, um ihre Bedeutung zu offenbaren (1. Korinther 2:10). Die Christen in Thessalonich sollten sich bei jeder Prophezeiung, die sie hörten, ‘aller Dinge vergewissern’ (1. Thessalonicher 5:20, 21). Als Paulus an die Thessalonicher schrieb (um 50 u. Z.), existierte von den Griechischen Schriften erst das Matthäusevangelium. Die Thessalonicher und die Beröer konnten sich wahrscheinlich dadurch aller Dinge vergewissern, daß sie in der Septuaginta, der griechischen Übersetzung der Hebräischen Schriften, nachforschten. Sie mußten — genau wie wir — die Schriften lesen und studieren.

      Für alle unerläßlich

      8. Warum sollten die ernannten Ältesten über eine ausgezeichnete biblische Erkenntnis verfügen?

      8 Die ernannten Ältesten sollten über eine ausgezeichnete biblische Erkenntnis verfügen. Sie müssen „lehrfähig“ sein und ‘am zuverlässigen Wort festhalten’. Der Aufseher Timotheus sollte ‘das Wort der Wahrheit recht handhaben’ (1. Timotheus 3:2; Titus 1:9; 2. Timotheus 2:15). Seine Mutter Eunike und seine Großmutter Lois hatten ihn von frühester Kindheit an in den heiligen Schriften unterwiesen, wodurch sie ihm einen „ungeheuchelten Glauben“ vermittelten, obwohl sein Vater ein Ungläubiger war (2. Timotheus 1:5; 3:15). Gläubige Väter sollten ihre Kinder „in der Zucht und in der ernsten Ermahnung Jehovas“ aufziehen, und besonders Älteste, die Väter sind, müssen ‘gläubige Kinder haben, die nicht der Widerspenstigkeit oder der Ausschweifung beschuldigt werden’ (Epheser 6:4; Titus 1:6). Ungeachtet unserer Lebensumstände sollten wir daher das Erfordernis, Gottes Wort zu lesen, zu studieren und anzuwenden, sehr ernst nehmen.

      9. Was spricht dafür, die Bibel in Gemeinschaft mit Glaubensbrüdern zu studieren?

      9 Wir sollten die Bibel auch in Gemeinschaft mit Glaubensbrüdern studieren. Paulus empfahl den Christen in Thessalonich, seinen Rat miteinander zu besprechen (1. Thessalonicher 4:18). Wenn wir unser Verständnis der Wahrheit schärfen wollen, gibt es nichts Besseres, als uns beim Erforschen der Bibel anderen eifrig Studierenden anzuschließen. Ein treffender Spruch lautet: „Eisen wird durch Eisen geschärft. So schärft ein Mann das Angesicht eines anderen“ (Sprüche 27:17). Ein eisernes Werkzeug kann Rost ansetzen, wenn es nicht ständig gebraucht und geschärft wird. In ähnlicher Weise müssen wir regelmäßig zusammenkommen und einander schärfen, indem wir die Erkenntnisse austauschen, die wir dadurch erlangt haben, daß wir Gottes Wort der Wahrheit sowohl lesen und studieren als auch darüber nachsinnen (Hebräer 10:24, 25). Außerdem können wir so aus den Strahlen des geistigen Lichts Nutzen ziehen (Psalm 97:11; Sprüche 4:18).

      10. Was bedeutet es, in der Wahrheit zu wandeln?

      10 Bei unserem Bibelstudium können wir passenderweise wie der Psalmist zu Gott beten: „Sende dein Licht und deine Wahrheit aus. Mögen diese selbst mich leiten“ (Psalm 43:3). Wenn wir Gottes Anerkennung wünschen, müssen wir in seiner Wahrheit wandeln (3. Johannes 3, 4). Das schließt ein, seine Anforderungen zu erfüllen und ihm in Treue und Aufrichtigkeit zu dienen (Psalm 25:4, 5; Johannes 4:23, 24). Wir müssen Jehova der Wahrheit gemäß dienen, die in seinem Wort offenbart wurde und in den Veröffentlichungen des „treuen und verständigen Sklaven“ deutlich dargelegt wird (Matthäus 24:45-47). Dafür ist eine genaue Erkenntnis der Bibel erforderlich. Wie sollten wir daher Gottes Wort lesen und studieren? Sollten wir, beginnend mit 1. Mose, Kapitel 1, Vers 1, alle 66 Bücher durchlesen? Ja, jeder Christ, in dessen Sprache es die vollständige Bibel gibt, sollte sie von 1. Mose bis Offenbarung lesen. Und beim Lesen der Bibel und christlicher Veröffentlichungen sollte es unser Ziel sein, unser Verständnis der vielen biblischen Wahrheiten zu vergrößern, die Gott uns durch den ‘treuen Sklaven’ zugänglich gemacht hat.

      Gottes Wort laut lesen

      11, 12. Warum ist es von Nutzen, wenn in den Zusammenkünften laut aus der Bibel vorgelesen wird?

