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  • Geistige Läuterung durch den König
    Gottes Königreich regiert!
    • KAPITEL 10

      Geistige Läuterung durch den König

      FOKUS DES KAPITELS

      Warum und wie Jesus seine Nachfolger geläutert und gereinigt hat

      1—3. Was machte Jesus, als er den Tempel in einem unwürdigen Zustand vorfand?

      JESUS hatte große Achtung vor dem Tempel in Jerusalem, weil er wusste, wofür dieser stand. Schon seit langer Zeit war er das Zentrum der wahren Anbetung auf der Erde. Doch diese Anbetung, die dem heiligen Gott Jehova galt, musste ganz und gar rein sein. Was ging wohl in Jesus vor, als er am 10. Nisan 33 zum Haus Gottes kam und es in einem unwürdigen Zustand vorfand? Was war passiert? (Lies Matthäus 21:12, 13.)

      2 Im Vorhof der Heiden wurden Anbeter, die Jehova opfern wollten, von habgierigen Händlern und Geldwechslern ausgebeutet.a Jesus trieb alle hinaus, „die im Tempel verkauften und kauften“, und stieß die Tische der Geldwechsler um. (Vergleiche Nehemia 13:7-9.) Er warf diesen selbstsüchtigen Männern vor, das Haus seines Vaters „zu einer Räuberhöhle“ gemacht zu haben. Der Tempel und das, was er darstellte, bedeutete Jesus also enorm viel. Sein Vater musste in Reinheit angebetet werden.

      3 Jahrhunderte später, nach seiner Einsetzung als messianischer König, reinigte Jesus erneut einen Tempel. Dieser Tempel ist für jeden, der Jehova auf annehmbare Weise anbeten möchte, unverzichtbar. Worum handelt es sich dabei?

      „Die Söhne Levis“ werden gereinigt

      4, 5. (a) Wie wurden Jesu gesalbte Nachfolger von 1914 bis 1919 geläutert und gereinigt? (b) Warum kann man sagen, dass der Reinigungs- und Läuterungsprozess damit noch nicht abgeschlossen war?

      4 Wie in Kapitel 2 erwähnt, begutachtete Jesus nach seiner Machtübernahme im Jahr 1914 zusammen mit seinem Vater den geistigen Tempel. Dieser Tempel steht für alles, wodurch Jehova eine reine Anbetung ermöglicht hat.b Bei seiner Inspektion stellte der König fest, dass die gesalbten Christen, „die Söhne Levis“, geläutert und gereinigt werden mussten (Mal. 3:1-3). Von 1914 bis in die erste Hälfte des Jahres 1919 ließ Jehova als „Läuterer“ zu, dass sein Volk zu diesem Zweck einiges durchmachte. Glücklicherweise befanden sich die Gesalbten nach dieser Feuerprobe in einem reineren Zustand und konnten den messianischen König von ganzem Herzen unterstützen.

      5 War der Reinigungs- und Läuterungsprozess damit abgeschlossen? Nein. Die ganze Zeit des Endes hindurch hat Jehova seine Diener durch den messianischen König weiter gereinigt, damit sie im geistigen Tempel bleiben konnten. In den nächsten beiden Kapiteln geht es darum, wie er sie moralisch und organisatorisch geläutert hat. Doch zuerst möchten wir uns nun mit der Reinigung in der Anbetung beschäftigen. Es ist glaubensstärkend, zu sehen, was Jesus klar erkennbar oder auch hinter den Kulissen getan hat, damit seine Nachfolger geistig rein sind.

      „Haltet euch rein“

      6. Wieso verstehen wir durch Jehovas Worte an die jüdischen Rückkehrer besser, was Reinheit in der Anbetung bedeutet?

      6 Was ist mit Reinheit in der Anbetung gemeint? Sehen wir uns dazu einmal an, was Jehova den Juden sagen ließ, kurz bevor sie im 6. Jahrhundert v. u. Z. von Babylon wegzogen. (Lies Jesaja 52:11.) Sie begaben sich vor allem deshalb aus dem Exil nach Jerusalem, weil sie den Tempel wiederaufbauen und die wahre Anbetung wiederherstellen sollten (Esra 1:2-4). Jehova wollte, dass sie die babylonische Religion restlos hinter sich ließen. Er gab ihnen daher eine Reihe von Geboten: „Rührt nichts Unreines an“, „geht aus ihrer Mitte hinaus“, „haltet euch rein“. Die Anbetung Jehovas durfte nicht von verkehrten religiösen Riten durchsetzt sein. Was lässt sich daraus folgern? Reinheit in der Anbetung erfordert, sich von den Lehren und Bräuchen der falschen Religion getrennt zu halten.

      7. Durch wen hat Jesus seine Nachfolger zur Reinheit in der Anbetung geführt?

      7 Kurz nachdem Jesus König geworden war, setzte er im Jahr 1919 deutlich erkennbar einen treuen und verständigen Sklaven ein, durch den er seine Nachfolger zur Reinheit in der Anbetung führte (Mat. 24:45). Damals hatten sich die Bibelforscher bereits von vielen falschen religiösen Lehren befreit. Doch sie mussten noch weiter gereinigt werden. Durch seinen treuen Sklaven hat Christus sie nach und nach verstehen lassen, welche Feste und Bräuche sie aufgeben mussten (Spr. 4:18). Sehen wir uns dazu einige Beispiele an.

      Sollten Christen Weihnachten feiern?

      8. Was wussten die Bibelforscher schon lange über Weihnachten, aber was war ihnen noch nicht klar?

      8 Den Bibelforschern war schon lange bewusst, dass Weihnachten heidnische Wurzeln hat und Jesus nicht am 25. Dezember geboren wurde. In Zions Wacht-Turm (engl.) vom Dezember 1881 hieß es: „Millionen kamen aus dem Heidentum zur Kirche. Doch der Wechsel erfolgte meistens nur dem Namen nach. Aus den heidnischen Priestern wurden christliche Priester und die heidnischen Feste erhielten einen christlichen Namen. Eines dieser Feste ist Weihnachten.“ 1883 erschien im Wacht-Turm (engl.) der Artikel „Wann wurde Jesus geboren?“. Er ging darauf ein, warum Jesus etwa Anfang Oktober zur Welt gekommen war.c Dennoch erkannte man damals noch nicht klar, dass man damit aufhören musste, Weihnachten zu feiern. Sogar die Brooklyner Bethelfamilie beging dieses Fest. Doch das änderte sich nach 1926.

