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  • „Ich weiß, dass er auferstehen wird“
    Der Wachtturm (Studienausgabe) 2017 | Dezember
    • Martha spricht mit Jesus

      „Ich weiß, dass er auferstehen wird“

      Unser Freund ist zur Ruhe gegangen, doch begebe ich mich dorthin, um ihn aus dem Schlaf zu wecken (JOH. 11:11)

      LIEDER: 142, 129

      WIE WÜRDEST DU ANTWORTEN?

      • Welche Bibelberichte stärkten Marthas Glauben an eine Auferstehung?

      • Warum können wir sicher sein, dass es in Zukunft eine Auferstehung geben wird?

      • Auf welches Ereignis freust du dich, wie auch schon Martha?

      1. Wovon war Martha überzeugt? (Siehe Anfangsbild.)

      MARTHA, eine gute Freundin und Nachfolgerin von Jesus, trauerte. Ihr Bruder Lazarus war gestorben. Was könnte ihren Schmerz lindern? Jesus versprach ihr: „Dein Bruder wird auferstehen.“ Natürlich konnten ihr diese Worte die Trauer nicht ganz nehmen. Doch sie glaubte Jesus und sagte: „Ich weiß, dass er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tag“ (Joh. 11:20-24). Martha glaubte an eine künftige Auferstehung. Doch dann wirkte Jesus ein Wunder und auferweckte Lazarus noch am selben Tag.

      2. Warum möchtest du die gleiche Überzeugung wie Martha haben?

      2 Wir erwarten nicht, dass Jesus oder sein Vater für uns heute solch ein Wunder wirken. Glauben wir aber genauso fest wie Martha an eine künftige Auferstehung? Vielleicht ist dein Ehepartner, deine Mutter, dein Vater oder einer deiner Großeltern gestorben. Oder du trauerst um ein Kind. Du sehnst dich danach, diesen Menschen zu umarmen, mit ihm zu sprechen und zu lachen. Erfreulicherweise können wir wie Martha mit Überzeugung sagen: „Ich weiß, dass er auferstehen wird.“ Trotzdem ist es gut, darüber nachzudenken, warum wir davon überzeugt sind.

      3, 4. Was könnte Marthas Überzeugung an eine künftige Auferstehung gestärkt haben?

      3 Martha lebte in der Nähe von Jerusalem. Wahrscheinlich war sie nicht dabei, als Jesus in Galiläa den Sohn der Witwe von Nain auferweckte. Gehört hatte sie aber bestimmt davon. Und womöglich hatte sie auch mitbekommen, dass Jesus die Tochter von Jairus auferweckt hatte. Alle im Haus von Jairus „wussten, dass sie gestorben war“. Trotzdem nahm Jesus ihre leblose Hand und sagte: „Mädchen, steh auf!“ Und sofort stand es auf (Luk. 7:11-17; 8:41, 42, 49-55). Martha und ihre Schwester Maria wussten, dass Jesus Kranke heilen konnte. Sie dachten, wenn Jesus da gewesen wäre, wäre Lazarus nicht gestorben. Doch jetzt war dieser Freund von Jesus tot. Wie sollte es weitergehen? Martha sprach von Lazarus’ künftiger Auferstehung „am letzten Tag“. Warum war sie davon überzeugt? Und warum kannst du sicher sein, dass es eine Auferstehung geben wird, die auch deine Lieben einschließen könnte?

      4 Es gibt gute Gründe, fest daran zu glauben. Mit einigen wollen wir uns jetzt beschäftigen. Vielleicht fallen dir Bibelstellen auf, die du bisher nicht mit der Auferstehungshoffnung verknüpft hast.

      ÜBERZEUGENDE AUFERSTEHUNGSBERICHTE

      5. Was machte Martha so sicher, dass Lazarus auferstehen würde?

      5 Martha sagte nicht: „Ich hoffe, dass mein Bruder auferstehen wird.“ Sie sagte: „Ich weiß, dass er auferstehen wird.“ Warum war sich Martha so sicher? Bestimmt hatte sie schon als Kind — bevor Jesus seinen Dienst aufnahm — zu Hause und in der Synagoge von Auferstehungen gehört. Sehen wir uns einmal drei von Gott inspirierte Auferstehungsberichte genauer an.

