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  • Wie stark ist unser Glaube an die Auferstehung?
    Der Wachtturm 1998 | 1. Juli
    • Wie stark ist unser Glaube an die Auferstehung?

      „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer Glauben an mich ausübt, wird zum Leben kommen“ (JOHANNES 11:25).

      1, 2. Warum muß ein Anbeter Jehovas Vertrauen in die Auferstehungshoffnung haben?

      WIE stark ist unsere Hoffnung auf die Auferstehung? Nimmt sie uns die Angst vor dem Tod, und gibt sie uns Trost, wenn wir geliebte Menschen durch den Tod verloren haben? (Matthäus 10:28; 1. Thessalonicher 4:13). Gleichen wir den vielen Dienern Gottes in alter Zeit, die, gestärkt durch den Glauben an die Auferstehung, Geißelungen, Spott, Folter und Fesseln ertrugen? (Hebräer 11:35-38).

      2 Ja, ein aufrichtiger Anbeter Jehovas sollte überhaupt keine Zweifel haben, daß es eine Auferstehung geben wird, und diese feste Überzeugung sollte sich auf die Art seiner Lebensführung auswirken. Es ist so wunderbar, sich bewußtzumachen, daß zu der von Gott vorgesehenen Zeit das Meer, der Tod und der Hades die Toten, die sich darin befinden, herausgeben werden und daß die Auferstandenen die Aussicht haben, für immer auf einer paradiesischen Erde zu leben (Offenbarung 20:13; 21:4, 5).

      Zweifel an einem künftigen Leben

      3, 4. Was glauben viele immer noch in bezug auf ein Leben nach dem Tod?

      3 Die Christenheit lehrt seit eh und je, daß es ein Leben nach dem Tod gibt. In einem Artikel in der Zeitschrift U. S. Catholic wurde gesagt: „In all den Jahrhunderten versuchten Christen, das Beste aus den Enttäuschungen und Leiden des gegenwärtigen Lebens zu machen, indem sie sich auf ein anderes Leben freuten, ein Leben in Frieden und Zufriedenheit, ein erfülltes Leben voller Freude.“ Obwohl in vielen Ländern der Christenheit die Menschen inzwischen von der Verweltlichung geprägt sind und der Religion eher zynisch gegenüberstehen, glauben viele immer noch, daß es nach dem Tod irgend etwas geben muß. Doch sie sind sich über vieles im unklaren.

      4 Die Zeitschrift Time schrieb in einem Artikel folgendes: „Die Menschen glauben immer noch an ... [ein Leben nach dem Tod], nur ihre Vorstellung darüber, worum es sich dabei genau handelt, ist verschwommener geworden, und sie hören viel seltener etwas von ihren Seelsorgern darüber.“ Warum sprechen Geistliche heute weniger über das Leben nach dem Tod als früher? Der Religionswissenschaftler Jeffrey Burton Russell sagte: „Ich denke, ... [die Geistlichen] möchten das Thema lieber meiden, weil sie das Gefühl haben, eine Mauer allgemeiner Skepsis überwinden zu müssen.“

      5. Wie ist man heute allgemein zu der Lehre von der Feuerhölle eingestellt?

      5 In vielen Kirchen sind der Himmel und die Feuerhölle feste Bestandteile des Lebens nach dem Tod. Und wenn es Geistlichen schon widerstrebt, über den Himmel zu sprechen, widerstrebt es ihnen noch weit mehr, sich über die Hölle zu äußern. In einem Zeitungsartikel hieß es: „Heutzutage rücken sogar Kirchen, die eine ewige Bestrafung in einer buchstäblichen Hölle lehren ..., diese Vorstellung in den Hintergrund.“ Tatsächlich betrachten die meisten neuzeitlichen Theologen die Hölle nicht mehr als buchstäblichen Ort der Qual, wie es im Mittelalter gelehrt wurde. Statt dessen bevorzugen sie eine „humanere“ Version der Hölle. Gemäß vielen Modernisten werden Sünder in der Hölle nicht buchstäblich gequält, sondern leiden wegen ihrer „geistigen Trennung von Gott“.

      6. Wieso müssen manche angesichts einer Tragödie feststellen, daß ihr Glaube unzureichend ist?

      6 Durch das Abschwächen von Kirchenlehren, um die in der heutigen Zeit vorherrschenden Gefühle nicht zu verletzen, kann man vielleicht Antipathie vermeiden. Millionen von aufrichtigen Kirchgängern müssen sich angesichts dessen allerdings fragen, was sie wirklich glauben sollen. Wenn sie mit dem Tod konfrontiert werden, stellen sie oft fest, daß es ihnen an Glauben mangelt. Sie haben eine ähnliche Einstellung wie jene Frau, die mehrere Angehörige durch einen tragischen Unfall verloren hatte. Als man sie fragte, ob ihre Religion ihr Trost gegeben habe, antwortete sie zögernd: „Ich nehme es an.“ Doch selbst wenn sie voller Überzeugung geantwortet hätte, ihre Religion habe ihr geholfen, bleibt die Frage: Von welchem langfristigen Nutzen ist dies, wenn die Glaubensansichten nicht gut begründet sind? Diese Erwägung ist nicht unerheblich, weil sich das, was die meisten Kirchen in bezug auf ein künftiges Leben lehren, wesentlich von dem unterscheidet, was die Bibel darüber sagt.

      Die Ansicht der Christenheit über das Leben nach dem Tod

      7. (a) Welche Glaubensansicht lehren die meisten Kirchen? (b) Was sagte ein Theologe über die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele?

      7 Trotz ihrer Differenzen lehren fast alle Konfessionen der Christenheit übereinstimmend, der Mensch habe eine unsterbliche Seele, die beim Tod des Körpers weiterlebt. Die meisten ihrer Mitglieder glauben, die Seele eines Verstorbenen gelange in den Himmel. Manche befürchten, ihre Seele könnte in eine Feuerhölle oder in das Fegefeuer kommen. Auf jeden Fall spielt bei der Ansicht über ein künftiges Leben die Vorstellung von einer unsterblichen Seele eine zentrale Rolle. Der Theologe Oscar Cullmann äußerte sich dazu in seinem Buch Unsterblichkeit der Seele oder Auferstehung der Toten? folgendermaßen: „Wenn wir heute einen Durchschnittschristen ... fragen, was das Neue Testament über das individuelle Los des Menschen nach dem Tod lehrt, so werden wir, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Antwort erhalten: ‚Die Unsterblichkeit der Seele.‘ “ Cullmann fügte jedoch hinzu, daß diese weitgehend akzeptierte Vorstellung „eines der größten Mißverständnisse des Christentums“ ist. Wie Cullmann anmerkte, verursachte er anfänglich mit dieser Aussage einiges Aufsehen. Doch er hat völlig recht.

      8. Was stellte Jehova dem ersten Mann und dessen Frau in Aussicht?

      8 Jehova Gott erschuf die Menschen nicht, damit sie nach dem Tod in den Himmel kommen. Es war nicht einmal sein ursprünglicher Vorsatz, daß sie überhaupt sterben sollten. Adam und Eva wurden vollkommen erschaffen, und ihnen wurde die Gelegenheit gegeben, die Erde mit gerechten Nachkommen zu füllen (1. Mose 1:28; 5. Mose 32:4). Unseren Ureltern wurde gesagt, daß sie nur dann sterben würden, wenn sie Gott ungehorsam wären (1. Mose 2:17). Sofern sie ihrem himmlischen Vater gehorchten, würden sie für immer auf der Erde leben.

      9. (a) Was ist die Wahrheit über die Seele des Menschen? (b) Was geschieht mit der Seele, wenn sie stirbt?