      9. Wie änderte sich die Ansicht der Bibelforscher über Weihnachten?

      9 Nach einer gründlichen Untersuchung dieses Themas erkannte man, dass der Ursprung des Weihnachtsfestes und die damit verbundenen Bräuche Gott in Wirklichkeit beleidigen. Wie der Artikel „Der Ursprung des Weihnachtsfestes“ im Goldenen Zeitalter (engl.) vom 14. Dezember 1927 ausführte, ist Weihnachten ein heidnisches Fest, bei dem Vergnügungen im Mittelpunkt stehen und Götzenkult getrieben wird. Der Artikel stellte heraus, dass die Feier nicht von Christus angeordnet wurde, und endete mit der klaren Aussage: „Die Welt, der Mensch in seiner Unvollkommenheit und der Teufel sind an einer Beibehaltung dieses Brauches interessiert. Das ist für alle, die dem Dienste Jehovas völlig geweiht sind, ein letztes und überzeugendes Argument gegen die Feier.“ Im Dezember 1927 fiel das Weihnachtsfest der Bethelfamilie selbstverständlich aus — und dabei blieb es auch.

      „KENNEN SIE DEN URSPRUNG DES WEIHNACHTSFESTES?“

      IM Dezember 1928 hielt Bruder Richard H. Barber (links eingekreist) einen zündenden Rundfunkvortrag über das Thema Weihnachten. Dieser wurde im Goldenen Zeitalter vom 12. Dezember 1928 (dt. 15. Dezember 1934) abgedruckt unter dem Titel: „Kennen Sie den Ursprung des Weihnachtsfestes? Ist es biblisch?“ Hier einige Auszüge:

      • „Satan lehrte . . . die Menschen, der Geburt des Jesuskindes mehr Wert beizumessen als dem Tode des Mannes Jesus, und dies, um die Wichtigkeit des Lösegeldes in den Hintergrund zu drängen.“

      • „Wie viel Maßlosigkeit wird außerdem zur Weihnachtszeit mit Essen und Trinken getrieben! Nichts davon ehrt Jehova Gott oder seinen Sohn, Jesus Christus.“

      • „Es ist dem Teufel gelungen, der Kirche seine falschen Feste aufzudrängen . . . Der Teufel hat also einen großen Erfolg damit gehabt. Die Menschen haben seine Pläne zur Verunehrung und zum Spotte Jehovas angenommen.“

      Die Bethelfamilie feiert 1926 zum letzten Mal Weihnachten; Bruder Barber ist auf dem Bild markiert

      Die Brooklyner Bethelfamilie feiert zum letzten Mal Weihnachten (1926)

      10. (a) Wie wurde das Thema Weihnachten im Dezember 1928 behandelt? (Siehe auch den Kasten „ ‚Kennen Sie den Ursprung des Weihnachtsfestes?‘ “.) (b) Wie wurde auf verschiedene Feste und Bräuche hingewiesen, bei denen echte Christen nicht mitmachen? (Siehe den Kasten „Ursprung anderer Feste und Bräuche aufgedeckt“.)

      10 Im Jahr darauf wurde das Thema Weihnachten noch eingehender behandelt. Bruder Richard H. Barber aus dem Hauptbüro hielt am 12. Dezember 1928 einen Rundfunkvortrag, der den unreinen Ursprung dieses Festes entlarvte. Wie reagierte Gottes Volk auf die klaren Anweisungen aus dem Hauptbüro? Bruder Charles Brandlein kommentierte die Zeit, als seine Familie das Weihnachtsfest aufgab, wie folgt: „Haben wir uns dagegen gesträubt, diese heidnischen Bräuche abzulegen? Absolut nicht! . . . Es war einfach so, als würde man ein unansehnliches Kleidungsstück ausziehen und wegwerfen.“ Ähnlich empfand Bruder Henry A. Cantwell, der später reisender Aufseher wurde: „Wir freuten uns, als Beweis unserer Liebe zu Jehova etwas aufgeben zu können.“ Christi loyale Nachfolger waren bereit, die notwendigen Änderungen vorzunehmen. Mit einem Fest, das in unreinen Kulten wurzelte, wollten sie nichts zu tun haben (Joh. 15:19; 17:14).d

      11. Wie können wir den messianischen König unterstützen?

      11 Diese Bibelforscher haben uns wirklich ein gutes Beispiel gegeben, über das es sich nachzudenken lohnt. Fragen wir uns doch einmal: „Wie empfinde ich Richtlinien von der leitenden Körperschaft? Bin ich dankbar dafür und befolge ich sie?“ Unsere Bereitwilligkeit verrät, wie gern wir den messianischen König unterstützen, der durch den treuen Sklaven zeitgemäße geistige Speise austeilt (Apg. 16:4, 5).

      URSPRUNG ANDERER FESTE UND BRÄUCHE AUFGEDECKT

      CHRISTUS hat seine Nachfolger immer wieder darin unterstützt, kein Teil der Welt zu sein. Hier einige der ersten Quellen, die auf verschiedene Feste und Bräuche hinwiesen, bei denen echte Christen nicht mitmachen.

      • Ostern. „Auch ein anderes großes heidnisches Fest wurde von der sogenannten christlichen Kirche übernommen, das Osterfest“ (Das Goldene Zeitalter, 15. Dezember 1934, Seite 19).

      • Valentinstag. „Der Sankt-Valentins-Tag hat, was seinen Ursprung betrifft, nicht gerade viel Heiliges zu bieten“ (Das Goldene Zeitalter [engl.], 25. Dezember 1929, Seite 208).

      • Geburtstag. „In der Heiligen Schrift kommen nur zwei solche Feiern vor: einmal die des heidnischen Königs Pharao von Ägypten in den Tagen Josephs und dann die des Herodes, dessen Geburtstag Johannes den Täufer das Leben kostete. Die Bibel erwähnt keine einzige Geburtstagsfeier eines Dieners Gottes“ (Das Goldene Zeitalter [engl.], 6. Mai 1936, Seite 499).

