-
Alle müssen Gott Rechenschaft ablegenDer Wachtturm 1996 | 15. September
-
-
Alle müssen Gott Rechenschaft ablegen
„Jeder von uns [wird] für sich selbst Gott Rechenschaft ablegen“ (RÖMER 14:12).
1. Welche Grenzen hatte die Adam und Eva gewährte Freiheit?
JEHOVA GOTT erschuf unsere Ureltern, Adam und Eva, als Geschöpfe mit einem freien Willen. Obwohl sie unter den Engeln standen, konnten sie als vernunftbegabte Geschöpfe weise Entscheidungen treffen (Psalm 8:4, 5). Doch die von Gott gewährte Freiheit gab ihnen nicht das Recht, eigene Maßstäbe festzulegen. Sie mußten ihrem Schöpfer Rechenschaft geben, und diese Rechenschaftspflicht haben auch alle ihre Nachkommen.
2. Was für eine Abrechnung wird Jehova bald halten, und warum?
2 Wir nähern uns heute dem Höhepunkt des gegenwärtigen bösen Systems der Dinge, dem Zeitpunkt, wo Jehova mit den Erdbewohnern Abrechnung halten wird. (Vergleiche Römer 9:28.) Bald wird Jehova Gott die gottlosen Menschen für den Raubbau an den Naturschätzen der Erde, für die Vernichtung von Menschenleben und vor allem für die Verfolgung seiner Diener zur Rechenschaft ziehen (Offenbarung 6:10; 11:18).
3. Mit welchen Fragen werden wir uns beschäftigen?
3 Angesichts dieser ernüchternden Aussichten ist es für uns von Nutzen, uns vor Augen zu führen, wie gerecht Jehova seine Diener in der Vergangenheit behandelt hat. Wie kann uns die Bibel helfen, einen für unseren Schöpfer annehmbaren Rechenschaftsbericht abzugeben? Welche Beispiele können eine Hilfe sein, und welche dürfen wir nicht nachahmen?
Engel sind rechenschaftspflichtig
4. Woher wissen wir, daß Engel über ihr Tun Gott Rechenschaft ablegen müssen?
4 Die Engel im Himmel müssen ihrem Schöpfer, Jehova, genauso Rechenschaft ablegen wie wir. Vor der Flut der Tage Noahs materialisierten sich einige Engel ungehorsamerweise, um Geschlechtsbeziehungen mit Frauen haben zu können. Auf Grund ihres freien Willens konnten diese Geistgeschöpfe eine solche Entscheidung treffen; allerdings zog Gott sie dafür zur Rechenschaft. Als die ungehorsamen Engel in den geistigen Bereich zurückkehrten, ließ Jehova sie nicht wieder ihre frühere Stellung einnehmen. Wie der Jünger Judas berichtet, sind sie „mit ewigwährenden Fesseln unter dichter Finsternis für das Gericht des großen Tages aufbehalten“ (Judas 6).
5. Welchen tiefen Fall haben Satan und seine Dämonen erlebt, und wie wird mit ihnen wegen ihrer Rebellion abgerechnet werden?
5 Der Herrscher der ungehorsamen Engel oder Dämonen ist Satan, der Teufel (Matthäus 12:24-26). Dieser böse Engel rebellierte gegen seinen Schöpfer und zweifelte die Rechtmäßigkeit der Souveränität Jehovas an. Satan verleitete unsere Ureltern zur Sünde, weshalb sie schließlich sterben mußten (1. Mose 3:1-7, 17-19). Jehova gestattete Satan zwar noch eine Zeitlang den Zutritt zu den himmlischen Höfen, aber wie im Bibelbuch Offenbarung vorausgesagt, sollte dieser Böse zur bestimmten Zeit in die Umgebung der Erde hinabgeworfen werden. Die Beweise sprechen dafür, daß dies inzwischen geschehen ist, und zwar kurz nachdem Jesus Christus im Jahr 1914 Königreichsmacht empfangen hatte. Der Teufel und seine Dämonen werden schließlich in die ewige Vernichtung gehen. Wenn die Streitfrage der Souveränität endgültig geklärt sein wird, wird mit den für die Rebellion Verantwortlichen auf gebührende Weise abgerechnet worden sein (Hiob 1:6-12; 2:1-7; Offenbarung 12:7-9; 20:10).
Gottes Sohn ist rechenschaftspflichtig
6. Wie dachte Jesus über seine Rechenschaftspflicht seinem Vater gegenüber?
6 Welch ein vorzügliches Beispiel Jesus Christus, Gottes Sohn, gegeben hat! Für Jesus, einen vollkommenen Menschen gleich Adam, war es eine Freude, den göttlichen Willen zu tun. Freudig legte er über das Befolgen des Gesetzes Jehovas Rechenschaft ab. Passenderweise hatte der Psalmist ihn betreffend prophezeit: „Deinen Willen zu tun, o mein Gott, ist meine Lust gewesen, und dein Gesetz ist in meinem Innern“ (Psalm 40:8; Hebräer 10:6-9).
7. Warum konnte Jesus am Vorabend seines Todes die in Johannes 17:4, 5 aufgezeichneten Worte äußern?
7 Trotz haßerfülltem Widerstand tat Jesus den Willen Gottes und bewahrte die Lauterkeit bis zum Tod an einem Marterpfahl. Er bezahlte auf diese Weise den erforderlichen Loskaufspreis, um die Menschheit von den todbringenden Folgen der Sünde Adams zu erlösen (Matthäus 20:28). Daher konnte Jesus am Vorabend seines Todes voller Zuversicht beten: „Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und habe das Werk vollendet, das du mir zu tun gegeben hast. Und nun, Vater, verherrliche mich an deiner Seite mit der Herrlichkeit, die ich an deiner Seite hatte, ehe die Welt war“ (Johannes 17:4, 5). Jesus konnte diese Worte zu seinem himmlischen Vater sprechen, weil er jede Überprüfung seiner Rechenschaftspflicht bestand und Gottes Anerkennung besaß.
