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„Tröstet mein Volk“Die Prophezeiung Jesajas — Licht für alle Menschen I
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Ein starker Gott, der liebevoll für seine Schafe sorgt
12, 13. (a) Warum können wir der Verheißung einer Wiederherstellung vertrauen? (b) Welche gute Nachricht gibt es für die jüdischen Exilanten, und warum können sie zuversichtlich sein?
12 Jesaja nennt einen zweiten Grund, warum die Verheißung einer Wiederherstellung zuverlässig ist. Derjenige, der sie gegeben hat, ist ein starker Gott, der liebevoll für sein Volk sorgt. Jesaja sagt weiter: „Auf einen hohen Berg steige hinauf, du Überbringerin guter Botschaft für Zion. Erhebe deine Stimme auch mit Macht, du Überbringerin guter Botschaft für Jerusalem. Erhebe sie. Fürchte dich nicht. Sprich zu den Städten Judas: ‚Hier ist euer Gott.‘ Siehe! Der Souveräne Herr Jehova selbst wird ja als ein Starker [„mit Stärke“, Fußnote] kommen, und sein Arm wird für ihn herrschen. Siehe! Seine Belohnung ist bei ihm, und der Lohn, den er zahlt, ist vor ihm. Wie ein Hirt wird er seine eigene Herde hüten. Mit seinem Arm wird er die Lämmer zusammenbringen; und in seinem Busen wird er sie tragen. Die Säugenden wird er fürsorglich geleiten“ (Jesaja 40:9-11).
13 In biblischer Zeit feierten Frauen gewöhnlich die Siege, indem sie die gute Nachricht von einer gewonnenen Schlacht oder einer bevorstehenden Erleichterung ausriefen oder sie besangen (1. Samuel 18:6, 7; Psalm 68:11). Jesaja deutet prophetisch an, dass es eine gute Nachricht für die jüdischen Exilanten gibt, eine Nachricht, die furchtlos ausgerufen werden kann, ja sogar von den Berggipfeln: Jehova wird sein Volk in das geliebte Jerusalem zurückführen! Die Juden können darauf vertrauen, denn Jehova wird „mit Stärke“ kommen. Nichts kann ihn daran hindern, seine Verheißung zu verwirklichen.
14. (a) Wie veranschaulicht Jesaja, auf welch liebevolle Weise Jehova sein Volk leiten wird? (b) Welches Beispiel veranschaulicht, wie Hirten liebevolles Interesse an ihren Schafen zeigen? (Siehe den Kasten auf Seite 405.)
14 Dieser Gott ist aber nicht nur stark, sondern auch liebevoll. Jesaja beschreibt mit zu Herzen gehenden Worten, wie Jehova sein Volk ins Heimatland zurückführen wird. Jehova ist wie ein fürsorglicher Hirte, der seine Lämmer zusammenbringt und sie in seinem „Busen“ trägt. Das Wort „Busen“ bezeichnet hier offensichtlich die oberen Falten eines Kleidungsstücks. Darin tragen Hirten mitunter neugeborene Lämmer, die der Herde noch nicht folgen könnten (2. Samuel 12:3). Mit einer derart rührenden Szene aus dem Hirtenleben versichert Jehova seinem exilierten Volk zweifellos sein liebevolles Interesse an ihm. Bestimmt kann man sich bei einem solch starken und liebevollen Gott darauf verlassen, dass er hält, was er verheißen hat.
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„Tröstet mein Volk“Die Prophezeiung Jesajas — Licht für alle Menschen I
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Allmächtig, allweise
17, 18. (a) Warum können die jüdischen Exilanten davon überzeugt sein, dass es zu der verheißenen Wiederherstellung kommt? (b) Welche ehrfurchtgebietenden Fragen wirft Jesaja auf?