      • Neujahr. „Die Neujahrsfeier mit ihrem Festrummel und ihrer Anheiterung ist überhaupt nicht christlich, ganz gleich, auf welchen Tag sie fällt. Die ersten Christen haben Neujahr nicht gefeiert“ (Erwachet!, 8. Januar 1948, Seite 10).

      Sollten Christen das Kreuz verwenden?

      Die Kreuz-und-Krone-Anstecknadel

      Das Kreuz-und-Krone-Symbol (Siehe Absatz 12, 13)

      12. Wie dachten die Bibelforscher viele Jahre lang über das Kreuz?

      12 Viele Jahre lang betrachteten die Bibelforscher das Kreuz als passendes Symbol des Christentums. Das Kreuz zu verehren kam für sie natürlich nicht infrage, denn sie wussten, dass Götzendienst verkehrt ist (1. Kor. 10:14; 1. Joh. 5:21). Schon 1883 hieß es im Wacht-Turm klar und deutlich, dass „jeder Götzendienst für Gott etwas Abscheuliches ist“. Anfangs dachten sich die Bibelforscher jedoch nichts dabei, das Kreuz für verschiedene Zwecke zu verwenden. Zum Beispiel trugen sie voller Stolz Kreuz-und-Krone-Anstecknadeln. Dieses Erkennungszeichen symbolisierte für sie, dass sie die Krone des Lebens erhalten würden, wenn sie bis in den Tod treu blieben. Ab 1891 erschien auch auf dem Wacht-Turm das Kreuz-und-Krone-Zeichen.

      13. Welche Einsichten gewannen Christi Nachfolger über die Verwendung des Kreuzes? (Siehe auch den Kasten „Unser Standpunkt zum Kreuz wurde klarer“.)

      13 Die Bibelforscher hingen sehr an diesem Symbol. Doch ab Ende der 20er-Jahre gab es immer mehr Klarheit über die Verwendung des Kreuzes. Bruder Grant Suiter, später Mitglied der leitenden Körperschaft, erzählte über den Kongress in Detroit (Michigan, USA) von 1928: „Auf dem Kongress wurde erklärt, dass die Kreuz-und-Krone-Symbole nicht nur überflüssig, sondern auch anstößig sind.“ Die nächsten Jahre brachten noch mehr Gewissheit. Das Kreuz hatte in einer ganz und gar reinen Anbetung nichts zu suchen.

      UNSER STANDPUNKT ZUM KREUZ WURDE KLARER

      Ein Mann trägt an seinem Revers eine Kreuz-und-Krone-Anstecknadel
      • Die Kreuz-und-Krone-Anstecknadel ist nicht nur überflüssig, sondern auch anstößig (Kongress in Detroit, 1928).

      • Die Kreuz-und-Krone-Anstecknadeln sind Götzenbilder (Rüstung, 1933, Seite 235).

      • Das Kreuz ist heidnischen Ursprungs (Das Goldene Zeitalter [engl.], 28. Februar 1934, Seite 336).

      • Jesus starb an einem Stamm, nicht an einem Kreuz (Das Goldene Zeitalter [engl.], 4. November 1936, Seite 72; Reichtum, 1936, Seite 25).

      Das griechische Wort stauros wurde in vielen Bibeln mit „Kreuz“ übersetzt. Man beachte jedoch, was in verschiedenen Werken über die Bedeutung dieses Wortes gesagt wird:

      • „Ursprünglich wurde wohl einfach ein Baum oder ein ad hoc in die Erde gerammter Balken oder Pfahl . . . benutzt . . .; darauf führt auch der griechische Name des Kreuzes, σταυρός = aufrecht stehender Pfahl . . . Jedenfalls ist nicht erwiesen und höchst unwahrscheinlich, dass das Kreuz notwendig, immer und überall, die uns heute geläufige und bei den Kirchenvätern beschriebene Form gehabt habe“ (Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft).

      • „Die Vokabel σταυρός [stauros] als solche bezeichnet von Hause aus jeden beliebigen aufrecht stehenden Pfahl (ohne einen daran befestigten Querbalken)“ (Theologisches Begriffslexikon zum Neuen Testament).

      • „Es bedeutet nie zwei in irgendeinem Winkel zusammengebolzte Holzstücke, sondern stets ein einzelnes Stück“ (The Companion Bible).

      • „Ein Stamm im weitesten Sinne, nicht gleichbedeutend mit ‚Kreuz‘ “ (Crucifixion in Antiquity).

      14. Wie reagierte Gottes Volk auf das bessere Verständnis über das Kreuz?

      14 Wie reagierten Gottes Diener auf das bessere Verständnis? Benutzten sie weiter das Kreuz-und-Krone-Symbol, das ihnen so ans Herz gewachsen war? Lela Roberts, eine langjährige Zeugin Jehovas, erinnerte sich: „Als wir erkannten, was es bedeutete, gaben wir es gern auf.“ Eine andere treue Schwester namens Ursula Serenco sprach vielen aus dem Herzen, als sie sagte: „Früher symbolisierte das Kreuz für uns den Tod unseres Herrn und unsere christliche Weihung. Doch nun entpuppte es sich als heidnisch. Wir waren dankbar, dass der Weg immer heller erleuchtet wurde, wie es ja in Sprüche 4:18 beschrieben ist.“ Christi loyale Nachfolger wollten mit unreinen religiösen Bräuchen nichts zu tun haben.

      15, 16. Wie beweisen wir unsere Entschlossenheit, die irdischen Vorhöfe des geistigen Tempels rein zu erhalten?

      15 Dazu sind auch wir entschlossen. Wir erkennen deutlich, dass Christus seinen treuen und verständigen Sklaven benutzt, um seine Nachfolger geistig rein zu erhalten. Wenn wir also durch die geistige Speise vor Feiern, Bräuchen oder Praktiken gewarnt werden, die von der falschen Religion verunreinigt sind, reagieren wir prompt. Wie unsere Brüder und Schwestern zu Anfang der Gegenwart Christi möchten wir die irdischen Vorhöfe von Jehovas geistigem Tempel unbedingt rein erhalten.

      16 Im Verlauf der letzten Tage hat Christus außerdem hinter den Kulissen gewirkt, um die Versammlungen vor dem verunreinigenden Einfluss Einzelner zu schützen. Wie ist er vorgegangen?