8. (a) Wie zeigte Paulus, daß wir für uns selbst Gott Rechenschaft ablegen müssen? (b) Was wird uns helfen, die Anerkennung Jehovas zu erlangen?
8 Im Unterschied zu dem vollkommenen Menschen Jesus Christus sind wir unvollkommen. Trotzdem sind auch wir Gott rechenschaftspflichtig. Der Apostel Paulus sagte: „Warum ... richtest du deinen Bruder? Oder warum blickst du auch auf deinen Bruder hinab? Denn wir werden alle vor dem Richterstuhl Gottes stehen; denn es steht geschrieben: ‚ „So wahr ich lebe“, spricht Jehova, „vor mir wird sich jedes Knie beugen, und jede Zunge wird Gott offen anerkennen.“ ‘ So wird denn jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft ablegen“ (Römer 14:10-12). Damit wir das tatsächlich tun und die Anerkennung Jehovas erlangen können, hat er uns liebevollerweise sowohl das Gewissen als auch sein inspiriertes Wort, die Bibel, als Anleitung für unser Reden und Handeln gegeben (Römer 2:14, 15; 2. Timotheus 3:16, 17). Wenn wir aus den geistigen Vorkehrungen Jehovas vollen Nutzen ziehen und unserem biblisch geschulten Gewissen folgen, wird uns das helfen, Gottes Anerkennung zu erlangen (Matthäus 24:45-47). Der heilige Geist oder die wirksame Kraft Jehovas ist eine weitere Quelle der Kraft und der Anleitung. Dadurch, daß wir im Einklang mit der Anleitung des Geistes und im Einklang mit unserem biblisch geschulten Gewissen handeln, zeigen wir, daß wir Gott nicht ‘mißachten’, vor dem wir über all unser Tun Rechenschaft ablegen müssen (1. Thessalonicher 4:3-8; 1. Petrus 3:16, 21).
Ganze Nationen sind rechenschaftspflichtig
9. Wer waren die Edomiter, und was geschah mit ihnen, weil sie Israel schlecht behandelt hatten?
9 Jehova zieht ganze Nationen zur Rechenschaft (Jeremia 25:12-14; Zephanja 3:6, 7). Denken wir an das Königreich Edom, das in alter Zeit in dem Gebiet südlich des Toten Meeres und nördlich des Golfs von Akaba lag. Die Edomiter waren ein semitisches Volk und mit den Israeliten eng verwandt. Obwohl Abrahams Enkel Esau der Vorvater der Edomiter war, erlaubten diese den Israeliten nicht, auf dem Weg in das Land der Verheißung die durch Edom führende „Königsstraße“ zu benutzen (4. Mose 20:14-21). Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich aus Edoms Feindschaft ein unbarmherziger Haß auf Israel. Schließlich wurden die Edomiter dafür zur Rechenschaft gezogen, daß sie die Babylonier zur Zerstörung Jerusalems (607 v. u. Z.) angespornt hatten (Psalm 137:7). Im sechsten Jahrhundert v. u. Z. nahmen babylonische Truppen unter König Nabonid Edom ein, und es wurde verödet, wie Jehova geboten hatte (Jeremia 49:20; Obadja 9-11).
10. Wie verhielten sich die Moabiter gegenüber den Israeliten, und wie zog Gott Moab zur Rechenschaft?
10 Moab erging es nicht besser. Das Königreich der Moabiter lag nördlich von Edom und östlich des Toten Meeres. Die Moabiter waren nicht gerade gastfreundlich gegenüber den Israeliten, als diese unmittelbar vor dem Einzug in das Land der Verheißung standen, denn sie versorgten sie offensichtlich nur gegen Bezahlung mit Brot und Wasser (5. Mose 23:3, 4). Der Moabiterkönig Balak bestach den Propheten Bileam, der Israel verfluchen sollte, und Moabiterinnen wurden dazu benutzt, Israeliten zu Unsittlichkeit und Götzendienst zu verlocken (4. Mose 22:2-8; 25:1-9). Moabs Haß auf Israel blieb Jehova nicht verborgen. Wie prophezeit, führten die Babylonier die Verödung Moabs herbei (Jeremia 9:25, 26; Zephanja 2:8-11). Ja, Gott zog Moab zur Rechenschaft.
11. Welchen Städten wurden Moab und Ammon gleich, und was zeigen biblische Prophezeiungen in bezug auf das gegenwärtige böse System der Dinge?
11 Nicht nur Moab, sondern auch Ammon wurde von Gott zur Rechenschaft gezogen. Jehova hatte vorausgesagt: „Moab selbst [wird] so wie Sodom werden und die Söhne Ammons wie Gomorra, ein Ort als Besitztum der Nesseln und eine Salzgrube und eine wüste Einöde, ja bis auf unabsehbare Zeit“ (Zephanja 2:9). Die Länder Moab und Ammon wurden tatsächlich so verwüstet, wie Gott die Städte Sodom und Gomorra zerstört hatte. Gemäß der Londoner Geological Society wollen Forscher die Stätten der vernichteten Orte Sodom und Gomorra an der Ostküste des Toten Meeres gefunden haben. Verläßliche Beweise, die in Verbindung damit ans Licht kommen mögen, können nur die biblischen Prophezeiungen unterstützen, die besagen, daß das gegenwärtige böse System der Dinge von Jehova Gott genauso zur Rechenschaft gezogen werden wird (2. Petrus 3:6-12).