      6. Welches Wunder war Martha bestimmt bekannt?

      6 Die erste Auferstehung, von der die Bibel berichtet, fällt in die Zeit, als Gott seinen Propheten Elia befähigte, Wunder zu wirken. In Zarephath, einer phönizischen Küstenstadt nördlich von Israel, nahm eine arme Witwe Elia gastfreundlich auf. Damit sie und ihr Sohn nicht verhungerten, bewirkte Gott, dass ihr Vorrat an Mehl und Öl nicht ausging (1. Kö. 17:8-16). Später wurde ihr Sohn krank und starb. Elia kam ihr zu Hilfe. Er berührte den toten Körper und bat Jehova, das Kind wieder leben zu lassen. Und genau das geschah! Gott erhörte Elia und das Kind lebte wieder. (Lies 1. Könige 17:17-24.) Bestimmt hatte Martha von diesem bemerkenswerten Ereignis gehört.

      7, 8. (a) Erzähle, wie Elisa eine trauernde Frau überglücklich machte. (b) Wofür war das Wunder von Elisa ein Beweis?

      7 Die zweite in der Bibel erwähnte Auferweckung bewirkte der Prophet Elisa, der Nachfolger von Elia. Eine bekannte Israelitin aus Sunem erwies Elisa außergewöhnliche Gastfreundschaft. Gott belohnte sie dafür: Elisa wirkte ein Wunder, sodass die kinderlose Frau und ihr älterer Mann einen Sohn bekamen. Einige Jahre später starb der Sohn. Wie sehr die Mutter getrauert haben muss! Mit dem Einverständnis ihres Mannes machte sie sich auf den 30 Kilometer langen Weg zum Berg Karmel, wo der Prophet Elisa war. Er sandte seinen Diener Gehasi voraus nach Sunem, um den Jungen aufzuerwecken, doch das gelang ihm nicht. Schließlich kamen auch Elisa und die trauernde Mutter dort an (2. Kö. 4:8-31).

      8 In dem Haus, wo sich der tote Junge befand, sprach Elisa ein Gebet. Durch ein Wunder wurde der Junge wieder lebendig. Seine Mutter muss überglücklich gewesen sein! (Lies 2. Könige 4:32-37.) Vielleicht erinnerte sie sich an ein Gebet von Hanna. Hanna bekam lange kein Kind. Als sie ihren Sohn Samuel dann zum Dienst an der Stiftshütte brachte, betete sie: „Jehova ist es, der . . . zum Scheol [oder: Grab] hinabführt, und ER führt herauf“ (1. Sam. 2:6). Am Beispiel des Jungen in Sunem bewies Gott seine Fähigkeit, Tote aufzuerwecken.

      9. Welche Rolle spielte Elisa bei der dritten in der Bibel erwähnten Auferstehung?

      9 Aber das war nicht das letzte erstaunliche Ereignis in Verbindung mit Elisa. Nach über 50 Jahren als Prophet wurde er krank und starb. Als von seinem toten Körper irgendwann nur noch Knochen übrig waren, kam ein Plünderertrupp ins Land. Einige Israeliten trugen gerade einen Toten zum Begräbnis. Um den Feinden zu entkommen, warfen sie ihn in das Grab von Elisa. Als der Tote Elisas Knochen berührte, wurde er wieder lebendig und stand auf (2. Kö. 13:14, 20, 21). Wenn Martha von den erwähnten Auferstehungsberichten gehört hatte, überzeugte sie das bestimmt von einem: Gott hat die Macht über den Tod. Und wenn wir über die Berichte nachdenken, überzeugt uns das sicher auch davon, dass Gottes Macht gewaltig ist — ja grenzenlos.

      AUFERSTEHUNGEN IM 1. JAHRHUNDERT

      10. Was tat Petrus für eine verstorbene Glaubensschwester?

      10 Auch in den Christlichen Griechischen Schriften wird von Auferstehungen durch Vertreter Gottes berichtet. Wie bereits erwähnt, bewirkte Jesus beispielsweise außerhalb der Stadt Nain und im Haus von Jairus Auferweckungen. Der Apostel Petrus brachte Dorkas (Tabitha) wieder zum Leben. Er ging in den Raum, wo sie aufgebahrt war, betete und sagte: „Tabitha, steh auf!“ Sofort öffnete sie ihre Augen und Petrus zeigte den Brüdern, dass sie lebte. Diese Begebenheit überzeugte viele. Sie „kamen zum Glauben an den Herrn“ und konnten nicht nur die gute Botschaft über Jesus bekannt machen, sondern auch bezeugen, dass Jehova Tote auferwecken kann (Apg. 9:36-42).