      „Die Bösen von den Gerechten trennen“

      17, 18. Was bedeutet es im Gleichnis vom Schleppnetz, dass (a) das Netz ins Meer hinabgelassen wird, (b) Fische von jeder Art zusammengebracht werden, (c) die vortrefflichen Fische in Gefäße zusammengelesen werden und (d) die unbrauchbaren Fische weggeworfen werden?

      17 Der König Jesus Christus wacht über die Versammlungen rund um den Globus. Mehr oder weniger im Verborgenen bewirken Christus und seine Engel eine Trennung, die Jesus in seinem Gleichnis vom Schleppnetz beschrieb. (Lies Matthäus 13:47-50.) Wie ist dieses Gleichnis zu verstehen?

      Fischer ziehen ein volles Schleppnetz aus dem Meer

      Das Schleppnetz symbolisiert das Predigen vom Königreich im Menschenmeer (Siehe Absatz 18)

      18 Ein „Schleppnetz“ wird „ins Meer hinabgelassen“. Das Schleppnetz steht für das Predigen vom Königreich im Menschenmeer. „Fische von jeder Art“ werden zusammengebracht. Die gute Botschaft lockt die verschiedensten Menschen an — einige unternehmen Schritte, um echte Christen zu werden; viele andere dagegen zeigen anfänglich Interesse, entscheiden sich aber nicht für die reine Anbetung.e Die „vortrefflichen“ Fische werden in Gefäße zusammengelesen. Menschen mit einem ehrlichen Herzen werden in die Versammlungen hineingebracht, wo sie Jehova in Reinheit anbeten können. „Die unbrauchbaren aber warf man weg.“ In der ganzen Zeit des Endes haben Christus und die Engel „die Bösen von den Gerechten“ getrennt.f Dadurch konnten unaufrichtige Menschen, die bei ihren falschen Ansichten und Bräuchen blieben, die Versammlungen nicht verderben.g

      19. Wie empfindest du es, dass Christus Gottes Volk und die wahre Anbetung rein erhält?

      19 Tut es nicht gut, zu wissen, wie der König Jesus Christus seine Untertanen schützt? Und ist es nicht beruhigend, dass er sich heute mit dem gleichen glühenden Eifer für die Anbetung und die Anbeter Jehovas einsetzt wie bei der Tempelreinigung im 1. Jahrhundert? Wie dankbar können wir für alles sein, was Christus getan hat, um das Volk Gottes und die wahre Anbetung rein zu erhalten! Unterstützen wir deshalb den König und das Königreich, indem wir uns konsequent von der falschen Religion getrennt halten!

      a Jüdische Besucher durften die jährliche Tempelsteuer nur in einer bestimmten Währung bezahlen. Die Geldwechsler verlangten eine Gebühr für ihre Dienste. Außerdem mussten manche Besucher Opfertiere kaufen. Jesus nannte die Händler wahrscheinlich deswegen „Räuber“, weil sie maßlos überhöhte Preise oder Gebühren verlangten.

      b Jehova wird von seinem Volk auf der Erde in den Vorhöfen seines großen geistigen Tempels angebetet.

      c In dem Artikel hieß es, dass ein winterliches Datum für Jesu Geburt „nicht mit dem Bericht übereinstimmt, wonach die Hirten draußen bei ihren Herden waren“ (Luk. 2:8).

      d In einem persönlichen Brief vom 14. November 1927 schrieb Bruder Frederick W. Franz: „Dieses Jahr gibt es hier kein Weihnachtsfest. Die Bethelfamilie hat dafür gestimmt, Weihnachten abzuschaffen.“ Ein paar Monate später, am 6. Februar 1928, erklärte er in einem weiteren Brief: „Der Herr reinigt uns Schritt für Schritt von den Irrtümern der babylonischen Organisation des Teufels.“

      e Im Jahr 2013 zum Beispiel wurde eine Höchstzahl von 7 965 954 Verkündigern erreicht, während 19 241 252 die jährliche Feier zum Gedenken an Christi Tod besuchten.

      f Dass die vortrefflichen Fische von den unbrauchbaren getrennt werden, ist nicht dasselbe wie die Trennung der Schafe von den Ziegenböcken (Mat. 25:31-46). Die Trennung oder endgültige Beurteilung der Schafe und Ziegenböcke findet in der großen Drangsal statt. Bis dahin können die „unbrauchbaren“ Fische zu Jehova und zur Versammlung zurückkehren (Mal. 3:7).

      g Die unbrauchbaren Fische werden letztendlich in einen symbolischen Feuerofen geworfen, der für ihre künftige Vernichtung steht.

  • Höhere Moral spiegelt Gottes Heiligkeit wider
    Gottes Königreich regiert!
    • KAPITEL 11

      Höhere Moral spiegelt Gottes Heiligkeit wider

      FOKUS DES KAPITELS

      Wie der König seinen Untertanen Gottes Maßstäbe vermittelt hat

      Einige schauen in den Vorhof des großen geistigen Tempels Jehovas; Wächter stehen vor den Eingängen der Wachstuben

      Stell dir vor, du betrittst den Eingang zum äußeren Vorhof des großen geistigen Tempels Jehovas

      1. Welches Erlebnis Hesekiels ist auch für uns überwältigend?

      VERSETZ dich einmal in die Zeit vor rund 2 500 Jahren und geh mit dem Propheten Hesekiel auf Entdeckungsreise. Du näherst dich einer riesigen, strahlenden Tempelanlage. Ein mächtiger Engel erwartet dich, um dir diesen beeindruckenden Ort zu zeigen. Du steigst die sieben Stufen zu einem der drei Eingänge hoch und bist überwältigt — die Eingänge ragen ungefähr 30 Meter hoch! Dein Blick fällt auf die Wachstuben und die Säulen mit ihrem eleganten Palmendesign (Hes. 40:1-4, 10, 14, 16, 22; 41:20).

      2. (a) Wofür steht der Tempel aus Hesekiels Vision? (Siehe Fußnote.) (b) Was bedeuten die verschiedenen Merkmale der Eingänge?

