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  • Gibt es nur eine „wahre Kirche“?
    Der Wachtturm 2003 | 1. September
    • Gibt es nur eine „wahre Kirche“?

      „WIE es nur einen einzigen Christus gibt, so gibt es nur einen einzigen Leib Christi, eine einzige Braut Christi: ‚die eine alleinige katholische und apostolische Kirche‘ “ (Dominus Iesus).

      So formulierte Kardinal Ratzinger den katholischen Standpunkt, es könne nur eine wahre Kirche geben. Diese Kirche, so sagte er, sei die „Kirche Christi, die in der katholischen Kirche subsistiert“.

      „Nicht Kirchen im eigentlichen Sinn“

      Obwohl Papst Johannes Paul II. betonte, aus der Erklärung Dominus Iesus spreche „keine Arroganz und keine Geringachtung der anderen Kirchen“, löste dieses Schriftstück bei protestantischen Geistlichen heftige Reaktionen aus. So sagte ein Geistlicher im Juni 2001 auf der presbyterianischen Vollversammlung in Belfast (Nordirland), die Erklärung sei das Machwerk einer „einflussreichen Gruppe in der katholischen Kirche, ... die in Panik geriet, als das Zweite Vatikanische Konzil eine Zeit größerer Aufgeschlossenheit einläutete“.

      Robin Eames, Primas der Kirche von Irland, sagte, er wäre „bitter enttäuscht“, wenn die Erklärung „eine Rückkehr in die Zeit vor dem zweiten Vatikanum“ bedeuten würde. Die Aussage des Vatikans, dass Kirchen, die bestimmte katholische Lehren ablehnen, „nicht Kirchen im eigentlichen Sinn“ seien, kommentierte Eames wie folgt: „Das könnte man als Beleidigung auffassen.“

      Wie kam Dominus Iesus überhaupt zustande? Anscheinend war die römische Kurie beunruhigt über einen sich anbahnenden religiösen Relativismus. Die Irish Times schrieb dazu: „Das Aufkommen einer pluralistischen Theologie, wonach eine Religion so gut ist wie die andere, ließ Kardinal Ratzinger keine Ruhe mehr.“ Allem Anschein nach war das der Auslöser für seine Äußerungen über die „einzige Kirche“.

      Spielt es eine Rolle, welcher Kirche man angehört?

      Natürlich wirkt ein „religiöser Relativismus“ oder eine „pluralistische Theologie“ auf viele Menschen wesentlich vernünftiger und anziehender als jegliche Andeutung, es könne nur eine wahre Kirche geben. Ihrer Meinung nach ist Religion einzig und allein eine Sache der persönlichen Vorliebe. Sie halten es nicht für besonders wichtig, welcher Kirche jemand angehört.

      Diese Auffassung klingt zwar toleranter, sie hat aber zu einer religiösen Zersplitterung in unzählige Glaubensgemeinschaften beigetragen. Für viele Menschen ist religiöse Vielfalt lediglich ein Ausdruck individueller Freiheit. Nach Ansicht des Publizisten Steve Bruce ist eine solche „religiöse Toleranz“ jedoch nichts anderes als „religiöse Gleichgültigkeit“ (A House Divided: Protestantism, Schism, and Secularization).

      Was ist nun aber der richtige Standpunkt? Gibt es nur eine wahre Kirche? Handelt es sich dabei um die katholische Kirche? Sind andere Kirchen für Gott ebenso annehmbar? Da es bei diesen Fragen um unsere Beziehung zu Gott geht, wäre es wichtig, seinen Standpunkt zu erfragen. Aber wie? Indem man die Bibel zurate zieht, die unter göttlicher Inspiration entstand (Apostelgeschichte 17:11; 2. Timotheus 3:16, 17). Sehen wir uns einmal an, was sie zum Thema allein wahre Kirche zu sagen hat.