      11. Was berichtet der Arzt Lukas von einem jungen Mann, und wie wirkte sich dieses Ereignis auf andere aus?

      11 Augenzeugen gab es auch bei einer anderen Auferweckung. In Troas, das in der heutigen Nordwesttürkei liegt, hielt der Apostel Paulus im Obergeschoss eines Hauses einen Vortrag. Er redete bis Mitternacht. Eutychus, ein junger Mann, saß am Fenster und hörte zu. Doch dann schlief er ein und stürzte aus dem 3. Stock. Der Arzt Lukas war wohl zuerst bei Eutychus und musste feststellen: Eutychus war nicht nur verletzt und bewusstlos — er war tot! Als Paulus herunterkam, umfasste er den toten Körper und sagte etwas Erstaunliches: „Leben ist in ihm.“ Das muss die Anwesenden sehr beeindruckt haben. Sie hatten mit eigenen Augen gesehen, wie Paulus einen Toten auferweckt hatte, und „waren über die Maßen getröstet“ (Apg. 20:7-12, Fn.).

      EINE BEGRÜNDETE HOFFNUNG

      12, 13. Welche Fragen könnten entstehen?

      12 Die erwähnten Berichte können uns wie Martha davon überzeugen: Unser Gott und Lebengeber hat die Fähigkeit, Tote aufzuerwecken. In der Zeit, in der Jehova solche Wunder bewirkte, waren treue Diener Gottes wie Elia, Jesus oder Petrus zugegen. Was ist aber mit treuen Männern und Frauen, die zu einer Zeit starben, in der Jehova niemand auferweckte? Konnten sie damit rechnen, dass Gott Tote in Zukunft auferwecken wird? Konnten sie so überzeugt sein wie Martha, die sagte: „Ich weiß, dass . . . [mein Bruder] auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tag.“? Warum glaubte Martha daran, und warum können auch wir daran glauben?

      13 Die Bibel enthält mehrere von Gott inspirierte Berichte über loyale Diener Jehovas, die von einer künftigen Auferstehung überzeugt waren. Hier drei Beispiele.

      14. Woran glaubte Abraham fest?

      14 Denken wir einmal an das, was Abraham mit Isaak tun sollte, seinem lang ersehnten Erben. Jehova sagte: „Nimm bitte deinen Sohn, deinen einzigen Sohn, den du so liebst, Isaak, und . . . opfere ihn . . . als ein Brandopfer“ (1. Mo. 22:2). Wie hat sich Abraham wohl dabei gefühlt? Schließlich hatte Jehova ihm versprochen, dass sich durch seine Nachkommen alle Nationen segnen würden (1. Mo. 13:14-16; 18:18; Röm. 4:17, 18). Außerdem sollten die Nachkommen „durch Isaak“ kommen (1. Mo. 21:12). Aber wie wäre das möglich, wenn Abraham Isaak opferte? Wie Paulus unter Gottes Leitung aufschrieb, glaubte Abraham daran, dass Jehova Isaak auferwecken könnte. (Lies Hebräer 11:17-19.) Dachte Abraham, Isaak würde in wenigen Stunden, einem Tag oder einer Woche wieder zum Leben kommen? Die Bibel sagt nichts dergleichen. Abraham konnte nicht wissen, wann Jehova Isaak auferwecken würde. Aber er vertraute darauf, dass er es tun würde.

      15. Worauf hoffte Hiob?

      15 Auch Hiob rechnete mit einer künftigen Auferstehung. Er wusste, dass ein gefällter Baum wieder sprossen kann. Beim Menschen ist das anders (Hiob 14:7-12; 19:25-27). Wenn jemand stirbt, kann er sich nicht selbst auferwecken (2. Sam. 12:23; Ps. 89:48). Doch Gott kann es tun. Hiob glaubte daran, dass sich Jehova zu einer festgelegten Zeit an ihn erinnern würde. (Lies Hiob 14:13-15.) Den Zeitpunkt kannte Hiob nicht. Doch er war sich sicher: Der Schöpfer des Menschen würde sich an ihn erinnern und ihn auferwecken.