      2 Du befindest dich mitten in der Tempelvision, die Hesekiel so detailliert wiedergab, dass sein Bericht die Kapitel 40 bis 48 seines prophetischen Buches füllt. Der geistige Tempel steht für alles, wodurch Jehova eine reine Anbetung ermöglicht. Jedes Merkmal dieses Tempels ist auch für unsere Anbetung in der Zeit des Endes von Bedeutung.a Was symbolisieren zum Beispiel die hohen Eingänge? Sie erinnern uns an Jehovas hohe und gerechte Maßstäbe, die jeder beachten muss, der die Einrichtung zur reinen Anbetung betreten möchte. Das deuten auch die Palmendarstellungen an, denn Palmen stehen in der Bibel manchmal für einen aufrechten Charakter (Ps. 92:12). Und wozu sind die Wachstuben da? Ganz klar: Wer sich nicht an die göttlichen Richtlinien hält, der darf den herrlichen lebensrettenden Weg der reinen Anbetung nicht betreten (Hes. 44:9).

      3. Warum mussten Christi Nachfolger fortlaufend geläutert werden?

      3 Wie lässt sich die Vision Hesekiels auf unsere Zeit übertragen? In Kapitel 2 haben wir gesehen, wie Jehova sein Volk von 1914 bis in die erste Jahreshälfte 1919 durch Christus einem speziellen Läuterungsprozess unterzog. War die Läuterung damit abgeschlossen? Nein. Jesus hat im vergangenen Jahrhundert den heiligen Wertmaßstäben Jehovas immer wieder Geltung verschafft. Seine Nachfolger mussten fortlaufend geläutert werden. Warum? Weil Christus sie aus einer moralisch verdorbenen Welt herausgeholt hat und Satan unentwegt versucht, sie wieder in den Sumpf der Unmoral zurückzuziehen. (Lies 2. Petrus 2:20-22.) Untersuchen wir nun drei Bereiche, in denen wahre Christen stetig geläutert wurden: die Moral, die Reinerhaltung der Versammlung und die Familie.

      Ein immer höheres Niveau

      4, 5. Welche Taktik verfolgt Satan schon lange, und mit welchem Erfolg?

      4 Jehovas Diener waren schon immer um eine hohe Moral bemüht. Deshalb sind sie stets für Anleitung auf diesem Gebiet aufgeschlossen gewesen. Dazu ein paar Beispiele.

      5 Sexualmoral. Jehova wollte, dass die sexuellen Beziehungen zwischen Ehepartnern etwas Reines und Schönes sind. Satan freut sich hämisch, wenn er dieses kostbare Geschenk von seinem Ehrenplatz wegreißen und beschmutzen kann. Er möchte uns zu etwas verführen, das uns die Gunst Jehovas kostet. Zur Zeit Bileams konnte er mit seiner Taktik leider einen großen Erfolg verbuchen und in der Zeit des Endes ist er mehr denn je auf Beute aus gewesen (4. Mo. 25:1-3, 9; Offb. 2:14).

      6. Welches Gelübde wurde im Wacht-Turm abgedruckt, und warum kam man wieder davon ab? (Siehe auch Fußnote.)

      6 Um dem entgegenzuwirken, druckte man im Wacht-Turm (engl.) vom 15. Juni 1908 ein Gelübde ab, in dem es auszugsweise hieß: „Ich werde mich im privaten Umgang mit Personen vom anderen Geschlecht immer so verhalten, wie ich es auch in der Öffentlichkeit tun würde.“b Das Gelübde war zwar nicht vorgeschrieben, doch viele legten es freiwillig ab und ließen ihren Namen in Zions Wacht-Turm veröffentlichen. Dies war damals etlichen eine Hilfe, aber nach Jahren merkte man, dass sich das Ganze zu einem bloßen Ritual entwickelt hatte, und man kam wieder davon ab. Die hohen Grundsätze, die dahintersteckten, wurden jedoch immer beibehalten.

      7. Welches Problem wurde 1935 im Wachtturm angesprochen, und welcher Maßstab wurde betont?

      7 Satan verstärkte allerdings seine Angriffe. Im Wachtturm vom 1. April 1935 wurde ein Problem, das sich unter dem Volk Gottes breitmachte, offen angesprochen. Manche dachten, das Predigen würde sie mehr oder weniger davon befreien, im Privatleben Jehovas hohe Maßstäbe einhalten zu müssen. Treffend hieß es: „Man sollte aber bedenken, dass von uns nicht nur die Teilnahme am Zeugniswerk gefordert wird. Jehovas Zeugen haben die Pflicht, Jehova und sein Königreich würdig zu vertreten.“ Um es dem Volk Gottes leichter zu machen, vor sexueller Unmoral zu „fliehen“, wurden in dem Wachtturm-Artikel klare Hinweise zum Thema Ehe und Sexualmoral gegeben (1. Kor. 6:18).

      8. Warum hat Der Wachtturm wiederholt die volle Bedeutung des griechischen Wortes für sexuelle Unmoral erläutert?

      8 In späteren Jahrzehnten betonte Der Wachtturm wiederholt die richtige Definition des griechischen Wortes für sexuelle Unmoral: pornéia. Es bezieht sich nicht nur auf den eigentlichen Geschlechtsverkehr, sondern auf die verschiedensten unmoralischen Handlungen. Der Ausdruck pornéia bezeichnet im Großen und Ganzen alle schmutzigen Praktiken, die in Bordellen üblich sind. In einer Welt, in der viele von der Welle sexueller Perversion mitgerissen werden, sind Christi Nachfolger durch dieses klare Verständnis geschützt geblieben. (Lies Epheser 4:17-19.)

      9, 10. (a) Mit welchem weiteren Problem befasste sich Der Wachtturm 1935? (b) Welchen ausgewogenen Standpunkt vertritt die Bibel zum Thema Alkohol?

      9 Alkohol. Der Wachtturm vom 1. April 1935 sprach noch ein weiteres Problem an: „Auch ist bemerkt worden, dass manche unter Alkoholeinfluss am Predigtdienst teilnehmen oder andere Pflichten in der Organisation erfüllen. Unter welcher Bedingung ist es nach der Schrift in Ordnung, Wein zu trinken? Ist es richtig, so viel Wein zu trinken, dass dadurch der Dienst in der Organisation des Herrn beeinträchtigt wird?“

      10 In der Antwort wurde der ausgewogene Standpunkt der Bibel zu alkoholischen Getränken dargelegt. Gottes Wort verurteilt nicht den maßvollen Genuss von Wein und anderen alkoholischen Getränken, wohl aber Trunkenheit (Ps. 104:14, 15; 1. Kor. 6:9, 10). Was heiligen Dienst unter Alkoholeinfluss angeht, wurde schon damals auf den Bericht über die Söhne Aarons hingewiesen. Gott tötete sie, weil sie auf seinem Altar unerlaubtes Feuer darbrachten. Einige Verse danach verrät der Bibelbericht, was wohl zu diesem unangemessenen Verhalten geführt hatte. Gott erließ nämlich ein Gesetz, das allen Priestern den Genuss von Alkohol während ihres Dienstes verbot (3. Mo. 10:1, 2, 8-11). Aus Respekt vor diesem Grundsatz achten Christi Nachfolger gewissenhaft darauf, ihren heiligen Dienst nicht unter Alkoholeinfluss zu verrichten.