12. Was war bezüglich eines jüdischen Überrests vorausgesagt worden, obwohl Israel für seine Sünden von Gott zur Rechenschaft gezogen wurde?
12 Israel war von Jehova äußerst begünstigt worden, aber trotzdem wurde es für seine Sünden von Gott zur Rechenschaft gezogen. Als Jesus Christus in die Nation Israel kam, verwarf ihn die Mehrheit des Volkes. Lediglich ein Überrest übte Glauben aus und folgte ihm nach. Paulus wandte bestimmte Prophezeiungen auf diesen jüdischen Überrest an, als er schrieb: „Ferner ruft Jesaja in bezug auf Israel aus: ‚Obwohl die Zahl der Söhne Israels wie der Sand am Meer sein mag, ist es der Überrest, der gerettet werden wird. Denn Jehova wird eine Abrechnung auf der Erde halten, wird sie zum Abschluß bringen und sie abkürzen.‘ Und so wie Jesaja vorhergesagt hatte: ‚Wenn Jehova der Heerscharen uns nicht einen Samen gelassen hätte, wären wir so wie Sodom geworden, und wir wären Gomorra gleichgemacht worden‘ “ (Römer 9:27-29; Jesaja 1:9; 10:22, 23). Der Apostel führte das Beispiel der 7 000 an, die in Elias Tagen das Knie nicht vor Baal gebeugt hatten, und sagte dann: „So hat sich nun auch in der gegenwärtigen Zeitperiode ein Überrest gemäß einer Auserwählung zufolge unverdienter Güte gezeigt“ (Römer 11:5). Dieser Überrest bestand aus Personen, die als einzelne Gott gegenüber rechenschaftspflichtig waren.
Beispiele für persönliche Rechenschaftspflicht
13. Was widerfuhr Kain, als Gott ihn für den Mord an seinem Bruder Abel zur Rechenschaft zog?
13 In der Bibel werden viele Fälle genannt, in denen Jehova Gott Menschen persönlich zur Rechenschaft zog. Kain, der erstgeborene Sohn Adams, ist ein solches Beispiel. Sowohl er als auch sein Bruder Abel brachten Jehova ein Opfer dar. Abels Opfer war für Gott annehmbar, Kains dagegen nicht. Als Kain für den brutalen Mord an seinem Bruder zur Rechenschaft gezogen wurde, sagte er ungerührt zu Gott: „Bin ich meines Bruders Hüter?“ Wegen seiner Sünde wurde Kain in das „Land der Flüchtlingschaft, östlich von Eden“, verbannt. Er zeigte keine aufrichtige Reue über sein Verbrechen, sondern beklagte sich noch über die gerechte Strafe (1. Mose 4:3-16).
14. Was zeigt der Fall des Hohenpriesters Eli und seiner Söhne in bezug auf die persönliche Rechenschaftspflicht Gott gegenüber?
14 Die persönliche Rechenschaftspflicht Gott gegenüber zeigt sich auch im Fall Elis, des Hohenpriesters von Israel. Seine Söhne Hophni und Pinehas amtierten zwar als Priester, aber sie „waren ebenso gewaltthätig gegen die Menschen als pflichtvergessen gegen Gott und schreckten vor keiner Nichtswürdigkeit zurück“, berichtete der Geschichtsschreiber Josephus. Sie waren „nichtsnutzige Männer“, die Jehova nicht anerkannten, einen unheiligen Lebenswandel führten und sich schwerer Unsittlichkeit schuldig machten (1. Samuel 1:3; 2:12-17, 22-25). Eli hätte als ihr Vater und als Hoherpriester von Israel die Pflicht gehabt, sie in Zucht zu nehmen, doch er beließ es bei einer milden Zurechtweisung. Eli ‘ehrte seine Söhne mehr als Jehova’ (1. Samuel 2:29). Dafür wurde das Haus Elis bestraft. Beide Söhne starben am selben Tag wie ihr Vater, und ihre priesterliche Linie wurde schließlich völlig abgeschnitten. Auf diese Weise wurde mit ihnen abgerechnet (1. Samuel 3:13, 14; 4:11, 17, 18).
15. Warum wurde König Sauls Sohn Jonathan belohnt?
15 Ganz anders ist das Beispiel, das König Sauls Sohn Jonathan gab. „Jonathans Seele [verband sich] mit Davids Seele“, kurz nachdem dieser Goliath getötet hatte, und sie schlossen Freundschaft (1. Samuel 18:1, 3). Jonathans Eifer für die wahre Anbetung ließ nicht nach, obwohl er wahrscheinlich erkannte, daß Gottes Geist von Saul gewichen war (1. Samuel 16:14). Niemals geriet Jonathans Anerkennung der Autorität Davids, die diesem von Gott verliehen worden war, ins Wanken. Jonathan war sich seiner Rechenschaftspflicht Gott gegenüber bewußt, und Jehova sorgte dafür, daß Jonathans Familie als Belohnung für sein ehrbares Verhalten über Generationen hinweg weiterbestand (1. Chronika 8:33-40).