      16. Wie ermunterte ein Engel den Propheten Daniel?

      16 Daniel ist ein weiterer treuer Mann, den wir aus den Hebräischen Schriften kennen. Er diente Gott viele Jahrzehnte und Jehova war mit ihm. Einmal wurde er von einem Engel als „sehr begehrenswerter Mann“ bezeichnet. Der Engel sagte zu ihm, er solle „Frieden haben“ und stark sein (Dan. 9:22, 23; 10:11, 18, 19).

      17, 18. Was wurde Daniel versprochen?

      17 Daniel war fast 100 Jahre alt und seine Lebenszeit lief ab. Vielleicht machte er sich Gedanken, wie es mit ihm weitergehen würde. Würde er nach dem Tod wieder zum Leben kommen? Auf jeden Fall! Im letzten Vers des Bibelbuches Daniel lesen wir, was Gott ihm zusicherte: „Was dich selbst betrifft, geh dem Ende entgegen; und du wirst ruhen“ (Dan. 12:13). Der betagte Daniel wusste, dass die Toten im Grab ruhen, wo es weder „Planen noch Erkenntnis noch Weisheit“ gibt. Bald würde er auch dort sein (Pred. 9:10). Aber das wäre nicht sein Ende.

      18 Die Botschaft an Daniel ging weiter: „Du wirst aufstehen zu deinem Los am Ende der Tage.“ Daniel wusste nicht genau, wann das sein würde. Er würde sterben und erst einmal ruhen. Aber als Daniel die Zusicherung hörte, „du wirst aufstehen zu deinem Los“, verstand er, dass er einmal auferstehen würde. Das wäre in ferner Zukunft, „am Ende der Tage“ oder gemäß der Neuen evangelistischen Übersetzung „am Ende der Zeit“.

      Eine Mutter liest etwas über die Auferstehung und stellt sich vor, wie ihr Sohn aufersteht

      Wie Martha kannst du fest an eine Auferstehung glauben (Siehe Absatz 19, 20)

      19, 20. (a) Warum konnte Martha also fest davon überzeugt sein, dass ihr Bruder auferstehen würde? (b) Was werden wir im nächsten Artikel besprechen?

      19 Wie wir gesehen haben, konnte Martha fest daran glauben, dass ihr treuer Bruder „auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tag“. Ihre feste Überzeugung und das Versprechen, das Daniel gegeben wurde, schenkt Christen heute die Gewissheit: Es wird eine Auferstehung geben.

      20 Geschichtliche Ereignisse beweisen, dass eine Auferstehung möglich ist — Tote können wieder leben. Männer und Frauen, die Gott dienten, warteten auf eine künftige Auferstehung. Ist eine Auferstehung aber auch dann möglich, wenn sie lange im Voraus verheißen wurde? Falls ja, wird das unseren Glauben an eine künftige Auferstehung stärken. Doch wann wird das sein? Darum geht es im nächsten Artikel.

  • „Ich setze meine Hoffnung auf Gott“
    Der Wachtturm (Studienausgabe) 2017 | Dezember
    • Der Apostel Paulus spricht zum Statthalter Felix und zu Drusilla

      „Ich setze meine Hoffnung auf Gott“

      „Der letzte Adam wurde ein lebengebender Geist“ (1. KOR. 15:45)

      LIEDER: 151, 147

      WIE WÜRDEST DU ANTWORTEN?

      • Wie unterstreicht Psalm 118, dass eine Auferstehung auch dann möglich ist, wenn sie lange im Voraus verheißen wurde?

      • Wie hat sich Psalm 16:10 erfüllt?

      • Welche Hinweise finden wir in der Bibel über die Auferstehung während der Gegenwart Christi?

      1—3. (a) Was sind einige unserer zentralen Glaubenslehren? (b) Warum ist die Auferstehung so wichtig? (Siehe Anfangsbild.)