      9 Doch leider versäumten Adam und Eva, Gott gehorsam zu sein (1. Mose 3:6, 7). Der Apostel Paulus beschrieb die tragischen Folgen; er erklärte, daß „durch e i n e n Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und sich so der Tod zu allen Menschen verbreitet hat, weil sie alle gesündigt hatten“ (Römer 5:12). Statt für immer auf der Erde zu leben, starben Adam und Eva. Was geschah dann? Hatten sie eine unsterbliche Seele, die jetzt wegen ihrer Sünde einer Feuerhölle übergeben werden konnte? Keineswegs, denn in der Bibel heißt es, daß Adam bei seiner Erschaffung ‘eine lebende Seele wurde’ (1. Mose 2:7). Der Mensch erhielt keine Seele; er wurde eine Seele, eine lebende Person (1. Korinther 15:45). Und nicht nur Adam war „eine lebende Seele“, auch die niedrigen Tiere waren „lebende Seelen“, wie das Hebräische, die Sprache, in der das Bibelbuch 1. Mose ursprünglich geschrieben wurde, erkennen läßt (1. Mose 1:24). Als Adam und Eva starben, wurden sie tote Seelen. Es erging ihnen genau so, wie Jehova zu Adam gesagt hatte: „Im Schweiße deines Angesichts wirst du Brot essen, bis du zum Erdboden zurückkehrst, denn aus ihm wurdest du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren“ (1. Mose 3:19).

      10, 11. Was wird in der New Catholic Encyclopedia mit Bezug auf die biblische Lehre von der Seele eingeräumt, und wie paßt das zu dem, was in der Bibel gesagt wird?

      10 Die New Catholic Encyclopedia geht im wesentlichen mit dieser Auffassung einig. In der Abhandlung „Seele (in der Bibel)“ wird gesagt, daß es „im AT [im „Alten Testament“ oder in den Hebräischen Schriften] keine Dichotomie [Zweiteilung] in Körper und Seele“ gibt. Wie weiter gezeigt wird, bedeutet das Wort „Seele“ in der Bibel „nie Seele im Unterschied zum Körper oder zur Einzelperson“. Tatsächlich ist mit Seele oft „das Einzelwesen gemeint, sei es ein Tier oder ein Mensch“. Solch eine Aufrichtigkeit ist erfrischend, aber man muß sich fragen, warum die Kirchgänger im allgemeinen nicht auf diese Tatsachen aufmerksam gemacht werden.

      11 Wieviel Sorge und Angst würde Kirchgängern erspart bleiben, wenn ihnen die einfache biblische Wahrheit bekannt wäre: „Die Seele, die sündigt — sie selbst wird sterben“, nicht in einer Feuerhölle leiden! (Hesekiel 18:4). Das unterscheidet sich zwar völlig von dem, was die Christenheit lehrt, es ist jedoch ganz im Einklang mit dem, was der weise Salomo unter Inspiration sagte: „Die Lebenden sind sich bewußt, daß sie sterben werden; was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewußt, auch haben sie keinen Lohn mehr [im gegenwärtigen Leben], denn die Erinnerung an sie ist vergessen. Alles, was deine Hand zu tun findet, das tu mit all deiner Kraft, denn es gibt weder Wirken noch Planen, noch Erkenntnis, noch Weisheit in dem Scheol [dem allgemeinen Grab der Menschheit], dem Ort, wohin du gehst“ (Prediger 9:5, 10).

      12. Woher nahm die Christenheit ihre Lehre von der Unsterblichkeit der Seele?

      12 Warum weicht das, was die Christenheit lehrt, so weit von dem ab, was in der Bibel gesagt wird? In der New Catholic Encyclopedia heißt es dazu unter dem Stichwort „Seele des Menschen, Unsterblichkeit der“, daß die frühen Kirchenväter die Stütze für den Glauben an eine unsterbliche Seele nicht in der Bibel fanden, sondern bei „den Dichtern und Philosophen und in der allgemeinen Tradition des Gedankenguts der Griechen ... Später griffen die Scholastiker gern auf Platon zurück und auf die Grundsätze des Aristoteles.“ Es wird erklärt, daß „sich der Einfluß platonischen und neuplatonischen Gedankenguts“ — einschließlich des Glaubens an die unsterbliche Seele — letztlich „bis in die Kernaussagen der christlichen Theologie auswirkte“.

      13, 14. Warum ist es unvernünftig, zu erwarten, von heidnischen griechischen Philosophen erleuchtet zu werden?

      13 Sollten sich diejenigen, die sich Christen nennen, heidnischen griechischen Philosophen zuwenden, um etwas über so grundsätzliche Dinge wie die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod zu erfahren? Natürlich nicht. Als Paulus den Christen schrieb, die in Korinth (Griechenland) lebten, erklärte er: „Die Weisheit dieser Welt ist Torheit bei Gott; denn es steht geschrieben: ‚Er fängt die Weisen in ihrer eigenen List.‘ Und wiederum: ‚Jehova weiß, daß die Überlegungen der Weisen nichtig sind‘ “ (1. Korinther 3:19, 20). Die alten Griechen waren Götzenanbeter. Wie hätten sie angesichts dessen eine Quelle der Wahrheit sein können? Paulus fragte die Korinther: „Welche Übereinkunft besteht zwischen Gottes Tempel und Götzen? Denn wir sind ein Tempel eines lebendigen Gottes, so wie Gott gesagt hat: ‚Ich werde unter ihnen wohnen und unter ihnen wandeln, und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein‘ “ (2. Korinther 6:16).

      14 Die Offenbarung heiliger Wahrheiten erfolgte anfänglich durch die Nation Israel (Römer 3:1, 2). Nach 33 u. Z. geschah es dann durch die Versammlung der gesalbten Christen des ersten Jahrhunderts. Paulus sagte mit Bezug auf die Christen des ersten Jahrhunderts: „Uns hat Gott sie [die Dinge, die Gott denen bereitet hat, die ihn lieben] durch seinen Geist geoffenbart“ (1. Korinther 2:10; siehe auch Offenbarung 1:1, 2). Die Lehre der Christenheit von der Unsterblichkeit der Seele ist von griechischer Philosophie abgeleitet. Sie wurde nicht durch Gottes Offenbarungen an Israel oder durch die Versammlung gesalbter Christen des ersten Jahrhunderts enthüllt.

      Die wahre Hoffnung für die Toten

      15. Worin besteht gemäß Jesu Worten die wahre Hoffnung für die Toten?

      15 Wenn es keine unsterbliche Seele gibt, worin besteht dann die wahre Hoffnung für die Toten? Einfach gesagt, in der Auferstehung. Sie ist eine biblische Zentrallehre und eine wirklich wunderbare göttliche Verheißung. Jesus stellte die Auferstehung in Aussicht, als er zu Martha, einer befreundeten Frau, sagte: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer Glauben an mich ausübt, wird zum Leben kommen, auch wenn er stirbt“ (Johannes 11:25). An Jesus zu glauben bedeutet, an die Auferstehung zu glauben, nicht an eine unsterbliche Seele.

      16. Warum ist es vernünftig, an eine Auferstehung zu glauben?

      16 Jesus hatte bereits früher von der Auferstehung gesprochen, als er zu einigen Juden sagte: „Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören und herauskommen werden“ (Johannes 5:28, 29). Das, was Jesus hier beschrieb, ist gänzlich verschieden von der Vorstellung, eine unsterbliche Seele lebe nach dem Tod des Körpers weiter und komme geradewegs in den Himmel. Er sprach von einer künftigen Zeit, in der Menschen, die jahrhunderte- oder sogar jahrtausendelang im Grab gewesen sind, „herauskommen“ werden. Tote Seelen werden wieder zum Leben kommen. Unmöglich? Nicht für den Gott, „der die Toten lebendig macht und die nicht vorhandenen Dinge ruft, als ob sie vorhanden wären“ (Römer 4:17). Skeptiker spotten vielleicht über die Vorstellung, daß Menschen von den Toten zurückkehren, aber sie ist vollkommen im Einklang damit, daß ‘Gott Liebe ist’ und daß er „denen, die ihn ernstlich suchen, ein Belohner wird“ (1. Johannes 4:16; Hebräer 11:6).