Rechenschaftspflicht in der Christenversammlung
16. Wer war Titus, und warum kann gesagt werden, daß er einen Gott wohlgefälligen Rechenschaftsbericht abgab?
16 In den Christlichen Griechischen Schriften wird positiv von Männern und Frauen gesprochen, die einen Gott wohlgefälligen Rechenschaftsbericht abgaben. Zu diesen zählt ein griechischer Christ namens Titus. Man nimmt an, daß er ein Christ wurde, als sich Paulus anläßlich seiner ersten Missionsreise auf Zypern befand. Da zu Pfingsten 33 u. Z. wahrscheinlich auch Juden und Proselyten aus Zypern in Jerusalem weilten, könnte das Christentum kurz darauf die Insel erreicht haben (Apostelgeschichte 11:19). Auf jeden Fall erwies sich Titus als ein treuer Mitarbeiter des Paulus. Er begleitete Paulus und Barnabas auf der Reise, die sie um das Jahr 49 u. Z. nach Jerusalem unternahmen, als die wichtige Frage der Beschneidung geklärt wurde. Die Tatsache, daß Titus unbeschnitten war, gab der Argumentation des Paulus, daß zum Christentum Bekehrte nicht unter dem mosaischen Gesetz stehen, zusätzliches Gewicht (Galater 2:1-3). Der vorzügliche Dienst des Titus wird in der Bibel bezeugt, und Paulus schrieb sogar einen von Gott inspirierten Brief an ihn (2. Korinther 7:6; Titus 1:1-4). Offensichtlich gab Titus bis zum Ende seines irdischen Lebens Gott einen Rechenschaftsbericht ab, der diesem wohlgefällig war.
17. Was für einen Rechenschaftsbericht konnte Timotheus abgeben, und was zeigt uns sein Beispiel?
17 Timotheus war ebenfalls ein eifriger Mann, der einen für Jehova Gott annehmbaren Rechenschaftsbericht abgab. Er hatte zwar gewisse gesundheitliche Probleme, aber er bewies einen „ungeheuchelten Glauben“, und zusammen mit Paulus ‘diente er wie ein Sklave zur Förderung der guten Botschaft’. Der Apostel konnte daher an Mitchristen in Philippi schreiben: „Ich habe sonst niemand, der die gleiche Einstellung hat wie er [Timotheus] und sich mit echter Sorge um die euch betreffenden Dinge kümmern wird“ (2. Timotheus 1:5; Philipper 2:20, 22; 1. Timotheus 5:23). Auch wir können trotz körperlicher Gebrechen und anderer Prüfungen einen ungeheuchelten Glauben haben und einen für Gott annehmbaren Rechenschaftsbericht abgeben.
18. Wer war Lydia, und welchen Geist offenbarte sie?
18 Lydia war eine gottesfürchtige Frau, die offensichtlich einen Gott wohlgefälligen Rechenschaftsbericht abgab. Als Paulus um das Jahr 50 u. Z. in Philippi predigte, nahmen Lydia und ihre Hausgemeinschaft den christlichen Glauben an und gehörten somit zu den ersten, die in Europa Christen wurden. Die aus Thyatira stammende Lydia war wahrscheinlich eine jüdische Proselytin, aber in Philippi gab es anscheinend nur wenige Juden und keine Synagoge. Sie kam mit anderen gottergebenen Frauen an einem Fluß zusammen, wo Paulus sie ansprach. Daraufhin wurde Lydia eine Christin, und sie drängte Paulus und seine Gefährten, sich bei ihr aufzuhalten (Apostelgeschichte 16:12-15). Eine Gastfreundschaft, wie Lydia sie erwies, ist für wahre Christen kennzeichnend.
19. Auf Grund welcher guten Taten konnte Dorkas einen Gott wohlgefälligen Rechenschaftsbericht abgeben?
19 Auch Dorkas war eine Frau, die einen Jehova Gott wohlgefälligen Rechenschaftsbericht abgab. Als sie starb, ging Petrus auf Bitten der Jünger aus ihrem Heimatort nach Joppe. Die beiden Männer, die Petrus geholt hatten, führten ihn „in das Obergemach hinauf; und alle Witwen traten weinend zu ihm und zeigten viele innere Kleider und äußere Kleider, die Dorkas jeweils gemacht hatte, während sie bei ihnen war“. Dorkas wurde wieder zum Leben gebracht. Doch sollte man sich nur wegen ihrer Großmütigkeit an sie erinnern? Nein. Sie war eine „Jüngerin“ und beteiligte sich gewiß auch selbst am Werk des Jüngermachens. In gleicher Weise sind auch heutige Christinnen „überströmend an guten Taten und Gaben der Barmherzigkeit“. Es macht ihnen ebenfalls Freude, sich eifrig an der Verkündigung der guten Botschaft vom Königreich zu beteiligen und Jünger zu machen (Apostelgeschichte 9:36-42; Matthäus 24:14; 28:19, 20).
20. Welche Fragen sollten wir uns stellen?
20 Die Bibel zeigt deutlich, daß sowohl Nationen als auch Einzelpersonen dem Souveränen Herrn Jehova gegenüber rechenschaftspflichtig sind (Zephanja 1:7). Als Gott hingegebene Personen sollten wir uns daher fragen: „Wie betrachte ich die mir von Gott übertragenen Vorrechte und Aufgaben? Wie sieht der Rechenschaftsbericht aus, den ich Jehova Gott und Jesus Christus gegenüber abgebe?“
-
-
Möge Jehova unser zum Guten gedenkenDer Wachtturm 1996 | 15. September
-
-
Möge Jehova unser zum Guten gedenken
„Dafür gedenke meiner, o mein Gott ... Gedenke doch meiner, o mein Gott, zum Guten!“ (NEHEMIA 13:22, 31).