      11. Warum war es gut, das Thema Alkoholismus zu vertiefen?

      11 Die vergangenen Jahrzehnte brachten mehr Klarheit zum Thema Alkoholismus — das heißt zu Trunksucht oder fortgesetztem Alkoholmissbrauch. Durch zeitgemäße geistige Speise konnten viele ihre Sucht in den Griff bekommen. Andere konnten dem Problem von vornherein aus dem Weg gehen. Niemand sollte es so weit kommen lassen, dass der Alkohol ihm die Würde raubt, die Familie zerstört und ihm vor allem das Vorrecht nimmt, Jehova in Reinheit anzubeten.

      „Man kann sich wohl kaum vorstellen, dass unser Herr nach Tabak stank oder sich etwas Verunreinigendes in den Mund steckte“ (C. T. Russell)

      12. Wie dachten Christi Nachfolger schon vor 1914 über den Tabakkonsum?

      12 Tabak. Schon vor Anbruch der Zeit des Endes waren Christi Diener vom Tabakkonsum alles andere als begeistert. Vor Jahren erinnerte sich Charles Capen daran, wie er Ende des 19. Jahrhunderts zum ersten Mal Bruder Russell begegnete. Er war damals 13 Jahre alt und stand mit drei seiner Brüder auf der Treppe des Bibelhauses in Allegheny (Pennsylvania). Als Bruder Russell an ihnen vorbeiging, sagte er: „Hier riecht’s nach Tabak. Ihr habt doch nicht etwa geraucht?“ Ihnen war sofort klar, wie er über das Thema Rauchen dachte, und sie wehrten heftig ab. Im Wacht-Turm (engl.) vom 1. August 1895 kommentierte Bruder Russell 2. Korinther 7:1 wie folgt: „Ich kann mir nicht denken, wie es Gott ehren oder einem Christen förderlich sein sollte, in irgendwelcher Form Tabak zu sich zu nehmen. . . . Man kann sich wohl kaum vorstellen, dass unser Herr nach Tabak stank oder sich etwas Verunreinigendes in den Mund steckte.“

      13. Wie wurde 1973 das moralische Niveau noch weiter angehoben?

      13 Im Jahr 1935 nannte Der Wachtturm den Tabak „schmutziges Unkraut“ und führte aus, dass niemand, der Tabak kaut oder raucht, in der Bethelfamilie bleiben oder die Organisation Gottes als Pionier oder im Reisedienst vertreten darf. 1973 wurde das Niveau noch weiter angehoben. Wie Der Wachtturm vom 1. September erklärte, kann man kein Zeuge Jehovas sein, wenn man diese lieblose, schmutzige und tödliche Gewohnheit beibehält. Wer mit dem Tabakkonsum nicht aufhörte, sollte ausgeschlossen werden.c Christus hatte also eine weitere wichtige Maßnahme getroffen, um seine Nachfolger zu läutern.

      14. Wie denkt Gott über die Verwendung von Blut, und warum wurden Bluttransfusionen allgemein üblich?

      14 Verwendung von Blut. In den Tagen Noahs verbot Gott das Essen von Blut. Im Gesetz für die Israeliten bestätigte er dieses Verbot, und auch die Christenversammlung sollte sich von Blut „enthalten“ (Apg. 15:20, 29; 1. Mo. 9:4; 3. Mo. 7:26). Es überrascht nicht, dass Satan in unserer Zeit einen Weg fand, diesen göttlichen Standard zu unterhöhlen. Bluttransfusionen gab es vereinzelt bereits im 19. Jahrhundert, und nach der Entdeckung der Blutgruppen nahm ihre Zahl zu. Ab 1937 wurde Blut gespendet und in Blutbanken gelagert, was durch den Zweiten Weltkrieg noch weiter vorangetrieben wurde. Bald waren Bluttransfusionen weltweit üblich.

      15, 16. (a) Wie ordneten Jehovas Zeugen Bluttransfusionen ein? (b) Was wurde alles getan, um Behandlungsmethoden ohne Blut zu fördern, und mit welchem Ergebnis?

      15 Schon 1944 wurde im Wachtturm darauf hingewiesen, dass Bluttransfusionen und das Essen von Blut auf das Gleiche hinauslaufen. Diese biblische Position wurde im Jahr darauf erläutert und erhärtet. 1951 veröffentlichte man eine Liste von Fragen und Antworten, um Jehovas Zeugen zu helfen, mit Ärzten zu reden. Rund um die Welt traten Christi treue Nachfolger mutig für ihren Standpunkt ein, obwohl sie deswegen verspottet, angefeindet und sogar regelrecht verfolgt wurden. Doch Christus veranlasste seine Organisation, den nötigen Beistand zu leisten. Man gab detaillierte und gut recherchierte Artikel und Broschüren zu diesem Thema heraus.

      16 Seit 1979 suchen Älteste Krankenhäuser auf, um Ärzten unseren Standpunkt besser zu vermitteln, ihn biblisch zu begründen und auf Alternativen zur Behandlung mit Blut aufmerksam zu machen. 1980 wurden in den Vereinigten Staaten Älteste in 39 Städten dafür speziell geschult. Mit der Zeit genehmigte die leitende Körperschaft die Gründung von Krankenhaus-Verbindungskomitees auf der ganzen Welt. Welche Ergebnisse wurden im Laufe der Jahre erzielt? Heute verhalten sich Zehntausende medizinische Fachkräfte — darunter Ärzte, Chirurgen und Anästhesisten — kooperativ und gehen auf den Wunsch nach einer Behandlung ohne Blut ein. Immer mehr Krankenhäuser bieten solche Behandlungsmethoden an und manche betrachten sie sogar als den höchsten medizinischen Standard. Ist es nicht begeisternd, wie Jesus uns davor beschützt hat, von Satan verunreinigt zu werden? (Lies Epheser 5:25-27.)