      17. Was wird Gott durch die Auferstehung bewirken?

      17 Wie könnte Gott denn sonst diejenigen belohnen, die sich „bis in den Tod“ als treu erwiesen haben, wenn er sie nicht wieder zum Leben bringen würde? (Offenbarung 2:10). Die Auferstehung ermöglicht es Gott auch, folgendes zu verwirklichen, was der Apostel Johannes anführte: „Zu diesem Zweck ist der Sohn Gottes offenbar gemacht worden, nämlich um die Werke des Teufels abzubrechen“ (1. Johannes 3:8). Im Garten Eden wurde Satan seinerzeit zum Totschläger des ganzen Menschengeschlechts, als er unsere Ureltern in die Sünde und den Tod führte (1. Mose 3:1-6; Johannes 8:44). Jesus begann Satans Werke „abzubrechen“, als er sein vollkommenes Leben als entsprechendes Lösegeld gab, das der Menschheit den Weg eröffnete, von der ererbten Sklaverei der Sünde befreit zu werden, in der sie sich durch Adams vorsätzlichen Ungehorsam befindet (Römer 5:18). Die Auferstehung derjenigen, die wegen der adamischen Sünde sterben, wird ein weiteres „Abbrechen“ der Werke des Teufels sein.

      Leib und Seele

      18. Wie reagierten einige griechische Philosophen auf die Erklärung des Paulus, daß Jesus auferweckt worden war, und warum?

      18 Als der Apostel Paulus in Athen war, verkündigte er die gute Botschaft einer Menschenmenge, unter der sich einige griechische Philosophen befanden. Sie hörten sich seine Ausführungen über den einen wahren Gott und seinen Aufruf zur Reue an. Aber was geschah dann? Paulus schloß seine Rede mit folgender Äußerung ab: „[Gott] hat einen Tag festgesetzt, an dem er die bewohnte Erde in Gerechtigkeit richten will durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und er hat allen Menschen eine Gewähr dafür gegeben, indem er ihn von den Toten zur Auferstehung gebracht hat.“ Diese Worte erregten Aufsehen. „Als sie nun von einer Auferstehung der Toten hörten, begannen einige zu spotten“ (Apostelgeschichte 17:22-32). Der Theologe Oscar Cullmann stellte fest: „Es mag für Griechen, die an die Unsterblichkeit der Seele glaubten, sogar schwerer gewesen sein, die christliche Predigt von der Auferstehung anzunehmen, als für andere. ... Die Lehre des großen Sokrates, des großen Plato läßt sich mit derjenigen des Neuen Testaments nicht in Einklang bringen.“

      19. Wie versuchten die Theologen der Christenheit, die Lehre von der Auferstehung mit der Lehre von der unsterblichen Seele in Einklang zu bringen?

      19 Nachdem die Apostel gestorben waren und ein großer Abfall eingesetzt hatte, versuchten Theologen, die christliche Lehre von der Auferstehung mit Platons Glauben an die unsterbliche Seele in Einklang zu bringen. Im Laufe der Zeit kamen einige auf eine neue Lösung: Beim Tod werde die Seele vom Körper getrennt („befreit“, wie manche es bezeichneten). Am Gerichtstag soll dann „jeder Leib wieder mit seiner eigenen Seele und jede Seele mit ihrem eigenen Leib vereinigt“ werden, wie es in einem Werk (Outlines of the Doctrine of the Resurrection) von R. J. Cooke heißt. Die Auferstehung wäre demnach die künftige Wiedervereinigung des Leibes mit seiner unsterblichen Seele.

      20, 21. Wer hat unentwegt die Wahrheit über die Auferstehung gelehrt, und inwiefern war das von Nutzen?

      20 Diese Theorie ist immer noch die offizielle Lehre der großen Kirchen. Eine solche Vorstellung mag zwar einem Theologen logisch erscheinen, doch den meisten Kirchgängern ist sie unbekannt. Sie glauben einfach, daß sie geradewegs in den Himmel kommen, wenn sie sterben. Deshalb klagte der Schreiber John Garvey in der Zeitschrift Commonweal vom 5. Mai 1995: „Der Glaube der meisten Christen [was das Leben nach dem Tod betrifft] scheint dem Neuplatonismus viel näher zu stehen als dem, was wirklich christlich ist, und er hat keine biblische Grundlage.“ Tatsächlich hat die Geistlichkeit der Christenheit dadurch, daß sie die Bibel gegen Platon eingetauscht hat, für ihre Herden die biblische Auferstehungshoffnung abgeschafft.

      21 Im Gegensatz dazu verwerfen Jehovas Zeugen heidnische Philosophie und halten an der biblischen Lehre von der Auferstehung fest. Sie empfinden diese Lehre als erbauend, zufriedenstellend und tröstlich. In den folgenden Artikeln werden wir sehen, wie gut begründet und wie logisch die biblische Lehre von der Auferstehung ist, sowohl für diejenigen, die die irdische Hoffnung haben, als auch für diejenigen mit der Aussicht auf eine Auferstehung zu Leben im Himmel. Zur Vorbereitung auf die Betrachtung dieser Artikel wird empfohlen, das 15. Kapitel des ersten Korintherbriefs zu lesen.

  • „Die Toten werden auferweckt werden“
    Der Wachtturm 1998 | 1. Juli
    • „Die Toten werden auferweckt werden“

      „Die Toten werden auferweckt werden unverweslich, und wir werden verwandelt werden“ (1. KORINTHER 15:52).

      1, 2. (a) Welche tröstliche Verheißung wurde durch den Propheten Hosea gegeben? (b) Wieso wissen wir, daß Gott gewillt ist, die Toten wieder zum Leben zu bringen?

      HABEN wir jemals eine uns nahestehende Person durch den Tod verloren? Dann kennen wir den Schmerz, den der Tod mit sich bringen kann. Christen schöpfen jedoch Trost aus der Verheißung, die Gott durch den Propheten Hosea gab: „Von der Hand des Scheols werde ich sie erlösen; vom Tod werde ich sie zurückholen. Wo sind deine Stacheln, o Tod? Wo ist deine vernichtende Gewalt, o Scheol?“ (Hosea 13:14).

      2 Die Vorstellung, daß die Toten zum Leben zurückkehren, erscheint Skeptikern absurd. Aber der allmächtige Gott hat gewiß die Macht, solch ein Wunder zu vollbringen. Die entscheidende Frage lautet allerdings, ob Jehova gewillt ist, die Toten wieder zum Leben zu bringen. Der gerechte Hiob fragte: „Wenn ein kräftiger Mann stirbt, kann er wieder leben?“ Darauf gab er folgende bestätigende Antwort: „Du wirst rufen, und ich, ich werde dir antworten. Nach dem Werk deiner Hände wirst du dich sehnen“ (Hiob 14:14, 15). Das Wort „sehnen“ zeigt ein starkes Verlangen oder einen brennenden Wunsch an. (Vergleiche Psalm 84:2.) Jehova erwartet wirklich sehnsüchtig die Auferstehung — ja er sehnt sich danach, die verstorbenen Treuen wiederzusehen, die in seinem Gedächtnis lebendig sind (Matthäus 22:31, 32).

      Jesus wirft Licht auf die Auferstehung

      3, 4. (a) Inwiefern warf Jesus Licht auf die Auferstehungshoffnung? (b) Warum wurde Jesus als Geistperson auferweckt, nicht im Fleische?

      3 Hiob hatte wie auch die anderen Glaubensmenschen in alter Zeit nur ein begrenztes Verständnis, was die Auferstehung betraf. Erst Jesus Christus warf deutliches Licht auf diese wunderbare Hoffnung. Er zeigte, daß ihm dabei eine Schlüsselrolle zukommt, als er sagte: „Wer Glauben an den Sohn ausübt, hat ewiges Leben“ (Johannes 3:36). Wo wird man sich dieses Lebens erfreuen? Für die große Mehrheit der Menschen, die Glauben ausüben, wird es auf der Erde sein (Psalm 37:11). Zu seinen Jüngern sagte Jesus allerdings: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde, denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Königreich zu geben“ (Lukas 12:32). Gottes Königreich befindet sich im Himmel. Daher bedeutete diese Verheißung, daß eine „kleine Herde“ als Geistgeschöpfe bei Jesus im Himmel sein würde (Johannes 14:2, 3; 1. Petrus 1:3, 4). Welch eine herrliche Aussicht! Jesus offenbarte dem Apostel Johannes außerdem, daß diese „kleine Herde“ lediglich 144 000 Glieder zählen würde (Offenbarung 14:1).