1. Was hilft Gott hingegebenen Personen, einen Gott wohlgefälligen Rechenschaftsbericht abzugeben?
JEHOVAS Dienern wird die erforderliche Hilfe zuteil, damit sie einen Gott wohlgefälligen Rechenschaftsbericht abgeben können. Warum? Weil sie als Teil seiner irdischen Organisation ein enges Verhältnis zu ihm haben. Er hat ihnen seine Vorsätze offenbart und ihnen durch seinen heiligen Geist Hilfe und Einsicht gewährt (Psalm 51:11; 119:105; 1. Korinther 2:10-13). In Anbetracht dieser besonderen Umstände fordert Jehova seine irdischen Diener liebevoll auf, ihm darüber Rechenschaft abzulegen, was sie sind und was sie mit seiner Kraft und mit der Hilfe seines heiligen Geistes leisten.
2. (a) Inwiefern gab Nehemia einen Gott wohlgefälligen Rechenschaftsbericht ab? (b) Mit welcher Bitte beendete Nehemia das Bibelbuch, das seinen Namen trägt?
2 Ein Mann, der einen Gott wohlgefälligen Rechenschaftsbericht abgab, war Nehemia, der Mundschenk des persischen Königs Artaxerxes (Longimanus) (Nehemia 2:1). Nehemia wurde Statthalter unter den Juden und baute die Mauern Jerusalems wieder auf, und das trotz Feinden und Gefahren. Voller Eifer für die wahre Anbetung setzte er Gottes Gesetz durch und kümmerte sich um die Niedergedrückten (Nehemia 5:14-19). Nehemia forderte die Leviten auf, sich regelmäßig zu reinigen, die Tore zu bewachen und den Sabbattag heiligzuhalten. Er konnte daher beten: „Auch dafür gedenke meiner, o mein Gott, und laß es dir meinetwegen leid sein gemäß der Fülle deiner liebenden Güte.“ Es war ebenfalls passend, daß Nehemia sein von Gott inspiriertes Buch mit der Bitte abschloß: „Gedenke doch meiner, o mein Gott, zum Guten!“ (Nehemia 13:22, 31).
3. (a) Wie würden wir jemand beschreiben, der Gutes tut? (b) Welche Fragen könnten wir uns stellen, wenn wir über Nehemias Handlungsweise nachdenken?
3 Jemand, der Gutes wirkt, ist in seinem Tun zum Nutzen anderer tugendhaft und aufrichtig. Nehemia war solch ein Mensch. Er hatte Ehrfurcht vor Gott und großen Eifer für die wahre Anbetung. Außerdem war er dankbar für seine Vorrechte im Dienst für Gott, und er gab einen Jehova wohlgefälligen Rechenschaftsbericht ab. Wenn wir über Nehemias Handlungsweise nachdenken, können wir uns durchaus fragen: „Wie betrachte ich die mir von Gott übertragenen Vorrechte und Aufgaben? Wie sieht der Rechenschaftsbericht aus, den ich Jehova Gott und Jesus Christus gegenüber abgebe?“
Erkenntnis macht uns rechenschaftspflichtig
4. Welchen Auftrag gab Jesus seinen Nachfolgern, und was würden diejenigen tun, die „zum ewigen Leben richtig eingestellt“ wären?
4 Jesus gab seinen Nachfolgern den Auftrag: „[Geht] hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen, tauft sie ..., und lehrt sie, alles zu halten, was ich euch geboten habe“ (Matthäus 28:19, 20). Durch Belehrung sollten Jünger gemacht werden. Diejenigen, die belehrt würden und „zum ewigen Leben richtig eingestellt“ wären, würden sich dann wie Jesus taufen lassen (Apostelgeschichte 13:48; Markus 1:9-11). Ihr Wunsch, alles zu halten, was er geboten hat, würde aus dem Herzen kommen. Die Entscheidung, sich Gott hinzugeben, würde auf einer genauen Erkenntnis des Wortes Gottes beruhen, die sie in sich aufgenommen haben und anwenden (Johannes 17:3).
5, 6. Wie ist Jakobus 4:17 zu verstehen? Veranschauliche die Anwendung.
5 Je umfassender unsere biblische Erkenntnis ist, desto besser ist unser Glaube fundiert. Gleichzeitig sind wir Gott gegenüber in vermehrtem Maß rechenschaftspflichtig. So heißt es in Jakobus 4:17: „Wenn ... jemand weiß, wie er das tun soll, was recht ist, und es doch nicht tut, so ist es ihm Sünde.“ Diese Erklärung ist offensichtlich die Schlußfolgerung, die der Jünger Jakobus aus dem zog, was er zuvor über diejenigen gesagt hatte, die sich selbst rühmen, statt völlig auf Gott zu vertrauen. Wenn jemand weiß, daß er ohne die Hilfe Jehovas nichts erreichen kann, was von Dauer ist, aber nicht entsprechend handelt, begeht er Sünde. Die Worte des Jakobus können allerdings auch auf sündhafte Unterlassungen angewandt werden. Beispielsweise werden die Böcke in Jesu Gleichnis von den Schafen und den Böcken nicht wegen verkehrter Handlungen verurteilt, sondern deshalb, weil sie Christi Brüdern nicht geholfen haben (Matthäus 25:41-46).
6 Ein Mann, mit dem Zeugen Jehovas ein Bibelstudium durchführten, machte in geistiger Hinsicht kaum Fortschritte, was offensichtlich darauf zurückzuführen war, daß er trotz besseren Wissens das Rauchen nicht aufgab. Ein Ältester bat ihn, Jakobus 4:17 zu lesen. Der Älteste äußerte sich zunächst über die Bedeutung des Bibeltextes und sagte dann: „Obwohl Sie nicht getauft sind, sind Sie rechenschaftspflichtig, und Sie müssen die volle Verantwortung für Ihre Entscheidung tragen.“ Glücklicherweise reagierte der Mann positiv, gab das Rauchen auf und erfüllte bald die Voraussetzungen für die Taufe als Symbol seiner Hingabe an Jehova Gott.