      WAS antwortest du, wenn dich jemand fragt: „Was sind die zentralen Lehren Ihres Glaubens?“? Bestimmt sagst du, dass Jehova der Schöpfer und Lebengeber ist. Wahrscheinlich weist du darauf hin, dass du an Jesus Christus glaubst, der als Lösegeld für uns gestorben ist. Und begeistert sprichst du vom ewigen Leben auf einer paradiesischen Erde. Führst du aber auch die Auferstehung als eine der Glaubenslehren an, die du besonders schätzt?

      2 Selbst wenn wir hoffen, die große Drangsal zu überleben und ewig auf der Erde zu leben, haben wir allen Grund, die Auferstehung zu den zentralen Glaubenslehren zu zählen. Warum? Der Apostel Paulus erklärte: „Wenn die Toten nicht auferweckt werden, dann ist auch Christus nicht auferweckt worden.“ Angenommen, Christus wäre nicht auferweckt worden. Dann wäre er nicht unser regierender König und unser Predigen wäre umsonst. (Lies 1. Korinther 15:12-19.) Wir sind überzeugt, dass Jesus auferweckt wurde. Das unterscheidet uns von den Sadduzäern, die die Auferstehung entschieden ablehnten. Auch wenn man uns verspottet, glauben wir weiter an die Auferstehung (Mar. 12:18; Apg. 4:2, 3; 17:32; 23:6-8).

      3 Als Paulus von der „Grundlehre über den Christus“ sprach, nannte er auch „die Lehre über . . . [die] Auferstehung von den Toten“ (Heb. 6:1, 2). Er betonte, dass er daran glaubte (Apg. 24:10, 15, 24, 25). Die Auferstehung gehört zu den Grundlehren oder den „elementaren Dingen der heiligen Aussprüche Gottes“ (Heb. 5:12). Deswegen ist diese Lehre aber nicht kinderleicht. Sie erfordert ein tief gehendes Studium. Warum?

      4. Welche Fragen könnten zum Thema Auferstehung aufkommen?

      4 Personen, die die Bibel studieren, stoßen recht schnell auf Auferstehungsberichte wie den von Lazarus. Sie erfahren, dass Abraham, Hiob und Daniel fest an eine künftige Auferstehung glaubten. Aber was ist, wenn uns jemand bittet, folgende Fragen biblisch zu belegen: „Wieso kann man sich sicher sein, dass Auferstehungen stattfinden werden, auch wenn sie viele Jahre oder sogar Jahrhunderte im Voraus verheißen wurden? Lässt die Bibel erkennen, wann das sein wird?“? Die Antworten werden unseren Glauben stärken.

      AUFERSTEHUNG NACH JAHRHUNDERTEN

      5. Was besprechen wir zunächst?

      5 Sich die Auferweckung von jemandem vorzustellen, der gerade gestorben ist, ist eine Sache (Joh. 11:11; Apg. 20:9, 10). Aber was ist, wenn versprochen wird, dass jemand erst nach Jahren oder Jahrhunderten auferweckt wird? Könntest du dir das auch vorstellen? Wäre das für dich glaubwürdig? An eine Auferstehung, die Jahrhunderte im Voraus verheißen wurde, glaubst du bereits. Welche ist das? Und was hat sie mit deiner Hoffnung auf eine künftige Auferstehung zu tun?

      6. Welche Rolle spielte Jesus bei der Erfüllung von Psalm 118?

      6 Sehen wir uns zu der lange im Voraus angekündigten Auferstehung Psalm 118 an, der wohl von David verfasst wurde. Dort finden wir die flehentliche Bitte: „Jehova, bitte rette doch! . . . Gesegnet sei, der im Namen Jehovas kommt.“ Diese Worte, die prophetisch auf den Messias hinwiesen, wurden Jesus am 9. Nisan zugerufen, als er wenige Tage vor seinem Tod in Jerusalem einritt (Ps. 118:25, 26; Mat. 21:7-9). Aber wieso deutete Psalm 118 auf eine weit in der Zukunft liegende Auferstehung hin? Sehen wir uns dazu an, was in diesem prophetischen Psalm noch gesagt wird: „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Haupt der Ecke geworden“ (Ps. 118:22).