  • Ein wahrer christlicher Glaube — Es gibt ihn
    Der Wachtturm 2003 | 1. September
    • Ein wahrer christlicher Glaube — Es gibt ihn

      JESUS CHRISTUS gründete nur eine Kirche oder Gemeinde. Diese Gemeinde war eine Art geistige Familie, die in der Bibel mit einem Leib verglichen wird. Es war ein Zusammenschluss von Menschen, die durch Gottes heiligen Geist ausgewählt worden waren und alle von Gott als seine „Kinder“ anerkannt wurden (Römer 8:16, 17; Galater 3:26).

      Jesus lehrte, dass Gott nur einen Weg gebraucht, um Menschen zur Wahrheit und zu ewigem Leben zu führen. Um diese wichtige Aussage zu verdeutlichen, zog Jesus einen Vergleich zu einem buchstäblichen Weg. Er sagte: „Geht ein durch das enge Tor; denn breit und geräumig ist der Weg, der in die Vernichtung führt, und viele sind es, die auf ihm hineingehen; doch eng ist das Tor und eingeengt der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden“ (Matthäus 7:13, 14; Johannes 14:6; Apostelgeschichte 4:11, 12).

      Eine Gemeinde, in der Einheit herrschte

      Bei der Urgemeinde im ersten Jahrhundert handelte es sich nicht um „eine weltweite, universale, organisierte Gemeinschaft, wie man sich heutzutage die katholische Kirche vorstellt“, schreibt das Nachschlagewerk The New Dictionary of Theology. Warum nicht? „Aus dem einfachen Grund“, so heißt es weiter, „weil es eine solche organisierte, universale Gemeinschaft nicht gab.“

      Niemand wird bestreiten wollen, dass die frühchristliche Gemeinde kaum Ähnlichkeit mit der heutigen Institution Kirche aufweist. Organisiert war sie allerdings schon. Die einzelnen Gemeinden gingen nicht ihre eigenen Wege. Sie alle anerkannten die Autorität einer leitenden Körperschaft in Jerusalem. Dieses Gremium, das sich aus den Aposteln und älteren Männern der Jerusalemer Gemeinde zusammensetzte, trug dazu bei, dass die Einheit als „e i n Leib“ Christi gewahrt blieb (Epheser 4:4, 11-16; Apostelgeschichte 15:22-31; 16:4, 5).

      Was geschah mit dieser einen wahren Gemeinde? Wurde sie die mächtige katholische Kirche? Entwickelte sie sich zu der zersplitterten protestantischen Kirche, wie wir sie heute haben? Oder trug es sich anders zu?

      „Weizen“ und „Unkraut“

      Um eine Antwort auf diese Fragen zu erhalten, wollen wir uns eine Voraussage Jesu Christi einmal etwas genauer ansehen. Was manchen überraschen wird: Jesus rechnete damit, dass die von ihm gegründete Gemeinde aus dem Blickfeld verschwinden würde. Diese traurige Situation sollte Jahrhunderte andauern.

      Jesus setzte seine Gemeinde mit dem „Königreich der Himmel“ gleich, als er erklärte: „Das Königreich der Himmel ist einem Menschen gleich geworden, der vortrefflichen Samen auf sein Feld säte. Während die Menschen schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut hinzu, mitten unter den Weizen, und ging weg. Als die Saat sprosste und Frucht brachte, da erschien auch das Unkraut. Da traten die Sklaven des Hausherrn herzu und sagten zu ihm: ‚Herr, hast du nicht vortrefflichen Samen auf dein Feld gesät? Woher hat es denn Unkraut?‘ Er sprach zu ihnen: ‚Ein Feind, ein Mensch, hat das getan.‘ Sie sagten zu ihm: ‚Willst du denn, dass wir hingehen und es zusammenlesen?‘ Er sprach: ‚Nein, damit ihr nicht etwa beim Zusammenlesen des Unkrauts den Weizen mit ihm ausreißt. Lasst beides zusammen wachsen bis zur Ernte; und zur Erntezeit will ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut zusammen, und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen, dann geht und sammelt den Weizen in mein Vorratshaus‘ “ (Matthäus 13:24-30).