Über unseren Predigtdienst Rechenschaft ablegen
7. Was ist eine Möglichkeit, wie wir unsere Dankbarkeit für die „wahre Erkenntnis Gottes“ zeigen können?
7 Wir sollten den von Herzen kommenden Wunsch haben, unserem Schöpfer zu gefallen. Unsere Dankbarkeit für die „wahre Erkenntnis Gottes“ können wir unter anderem dadurch zeigen, daß wir den Auftrag ausführen, Jünger seines Sohnes, Jesus Christus, zu machen. Das ist auch eine Möglichkeit, unsere Liebe zu Gott und zu unserem Nächsten zu beweisen (Sprüche 2:1-5; Matthäus 22:35-40). Ja, wegen der Erkenntnis Gottes sind wir Gott gegenüber rechenschaftspflichtig, und wir müssen unsere Mitmenschen als potentielle Jünger betrachten.
8. Warum können wir sagen, daß sich Paulus dessen bewußt war, daß er über seinen Predigtdienst Gott Rechenschaft ablegen mußte?
8 Der Apostel Paulus wußte, daß es zur Rettung führt, die gute Botschaft rückhaltlos anzunehmen und ihr zu gehorchen, während es Vernichtung bedeuten kann, sie zu verwerfen (2. Thessalonicher 1:6-8). Er war sich daher darüber im klaren, daß er über seinen Predigtdienst Jehova Rechenschaft ablegen mußte. Tatsächlich schätzten Paulus und seine Gefährten ihren Dienst so sehr, daß sie es bewußt vermieden, auch nur den Anschein zu erwecken, daraus einen finanziellen Gewinn zu ziehen. Paulus fühlte sich sogar zu der von Herzen kommenden Aussage veranlaßt: „Wenn ich nun die gute Botschaft verkündige, ist das kein Grund für mich zum Rühmen, denn eine Notwendigkeit ist mir auferlegt. Tatsächlich, wehe mir, wenn ich die gute Botschaft nicht verkündigte!“ (1. Korinther 9:11-16).
9. Welche erhebliche Schuld müssen alle Christen abtragen?
9 Da wir ergebene Diener Jehovas sind, ‘ist uns die Notwendigkeit auferlegt, die gute Botschaft zu verkündigen’. Wir haben den Auftrag, die Königreichsbotschaft zu predigen. Diese Verantwortung haben wir übernommen, als wir uns Gott hingaben. (Vergleiche Lukas 9:23, 24.) Außerdem müssen wir eine Schuld abtragen. Paulus sagte: „Sowohl Griechen als auch Barbaren, sowohl Weisen als Unverständigen bin ich ein Schuldner; daher bin ich, was an mir liegt, voller Eifer, die gute Botschaft auch euch dort in Rom zu verkündigen“ (Römer 1:14, 15). Paulus war insofern ein Schuldner, als er sich seiner Pflicht zu predigen bewußt war, denn nur so konnten Menschen die gute Botschaft hören und gerettet werden (1. Timotheus 1:12-16; 2:3, 4). Er strengte sich daher an, seinem Auftrag nachzukommen und die Schuld gegenüber seinen Mitmenschen abzutragen. Auch wir haben als Christen eine solche Schuld abzutragen. Die Verkündigung des Königreiches gehört außerdem zu den besten Möglichkeiten, unsere Liebe zu Gott, zu seinem Sohn und zu unseren Mitmenschen zu beweisen (Lukas 10:25-28).
10. Auf welche Weise haben einige ihren Predigtdienst ausgeweitet?
10 Wir können unserer Verantwortung Gott gegenüber auch dadurch auf annehmbare Weise nachkommen, daß wir unsere Fähigkeiten zur Ausweitung unseres Predigtdienstes gebrauchen. Ein Beispiel: In den letzten Jahren sind Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern nach Großbritannien übergesiedelt. Damit sie mit der guten Botschaft erreicht werden können, lernen über 800 Pioniere (Vollzeitverkündiger des Königreiches) und Hunderte von anderen Zeugen Jehovas die verschiedensten Sprachen. Das erweist sich als ein guter Ansporn für den Predigtdienst. So sagte eine Pionierin, die eine Gruppe in Chinesisch unterrichtet: „Ich hätte mir nie träumen lassen, einmal Mitchristen meine Sprache zu lehren, damit sie mit anderen über die Wahrheit sprechen können. Es erfüllt mich wirklich mit Befriedigung.“ Könnten wir unseren Predigtdienst auf ähnliche Weise ausweiten?
11. Wozu führte das informelle Zeugnisgeben einer Christin?
11 Wahrscheinlich würde jeder von uns alles tun, was er kann, um einen Ertrinkenden zu retten. Jehovas Diener sind in ähnlicher Weise darauf bedacht, ihre Fähigkeiten zu gebrauchen und bei jeder Gelegenheit Zeugnis zu geben. Vor einiger Zeit führte eine Zeugin Jehovas mit einer Frau im Bus ein Gespräch über die Bibel. Die Frau war von dem, was sie hörte, begeistert und stellte viele Fragen. Als die Zeugin aussteigen wollte, bat die Frau sie inständig, doch zu ihr nach Hause zu kommen, denn sie hatte immer noch viele Fragen. Die Zeugin erklärte sich einverstanden. Das Ergebnis? Ein Bibelstudium wurde eingerichtet, und sechs Monate später wurde die Frau eine ungetaufte Verkündigerin. Bald führte sie selbst sechs Heimbibelstudien durch. Welch eine hervorragende Belohnung für den Einsatz von persönlichen Fähigkeiten im Königreichsdienst!