      4 Doch wie sollten die 144 000 in die himmlische Herrlichkeit eingehen? Jesus „[hat] Licht auf Leben und Unvergänglichkeit geworfen ... durch die gute Botschaft“. Durch sein Blut weihte er „einen neuen und lebendigen Weg“ in den Himmel ein (2. Timotheus 1:10; Hebräer 10:19, 20). Zum einen starb er, wie es in der Bibel vorausgesagt worden war (Jesaja 53:12). Zum anderen „hat Gott [diesen Jesus] zur Auferstehung gebracht“, wie der Apostel Petrus später verkündete (Apostelgeschichte 2:32). Jesus wurde allerdings nicht als Mensch auferweckt. Er hatte gesagt: „Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch zugunsten des Lebens der Welt“ (Johannes 6:51). Die Rücknahme seines Fleisches hätte das Opfer ungültig gemacht. Daher wurde Jesus „im Fleische zu Tode gebracht, aber im Geiste lebendig gemacht“ (1. Petrus 3:18). Auf diese Weise „erlangte [Jesus] eine ewige Befreiung für uns“, das heißt für die „kleine Herde“ (Hebräer 9:12). Er bot Gott den Wert seines vollkommenen menschlichen Lebens als ein Lösegeld für die sündige Menschheit dar, und die 144 000 zogen als erste Nutzen daraus.

      5. Was wurde Jesu Nachfolgern im ersten Jahrhundert in Aussicht gestellt?

      5 Jesus sollte nicht der einzige sein, der zu Leben im Himmel auferweckt wurde. Paulus sagte zu Mitchristen in Rom, daß sie mit heiligem Geist gesalbt worden waren, um Söhne Gottes und Miterben mit Christus zu sein, vorausgesetzt, sie bestätigten ihre Salbung dadurch, daß sie bis zum Ende ausharrten (Römer 8:16, 17). Paulus erklärte auch: „Wenn wir in der Gleichheit seines Todes mit ihm vereint worden sind, werden wir gewiß auch in der Gleichheit seiner Auferstehung mit ihm vereint sein“ (Römer 6:5).

      Verteidigung der Auferstehungshoffnung

      6. Warum wurde in Korinth der Glaube an die Auferstehung angegriffen, und wie reagierte der Apostel Paulus darauf?

      6 Die Auferstehung ist Teil der „Grundlehre“ des Christentums (Hebräer 6:1, 2). Ungeachtet dessen wurde diese Lehre in Korinth angegriffen. Einige in der Versammlung, die offensichtlich von griechischer Philosophie beeinflußt waren, sagten, „es gebe keine Auferstehung der Toten“ (1. Korinther 15:12). Als Berichte darüber den Apostel Paulus erreichten, verteidigte er die Auferstehungshoffnung, besonders die Hoffnung der gesalbten Christen. Wir wollen uns einmal mit den Worten des Paulus befassen, die in 1. Korinther, Kapitel 15 aufgezeichnet worden sind. Es ist, wie wir feststellen werden, nützlich, das gesamte Kapitel zuvor zu lesen, wie es im vorigen Artikel empfohlen wurde.

      7. (a) Auf welchen Schlüsselgedanken konzentrierte sich Paulus? (b) Wer sah den auferweckten Jesus?

      7 In den ersten beiden Versen von 1. Korinther, Kapitel 15 legte Paulus das Thema seiner Abhandlung dar: „Nun mache ich euch, Brüder, die gute Botschaft bekannt, die ich euch verkündigt habe, die ihr auch empfangen habt, in der ihr auch steht, durch die ihr auch gerettet werdet ..., sofern ihr daran festhaltet, es sei denn, ihr wäret wirklich ohne Zweck gläubig geworden.“ Wenn es den Korinthern nicht gelang, in der guten Botschaft festzustehen, hatten sie die Wahrheit vergebens angenommen. Paulus fuhr fort: „Ich habe euch als etwas von den ersten Dingen das übermittelt, was ich auch empfangen habe, nämlich daß Christus gemäß den Schriften für unsere Sünden starb und daß er begraben wurde, ja daß er gemäß den Schriften am dritten Tag auferweckt worden ist und daß er Kephas erschien, dann den Zwölfen. Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten bis jetzt am Leben geblieben sind, einige aber sind im Tod entschlafen. Danach erschien er Jakobus, dann allen Aposteln; aber als letztem von allen erschien er auch mir, gleichsam einem vorzeitig Geborenen“ (1. Korinther 15:3-8).

      8, 9. (a) Wie wichtig ist der Glaube an die Auferstehung? (b) Wahrscheinlich bei welcher Gelegenheit erschien Jesus „mehr als fünfhundert Brüdern“?

      8 Es war denjenigen, die die gute Botschaft annahmen, nicht freigestellt, ob sie an die Auferstehung Jesu glauben wollten oder nicht. Viele Augenzeugen konnten bestätigen, daß „Christus ... für unsere Sünden starb“ und daß er auferstanden war. Einer von ihnen war Kephas, der uns vielleicht besser unter dem Namen Petrus bekannt ist. Daß Jesus ihm erschien, obwohl er Jesus in der Nacht, als dieser verraten und verhaftet wurde, verleugnet hatte, muß Petrus sehr getröstet haben. „Die Zwölf“, die Apostel als Gruppe, wurden ebenfalls von dem auferweckten Jesus aufgesucht — eine Erfahrung, die ihnen zweifellos half, ihre Furcht zu überwinden und unerschrockene Zeugen der Auferstehung Jesu zu werden (Johannes 20:19-23; Apostelgeschichte 2:32).

      9 Christus erschien auch einer größeren Gruppe, „mehr als fünfhundert Brüdern“. Da er nur in Galiläa Nachfolger in so großer Zahl hatte, könnte es sich um jene Gelegenheit gehandelt haben, die in Matthäus 28:16-20 beschrieben wird, bei der Jesus den Auftrag gab, Jünger zu machen. Welch ein Zeugnis diese Personen geben konnten! Viele von ihnen waren immer noch am Leben, als Paulus den ersten Korintherbrief verfaßte. Beachten wir auch, daß er von den Verstorbenen sagte, sie seien „im Tod entschlafen“. Sie waren noch nicht auferweckt worden, um ihren Lohn im Himmel zu erhalten.

      10. (a) Was bewirkte Jesu letztes Zusammenkommen mit seinen Jüngern? (b) Inwiefern erschien Jesus dem Paulus ‘gleichsam als einem vorzeitig Geborenen’?

      10 Ein anderer herausragender Zeuge für Jesu Auferstehung war Jakobus, der Sohn Josephs und Marias, der Mutter Jesu. Vor Jesu Auferstehung war Jakobus offensichtlich nicht gläubig (Johannes 7:5). Aber nachdem Jesus ihm erschienen war, wurde Jakobus ein gläubiger Christ und spielte möglicherweise eine Rolle bei der Bekehrung seiner Brüder (Apostelgeschichte 1:13, 14). Als Jesus anläßlich seiner Himmelfahrt zum letztenmal mit seinen Jüngern zusammenkam, beauftragte er sie, ‘Zeugen von ihm zu sein bis zum entferntesten Teil der Erde’ (Apostelgeschichte 1:6-11). Später erschien er Saulus von Tarsus, einem Verfolger der Christen (Apostelgeschichte 22:6-8). Jesus erschien Saulus ‘gleichsam als einem vorzeitig Geborenen’. Es war, als ob Saulus schon zu geistigem Leben auferweckt worden wäre, da er den verherrlichten Herrn Jahrhunderte vor der tatsächlichen Auferstehung sah. Dieses Erlebnis veranlaßte Saulus, sofort von seinem Lauf des mörderischen Widerstands gegen die Christenversammlung abzulassen, ja es bewirkte bei ihm eine aufsehenerregende Veränderung (Apostelgeschichte 9:3-9, 17-19). Saulus wurde der Apostel Paulus, einer der hervorragendsten Verteidiger des christlichen Glaubens (1. Korinther 15:9, 10).