      Jesus wird von den jüdischen Führern verworfen; Jesus stirbt an einem Marterpfahl

      Der Messias wurde von den „Bauleuten“ verworfen (Siehe Absatz 7)

      7. Wie weit ging die Abneigung der Juden Jesus gegenüber?

      7 „Die Bauleute“ waren jüdische Führer, die den Messias ablehnten. Sie wandten sich nicht nur von ihm ab oder weigerten sich, ihn als Christus anzuerkennen. Viele Juden gingen so weit, lauthals seinen Tod zu fordern (Luk. 23:18-23). Sie machten sich an Jesu Ermordung mitschuldig.

      Der auferweckte Jesus auf seinem Thron im Himmel

      Jesus wurde auferweckt und als Haupteckstein eingesetzt (Siehe Absatz 8, 9)

      8. Wie konnte Jesus der Haupteckstein werden?

      8 Jesus wurde abgelehnt und getötet. Wie konnte er dann der Haupteckstein werden? Dazu müsste er auferweckt werden. Das verdeutlichte Jesus durch eine Veranschaulichung: Der Eigentümer eines Weingartens sendet Sklaven zu seinen Weinbauern. Die Weinbauern misshandeln die Sklaven — genauso wie die Israeliten die Propheten Gottes misshandelt hatten. Schließlich schickt der Eigentümer seinen geliebten Sohn und Erben. Wird er respektiert? Nein. Er wird von den Weinbauern sogar getötet. Anschließend zitierte Jesus die prophetischen Worte aus Psalm 118:22 (Luk. 20:9-17). Der Apostel Petrus bezog sich auf denselben Vers, als er in Jerusalem zu einer Gruppe von Vorstehern, Ältesten und Schriftgelehrten redete. Er sprach von „Jesus Christus, dem Nazarener, den . . . [sie] an den Pfahl gebracht haben, den Gott aber von den Toten auferweckt hat“. Dann sagte er unmissverständlich: „Dieser ist ‚der Stein, der von euch Bauleuten verächtlich behandelt wurde, der das Haupt der Ecke geworden ist‘ “ (Apg. 3:15; 4:5-11; 1. Pet. 2:5-7).

      9. Auf welches außergewöhnliche Ereignis wies Psalm 118:22 hin?

      9 Psalm 118:22 wies also Jahrhunderte im Voraus prophetisch auf eine Auferstehung hin: Der Messias würde verworfen und getötet, dann aber auferweckt und als Haupteckstein eingesetzt werden. Der auferweckte Sohn Gottes wurde dadurch zu demjenigen, durch dessen Namen „wir gerettet werden sollen“ (Apg. 4:12; Eph. 1:20).

      10. (a) Was wird in Psalm 16:10 vorausgesagt? (b) Warum kann sich Psalm 16:10 nicht auf David beziehen?

      10 Beleuchten wir noch eine andere Bibelstelle. Sie weist auf eine Auferstehung hin, die über 1 000 Jahre später stattfand. Das stärkt unseren Glauben, dass eine Auferstehung auch dann möglich ist, wenn sie lange im Vorhinein vorausgesagt wurde. Psalm 16 wird David zugeschrieben. Wir lesen: „Du wirst . . . [mich] nicht im Scheol lassen. Du wirst nicht zulassen, dass dein Loyalgesinnter die Grube sieht“ (Ps. 16:10). Meinte David, er selbst würde nicht sterben oder ins Grab kommen? Nein. Wie Gottes Wort unmissverständlich zeigt, wurde David alt und starb. Nach seinem Tod legte man ihn „zu seinen Vorvätern und [er] wurde in der Stadt Davids begraben“ (1. Kö. 2:1, 10). Wer ist in Psalm 16:10 dann gemeint?

      11. Wann nahm Petrus auf Psalm 16:10 Bezug?

      11 Wir werden nicht im Ungewissen gelassen. Über 1 000 Jahre nachdem der Psalm verfasst worden war und Wochen nachdem Jesus gestorben und auferweckt worden war, sprach Petrus zu Tausenden von Juden und Proselyten über Psalm 16:10. (Lies Apostelgeschichte 2:29-32.) Er erwähnte, dass David wirklich gestorben und begraben worden war. Die Zuhörer wussten das. Und offensichtlich zweifelte niemand an der Erklärung von Petrus, dass David „vorausschauend von der Auferstehung“ des Messias geredet hatte.