12. Wie können wir unsere Fähigkeiten als Diener Gottes im Predigtdienst wirkungsvoll einsetzen?
12 Wir können unsere Fähigkeiten als Diener Gottes im Predigtdienst wirkungsvoll einsetzen, wenn wir Veröffentlichungen gebrauchen wie das 192seitige Buch Erkenntnis, die zu ewigem Leben führt. Bis April 1996 genehmigte das Schreibkomitee der leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas die Veröffentlichung des Erkenntnis-Buchs in über 140 Sprachen, und bis dahin waren bereits 30 500 000 Exemplare in 111 Sprachen gedruckt worden. Dieses Buch ist mit dem Ziel verfaßt worden, Personen, mit denen die Bibel studiert wird, so viel über Gottes Wort und Gottes Vorsätze zu lehren, daß sie sich Jehova hingeben und sich taufen lassen können. Da die Königreichsverkündiger nicht mehr jahrelang mit einer Person studieren, können sie mehr Heimbibelstudien durchführen oder ihren Anteil am Haus-zu-Haus-Dienst oder an anderen Formen des Predigtdienstes vergrößern (Apostelgeschichte 5:42; 20:20, 21). In dem Bewußtsein, daß sie Gott gegenüber rechenschaftspflichtig sind, lenken sie die Aufmerksamkeit auf göttliche Warnungen (Hesekiel 33:7-9). Doch ihr Hauptinteresse besteht darin, Jehova zu ehren und in der für das gegenwärtige böse System der Dinge noch verbleibenden kurzen Zeit so vielen Menschen wie möglich zu helfen, die gute Botschaft kennenzulernen.
Als Familie einen vorzüglichen Rechenschaftsbericht abgeben
13. Warum sollte in gottesfürchtigen Familien ein regelmäßiges Bibelstudium durchgeführt werden?
13 Alle Einzelpersonen und Familien, die den wahren christlichen Glauben annehmen, sind Gott gegenüber rechenschaftspflichtig und sollten daher „zur Reife vorandrängen“ sowie „fest im Glauben“ werden (Hebräer 6:1-3; 1. Petrus 5:8, 9). Diejenigen zum Beispiel, die das Erkenntnis-Buch studiert haben und getauft sind, müssen ihre biblische Erkenntnis dadurch abrunden, daß sie regelmäßig die Zusammenkünfte besuchen sowie die Bibel und christliche Veröffentlichungen lesen. Gottesfürchtige Familien sollten außerdem ein regelmäßiges Familienstudium durchführen, denn dies ist eine hervorragende Möglichkeit, ‘wach zu bleiben, im Glauben festzustehen, sich wie Männer zu benehmen und stark zu werden’ (1. Korinther 16:13). Von Familienhäuptern verlangt Gott vor allem Rechenschaft darüber, ob sie dafür sorgen, daß ihre Angehörigen geistig gut ernährt werden. Genauso, wie nahrhafte buchstäbliche Speise zu unserer körperlichen Gesundheit beiträgt, so muß reichlich und regelmäßig geistige Speise vorhanden sein, damit wir und unsere Angehörigen „im Glauben gesund“ bleiben (Titus 1:13).
14. Wozu führte das Zeugnis, das ein gut belehrtes israelitisches Mädchen gab?
14 Gehören Kinder zu unserer Hausgemeinschaft, wird Gott unser zum Guten gedenken, wenn wir ihnen gute biblische Unterweisung vermitteln. Sie können aus dieser Belehrung den gleichen Nutzen ziehen wie ein kleines israelitisches Mädchen, das in den Tagen des Propheten Elisa von den Syrern gefangengenommen worden war. Es wurde die Dienerin der Frau Naamans, eines an Aussatz erkrankten syrischen Heerführers. Obwohl noch sehr jung, sagte das Mädchen zu seiner Herrin: „Wäre nur mein Herr vor dem Propheten, der in Samaria ist! In diesem Fall würde er ihn von seinem Aussatz befreien.“ Auf Grund ihres Zeugnisses ging Naaman nach Israel, wo er schließlich von seinem Aussatz gereinigt wurde, nachdem er, der Anweisung Elisas entsprechend, siebenmal im Jordan gebadet hatte. Naaman wurde außerdem ein Anbeter Jehovas. Wie begeistert das kleine Mädchen gewesen sein muß! (2. Könige 5:1-3, 13-19).
15. Warum ist es so wichtig, daß Eltern ihren Kindern eine vorzügliche Erziehung und Schulung im Glauben vermitteln? Veranschauliche es.
15 Es ist nicht leicht, in der heutigen moralisch verkommenen Welt, die in der Macht Satans liegt, Kinder so zu erziehen, daß aus ihnen gottesfürchtige Erwachsene werden (1. Johannes 5:19). Bei Timotheus führte es allerdings zum Erfolg, daß ihn seine Großmutter Lois und seine Mutter Eunike von frühester Kindheit an in den heiligen Schriften unterwiesen (2. Timotheus 1:5; 3:14, 15). Mit unseren Kindern die Bibel zu studieren, sie regelmäßig in die christlichen Zusammenkünfte und schließlich als Begleiter in den Predigtdienst mitzunehmen — all das gehört zu einer vorbildlichen Schulung, für die wir Eltern Gott gegenüber rechenschaftspflichtig sind. Eine Christin aus Wales, die inzwischen Mitte 80 ist, erinnerte sich, daß ihr Vater sie Anfang der 20er Jahre mitnahm, wenn er zu Fuß einen Weg von 10 Kilometern über einen Berg (eine Gesamtstrecke von 20 Kilometern) zurücklegte, um unter den Bewohnern des Nachbartals biblische Traktate zu verbreiten. „Während wir damals unterwegs waren, prägte mir mein Vater die Wahrheit ins Herz ein“, sagte sie voller Dankbarkeit.