      11 Wenn wir allein sind, werden wir wahrscheinlich leise lesen. In alter Zeit war es dagegen üblich, auch persönlich laut zu lesen. Als der äthiopische Eunuch in seinem Wagen fuhr, hörte ihn der Evangelist Philippus daher aus der Prophezeiung Jesajas lesen (Apostelgeschichte 8:27-30). Die Hauptbedeutung des mit „lesen“ übersetzten hebräischen Wortes ist „rufen“. Jemand, der beim leisen Lesen den Sinn des Gelesenen nicht erfassen würde, sollte somit nicht davon abgehalten werden, jedes Wort laut auszusprechen. Die Hauptsache ist, durch das Lesen des geschriebenen Wortes Gottes die Wahrheit kennenzulernen.

      12 Es ist von Nutzen, wenn in christlichen Zusammenkünften laut aus der Bibel vorgelesen wird. Der Apostel Paulus forderte seinen Mitarbeiter Timotheus auf: „Bis ich komme, widme dich weiterhin dem Vorlesen, dem Ermahnen, dem Lehren“ (1. Timotheus 4:13). An die Kolosser schrieb Paulus: „Wenn dieser Brief bei euch gelesen worden ist, so veranlaßt, daß er auch in der Versammlung der Laodicener gelesen wird und daß ihr auch den von Laodicea lest“ (Kolosser 4:16). Und in Offenbarung 1:3 heißt es: „Glücklich der, der laut liest, und diejenigen, die die Worte dieser Prophezeiung hören und die darin geschriebenen Dinge halten; denn die bestimmte Zeit ist nahe.“ Ein Vortragsredner sollte daher zur Untermauerung seiner Darlegungen vor einer Versammlung Bibeltexte vorlesen.

      Thematisches Studium

      13. Was ist eine der besten Möglichkeiten, biblische Wahrheiten fortschreitend kennenzulernen, und was kann uns helfen, bestimmte Bibeltexte zu finden?

      13 Das thematische Studium ist eine der besten Möglichkeiten, biblische Wahrheiten fortschreitend kennenzulernen. Konkordanzen, in denen biblische Wörter mit Angabe von Buch, Kapitel und Vers alphabetisch und im jeweiligen Zusammenhang aufgeführt sind, erleichtern es, Texte zu finden, die mit einem bestimmten Thema in Verbindung stehen. Und zwischen solchen Bibeltexten kann ein Zusammenhang hergestellt werden, da sich der Autor der Bibel nicht widerspricht. Durch seinen heiligen Geist inspirierte er etwa 40 Männer, die Bibel über einen Zeitraum von 16 Jahrhunderten niederzuschreiben, und das thematische Bibelstudium ist eine seit langem bewährte Methode, um die Wahrheit kennenzulernen.

      14. Warum sollten wir die Christlichen Griechischen Schriften zusammen mit den Hebräischen Schriften studieren?

      14 Unsere Wertschätzung für die biblische Wahrheit sollte uns veranlassen, die Christlichen Griechischen Schriften zusammen mit den Hebräischen Schriften zu studieren. Ein solches Studium zeigt, inwiefern die Griechischen Schriften mit Gottes Vorsatz in Verbindung stehen, und es wirft Licht auf Prophezeiungen in den Hebräischen Schriften (Römer 16:25-27; Epheser 3:4-6; Kolosser 1:26). Die Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift ist dabei eine große Hilfe. Sie wurde von ergebenen Dienern Gottes erarbeitet, die sich die zur Verfügung stehende vermehrte Erkenntnis über den ursprünglichen Bibeltext, über geschichtliche Hintergründe und über idiomatische Ausdrücke zunutze gemacht haben. Auch die Hilfen für das Bibelstudium, für die Jehova durch den „treuen und verständigen Sklaven“ gesorgt hat, spielen eine wichtige Rolle.

      15. Wie könnten wir beweisen, daß es angebracht ist, von da und dort aus der Bibel zu zitieren?

      15 Es mag einige geben, die sagen: „In euren Veröffentlichungen werden zwar Tausende von Bibelzitaten angeführt, aber warum pickt ihr sie da und dort heraus?“ Dadurch, daß in den Veröffentlichungen von da und dort aus den 66 Büchern der Bibel zitiert wird, werden mehrere inspirierte Zeugnisse angeführt, um die Wahrheit einer Lehre zu beweisen. Auch Jesus bediente sich dieser Lehrmethode. Als er die Bergpredigt hielt, führte er 21 Zitate aus den Hebräischen Schriften an. Die Darlegungen enthalten 3 Anführungen aus 2. Mose, 2 aus 3. Mose, 1 aus 4. Mose, 6 aus 5. Mose, 1 aus 2. Könige, 4 aus den Psalmen, 3 aus Jesaja und 1 aus Jeremia. Tat Jesus das um des Beweisens willen? Nein, denn ‘er lehrte wie einer, der Gewalt hat, und nicht wie die Schriftgelehrten’. Das war deshalb der Fall, weil Jesus sein Lehren durch die Autorität des schriftlich festgehaltenen Wortes Gottes untermauerte (Matthäus 7:29). Dasselbe tat der Apostel Paulus.