      Glauben an die Auferstehung unbedingt erforderlich

      11. Wie zeigte Paulus, daß diejenigen im Irrtum waren, die behaupteten, es gebe keine Auferstehung?

      11 Die Auferstehung Jesu war somit eine gutbezeugte Tatsache. „Wenn nun von Christus gepredigt wird, daß er von den Toten auferweckt worden ist, wie kommt es, daß einige unter euch sagen, es gebe keine Auferstehung der Toten?“ wollte Paulus wissen (1. Korinther 15:12). Die Betreffenden hatten nicht nur persönliche Zweifel oder Fragen in bezug auf die Auferstehung, sondern äußerten offen, daß sie nicht daran glaubten. Deshalb zeigte Paulus, daß sie im Irrtum waren. Er argumentierte folgendermaßen: Wenn Christus nicht auferstanden ist, ist die christliche Botschaft eine Lüge, und diejenigen, die Christi Auferstehung bezeugen, sind „falsche Zeugen Gottes“. Ist Christus nicht auferweckt worden, dann ist Gott auch kein Lösegeld bezahlt worden; die Christen sind ‘noch in ihren Sünden’ (1. Korinther 15:13-19; Römer 3:23, 24; Hebräer 9:11-14). Und Christen, die „im Tod entschlafen“ waren — in einigen Fällen als Märtyrer —, wären ohne echte Hoffnung gestorben. In welch einem beklagenswerten Zustand würden Christen sein, wenn das gegenwärtige Leben alles wäre, was sie erwarten könnten! Ihre Leiden wären völlig sinnlos.

      12. (a) Worauf deutet es hin, daß Christus als „der Erstling derer, die im Tod entschlafen sind“, bezeichnet wird? (b) Wie ermöglichte Christus die Auferstehung?

      12 Das war jedoch nicht der Fall. Paulus fuhr fort: „Christus [ist] von den Toten auferweckt worden.“ Außerdem ist er „der Erstling derer, die im Tod entschlafen sind“ (1. Korinther 15:20). Wenn die Israeliten gehorsam die Erstlinge ihrer Erzeugnisse Jehova gaben, segnete er sie mit einer großen Ernte (2. Mose 22:29, 30; 23:19; Sprüche 3:9, 10). Dadurch, daß Paulus den Christus als „Erstling“ bezeichnete, deutete er auf eine weitere Ernte hin: Menschen, die zu Leben im Himmel auferweckt werden. „Da der Tod durch einen Menschen gekommen ist“, sagte Paulus, „kommt auch die Auferstehung der Toten durch einen Menschen. Denn so, wie in Adam alle sterben, so werden auch in dem Christus alle lebendig gemacht werden“ (1. Korinther 15:21, 22). Jesus ermöglichte die Auferstehung, indem er sein vollkommenes menschliches Leben als ein Lösegeld gab und für die Menschheit den Weg frei machte, von der Sklaverei unter Sünde und Tod erlöst zu werden (Galater 1:4; 1. Petrus 1:18, 19).a

      13. (a) Wann erfolgt die Auferstehung zu himmlischem Leben? (b) Inwiefern „werden nicht alle [Gesalbten] im Tod entschlafen“?

      13 Paulus erklärte weiter: „Jeder aber in seinem eigenen Rang: Christus, der Erstling, danach die, die dem Christus angehören, während seiner Gegenwart“ (1. Korinther 15:23). Christus wurde 33 u. Z. auferweckt. Seine gesalbten Nachfolger — „die, die dem Christus angehören“ — mußten dagegen warten, bis Jesu königliche Gegenwart begonnen hatte, was gemäß biblischen Prophezeiungen im Jahr 1914 der Fall war (1. Thessalonicher 4:14-16; Offenbarung 11:18). Was ist mit den Gesalbten, die während Jesu Gegenwart leben? Paulus führte aus: „Seht, ich sage euch ein heiliges Geheimnis: Wir werden nicht alle im Tod entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, in einem Nu, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn die Posaune wird erschallen, und die Toten werden auferweckt werden unverweslich, und wir werden verwandelt werden“ (1. Korinther 15:51, 52). Offensichtlich sollen nicht alle Gesalbten im Grab schlafen und auf eine Auferstehung warten. Diejenigen, die während Christi Gegenwart sterben, sollen augenblicklich verwandelt werden (Offenbarung 14:13).

      14. Was bedeutet es, daß Gesalbte „getauft werden, um Tote zu sein“?

      14 „Was werden sonst die tun, die getauft werden, um Tote zu sein?“ fragte Paulus. „Wenn die Toten überhaupt nicht auferweckt werden, warum werden sie auch getauft, um solche zu sein? Warum sind wir auch jede Stunde in Gefahr?“ (1. Korinther 15:29, 30). Paulus meinte damit nicht, daß sich lebende Personen für Verstorbene taufen lassen sollten, wie die Wiedergabe in einigen Bibelübersetzungen es anzudeuten scheint. Schließlich steht die Taufe mit der christlichen Jüngerschaft in Verbindung, und tote Seelen können keine Jünger sein (Johannes 4:1). Statt dessen sprach Paulus von lebenden Christen, von denen viele, wie Paulus selbst, „jede Stunde in Gefahr“ waren. Gesalbte Christen wurden ‘in Christi Tod getauft’ (Römer 6:3). Von ihrer Salbung an waren sie sozusagen in einen Lebensweg „getauft“, der sie zu einem Tod gleich dem des Christus führen würde (Markus 10:35-40). Sie würden sterben mit der Hoffnung auf eine herrliche Auferstehung zu himmlischem Leben (1. Korinther 6:14; Philipper 3:10, 11).

      15. Welchen Gefahren war Paulus offenbar ausgesetzt, und inwiefern spielte der Glaube an die Auferstehung eine Rolle beim Ausharren?

      15 Wie Paulus anschließend erklärte, war er selbst in einem solchen Umfang Gefahren ausgesetzt, daß er sagen konnte: „Täglich sehe ich dem Tod ins Auge.“ Damit ihn nicht einige der Übertreibung bezichtigten, fügte Paulus hinzu: „Das bestätige ich beim Frohlocken über euch, Brüder, das ich in Christus Jesus, unserem Herrn, habe.“ In der Heiligen Schrift des Neuen Testamentes von Fritz Tillmann wird dieser Vers wie folgt wiedergegeben: „Täglich gebe ich mich dem Tode preis, so wahr ihr mein Ruhm seid, den ich in unserem Herrn Christus Jesus habe.“ Als Beispiel für die Gefahren, denen er ins Auge sah, erwähnte Paulus gemäß Vers 32, daß er „in Ephesus mit wilden Tieren gekämpft [hatte]“. Häufig richteten die Römer Verbrecher hin, indem sie sie wilden Tieren in der Arena vorwarfen. Wenn Paulus einen Kampf mit buchstäblichen wilden Tieren überstanden hatte, dann konnte er nur mit Jehovas Hilfe überlebt haben. Ohne die Auferstehungshoffnung wäre es tatsächlich tollkühn gewesen, sich einen Lebensweg zu erwählen, auf dem man solchen Gefahren ausgesetzt war. Ohne die Hoffnung auf künftiges Leben wäre es eigentlich sinnlos gewesen, Opfer zu bringen und unter Bedrängnissen auszuharren, die der Dienst für Gott mit sich brachte. „Wenn die Toten nicht auferweckt werden“, sagte Paulus, „so ‚laßt uns essen und trinken, denn morgen werden wir sterben‘ “ (1. Korinther 15:31, 32; siehe 2. Korinther 1:8, 9; 11:23-27).

      16. (a) Woher stammt möglicherweise der Ausspruch „Laßt uns essen und trinken, denn morgen werden wir sterben.“? (b) Welche Gefahr bestand, wenn sich jemand diese Gesinnung zu eigen machte?