      12. Wie hat sich Psalm 16:10 erfüllt, und was können wir daraus ableiten?

      12 Petrus bekräftigte seine Aussage anhand der Schriften und zitierte Davids Worte aus Psalm 110:1. (Lies Apostelgeschichte 2:33-36.) Das überzeugte die vielen Zuhörer, dass Jesus sowohl „Herr als auch . . . Christus“ war. Genauer gesagt erkannten sie, dass sich Psalm 16:10 durch die Auferweckung Jesu erfüllt hatte. Als später der Apostel Paulus zu Juden in Antiochia in Pisidien redete, gebrauchte er dieselbe schlüssige Argumentation. Seine Zuhörer waren beeindruckt und wollten mehr erfahren. (Lies Apostelgeschichte 13:32-37, 42.) Beeindruckt es auch uns, dass diese Prophezeiungen verlässlich waren, zumal zwischen der Voraussage und dem Wunder Jahrhunderte lagen?

      WANN IST ES SO WEIT?

      13. Welche Fragen könnten entstehen?

      13 Es ist wirklich tröstend zu wissen, dass eine Auferstehung, selbst Jahrhunderte nachdem sie vorausgesagt wurde, möglich ist. Jetzt könnten die Fragen entstehen: „Muss ich noch lange warten, bis ich liebe Verstorbene wiedersehe? Wann ist es denn so weit?“ Wie Jesus zu seinen Aposteln sagte, gab es einiges, was sie nicht wussten und auch nicht wissen konnten. Bestimmte Einzelheiten zu „Zeiten oder Zeitabschnitten“ hat „der Vater in seine eigene Rechtsgewalt gesetzt“ (Apg. 1:6, 7; Joh. 16:12). Was die zeitliche Festlegung der Auferstehung angeht, tappen wir aber nicht völlig im Dunkeln.

      14. Wie unterscheidet sich Jesu Auferstehung von früheren Auferstehungen?

      14 Überlegen wir zunächst, welche Auferstehungen in der Bibel vorausgesagt wurden. Die wichtigste war natürlich die Auferstehung von Jesus. Wäre Jesus nicht auferweckt worden, könnte niemand von uns darauf hoffen, liebe Verstorbene wiederzusehen. Wer vor der Zeit Jesu auferweckt wurde — beispielsweise von Elia oder Elisa —, starb wieder und sein Körper verweste. Jesus hingegen ist „von den Toten auferweckt worden“ und stirbt nicht mehr; „der Tod ist nicht mehr Herr über ihn“. Er lebt „für immer und ewig“ im Himmel (Röm. 6:9; Offb. 1:5, 18; Kol. 1:18; 1. Pet. 3:18).

      15. Warum wird Jesus „Erstling“ genannt?

      15 Die Auferstehung Jesu war die erste und wichtigste ihrer Art (Apg. 26:23). Jesus ist allerdings nicht der Einzige, dem eine Auferstehung zu Leben im Himmel versprochen wurde. Jesus sicherte seinen treuen Aposteln zu, mit ihm im Himmel zu regieren (Luk. 22:28-30). Um diese Belohnung zu erhalten, mussten sie jedoch erst einmal sterben. Danach konnten sie wie Christus als Geistperson auferweckt werden. Paulus schrieb, dass „Christus von den Toten auferweckt worden [ist], der Erstling derer, die im Tod entschlafen sind“. Dann erwähnt Paulus auch andere, die zu Leben im Himmel auferweckt werden: „Jeder . . . in seinem eigenen Rang: Christus, der Erstling, danach die, die dem Christus angehören, während seiner Gegenwart“ (1. Kor. 15:20, 23).

      16. Was wissen wir über die Zeit der Auferstehung zu Leben im Himmel?

      16 Diese Worte von Paulus geben einen Hinweis darauf, in welche Zeit die Auferstehung zu Leben im Himmel fällt. Sie findet „während seiner Gegenwart“ statt. Jehovas Zeugen belegen schon lange anhand der Bibel, dass die „Gegenwart“ Jesu 1914 begonnen hat. Sie dauert noch an, und das Ende des heutigen Weltsystems ist sehr nahe.