17 Die jüdischen Exilanten können davon überzeugt sein, dass es zu der verheißenen Wiederherstellung kommt, weil Gott allmächtig und allweise ist. Jesaja sagt: „Wer hat die Wasser in seiner bloßen hohlen Hand gemessen und sogar die Himmel mit einer bloßen Spanne ausgemessen und den Staub der Erde in ein Maß gefasst oder mit dem Zeiger einer Waage die Berge gewogen und die Hügel in den Waagschalen? Wer hat den Geist Jehovas bemessen, und wer kann ihn als sein Mann des Rates irgendetwas erkennen lassen? Mit wem hat er sich beraten, dass einer ihm Verständnis gäbe, oder wer belehrt ihn über den Pfad des Rechts oder lehrt ihn Erkenntnis oder lässt ihn gar den Weg wirklichen Verstandes erkennen?“ (Jesaja 40:12-14).
18 Über diese ehrfurchtgebietenden Fragen sollten die jüdischen Exilanten einmal nachdenken. Können Menschen die Gezeiten der mächtigen Meere aufhalten? Natürlich nicht. Doch für Jehova sind die Meere, die die Erde bedecken, nur wie ein Wassertropfen in der Hand.b Können die winzigen Menschen die Weite des Sternenhimmels messen oder die Berge und Hügel der Erde wiegen? Nein. Doch Jehova misst den Himmel mit derselben Leichtigkeit, wie ein Mensch etwas mit der Spanne misst — dem Abstand von der Spitze des Daumens bis zur Spitze des kleinen Fingers bei gespreizter Hand. Berge und Hügel kann Gott gewissermaßen auf einer Waage wiegen. Können Menschen, auch wenn sie noch so klug sind, Gott raten, was unter den gegenwärtigen Verhältnissen oder künftig zu tun sei? Bestimmt nicht.
19, 20. Welche anschaulichen Wortbilder gebraucht Jesaja, um die Größe Jehovas hervorzuheben?
19 Wie steht es mit den mächtigen Nationen auf der Erde? Können sie Gott daran hindern, seine Verheißung zu verwirklichen? Jesaja antwortet darauf mit folgender Beschreibung der Nationen: „Siehe! Die Nationen sind wie ein Tropfen von einem Eimer; und wie der Staubbelag auf den Waagschalen sind sie geachtet worden. Siehe! Inseln hebt er auf wie bloßen feinen Staub. Sogar der Libanon reicht nicht aus, um ein Feuer in Brand zu halten, und seine wild lebenden Tiere reichen nicht aus für ein Brandopfer. Alle Nationen sind wie etwas Nichtseiendes vor ihm; als nichts und als Unwirkliches sind sie vor ihm geachtet worden“ (Jesaja 40:15-17).
20 Ganze Nationen sind für Jehova wie ein Wassertropfen, der von einem Eimer fällt. Sie sind nichts weiter als feiner Staub, der sich auf einer Waagschale ansammelt, ohne etwas zu bewirken.c Angenommen, jemand würde einen riesigen Altar bauen und als Feuerholz dafür alle Bäume des Libanon verwenden. Nehmen wir weiter an, er würde alle Tiere, die in diesem Gebirge umherstreiften, als Schlachtopfer darbringen. Selbst das wäre noch kein Opfer für Jehova, das angemessen wäre. Als ob die bis jetzt erwähnten Vorstellungen nicht genügten, greift Jesaja zu einer noch eindrucksvolleren Aussage: Alle Nationen sind in den Augen Jehovas „weniger als nichts“ (Jesaja 40:17, Neue Jerusalemer Bibel, Fußnote).
21, 22. (a) Wie betont Jesaja, dass Jehova unvergleichlich ist? (b) Zu welcher Schlussfolgerung führen Jesajas lebendige Beschreibungen? (c) Welche wissenschaftlich vernünftige Aussage zeichnet der Prophet Jesaja auf? (Siehe den Kasten auf Seite 412.)