      16 Paulus zitierte womöglich aus Jesaja 22:13, wo die fatalistische Einstellung der ungehorsamen Bewohner Jerusalems beschrieben wird. Er könnte allerdings auch die Ansichten der Epikureer im Sinn gehabt haben, die jede Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod verachteten und glaubten, das sinnliche Vergnügen sei das höchste Gut im Leben. In jedem Fall war die Philosophie, bei der sich alles nur um ‘Essen und Trinken’ drehte, gottlos. Daher sagte Paulus warnend: „Laßt euch nicht irreführen. Schlechte Gesellschaft verdirbt nützliche Gewohnheiten“ (1. Korinther 15:33). Die Gemeinschaft mit Personen, die die Auferstehung verwarfen, konnte verderblich sein. Solche Gesellschaft könnte bei den Problemen eine Rolle gespielt haben, die Paulus in der Versammlung in Korinth zu behandeln hatte, wie zum Beispiel geschlechtliche Unmoral, Spaltungen, Streitigkeiten, derentwegen man vor Gericht ging, und mangelnder Respekt in Verbindung mit dem Abendmahl des Herrn (1. Korinther 1:11; 5:1; 6:1; 11:20-22).

      17. (a) Wozu forderte Paulus die Korinther auf? (b) Welche Fragen müssen noch beantwortet werden?

      17 Paulus forderte die Korinther daher nachdrücklich auf: „Wacht in gerechter Weise zur Nüchternheit auf, und treibt nicht Sünde, denn einige haben keine Erkenntnis Gottes. Ich sage es euch zur Beschämung“ (1. Korinther 15:34). Eine ablehnende Haltung zur Auferstehung bewirkte bei einigen eine geistige Benommenheit, als wären sie betrunken. Sie mußten aufwachen, nüchtern bleiben. Ebenso müssen gesalbte Christen heute in geistiger Hinsicht wach sein, sie dürfen sich nicht durch die skeptische Haltung der Welt beeinflussen lassen. Sie müssen an ihrer Hoffnung auf eine Auferstehung zu himmlischem Leben festhalten. Aber es waren immer noch einige Fragen offengeblieben — damals für die Korinther und auch für uns heute. Zum Beispiel: In welcher Form werden die 144 000 zum Leben im Himmel auferweckt? Und was ist mit den Millionen anderen Menschen, die sich noch im Grab befinden und nicht die himmlische Hoffnung haben? Was wird die Auferstehung für die Betreffenden bedeuten? Im nächsten Artikel werden wir uns mit dem übrigen Teil der Abhandlung des Paulus über die Auferstehung beschäftigen.

  • ‘Der Tod wird zunichte gemacht’
    Der Wachtturm 1998 | 1. Juli
    • ‘Der Tod wird zunichte gemacht’

      „Als letzter Feind wird der Tod zunichte gemacht“ (1. KORINTHER 15:26).

      1, 2. (a) Welche Hoffnung stellte der Apostel Paulus Verstorbenen in Aussicht? (b) Welche Frage in bezug auf die Auferstehung sprach Paulus an?

      „ICH glaube an ... [die] Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben.“ So heißt es im Apostolischen Glaubensbekenntnis. Katholiken und Protestanten rezitieren es gleicherweise pflichtgemäß, ohne sich dessen bewußt zu sein, daß ihre Glaubensansichten der griechischen Philosophie näherstehen als dem, was die Apostel seinerzeit glaubten. Der Apostel Paulus wies die griechische Philosophie zurück, denn er glaubte nicht an eine unsterbliche Seele. Statt dessen hatte er einen festen Glauben an ein künftiges Leben und schrieb deshalb unter Inspiration: „Als letzter Feind wird der Tod zunichte gemacht“ (1. Korinther 15:26). Was bedeutet das für sterbliche Menschen?

      2 Zur Beantwortung dieser Frage wollen wir uns wieder der Abhandlung des Paulus über die Auferstehung zuwenden, die wir in 1. Korinther, Kapitel 15 aufgezeichnet finden. Wir erinnern uns gewiß daran, daß Paulus in den einleitenden Versen die Auferstehung als wichtigen Bestandteil der christlichen Lehre auswies. Dann wandte er sich einer konkreten Frage zu: „Dennoch wird jemand sagen: ‚Wie werden die Toten auferweckt werden? Ja, mit was für einem Leib kommen sie?‘ “ (1. Korinther 15:35).

      Was für ein Leib?

      3. Warum verwarfen einige die Auferstehung?

      3 Dadurch, daß Paulus diese Frage aufwarf, beabsichtigte er womöglich, dem Einfluß der Philosophie Platons entgegenzuwirken. Platon lehrte, der Mensch habe eine unsterbliche Seele, die beim Tod des Körpers weiterlebt. Jemand, der mit solch einer Vorstellung aufgewachsen war, wird die christliche Lehre zweifellos für überflüssig gehalten haben. Wenn die Seele nach dem Tod weiterlebt, welchen Sinn hat dann eine Auferstehung? Außerdem schien die Auferstehung jeder Logik zu entbehren. Wie kann es eine Auferstehung geben, wenn der Körper zu Staub zerfallen ist? Gemäß dem Bibelkommentator Heinrich Meyer erfolgte der Widerspruch einiger Korinther aus „dem philosophischen Grunde, die Restauration [Wiederherstellung] der Materie des Leibes sei unmöglich“.

      4, 5. (a) Warum waren die Einwände der Ungläubigen nicht stichhaltig? (b) Erkläre die Veranschaulichung, die Paulus in Verbindung mit dem ‘bloßen Korn’ gebrauchte. (c) Was für einen Leib gibt Gott den auferweckten Gesalbten?

      4 Paulus deckte die Hohlheit ihrer Überlegung auf: „Du Unvernünftiger! Was du säst, wird nicht lebendig gemacht, es sterbe denn zuvor; und hinsichtlich dessen, was du säst: Du säst nicht den Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn, sei es vom Weizen, sei es von irgendeiner der übrigen Samenarten; Gott aber gibt ihm einen Körper, so wie es ihm gefallen hat, und jeder der Samenarten ihren eigenen Körper“ (1. Korinther 15:36-38). Gott würde nicht den Körper auferwecken, den die Menschen auf der Erde hatten. Statt dessen würde es eine Verwandlung geben.

      5 Paulus verglich die Auferstehung mit dem Keimen eines Samens. Ein kleines Weizenkorn hat keinerlei Ähnlichkeit mit der Pflanze, die daraus wachsen wird. In der World Book Encyclopedia heißt es dazu: „Wenn ein Samen zu keimen beginnt, nimmt er große Mengen Wasser auf. Das Wasser bewirkt in dem Samen viele chemische Veränderungen. Es verursacht auch, daß Gewebe innerhalb des Samens anschwillt und durch die Samenschale bricht.“ Der Samen stirbt gewissermaßen als solcher und wird zu einer sprossenden Pflanze. ‘Gott gibt ihm einen Körper’, und zwar insofern, als er die Naturgesetze festlegte, die die Entwicklung steuern, und jeder Samen erhält einen Körper oder eine Form gemäß seiner Art (1. Mose 1:11). In ähnlicher Weise sterben gesalbte Christen zunächst als Menschen. Dann, zur bestimmten Zeit, bringt Gott sie mit einem völlig neuen Körper zum Leben zurück. Wie Paulus den Philippern schrieb, wird Jesus Christus „unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten ..., damit er seinem Leib der Herrlichkeit gleichförmig werde“ (Philipper 3:20, 21; 2. Korinther 5:1, 2). Die mit einem geistigen Leib Auferweckten leben im geistigen Bereich (1. Johannes 3:2).

      6. Warum ist es vernünftig, zu glauben, daß Gott Auferstandenen einen geeigneten geistigen Leib geben kann?

      6 Ist das zu schwierig, um es zu glauben? Nein. Paulus argumentierte, daß es Tiere mit den verschiedensten Körpern gibt. Außerdem stellte er die Engel im Himmel den Menschen aus Fleisch und Blut gegenüber, wobei er erklärte: „Es gibt himmlische Körper und irdische Körper.“ Auch in der unbelebten Schöpfung besteht eine große Vielfalt. „Stern unterscheidet sich von Stern an Herrlichkeit“, sagte Paulus, lange bevor Wissenschaftler Himmelskörper wie blaue Sterne, rote Riesen und weiße Zwerge entdeckten. Ist es angesichts dessen nicht vernünftig, zu glauben, daß Gott auferweckten Gesalbten einen geeigneten geistigen Leib geben kann? (1. Korinther 15:39-41).