      17, 18. Was wird mit den Gesalbten in der großen Drangsal geschehen?

      17 In der Bibel steht noch mehr über die Auferstehung zu Leben im Himmel: „[Wir wollen] nicht, dass ihr hinsichtlich derer unwissend seid, die im Tod schlafen . . . Denn wenn wir den Glauben haben, dass Jesus gestorben und wieder auferstanden ist, so wird Gott auch die im Tod Entschlafenen . . . mit ihm bringen. . . . wir, die Lebenden, die bis zur Gegenwart des Herrn am Leben bleiben, [werden] denen keineswegs zuvorkommen . . ., die im Tod entschlafen sind; denn der Herr selbst wird vom Himmel herabkommen mit gebietendem Zuruf . . ., und die in Gemeinschaft mit Christus Verstorbenen werden zuerst auferstehen. Danach werden wir, die Lebenden, welche überleben, mit ihnen zusammen in Wolken entrückt werden zur Begegnung mit dem Herrn in der Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein“ (1. Thes. 4:13-17).

      18 Die Auferstehung zu Leben im Himmel begann irgendwann nach Beginn der Gegenwart Christi. Gesalbte, die in der großen Drangsal auf der Erde leben, werden „in Wolken entrückt“ werden (Mat. 24:31). Sie werden zwar sterben, müssen aber nicht in einem langen Todesschlaf warten. Sie werden „alle verwandelt werden, in einem Nu, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune“ (1. Kor. 15:51, 52).

      19. Welche „bessere Auferstehung“ liegt noch in der Zukunft?

      19 Die meisten Diener Jehovas heute sind nicht gesalbt und berufen, mit Christus im Himmel zu regieren. Sie warten auf das Ende des heutigen bösen Weltsystems am Tag Jehovas. Niemand weiß genau, wann das Ende kommt, aber ganz offensichtlich ist es nahe (1. Thes. 5:1-3). Anschließend wird es eine andere Art der Auferstehung geben: eine Auferstehung zu Leben auf einer paradiesischen Erde. Die Auferstandenen haben die Aussicht, vollkommen zu werden und nie mehr zu sterben. Das wird eindeutig „eine bessere Auferstehung“ als in der Vergangenheit sein, wo „Frauen . . . ihre Toten durch Auferstehung [zurückerhielten]“, sie aber später wieder durch den Tod verloren (Heb. 11:35).

      20. Warum können wir darauf vertrauen, dass die künftige Auferstehung geordnet abläuft?

      20 Die Auferstehung zu Leben im Himmel läuft gemäß der Bibel in einer bestimmten Reihenfolge ab (1. Kor. 15:23). Wir können darauf vertrauen, dass das auch auf die Auferstehung auf der Erde zutreffen wird. Was bedeutet das? Werden Personen, die erst kürzlich verstorben sind, gleich zu Beginn der Tausendjahrherrschaft Christi auferstehen und von lieben Freunden begrüßt werden? Werden frühere Glaubensmänner mit Führungsqualitäten unter den ersten Auferstandenen sein, um mitzuhelfen, Gottes Volk in der neuen Welt zu organisieren? Was ist mit solchen, die Jehova nie gedient haben? Wann und wo werden sie auferstehen? Sollten uns diese Fragen beunruhigen? Warten wir einfach ab und lassen wir uns überraschen. Mit Sicherheit wird es eine schöne und aufregende Zeit sein mitzuerleben, wie Jehova alles regelt.

      21. Welche Hoffnung hast du?

      21 Bis dahin ist es wichtig, unseren Glauben an Jehova zu stärken. Er wird die Toten, die in seinem Gedächtnis sind, auferwecken. Das sichert er uns durch Jesus zu (Joh. 5:28, 29; 11:23). Jesus unterstrich Jehovas Fähigkeit, Tote aufzuerwecken, als er einmal über Abraham, Isaak und Jakob sagte: „Für . . . [Gott] leben sie alle“ (Luk. 20:37, 38). Wir haben wirklich Grund wie Paulus zu sagen: „Ich setze meine Hoffnung auf Gott . . ., dass es eine Auferstehung . . . geben wird“ (Apg. 24:15, NW, 2013).

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