21 Jesaja fährt fort, die Unvergleichlichkeit Jehovas zu betonen, indem er zeigt, wie töricht es ist, sich Götzen aus Gold, Silber oder Holz anzufertigen. Ja, wie töricht, zu denken, ein solcher Götze könne eine passende Darstellung desjenigen sein, „der über dem Kreis der Erde wohnt“ und über ihre Bewohner herrscht! (Lies Jesaja 40:18-24.)
22 All diese lebendigen Beschreibungen führen zu einer einzigen Schlussfolgerung: Nichts kann den allmächtigen, allweisen und unvergleichlichen Gott Jehova an der Erfüllung seiner Verheißung hindern. Wie doch diese Worte Jesajas die jüdischen Exilanten in Babylon, die ihre Rückkehr in ihre Heimat herbeisehnten, getröstet und gestärkt haben müssen! Auch wir können heute sicher sein, dass sich alles erfüllen wird, was Jehova verheißen hat.
„Wer hat diese Dinge erschaffen?“
23. Aus welchem Grund können die jüdischen Exilanten Mut schöpfen, und was hebt Jehova seine Person betreffend hervor?
23 Es gibt noch einen weiteren Grund, weshalb die jüdischen Exilanten Mut schöpfen können. Derjenige, der die Befreiung versprochen hat, ist der Schöpfer aller Dinge und der Quell aller dynamischen Kraft. Um seine erstaunlichen Fähigkeiten hervorzuheben, macht Jehova auf seine Macht aufmerksam, die sich in der Schöpfung manifestiert: „ ‚Mit wem aber könnt ihr mich vergleichen, sodass ich zu seinesgleichen gemacht würde?‘, sagt der Heilige. ‚Hebt eure Augen in die Höhe und seht. Wer hat diese Dinge erschaffen? Er ist es, der ihr Heer selbst der Zahl nach herausführt, der sie alle sogar mit Namen ruft. Wegen der Fülle dynamischer Kraft, da er an Macht auch kraftvoll ist, fehlt nicht eines davon‘ “ (Jesaja 40:25, 26).
24. Was sagt Jehova von sich selbst, um zu zeigen, dass er ohnegleichen ist?
24 Der Heilige Israels redet hier von sich selbst. Um zu zeigen, dass er ohnegleichen ist, lenkt Jehova die Aufmerksamkeit auf die Gestirne. Wie ein Militärbefehlshaber seine Truppen antreten lassen kann, so befehligt Jehova die Sterne. Wenn er sie antreten ließe, würde ‘nicht einer davon fehlen’. Trotz der Vielzahl von Sternen ruft er alle mit Namen, sei es ein Eigenname oder eine namensgleiche Bezeichnung. Wie gehorsame Soldaten nehmen sie ihren Platz ein und halten sich an die Ordnung, denn ihr Führer hat eine Fülle „dynamischer Kraft“ und ist „an Macht ... kraftvoll“. Somit haben die jüdischen Exilanten Grund, zuversichtlich zu sein. Der Schöpfer, der die Sterne befehligt, hat auch die Macht, seine Diener zu unterstützen.
25. Wie sollten wir auf die in Jesaja 40:26 festgehaltene göttliche Einladung reagieren, und mit welchem Ergebnis?
25 Wer von uns könnte sich der göttlichen Einladung aus Jesaja 40:26 widersetzen: „Hebt eure Augen in die Höhe und seht“? Wie die Entdeckungen neuzeitlicher Astronomen ergeben haben, ist der Sternenhimmel noch ehrfurchteinflößender, als er zur Zeit Jesajas erschien. Nach der Schätzung von Astronomen, die mit starken Teleskopen in den Himmel spähen, gibt es im sichtbaren Universum nicht weniger als 125 Milliarden Galaxien. Und schon eine einzige davon — die Milchstraße — besteht nach Schätzungen aus mehr als 100 Milliarden Sternen! Diese Erkenntnis sollte in unserem Herzen Ehrfurcht vor unserem Schöpfer erwecken und völliges Vertrauen zu dem, was er verheißen hat.