      Ein Vertreter vom Krankenhaus-Verbindungskomitee spricht mit zwei Personen vom Klinikpersonal

      Immer mehr Krankenhäuser bieten eine Behandlung ohne Blut an, und manche betrachten das sogar als den höchsten medizinischen Standard

      17. Wie können wir beweisen, dass wir es schätzen, wie Jesus seine Nachfolger geläutert hat?

      17 Fragen wir uns an dieser Stelle doch einmal: Schätze ich Christi Läuterungsmaßnahmen, durch die er seinen Nachfolgern Jehovas hohe Maßstäbe ans Herz legt? Vergessen wir aber nie, dass Satan ständig versucht, unsere Achtung vor den göttlichen Moralbegriffen zu untergraben, damit wir uns von Jehova und Jesus entfernen. Um dem entgegenzuwirken, warnt uns Jehovas Organisation immer wieder liebevoll vor dem Einfluss der heutigen Welt. Seien wir daher wachsam, für solche Hinweise aufgeschlossen und nehmen wir sie ernst! (Spr. 19:20).

      Die Versammlung vor Schande bewahren

      18. Welchen deutlichen Hinweis liefert uns Hesekiels Vision zu Personen, die bewusst Gottes Maßstäbe missachten?

      18 Ein zweiter Bereich, in dem das Niveau angehoben wurde, ist die Reinerhaltung der Versammlung. Leider bleiben nicht alle, die Jehovas Verhaltensmaßstäbe angenommen und sich ihm hingegeben haben, bei ihrer Entscheidung. Es kann so weit kommen, dass jemand diesen Standard bewusst missachtet. Was ist dann zu tun? Einen Hinweis liefert Hesekiels Vision vom geistigen Tempel. Denken wir nur an die hohen Eingänge und die Wachstuben. Der Tempel wurde von Wachen beschützt, damit Personen „unbeschnittenen Herzens“ nicht hineinkamen (Hes. 44:9). Die reine Anbetung ist also denen vorbehalten, die Jehovas hohe Verhaltensmaßstäbe beachten. Auch heute steht die Anbetung Jehovas im Kreis von Glaubensbrüdern nicht jedem offen.

      19, 20. (a) Wie hat Christus seine Nachfolger darin angeleitet, mit schwerwiegendem Fehlverhalten umzugehen? (b) Welche drei Gründe gibt es dafür, reuelose Sünder auszuschließen?

      19 Schon im Jahr 1892 hieß es im Wacht-Turm (engl.), es sei „unsere Pflicht, diejenigen auszuschließen (als Christen), die direkt oder indirekt leugnen, dass Christus sein Leben als Lösegeld . . . für alle gegeben hat“. (Lies 2. Johannes 10.) Wie 1904 in dem Buch Die Neue Schöpfung eingeräumt wurde, gefährdet jemand, der sein verkehrtes Verhalten nicht aufgibt, die Moral der Versammlung. Damals war bei schwerwiegendem Fehlverhalten die ganze Versammlung an sogenannten „Kirchenverfahren“ beteiligt, was jedoch nur selten vorkam. Im Jahr 1944 erläuterte Der Wachtturm, dass ausschließlich Brüder in verantwortlicher Stellung solche Fälle behandeln sollten. 1952 wurde im Wachtturm dann eine biblische Verfahrensweise für Rechtsangelegenheiten beschrieben und ein entscheidender Grund dafür genannt, Reuelose auszuschließen: die Reinerhaltung der Versammlung.

      20 In den Jahrzehnten danach hat Christus seine Nachfolger noch klarer erkennen lassen, wie bei schwerem Fehlverhalten vorzugehen ist. Älteste werden sorgfältig darin geschult, Rechtsangelegenheiten so zu behandeln, wie Jehova es möchte: mit dem richtigen Gleichgewicht zwischen Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Wie wir heute klar erkennen, gibt es mindestens drei Gründe, reuelose Sünder aus der Versammlung auszuschließen: (1) damit Jehovas Name nicht beschmutzt wird, (2) um die Versammlung vor dem verunreinigenden Einfluss schwerer Sünde zu schützen und (3) um den Sünder sofern möglich zur Reue zu bewegen.

      21. Wie hat sich die Regelung des Gemeinschaftsentzugs ausgewirkt?

      21 Ist uns klar, wie gut sich die Regelung des Gemeinschaftsentzugs ausgewirkt hat? Bei den Israeliten hatten Missetäter oft einen verderblichen Einfluss auf die Nation. Mitunter waren sie gegenüber denen, die Jehova liebten und das Richtige tun wollten, sogar in der Überzahl. Das machte dem Namen Jehovas Schande und Israel verlor immer wieder Gottes Gunst (Jer. 7:23-28). Heute handelt Jehova mit einer Gemeinschaft aus geistig gesinnten Männern und Frauen. Da hartnäckige Sünder nicht in unserer Mitte geduldet werden, kann Satan sie nicht weiter als Waffe gegen die Versammlung und ihre Reinheit einsetzen. Ihr Einfluss wird auf ein Mindestmaß beschränkt. Dadurch ist uns als Gemeinschaft der Segen Jehovas sicher. Schließlich hat Jehova versprochen: „Welche Waffe es auch immer sei, die gegen dich gebildet sein wird, sie wird keinen Erfolg haben“ (Jes. 54:17). Sollten wir die Ältesten bei ihrer schweren Verantwortung nicht loyal unterstützen?

      Den Gründer der Familie würdigen

      22, 23. Wofür sind wir den Bibelforschern dankbar, aber woran sieht man, dass die Familie etwas zu kurz kam?

      22 Ein dritter Bereich, in dem es kontinuierlich Verbesserungen gab, betrifft Ehe und Familie. Beim Thema Familienleben mussten wir im Laufe der Jahre ein wenig umdenken. Anfang des 20. Jahrhunderts haben Gottes Diener bewundernswerte Opferbereitschaft gezeigt. Und wir sind zutiefst dankbar dafür, dass sie den heiligen Dienst in ihrem Leben allem voranstellten. Allerdings war mehr Ausgeglichenheit gefragt.