Worüber Älteste Rechenschaft ablegen
16, 17. (a) Welche Vorrechte hatten geistig reife ältere Männer im alten Israel? (b) Warum wird im Vergleich zur Situation im alten Israel von heutigen christlichen Ältesten noch mehr verlangt?
16 „Eine Krone der Schönheit ist graues Haar, wenn sie auf dem Weg der Gerechtigkeit gefunden wird“, sagte der weise Salomo (Sprüche 16:31). Aber das buchstäbliche Alter allein rüstet einen Mann noch nicht dafür aus, in der Versammlung des Volkes Gottes Verantwortung zu tragen. Im alten Israel dienten geistig reife ältere Männer als Richter und Beamte; sie sprachen Recht und sorgten für Frieden und Ordnung sowie für das geistige Wohl (5. Mose 16:18-20). In der Christenversammlung ist es ähnlich, doch angesichts dessen, daß das Ende des gegenwärtigen Systems der Dinge näher rückt, wird von den Ältesten noch mehr verlangt. Inwiefern?
17 Die Israeliten waren das ‘erwählte Volk’, das Gott aus dem alten Ägypten befreit hatte. Da sie durch Moses als Mittler das Gesetz erhalten hatten, wurden ihre Nachkommen in eine Gott hingegebene Nation hineingeboren, die mit den Geboten Jehovas vertraut war (5. Mose 7:6, 11). Heute wird dagegen niemand in eine Gott hingegebene Nation hineingeboren, und relativ wenige wachsen in einer gottesfürchtigen Familie auf, die mit der biblischen Wahrheit gut vertraut ist. Vor allem diejenigen, die erst vor kurzem begonnen haben, „in der Wahrheit zu wandeln“, benötigen Anleitung, wie man im Einklang mit den biblischen Grundsätzen lebt (3. Johannes 4). Welch eine Verantwortung lastet daher auf den Schultern treuer Ältester, die ‘sich an das Muster gesunder Worte halten’ und dem Volk Jehovas beistehen! (2. Timotheus 1:13, 14).
18. Welche Art des Beistands müssen Versammlungsälteste leisten können, und warum?
18 Ein kleines Kind, das laufen lernt, kann leicht stolpern oder straucheln und hinfallen. Es fühlt sich unsicher und benötigt die Hilfe und den Zuspruch der Eltern. Jemand, der Jehova hingegeben ist, kann ebenso geistig straucheln oder fallen. Selbst der Apostel Paulus mußte einen harten Kampf führen, um das zu tun, was in Gottes Augen richtig oder gut ist (Römer 7:21-25). Hirten der Herde Gottes müssen Christen liebevoll beistehen, die auf Abwege geraten sind, jedoch wirklich bereuen. Als Älteste eine Gott hingegebene Frau aufsuchten, die einen schweren Fehler begangen hatte, sagte sie in Gegenwart ihres christlichen Ehemannes: „Ich weiß, daß ihr mir die Gemeinschaft entziehen werdet.“ Sie brach in Tränen aus, als ihr statt dessen gesagt wurde, daß die Ältesten wissen wollten, welche Hilfe erforderlich sei, um die Familie in geistiger Hinsicht wiederherzustellen. Da sich die Ältesten bewußt waren, daß sie Rechenschaft ablegen müssen, waren sie gern bereit, einer reumütigen Glaubensschwester zu helfen (Hebräer 13:17).
Weiterhin einen vorzüglichen Rechenschaftsbericht abgeben
19. Wie können wir weiterhin einen Jehova wohlgefälligen Rechenschaftsbericht abgeben?
19 Versammlungsälteste und alle anderen Diener Gottes müssen weiterhin einen Jehova wohlgefälligen Rechenschaftsbericht abgeben. Das ist uns möglich, wenn wir an Gottes Wort festhalten und Gottes Willen tun (Sprüche 3:5, 6; Römer 12:1, 2, 9). Vor allem denen gegenüber, die uns im Glauben verwandt sind, wollen wir Gutes tun (Galater 6:10). Die Ernte ist allerdings immer noch groß, und der Arbeiter sind wenige (Matthäus 9:37, 38). Tun wir daher anderen dadurch Gutes, daß wir die Königreichsbotschaft eifrig verkündigen. Jehova wird unser zum Guten gedenken, wenn wir unserer Hingabe gemäß leben, seinen Willen tun und treu die gute Botschaft verkündigen.
20. Was können wir lernen, wenn wir uns mit dem beschäftigen, was Nehemia tat?
20 Seien wir also weiterhin reichlich beschäftigt im Werk des Herrn (1. Korinther 15:58). Und es ist bestimmt gut, an Nehemia zu denken, der die Mauer Jerusalems wieder aufbaute, Gottes Gesetz durchsetzte und die wahre Anbetung eifrig förderte. Er betete darum, daß Jehova Gott seiner gedenken möge wegen des Guten, das er getan hatte. Möge es sich erweisen, daß wir Jehova genauso ergeben sind, und möge er unser zum Guten gedenken.
-