26, 27. Wie werden die Empfindungen der Exilanten in Babylon beschrieben, und was sollten sie wissen?
26 Jehova weiß, dass die Stimmung der jüdischen Exilanten in den Jahren der Gefangenschaft gedämpft wird. Daher inspiriert er Jesaja, im Voraus folgende beruhigende Worte aufzuzeichnen: „Aus welchem Grund sprichst du, o Jakob, und redest du laut, o Israel: ‚Mein Weg ist vor Jehova verborgen, und vor meinem Gott geht mein Recht vorüber‘? Hast du nicht erkannt, oder hast du nicht gehört? Jehova, der Schöpfer der äußersten Enden der Erde, ist ein Gott auf unabsehbare Zeit. Er wird nicht müde noch matt. Sein Verstand ist unerforschlich“ (Jesaja 40:27, 28).d
27 Jesaja zeichnet die Worte Jehovas auf, mit denen die Empfindungen der Exilanten in Babylon beschrieben werden, die Hunderte von Kilometern von ihrem Heimatland entfernt sind. Einige meinen, ihr „Weg“ — ihr hartes Leben — sei Gott verborgen oder unbekannt. Sie meinen, Jehova interessiere sich nicht für das Unrecht, das sie zu erleiden haben. Sie werden an einiges erinnert, was sie wissen sollten, wenn nicht aus eigener Erfahrung, dann zumindest aus der Überlieferung. Jehova ist fähig und bereit, sein Volk zu befreien. Er ist der ewige Gott und der Schöpfer der ganzen Erde. Er besitzt somit immer noch die Macht, die er in der Schöpfung offenbarte, und nicht einmal das mächtige Babylon kann sich ihm entziehen. Ein solcher Gott kann weder müde werden noch wird er sein Volk im Stich lassen. Die jüdischen Exilanten sollten nicht erwarten, sein Handeln voll erfassen zu können, denn sein Verstand — oder seine Einsicht, sein Unterscheidungsvermögen und sein Wahrnehmungsvermögen — ist für sie unbegreiflich.
28, 29. (a) Wie erinnert Jehova sein Volk daran, dass er Ermatteten zu Hilfe kommen wird? (b) Wie veranschaulicht Jehova, dass er seine Diener stärkt?
28 Jehova ermuntert die niedergeschlagenen Exilanten durch Jesaja noch weiter mit den Worten: „Er gibt dem Müden Kraft; und dem, der ohne dynamische Kraft ist, verleiht er Stärke in Fülle. Knaben werden sowohl müde als auch matt, und selbst junge Männer werden ganz bestimmt straucheln, doch die auf Jehova hoffen, werden neue Kraft gewinnen. Sie werden sich emporschwingen mit Flügeln wie Adler. Sie werden laufen und nicht ermatten; sie werden wandeln und nicht ermüden“ (Jesaja 40:29-31).
29 Wenn Jehova davon spricht, dem Müden Kraft zu geben, denkt er vielleicht an die beschwerliche Reise, auf die sich die Exilanten begeben müssen, um in die Heimat zurückzukehren. Er erinnert sein Volk daran, dass er sich dadurch auszeichnet, Ermatteten zu Hilfe zu kommen, die von ihm Unterstützung erbitten. Selbst überaus lebensprühende Menschen — „Knaben“ und „junge Männer“ — mögen völlig ermüdet sein und vor Erschöpfung straucheln. Doch Jehova verspricht, allen, die auf ihn vertrauen, Kraft zu geben — unerschöpfliche Kraft zum Laufen und Gehen. Mit dem anscheinend mühelosen Flug des Adlers, eines kräftigen Vogels, der stundenlang ununterbrochen in der Luft bleiben kann, veranschaulicht Jehova, wie er seine Diener stärkt.e Da den jüdischen Exilanten diese göttliche Unterstützung in Aussicht steht, haben sie keinen Grund zu verzweifeln.
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