      23 Es kam häufig vor, dass Brüder monatelang im Predigt- oder Reisedienst unterwegs waren — weit weg von zu Hause. Auch wurde mitunter mit mehr Nachdruck vom Heiraten abgeraten, als es die Bibel rechtfertigt. Gleichzeitig hörte man relativ wenig darüber, was zu einer stabilen Ehe beiträgt. Ist das so geblieben? Nein.

      Theokratische Aufgaben sollen nicht auf Kosten der Familie gehen

      24. Wie hat Christus seinem treuen Volk zu einer ausgewogenen Ansicht auf dem Gebiet Ehe und Familie verholfen?

      24 Heute sollen theokratische Aufgaben nicht mehr auf Kosten der Familie gehen. (Lies 1. Timotheus 5:8.) Christus versorgt seine treuen Nachfolger auf der Erde ständig mit guten, ausgewogenen biblischen Hinweisen zum Thema Ehe und Familie (Eph. 3:14, 15). 1978 erschien das Buch Das Familienleben glücklich gestalten. Etwa 18 Jahre später folgte Das Geheimnis des Familienglücks. Außerdem bringt Der Wachtturm immer wieder Artikel darüber, wie man biblische Prinzipien in der Ehe umsetzen kann.

      25—27. Wie wurde Kindern und Jugendlichen mehr und mehr Aufmerksamkeit geschenkt?

      25 Und was wurde für Kinder und Jugendliche getan? Über die Jahre hat man auch ihnen mehr und mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Jehovas Organisation hat schon früher an Kinder unterschiedlichen Alters gedacht — aber was anfangs ein Rinnsal war, ist heute ein stetiger Strom. Im Goldenen Zeitalter beispielsweise gab es von 1919 bis 1921 das „Jugendbibelstudium“. 1920 erschien die Broschüre The Golden Age ABC (Das ABC des Goldenen Zeitalters) und 1941 das Buch Kinder. In den 70er-Jahren wurden die Bücher Auf den Großen Lehrer hören, Mache deine Jugend zu einem Erfolg und Mein Buch mit biblischen Geschichten veröffentlicht. 1982 startete die Erwachet!-Serie „Junge Leute fragen sich“, aus der 1989 das Buch Fragen junger Leute — praktische Antworten entstand.

      Zwei kleine Mädchen schauen sich auf dem Kongress die Broschüre „Meine kleine Bibel-Fibel“ an

      Die Broschüre Meine kleine Bibel-Fibel löste auf diesem Kongress in Deutschland große Freude aus

      26 Heute haben wir zwei aktuelle Bände des Buches Fragen junger Leute, und die entsprechende Artikelserie wird auf unserer Website jw.org fortgesetzt. Auch gibt es das Buch Lerne von dem großen Lehrer. Unsere Website hat jede Menge für die Jüngeren zu bieten, zum Beispiel Bibelkarten, Bibelprojekte für größere und kleinere Kinder, Rätsel, Videos, Bildergeschichten und Bibelseiten für Kinder bis zu drei Jahren. Jesus liebt die Kleinen heute genauso wie damals im 1. Jahrhundert, als er sie in seine Arme schloss (Mar. 10:13-16). Kinder und Jugendliche sollen sich bei uns geliebt und gut versorgt fühlen.

      27 Jesus möchte Kinder auch vor Schaden bewahren. In der moralisch tief gesunkenen Welt von heute kommt es immer häufiger zu Kindesmissbrauch. In unseren Veröffentlichungen wurde deshalb offen zu diesem Thema Stellung genommen. Eltern sind dadurch besser in der Lage, ihre Kinder vor solchen Übergriffen zu schützen.d

      28. (a) An welches Erfordernis erinnert uns Hesekiels Tempelvision? (b) Wozu bist du entschlossen?

      28 Ist es nicht begeisternd, wie Christus seine Nachfolger fortlaufend geläutert hat? Wie er sie geschult hat, sodass sie Jehovas hohe Maßstäbe achten, danach leben und dadurch geschützt sind? Denken wir noch einmal an Hesekiels Tempelvision. Haben wir noch die hohen Eingänge vor Augen? Natürlich handelte es sich um einen geistigen Tempel, nicht um ein Gebäude aus Stein. Ist er dennoch real für uns? In diesen Tempel kommt man allerdings nicht allein dadurch, dass man eine Versammlung besucht, in der Bibel liest oder predigen geht. Das sind sichtbare, äußerliche Handlungen, die auch ein Heuchler ausführen könnte, ohne je den Tempel Jehovas zu betreten. Wenn wir aber all das tun und gleichzeitig Gottes hohe moralische Maßstäbe beachten und ihn mit der richtigen inneren Haltung anbeten, dann dienen wir Jehova an einem unermesslich heiligen Ort, seiner Einrichtung zur reinen Anbetung. Verlieren wir dieses kostbare Vorrecht nie aus den Augen, und tun wir unser Möglichstes, Jehovas Heiligkeit widerzuspiegeln, indem wir seine gerechten Maßstäbe hochhalten!

      a Im Band 2 des Buches Rechtfertigung wurde 1932 zum ersten Mal erklärt, dass die biblischen Prophezeiungen über die Rückkehr der Israeliten in ihre Heimat auch in neuerer Zeit eine Erfüllung haben, und zwar für das geistige Israel. Diese Prophezeiungen deuten auf die Wiederherstellung der reinen Anbetung hin. Wie es im Wachtturm vom 1. März 1999 hieß, handelt es sich bei der Tempelvision Hesekiels um solch eine Wiederherstellungsprophezeiung. Sie muss somit in den heutigen letzten Tagen eine bedeutende Erfüllung erleben.

      b Dieses Gelübde verbot einem Mann und einer Frau, allein in einem Raum zu sein, es sei denn, die Tür stand weit offen oder sie waren miteinander verheiratet oder eng verwandt. Einige Jahre lang wurde es immer beim biblischen Morgenprogramm im Bethel aufgesagt.

      c Tabakmissbrauch schließt das Rauchen, Schnupfen, Kauen und den Anbau von Tabak zu diesen Zwecken ein.

      d Siehe beispielsweise Kapitel 32 des Buches Lerne von dem großen Lehrer oder die Artikelserie „Schützt eure Kinder!“ im Erwachet! vom Oktober 2007.

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