Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • g88 8. 8. S. 3-4
  • Sollte deine Religion von deinem Geburtsort bestimmt werden?

Kein Video für diese Auswahl verfügbar.

Beim Laden des Videos ist ein Fehler aufgetreten.

  • Sollte deine Religion von deinem Geburtsort bestimmt werden?
  • Erwachet! 1988
  • Ähnliches Material
  • Warum an anderen Religionen interessiert sein?
    Die Suche der Menschheit nach Gott
  • Wer interessiert sich noch für Religion?
    Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1978
  • Solltest du deinen Glauben wechseln?
    Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1964
  • Die „gute Botschaft“ von einer Welt ohne falsche Religion
    Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1969
Hier mehr
Erwachet! 1988
g88 8. 8. S. 3-4

Sollte deine Religion von deinem Geburtsort bestimmt werden?

DEINE Sprechweise und deine Eßgewohnheiten, deine Kleidung und deine Schlafgewohnheiten — all das und vieles mehr ist höchstwahrscheinlich von deinem Geburtsort beeinflußt worden. Wenn wir uns auch dessen nicht bewußt sind, wirkt sich unsere Herkunft doch auf unser ganzes Leben aus; sie formt unsere Gewohnheiten, unsere Denkweise und unsere Ansichten.

María ist Katholikin, weil sie im katholischen Spanien zur Welt kam. Martin ist evangelisch, da er in Lübeck (Norddeutschland) geboren wurde. Abdullam erblickte in Westbeirut das Licht der Welt; daher ist er Muslim.

Bis heute halten sie wie Millionen andere an ihrer jeweiligen Religion fest. Oft ist die Religion der Menschen lediglich von geschichtlichen oder geographischen Gegebenheiten abhängig. Ohne daß sie es wissen, ist ihre Religion vielleicht vor Jahrhunderten zufolge der Laune eines Herrschers bestimmt worden.

So verhielt es sich bei Lisette, die in einem Dorf im Schwarzwald zur Welt kam. Sie wurde evangelisch getauft, weil über Generationen in ihrem Teil des Dorfes alle Bewohner treue Untertanen des Herzogs von Württemberg, eines Protestanten, waren. Wäre sie am anderen Ende der Straße zur Welt gekommen, so wäre sie Katholikin geworden, denn jener Teil des Dorfes unterstand einem katholischen Herrscher.

Diese künstlichen religiösen Grenzen rühren von der Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert her. Nach einer langen Zeitspanne blutiger Religionskämpfe kam man überein, daß jeder Landesfürst die Religion seiner Untertanen bestimmen sollte. Da sich die Menschen nicht einigen könnten, so argumentierte man, müsse der Herrscher entscheiden.

Manche bedauernswerte Dorfbewohner waren gezwungen, ihre religiöse Fahne nach dem Wind zu drehen, je nachdem, aus welcher Richtung ihn die aufeinanderfolgenden Landesherren wehen ließen. Einige Orte wurden willkürlich religiös geteilt, da die Grenze durch den Ort verlief.

Nicht alle Herrscher schlossen sich dem Protestantismus aus Frömmigkeit an. Heinrich VIII. von England, ehemals ein prominenter Verteidiger des katholischen Glaubens, ärgerte sich darüber, daß ihm der Papst die Scheidung von seiner ersten Frau verweigerte. Seine Lösung war einfach. Er brach mit Rom und machte sich selbst zum Oberhaupt der anglikanischen Kirche in der Erwartung, seine Untertanen würden ihm getreulich nachfolgen, was die meisten schließlich auch taten.

Zuweilen wurden ganze Länder von Missionaren „bekehrt“, die den Eroberern dicht auf den Fersen folgten. Nach Mexiko gelangten wenige Jahre nach der spanischen Eroberung die ersten Franziskaner. Sie behaupteten, in nur 30 Jahren über fünf Millionen Einheimische getauft zu haben, obwohl sie die Eingeborenensprachen anfänglich gar nicht beherrschten. Ein Historiker beschrieb diese landesweite Bekehrung als „außergewöhnliche Mischung aus Gewalt, Grausamkeit, Dummheit und Gier, die gelegentlich durch Geistesblitze und Wohltätigkeit gemildert wurde“. Die damaligen europäischen Mächte teilten also die Welt politisch und religiös auf.

Jahrhunderte früher führten die muslimischen Eroberungen Nordafrikas, des Nahen Ostens und großer Gebiete Asiens dazu, daß die überwiegende Mehrheit der dortigen Bevölkerung muslimisch wurde.

Heute sind die historischen Gründe für die religiöse Spaltung der Menschheit weitgehend in Vergessenheit geraten, und dennoch bleiben die meisten bei der Religion, in die sie hineingeboren wurden. Doch sollte die Religion unserer „Wahl“ dem Zufall überlassen sein? Sollte sie lediglich etwas Übernommenes sein? Oder sollte sie das Ergebnis einer überlegten und mit Vernunft getroffenen Entscheidung sein? Eine Betrachtung des Christentums im ersten Jahrhundert wird uns helfen, diese Fragen zu beantworten.

[Bild auf Seite 4]

Heinrich VIII. bestimmte die Religion von Millionen

    Deutsche Publikationen (1950-2025)
    Abmelden
    Anmelden
    • Deutsch
    • Teilen
    • Einstellungen
    • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
    • Nutzungsbedingungen
    • Datenschutzerklärung
    • Datenschutzeinstellungen
    • JW.ORG
    • Anmelden
    Teilen