      7. Was ist die Bedeutung von Unverweslichkeit beziehungsweise von Unsterblichkeit?

      7 Paulus führte weiter aus: „So ist auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät in Verweslichkeit, es wird auferweckt in Unverweslichkeit“ (1. Korinther 15:42). Ein menschlicher Körper ist vergänglich, selbst wenn er vollkommen ist. Er kann getötet werden. Wie Paulus jedoch unter anderem zeigte, war der auferweckte Jesus „dazu bestimmt, nicht mehr zur Verwesung zurückzukehren“ (Apostelgeschichte 13:34). Er würde niemals wieder einen vergänglichen, wenn auch vollkommenen menschlichen Körper erhalten. Der Leib, den Gott auferweckten Gesalbten gibt, ist unverweslich — nicht mehr dem Tod und Verfall unterworfen. Paulus fuhr fort: „Es wird gesät in Unehre, es wird auferweckt in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit, es wird auferweckt in Kraft. Es wird gesät ein physischer Leib, es wird auferweckt ein geistiger Leib“ (1. Korinther 15:43, 44). Außerdem sagte Paulus: „Das, was sterblich ist, muß Unsterblichkeit anziehen.“ Unsterblichkeit bedeutet endloses, unzerstörbares Leben (1. Korinther 15:53; Hebräer 7:16). Insofern tragen die Auferstandenen „das Bild des Himmlischen“, Jesus, der ihre Auferstehung ermöglicht hat (1. Korinther 15:45-49).

      8. (a) Woher wissen wir, daß die Auferstandenen dieselben Personen sein werden, die sie während ihres irdischen Lebens waren? (b) Welche Prophezeiungen erfüllen sich bei der Auferstehung?

      8 Trotz dieser Verwandlung sind die Auferstandenen immer noch dieselben Personen, die sie vor ihrem Tod waren. Sie werden mit denselben Erinnerungen und denselben bewährten christlichen Eigenschaften auferweckt (Maleachi 3:3; Offenbarung 21:10, 18). In dieser Hinsicht gleichen sie Jesus Christus. Er machte eine Veränderung durch von einer geistigen Existenz zu einem Menschen. Dann starb er und wurde als Geistperson auferweckt. Doch „Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und immerdar“ (Hebräer 13:8). Welch ein herrliches Vorrecht Gesalbte haben! Paulus sagte: „Wenn aber dieses Verwesliche Unverweslichkeit anzieht und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anzieht, dann wird sich das Wort erfüllen, das geschrieben steht: ‚Der Tod ist für immer verschlungen.‘ ‚Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?‘ “ (1. Korinther 15:54, 55; Jesaja 25:8; Hosea 13:14).

      Eine irdische Auferstehung?

      9, 10. (a) Was ist gemäß dem Zusammenhang in 1. Korinther 15:24 mit dem „Ende“ gemeint, und welche Geschehnisse finden in Verbindung damit statt? (b) Was muß mit dem Tod geschehen, um ihn zunichte zu machen?

      9 Gibt es eine Zukunft für die Millionen, die keine Hoffnung auf unsterbliches geistiges Leben im Himmel haben? Durchaus! Nachdem Paulus zunächst erklärt hatte, daß die Auferstehung zu himmlischem Leben während Christi Gegenwart stattfindet, umriß er Geschehnisse, die später eintreten werden, und sagte: „Als nächstes das Ende, wenn er seinem Gott und Vater das Königreich übergibt, wenn er Regierungen von aller Art und alle Gewalt und Macht zunichte gemacht hat“ (1. Korinther 15:23, 24).

      10 Mit dem „Ende“ ist das Ende der Tausendjahrherrschaft Christi gemeint, nach deren Ablauf Jesus demütig und loyal das Königreich seinem Gott und Vater übergibt (Offenbarung 20:4). Gottes Vorsatz, „in dem Christus wieder alle Dinge zusammenzubringen“, wird verwirklicht worden sein (Epheser 1:9, 10). Vorher wird Christus jedoch „Regierungen von aller Art und alle Gewalt und Macht“ vernichten, alles, was sich Gottes souveränem Willen widersetzt. Diese Vernichtung geht noch über die in Harmagedon bewirkte hinaus (Offenbarung 16:16; 19:11-21). Paulus sagte: „[Christus] muß als König regieren, bis Gott alle Feinde unter seine Füße gelegt hat. Als letzter Feind wird der Tod zunichte gemacht“ (1. Korinther 15:25, 26). Ja, alle Spuren der adamischen Sünde und der Tod werden beseitigt worden sein. Gott wird dann auf jeden Fall die „Gedächtnisgrüfte“ geleert haben, da er die Toten zum Leben zurückgebracht haben wird (Johannes 5:28).

      11. (a) Woher wissen wir, daß Gott tote Seelen wiedererschaffen kann? (b) Was für einen Körper werden die auf der Erde Auferweckten erhalten?

      11 Das bedeutet die Wiedererschaffung menschlicher Seelen. Unmöglich? Keineswegs, denn in Psalm 104:29, 30 wird uns versichert, daß Gott das tun kann. Es heißt hier: „Wenn du ihren Geist wegnimmst, verscheiden sie, und zu ihrem Staub kehren sie zurück. Wenn du deinen Geist aussendest, werden sie erschaffen.“ Die Auferstandenen werden dieselben Personen sein, die sie vor ihrem Tod waren, aber sie müssen nicht denselben Körper haben. Genau wie im Fall derjenigen, die zum Leben im Himmel auferweckt werden, wird Gott ihnen einen Körper geben, wie es ihm gefällt. Zweifellos wird ihr neuer Körper gesund und ihrem ursprünglichen möglichst ähnlich sein, damit sie von den Menschen, die ihnen nahestanden, erkannt werden.

      12. Wann wird die irdische Auferstehung stattfinden?

      12 Wann wird die irdische Auferstehung stattfinden? Martha sagte mit Bezug auf ihren toten Bruder Lazarus: „Ich weiß, daß er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tag“ (Johannes 11:24). Woher wußte sie das? Die Auferstehung war in jenen Tagen ein kontroverses Thema, denn die Pharisäer glaubten daran, die Sadduzäer dagegen nicht (Apostelgeschichte 23:8). Aber Martha muß von vorchristlichen Zeugen gewußt haben, die auf die Auferstehung hofften (Hebräer 11:35). Außerdem könnte sie aus Daniel 12:13 entnommen haben, daß die Auferstehung am letzten Tag stattfinden wird. Vielleicht hatte sie es auch von Jesus selbst erfahren (Johannes 6:39). Dieser „letzte Tag“ fällt mit der Tausendjahrherrschaft Christi zusammen (Offenbarung 20:6). Stellen wir uns die Aufregung während jenes ‘Tages’ vor, wenn dieses großartige Geschehen seinen Anfang nimmt! (Vergleiche Lukas 24:41.)

      Wer kehrt zurück?

      13. Über welche Vision von der Auferstehung wird in Offenbarung 20:12-14 berichtet?