      16. Welche Bibelzitate führte Paulus gemäß Römer 15:7-13 an?

      16 Paulus zitierte in seinen Darlegungen gemäß Römer 15:7-13 aus drei Abschnitten der Hebräischen Schriften — aus dem Gesetz, den Propheten und den Psalmen. Er zeigte, daß Juden und Nichtjuden Gott verherrlichen würden und daß die Christen deshalb Menschen aus allen Nationen willkommen heißen sollten. Paulus sagte: „Heißt einander willkommen, so wie der Christus auch uns im Hinblick auf die Herrlichkeit Gottes willkommen geheißen hat. Denn ich sage, daß Christus zugunsten der Wahrhaftigkeit Gottes tatsächlich ein Diener derer wurde, die beschnitten sind, um so die Verheißungen, die ER ihren Vorvätern gab, zu bestätigen und damit die Nationen Gott um seiner Barmherzigkeit willen verherrlichen mögen, so wie geschrieben steht [in Psalm 18:49]: ‚Darum will ich dich offen anerkennen unter den Nationen, und deinem Namen will ich Melodien spielen.‘ Und wieder sagt er [in 5. Mose 32:43]: ‚Seid fröhlich, ihr Nationen, mit seinem Volk.‘ Und wieder [in Psalm 117:1]: ‚Preiset Jehova, all ihr Nationen, und mögen alle Völker ihn preisen.‘ Und wieder sagt Jesaja [11:1, 10]: ‚Da wird die Wurzel Isais sein, und da wird einer sein, der aufsteht, um über Nationen zu herrschen; auf ihn werden Nationen ihre Hoffnung setzen.‘ Möge der Gott, der Hoffnung gibt, euch dadurch, daß ihr glaubt, mit aller Freude und mit Frieden erfüllen, damit ihr mit der Kraft des heiligen Geistes an Hoffnung überströmt.“ Durch diese thematische Vorgehensweise zeigte Paulus, wie man zur Bestätigung biblischer Wahrheiten Bibeltexte zitiert.

      17. Im Einklang mit welchen Vorbildern zitieren Christen verschiedene Stellen aus der gesamten Bibel?

      17 Der erste inspirierte Brief des Apostels Petrus enthält 34 Zitate aus 10 Büchern des Gesetzes, der Propheten und der Psalmen. In seinem zweiten Brief zitiert Petrus 6mal aus 3 verschiedenen Büchern. Im Matthäusevangelium finden sich 122 Zitate, die von 1. Mose bis Maleachi reichen. Die 27 Bücher der Griechischen Schriften weisen 320 direkte Zitate aus den Büchern von 1. Mose bis Maleachi auf sowie Hunderte von weiteren Bezugnahmen auf die Hebräischen Schriften. Wenn heutige Christen ein biblisches Thema behandeln, zitieren sie daher im Einklang mit dem Vorbild, das zunächst Jesus und später seine Apostel gaben, verschiedene Stellen aus der gesamten Bibel. Das ist besonders in den gegenwärtigen „letzten Tagen“ angebracht, wo sich der größte Teil dessen erfüllt, was in den Hebräischen und den Griechischen Schriften vorausgesagt wurde (2. Timotheus 3:1). Der ‘treue Sklave’ macht in seinen Veröffentlichungen in gleicher Weise Gebrauch von der Bibel, ohne jemals etwas hinzuzufügen oder wegzunehmen (Sprüche 30:5, 6; Offenbarung 22:18, 19).

      Stets in der Wahrheit wandeln

      18. Warum sollten wir ‘in der Wahrheit wandeln’?

      18 Wir dürfen nichts aus der Bibel wegnehmen, da die Gesamtheit der christlichen Lehren in Gottes Wort „die Wahrheit“ oder „die Wahrheit der guten Botschaft“ ist. Das Festhalten an dieser Wahrheit — in der Wahrheit zu „wandeln“ — ist für die Rettung unerläßlich (Galater 2:5; 2. Johannes 4; 1. Timotheus 2:3, 4). Da das Christentum der „Weg der Wahrheit“ ist, werden wir zu „Mitarbeitern in der Wahrheit“, wenn wir dabei mitwirken, deren Interessen zu fördern (2. Petrus 2:2; 3. Johannes 8).

      19. Wie können wir weiterhin ‘in der Wahrheit wandeln’?

      19 Wenn wir weiterhin ‘in der Wahrheit wandeln’ möchten, müssen wir die Bibel lesen und uns die geistigen Hilfsmittel zunutze machen, die Gott durch den ‘treuen Sklaven’ zur Verfügung stellt (3. Johannes 4). Das sollten wir nicht nur zu unserem eigenen Nutzen tun, sondern auch, um andere über Jehova Gott, Jesus Christus und den göttlichen Vorsatz belehren zu können. Und wir wollen dafür dankbar sein, daß Jehovas Geist uns hilft, sein Wort zu verstehen und ihm erfolgreich der Wahrheit gemäß zu dienen.

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