      Jesus bezeichnete sich selbst als den Sämann. Der „vortreffliche Same“ steht für seine echten Jünger. Der „Feind“ ist Satan, der Teufel. Bei dem „Unkraut“ handelt es sich um falsche Christen, von denen die frühchristliche Gemeinde unterwandert wurde. Jesus sagte, der „Weizen“ und das „Unkraut“ sollten bis zur „Ernte“ zusammen wachsen, bis zum „Abschluss eines Systems der Dinge“ (Matthäus 13:37-43). Was bedeutete das alles?

      Verderblicher Einfluss auf die Christengemeinde

      Bald nach dem Tod der Apostel übernahmen abtrünnige Lehrer aus der Gemeinde die Leitung. Sie verdrehten bestimmte Lehren, „um die Jünger hinter sich her wegzuziehen“ (Apostelgeschichte 20:29, 30). So kam es, dass viele Christen ‘vom Glauben abfielen’. Sie wandten sich „unwahren Geschichten“ zu (1. Timotheus 4:1-3; 2. Timotheus 4:3, 4).

      Im vierten Jahrhundert u. Z. „war das katholische Christentum die offizielle ... Religion des Römischen Reichs geworden“, heißt es im New Dictionary of Theology. Es kam zu einer „Vereinigung der kirchlichen und der bürgerlichen Gesellschaft“ — zu einer Verschmelzung von Kirche und Staat, die in krassem Gegensatz zu den Überzeugungen der Urchristen stand (Johannes 17:16; Jakobus 4:4). Wie in dem gleichen Werk weiter ausgeführt wird, änderten sich der gesamte Aufbau und das Wesen der Kirche sowie viele ihrer Grundlehren radikal „unter dem Einfluss einer seltsamen, äußerst bedenklichen Kombination von alttestamentlichen und neuplatonischen Vorbildern“. Genau wie es Jesus Christus prophezeit hatte, wurden seine echten Jünger von falschen Christen „überwuchert“.

      Jesu Zuhörer wussten, wie schwer es war, echten Weizen von Unkraut wie beispielsweise dem giftigen Taumellolch zu unterscheiden. Während des Wachstums sieht sich beides nämlich sehr ähnlich. Jesus machte also deutlich, dass es eine Zeit lang nicht leicht sein würde, wahre und falsche Christen auseinander zu halten. Das heißt aber nicht, dass die Christengemeinde zu bestehen aufhörte, denn Jesus versprach seinen Jüngern, er würde „alle Tage“ bei ihnen sein „bis zum Abschluss des Systems der Dinge“ (Matthäus 28:20). Auch sagte er, dass der Weizen weiterwachsen würde. Zweifellos taten echte Christen — ob als Einzelne oder in Gruppen — über die Jahrhunderte ihr Bestes, den Lehren Christi zu folgen. Doch sie bildeten keine klar abgegrenzte, deutlich erkennbare Gruppe oder Organisation. Und ganz sicher waren sie nicht mit dem abtrünnigen Religionssystem identisch, das im Verlauf der Geschichte nichts als Schande über den Namen Jesu Christi gebracht hat (2. Petrus 2:1, 2).