      13 In Offenbarung 20:12-14 ist eine Vision aufgezeichnet, die Johannes von der irdischen Auferstehung hatte: „Ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und Buchrollen wurden geöffnet. Aber eine andere Buchrolle wurde geöffnet; es ist die Buchrolle des Lebens. Und die Toten wurden nach den Dingen gerichtet, die in den Buchrollen geschrieben sind, gemäß ihren Taten. Und das Meer gab die Toten heraus, die darin waren, und der Tod und der Hades gaben die Toten heraus, die darin waren, und sie wurden als einzelne gerichtet gemäß ihren Taten. Und der Tod und der Hades wurden in den Feuersee geschleudert. Dies bedeutet den zweiten Tod: der Feuersee.“

      14. Wer wird unter den Auferstandenen sein?

      14 Die Auferstehung wird „die Großen und die Kleinen“ einschließen, sowohl prominente als auch unauffällige Menschen, die gelebt haben und gestorben sind. Sogar kleine Kinder werden sich unter den Auferstandenen befinden! (Jeremia 31:15, 16). In Apostelgeschichte 24:15 wird ein anderes wichtiges Detail offenbart: „Es [wird] eine Auferstehung sowohl der Gerechten als auch der Ungerechten geben.“ Die bekannten Persönlichkeiten unter den „Gerechten“ werden treue Männer und Frauen der alten Zeit sein, wie zum Beispiel Abel, Henoch, Noah, Abraham, Sara und Rahab (Hebräer 11:1-40). Stellen wir uns vor: Wir werden uns mit solchen Personen unterhalten und von Augenzeugen Einzelheiten über biblische Geschehnisse erfahren können, die sich vor langer Zeit abgespielt haben! Zu den „Gerechten“ werden auch die Tausende von gottesfürchtigen Menschen gehören, die in jüngerer Zeit gestorben sind und nicht die himmlische Hoffnung hatten. Könnte einer unserer Familienangehörigen oder ein anderer uns nahestehender Mensch unter diesen sein? Wie tröstlich ist doch das Bewußtsein, daß wir sie wiedersehen können! Doch wer sind die „Ungerechten“, die ebenfalls zurückkommen werden? Zu ihnen gehören jene Millionen, vielleicht Milliarden, die gestorben sind, ohne Gelegenheit gehabt zu haben, die biblische Wahrheit kennenzulernen und anzuwenden.

      15. Was bedeutet es, daß die vom Tod Zurückgekehrten „nach den Dingen gerichtet [werden], die in den Buchrollen geschrieben sind“?

      15 Inwiefern werden die vom Tod Zurückgekehrten „nach den Dingen gerichtet, die in den Buchrollen geschrieben sind, gemäß ihren Taten“? Bei diesen Buchrollen handelt es sich nicht um Aufzeichnungen über ihre früheren Taten; als die Betreffenden starben, wurden sie von den Sünden, die sie zu Lebzeiten begangen hatten, freigesprochen (Römer 6:7, 23). Die auferweckten Menschen werden allerdings immer noch unter der adamischen Sünde stehen. Diese Buchrollen müssen somit Anweisungen Gottes enthalten, die alle zu befolgen haben, damit sie vollen Nutzen aus dem Opfer Jesu Christi ziehen. Wenn die letzte Spur der adamischen Sünde beseitigt ist, „wird der Tod zunichte gemacht“, und zwar voll und ganz. Am Ende der tausend Jahre wird Gott „allen alles sei[n]“ (1. Korinther 15:28). Es wird nicht mehr nötig sein, daß ein Hoherpriester oder ein Loskäufer für die Menschen eintritt. Die gesamte Menschheit wird den vollkommenen Zustand erreicht haben, den Adam ursprünglich besaß.

      Eine geregelte Auferstehung

      16. (a) Warum ist es vernünftig, anzunehmen, daß die Auferstehung geregelt ablaufen wird? (b) Wer wird sich wahrscheinlich unter den ersten befinden, die von den Toten zurückkehren?

      16 Da die Auferstehung zu himmlischem Leben geregelt erfolgt, ‘jeder in seinem eigenen Rang’, wird die irdische Auferstehung gewiß nicht zu einer chaotischen Bevölkerungsexplosion führen (1. Korinther 15:23). Verständlicherweise wird man sich um die Neuauferstandenen kümmern müssen. (Vergleiche Lukas 8:55.) Sie werden Nahrung benötigen und — was noch wichtiger ist — geistigen Beistand, um die lebengebende Erkenntnis über Jehova Gott und Jesus Christus zu erlangen (Johannes 17:3). Würden alle gleichzeitig zum Leben zurückkehren, wäre es unmöglich, angemessen für sie zu sorgen. Somit ist vernünftigerweise anzunehmen, daß die Auferstehung nach und nach stattfinden wird. Treue Christen, die kurz vor dem Ende des Systems Satans gestorben sind, werden wahrscheinlich unter den ersten Auferweckten sein. Wir können auch eine Frühauferstehung für die treuen Männer der alten Zeit erwarten, die als „Fürsten“ amten werden (Psalm 45:16).

      17. Was sind einige der Fragen in Verbindung mit der Auferstehung, zu denen die Bibel schweigt, und warum sollten sich Christen über solche Dinge nicht übermäßig Gedanken machen?

      17 Wir sollten allerdings nicht dogmatisch sein, was diese Dinge betrifft. Die Bibel schweigt zu vielem. Sie macht keine Angaben zu Einzelheiten — wie, wann oder wo jeder auferstehen wird. Es wird nichts darüber gesagt, wie die Zurückgekehrten untergebracht, ernährt und bekleidet werden. Genausowenig können wir mit Sicherheit sagen, auf welche Weise Jehova gewisse Probleme lösen wird, beispielsweise wie auferweckte Kinder aufgezogen und versorgt werden oder wie er sich bestimmter Situationen annehmen wird, die unsere Freunde oder andere uns nahestehende Menschen betreffen. Es ist natürlich, sich wegen solcher Dinge Gedanken zu machen, es wäre jedoch unklug, Zeit darauf zu verwenden, Fragen beantworten zu wollen, die sich gegenwärtig nicht beantworten lassen. Wir müssen uns darauf konzentrieren, Jehova treu zu dienen und das ewige Leben zu erlangen. Gesalbte Christen setzen ihre Hoffnung auf eine herrliche Auferstehung zu himmlischem Leben (2. Petrus 1:10, 11). Die „anderen Schafe“ hoffen auf ein ewiges Erbe im irdischen Bereich des Königreiches Gottes (Johannes 10:16; Matthäus 25:33, 34). Was die vielen nicht bekannten Einzelheiten in Verbindung mit der Auferstehung angeht, vertrauen wir einfach auf Jehova. Unser künftiges Glück ruht sicher in den Händen dessen, der ‘das Begehren alles Lebenden sättigen’ kann (Psalm 145:16; Jeremia 17:7).

      18. (a) Welchen Sieg hob Paulus hervor? (b) Warum vertrauen wir völlig auf die Auferstehungshoffnung?

      18 Paulus schloß seine Argumentation mit dem Ausruf ab: „Gott aber sei Dank, denn er gibt uns den Sieg durch unseren Herrn Jesus Christus!“ (1. Korinther 15:57). Ja, durch das Loskaufsopfer Jesu Christi wurde der Sieg über den adamischen Tod errungen, und sowohl die Gesalbten als auch die „anderen Schafe“ haben einen Anteil an dem Sieg. Bestimmt haben die „anderen Schafe“, die heute leben, eine Hoffnung, die für unsere Generation einzigartig ist. Als Teil einer ständig wachsenden „großen Volksmenge“ können sie die kommende „große Drangsal“ überleben und brauchen niemals den buchstäblichen Tod zu erleiden (Offenbarung 7:9, 14). Sogar diejenigen, die auf Grund von ‘Zeit und unvorhergesehenem Geschehen’ oder durch die Hände der Handlanger Satans sterben, können ihr Vertrauen auf die Auferstehungshoffnung setzen (Prediger 9:11).

      19. Welche Ermahnung müssen alle Christen heute beachten?

      19 Daher erwarten wir gespannt den herrlichen Tag, an dem der Tod zunichte gemacht werden wird. Unser unerschütterliches Vertrauen auf Jehovas Verheißung der Auferstehung läßt uns einen realistischen Standpunkt einnehmen. Ganz gleich, was uns im gegenwärtigen Leben widerfährt — selbst wenn wir sterben sollten —, nichts kann uns den Lohn rauben, den Jehova versprochen hat. Daher ist die abschließende Ermahnung, die Paulus an die Korinther richtete, heute genauso passend wie vor zweitausend Jahren: „Darum, meine geliebten Brüder, werdet standhaft, unbeweglich, und seid allezeit reichlich beschäftigt im Werk des Herrn, da ihr wißt, daß eure mühevolle Arbeit in Verbindung mit dem Herrn nicht vergeblich ist“ (1. Korinther 15:58).

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