      ‘Der Mensch der Gesetzlosigkeit wird geoffenbart‘

      Der Apostel Paulus sagte noch etwas anderes voraus, wodurch dieses falsche Religionssystem gekennzeichnet sein sollte. Er schrieb: „Lasst euch in keiner Weise von irgendjemandem verführen, denn er [der Tag Jehovas] wird nicht kommen, es sei denn, der Abfall komme zuerst und der Mensch der Gesetzlosigkeit ... werde geoffenbart“ (2. Thessalonicher 2:2-4). Der „Mensch der Gesetzlosigkeit“ ist niemand anders als die Geistlichkeit, die sich zum Herrscher über die Gemeinde der „Christen“ aufgeschwungen hat.a

      Der Abfall vom wahren Glauben fing schon zu Lebzeiten des Apostels Paulus an. Als die Apostel dann gestorben waren und keinen hemmenden Einfluss mehr ausübten, beschleunigte sich diese Entwicklung noch. Kennzeichnend dafür war, wie Paulus schrieb, die „Wirksamkeit des Satans mit jeder Machttat und mit lügenhaften Zeichen und Wundern und mit jedem Trug der Ungerechtigkeit“ (2. Thessalonicher 2:6-12). Ist das nicht eine treffende Beschreibung des Verhaltens vieler Geistlicher im Verlauf der Geschichte?

      Die katholische Kirche stützt ihren Anspruch, die allein wahre Kirche zu sein, mit der Behauptung, ihre Bischöfe würden „kraft der auf den Ursprung zurückreichenden Nachfolge Ableger apostolischer Pflanzung besitzen“. In Wirklichkeit hat dieser Anspruch auf apostolische Nachfolge weder eine historische Grundlage noch eine biblische. Es gibt keinen glaubwürdigen Beweis dafür, dass die Kirche, die sich nach dem Tod der Apostel Jesu formierte, je von Gottes heiligem Geist geleitet wurde (Römer 8:9; Galater 5:19-21).

      Und wie sieht es bei den Kirchen aus, die im Zuge der so genannten Reformation entstanden? Kehrten sie zum Vorbild der urchristlichen Gemeinde zurück? Stellten sie die ursprüngliche Reinheit der Christengemeinde wieder her? Zwar hatte das einfache Volk durch die Reformation leichter Zugang zur Bibel in der eigenen Sprache. Aber ein Blick in die Geschichte verrät, dass die reformierten Kirchen an vielen falschen Lehren festhielten (Matthäus 15:7-9).b

      Jesus Christus gab jedoch einen interessanten Hinweis. Er sagte ausdrücklich voraus, dass seine wahre Gemeinde in einer Zeit wiederhergestellt würde, die er als Abschluss eines Systems der Dinge bezeichnete (Matthäus 13:30, 39). An der Erfüllung biblischer Prophezeiungen lässt sich ablesen, dass wir heute in genau dieser Zeit leben (Matthäus 24:3-35). Deshalb stellt sich für jeden von uns die Frage: Wo ist die eine wahre Kirche? Die Antwort müsste sich eigentlich immer deutlicher abzeichnen.

      Vielleicht sind Sie der Meinung, Sie hätten diese Kirche oder Gemeinde bereits gefunden. Wie auch immer: Es ist wichtig, sicherzugehen. Warum? Weil es wie im ersten Jahrhundert auch heute nur eine wahre Kirche geben kann. Haben Sie schon einmal in aller Ruhe geprüft, ob sich Ihre Kirche eng an das Vorbild der urchristlichen Gemeinde hält und treu den Lehren Jesu Christi folgt? Warum nicht gleich damit beginnen? Jehovas Zeugen sind Ihnen gerne behilflich (Apostelgeschichte 17:11).

      [Fußnoten]

      a Weitere Informationen über die Identität des „Menschen der Gesetzlosigkeit“ sind im Wachtturm vom 1. Februar 1990, Seite 10—14 zu finden.

      b Siehe das Kapitel „Die Reformation — Die Suche nach Gott auf neuen Wegen“ in dem Buch Die Suche der Menschheit nach Gott, Seite 306—328; herausgegeben von Jehovas Zeugen.

      [Bilder auf Seite 5]

      Was lernen wir aus Jesu Gleichnis vom Weizen und vom Unkraut über die wahre Christengemeinde?

      [Bilder auf Seite 7]

      Hält sich Ihre Kirche im Predigen und im Bibelstudium an das Vorbild der Urchristen?

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